6. Die Bewusstheiten

Warum sollte man sich mit dem Thema Bewusstsein befassen?

Der Begriff «Bewusstsein» ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und wird oft mit zahlreichen unterschiedlichen Sinngebungen ausgestattet, die eigentlich in den Bereich der Sinneswahrnehmungen gehören. Das spielt für die meisten jedoch keine wesentliche Rolle, weil diese Wortwahl in vielen Fällen einfach der Vereinfachung und sprachlichen Bequemlichkeit dient. Ebenso wie das Wort «machen» heute in Deutschland gedankenlos für jede erdenkliche Tätigkeit genommen wird. Für jeden der versucht, das Thema Bewusstsein einmal genauer zu betrachten, gestaltet es sich als etwas außergewöhnlich Merkwürdiges. Wer sich – und das geht jedem so – mit seinen vorhandenen Wahrnehmungsorganen an die Untersuchung des eigenen Bewusstseins heranwagt, erlebt das eigene Bewusstsein sowohl als Forschungsobjekt und gleichzeitig als der untersuchende Beobachter. Das ist wirklich eine äußerst fatale Situation. Hinzu kommt die etwas fragwürdige Feststellung, dass das einzig bewusste, dessen man sich wirklich gewiss sein kann, ist, dass man selbst bei Bewusstsein ist. Sonst könnte man die eigenen Gedanken nicht erfassen und bedenken, und es gäbe kaum das schmückende Selbstbewusstsein, oder ein Gruppen- und Heimatbewusstsein. Daraufhin geht man selbstverständlich davon aus, dass die anderen Menschen mit Gewissheit ebenfalls bewusst sind. Es ist eigentlich die banalste Voraussetzung für jede zwischenmenschliche Kommunikation. Jedoch lassen einige Erlebnisse dann doch erhebliche Zweifel an diesem Denk-Modell aufkommen.


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Warum analysieren und beschreiben wir hier das Phänomen Bewusstsein aus esoterischer Sicht? – Wer es selbst schon einmal versucht hat, kann unzweifelhaft beobachten, dass sich dabei eine nahezu unübertretbare Barriere in den Weg stellt. Mit der westlichen materialistischen Weltanschauung geht die Vorstellung einher: das Bewusstsein ist eine Eigenschaft oder eine Aussonderung der Materie, eine aus den Gerhirnzellen hervorgebrachte Wirkung. Bei diesem empirischen Modell der europamerikanischen Zivilisation wird das Bewusstsein von den körperlichen Zellen des Menschen produziert und abgegeben, und eingeschränkt ist dies bei den Tieren oder Pflanzen so. Der Mensch selbst und sein Dasein ist in diesem physikalischen Weltbild aus materiellen oder stofflichen Komponenten – Zellen, Organe, Gliedmaße – zusammengesetzt. Alles Leben, Denken und Fühlen wird von dieser Vorstellung sinnlich wahrnehmbarer Erscheinungen des Körpers abgeleitet. Dies wirkt sich aus bis in die Tiefen des unbewussten, psychologischen Erlebens und bis in die Höhen philosophischen Betrachtens. Die heiligen Allegorien der Religionen werden mit der materialistischen Weltanschauung entmystifiziert und ihr Glaube der metaphysischen Perspektiven entkleidet. Die Mystiker aller Kulturen werden der Einfachheit halber von den empirischen Wissenschaftlern und den ihnen vertrauenden Pädagogen und Journalisten zu Märchenerzählern degradiert.
Die Frage: «Was ist das nun wirklich, das Bewusstsein?», wird verständlicherweise nur von wenigen Menschen aufgeworfen, weil es dermaßen die natürlichste Selbstverständlichkeit jeder gewohnten Lebenserscheinung ist, so wie der Raum, die Zeit oder das Atmen. Der Kampf ums Überleben, die Verbesserung der Lebensqualität, die Anstrengungen in Beruf und Gesellschaft fordern den Menschen alltäglich so stark, dass er die dafür wichtigste Lebenseigenschaft wenig oder gar nicht beachtet. Die Selbst-Bewusstheit wird mit dem obligatorischen Selbstvertrauen hochmütig in freiheitlicher Entfaltung aller Antriebe auf eine erfolgreiche Selbsterhaltung im kommerziellen Miteinander konzentriert. Allerdings würde es sich für jeden lohnen, einmal der fundamentalen Frage: Was ist mein Bewusstsein? ernsthaft nachzugehen, denn in der Beantwortung sind einige erstaunliche Einsichten verborgen. Dennoch scheint es so, dass als Voraussetzung dafür schon eine gewisse Offenheit und Lebendigkeit im eigenen Denken vorhanden sein sollte, bevor sich der Mensch diesem Thema ernsthaft nähert.

Im Kapitel 5. «Der Mikrokosmos» wird der Aufbau des menschlichen Systems ausführlich geschildert. Die Persönlichkeit, der körperliche Mensch wurde von seiner «Monade» als ein Mikrokosmos – siehe Abbild – in dieses irdische Lebensfeld geschickt, um mit dem Instrument Körper oder mit der Person innerhalb allen Werdens und Leidens im Kosmos Erfahrungen zu saMikros mTmmeln. Der Selbsterhalt ist nur zu Beginn der Sinn des Daseins. Dem Menschen wurde von seiner Monade die Aufgabe zugewiesen, für die Evolution seines Mikrokosmos und später für die des Kosmos zu wirken. In der aktuellen Aquariusperiode steht die Entwicklung einer höheren vollständigen Astralis an und in Folge davon auch die Ergänzung durch die höheren mentalen Aspekte, die die «himmlischen» Erfahrungen unserer Welt ermöglichen. Die leitende göttliche Instanz, die Monade oder der Urtyp, überträgt im Lauf der Zeiten den vollständigen Entwicklungsplan einem siebenfachen Mikrokosmos bzw. Kosmos, der alle Wesen mit einschließt, und sie einmal dann in ferner Zukunft in den Sonnenkosmos und dann sehr viel später bis in das höchste universale Bewusstsein führen wird.

Die in den Mikrokosmos adoptierte menschliche Person wird also von unstofflichen Kräften hervorgebracht und am Leben erhalten. Sie ist immer eins mit den sieben Sphären der Welt, niemals irgendwie getrennt oder davon unabhängig. Insofern ist auch jeder mit einem winzigen Anteil für das Geschehen der ganzen Welt mitverantwortlich. Die historischen Entwicklungen der dogmatischen materiellen Weltanschauung sind der Grund dafür, dass heute die westlich orientierten Neurologen und Psychologen bei ihren Studien nur ein Bewusstsein berücksichtigen, das von der Materie ausgeht, das in der Materie begründet ist oder von ihr produziert wird. Das kristallisierte wissenschaftliche Verfahren durch die anerkannten Autoritäten in Wissenschaft und Forschung im Denken und Beurteilen kann nur durch eine Akzeptanz der mittlerweile umfangreichen Ergebnissen aus der esoterischen oder noetischen Forschung durchbrochen werden.

Im beginnenden 19. Jahrhundert erschienen in Europa mit den Eroberungen in Asien die ersten Übersetzungen bzw. Interpretationen indischer, chinesischer oder arabischer Weisheitsliteratur. Erste Übersetzungen wurden unter dem landestypischen, sprich europäischen Denkraster und den religiösen Denkvorschriften der meist christlich dominierten Übersetzer gemacht. Manche ursprünglich sehr weisen Ansichten über das individuelle Bewusstsein und seine Evolution zu einem höheren universellen Bewusstsein sind dadurch letztlich mit westeuropäisch-christlichen Lehrsätzen übermodelliert an den philosophischen und theologischen Fakultäten unterrichtet worden. Die antiken Lehren brachten vom Bewusstsein selbst, von seiner ihm eigenen Wesensqualität keine grundlegenden Kenntnisse. Darum ist in der Regel von der Art «Bewusstsein» ebenso wenig bekannt wie von dem Phänomen Zeit. Spezielle Neurologen erforschen für ihre Theorien akribisch die Gehirnstrukturen und -Areale mit feinsten elektronischen Messgeräten. Auf der Suche nach dem Bewusstsein analysieren sie die gefundenen Bausteine mittels Computersimulationen. Dabei finden sie die Nervenbereiche für alle Verstandes- und Denkfunktionen im Großhirn und können die Wirkungsbereiche mittels Elektroden gut lokalisieren. Durch Aufzeichnungen von Mikroströmen wurde dabei auch ein Brennpunkt für das alltägliche Bewusstsein ermittelt. Doch von der Qualität Bewusstsein wurde dabei wenig oder nichts gefunden.

