1.0 Reizaufnahme

1. Reizaufnahme

Die erste Grundregel: Keine Wahrnehmung beginnt ohne vorherige Informationsaufnahme und Speicherung. Oder anders ausgedrückt, der Wahrnehmende ist stets im voraus bereits eingestimmt, von empfangenen Informationen unterschiedlicher Art vorgeprägt, mit zahllosen Vorstellungen ausgerüstet und vielen Erwartungen angefüllt. Er kann immer nur das wahrnehmen, was sein aktuelles Setting zulässt, was seine Konditionierung bereits an Aufmerksamkeit vorbereitet hat. So wird das Wahrgenommene in einen Kanon aus Definitionen eingebettet, damit es dem Tagesbewusstsein zur Verfügung gestellt werden kann.

Und die Bestimmung der aufgenommenen Reize ist ein Bestandteil des Erfassens, das als ein automatischer Prozess des Aufnehmens angesehen werden muss. Oder wie Goethe es passend formuliert: «Indem wir sehen, urteilen wir bereits.»

Oder anders gesagt: Jede sinnesorganische Erfassung von Reizen ist eingebettet in bereits gespeicherte Informationen, die das Sinnesorgan und alle nachfolgenden neurologischen Prozesse steuern. Das „Blatt“ Mensch ist bereits beschrieben, bevor es als unschuldiges Baby aus dem Mutterleibe schlüpft, denn der kleine Körper steuert sich von diesem Augenblick an bis zu einem gewissen Grade völlig autonom, also aus eigenen «Datensätzen». Damit der Mensch „leben“ kann, muss er grundsätzlich mit einem lebendigen «Programm» handlungsfähig für sein Überleben ausgestattet sein.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


Dieses Grundprogramm wurde von vielen materiell orientierten Wissenschaftlern vergeblich in den Genen und auch im Zellplasma gesucht. Längst besteht bei einigen aufgeschlossenen Wissenschaftlern die Hypothese, dass viele Informationen für das Dasein und die Erfassung der Umwelt in einem vorprogrammierten Gedächtnis des Zellkörpers abgerufen werden. Aber wie und warum die Informationen in der Zelle abgerufen werden, also warum das Baby wirklich lebt, scheint in einer anderen Dimension zu finden sein. In der indischen Philosophie und ihrer Religion findet man den Begriff des Karma, das sich im Laufe einiger Inkarnationen des Menschen ansammelt, und das jedes nachfolgende Leben dominiert. Zu diesem Modell der Inkarnation der Menschen gehört dann auch die Ansicht, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, eine Welt im Kleinen im bezug zum Kosmos. Dieses Wesen hat mehrere Gedächtnisspeicher, wobei das Karma der Gesamtspeicher des aurischen Wesens ist, das den Mikrokosmos belebt.

Wie bekommt der kleine Mensch diese Informationen? – Woher stammen sie?
Sicher ist die Genforschung im Recht, wenn sie die molekulare Vererbung zitiert. Aber in welchem Gen hat z.B. ein Vogel die Art des typischen Nestbaues gespeichert, den er einmal geschlechtsreif geworden, völlig selbstverständlich nachvollzieht, als hätte er es irgendwo abgekupfert? – Auch die Vögel leben in einem kleinen Kosmos aus feinstofflichen Kräften, einem sogenannten Gruppengeist, der natürlich alle Belange der Gattung bzw. Tierfamilie aufzeichnet. Für den Menschen ist es die Lipika im aurischen Wesen, ein feinstofflicher Speicher im Mikrokosmos, der die Person, den stofflichen Menschen als sein Werkzeug für weitere Erfahrungen in seiner Evolution adoptiert hat.

Die unbewusste Weitergabe bestimmter Charakter- oder Wesenseigenschaften, die immer mit der Speicherung wichtiger Gedanken- oder Verhaltensstrukturen einher gehen, ist naturwissenschaftlich nicht endgültig geklärt. Die Beiträge der Geisteswissenschaftler der esoterischen Szene zu diesem Thema werden in der Regel von den anderen materialistisch orientierten Wissenschaftlern und Medienmachern hartnäckig ignoriert. Niemand wird es bezweifeln, auch der Guru in Indien nicht: Normalerweise ist der Mensch jeden Augenblick von einer unüberschaubaren Zahl physikalischer und psychologischer (unstofflicher) Reize sowie Informationen umgeben und angefüllt, die permanent von seinen fünf oder sechs Sinnesorganen verarbeitet werden müssen.

Nehmen wir für die Erläuterung der Wahrnehmungsprozesse zunächst ein märchenhaftes Beispiel :
Ein Mädchen sitzt auf einer mit Blumen übersäten Wiese. Es sieht mit seinen Augen einen Teil dieser Wiese und hält in der Hand eine Blume. An seine Ohren klingt das Singen der Vögel. Es riecht das frische Gras und den Duft der Blüten und der nahe stehenden Bäume. Die strahlende Wärme der Sonne verstärkt alle Gerüche der Erde und der Pflanzen. Es fühlt die raue Oberfläche der Gräser und der leicht feuchten Erde, auf der es sitzt, und schmeckt die duftgeschwängerte Luft. Sein subjektives Lebensgefühl ist in dieser Umgebung mit großer Freude erfüllt.

Nun, dieses Beispiel ist sehr malerisch. Nehmen wir noch ein anderes:
Auf einer Strassenkreuzung in London-City oder Neu-Delhi wäre das Mädchen von einem Chaos von Sensationen umgeben und durchgeschüttelt. In diesem Durcheinander zahlloser aggressiver Informationen könnte sich der Mensch nie zurecht finden, würde er die vielfältige Sinnesreizung rein passiv aufnehmen und in vollen Umfang mit allen Details seinem Erfassen zuleiten. Darum ist es eigentlich sehr sinnvoll eingerichtet, dass zwischen dem Empfang der Sinneseindrücke und dem Empfang des Abbildes im Erkennen sowohl ein physiologischer als auch ein psychologischer Kontrollmechanismus eingeschaltet ist. Denn das Mädchen benötigt für seinen Auftrag, ein bestimmtes Haus zu erreichen, nur einen Bruchteil der Informationen, die hier im Großstadtgewirr aktiv unterwegs sind. Damit es sich nicht verirren kann, werden die unwesentlichen Informationen einfach über den Regelkreis «unwichtig» ausgeblendet. Es sei denn, es sind im Strom der Bits einige «Schlüsselreize» eingebettet, auf die der Mensch reagieren muss.

Doch wo und wann wurde dieser Kontrollmechanismus eingerichtet und konditioniert? –
Kommt der Mensch nicht bereits damit zur Welt?

Bevor die psychologischen Denkansätze mit den philosophischen Grundlehren in
Streit geraten, macht es Sinn, sich erst einmal mit den einfachen Wahrnehmungs-
strukturen zu befassen und ihre ureigenen Mechanismen durch einige Experimente zu untermauern.

Die Diskussion um die prinzipiellen Grundstrukturen, warum sie so sind und in welcher Entwicklungsstufe des Menschen sie eingerichtet wurden, kann dann später in einer geruhsamen Runde stattfinden, weil das Handwerkszeug von allen gekannt wird. Gerne werde ich mich diesem Gedankenaustausch widmen, weil im Grunde gerade dieses Thema die erzkonservativen Mechanismen beleuchtet und warum sie den Menschen derart im Bann halten.

Betrachten wir als erstes die Grundstrukturen der Reizaufnahme.

Dies ist notwendig, weil der allererste Beginn der Wahrnehmung – bei ganz präzisem Hinsehen – dort liegt, wo der Reiz – der ja ‚a priori‘ eigentlich noch keiner ist – auf das Sinnesorgan trifft, wo er erst durch seine Aktivität – dem Reizen der Empfangszelle – zu dem wird, wovon er seinen Namen hat.

Doch vorher noch ein paar Gedanken zu diesem allerersten Beginn.
Wir sagen: Ich sehe eine Blume. Und damit sprechen wir über einen vollkommen aktiven Vorgang, so wie: ich baue einen Tisch. Diese aktive Version ist so in unsere Sprache übernommen worden, als ob die Wahrnehmung keineswegs passiv abläuft, wie wir es jedoch grundsätzlich erfahren.

Betrachten wir dafür den Vorgang des Sehens einmal ganz präzise: Das Licht wird durch die Linse im Auge fokussiert und erreicht darum punktgenau die Netzhaut, wo das Abbild über die Sensoren zu Nervenimpulsen verarbeitet wird. (Genaueres bei Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Netzhaut) Das Empfangen von Lichtbildern wird in unserer Sprache zum «aktiven» Sehen oder Schauen oder Betrachten.
Unsere Sprache weist uns auf ein Phänomen hin, das in einigen anderen Zusammenhängen noch besprochen werden soll, nämlich die menschliche Aktivität in dem Prozess, auch wenn wir sie nicht bewusst erfahren. Die Sinnesreize und ihre Bedeutung erreichen uns nur, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Sinnesorgane auf diese Sensationen lenken. Tun wir das nicht, wird unser Tagesbewusstsein nichts passiv erreichen. Inwieweit auch diese Aussage zu relativieren ist, ergibt sich aus den entsprechenden Textassagen.

Die zweite Grundregel der Wahrnehmung wird im Allgemeinen gerne übersehen oder als wenig bedeutend nur am Rande zur Kenntnis genommen: So wie es keine Farbe ohne Form, oder umgekehrt keine Form ohne Farbe gibt, ebenso wenig gibt es eine Information ohne ein Umgebungsfeld mit zusätzlichen Definitionen.

Wir möchten es hier präzisieren:
Jede räumliche Wahrnehmung visueller Art ist selbstverständlich auch in die Zeit eingebettet, ebenso wie jeder Ton und jedes Gefühl in einem Raum erklingt. Alle menschlichen Ereignisse sind also im normalen Leben stets von mehreren Parametern unserer Dimensionalität mitbestimmt. Das sind immer Raum, Zeit, Klang und Gefühl bei der Sensation sowie subjektive Aufmerksamkeit, also aktive Sinnesorgane und Hinwendung.

In den physiologischen Experimenten der Wissenschaftler, werden beim technischen Aufbau der Versuche große Anstrengungen unternommen, um bekannte Störfaktoren auszuschalten und auch notwendige begleitende Erscheinungen weg zu interpretieren.

Die Reizaufnahme, Wahrnehmung, ist also ein recht komplexer Prozess, in den eine Reihe automatisch ablaufende Vorgänge eingreifen, die sowohl vom Setting des Rezipienten als auch vom Zustand der Umgebung im Raum abhängig sind.

1.1 Physiologische Reizaufnahme

Wer sich ernsthaft mit den Komponenten der Wahrnehmung befassen will, gerät in das höchst komplexe Grenzgebiet zwischen den beiden Wissenschaften Physiologie (Lehre von den normalen Lebensvorgängen) und Psychologie (Lehre von den Erscheinungen und Zuständen des bewussten und unbewussten Seelenlebens) sowie der Esoterik (Beschreibungen transpersonaler Vorgänge). Wer schon ein wenig über die einzelnen Vorgänge seiner Sinnesaufnahme kennengelernt hat, kann sein eigenes Verhalten als Reaktion auf die Information aus seiner Umgebung möglicherweise besser korrigieren, als jemand, der völlig unbewusst im Reizschema steht.

