Die vollkommene Monade Christus

Eine andere Sicht auf das Geschehen in Bethlehem vor 2000 Jahren

Zur Geschichte von der Geburt des Jesus, der der Christus war, erwähne ich hier nur Lukas und Matthäus. Sehen wir uns die Zitate aus der Lutherbibel von 1912 einmal an:
«Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, … auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. … Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Matth. 2: Da Jesus geboren war zu Bethlehem … siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. … Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über dem Stall, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen hinein und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, …»


Sollte Dir ein Gedanke zu diesem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


Einige wesentliche Punkte der Erzählung reichen aus, um in dieser Symbolik eine neue esoterische Bedeutung erkennen zu können.

Der Ort der Handlung: Eine Krippe in einem Stall, dort ist Stroh, meistens auch mit Rind und Schaf und/oder Ziege. Dieses sind alles Symbole für die irdische Grundernährung der Menschheit. Zu allen Zeiten wurde sie aus Ackerbau oder Frucht sammeln und Viehzucht sowie Tierjagd erzeugt. Daran hat sich eigentlich bis heute nichts verändert. Rund um den Globus leben alle Menschen ohne Ausnahme von Ackerfrüchten, Getreide, Reis, Mais sowie Gemüsen, und Tierprodukten, Milch und Eier, sowie Fleischteilen von getöteten Tieren. (Einige Menschen können sich nach 2000 Jahren intensiver Predigten immer noch nicht an das 5. Gebot ihres Gottes halten, nicht einmal die Priester auf den christlichen Kanzeln.)

Die Allegorie von Bethlehem zeigt uns ganz deutlich, dass sich der Mikrokosmos Jesus Christus zu Beginn unserer Zeitrechnung mit dem Planeten Erde, mit den fundamentalen Lebenskräften des Menschseins, dem Ätherfeld und der Materie, auf diesem Planeten verbunden hat. «Bethlehem» heißt auf deutsch: Brothaus, d.h. auch die Materie, als Einheit mit dem göttlichen Werden in der Natur, Gaia, die Mutter der Menschen.

Die Akteure: «Maria und Josef» legen das Kindlein in die Krippe. Joseph ist der kreative Vermehrer im der stofflichen Natur. Maria ist die Widerspenstige in den transpersonellen Feldern. Das Kindlein soll Jesus heißen, so beschloss es der Engel, der Maria im Traum aufgesucht hatte. «Jesus» ist der Vereiniger, der Beides – Materie und Geist – zu Einem machte, er ist in diesem Sinnen der Heilsbringer, der Gerechte. Aus den femininen und maskulinen Kräften der einen Natur entsteht eine dynamische Kraft in seiner Monade, die in das materielle Wesen Erde hinein wirkt, das der irdischen Wirksamkeit die Harmonie und Liebe hinzufügt. Maria repräsentiert dabei die natürlichen astralen, weiblich polarisierten Vibrationen, die sich mit den mentalen Kräften allen Seins, den männlich denkenden und dynamischen Ansichten des Josef vereint, um mit dem inkarnierten Jesus, dem Vereinhetlicher, mit ihrem Sohn, die Kraft der unüberwindlichen vereinigenden Liebe ergänzt zu werden.

Zu diesem weltbewegenden Ereignis gesellen sich: die drei weisen Könige aus dem Morgenland. Ihre Namen stehen nicht in den Evangelien. Sie werden ab dem 3. Jahrhundert bei den römisch-lateinischen Autoren dann Caspar, Melchior und Balthasar genannt.
Diese Weisen werden bei einigen Interpreten als Könige und bei anderen als Magier bezeichnet, weil sie das scheinbar Unmögliche bekunden und heiligen. Der Legende nach schenken sie dem geborenen Jesus «Gold, Weihrauch und Myrrhe». Drei Substanzen aus der materiellen Erde, die damals äußerst kostbare Werte waren, die eben nur von erhabenen Königen kommen konnten. Caspar ist das persische Wort für Schatzmeister, Melchior heißt übertragen der «König des Lichtes» (Melchi hebr. = Mein Gott), Balthasar bedeutet «Gott schütze den König». Diese Namen sind von großer Bedeutung für den Sinn der vorgetragenen und dann niedergeschriebenen Geschichte. In Bethlehem, auf dem Wesen Erde, kommen also drei königliche, weltbewegende Kräfte zur Krippe (archè), die der neugeborenen kosmischen Kraft verbindliche überragende Geschenke zu übergeben. Diese wahrlich königlichen Kräfte, jene unbeschreiblich starken Mächte aus dem fernen «Morgenland» – einer noch nicht erschienenen Zukunft – werden auf den im Kosmos Erde inkarnierten Jesus übertragen. Es sind wahrlich drei besondere Kräfte der irdischen Natur, die über alle bekannten magischen Möglichkeiten weit erhaben sind. Hiermit wird auf die sich in einem vollkommenen Mikrokosmos bzw. Kosmos offenbarenden drei «nirwanischen» Kräfte hingewiesen: die Spinalis, die Spiritualis und die Idealis (diese Begriffe entsprechen zur Zeit der esoterischen Literatur).