Also fragen wir noch einmal ganz konkret nach: „Was ist das Bewusstsein?“

Zunächst sollen hier noch einmal die üblichen Darstellungen wiederholt werden, die in den meisten Lehrbüchern angeboten werden. Über den Tagesablauf hin vermitteln dem wachen Menschen seine Sinnesorgane die erforderlichen Informationen für sein Dasein, so dass er sich seiner selbst bewusst sein kann. Beim Einschlafen scheint jeder sein Bewusstsein zu verlieren, auch weil seine Sinnesorgane das äußerliche und innerliche Wahrnehmen bis auf minimale Selbstschutzmechanismen einstellen. Dafür taucht beim Träumen ein anderes «Schauen» auf. Gegen Morgen überschreibt das Tagesbewusstsein die im Traum gemachten Bilder mit den stofflichen Vorstellungen. Nach einer kurzen Übergangszeit des Halbschlafes erwacht das Dasein mit allem sinnesorganischen Wahrnehmen der materiellen Erscheinungen. So ganz nebenbei ist es doch erstaunlich, dass bei diesen sich aneinander reihenden unterschiedlichen Bewusstseinszuständen sich auch Raum und Zeit so darstellen, als gehörten diese drei Dimensionen immer zusammen.

Eigentlich hat der Mensch kein geeignetes Instrument, mit dem man nicht genau erkennen könnte, was das Bewusstsein selbst ist. Das Bewusstsein ist eine zwingend erforderliche Energie für das Erkennen, der menschlichen Wahrnehmungsorganisation. Natürlich spricht jeder davon, dass er sich selbst bewusst ist. Jedoch kann man bei einem ganz genauen Hinschauen und Hinhören feststellen, dass das, was der Mensch unter Bewusstsein versteht, zu ganz anderen Aktivitäten seines Lebens gehört, zu Befähigungen wie Denken, Erinnern, Fühlen, Hören, Schmecken, Riechen, sich selbst körperlich Wahrnehmen, seine Muskeln fühlen, seinne Atem spüren, eben alles Erfassen und Begreifen, die gesamte Wahrnehmungsorganisation. Mit Hilfe all dieser Tätigkeiten werden dem Menschen die Informationen über seine physische Erscheinung und die der Umwelt vermittelt. Diese automatisch ablaufenden Vorgänge sind offensichtlich angeboren, jedem vom Schicksal verordnet. Sie gehören a priori zum Sein jedes lebenden Wesens, ebenso wie das Atmen, wie der Raum und wie die Zeit, in die er hinein geboren wird. Mit dem Wort «Bewusstsein» wird also vereinfachend das Kollektiv aller Wahrnehmungen und Denktätigkeiten bezeichnet, das in seinen vielfältigen Möglichkeiten für jeden einfach so da ist.
Dabei enthält es zahlreiche erlebbare Erscheinungen und Tatsachen: Auch wenn das Leben in einer permanenten Kontinuität erfahren wird, bleibt das Erfassen des Daseins nicht immer gleichartig. Es führt den Menschen entsprechend jeder Situation in verschiedenen Variationen, Zusammenhängen und Erlebnisqualitäten durch sein Leben. Innerpsychische oder äußere physische Einflüsse, Drogen, Meditation, Urlaubs- oder Stresssituationen können Wahrnehmen und Denken mehr oder weniger schnell verändern. Man sagt dann, das Bewusstsein ist betäubt, getrübt oder erhöht. Dabei passt sich die Selbstwahrnehmung völlig selbstständig unter dem Einfluss der bereits vereinnahmten Vorstellungen stets der gegebenen Situation und Lebensanforderung an. Das eine Mal langsam und allmählich, das nächste Mal direkt im Jetzt, oder über den Tagesablauf verteilt oder auch über längere Zeiträume hinweg. Diese Veränderungen in der Selbsterkenntnis und der Umweltwahrnehmung erfolgen auch parallel zu seelischen und körperlichen Entwicklungen im Menschen. Das kann plötzlich unter sehr dramatischen Umständen geschehen, z.B. in extremen Lebenssituationen – Unfall, Katastrophen, Krieg –, oder nahezu unbemerkt durch einen langsamen Prozess der Anpassung an eine völlig andere Umwelt. Man kann das helle «Wach-sein» im Koma verlieren, oder nach einer Narkose aus diesem wieder erwachen und sich im Tagesbewusstsein wieder finden.

Das Bewusstsein wirkt in der Mischung aus den verschiedenen Kraftebenen des Wahrnehmens und des Denkens, auch wenn es vom Menschen immer als Eines und ungetrennt erfahren wird. Immer wird die Selbstwahrnehmung intensiv mit dem aktuellen Dasein verbunden erlebt, wodurch der endgültige Verlust oder eine radikale Veränderung in ihr meistens unkontrollierte Ängste auslöst. Ohne Selbstwahrnehmung existiert der Mensch eigentlich nicht. Nur mit dem aktuellen Bewusstsein ist er Mensch. «Ich denke also bin ICH!» sagte René Descartes. So wird es von den meisten Menschen erlebt.
Jedoch stellt sich dabei ernsthaft die Frage, ob es tatsächlich so ist, wie es vielfach publiziert wird, dass der Mensch mit dem körperlichen Tod das Bewusstsein verliert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Untersuchungen über sogenannte «Nahtoderlebnisse», in der moderne Menschen von einem bewussten Erleben nach dem vorübergehenden körperlichen Tod berichteten. (Elisabeth Kübler-Ross und Raymond A. Moody) Unbeachtet im allgemeinen Geschichtsunterricht wird von zahlreichen außersinnlichen Wahrnehmungen der Menschheit berichtet. In neuerer Zeit häufen sich diese sogar, wie Michael Murphy recherchiert hat (Der QuantenMensch) .

Man kann heute in der Regel davon ausgehen, dass alles Leben und Sein, soweit die Menschen es erforschen können, vom Bewusstsein getragen wird. Dabei hat sich dann auch gezeigt, dass das Bewusstsein einige ungeahnte Dimensionen hat, die sich auf verschiedene Parameter des menschlichen bzw. animalischen Seins beziehen.
Zum allgemein anerkannten Verständnis des Themas werden zwei grundlegende Ebenen definiert: der Mensch hat ein Tagesbewusstsein, das die normalen Aktivitäten des Wahrnehmens und des Denkens bei den täglichen Verrichtungen unterstützt. Die Selbstwahrnehmung manifestiert sich subjektiv gefühlt als ein denkendes Element in der Mitte hinter der Stirn. Daneben berichten alle Psychologen und Psychotherapeuten heute vom Unbewusstsein oder Unterbewusstsein. Dazwischen gibt es einen speziellen Erlebnisbereich: die Träume, hier arbeitet das sogenannte Traumbewusstsein. Das, was man im Erwachen davon erinnert, wird dann mit Hilfe der in den Gedächtnissen vorhandenen Vorstellungen und materiellen Bildern übersetzt in das Tagesbewusstsein eingelesen.