Kehren wir dazu zum angeführten Beispiel «Mädchen auf der Wiese» zurück. Das Mädchen sieht die Blumen auf der Wiese, d.h. die Blumen mit dem Ausschnitt der Wiese werden auf der Netzhaut des Mädchens abgebildet. Die dort wirkenden Zellen, Zäpfchen für Hell-Dunkel und für die Farben Grün – Blau – Rot empfangen das Licht, das durch die Linse des Auges fällt. Hier werden unterschiedliche Zäpfchen auf der Retina gereizt, die für Farben oder für Hell-Dunkel zuständig sind. Diese Zäpfchen werden erregt. Sie wandeln die empfangene Menge Lichtenergie für den Transport des Lichtimpulses in den Nerven teils in chemische, teils in elektrische Energie um.

(Abbildung aus Wikipedia )
Nervenzelltypen der Netzhaut schematisch.
Das Licht fällt von links ein,
weiß unterlegt die zellkernreichen Schichten.
v.l.n.r.: weiß: Ganglienzellen und ihre Axone,
grau: innere plexiforme Schicht,
weiß: amakrine Zellen, bipolare Horizontalzellen,
gelb: äußere plexiforme Schicht,
weiß: Fotorezeptoren, hellbraun: Fotorezeptoren und Außensegmente

Vereinfacht dargestellt: In den Zäpfchen «sterben» beim Sehen dafür aufgestapelte Zellplättchen in den Fotorezeptoren. Diese dadurch verursachte chemische Veränderung in den Zellen wird über den Rezeptor an die Nerven weitergegeben. Die Nerven leiten diese minimale Reizung, also als «Qualität und Quantität des Lichtes» an das zuständige Areal im Gehirn. Dort gelangen diese Informationen zunächst in das Ultrakurzzeit-Gedächtnis, und zwar als elektromagnetische Schwingungen innerhalb eines virtuell chemisch-elektrischen Reiz-Reaktionskreises. Mit diesem Informationsstrom werden dann nach dem isobaren Resonanzprinzip bereits vorhandene Erinnerungen sowie Reize aus anderen Sinnesorgane verbunden. Das ist der Übergang zum Gedächtnisbereich, in dem laut Frederic Vester und anderen Physiologen Molekülketten aufgebaut werden, die dann in dem Gehirnteil gespeichert werden, das dem Langzeit-Gedächtnis zugeordnet wird. (Näheres dazu findet sich bei F. Vester, dva Öffentliche Wissenschaft, Stuttgart, 1975) Diese Beschreibung der visuellen Wahrnehmung ist zunächst rein mechanistisch physiologisch gesehen. Geisteswissenschaftlich stellt sich dieser Vorgang der sinnesorganischen Wahrnehmung etwas anders dar, denn es ist insgesamt vor allem ein ätherischer Vorgang.

1.2 Psychologische Wahrnehmungsgestaltung

Bei dem zitierten Beispiel ist der psychologische Mechanismus noch leicht zu erkennen. Stellen wir uns die Situation noch einmal vor:
Das Mädchen sitzt auf der Wiese. Es ist von unterschiedlichen schönen Sinnes- reizen umgeben, und dennoch nimmt sie im Moment nur eine Blume wahr. Die Pupille des Auges ist so eingestellt, dass eben nur diese eine Blume scharf auf der Netzhaut abgebildet wird. Das bedeutet: aus irgend einem inneren Grund hat das Mädchen seine Aufmerksamkeit gerade dieser Blume zugewendet. Dieser Vorgang ist allerdings nur psychologisch beschreibbar. (Mehr darüber im Kapitel «Aufmerksamkeit») Allerdings werden auch die anderen Sinneseindrücke das Gesamtereignis und seine Rezeption deutlich beeinflussen, auch wenn ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Eines wird dabei ganz deutlich:
Die Wahrnehmung ist ein Prozess, bei dem die Sinnesorgane vom Empfang bis zur Reizweiterleitung von bereits gespeicherten Informationen gesteuert werden. Diese werden bewusst, also absichtlich oder unbewusst beeinflusst. In jedem Falle sind neben rein äußerlichen Faktoren auch irrationale oder psychologische Ebenen beteiligt. Man muss sich darüber klar sein, dass eine Vielzahl psychologischer Aspekte das Ergebnis der Reizverarbeitung bestimmen.

Demnach ist Wahrnehmung eine durchaus aktive Verhaltensweise und dazu eine sehr komplexe Leistung. Um dieses noch deutlicher zu machen, ist es sinnvoll, das Wort «Wahrnehmungsgestaltung» oder den Begriff «Wahrnehmungsorganisation» zu benutzen. Oft wird bei der Diskussion über die Sinnesorgane das Gleichgewichtsorgan im Ohr vergessen, das z.B. beim Empfinden von Beschleunigungen wirksam wird. Und man unterschlägt auch gerne, dass alle Lebensvorgänge im Körper von Empfindungen und von Reizungen unzähliger Nervenzellen, von subjektiven Gefühlen des Druckes und der Temperatur begleitet werden, die in ihrer Leitfähigkeit auch von unbewussten Determinanten beeinflusst werden.

Darüber hinaus sollte man auch berücksichtigen, dass Sinneseindrücke niemals eine Momentaufnahme in einem Vakuum ohne jeden Sinnesreiz sind, sondern sie bestehen – natürlich in unterschiedlicher Menge und Strukturierung – immer in einem Ablauf von Zeit und in einem strukturierten Raum. Wenn man sich diesen Umfang von Sinneseindrücken in ihrer Gesamtheit einmal vorstellt, dann ist es leicht zu begreifen, dass es schon einer hervorragenden Organisation oder Gestaltung der Wahrnehmung bedarf, damit der Mensch in komplexen Lebenssituationen überlebens- und handlungsfähig bleibt.

Diese Vorgänge erfolgen in der Regel spontan, ohne Leitung des Bewusstseins, schneller und mit größerer Zuverlässigkeit, als es absichtliche Überlegungen erlauben würden. Darüber hinaus kann der Mensch natürlich seine Wahrnehmung in gewissen Grenzen willentlich beeinflussen. Er kann zum Beispiel seine Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Detail im Gesamtfeld aller ihn umgebenden Reize konzentrieren. Man kann auch nach spezifischen Bedeutungen suchen. In vielen Fällen wird man eine besondere Wahrnehmungsgestaltung absichtlich im Sinne eines vorgenommenen Zieles hervorrufen. In sehr vielen Phasen des Lebens wird von der Person keine absichtliche Wahrnehmungsgestaltung angewendet, weil sie sich in der Abwicklung von Routineprozessen befindet, die keiner genauen Betrachtung bedürfen, weil die zugehörigen Abläufe vielfach trainiert wurden.

Viele Experimente zur Wahrnehmung finden vor allem in Labors statt, in denen durch besondere Anordnungen des Versuchs gezielt störende Wahrnehmungsinformationen ausgeschaltet werden, um eine einzelne Reaktion statistisch relevant beurteilen zu können. Dabei wird jedoch oft und ohne bewusste Kontrolle das psychologische Setting der Testpersonen ignoriert. Aber Sie wissen es selbst aus eigener Erfahrung, dass z.B. die gesundheitliche Konstitution oder Ärger, Zorn, Eifersucht und Neid, oder ein fundamentales primäres Bedürfnis die Wahrnehmung erheblich verändern kann. Dabei sollten auch die Auswirkungen des morphogenetischen Feldes, wie es von Rupert Sheldrake beschrieben wurde, berücksichtigt werden.

1.3 Bedeutung der Wahrnehmungslehre

Warum befassen sich viele Psychologen, Soziologen, Pädagogen, Werbestrategen und Medien-Designer mit diesem komplexen Bereich?
Unter vielen anderen Gründen scheint eine Tatsache besonderes wichtig zu sein:
Wie der Mensch sich verhält, hängt zum großen Teil davon ab, wie er die ihn umgebende Welt erfassen kann. Also alle Lebensreaktionen des Menschen auf seine soziale, humane, technische und natürliche Umwelt sind eingebettet in ein Feld von Wahrnehmungen, die er selbst aktiv oder unbewusst auswählt und damit gleichzeitig durch eine vorgeprägte Organisation seiner Sinnesorgane bestimmt. Viele Faktoren liegen allerdings in seiner wesensmäßigen Prägung.

Also Charakter, Rasse und soziales Umfeld und seine aktuelle physiologische als auch psychologische Konstitution bzw. Absichtseinstellung sind mitbestimmende Kriterien, wie und was wahrgenommen und wie es im Menschen verarbeitet wird.

Es ist demnach in einem gewissen Rahmen möglich, aus den Beschreibungen dessen, was und wie der Mensch wahrgenommen hat, und aus seinen definierbaren Reaktionen darauf, auf sein künftiges Verhalten zu schließen. Auch wird immer wieder versucht, durch besondere Reize für die Wahrnehmung, das Verhalten des Menschen zu beeinflussen, so wie es durch Propaganda oder Werbung in Medien und Internet, durch Massenveranstaltungen, sei es kultureller, sportiver, politischer oder religiöser Art permanent ausgeführt wird. Auch die stete zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb der Gesellschaft zwischen Nachbarn, Partnern oder Familienmitgliedern bedient sich fortwährend der selben Mechanismen. Wie eingangs beschrieben, ist der Vorgang der Verhaltensstimulierung durch Wahrnehmungsreize jedoch recht komplex, dass man nicht von einer direkten Rückkopplung auf das Verhalten sprechen kann. Die totale Verflechtung meist nicht ganz erforschter psychologischer und physiologischer Vorgänge bei der Wahrnehmung stören nicht nur den Werbefachman und den Propagandastrategen, sondern erschwert natürlich auch den empirischen Zugang zu einzelnen Vorgängen in der Arbeitswelt oder der Führung von Besucherströmen in großen Städten, auf Bahnhöfen oder Flughäfen.

Eine zusätzliche Barriere für die genaue wissenschaftliche Untersuchung ist das Zusammenwirken mehrerer Sinnesorgane, auch Synästhesie genannt. So ist für das Mädchen auf der Wiese das Bild der Blume unlösbar verknüpft mit dem Singen der Vögel und dem Duft nach frischem Gras und ihrem aktuellen Zustand des Verliebtseins. Es konnte noch nicht endgültig geklärt werden, wie weit sich dabei die Wahrnehmungen der Sinnesorgane gegenseitig verstärken oder abschwächen. Eine ganze Reihe von Erfahrungen konnten schon beim Zusammenwirken von Farben und Musik zusammen getragen werden.

Bei der Durchführung von Happenings, Sessions oder Events bedient man sich zunehmend der Steigerung der Sinneseindrücke durch gezieltes Zusammenspiel von Farben und Formen sowie Farben plus Licht und Bewegung gekoppelt mit der eigenen Aktion des Körpers, wie es in vereinfachter Form in jeder Diskothek zu finden ist. Überall wo viele Menschen mitwirken, ist natürlich auch der olfaktorische Reiz (der Geruch) mit einbezogen, was in seiner Dominanz nicht zu unterschätzen ist. Wer sich einmal mit dem Thema Massenpsychose beschäftigt hat (Le Bon), dem erklären sich auch die grandiosen Wirkungen religiösen Feiern, Prozessionen oder politischer Machtdemonstrationen und bei großen Demonstrationen.