Fassen wir nach alledem noch einmal zusammen:

  1. Stall, Krippe und Tiere symbolisieren die beiden unteren Kraftfelder eines Mikrokosmos: den sechsfachen Äther und die siebenfache Materie. Dafür stehen symbolisch auch Wasser (Äther) und Brot (Materie) in den Evangelien.
  2. Maria und Josef stellen allegorisch erstens die Astralis – die Gefühlskräfte des Herzens – und die Mentalis – die Mentalvermögen des Hauptes –  dar, und bezeichnen die zwei Ströme, die von der Monade zum Kosmos bzw. Mikrokosmos ausgehen. Damit verweisen sie auch direkt auf die beiden, in allem Leben unabdingbar miteinander wirkenden Aspekte allen natürlichen Lebens hin: feminin – passiv gebärend, und maskulin – dynamisch zeugend. Diese komplementär erlebten Ansichten sollten in Materie und Geist stets gleichberechtigt und ebenbürtig in Einheit kohabitieren. Dabei kann jeder Leser unzweifelhaft begreifen: ohne unstofflichen Äther gibt es keine Materie, ohne liebevolle Zeugung gibt es keine physische Geburt, letztlich kein Denken. Ohne Wasser und Stoffe gibt es auf Erden kein Leben und Werden! Und es gibt keine bewussten, autonom wirkende Menschen ohne metaphysische astrale und mentale Vermögen, ohne Begehren und Fühlen sowie Denken und Wollen.
  3. Die «drei Heiligen aus dem Morgenland» symbolisieren die drei nirwanischen Vibrationen, die den Kosmos bzw. die Mikrokosmen in der Natur Gaia vervollkommnen.
  4. Jesus, der Christus, «der mit Gottes Kräften Gesalbte», ist ein vollkommener Kosmos aus den sieben Kräften seiner solaren Monade.
  5. Die Legende  der Geburt Jesu in einem Stall in Bethlehem beschreibt wahrhaftig  die Inkarnation des Christus, des mit Gotteskräften gesalbten, in das Wesen Erde,und die fortschreitende Evolution der einigen Natur zu gewährleisten. Damals verwirklichte sich die kraftschlüssige Verbindung eines echten Sohnes aus der Sonnenmonade mit der Monade der Erde.
  6. Jesus Christus wurde in unsere Welt abgesandt, um den irdischen Monaden (Mikrokosmen und Menschen) bei der liebevollen Zusammenarbeit in der anstehenden Evolution der Lebenskräfte des Universums zu helfen. Die zunehmende Kristallisation und überbordende Ausbeutung der Masse der Menschen, der politischen und merkantilen Verlogenheit, sowie die schier endlose Streit- und Kriegssucht droht, die Menschheit zu vernichten. Der Antichrist hatte in Rom seine Macht ausgebreitet. Es bedarf einer besonderen Anstrengung der kosmischen Liebe, damit sich die fortschreitende Evolution der Menschheit und aller Natur auf und mit unserem Wesen Erde künftig erfolgreich vollziehen kann.

Eigentlich macht es sehr wenig Sinn, immer wieder die stofflichen Bilder und die Krippenspiele antiker Menschen mit stofflichen Körpern nachzuspielen, wenn man den esoterischen Sinn dieses fantastischen Bildes von Bethlehem nicht im Ansatz begreifen kann.
Und doch wird die Geburt Jesu im Stall immer und immer wieder nach dieser längst verstaubten Fassung reproduziert. Nun ja, es gefällt den Äonen und Asuras so gut, dass die Menschen stets erneut von ihren romantische-emotionalen Events emotional angestachelt werden. Da werden dann die auf sich selbst und ihr eigenes Heil ausgerichteten Bürger der Welt ihre ätherischen, astralen und mentalen  Vibrationen aus ihren Mikrokosmen in das Jenseits abdrücken.
Jedes Jahr erfolgen die selben Rituale und Prozessionen mit den selben Gefühlsausbrüchen und Superidentifikationen mit den körperlichen Repräsentanten dieser inhaltlichen Verfälschung eines gigantischen Weltgeschehens, das sich noch in seiner ganzen Tragweite in der Aquariusära beweisen wird.

Solange die Menschen nicht erfassen, was damals tatsächlich im orientalischen Lebensraum, in Bethlehem geschehen ist, welchen gigantischen Vorteil die Christusinkarnation, nämlich die Verbindung mit der kosmischen Liebe, dem Wesen Erde, aller Natur und der Menschheit gebracht hat, werden sie keinen Schritt zu ihrer Freiheit von den selbstgemauerten Glaubens-Gefängnissen (siehe Albert Camus, Die Pest) machen können.

(Die Bedeutungen der Namen sind dem Büchlein „Die Namen der Bibel“ entnommen, Autor: Heinz Schumacher, Paulus-Verlag, Karl Geyer, Heilbronn, 1995 – Aktualisierung 2020)

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