Das Schlafbewusstsein ist ein erheblicher Teil des Unbewusstseins, es wird von Neurologen noch in mehrere Aspekte unterteilt. Auch wenn der Mensch nicht viel davon erfassen kann, werden während des Schlafes einige lebensnotwendige Aktionen in den Organen, u.a. Atmung, Verdauung und Blutzirkulation kontrolliert verrichtet. Wäre dem nicht so, müsste der Körper zerfallen. So ist es selbst beim «Komabewusstsein». In dieser dem stofflichen Tod sehr ähnlichen Situation existiert der Körper mit seinen vielfältigen Funktionen kontinuierlich weiter, allerdings sind einige an den Stoffkörper gebundenen Erfahrungsmöglichkeiten vorübergehend ausgeschaltet.
Man kennt in esoterischen Kreisen auch ein «Trancebewusstsein», das in der Meditation sehr realistisch erfahren werden kann. Es ähnelt dem Traumbewusstsein. Drogen oder andere spiritistische Praktiken, z.B. Holotropes Atmen (Stanislav Grof) können diesen Effekt verstärken. So fallen indische Saddhus, mexikanische Schamanen oder Medizinmänner aus Afrika nach einer speziellen Vorbereitung für längere Zeit in tiefe Trance. Das wird dann oft begleitet von rituellen Verrichtungen, Nahrungsverzicht und der Einnahme bestimmter Tränke und Kräuter. In Afrika gehören zu den Trancevorbereitungen der Medizinmänner auch das Umlegen von Tierfellen und -Körpern, rhythmisches Tanzen zu Trommelklängen und Gruppengesänge zu ausgesuchten Tageszeiten. Aus der Antike ist wohl die «Pythia» das bekannteste Beispiel für ein Trancemedium. Als «Sprachrohr» des Gottes Apollon diente die Pythia im Apollon-Tempel von Delphi lange Zeit als Wahrsagerin für die griechischen Könige. Das Amt der weiblichen Priesterin geht wohl noch auf den alten Kult der Erdgöttin «Gaia» zurück. Forscher gehen davon aus, dass sich die Pythia wahrscheinlich durch die Inhalation von ethylenhaltigen Gasen in Trance versetzte, die aus einer Erdspalte unter dem Tempel austraten. Anschließend wurden ihre oftmals verstümmelten Informationen und Sätze von männlichen Oberpriestern des Apollon interpretiert.
Um alle diese mittlerweile gemachten Erkenntnisse einigermaßen einsortieren zu können, wurden bei neuro-physiologischen Untersuchungen von anerkannten Wissenschaftlern folgende Klassifizierungen ermittelt, auf die man sich bei allen weiteren Studien der Neurologie und Psychologie geeinigt hat:

Bewusstsheiten

  Alpha-, Beta-, Delta-, Teta-Bewusstsein:

Das Beta-Bewusstsein entspricht dem Tagesbewusstsein,
das Alpha-Bewusstsein entspricht dem Traumbewusstsein,
Alpha- und Delta-Bewusstsein entsprechen auch dem Trancebewusstsein,
das Delta-Bewusstsein entspricht dem Schlafbewusstsein, einer gelebten Bewusstlosigkeit,
das Teta-Bewusstsein entspricht dem Tiefschlafbewusstsein, dem ungelebten Komabewusstsein, oder Tieftrance.

Das «Teta-Bewusstsein» korrespondiert mit dem Tiefschlaf, dem ungelebten «Komabewusstsein», oder Tieftrance.

Diese sehr übersichtliche Einteilung der Bewusstheitsarten sagt allerdings nichts über die
Qualität des Bewusstseins selbst aus. Die autorisierte Ordnung basiert auf physiologischen
Strommessungen bestimmter neuronaler Areale am Gehirn, die sich bei den verschiedenen,
im Labor nachgestellten Situationen ergaben.
Die Forschung wäre natürlich einen gewaltigen Schritt weiter, wenn klar wäre, dass das
Bewusstsein mehr ist als das Phänomen, mit dem das Ich sagen kann: «Ich denke, also bin
ich!». In den indischen Traditionen finden sich noch andere Bewusstseinsbezeichnungen:
Das Samadhi z.B. bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und
Tiefschlaf hinausgeht und in dem das diskursive Denken aufhört. (samādhi heißt im
Sanskrit «Versenkung, Sammlung») Es ist ein völliges Aufgehen in dem Objekt, über das
meditiert wird. Es gibt verschiedene Samadhi-Stufen, die mit einer stufenweisen
«Erleuchtung» einhergehen. Westliche Wissenschaftler würden es mit dem Tetabewusstsein
in Verbindung bringen.

Die folgenden Gedanken bauen auf den Erkenntnissen der heute bekannten esoterischen und okkulten Forschung – siehe Literaturhinweis im Anhang – sowie auf den Ergebnissen ordnungsgemäßer Wissenschaft auf, wobei auch geisteswissenschaftliche Ansichten über die unstofflichen elektromagnetischen Kraftfelder einbezogen werden. Leider wird bei allen detaillierten Berichten aus Ost und West über die «Qualität Bewusstsein» nichts Konkretes ausgesagt. Auch die spirituell anmutende Bezeichnung «Erleuchtung» wirkt eher wie eine Fiktion und sagt nichts darüber aus, was dies nun tatsächlich ist. Natürlich ist das dem «Erleuchteten» meist keiner Betrachtung wert, denn er ist in der erlebten Situation in einer «höheren» Erkenntnisstufe angelangt, die für ihn meistens mit «göttlich» oder «Seligkeit», Sanskrit «ananda» bezeichnet wird. Diese durchaus mögliche ganz weite Sicht auf das menschliche Dasein, inklusive der transpersonalen Umgebung ist jedoch nur die Vorwegnahme einer mikrokosmischen Entwicklung, die jedem Menschen in einer zukünftigen Inkarnation geschehen wird. Natürlich wird nur der die komplexen menschlichen Zusammenhänge mit dem Kosmos erfassen können, der von seiner Monade auf diese Kooperation vorbereitet wurde. Eine individuelle «Einweihung» schließt derartige Einsichten gemäß der isobaren Resonanz aus. So gelingt es weder den exoterischen Forschern noch den esoterischen, über das äußere Erscheinungsbild hinaus vorzudringen. Die Berichte von «Astralreisen» und anderen außersinnlichen Erlebnissen bezeugen, dass von den Medien vorwiegend Ansichten beschrieben werden, die den stofflichen Zusammenhängen auf der Erde sehr ähnlich sind. Eine sehr plausible Erklärung findet sich bei Robert A. Monroe, «Der Mann mit den zwei Leben». Da überall das Prinzip des Resonanzgesetzes gültig ist, erlebt der Mensch immer nur das, womit er selbst eine Resonanz hat.

Das Vordringen in andere Wahrnehmungsmöglichkeiten z.B. mittels des Samadhi-Tanks brachte trotz intensiver Forschung von John Lilly auch keine endgültige Klärung, der sich auch bei der Delphinforschung einen Namen gemacht hat. Die Beschreibungen der speziellen Erfahrungen in transpersonalen Zuständen sind von dem christlichen oder buddhistischen Weltbild geprägten Vorstellungsvermögen des Autors dominiert, so dass er nur mit den Astralreisen vergleichbare Erscheinungen oder ähnliche Erkenntnisse aufgeschrieben hat. Es bleibt eben das Phänomen, dass die Berichte über individuelle Erfahrungen in transpersonalen Situationen von dem erinnerten Bildervorrat des Menschen dominiert werden, der sich in die besondere Erfahrungssituation hinein begeben hatte.
Der Gedankensprung in die tiefere Erkenntnis über das, was das Bewusstsein selbst ist, wird dem Menschen dadurch besonders erschwert, dass er sein eigenes Bewusstsein niemals unabhängig von den ihn bedingenden materiellen und immateriellen Auswirkungen der irdischen Natur sowie den damit bereits gemachten Prägungen betrachten kann. Einige indische Yogis sind dabei schon einen kleinen Schritt weiter, indem sie versuchten, durch Gedankenlosigkeit dem stofflich gebundenen deduktiven Verstandesdenken zu entkommen. Selbst die damit verbundenen Erlebnisse bleiben trotzdem weitestgehend nur phänomenal und sehr individuell.
Warum steht das materielle Leben der Welt als Erscheinung in der «Maya», wie die indische Philosophie erklärt? – Oder: Was bedeutet es, wenn Goethe uns sagt: «Es hat IHM gefallen, alles zu einem Gleichnis zu machen?» Der Mensch lebt in einem größeren Gesamtzusammenhang, der alle Gefühls- und Gedankenwelten umfasst, wie die Psychologie erklärt. Die stoffliche Erscheinung kann er von den in ihm und aus ihm wirkenden Sinnesorganen, inklusive dem Verstand, erfassen; zu den unstofflichen transpersonalen Energien können nur einige wenige durchdringen. Eingeweihte Esoteriker gehen sogar so weit zu behaupten, dass die Erscheinung der materiellen Realität die Projektion der gewünschten Intentionen aller Menschen ist.