Diese Einführung in die Wahrnehmung versucht ganz vorsichtig, die Vorgänge und Erscheinungen zu umreißen, die zur Zeit erforscht wurden, wobei der Schwerpunkt in dieser Zusammenstellung der bekannten Daten auf der visuellen Wahrnehmung liegt. Es ist für jeden Informatiker und Designer, ganz gleich welcher Kategorie, von großem Vorteil, diese Wahrnehmungsphänomene etwas genauer zu kennen, auch wenn das kreative Potential meist im Unterbewusstsein verborgen ist, das keinen rationalen Zugriff zulässt. Jeder Gestalter hat die Möglichkeit, wenn er sich der wichtigsten Faktoren bewusst ist, diese für seine Arbeiten gezielt einzusetzen, bzw. seine Kreation so vorzunehmen, dass z.B. bestimmte optische Täuschungen oder andere Wahrnehmungsphänomene geschickt den Aufmerksamkeitswert steigern oder durch ihr Auftreten die Kommunikation behindern können. Damit erreicht er sicherer, dass seine Gestaltungen so aufgenommen werden, wie es von ihm beabsichtigt war.

1.4 Wahrnehmung und Bewusstsein

Wer sich konkret mit den Phänomenen der Wahrnehmung befassen will, ist eigentlich gezwungen, sich des Themas „Bewusstsein“ einmal etwas genauer anzunehmen, denn jede Wahrnehmung wird im Bewusstsein des Wahrnehmenden aufgerufen, sei es nun Mensch oder Tier oder Pflanze.

Beginnen wir mit einigen prägnanten Fragen
Wie benimmt sich Bewusstsein, wie arbeitet es?
Was transportiert das Bewusstsein?
Ist das Bewusstsein etwas substanzartiges oder etwas energetisches? – Wenn ja, was?
Wer hat Bewusstsein? – Kann man es überhaupt besitzen?

Es ist schon erstaunlich, wenn die Düsseldorfer Neuropsychologin Petra Stoerig schreibt: «Das einzige, was ich sicher weiß, ist, dass ich selbst bei Bewusstsein bin. Und dann kann ich natürlich vermuten, mein Gegenüber hat das wahrscheinlich auch. Aber nachweisen kann ich das letztlich nicht.»
Warum empfinden wir Lichtwellen als Farben, und Schallwellen als Töne?
Warum sehen wir langwelliges Licht als «Rot», und kurzwelliges als «Violett»?
Der Berliner Philosoph Peter Bieri macht den Rahmen der wissenschaftlichen Unkenntnis zu diesem Phänomen anhand eines Gedankenspiels deutlich: «Selbst wenn wir einen genauen Einblick in das Gehirn gewönnen, selbst wenn wir genau beobachten könnten, wie die Neuronen auf welche Reize reagieren, würde uns dies bei dieser Untersuchung keinen Schritt zu der Erkenntnis dessen voranbringen, was wir so schlechthin Bewusstsein nennen.»

Die meisten Wissenschaftler, die sich mit den Fragen des Bewusstseins und der Wahrnehmung beschäftigen, sind im Grunde ihres Seins unverbesserliche Materialisten. Darum suchen sie mit den ihnen vertrauten Bildern ihrer Umwelt, die natürlich der materiellen Empirie entliehen wurden, nach einer Konkordanz mit dem, was eigentlich nicht materiell sein kann.
Wahrnehmung und Bewusstsein entfalten sich und vermitteln sozusagen zwischen den menschlichen Vorstellungen oder Erinnerungen, auch abstrakter Art, wie z.B. Zuneigung, Hass, Liebe, Eifersucht etc. und den aktuellen Empfindungen der inneren Wahrnehmung, meist unterbewusst, und zwischen allen sinnesorganischen Registrierungen.
Dabei sollte das Erinnern, Denken oder Bedenken eigentlich auch als eine Art sinnesorganische Wahrnehmung angesehen werden, an der das Bewusstsein direkten Anteil hat. Und das ist, wie alle reifen Menschen bestätigen werden, völlig immateriell, obwohl es im Körper mit organischen und zellulären Reaktionen verbunden erfahren wird. Und nur darum wird das Erfassen von den Empirikern als eine Eigenschaft der Materie angesehen, wie so eine Art Reflektion der Oberfläche.
Tatsächlich findet wohl ein Teil der Informationsleitung zwischen den Sinnesorganen und den Gehirnarrealen tatsächlich rein materiell statt. Aber die Erkenntnisstruktur, warum z.B. Grün nun einmal Grün ist und nicht Rot, oder ein Ton ’a eben nur dieser Ton und kein anderer ist, dass sind virtuelle Bestimmungen, geboren aus dem Zusammenleben in einer Kultur. Diese Übereinkünfte entstammen einem unstofflichen Lebensbereich, der mit dem materiellen Dasein koexistiert.

Eine weitere Frage ist weiterhin von eminenter Bedeutung für den europamerikanisch erzogenen Menschen:
Hat der Mensch, der Körper das Bewusstsein, ist er selbst sozusagen der Besitzer der Bewusstheit?

Es ist die Regel aller westeuropäischen Philosophie, dass die Bewusstheit,  ja das Leben selbst, eigentlich vom Menschen ausgeht, dass es ihm innewohnt. Die Umwelt nimmt er mit seinen Sinnesorganen wahr, die der Mensch besitzt. Und es gibt heute in der Quantenphilosophie sogar Philosophen, die die Behauptung aufstellen, nur weil der Mensch die Welt wahrnimmt – er sie also misst – wird die Welt existent, wahrnehmbar.
Bereits Theillard de Chardin versuchte in einem seiner hervorragenden Bücher «Le Phénomène Humain – Der Mensch im Kosmos» folgendes zu dokumentieren: «Jedes Materieteilchen besitzt ein Geistteilchen. Die Summe dieser Geistpartikel repräsentiert in seinem Denken Gott, den Gott dieser Welt.» Doch – es sei hier nur am Rande bemerkt, denn es gehört in ein anderes Lehrgebäude – Geist ist unteilbar, er ist immer und überall unabhängig von jeder anderen Offenbarungsqualität.
Damit wird dann eigentlich auch deutlich, dass Bewusstsein einer anderen Dimension angehört. Es kann sich im Stoff manifestieren, ist aber keine materielle Qualität, sondern eine metaphysische, die allerhöchstens mit psychologischen Denkmodellen angedeutet werden kann.

Dabei ist jedoch ganz deutlich der prinzipielle Fehler der westlichen Wissenschaftler zu erkennen. Die Materie bringt nicht das Geistige hervor, oder das Bewusstsein oder wie auch immer. Wie eigentlich jeder einigermaßen gebildete Mensch leicht feststellen kann, werden wir in unserem Leben von den Inhalten unseres Denkens und Fühlens bewusst oder unbewusst gelenkt. Oder sehen Sie das immer noch anders?

Der Gedankenfehler liegt bei vielen Wissenschaftlern – Neuropsychologen und Informatiker –, also in der Definition oder Kategorisierung dessen, was unter Bewusstsein verstanden werden darf. Warum kann man von einem Gedankenfehler sprechen?
Die Grundprägung unseres Wesens oder Charakters basiert auf den Wahrnehmungen zur Selbsterhaltung des Körpers und den damit verbundenen materiellen Erfahrungen im Kleinkindesalter, die von den unterbewussten Überlebensstrategien des heranwachsenden Menschen geprägt sind. Dies führte zu der logischen Schlussfolgerung, die im kindlichen Langzeitgedächtnis abgespeichert und dem Heranwachsenden von allen Erziehern immer wieder erneut bestätigt wird, dass das Leben vor allem ein Überlebenskampf, ein Ringen mit der unbarmherzigen materiellen Umgebung ist. Dabei wird in der westlich-christlichen Kultur wie selbstverständlich die karmische Vorprägung aus früheren Inkarnationen übersehen. Derartige Gedanken wurden schon bei einem kirchlichen Konzil um 333 n.Chr. mit dem Bannfluch belegt.

Auch darum stellt sich heute im Zeitalter der maschinellen Fortschrittstechnik die Fortbildung aller Menschen in etwa so dar:
Die Schulbildung ist zu einer Vorbereitung für den Arbeitskampf geworden, um so den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein. Bildung, Ausbildung, Studium und Forschung sind Strategien für den Überlebenskampf, Selbsterhaltung, Arterhaltung, Systemerhaltung.

Die Pädagogen aller Lehranstalten führen die heranwachsenden Kinder in die totale Befestigung dieses Irrtums: alles ist Materie, die Materie ist der Ursprung allen Seins. Seit Aristoteles, Bacon und Isaak Newton bis zu Einstein, ist nur die von jedem Menschen nachprüfbar wahrnehmbare Empirie die Wirklichkeit der Natur und des Lebens. So kann dann Pawlov mit einigen Experimenten darstellen: Gefühle, Gedanken, Empfindungen sind eine Reaktion auf materielle Reize, und alle Behavioristen folgen seinem Denken. Jedoch beginnen sich die Zeiten zu ändern. Viele moderne Philosophen, die sich sowohl mit den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch mit neuen Erkenntnissen indischer Maharishis befasst haben, erlauben sich, ein esoterisch spirituelles Weltbild vorzustellen, in dem unstoffliche Kraftwirksamkeiten, ein Akashafeld oder ein PSI-Feld von großer Bedeutung sind.

Es lohnt sich, über die Frage, warum sich das so entwickelt hat, tiefer nachzudenken. Zunächst kann man sagen: weil die physikalischen, biophysikalischen, chemischen und atomaren Experimente auf die materiellen Messgeräte abgestimmt durchgeführt werden, können nur materielle Auswirkungen wahrgenommen und begutachtet werden. Von den Ergebnissen dieser einseitigen Experimente, die auch noch auf den Ergebnissen der Gedanken aller Mitwirkenden beruhen – was auch bedenkenlos zugegeben wird (morphogenetisches Feld von Rupert Sheldrake) – werden dann konkrete Modelle der Schöpfung geschaffen. Das sind natürlich Gedankenmodelle, in denen völlig immaterielle Kraftfelder ihre Wirkung entfalten.

Nach Aussage der westlichen Wissenschaftler bleibt Bewusstsein also eine Eigenschaft der Zellen, genau gesagt der Nervenzellen im Gehirn, also eine Art Produkt der materiellen Organe. Es scheint doch, dass diese Annahme mehr ein Glaube an die eigenen Vereinbarungen ist, als eine Tatsache. Denn in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien wird die Qualität Bewusstsein doch etwas anders gesehen.

Und so muss es noch einmal konkret gefragt werden:
Was ist das Bewusstsein wirklich? – Wie und wo ist sein Raum, in dem es existiert und aus dem es uns lenkt? Oder ist es eine imaginäre Chimäre?
Sicher nicht, denn jeder Mensch ist selbstbewusst bis hochmütig, stets arrogant auf seiner persönlichen Weltanschauung beharrend. Manchmal zieht er dafür bis in den Krieg. Wer sich der vielen Religionskriege erinnert, die die Menschheits-Geschichte wie ein roter Faden durchziehen, weiß was hiermit gemeint ist. Alles ist doch nur eine Frage des „Bewusstseins“.

Wer könnte uns aus diesem Irrgarten von Anschauungen und vorgefassten Vorstellungen einen Ausweg zeigen? –
Gibt es eine nachvollziehbare Methode, dem nahe zu kommen, was uns stetig begleitet wie das Atmen?

Versuchen wir, diesem Gedanken gemeinsam zu folgen:

Erfassen wir achtsam, was wir lesen.
Erfassen wir definitiv achtsam, dass wir lesen?!
Erfassen wir achtsam, wie das alles in uns geschieht?

Das sind konkret Gedanken, die Buddha bereits seinen Mönchen vor über 2000 Jahren gelehrt hat. Man kann heute durchaus davon ausgehen, dass der Buddha sehr wohl sehen konnte, was das Bewusstsein ist und welche Rolle es in den Menschen spielt.

