Kapitalistischer Materialismus

Digitales Kunstwerk; Titel: Materie Explosion, Format: 70 x 50; Daten: 140 MB, 300 dpi

Der kapitalistische Materialismus.

Jeder Mensch, der seine seelischen Fähigkeiten voll entwickelt hat, ist im Grunde ein mitfühlender Mensch. Aufgrund all des Schmerzes und des Leides, das er sieht, muss er eine Zeit der Traurigkeit, ja sogar der Verzweiflung durchmachen. Weil die Menschen in der Entwicklung zurückliegen und noch nicht vernünftig sind, tritt viel mehr an Leid, Schmerz, Zorn, Hass, Eifersucht, Neid und Ähnlichem zutage als an hohen Tugenden. Daher kommt es zu einem Übergewicht unerfreulicher Schwingungen seitens der Menschheit. Das zeigt sich in der Astralwelt, weshalb jeder, der astral vollkommen entwickelt ist, gleichzeitig der Sorgen und Nöte der Welt gewahr wird – gewahr nur in vager Art, aber für ihn ist das wie ein auf ihm lastendes Gewicht ständig gegenwärtig. Ständig üben auch individuelle, sich in seiner Nachbarschaft ereignende Fälle von Schmerz und Leid einen starken Druck auf ihn aus. Zusätzlich beeinflusst jede Katastrophe, die für eine große Anzahl von Menschen mit sehr viel Schmerz verbunden ist, deutlich die astrale Atmosphäre der Welt. Der fortgeschrittene Mensch muss lernen, das hinzunehmen, ohne davon niedergedrückt zu werden. Das dauert eine beträchtliche Zeit. Allmählich lernt er, tiefer zu blicken. Mit der Zeit beginnt er zu erkennen, dass all dieses Leid unter den von den Menschen selbst geschaffenen Umständen notwendig ist.

Das sich einstellende Leid ist wegen ihrer großen Sorglosigkeit, Unachtsamkeit und Nachlässigkeit eine Notwendigkeit. Wären die Menschen ein wenig achtsamer, so wäre sehr viel Leid zu vermeiden gewesen. Das durch Karma aus vergangenen Leben herrührende tatsächliche Leid macht ein Zehntel dessen aus, womit wir es zu tun haben. Die anderen neun Zehntel sind die Folge des allgemeinen Fehlverhaltens hier und jetzt, in diesem Leben. In diesem Sinn gibt es ungeheure Mengen von völlig unnötigem Leid. Die andere Seite der Münze ist jedoch die, dass über die Menschen, während sie fortfahren, sich falsch zu verhalten, indem sie töricht denken und handeln, gemäß dem ewigen Gesetz das Leid kommen muss. Auf indirekte Weise ist das eindeutig gut für sie, weil ihnen daraus ein Empfinden ihrer Torheit erwächst. Was zum Bedauern Grund gibt, ist die Tatsache, dass die Menschen so vieler Erinnerungen bedürfen. Sie vermögen nicht den Hinweis sofort anzunehmen, um ihr Verhalten zu ändern. Wäre das möglich, so würde ihnen viel Leid erspart bleiben. Menschen, die sich mit der Sache ernsthaft beschäftigt haben, erscheint das so einleuchtend. Deshalb hege ich die Hoffnung – wie ich glaube, eine berechtigte Hoffnung – dass das Leid der Welt sehr schnell abnehmen wird, sobald eine größere Mehrheit der spirituellen Lebensanschauung folgt. Diese Menschen werden schnell zu der Einsicht kommen, dass sie sich ihre Schwierigkeiten selbst schaffen. Im Laufe der Zeit werden sie rein vom Standpunkt der schlichten Vernunft aus von allem Nichtwünschenswerten Abstand nehmen. (C.W. Leadbeater)

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