Im Gesamtzusammenhang der irdischen Natur ist dem Menschen in Zeit und Raum ein Erlebnis- und Erfahrungsbereich zugeordnet, in dem er den Auftrag bekommen hat, sich selbst und seine Welt mit allen unstofflichen Erlebnisbereichen zu erkennen. Damit war zu Beginn der irdischen Schöpfung die Anweisung verbunden, der Mensch möge sich diese Welt in aller Fülle «untertan» machen. Allerdings durch einen positiven Akt der Erhebung auf eine höhere Erkenntnisebene, durch Entfaltung der höheren Mentalis. Darum sind wir als stoffliche Personen vorerst nur «Er-Scheinung», nur ein Abbild aller unstofflichen Wirkungen des Mikrokosmos in der Materie, der niedersten Energieform der Schöpfung. Darin konnten Organe, Zellen und Strukturen geschaffen werden, Das Gehirn, mit dem kann eine Erkenntnis entstehen, dass er selbst und seine Umwelt in einem kontinuierlichen Werdeprozess stehen, bei dem er mitarbeiten muss. Im bewussten Sein durch Erfassen der Welt mit den Sinnesorganen, durch Bedenken mit dem Verstand und durch ein höheres Begehren aus dem Herzen entfaltet sich eine Lebenshaltung, die der interkosmischen Evolution dienen will. Diesen Impuls sendet die Monade über den Mikrokosmos permanent in das Herz eines jeden Menschen. Jedoch, meistens erlebt sich der Mensch nur in einem auf sich selbst bezogenen physischen Überlebenskampf in einer chaotischen stofflichen Welt. Die monadischen Impulse werden dann auch noch für die Befriedung der katastrophalen Zustände in der Materie umgewandelt, für Humanität, Kultur, Karitas und Religion. Für den von seiner Monade gerufenen Menschen liegt hier der Wendepunkt seiner Entwicklung, den jeder Mensch einmal ganz konkret durchdenken sollte.

Eine neue Weltanschauung wird dringend erforderlich, in der sich jeder Mensch bewusst seinen transpersonalen Zusammenhängen im Mikrokosmos und im Kosmos zuwendet, und diese Zusammenhänge und Befindlichkeiten verantwortlich im täglichen Leben umsetzt. Als Voraussetzung dafür steht die grundsätzliche Erkenntnis:

Das Bewusstsein ist absolute Weisheit und die fundamentale Energie allen Seins

Raymond A. Moody berichtet in seinen Studien über das Nahtodbewusstsein beziehungsweise Scheintodbewusstsein, die er in seiner Praxis bei Interviews von vielen Menschen gesammelt hat, nachdem er vom Arzt Georg Ritchie mit seinen selbst erlebten Nahtod-Erfahrungen konfrontiert wurde. Der Film „Hinter dem Horizont“ stellt sehr malerisch eine spezielle Todessituation dar. Er schildert die komplexen Erfahrungen eines Menschen, der im Jenseits seine geliebte Frau sucht, die Selbstmord begangen hatte. Auch das Buch „Die Stadt hinter dem Strom“ von Herman Kasack erinnert in einer fantastischen Geschichte über das Leben eines Scheintoten im Jenseits daran, dass es nach dem physischen Tod noch ein bewusstes Sein gibt.

Alle diese Erkenntnisse weisen deutlich darauf hin, dass das Bewusstsein nicht unbedingt mit der Materie verbunden ist.

Jedoch alles, was aus den metaphysischen Ebenen von spirituellen Lehrern oder esoterischen Psychologen und Quantenphilosophen beschrieben wurde und wird, sind auch wieder nur Berichte über Wahrnehmungen ganz unterschiedlicher Art, die von Individuen auf ihre Weise in den verschiedenen Kraftfeldern gemacht wurden. Sie zeigen uns beispielhaft die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten des menschlichen Denkvermögens an die existierenden transpersonalen Lebensgebiete.

Aber es bleiben dabei immer noch die Fragen offen:
Was ist das Bewusstsein selbst?
Ist es eine besondere Materie?
Ein spezielles Gas mit ganz besonderen Eigenschaften?
Oder ist es vielleicht eine ganz eigene Vibration, eine Art elektromagnetisches Schwingungsfeld?

Wer der Wahrheit von Bewusstsein und Leben wirklich auf den Grund kommen will, muss sich grundlegend mit einem völlig anderen Weltbild beschäftigen als dem in der westeuropäischen Kultur autorisierten. Alles in dieser Welt ist Schwingung. Die ganze Alloffenbarung ist ein Meer aus Licht, aus sieben elektromagnetischen Kraftfeldern, mit ganz unterschiedlichen Frequenzen und Vermögen, die nicht direkt mit den uns aus der Elektro- oder Kernphysik bekannten Phänomenen vergleichbar sind. Ausgenommen, dass in allen Kraftfeldern eine Art Energie fließt – hin und her ausgetauscht wird – und dass überall gemäß der isobaren Resonanz Anziehung und Abstoßung die «Kommunikation» in Balance hält. Dazu kommt eine außergewöhnliche Erkenntnis:

Das Bewusstein ist ein ganz besonderes Vibrationsfeld im Universum.

Das Bewusstsein ist ein Kraft- und Energiefeld von einer ganz eigenen, wahrhaft universell umfassenden Art. Mit seinen ganz speziellen Affinitäten und seinen vielfältigen Wirkungen ermöglicht es das bewusste Sein aller Geschöpfe und Galaxien im Universum, aller Dinge und Wesen, aller Bestrebungen und aller Auflösungen, aller Kommunikation und Informationen. Die prinzipielle und totale Eigenständigkeit und die überwältigenden Vermögen des alles umfassenden und alles durchdringenden Bewussteins machen das Sein und Leben im ganzen All erst möglich.
Ja, darum kann man nur sagen: Das Bewusstsein ist die fundamentale Grunddimension des universellen Lebens selbst. Darum ist es die sich in der totalen Einheit Aller geoffenbarte Liebe, das NOUS, der LOGOS, TAO. Das universale Bewusstsein ist die erste Offenbarung des ungeschaffenen Vater/Mutter vor allem Geschaffenen, die Urmonade. Das Bewusstein ist also die erste und umfassende Emanation, in der sich alle anderen Emanationen in einer überaus herrlichen Gemeinsamkeit bewusst entfalten. Es wird vom Menschen seit Urzeiten mit den Bezeichnungen Logos, Elohim, Gott, Allah, Baal, Voodo, Brahman, Indra, Shiva, oder – oder etc. benannt und in den Religionen angebetet und dabei um Hilfe für alle erdenklichen menschlichen Probleme angerufen. In aller subjektiven Bescheidenheit und Demut: Es bleibt trotz der hier niedergelegten Worte ein unfassbares Numinosum, unkennbar in seinen vielfältigen Wechselwirkungen, in seiner Weisheit, in seiner Kraftintensität, seiner Herkunft und Dauer, denn es ist über und außerhalb jedes Denkens und doch immanent die wichtigste Dimension und Kraft in jedem Leben des ganzen Universums.

Einerseits ist das Bewusstsein eine von den sieben Dimensionen, siehe Kapitel 3, «Das siebenfache Weltfeld», anderseits wirkt das Bewusstsein als eine überall und in allem herrschende und alles durchströmende Energie. Auf liebevolle Weise bildet es die Grundlage für eine sehr effektive Kommunikation in allen Monaden, Makrokosmen, Kosmen und Mikrokosmen sowie in sämtlichen unstofflichen Wesen und Entitäten und auch in allen stofflichen Körpern oder Holokumulies des Universums. Als «die Liebe» kann man es darum bezeichnen, weil diese Kraft in allen Feldern die Information, Resonanz und gewissenhafte Überwachung jeder Lebensfunktion nach den Grundgesetzen des Schöpfers zum harmonischen Erhalt und zur weiteren Ausbreitung der universellen Ordnung gewährleistet. Nichts bleibt diesem universalen Allbewusstsein verborgen und alles wird stets gerecht und barmherzig nach der höchsten Weisheit und Gerechtigkeit im Lauf der Zeiten geordnet, selbst wenn vorübergehend ein Ungleichgewicht entsteht. Jede Abweichung vom Plan, die bedauerlicherweise in den christlichen Philosophien als Sünde bezeichnet wird, ist nur ein längerer Umweg in der Schleife aus Involution zur Erkenntnis und der Evolution in die erhabenen Lebensfelder, um letztlich doch mit vielen erforderlichen Erfahrungen wieder in den Reigen der monadischen Schöpfung eingegliedert zu werden. Niemand wird auf seinem Weg durch die Entwicklungen allein gelassen, auch wenn er in seiner Gier nach eigenständiger Macht das totale Gegenteil sucht.
Damit ist das Bewusstsein, für unsere Denkvorstellungen schier unbegreifbar, einerseits eine über allen Verstand gehende Dimension und andererseits auch die Weisheit und die fundamentale Kraft, mit ganz besonderen Wesensmerkmalen, Feinstrukturen, umfassenden Eigenschaften und Möglichkeiten. Diese Dimension hat ihre eigenen, vom Menschen nicht erfassbaren Parameter, und sie ist gleichzeitig die alle und alles durchdringende Energie, als Innovationsprinzip und als Bewahrungsprinzip, männlich-weiblich zugleich.