Ist das Sehen nur ein materieller Vorgang in den Augen und in den Nerven?
Wo und wie schaue ich hin, wenn ich lese?
Ist es der einzelne Buchstabe, der Sinn macht? –
Ist es das Wort? – Oder ist es der Satz? –

Die Aneinanderreihung von Buchstaben erzeugen ein Wort, das Wort hat einen Sinn. –
Wo ist der Sinn?
Er ist nicht die Abfolge der Buchstaben! Der Sinn eines Wortes ist eine mentale Vereinbarung mit Menschen, mit den Mitmenschen unserer Sprache. In dieser angelernten Übereinkunft wurde das Wort einstmals mit einer Bedeutung versehen. Diese Bedeutung wurde auch mehrmals verändert und die Bedeutung ist durch die gemeinsame Verwendung einer Volksgruppe entstanden.
T I S C H … ist für jeden Erwachsenen ein Tisch und kein Flugzeug, was er für Kinder in ihrer Fantasie aber durchaus noch sein kann.
Woher kommt die Bedeutung? – In einem Bedeutungslexikon steht nur der etymologische Zusammenhang des Wortes, vielleicht auch, wie die Bedeutung im Laufe der Zeit modifiziert und von wem wofür benutzt wurde. Aber die Bedeutung ist absolut keine materielle Erscheinung, sie ist nicht in den gedruckten oder niedergeschriebenen Buchstaben enthalten. Das ist für jeden plausibel. Sie schwebt sozusagen virtuell zwischen den Leser und dem Buch.

Wenn man nun mehrere Wörter zu einem Satzgebilde aneinander reiht, dann entsteht ein übergreifender Sinninhalt, der im Bewusstsein angekommen, zahllose verschiedene psychologische Affekte im Leser auslösen kann. Er reagiert möglicherweise mit Interesse oder mit Abscheu, seine Gefühlspalette entfaltet sich je nach Inhalt des Satzes und je nach augenblicklicher Einstellung. Das alles sind völlig immaterielle Reaktionen, die sich nicht direkt von den farbigen Schriftzeichen auf dem Papier ableiten lassen, sondern von der Bedeutung und seinem Appeal für den Menschen in seinem Setting abhängen.
Es geschieht etwas mit dem Leser in seinem Denken und Fühlen. Es beginnt mit dem Erkennen des Sinnes. Angeregt durch seine psychische Neugier beginnt der Leser zu lesen. Nun begegnet er dem Sinn des Satzes im Erfassen resonanter Erinnerungen. Das wird in diesem Zusammenhang als Gedächtnis bezeichnet, einem Vorrat an bereits vorhandenen Ansichten und Vorstellungen. Bleiben wir uns ganz bewusst und betrachten wir diesen Vorgang noch einmal sehr genau. Die Augen sehen das Wort- und Satzbild. Die Sehnerven vermitteln das Bild an den Cortex. Doch es sind nicht die Sehnerven, die den Sinn übertragen, es ist vielmehr das innere Erfassen, das den Sinn des Satzes beim Lesen aufnimmt. Allein dieser Vorgang macht das Lesen möglich, allein das Immaterielle bewirkt ein richtiges Verstehen und die Kommunikation.

Hier können wir also erst einmal festhalten:
Die mit stofflichen Sinnesorganen aufgenommenen Sätze in hunderten von Sprachen, gesprochenen oder geschriebenen, schenkt das unstoffliche Bewusstsein dem Menschen mit seinem Denkvermögen die Fähigkeit, darin einen Sinn zu erkennen. Wir gehen davon aus, dass die Aufnahme der Sprache oder Schrift mit Hilfe der stofflichen Sinnesorgane geschieht und der Sinninhalt mit Hilfe des virtuellen Organs Verstand erfasst wird.

Unser Beispiel war das Lesen, aber es könnten auch andere Informationen sein, die das Erfassen aufnimmt und der Mensch sich für eine gewisse Zeitspanne damit verbindet. Wie ist es z.B. mit der Musik, mit dem Träumen, dem Déjà-vue, bei Meditationen oder bei mystischen Erleuchtungen, usw.?
Nach der Affizierung des Denkvermögens mit dem Inhalt geschieht nun etwas völlig Neues, und dieser Vorgang geht dank dem Denkvermögen sehr sehr schnell von statten. Das aufgenommene Sinnhafte wird bereits im Erkennen sofort mit im Gedächtnis gespeicherten Erinnerungen an früher aufgenommenes Sinnhaftiges gleicher Art abgeglichen und davon direkt bewertet. Wir beurteilen bereits im Wahrnehmen, hat Goethe sehr trefflich geschrieben.

Aber – und das muss jetzt betont werden – all dieser Sinnesaustausch findet zwar mit Hilfe der materiellen Bestandteile und Zellen in den Nervenbahnen und im Gehirn des Körpers statt. Die Wahrnehmung im und durch das Bewusstsein ist jedoch im Wesen kein stofflicher Vorgang, keine nachweisbare physikalische Erscheinung. Auch wenn bei dem Erfassen verschiedene Faktoren physiologischer Art der Sinnesorgane mitgestalten, wie etwas vom Tagesbewusstsein des Lesers aufgenommen werden kann.
Es handelt sich stets um Bewusstseinsinhalte, wie wir nun an uns selbst beobachtet haben. So wenig wie der Wein der Krug ist, so wenig ist der bewusst aufgenommene Sinn eines Ereignisses die materielle Manifestation des Ereignisses. Die Wahrnehmung und ihr Sinn sind eine nicht materielle Ausströmung des Ereignisses, so würden die Psychoanalytiker sagen. In diesem Zusammenhang kann dann auch die andere Frage beantwortet werden:

Ebenso wenig wie das Bewusstsein des Körpers der Körper selbst sein kann, genauso wenig besitzt der Körper das Bewusstsein.
Wir haben also kein Bewusstsein, allerhöchstens
können wir über ein Bewusstsein verfügen, wenn uns das bewusst ist.

Das Tagesbewusstsein arbeitet in der Wahrnehmung mit den Sinnesorganen des Körpers zusammen. Wenn Sie z.B. einem Konzert lauschen, dann erleben Sie nicht nur die Vibrationen der Härchen in der Schnecke ihres Innenohres. Sondern Sie lauschen verzückt und emotional tief bewegt den Klängen eines Musikstückes, z.B von Mozart oder Beethoven oder eines anderen Komponisten. Im inneren Erfassen, vor dem inneren Auge tauchen Bilder auf, die sich ganz mit Gefühlen, Gedanken füllen, den immateriellen Sinninhalten des Gedächtnisses früherer Erlebnisse, oder sich mit aktuellen oder erinnerten Trauminhalten verbinden. Das geschieht ganz von selbst beim Hören oder beim Lesen, mehr oder weniger passiv.

Das alles ist natürlich mit verschiedenen Reaktionen im Körper verbunden. Jedoch das wirkliche Geschehen im aktuellen Bewusstsein wirkt völlig losgelöst oberhalb aller Materie. Es findet sozusagen in einem unstofflichen Raum statt, auch wenn es mit der stofflichen Erscheinung des Körpers der Persönlichkeit gekoppelt ist und von den biophysikalischen Prozessen in den Sinnesorganen abhängt.

Bevor wir uns wieder ganz konkret den Wahrnehmungsmechanismen widmen, halten wir verschiedene Erkenntnisse von eben noch einmal fest, prägen sie in unser Gedächtnis ein, so weit das möglich ist:

  • Das Bewusstsein ist eine fundamentale Kraft hinter allem Erfassen, Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten, Fühlen, Erahnen, Denken, Bewerten, Urteilen und Erinnern; das Erfassen und Speichern geschieht im Wesen ohne ein absichtliches, konkretes Zutun der Persönlichkeit.
  • Bewusstsein ist kein Besitz, keine Eigenschaft oder Ausströmung der Materie. Es ist zwar eine konkrete Begleiterscheinung des materiellen Daseins, aber dieses besitzt es nicht.
  • Das Bewusstsein ist ursächlich in allen materiellen Erscheinungen und im gesamten Wesen aller lebenden Körper implizit existent.
  • Ohne Bewusstsein gibt es keinerlei Sein. Höchstens ein Existieren, ein Vegetieren. Wenn man die Art und Wirkungsweise des bewussten Erfassens beschreiben will, kann man sagen:
    die Person nimmt etwas Unstoffliches auf, z.B. den Sinn eines Satzes, die musikalische oder emotionale Bedeutung eines Musikstückes, die Zärtlichkeit der Geliebten, die Schönheit
    einer Landschaft etc.
  • Das Denkvermögen im Bewusstsein übergibt das Wahrgenommene an einen Speicher der Erinnerungen, an das Gedächtnis. Dort wird das Neu-bewusste mit den voran gegangenen Sinninhalten abgeglichen und verknüpft und das Erkennen spiegelt die Quintessenz dessen, also den bewertenden Sinn in das aktuelle Tagesbewusstsein zurück; z.B. die Suppe schmeckt nach Muttern; das habe ich verstanden; der Tisch gefällt mir, er könnte in unsere Einrichtung passen; das Konzert hat mich an meine Freundin erinnert, ich war zu Tränen gerührt usw..
  • Alles das spielt sich auf einer völlig unstofflichen metaphysischen Ebene ab, obgleich für die körperlichen Wesen alle bewusste Erfahrungen über die physiologische Wahrnehmung abgewickelt werden.
  • Man kann die neuronalen Erregungen im Gehirn messen, man weiß um die Zellaktivitäten der Sinnesorgane bei der Wahrnehmung. Aber all das transportierte Sinnenhafte bleibt dabei völlig außen vor. Es kann von den materiell eingesetzten Apparaten nicht wirklich dargestellt werden, und es bleibt immer nur ein Abbild von etwas Unstofflichem.

1.0 Zusammenfassung:

Wer sich ernsthaft mit der Wahrnehmungslehre befassen will, gerät automatisch in das Grenzgebiet zwischen den Wissenschaften Physiologie und Psychologie. Die Geisteswissenschaft der esoterischen Autoren würde helfen, einige unerklärliche Hürden zu überwinden, wenn sie in diesem Kontext akzeptiert werden könnte. (Siehe Anhang)

Die Wahrnehmung ist ein überaus komplexer Prozess, bei dem die Sinnesorgane über das Bewusstsein von den bereits gespeicherten Informationen gesteuert werden. Diese werden also gezielt bewusst oder unbewusst beeinflusst. In jedem Falle sind äußere Faktoren und auch rationale Ebenen beteiligt, aber auch eine Vielzahl psychologischer Aspekte bestimmen das Ergebnis der Reizverarbeitung.
Wie der Mensch sich verhält, hängt zum großen Teil davon ab, erstens, wie er die ihn umgebende Welt mit und durch seine Vorprägungen wahrnehmen kann und darauf interagiert und zweitens, welche Wahrnehmungen (Sensationen) durch gesellschaftliche Vorgaben tabuisiert sind und darum verdrängt werden müssen. Also alle Lebensreaktionen des Menschen – ob positiv aktiv oder negativ passiv – auf seine soziale, humane, technische und natürliche Umwelt sind eingebettet in ein vieldimensionales Feld von Wahrnehmungen, die er selbst bewusst oder unbewusst selektiert und damit gleichzeitig durch eine vorgeprägte Organisation seiner Sinnesorgane und seiner gespeicherten Erfahrungen und sozialen Vorschriften determiniert. Viele dieser Faktoren liegen dabei in der Prägung seines Wesens, also im Charakter, in der Rasse und in seinem sozialen Umfeld, sowie in seiner aktuellen physiologischen und psychologischen Konstitution bzw. Absichtseinstellung.

