Achtsamkeit

            Jenseits von Eden müssen die meisten Menschen eine chaotische Welt erleben. Nur wenige Auserwählte können sich mit ihren Gärten und Ländereien vor der Sicht auf die Leiden der verarmten Menschen schützen, die auch König Siddharta bei seinen vier Ausflügen in das Leben vor den Toren des Palastes erlebte. Dabei stellte er fest: „Der Körper ist wie ein großes Unheil. Ich habe darum großes Unheil, weil ich einen Körper besitze.“

            Erst unter dem Bodibaum entstand die Lehre von der Befreiung vom achtfachen Rad. Für die Erlösung vom Alltäglichen sollte der Mensch seine Begehren aufgeben. Im Okzident wurde diese Sünde zur Ursache des Leidens, die den Menschen angeblich an die Begierden des Fleisches kettet. Also verachtete der sich nach Freiheit vom Leiden sehnende Mensch seinen Körper, sein einziges, erkennendes Werkzeug für eine bewusste Einsicht in das lebendige Sein auf Gaia.

            Pflege den Baum, damit die Blätter sich kraftvoll entfalten, und gib seinen Wurzeln Wasser und Nahrung, damit die herrlichen Blüten sich einmal im Sommerwind wiegen. Bei allem Wachsen und Gedeihen erlebt jeder im blühenden Baum die große Schönheit des irdischen Wunders.

           Selbst dann, wenn der Mensch das hohe, über alles materielle Dasein hinaus reichende Ziel seines Lebens in den metaphysischen Welten anstrebt, darf er die erste Stufe der Jakobsleiter nicht missachten. Nur aus dem Vater – dem geistig Erhabenen – und der Mutter – der bodenständigen Lebenskraft Gaias – kann sich der Sohn erheben, und die Evolution des Kosmos für alle Menschen bewirken.

         

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