Ken Wilber hat für dieses allgegenwärtige Bewusstsein den Begriff „noosphärische“ Kraft eingesetzt. Der Begriff der Noosphäre (altgr. nous, „Geist“, „Verstand“) stammt ursprünglich aus dem Kontext der Theologie und der Philosophie; er wurde erstmals 1922 von Pierre Teilhard de Chardin in seiner Kosmogenese geprägt. Die Noosphäre bezeichnet dort eine Phase der geistigen Entwicklung, in der die Menschheit zu einem Geist zusammenwächst. In dieser teleologischen Weltsicht von der Evolution ist dieses Ziel die Einheit in oder mit Jesus Christus; Teilhard de Chardin bezeichnet diesen Punkt als Omegapunkt oder auch als Ziel der Geschichte. Der russische Geologe W. I. Wernadski nutzte den Begriff am ausführlichsten in der Arbeit „Der wissenschaftliche Gedanke als planetare Erscheinung“, in der er in seiner Kosmologie die evolutionäre Umwandlung der Biosphäre in eine Sphäre der menschlichen Vernunft – die Noosphäre – andeutet.

Während Teilhard de Chardin wie auch W. I. Wernadski von einer Zukunft der Menschheit schreiben, also von einem Zustand, der von der Menschheit erst noch erreicht werden muss, geht Dionysios Areopagita in seiner Mystischen Theologie davon aus, dass diese Kraft immer schon die Basis der Schöpfung war. Es ist auch unsere Überzeugung, dass die universelle Kraft des Alls vor aller Menschheit und unabhängig von ihr existent war und ist. Wer das Neue Testament als grundlegende Informationsquelle für die Schöpfung nimmt, findet im Evangelium des Johannes: «Im Anfang war der Logos.» (M. Luther benutzte als deutsche Übertragung den Begriff «das Wort»). Oder: «Gott ist Licht.» also die tragende Energie. Das bedeutet, wie bereits erwähnt, dass die erste Emanation eine siebenfältige Kraft ist, „ein Wort mit sieben Buchstaben“ wie es in der Mysteriensprache heißt. Als die alles tragende, alles verbindende erste Emanation wirkt das Bewusstein in allen Kräften und in allen Manifestationen des Alls.
Darum kann man auch ein Weniges von seinen grundlegenden Qualitäten wissen – neben der Weisheit, dem All-Gedächtnis – ist es die Liebe und die Einheit. Das Bewusstsein trägt alles, duldet und verzeiht alles, auch weil es in seiner Barmherzigkeit alles ist und alles Sein durchdringt. Das universale Bewusstsein kennt keinerlei Bewertung oder irgendeine Beurteilung. Das alles muss man jetzt als sterbliches Wesen erst einmal auf die rechte Weise verstehen. Der Mensch ist es gewohnt, direkt zu beurteilen, wenn er etwas wahrnimmt, wie es uns «Johann Wolfgang von Goethe» schon in seinen naturwissenschaftlichen Betrachtungen erklärt. Das egozentrische Bewusstsein des Menschen führt ihn durch eine Landschaft aus vorgefertigten Projektionen, die er seine Erfahrungen, Vorstellungen und Lebensgesetze nennt. Vieles wird von karmischen Prägungen aus früheren Existenzen in seinem Mikrokosmos gefärbt. Vieles davon ist absolut für das Überleben in dieser gefährlichen materiellen Welt entscheidend und gut, vieles ist allerdings nur Ballast und Mörtel für die Bausteine des eigenen Kerkers geworden, das dem Menschen eigentlich als Gabe der Gnade für die Selbsterkenntnis gereicht wurde, damit er aus der Phase der Involution den Schritt zu einer erkenntnisreichen Evolution machen kann.

Wer alle Konditionierungen der materialistischen Dogmen über das Sein wirklich auflösen kann, die in aller Welt immer und immer wieder demonstrativ gefeiert werden, wird sich von innen heraus frei von tradierten Dogmen den neuen Qualitäten seines Erfassungs- und Denkvermögens nähern.

Das universale Bewusstsein manifestiert sich in allen kosmischen Regionen,
vom ersten bis zum siebten kosmischen Gebiet.
Es teilt sich nicht, es durchströmt sie alle.
Es taucht in alle Kraftebenen ein und wirkt für sie aus ihrer Mitte heraus für die Evolution aller Kosmen.

Das universelle Bewusstsein im Sonnenkosmos schenkt sich über die Monade allen Wesen der Welt, allen Pflanzen, Tieren und Menschen, ja, auch jedem Mineral. Es sollte dabei niemals irgendwie separat betrachtet oder dargestellt werden, weil es von der zugehörigen Monade als eine belebende Energie in jedem Sein auf die angemessene Weise ausstrahlt. Mit ihm entsteht die Befähigung des Denkens, Fühlen und Handelns, und es schenkt jedem Wesen so viel Bewegungsfreiheit, Bewertungs- und Erinnerungsvermögen, wie es für sein Leben, für seine Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen jeder Art, ja, für jede Art von Lebensregung benötigt.

Diese universelle Bewusstseinsenergie lebt in allen Geschöpfen, Wesen und Dingen, allerdings in unterschiedlichen Qualitäten, Strukturen und Eigenschaften. Ein Planet benötigt ein anderes Bewusstsein als ein leuchtender, Energie emittierender Stern, und ein Demiurg wird von einem anderen Bewusstsein geführt als ein Avatar. Ein Mensch hat, wie oben beschrieben, sogar mehrere Bewusstheiten, und wiederum andere als ein Tier. Worauf diese Gedanken hinausgehen, ist: das Bewusstsein ermöglicht vielfältige Möglichkeiten der Erkenntnis des Seins, der Gedächtnisse, der Kommunikation und Information innerhalb der sieben Kraftfelder. Man könnte fast sagen, analog zu den langen und kurzen Wellen der Funktechnik: die Vitalität des Menschen, seine Helligkeit des Wahrnehmens und Denkens steht umgekehrt proportional im Quadrat zur Reichweite seiner Bewusstheiten.

Man sollte es aber nicht als eine logische bzw. rein analytische Beziehung verstehen, sondern die Qualitäten der im Wesen wirkenden Vermögen, wie z.B. deduktives Denken, Assoziieren, Reflektieren und Erinnern sind immer direkt mit den aktuellen Lebensangelegenheiten gekoppelt. Das Werden des Menschen ist über die Monade immer in eine prädestinierte Lebensdauer eingebunden, die vom Menschen durch seine Mitarbeit für die Evolution mitbestimmt werden kann. Für sein Überleben im Stoff und seine primäre Entwicklung darin benötigt er ein relativ schnelles Wahrnehmen, Beurteilen, Denken und Kombinieren sowie ein kurzfristig dafür aktivierendes Gedächtnis mit erfolgreichen Programmen. Ein Stern, der sich in Jahrmillionen entwickelt, benötigt sicherlich kein Kurzzeitbewusstsein. Dafür braucht er jedoch eine viel größere Reichweite seines Erfassens der gravitätischen kosmischen Zusammenhänge. Das ist doch zu verstehen. Eine Galaxie mit ihren zahlreichen Sternen und Planetensystemen, kosmischen Nebeln usw. muss in ihrer Selbstwahrnehmung etc. permanent überall sein, aber nicht total detailliert über jeden Stein auf einem der Planetoiden informiert sein, genauso wenig, wie der Mensch sich um das Wachstum seiner Knochen, Haare, oder Fingernägel nicht ständig kümmert. Eine Fliege muss ein viel schnelleres Erfassen haben als ein Mensch – nur um ein in unserer Reichweite angemessenes Beispiel aufzuzeigen –, es muss nicht sehr weit reichen, denn der Lebensraum der Fliege ist viel begrenzter.