Karl Marx erklärt: «Die Umwelt prägt den Menschen». Dabei ist einerseits von grundlegender Bedeutung, mit welcher inneren Aktualität und Affinität der Mensch seine Umwelt wahrnehmen kann. Andererseits sollte auch geklärt sein, was hier als die Umwelt des Menschen definiert wird. Nur das materielle Daseinsgebiet oder auch die unstofflichen Felder der okkulten Lebensbereiche, die unbewusst das Dasein bestimmen.


Nächstes Kapitel: Kapitel 2.0 Allgemeine Wahrnehmungskriterien

12 Nachwort Basis der Evolution

Post Skriptum

Warum interessieren sich eigentlich so wenige Menschen für die tatsächlichen Zusammenhänge in der Welt, damit sie ihr Leben effektiver, friedvoller und toleranter gestalten?

Es macht wenig Sinn, den ganzen Inhalt des Buches «Basis der Evolution» an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen, wiewohl darin die Antwort auf die gestellte Frage ausführlich beschrieben wird. Für das Begreifen ist es für viele Menschen heute notwendig, die umfangreichen Beschreibungen der einzelnen Faktoren in ihren Zusammenhängen von Körper, Bewusstsein und Denken übersichtlich darzustellen.

Darum werden hier einige Fakten noch einmal als Zusammenfassung angeboten:


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


1. Die lieben Gewohnheiten
Der Mensch ist von Natur aus ein Gewohnheitstier. Weil das Dasein im gesellschaftlichen Kontext sich vielfach als ein Kampf um das existentielle Überleben darstellt, werden alle komplexen Lebensanschauungen zu einem vor Ort pragmatischen «So-ist-es!» zusammengeschrumpft, in dem das tägliche Dasein problemlos abgewickelt werden kann. Es ist tatsächlich die Aufgabe des Verstandes (Haupt) und des Empfindens (Herz), den Menschen davor zu schützen, von der Menge größtenteils für die Selbst- und Arterhaltung unnützen und belanglosen Wissens überwältigt und verwirrt zu werden. Herz und Haupt erfüllen diese Aufgabe, indem sie das meiste dessen ausschließen, was der Mensch sonst in jedem Augenblick erfassen würde, und nur die sehr kleine und besondere Auswahl übrig lassen, die voraussichtlich für die eigenen Vorstellungen in seinem kulturellen Modell praktisch nützlich ist.
Weil der Mensch sich selbst zunächst als ein animalisches Lebewesen erfährt, wird es von ihm als seine Pflicht und Aufgabe angesehen, um jeden Preis am Leben zu bleiben (Selbsterhaltung) und die menschliche Art durch Vollzug der «Liebe» (Arterhaltung) auf Biegen und Brechen zu erhalten. Damit ein biologisches Überleben möglich werde, müssen die Gesamtinformationen aus allen Gedächtnissen und Wahrnehmungen – auch aus den nicht sinnlichen erfassbaren Aspekten der unstofflichen Welten – durch das Reduktionsventil der eigenen Vorstellungen, Traditionen und Dogmen vom Leben und «göttlichen Sein» hindurch fließen. Was am andern Ende heraus kommt, ist meist nur ein «spärliches Rinnsal» der Art von Erkennen, das dem Menschen hilft, auf der Oberfläche unseres materiellen Planeten existent zu bleiben.
Um die Inhalte des so verringerten Erfassens zu formulieren und auszudrücken, hat der Mensch die sprachlichen Symbolsysteme und religiösen Philosophien erfunden und endlos mit Worten und Sätzen geschmackvoll ausgestaltet. Jeder Mensch ist zugleich der Nutznießer und das Opfer seiner kulturellen Tradition, in die er hinein geboren wurde, – der Nutznießer insofern, als die Sprache Zugang zu den aufgespeicherten Berichten über die Erfahrungen anderer Menschen gewährt; das Opfer insofern, als sie ihn in dem Glauben bestärken, dieses reduzierte Erkennen sei eins mit der Wahrheit, und seinen Wirklichkeitssinn so verwirrt, dass er nur allzu gern bereit ist, seine Begriffe und Vorstellungen für gegebene Tatsachen, seine Dogmen für unumstößliche Fakten zu halten. Was in der Sprache der christlich-jüdisch-moslemischen Religion «diese Welt» genannt wird, ist das Universum verminderter Einsicht, ausgedrückt und sozusagen versteinert in der Sprache der angeblich heiligen Bücher.

Darum werden auch der Jugend nur die Methoden für diesen Kampf gelehrt. Alle weiteren Lebensmodelle werden meistens mit gewichtigen Philosophien und Theorien über die erfolgreichen Traditionen und standardisierten Religionen mit ihren verbindlichen, weil göttlichen Gesetzen und Tabus festgeschrieben. Damit ist ein zügiges und leicht überschaubares Programm für das künftige Dasein als Erwachsener gesichert. Es existiert im Menschen nirgendwo ein Metaprogrammierer, der das bestehende traditionelle Programm nach antiquierten und funktional überholten Ritualen überprüft. Die Einsicht, dass die überall hoch verehrten Traditionen in Nahrungsbeschaffung, Gesellschaft und Religion jede persönliche Entwicklung stagnieren lässt, wird höchstens am Rande von einer rebellischen Jugend diskutiert. Jedoch reichen diese Anstöße durch Protestaktionen und Demonstrationen nicht zur Veränderung der grundlegenden Einstellungen in der Gesellschaft.

2. Von metaphysischen Naturkräften geführt
Der Mensch wird bei allem Denken und Handeln immer von ihm unbekannten Naturkräften geleitet, die er wenig oder gar nicht nach seinen Wünschen und Vorstellungen beeinflussen kann. Zumal er sie meistens wegen seinem ignoranten Hochmut auch nicht wahrnehmen will. Nach westlichen Anschauungen der anerkannten Wissenschaften und der diese vertretenden Massenmedien existieren derartige okkulte oder parapsychologische Kräfte nicht. Auch wenn die Menschheit als Ganzes die Wirkungen der Naturkräfte durch ihre prinzipielle Lebensausrichtung mitbestimmt, so ist der Einzelne sich dieser Auswirkungen selten bewusst. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die aus dem Jenseits operierenden gewaltigen Äonen und Archonten oder die Asuras (vedisch) absolut keinerlei Interesse an einem Fortschritt der Menschheit auf dem Evolutionsbogen haben. Sie würden sonst ihre Ernährungsgrundlage verlieren. Durch Pflege der Traditionen – auch für touristische Attraktionen –, durch intensive Wiederbelebung aussterbender Sprachen und durch gesponserte, archäologische Gedenkstätten mit jährlich zelebrierten Landesfesten sichern sie sich ihr Überleben in den astral-mentalen Gebieten der Spiegelsphäre. Solange die Menschheit ungestört in den autorisierten Denkparametern der Vergangenheit weiterlebt, spendet sie ausreichend astrale und ätherische Kräfte an die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie Paulus sie seinerzeit benannte. Eine wirkliche Umwendung in der Lebenshaltung würde natürlich eine drastische Veränderung der menschlichen Emanationen in die unstofflichen Felder bedeuten.

3. Angst und Einsamkeit
Es gibt sehr viel Angst in den Menschen und sehr viel Einsamkeiten, vor allem im Alter. Um mit den damit verbundenen psychologischen Problemen einigermaßen zurecht zu kommen, schützen sich die meisten Menschen durch permanente Verdrängung der auslösenden Komplexe. Ein Großteil benutzt dafür die gesellschaftlich sanktionierten Ablenkungen durch Fernsehen und Internet; ein anderer Teil schützt sich vor den inneren Verunsicherungen durch Betäubung mit den anerkannten Drogen, Alkohol, Nikotin, Haschisch, Schmerztabletten etc. Eine andere Gruppe flüchtet bevorzugt in Gruppen, Organisationen oder Institutionen, die in ihren Lebensanschauungen und Philosophien weltanschauliche Bewahrungs- und Trosttheorien vertreten. Häufig kann folgende Grundstruktur festgestellt werden: Wenn der/die Gläubige regelmäßig «dieses oder jenes» tut, dann wird ihm/ihr verziehen und die «Sünden» vergeben. Was auch immer darunter zu verstehen ist. Durch dieses oder jenes Ritual, durch regelmäßige Prozession oder eine Pilgerreise wird ihm/ihr die Gnade dieser Schuldvergebung zuteil. Das gemeinsame Gruppenerlebnis auf den «Ghats» am Ganges, bei der «Kaaba» in Mekka, beim Rundweg um den «Kailasch» oder auf dem Petersplatz in Rom ist schon eine ekstatische Besänftigung all der persönlichen Ängste, die von den zuständigen Priesterschaften auch noch geschickt geschürt werden, damit alle «Schäflein» regelmäßig wieder kommen. Eine fundamentale Verarbeitung der verständlichen Lebensängste wird von diesen Institutionen verständlicherweise systematisch vermieden.

4. Karmische Konflikte aus den Inkarnationen
Die karmischen Grundstrukturen im Langzeitgedächtnis des aurischen Wesens, in der Lipika, drängen jeden Menschen, seine noch nicht gelösten Konflikte aus früheren Inkarnationen des Mikrokosmos, in einem Leben auf der planetaren Existenzebene auszulöschen. Dafür muss er/sie mit der stofflichen Person die Begegnungen in Beruf, Familie und Gesellschaft wachsam austragen und, wo und wenn es geht, auch im Hier und Jetzt auflösen. Leider ist der Mensch dabei immer bemüht, die bereits bewährten Methoden aus der autorisierten Literatur vergangener Zeiten für diese Lebensaufgabe umzusetzen. Je älter das Dokument, je antiquierter der Autor, desto «wahrhaftiger» und erfolgreicher werden seine Gedanken autorisiert. Dieses reaktionäre Verhalten wird selbstverständlich von allen Äonen unterstützt, die sich schon in vorhergehenden Zeiten von dieser Quelle ernähren konnten. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vollständig übersehen, dass nicht die Persönlichkeit inkarniert, sondern das mikrokosmische Wesen, das bei jeder Geburt einen neuen Menschen als Werkzeug für die Evolution aufbaut. Die Person ist also keineswegs schuldig an den in der Lipika gespeicherten Komplexen. Diese Einsicht würde manches Fehlverhalten intelligenter Menschen vermeiden helfen, auch dann, wenn sie trotzdem bemüht bleiben, ihre karmischen Verpflichtungen anzunehmen und abzuarbeiten.

5. Die großen Äonen sorgen für Krieg
Viele Katastrophen und Kriege werden von den Machenschaften der großen Äonen im Jenseits ausgelöst und von dort gezielt gesteuert. Unglücklicherweise tragen die Grundmechanismen der Bipolarität in der komplementären Resonanz auf den weit verbreiteten Humanismus und die Karitas sehr stark dazu bei. Es ist absolut bedauerlich, dass ausgerechnet die guten Taten der internationalen Hilfsorganisationen, des «Roten Kreuzes» oder der «Johanniter» etc., alle gut gemeinten Gedanken weltweit in Kirchen, Moscheen oder Tempeln oder in internationalen Gremien – wie die UNO und die UNESCO – als Reflex in der Bipolarität eine schlechte Tat und/oder einen bösen Gedanken auslösen. Das bedeutet, die großen Veranstaltungen esoterischer Gruppen, der christlichen Kirchen, buddhistischer oder hinduistischer Verbände mit gemeinsamen Gebeten für den Frieden haben als negativen Reflex direkt das Böse, also meistens den Krieg oder andere die Menschen belastende Konflikte. Dass der Kriegsäon seit Tausenden von Jahren von der Grundsehnsucht des Menschen nach Brüderlichkeit und Frieden profitiert, bleibt leider eine von den Menschen unbemerkte Tatsache, weil die unstofflichen Lebensfelder leider von der Menschheit ignoriert werden. Natürlich haben alle Länder auch ihren eigenen Archont, auch alle großen Religionen, Institutionen und globalen Konzerne werden von einem sehr alten Äon geführt. Meistens sind sie bereits über lange Zeiten in die ersten okkulten Religions- und Herrschaftsimpulse an der Wiege der Menschheit eingebettet.

