Was ist Wahrheit?

            Wie ein geschliffener Kristall, unveränderlich hart wie ein Diamant, ruht die Wahrheit im Allgeschehen. Was können wir Menschen von der Wahrheit erahnen? – Sind wir denn noch in Windeln gewickelte Kinder, die so eben erfassen können, dass ihnen auf Erden ein Bleiberecht in der Gesellschaft mit anderen Menschen und Tieren geschenkt wurde?

            Wer bereits erwachend erfassen kann, wie sein Dasein mit einem weit über ihn selbst hinaus gehenden Werden verwoben ist, erlebt seine Kleinheit im gigantischen Allgeschehen. Angesichts der unvorstellbaren Größe und Weite des Universums, das aus dem einen unbegrenzten ewigen Schöpfungsfeld hervorgegangen sein muss, wird er niemals mehr in einem irdenen Tempel aus Stein einen darin waltenden Gott anflehen, um einen Gefallen bitten oder um tatkräftige Unterstützung seiner egoistischen Ambitionen.

            In tiefer Sehnsucht nach der monadischen Führung bei seiner Weiterentwicklung auf dem Bogen der Evolution bittet der erkennende Mensch um mehr Licht für seine Erkenntnis von der einen Wirklichkeit. Nur mit diesen vielfachen kosmischen Kräften vermag der Mensch etwas mehr von der Strecke zu erkennen, die sich vor seinen Füßen abzeichnet, die Brücke, die er unter der Leitung seiner Monade auf der Evolutionsleiter trittsicher ersteigen muss.

            Nur durch dieses metaphysische Licht kann der Mensch in seinem Mikrokosmos das große Wunder der Transfiguration verwirklichen

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