Man sollte sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass nicht die «lebenden» körperlichen Menschen mit Bewusstsein ausgestattet sind, sondern das Bewusstsein ist in den ihn konstituierenden Kraftfeldern immanent, mit denen es beständig kooperiert. Denn alle sieben Kraftfelder haben die für ihre Aufgaben erforderlichen Kommunikations- und Kontrollfunktionen sowie ein spezielles Gedächtnis. Das Gleiche geschieht in allen kosmischen Zusammenhängen, in allen Tieren, Pflanzen, Planeten, Galaxien, Kosmen, Devas, Engeln und Nymphen oder Gnomen. In jedem Wesen, in jedem Atom, in jedem Kraftfeld im ganzen Universum entfaltet sich ein Quantum des universellen Gesamtbewusstseins, durchströmt es und trägt sein Sein und Werden mit allen Kommunikationen und Interaktionen. Es ist die bewundernswerte Wesensart des Bewusstseins, dass es sich, ohne aus der Einheit mit dem universalen Allbewusstsein zu treten, sich total allen Wesen in Energie, Dichte und Wirkungsstruktur anpassen kann. So wie z.B. die Lichtintensität mit der Entfernung von der Lichtquelle stetig weniger wird und trotzdem das Licht bleibt, oder wie ein Ton schwächer werden kann, wenn er verklingt, bleibt er trotzdem der eine Ton. Das sind natürlich nur beispielhafte Bilder aus der Welt der beiden Wellenlehren Optik und Akustik im natürlichen Zusammenhang.

Wenn das Bewusstsein seine Intensität in einem kosmischen Raum vermindert, um in einem Wesen seine Aufgaben in Weisheit und Liebe zu erfüllen, bleibt das hohe Bewusstsein in seinem Sein stets unverändert. Mit einer großen Zartheit erfüllt das Bewusstsein das geringste Tierchen in seinen Überlebensbemühungen, im Verarbeiten und Überwinden von Gefahren, in der Aufzucht von Nachwuchs und beim Dahinwelken zu einer anderen Seinsform. Das Bewusstsein lässt dort Galaxien expandieren, hier Sterne entstehen und an einem warmen Korallenriff ein Seepferdchen seine Eierchen bewachen. Im universalen Bewusstsein kreisen die Lichtstraßen in fernen Zeiten, bis es die implodierenden Mächte der «Schwarzen Löcher» aktiviert, um auch in diesen unvorstellbaren Größenordnungen des Weltalls stete Erneuerung einzuleiten.
Rudolf Steiner schreibt in seiner «Akasha-Chronik» z.B. von einem dumpfen Saturnbewusstsein, das am Anfang des Werdens die Erde umfasste. Es soll allerdings eine große Reichweite bis zu den anderen Planeten des Sonnensystems gehabt haben. Im Laufe der Erdinkarnationen veränderten sich die Bewusstheiten der Wesen in diesem gewaltigen Vorgang der Evolution. Das menschliche Tagesbewusstsein wurde immer brillanter und beweglicher, allerdings wurde sein Erfassen mit der Zeit in der Reichweite stetig auf den nahen materiellen Lebensbereich eingeschränkt. Darum können die transpersonalen Lebensfelder des Mikrokosmos heute meistens nicht mehr direkt erfahren werden. Das bedeutet, dass einige der Wahrnehmungsmöglichkeiten in den Wesen der irdischen Entwicklung auch heute noch wirken, die jedoch nicht mehr in das aktuelle Tagesgeschehen integriert sein müssen, und darum für den Menschen unterbewusst bleiben.

Schwer für den Verstand zu begreifen ist die unumstößliche Tatsache, dass das Bewusstsein einerseits als Dimension der «Raum des Lebens» ist und gleichzeitig als dynamische Kraft ihre »Energie, ihr Werdepotential» wegschenkt. Es ermöglicht das Leben, es weiß alles, es bewahrt und trägt alles, es «beseelt» alles, wie wir so schön sagen..

Was bedeutet das nun in unserem täglichen Dasein für unser Tagesbewusstsein? – Der religiös erzogene Mensch wird sich dann fragen: Welche Eigenschaft ist das Beseelende? – Hierfür sind in den philosophischen Gedankenwelten der Menschheit zahllose unterschiedliche Bilder und Vorstellungen präsentiert worden, um diese Vision einigermaßen verständlich zu machen. Andere haben die Verschleierung in eine metaphysisch «göttliche Sphäre» im Sinne der dogmatischen Religion vorangetrieben. Da die religiösen Vorstellungen von Gott und der Welterscheinung in jeder Kultur heftig umstritten sind, konnte für die Bestimmung der Seele auch keine eindeutige Klarheit entstehen, von den wissenschaftlichen Bestimmungen einmal ganz abgesehen. Darum konnten auch keine einheitlichen Bilder für diese subtilen Vorgänge im Begriffsvorrat unserer Sprachen entstehen. Hier kann nur versucht werden, sich der publizierten Vision durch allegorische Vergleiche anzunähern, die allgemein dem deutschen Sprachgebrauch entnommen sind. Dabei ist wohl jedem Leser klar, dass auch diese Bilder nur als symbolische Andeutung für das großartige Geschehen genommen werden. Sie bleiben immer nur Gleichnisse…

Einige Bilder versuchen, etwas von der Art und Weise der Leben spendenden Kraft im Bewusstsein darzustellen: Wenn man einen «Katalysator» in einem chemischen Experiment betrachtet, so kennzeichnet ihn die Fähigkeit, sich mit einem Stoff aus Elementen und Molekülen vorübergehend zu verbinden. Dadurch kann eine elektrochemische Reaktion mit einem anderen Stoff, also eine molekulare Verbindung mit einem anderen Stoff ausgelöst und gefördert werden, ohne sich dabei selbst wesentlich zu verändern. Oder wenn doch, dann nur für einen kurzen Zeitraum im Experiment. – Zwei weitere Beispiele aus der Natur: 1. Das Chlorophyll, enthalten in den grünen Pflanzenteilen, ist ein solcher Katalysator. An seinen komplexen Molekülen und mit ihrer Hilfe verbinden sich Wasser und Kohlensäure mittels der Sonnenenergie in der sogenannten Photosynthese zu Kohlenwasserstoffen. Diese Bausteine für das pflanzliche Wachstum werden aus den Zellen, in denen das Chlorophyll unverändert weiterarbeitet, an die Pflanze weitergeleitet. – 2. Das Hämoglobin im Blut der Warmblüter ist dem Chlorophyll sehr ähnlich. Es kann aufgrund der Sauerstoffaffinität des in ihm enthaltenen Eisens in der Lunge Sauerstoff an sich binden und diesen im Blutstrom zu den Zellen transportieren. Dort wird der Sauerstoff wieder freigesetzt, um in den Zellen durch Oxydation die Energie für den fortdauernden Lebensprozess zu erzeugen. Das Blutplättchen mit dem entoxidierten Hämoglobin wird über den venösen Blutstrom wieder zur Lunge geleitet, wo es erneut mit Sauerstoff geladen wird. Insofern ist das Hämoglobin auch so ein Katalysator, der für das menschliche Leben unabdingbar ist.

Das «beseelende» Vermögen kann mit diesen analogen Bildern der Katalyse verständlich werden. Der belebende Faktor des Bewusstseins, des Erfassens und Bedenkens, wirkt mit seiner Affinität zur Information als Träger jeder Kommunikation im Leben, also auch zwischen den Zellen der Menschen, z.B. analog dem Hämoglobin. Für diesen Zweck werden im Menschen teilweise auch stoffliche Substanzen oder Organe als Helfer eingesetzt, z.B. gelten die Pinealiskörnchen als Eingangsstruktur für geistige Kräfte oder die Chakras wirken für den Kräftetransport – das ist auch eine Form der Kommunikation –, oder die Enzyme helfen über den Blutkreislauf in den Organen wichtige Lebensfunktionen anzustoßen oder zu stoppen usw. Diese Beispiele können auch als analoge Bilder für große Wesen, z.B. die Erde, genommen werden. Hier sind die Luftströmungen und die Wasserströme gewaltige Kommunikationswege, aber auch der Erdmagnetismus und die zahlreichen elektromagnetischen Kraftfelder, wie Licht etc. tragen zur Information und Belebung des ganzen Kosmos bei.

Die Aktivitäten Wahrnehmen und Denken, getragen durch das Bewusstsein, können mit einer Schenkung, einer Spiegelung verglichen werden. Ein Spiegel gibt alles Licht, das in ihn hineinfällt, wieder direkt weiter. Dieses isobare Resonanzprinzip wurde schon erwähnt. Allerdings wirkt diese mentale Spiegelung stets beschützend und ernährend, denn sie selektiert und färbt die kommunizierten Kräfte nach zwei Gesichtspunkten: erstens wird zum Schutze und zur Bewahrung des Wesens nur das dem Bedenken zur Verfügung gestellt, was das Gemüt auch umfassen und aktuell verarbeiten kann, und zweitens wird entsprechend dem isobaren Resonanzgesetz die geeignet modifizierte Information im Gedächtnis gespeichert, was im Kapitel 9, «Das Gedächtnis» noch näher beschrieben wird.