6. Bestandsaufnahme und Zukunft
Alles zusammen genommen lebt der Mensch heute immer noch vorzugsweise reaktionär. Man muss deutlich hervorheben, er wird unter dem Einfluss der Äonen in dieser Lebensweise gehalten und täglich bestärkt. Nur in der Jugend und unter besonderen Bedrängnissen oder verhängnisvollen Unglücken beginnt der Mensch, seine Überlebensstrategien zu überdenken und fundamentale Verhaltensstrukturen zu verändern. Natürlich kann der Handel und der aktuelle Tourismus sehr viel dazu beitragen, dass Menschen durch Reisen fremde Kulturen kennen lernen können und dadurch ins Nachdenken kommen, möglicher Weise sogar die eigene Lebenshaltung ändern. Das alles geschieht dann meist sehr vorsichtig, damit man mit den gewohnten gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht in Konflikt gerät.
Die beginnende Aquariusperiode schafft der Menschheit dynamische Möglichkeiten. Der Einfluss der Monaden auf die Mikrokosmen wird verstärkt wirksam, so dass die innere Sehnsucht nach einem freien und friedlichen Miteinander immer stärker wird, wobei gleichzeitig die Tendenz zu außersinnlichen Wahrnehmungen und ihre Anerkennung in breiteren Schichten vor allem der europamerikanischen Bevölkerung zunehmen wird. Es sollte hier nur auf die umfangreichen Studien von Michael Murphy hingewiesen werden. Aber auch andere Gedankenmodelle aus Ost und West tragen diese Zukunftsvision einer geistigen Evolution.
Zudem wird eine fundamentale Verwandlung im menschlichen Lebensverhalten kommen: die Aquariusperiode beschert der Menschheit neue Inkarnationen von Menschen. So werden in den künftigen Mikrokosmen heranreifen, die mit einer vollendeten Astralis und möglicherweise zentrierten Mentalis ausgestattet sind, wodurch die Menschen dann über eine total andere Wahrnehmungs- und Denkstruktur verfügen. Andeutungen über deren Einsichtsmöglichkeiten, Heilmethoden und empathisches Verhalten kann der aufmerksame Leser sogar im Neuen Testament finden, in den Geschichten um Jesus, den Christus, der der Menschheit diese Verheißung vorgelebt hat. Das wird ein Revolution besonderen Ausmaßes auf der Erde auslösen, deren Weiten und Höhen dem reaktionären Bedenken unvorstellbar sind und bis jetzt – 2018 –noch von niemandem wirklich erfasst werden konnten.

Ein außergewöhnliches Fazit

Die nachfolgenden Grundgedanken der mir geschenkten Vision befassen sich mit einer völlig anderen Sicht auf die christliche Religion, so wie diese in den bislang veröffentlichten spirituellen Theorien, esoterischen Weisheitslehren und die daran anknüpfenden aktuellen Philosophien dargestellt werden.

1. Es gibt keinen Sündenfall.
Jeder Mensch, der sich schon einmal etwas intensiver mit der irdischen Natur beschäftigt hat, wird auch erfasst haben, dass in der Natur alles nach einem Erhaltungsprinzip geregelt ist. In der Biophysik gilt das Gesetz der Erhaltung der Energie; Nichts geht verloren. Im Prinzip gibt es auch keinen Tod, nichts wird vollkommen vernichtet, alles wird nur in eine andere Seinsform umgewandelt oder in einer anderen aufgenommen. So verändern sich die Formen in Fauna und Flora und trotzdem bleibt alles auf Erden erhalten, egal ob über der Erde, in der Luft, in den Meeren und Seen, oder unter der Erde in den mineralischen Lavagluten. Darum ist auch der Gedanke, jemand oder etwas in dieser Natur ist schuldig, völlig abwegig. – Wie kann ein Mensch oder Wesen in diesem sich selbst erhaltenden Lebewesen Erde mit einer Absonderung «Sünde» von einem «göttlichen Lebensfeld» bestraft werden? – Kein Wesen muss einen Weg «zurück» gehen, aus einer «niederen» Natur in eine göttliche Natur mit Fasten, Beten und Arbeiten, schon gar nicht mit Askese, Opfer oder Pilgerreisen unter Strapazen. Alle diese von zahllosen Religionen propagierten Methoden auf dem Weg zur «Erleuchtung» dienen nur der ätherisch und astral-mentalen Ausbeutung der Gläubigen. Darum ist es nur gut zu verstehen, dass sich immer mehr Menschen von diesen dogmatischen Denkmustern verabschieden.
Alles Leben verlief und verläuft seit Jahrmillionen nach einem Entwicklungsplan höchster Ordnung unter der Leitung und dem Schutz von «göttlichen» Monaden, den «sogenannten Kindern» des Schöpfungsfeldes. Seit Anbeginn der offenbarten Schöpfung in der Urmonade, dem universalen Bewusstsein, dem Logos oder Tao, entfalten sich alle Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. eingebettet in ihre Monaden, die ihr teleologisches Werden impulsieren, liebevoll betreuen und leiten, damit alle einmal mit ihrer Monade in der Gesamtevolution des Universums mit dem universalen Bewusstsein, in der Urmonade wieder aufgehen. Das alles regelnde Gesetz der Resonanz sorgt für Harmonie und Erhaltung aller lebendigen Zusammenhänge.
«So schaut er das Ganze wie ein Einziges und sieht nicht mehr durch Unterscheidung und Zählung, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Sinne ergibt, durch die man wie durch Ritzen nur in verworrener Weise wahrnehmen kann. Er sieht Amphitrite, den Urquell aller Zahlen, aller Arten, aller Begriffe: Sie ist die Monade, die wahre Wesenheit im Sein aller Dinge; und wenn er sie auch nicht in ihrer Wesenheit selbst, in absolutem Lichte sieht, so sieht er sie in ihren Hervorbringungen, welche ihr ähnlich, ihre Abbilder sind. Denn aus jener Monade, welche die Gottheit ist, geht diese Monade hervor, welche die Natur, das Universum, die Welt ist. In ihr schaut und spiegelt sie sich, so wie die Sonne es im Monde tut…» Die zitierten Sätze stammen aus dem erkenntnistheoretischen Dialog Die heroischen Leidenschaften von Giordano Bruno.

2. Es gibt keine zwei Lebensfelder – hier auf der Erde eine gefallene und dort in «einem Himmel» eine göttliche Ordnung. Die Betrachtungsweise des Judentums, des kirchlichen Christentums incl. ihrer Sekten und des Islam der kosmischen Zusammenhänge ist, kann nach den modernen Erkenntnissen aus der Astronomie einfach gesagt, nicht mehr aufrecht gehalten werden. Die mittelalterliche Weltsicht: «Hier gibt es die Erdscheibe mit den verschiedenen Lebenswellen darauf, darüber den Himmel und darunter die Hölle» wird von den meisten modernen Menschen verworfen. Natürlich spricht heute nach allen astronomischen Forschungen und Weltraumsateliten niemand mehr von einer Erd«scheibe». Aber die Vorstellungen von Himmel und Hölle kleben für viele Christen und Moslems unverrückbar an diesem antiken Bild. Besonders schlaue Theologen differenzieren zwei Lebensfelder nach den «Vibrationsgesetzen», auf der einen Seite das bösartige und von Hass, Krieg und Machtgelüsten erfüllte Lebensfeld des Mammon, und auf der anderen ein friedfertiges, glückliches, liebevolles und schönes Lebensfeld im Garten Eden, dem Himmel, das ursprünglich göttliche Lebensfeld. Wer sich schon mit den energetischen Lebenszusammenhängen befasst hat, sollte dann konsequenterweise nun einen Schritt weiter denken, denn das Universum wird aus sieben «elektromagnetischen» Kraftfeldern gebildet, die immer in einer Einheit zusammenwirken.
Alle sieben Kraftfelder bilden demnach ein einziges konzentrisch zusammenhängendes Kraftfeld im universellen Bewusstsein, in der Urmonade. Die scheinbaren Abgrenzungen ergeben sich aus den bestehenden Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, der Erkenntnisse von den schwingungsmäßig nach Frequenzen strukturierten Erfahrenswelten.

3. Aus meiner Sicht erscheinen im Kosmos der Sonne folgende Entwicklungsperioden:
a. Im Sonnensystem
Die Monade der Sonne offenbart neun Monaden für die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. In jeder dieser Monaden entfaltete sich ein vollständiges Lebewesen, von dem wir nur die materielle Ansicht mit unsere astronomischen Forschungen erfahren können. Einige Planetenmonaden brachten auch noch Mondmonaden mit ihren implementierten Körpern hervor.
b. Die erste Etappe in der irdischen Monade
In der Monade der Erde wurde der materielle Planet Erde über mehrere Inkarnationen entwickelt. Zusätzlich für die Gesamtevolution entstanden gleichzeitig für alle auf ihr und in ihr wirkenden Wesen die Monaden für die Lebenswellen, in denen sich alle Wesen, Pflanzen, Tiere und Menschen bis in die stofflichen Sphären (Äther und Materie) ebenfalls durch zahllose Inkarnationen entwickeln sollten. In der aktuellen Offenbarungsperiode, die «arische Periode» nach dem theosophischen Entwicklungsmodell, gilt es, nach «dem Bilde der Uridee des Logos» in den grobstofflich gebildeten Menschen der materiellen Offenbarung ein Denkvermögen zu erwecken, mit dem sie die grundlegenden Prinzipien von sich selbst und ihrer Umwelt erfassen und verstehen können. Im materiellen Dasein sollen die Menschen zunächst sich selbst, ihre Mitmenschen, sowie die Pflanzen und Tiere in ihrer gemeinsamen Funktionalität im irdischen Lebensfeld erfassen. Darüber hinaus müssen sie für die Selbst- und Welterkenntnis alle sieben elektromagnetischen Kraftfelder des Kosmos begreifen und aus seiner holistischen Wirksamkeit lernen, wie sie mit umfassender Empathie alles stoffliche und unstoffliche Leben der Welt beschützen und fördern.
c. Die zweite Etappe der Evolution
Die Monaden der Menschen führen und stimulieren in der Aquariusperiode über die Mikrokosmen vor allem die Entwicklung der Astralis und Mentalis. Mit der Vollendung dieser mikrokosmischen Ansichten können sich die Menschen in den unstofflichen Kraftfeldern zurecht finden und werden zu autonomen selbstbewussten Menschen. Unabhängig vom ehemals materialistischen Begehren für die Selbsterhaltung erfahren sie in ihrem Dasein die universelle empathische Reflexion aller astralen und mentalen Kräfte. Damit werden sie auch unabhängig von allen bislang autorisierten Machtstrukturen, Regierungen oder Kirchen. Diese herangereiften Menschen nehmen die ersehnte Lebenswelt mit allen Idealen wahr und können erfassen, dass sie schon immer aus höheren Welten belebt wurden. Es gilt in dieser Entwicklungsperiode, den Menschen auf dieser mentalen Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den kosmischen Welten, Entitäten und Kräften zu schulen. Letztendlich werden durch den Logos alle geschaffenen Wesen einmal über Inkarnationen in diese Entwicklungsphase geführt.
d. Die dritte Phase entfaltet die Weiterentwicklung aller Wesen, Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. Durch Prozesse der Selbsterfahrung und Umwelterkenntnis reifen sie weiter, damit diese durch eine kontinuierliche Evolution aller Monaden und implementierten Wesen und Geschöpfe in ihrem Lebensfeld und im Sonnenkosmos immer besser und harmonischer mit den sieben Kraftfeldern wirken können. Nach vielen noch anstehenden Inkarnationen werden alle evolvierten Mikrokosmen bei der permanenten Entfaltung bereist geschaffener Lebenswellen sowie der Schöpfung neuer Generationen im Universum holistisch mitwirken, um nach aller Vollendung einmal in das höchste universale Bewusstsein einzugehen.

4. Jesus, der Christus war eine in das niedrigste Kraftfeld, in die Materie, inkarnierte Entität. Dieser Mikrokosmos aus der Sonnenmonade war mit allen sieben Kraftfeldern der Offenbarung bekleidet und verfügte demnach über ein nirwanisches Bewusstsein (Begriff nach Annie Besant). «Christus» ist ein griechisches Wort und bedeutet «der mit göttlichen Vermögen Gesalbte». Diese Benennung erklärt eindeutig, dass Jesus‘ Mikrokosmos eben über sehr viel höhere Kräfte verfügte, als jeder normale Mensch. Das überirdische Wesen «Christus» verband sich mit dem Mikrokosmos des «Jesus von Nazareth» bei seinem irdischen Aufenthalt im Kosmos Erde, um die große Gruppe der Monaden in diesem Gesamtwesen Erde mit allen zugehörigen Entitäten und Mikrokosmen bei der Evolution in die höheren Kraftfelder zu unterstützen. Einerseits vermittelt sein vorgelebtes Beispiel den Menschen eine Art Vorausschau auf ihre zukünftige Entwicklung, die für alle eine weitreichende Verheißung darstellt. Sein kurzer Lebenslauf mit allen Wundern und Gleichnissen wurde mehr oder weniger in den Evangelien aufgezeichnet und vollständig unauslöschlich in das Akashafeld eingraviert. Anderseits kann der Christus auch heute durch seine kraftvolle Anwesenheit im irdischen Kosmos allen Mikrokosmen Kraft für die Transformation schenken und den Menschen zeigen, wie sie sich ihres unstofflichen Wesens bewusst werden, um sich in seiner Potenz unter der liebevollen Hilfe der Monaden bis zum höchsten nirvanischen Bewusstsein weiter entwickeln.
Jesus hat seine Anhänger/Jünger aufgefordert, ihm nachzufolgen, und alle bisherigen Philosophien und Weltanschauungen abzulegen. Diese konkrete Nachfolge bedeutet für den Menschen eine fundamentale Lebensveränderung in Folge seiner Weiterentwicklung in der Astralis und Mentalis. Die dadurch möglich gewordenen total andere Einsicht auf die wirklichen Lebenszusammenhänge verändert vollkommen seine Lebensmotivation. Alle egozentrischen Überlegungen einer persönlichen Heiligung oder Erleuchtung weichen einer kosmischen Motivation, weil in dem sich verschenkenden Feld – vor allem der Mentalis – total andere Lebensaufgaben im Erfassen auftauchen. So werden sie aktive Mitarbeiter für die Evolution des Denkvermögens in allen nachfolgenden Mikrokosmen, auch bei jenen, in denen sich die Gruppen der Tiere und Pflanzen entfalten. Als wesentliche Stufe für die Entwicklung in das nirwanische Bewusstsein vermindern die bereist transformierten Mikrokosmen durch entsprechende Gruppenwirkung die äonischen Beeinflussung im irdischen Lebensfeld.
Es ist von einschneidender Bedeutung, dass das Leben, das mit dem nirwanischen Bewusstsein erfasst wird – über das Jesus der Christus bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung verfügte – , so vollkommen anders ist, als das stoffliche Dasein, wie es die heutigen Wissenschaftler mit ihrem an die niederen Felder gebundenen Denkvermögen erforschen können. Darum konnte Jesus auch mit voller Berechtigung sagen: «Mein Reich ist nicht von dieser – materiellen – Welt (mit dem stofflichen Denken und materiellem Begehren)». In dieser Verwechslung liegt der Irrtum der Prediger, die von den zwei Lebensfeldern sprechen. Es existiert in der irdischen Welt natürlich nur ein Erdkosmos, nur ein einziges siebenfaches Lebensfeld. Wer allerdings nur die vier unteren Aspekte mit seinen sinnlichen Vermögen sehen kann, für den ist die Wirklichkeit selektiv in seine subjektive Erkenntnis der stofflichen Erscheinungen (Maya) eingebunden. Dabei bleibt er natürlich blind für die anwesenden höheren Kraftfelder, weil seine auf das materielle Leben ausgerichteten Sinnesorgane diese nicht erfassen können, zumal sich dann im Denken alle metaphysischen Möglichkeiten von selbst ausschließen.

5. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Wesen in den unstofflichen Lebensfeldern.
Die Götter, Devas oder Engel in den metaphysischen Gebieten des Jenseits sind mit Bewusstsein ausgestattete, denkende Wesen, die allerdings ganz konkret auf alle Lebenswellen in den materiellen Bereichen einwirken. Die unstofflichen Kraftfelder des «Jenseits» bilden und tragen das stoffliche Diesseits. Es ist bereits von mehreren Wissenschaftlern bewiesen worden, dass auch die Atome eigentlich nur Energiepakete elektromagnetischer Vibrationen sind. Das bedeutet doch, alle die Welt konstituierenden Kraftfelder sind jederzeit im Hier und Jetzt anwesend. «Sie sind dem Menschen näher als Hände und Füße!» (NT)
Diese unstofflichen Entitäten sollte man in zwei Gruppen unterscheiden:
a. Die eine Gruppe der Götter wurde und wird aus der kosmischen Monade emaniert und in ihrem Holokumulus mit einem Bewusstsein aus der kosmischen Schöpfung ausgestattet. Sie sind hierarchisch nach Aufgabe und Energiefrequenz gegliedert, damit sie die für den Lebensprozess der Erde – sowie den Wesen in und auf ihr – notwendigen Strukturen und Entwicklungslinien harmonisch herausbilden und anwenden. Diese in vielen Mythen der Völker benannten Naturgötter und Engel bestimmen in allen sieben Lebensfeldern die naturgegebenen Voraussetzungen für die verschiedenen Lebenserscheinungen auf dem Planeten, vom Kristall bis zum Menschen.
b. Eine andere Gruppe der Götter oder Äonen wurden im Kosmos aus den astralen und mentalen Ausstrahlungen der Tiere und Menschen geschaffen. Sie ballen sich zusammen gemäß der isobaren Resonanz mit immanentem Bewusstsein. Diese Mentalis wurde und wird in Qualität und Ausrichtung von den egoistischen Begehren ihrer Schöpfer bestimmt, vor allem von den Menschen, die im Schatten der Religionen bewusst oder unbewusst nach Selbstheiligung streben. Leider werden sie aktuell immer noch von den Ausdünstungen der zugehörigen Gruppen im Stoff lebender Menschen ernährt. Neben den selbstsüchtigen Begehren der Menschen, die heute auch in riesigen Events für Sport und Musik angefacht werden, summieren sich in den Äonen und deren Archonten auch unzählige astrale Leiber der für die Ernährung der Menschen zu früh geschlachteten Tiere, die mit ihrer Todesangst ausgestattet sich zu gewaltigen Kumulationen zusammenballen.

6. Alle Lebensaktivitäten gehen von den sechs metaphysischen Kraftfeldern aus, die alle materiellen Erscheinungen – Licht, Luft, Mineralreich, Insektenreich, Pflanzenreich, Tierreich, Menschen – hervorbringen und dynamisieren. Vier Kraftfelder sind im Mikrokosmos individuell befestigt und teilweise zentralisiert:
Die Materie. Die wissenschaftlich beweisbare Natur, die jeder mit seinen Sinnesorganen erfassen kann.
Das Ätherfeld. Die niederen Aspekte bilden die Matrize der Materie. Die höheren Aspekte sind Fluiden für die unterschiedliche Kommunikation in stofflichen System, auch für das Denken.
Das Astralfeld. Es sind vorerst nur drei oder vier untere Ansichten zentriert. Diese sind die Beleber des ätherisch-stofflichen Geschehens über das Begehren nach Selbst- und Arterhaltung. Alle Begehren nach Heiligung oder jeder Spiritualität stammen aus der vierten bzw. fünften Ansicht und sind in Resonanz mit den Impulsen der Monade aus dem Herzheiligtum.
Das Mentalfeld. Von ihm sind meistens nur drei Ansichten voll zentriert. Doch schon das ermöglich dem Menschen Denken, Wahrnehmen und Bewerten, Gedächtnis und Verstand. Der Instinkt im Tier gehört zu den höheren astralen Möglichkeiten. Im Menschen wird für den Instinkt bereits die erste Ansicht der Mentalis eingesetzt.
Die drei höheren nirwanischen Kraftfelder Spinalis, Spiritualis und Idealis wirken aus ihren unkonzentrierten Kraftwolken in die Mikrokosmen hinein, um seine Evolution zu fördern. Der Mensch hat keinen erkennbaren Zugang zu diesen Bereichen.
Diese Lebensfelder dominieren trotzdem alle Lebensaktivitäten. Ohne diese Kraftfelder gäbe es kein Leben. Wer das Leben erforschen will, muss die Qualitäten dieser Lebensfelder in allen Details berücksichtigen.

7. Die irdische Monade kooperiert mit allen anderen planetaren Monaden und auch mit der Sonnenmonade.
Der Kosmos der Erde vibriert in seiner alles Leben umfassenden Monade. Alle monadischen Kraftfelder mit ihren Geschöpfen gehören zusammen, schwingen in dem höheren Kollektiv miteinander und tauschen beständig Informationen untereinander aus. So kann man ohne Weiteres sagen, dass auf der Erde nichts geschieht, was die Sonne nicht wollte. Oder umgekehrt: Alles was auf Erden geschieht, wird von den monadischen Kräften des Sonnensystems mit geprägt, die ihrerseits von den hindurch tönenden Kraftfeldern der Monaden der Milchstraße und des Tierkreises mitbestimmt werden. Diese zusammenwirkende Einheit aller Lebensfelder bedingt die Harmonie und sichert durch die in allen wirkende Resonanz die Empathie und harmonische Erhaltung der Systeme bis zum Erreichen aller Vollendungen, die zur Zeit wohl noch notwendig sind.