Die vereinfachten Bilder der diffizilen Struktur des Bewusstseins bergen die Gefahr, dass sie beim Verstandes-Denken nicht symbolisch übertragen, sondern konkret genommen werden. Wer sich in die Größe des menschlichen Auftrages in der kosmischen Evolution stellen will, erfährt durch die veränderte Ausrichtung auf eine Weiterentwicklung des Denkvermögens eine total neue Betrachtungsweise des eigenen Lebens. Sie entfaltet sich aus der inneren Kenntnis, dass eigentlich alles und alle Wesen gemeinsam miteinander und durcheinander leben und zusammen in einem ungeteilten grandiosen All-Bewusstsein existieren. Das große Mischgefäß des Kosmos Erde strukturiert nach Maßgabe der irdischen Monade – unter Zuhilfenahme des Christus aus dem Sonnenkosmos – die Schicksalskräfte, führt dennoch jedes Detail in das aktuelle Sein und lässt den Menschen darin seine Erlebnisse erkennen und bewerten. Wie in einem sich ohne Unterbrechung drehenden Mischgefäß – man könnte auch «Krater» sagen, wie es von Hermes Trismegistos in der Ägyptischen Gnosis genannt wurden – werden alle wahrgenommenen Ereignisse und alle psychologischen Impressionen zu einem Erfahrungsinput resonant für die Gedächtnisse im Atemfeld des Mikrokosmos aufbereitet. Diese zusätzlich kontinuierlich eingespeisten Erfahrungen färben wiederum den Ausschnitt des Erkenntnishorizonts, der dem wachsamen Menschen für die aktuelle Wahrnehmungsverarbeitung zur Verfügung steht.

Versuchen wir, diese Ansichten in einer Zusammenschau miteinander zu verbinden.
Das Bewusstsein ist als Dimension und gleichzeitig als Kraft das ganze All, die höchste offenbarte Schöpfungsstruktur: Logos, Brahman, Gott, Allah oder Tao, unbenennbar, heilig und für uns Menschen unfassbar. Die Urmonade, das universale Bewusstsein, enthält und stimuliert alle anderen universellen Bewusstheiten, alle Monaden in und aus ihm. Diese geben diese Bewusstheiten weiter an alle Kosmen und Mikrokosmen der Geschöpfe, Entitäten, Wesen und Menschen auf allen Planeten und Welten. Damit ist die Ursache der Bewusstseinsmöglichkeiten für den Menschen gefunden. Der Mensch besitzt kein Bewusstsein. Seine Monade vermittelt das Bewusstsein als Kraft allen Lebensfeldern des Mikrokosmos, es tritt in jedes Kraftfeld ein und damit wird es auch für das Werkzeug Mensch nutzbar.
So wie es sieben kosmische Gebiete gibt, die alle ineinander umeinander kreisen, so gibt es jeweils sieben verschiedene Bewusstheiten in diesen Gebieten, die sich nach Art der Herrlichkeit unterscheiden, aber alle in dem einen Bewusstsein sind, und von ihm induziert werden. Im siebten kosmischen Gebiet, in dem wir uns befinden, hat jede Monade mit ihrem Stern und jede Monade mit ihrem Planeten ihr universelles Bewusstsein im Bewusstsein des kosmischen Gebietes, von dem sie stimuliert wird. Vergleichbar hat jeder Mikrokosmos das Bewusstsein in seinen Feldern von der ihn stimulierenden Monade, so wie es vergleichbar auch in den anderen kosmischen Gebieten ist.

Die Bewusstheiten aller Gebiete, aller Monaden und Kraftfelder vibrieren stets miteinander als eine Einheit.

Der Planet Erde erhält als Wesen sein Bewusstsein aus dem Kollektiv der Monaden mit den der anderen Planeten, mit der Monade der Sonne und des Mondes. Das Bewusstsein der Monade des Sonnensystems vibriert im Bewusstsein der Monade von der Milchstraße und auch darüber hinaus in den Bewusstheiten aller Monaden der Sternkonstellationen des Tierkreises und aller zugehörigen Galaxien.
Der Mensch muss sich bei all seinen Lebensaktivitäten Zeit und Raum lassen, um die Tiefen der astronomischen Weiten und ihrer Sterne und Planeten einmal unabhängig von den wissenschaftlich geprägten Gesichtspunkten der unbelebten Materie oder Radiostrahlung anzuschauen und die komplexen und doch recht einfachen Interaktionen der Bewusstheiten zu bedenken. Dann vermag er im eigenen Erfassen zu realisieren, dass alle ungezählten Lichtpunkte am Sternenhimmel bewusste, denkende, wahrnehmende und lebende Wesen sind, die wie ein gigantisches Orchester ein gewaltiges Kommunikationskonzert aufführen. Jedes kosmische Gebiet wird dirigiert vom nächst höheren Gebiet. Gleichzeitig stehen alle Monaden in den Gebieten gemeinsam unter der Leitung der einen höchsten und alles umfassenden ursprünglichen Offenbarung, der Urmonade, damit alles Leben, alles Sein mit seiner unfassbaren Herrlichkeit bis in alle Ewigkeiten in einer Einheit stehen.

Das universale Bewusstsein, diese den menschlichen Vorstellungen so ferne Einheit Aller, ist der Schutz und das gnadenvolle Bewahren innerhalb der steten Entfaltung aller Geschöpfe. Die menschlichen Bewusstheiten, also die des einzelnen Individuums, kooperieren stets mit den kollektiven Bewusstheiten seines Volkes. Das Volk, seine Rasse und sein zugehöriger Äon formieren ein für alle Teilnehmer geltendes Volks-Bewusstsein, innerhalb des Gesamt-Bewusstseins aller Völker auf Erden. Die Bewusstheiten der Astralis, des Äthers und des Stoffes aller Menschen – der in der materiellen Welt Lebenden und der Menschen, die sich noch im Jenseits für eine neue Inkarnation vorbereiten – weben in den entsprechenden Bewusstseinsmöglichkeiten aller Säugetiere. So entsteht auch eine Wechselwirkung mit den Bewusstheiten aller irdischen stofflichen Wesen, und auch der im Jenseits existierenden Wesen. So wirken im Bewusstsein der Erde die Bewusstheiten aller Wesen – Menschen, Tiere, Pflanzen –, aller Entitäten und bewussten Äonen stets in einer schier unvorstellbaren Einheit zusammen.

William McDonald gelangte ebenfalls zu dem Schluss, dass die moralisch-ethische und soziale Grundverfassung einer Gesellschaft von einem Gruppenbewusstseins ausgeht:
„Eine Gesellschaft, die lange genug besteht und ein hohes Organisationsniveau erreicht, nimmt Strukturen und Eigenschaften an, welche von den Eigenschaften ihrer Individuen, die ja immer nur für kurze Zeit an ihr teilhaben, weitgehend unabhängig sind. Sie wird zu einem organisierten Kräftesystem, das nicht nur ein Eigenleben und eigene Antriebe und Ziele besitzt, sondern auch die Macht, seine Individuen zu formen und seine eigene Identität so weit zu wahren, dass es nur langsam und schrittweise verändert werden kann … Wir können Geist oder Bewusstsein als organisiertes System mentaler oder zielgerichteter Kräfte definieren, und in diesem Sinne kann man von einer sehr hoch organisierten menschlichen Gesellschaft durchaus sagen, dass sie ein kollektives Bewusstsein besitzt. Denn das kollektive Handeln, welches die Geschichte solch einer Gesellschaft konstituiert, ist durch Organisationsprinzipien bedingt, die wir nur als Ausdruck des Geistes beschreiben können – eines Geistes freilich, der in keinem Einzelbewusstsein gänzlich enthalten ist; die Gesellschaft wird vielmehr konstituiert durch das Beziehungsgeflecht, das zwischen den individuellen Bewusstheiten besteht.“

In unserer Besprechung müssen wir allerdings auch berücksichtigen, dass diese scheinbar von selbst entstehenden Strukturen von sozial- und kulturmorphischen Bewusstheiten für den Selbsterhalt der im Jenseits lebenden Wesen von den Äonen bzw. Asuras gefördert und gut durchorganisiert werden. Da in der uns bekannten Natur alle Wesen für die körperliche Erhaltung selbstsüchtig konsumtiv wirken, weil sie dafür weitestgehend aus der niederen Astralis, wie auch bei den Tieren, sowie aus der niederen Mentalis, vor allem bei den Menschen, leben müssen, ist ihr Erkenntnisprozess auf einen zentralen Brennpunkt gerichtet, also zentripetal, egozentrisch. Dieser Brennpunkt muss so lange eine leitende Stellung im Denken behaupten, bis die höheren Krafteigenschaften in der höheren Astralis und Mentalis einen von der Materie unabhängigen Erhalt des Menschen ermöglichen. Bis dahin muss er alle Empfindungen und Wahrnehmungen auf den stofflichen Selbsterhalt fokussieren. Diese egoistische Grundeinstellung aller Menschen auf dieser Entwicklungsstufe dominiert zur Zeit völlig selbstverständlich nicht nur alle Aktivitäten der Welt, sondern auch alle humanistischen Interpretationen des irdischen Daseins. Die beginnende Aquariusperiode läutet jedoch immer lauter werdend eine Weltenwende ein. Die Evolution der Mikrokosmen ist glücklicherweise nicht mehr aufzuhalten.

Die höheren kosmischen Gebiete werden von einem «höheren Denkvermögen» erfasst, das mit einer «höheren Astralis» einhergeht. Dieser neue mikrokosmische Zustand ist nicht mehr konzentrisch auf einen Brennpunkt gerichtet, z.B. auf eine zentrale «Gottheit» hin. In diesem anderen «höheren Bedenken» verschenkt jeder alle seine Kräfte völlig natürlich in aller Weisheit, Liebe und Schönheit an alle Entitäten, Wesen und Menschen, die an der Evolution des Kosmos unter der Leitung ihrer Monaden mitwirken. Als eine große Hilfe für den irdischen Kosmos hat sich aus dem universellen Bewusstsein der Sonnenmonade in seiner überwältigenden Liebe und Gnade der Kosmos des Christus bis in die Mitte der materiellen Erde und partiell auch in alle Menschen hinein gesenkt.

Diese Berührung mit diesem universellen Bewusstsein aus der Christus-Monade wird wohl in den weltumspannenden Religionen unterschiedlich benannt und beschrieben. Dennoch wird in allen diesen Lehren und Philosophien an einzelnen Stellen darauf hingewiesen, dass das irdische Erfassen, und die mit ihm möglichen Lebenserfahrungen einzig das Ziel haben, jeden Menschen, gemäß seinem Bemühen um die mikrokosmische Entwicklung, zu diesem höheren Denken und Fühlen und noch weiter darüber hinaus zu entwickeln. Allen sich im irdischen materiellen Lebensfeld entfaltenden Wesen und Entitäten – und damit der ganzen kosmischen Schöpfung der Welt – wird von der Gruppe der kosmischen Monaden im siebten kosmischen Gebiet die Chance ermöglicht, sich künftig mit der großen universellen Bewusstheit des sechsten kosmischen Gebietes zu verbinden und fürderhin auch mit denen der noch höheren kosmischen Gebiete. Das ist der Sinn aller astralen und mentalen Aktivitäten dieser spannenden Wendezeit, und aller Gedächtnisse, in liebevoller Einheit mit anderen Entitäten gemeinsam an der Herrlichkeit der kosmischen Evolution mitzuwirken.

Der zur Zeit immer noch notwendige Antrieb zur materiellen Selbsterhaltung aus den niederen astralen und mentalen Bewusstheiten von Milliarden Menschen erschafft aus der Masse dementsprechend polarisierter Gedanken ein «kollektives» Gedächtnis aller Menschen im jenseitigen Devachan, in dem dadurch leider auch ungezählte Imitationen «göttlicher Abgesandter», Äonen, Asuras (indisch) oder Daevas (persischer Begriff), entstehen. Diese bedienen letztlich nur wieder die irdischen Archonten, Ahriman, mit transformierten Energieströmen, die im Wesen leider keineswegs «göttlich» sind, weil sie natürlich mit den Gedanken- und Gefühlsströmen der egoistischen Begehren der Menschen genährt werden. Alle in diesen materiellen, lebenserhaltenden Zusammenhängen gemachten Erfahrungen und Einsichten füllen mit positiven und negativen Gedankenkumulies – in bezug zum wahren Auftrag des Menschen, der weiteren Evolution der Mikrokosmen – das Gedächtnis der Welt über viele Inkarnationen. So entstand auch die bisherige Akasha-Chronik (nach R. Steiner), das Buch der Menschheit, im niederen Devachan mit allen darin wirkenden Äonen oder Asuras, Engel oder Devas.

In diesem, über alle Zeiten hinaus reichenden Gedächtnis-Speicher aller menschlichen Erfahrungen und Einsichten, spiegelt sich die große Gnade der kosmischen Bewusstheiten in der irdischen Monade. In Zeit und Raum wurden voller Liebe und Weisheit sorgfältig alle Falsch- und Richtigentscheidungen der Vergangenheit in diesem unlöschbaren Gedächtnis aufbewahrt. Nicht nur die stofflichen Entwicklungen der Menschheit und Lebewesen mit allen irreführenden Gedankenkomplexen, sondern auch die lebendigen Gleichnisse der großen Menschheitsführer und Religionsstifter, die Gedanken der Mystiker und Propheten aller Erdteile werden dort in den korrespondierenden Erfahrungsvibrationen gespeichert. Dies hat zur Folge, dass die auf Irrwege führenden Handlungen nicht zwingend wiederholt werden müssen, denn die Erinnerung an die damit verbundenen Leiden und Schmerzen können eine Wiederholung verhindern. Das ist natürlich ein ausgesprochen erfreulicher Faktor: Das Gedächtnis der Erde, das Devachan, und die Lipika im Mikrokosmos des Menschen speichert auf allen Ebenen jede Bemühung des Menschen, dem einmal gesteckten Ziel, dem folgenden Abschnitt in der Evolution, näher zu kommen. Auf diese Weise kann jedes Wesen in seinem aktuellen Sein den Sinn seines Lebens und den Weg in die nachfolgende Stufe seiner Entwicklung finden, die für den Menschen die Freiheit von der stofflichen Gebundenheit bedeutet.

  1. Das eigene Sein als eine Entwicklungsstufe bei der Evolution des Kosmos und der Mikrokosmen der Welt zu erfahren und mit aller Kraft an dieser Weiterentwicklung mitzuwirken, ist der Anfang zu einer völlig neuen Lebenshaltung.
  2. Es entfällt das Bewusstsein des Büßers, der seine «Sünden» bereut, denn die Evolution hat seit Anbeginn unter der fürsorglichen Leitung einer Monade stattgefunden, die jeden materiellen Umweg wieder korrigierte.
  3. Es entfallen alle unnötigen Bestrebungen nach einem Eingehen in ein «Himmelreich», denn die Erfahrungen «himmlischer» idealer Lebenszustände werden ein natürliches Erleben in den höheren Stufen der Astralis bzw. Mentalis, als unabdingbare Eigenschaften des Werkzeugs für die kommenden Aufgaben in den nirwanischen Lebensgebieten.

Darum heißt es in der aktuellen Zeit: bewusst die Aufgaben des Daseins mit den noch anstehenden karmischen Verpflichtungen völlig neutral annehmen und umsetzen. Die Entfaltung des Mikrokosmos unter der nun positiv bewusst angenommenen Leitung der Monade, des «inneren Gottes», kann zu einem höchst spannenden Lebensweg werden. Alles Erforderliche dafür kann mit den zahllosen Facetten, aus den mikrokosmischen und makrokosmischen Gedächtnissen der Welt abgerufen werden, wenn man sich konsequent darauf ausrichtet. In der Mythe des Alten Testamentes nennt sich dieser Entwicklungsprozess die «Jakobsleiter», die in der Wüste errichtet ist.

In den metaphysischen monadischen Gebieten vibriert das universelle Bewusstsein des irdischen Kosmos und des Christuskosmos, der aus dem Sonnenlogos dem Kosmos Erde als zusätzliche Hilfe geschenkt wurde. Diese Bewusstheiten verschenken sich in aller Weisheit, Liebe und Schönheit für die voran strebenden Mikrokosmen an alle Menschen, an alle Wesen, Sterne und Galaxien im Universum, deren ernsthaftes Bemühen es ist, sich einmal mit dem universalen Bewusstsein aller Universen zu verbinden, der Urmonade.

 

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