Die Wendezeit wurde schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren beschworen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie mit der westeuropäischen Philosophie und Religion, was von den Theosophen, Anthroposophen und Rosenkreuzern in Amerika und Europa fortgesetzt wurde. In dieser Zeit nach 1900 fielen auch die bahnbrechenden Erkenntnisse großer Psychoanalytiker im Westen, und die materialistische Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Pavlow in Russland, sowie die sich darauf aufbauende Geburt des amerikanischen Behaviorismus. Der kommende «Neue Mensch» stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der Pyramide wurden später von Axel Klitzel detailliert entschleiert. Am 11. September 2001 soll ein Flugzeugangriff auf die Worldtrade-Towers in New York statt gefunden haben. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen von Orient und Okzident gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das in den Medien vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die einige Profi-Esoteriker darum verkünden mussten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacan erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige Spiritualisierung kernphysikalischer Erkenntnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich, was einigen ernsthaften Philosophen graue Haare bescherte. Nach der «Wendezeit», die Fritjof Kapra in seinem Buch 1982 artikulierte, folgten zum gleichen Thema umfangreiche Theorien von Ervin Laszlo, Michael Murphy und Ken Wilber (Das Atman Projekt). «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», bereits 1962 von Louis Pauwels veröffentlicht, reicht in die beginnende Aquariuszeit.
Diese Periode der Umwendung ins Geistige bringt der Menschheit zunächst eine Vielzahl äußerst dramatischer Entwicklungen, zahlreiche Kriegen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren Ostens und Afrikas. Zur Zeit (2017) scheinen in keinem Land die Regierungspräsidenten, Könige und Parlamentarier, sowie Meinungsbildner und sachverständige Autoritäten der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Verwirrung gewachsen. Sie machen in ihrer fundamentalen Verblendung durch die materialistische Weltanschauung im Schatten der großen Unternehmensmanager und Finanzexperten das allgemeine Chaos nur größer. Zudem sind ihnen natürlich für die Herstellung einer sozial ausgeglichenen Demokratie die Hände gebunden, weil ihr Charisma und Führungspotenz von den herrschenden Äonen dominiert werden. Die probaten Führungsmodelle werden ungefiltert aus dem Jenseits, von den dort herrschenden Äonen und Archonten, abgekupfert. Diese gespiegelten Macht-Methoden nach Machiavelli basieren auf der klassischen, fundamentalen Problemsituation der Fürsten unter dem Himmel. Sie wollen so sein wie Gott, jedoch de facto sind sie es nicht, und sie werden es auch niemals sein können. Darum kämpfen sie in beständiger Angst um ihr möglichst langes Überleben und liefern dafür ihren Abhängigen und Gefolgsleuten einträgliche Täuschungsmanöver, subversiven Verleumdungskampagnen. Für diese Gefechte ist ihnen kein heiliges Wort zu schade. Und für die Allgemeinheit wird wohlfeile Ablenkung durch Film, TV und allerlei Events produziert, oder mit «Brot und Spiele» auf Kosten der Steuerzahler.
Die Visionen einer zukünftigen positiven Entwicklung auf der Evolutionsleiter der Menschen sind den irdischen Meinunsbildnern und Philosophen wohl ausgegangen. Dennoch spürt nahezu jeder Mensch, dass sich für die ganze Menschheit eine deutliche Veränderung atmosphärisch andeutet.

Die aktuellen Auseinandersetzungen der Völker in Kriegen, Sportstadien oder bei Volksabstimmungen, sowie die immer noch vorherrschenden Dissonanzen zwischen den großen Religionen scheinen jedoch zu beweisen, dass der Mensch im Allgemeinen keineswegs für ein gemeinsames Streben zu einer friedlichen Einheit schon reif ist.

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hier zur Druckversion als PDF 12. Post Skriptum

Sein und Wirklichkeit

Esoterisch-theosophische Interpretation einiger Gedanken von Don Juan.

Don Juan spricht mit Castaneda in dem Buch: Der zweite Ring der Kraft.

CC: „Wer sind die Schwarzen Magier, Don Juan?“
DJ: „Die Schwarzen Magier sind unsere Mitmenschen. Und da du zu ihnen gehörst, bist du auch ein Schwarzer Magier. Denk mal einen Augenblick nach! Kannst Du von dem Weg abweichen, den sie dir vorschreiben? – Nein. Dein Denken und dein Handeln sind auf ewig nach ihren Bedingungen festgelegt. Das ist Sklaverei! – Darum fürchte deine Gefängniswärter, deine Meister! Vergeude nicht deine Zeit und deine Kraft, in dem du Angst vor mir hast!“
CC: Ich wusste, dass er recht hatte, und doch, trotz meiner ehrlichen Zustimmung wusste ich auch, dass meine lebenslangen Gewohnheiten mich unausweichlich auf meinem alten Weg festhalten würden. Tatsächlich, ich kam mir wie ein Sklave vor. –
An anderer Stelle sagt DJ:
„Deine Kenntnis der Welt sagt dir, dass sich im Gebüsch nur umherschleichende Tiere oder Menschen verstecken können. An diesem Gedanken hast du festgehalten, und natürlich musstest du eine Möglichkeit finden, die Welt in Übereinstimmung mit diesem Gedanken zu bringen.“- „Aber ich dachte überhaupt nichts.“ – „Nun, nennen wir es nicht Denken. Es ist eher die Gewohnheit, die Welt stets in Übereinstimmung mit unseren Gedanken zu sehen. Wenn sie dies nicht ist, sorgen wir einfach dafür, dass sie übereinstimmt. (Mit unseren inneren Vorstellungen dessen, was wir wahrgenommen haben, bestimmen wir völlig automatisch das Ereignis.)


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Mit unseren angelernten Vorstellungen von den Zusammenhängen der Welt versuchen wir uns das Glück im materiellen Leben zu sichern, obgleich wir vielfach gelesen haben, dass die äußere Ansicht der Welt, die Formseite der Dinge nur Erscheinung, indisch: Maya ist. Nicht umsonst spricht Appolonius von Thyana in der Ersten Stunde seiner Erläuterungen für seine Schüler von der Reinigung des Atemfeldes, von den Komplexen im Unbewussten. Erst wenn die alten Prägungen der Vor- und Ausbildung gelöscht werden konnten, wird sich das positive Karma aus dem aurischen Wesen im Leben offenbaren. Erst dann kann der Mensch seine tatsächliche Wirklichkeit sehen oder hören, ohne sie zugleich mit den alten Bildern aus dem antrainierten Gedächtnis zu überschreiben.
Solange die bestehenden mentalen und emotionalen Bewohner des mikrokosmischen Atemfeldes im Unterbewussten weiter stimuliert werden, bleibt das Wesen Mensch auch an die zugehörigen Kräfte aus dem Jenseits gebunden, ohne einen Schatten ihres Daseins zu erhaschen.
Viele halten ihre jahrtausendalten Traditionen in hohen Ehren, ohne sie ernsthaft  nach ihrer Berechtigung zu fragen. Zahllose Menschen predigen die historischen Gewordenheiten des Lebens, die seit Aristoteles aus den sichtbaren und erfahrbaren Zusammenhängen abgeleitet werden. Auf allen Kontinenten werden in ungezählten Tempeln oder Gotteshäusern irgendwie gearteten metaphysischen Gotteswesen geopfert, die für Schutz, Wohlergehen, Fruchtbarkeit und materiellem Erfolg angebetet werden. Die aus diesem philosophischen Konglomerat zusammengestellten Weltanschauungen werden den Kindern in ihrer Kinderstube eingetrichtert und dann in der höheren Schule erweitert und vertieft. So ist mit Garantie gesichert, damit immer alles beim Alten bleibt. Jeder Erwachsene in Ost und West glaubt an Dogmen der Vergangenheit und verbreitet diese tausendfach vorgeprägten Meinungen bei jeder Unterhalten. Die ganze Weltliteratur der Bestsellerie-Plantagen ist vollgestopft mit dem Unrat historisch verbrämter Lebensvorstellungen. Wie in einer hypnotischen Verabredung ist alle Welt total begeistert davon. Auf diese subtile Weise entsteht unbewusst und ungewollt ein schwarz-magisches Netz aus immer wieder erneut bestätigten, stets bereits veralteten Vorstellungen des Daseins. Von der Kindererziehung, über die Medizin, das kommerzielle Gebaren der Menschen bis hin zur großen Politik – alles tanzt auf diese schleichende Weise ohne einen Schimmer der Ahnung um das Goldenen Kalb, das von den Herren der Welt in ihre mentale bzw. emotionale Mitte gestellt wurde.
Zum zweiten Teil ist zu bemerken, dass schon J. W. Goethe bei seinen Betrachtungen der Sinnesorgane feststellen musste, dass der Mensch schon im Vorgang des Wahrnehmens das Wahrgenommene bewertet und nach seinen Vorbehalten beurteilt. Neuere Untersuchen amerikanischer Neurophysiologen haben ergeben, dass sogar die organischen Voraussetzungen der Sinnesorgane schon eine prinzipielle Selektion des Wahrgenommenen für die Selbsterhaltung bedingen. Das Phänomen MAYA ist wohl tief im Hinduismus vergraben, hat jedoch mit der steten Verbreitung indische angehauchter Esoterik seinen Weg in das euroamerikanische New Age-Denken gefunden, diese Wahrheit wird jedoch, trotz der elektrophysikalischen Erkenntnisse in der Kernphysik, nicht als Er-Scheinung im realen Leben konkretisiert.

DJ: » Vor allem halte ich es für grundfalsch, dass du alles dermaßen ernst nimmst«, sagte er, »Es gibt dreierlei schlechte Gewohnheiten, in die wir immer wieder verfallen, sobald wir im Leben mit ungewöhnlichen Situationen konfrontiert sind.
1. Erstens können wir das, was geschieht oder geschehen ist, leugnen und so tun, als sei es nie geschehen. So machen es die Bigotten.
2. Zweitens können wir alles unbesehen akzeptieren und so tun, als wüssten wir, was geschieht. So machen es die Frommen.
3. Drittens kann ein Ereignis uns zwanghaft beschäftigen, weil wir es weder leugnen noch rückhaltlos akzeptieren können. So machen es die Narren. – Du etwa auch?
– Doch es gibt noch eine vierte Möglichkeit, die richtige nämlich, die des Kriegers. Ein Krieger handelt so, als sei überhaupt nichts geschehen, weil er an gar nichts glaubt, und doch akzeptiert er alles unbesehen. Er akzeptiert, ohne zu akzeptieren, und leugnet, ohne zu leugnen. Nie tut er so, als wisse er, noch tut er so, als sei nichts geschehen. Er handelt so, als ob er die Situation in der Hand hätte, auch wenn ihm vielleicht die Hosen schlottern. Diese Art zu handeln vertreibt die zwanghafte Beschäftigung mit den Dingen.« – Lange schwiegen wir.

Dieser Abschnitt enthält eine kräftige Beschreibung des Wu-wei aus dem chinesischen Schatz der Taoisten. Jeder kann in der Aktualität seines Seins prinzipiell allen Geschehnissen in völliger Neutralität, also ohne jegliche Überprüfung an persönlichen Bedenken und Einwänden, gegenüber treten und sie sang und klanglos abwickeln. Nicht aus Pflichtbewusstsein, nicht Zwanghaft, einfach als den Tatbestand einer neuen exklusiv für ihn persönlich geschaffenen Information. Jede Erfahrung im Feld der Maya bleibt eine Erscheinung in der projektierten Form, die von den Kräften der Welt nur dafür geschaffen ist, den vitalen Akteuren eine Möglichkeit der Erfahrung zu schenken, um ihr Bewusstsein in eine höhere Schwingung zu erheben, letztlich bis in das höchste Seelenfeld.

DJ: »Niemand bringt einen Doppelgänger hervor. Das ist nur eine bildliche Redeweise. Und du, bei all deinem vielen Reden, bist doch den Wörtern hilflos ausgeliefert. Du gehst ihrer Bedeutung auf den Leim. Jetzt meinst du, man bringe den Doppelgänger durch unredliche Tricks hervor, nehme ich an. Aber wir leuchtenden Wesen haben alle einen Doppelgänger. Wir alle! Ein Krieger lernt lediglich, sich dessen bewusst zu sein, das ist alles. Es gibt anscheinend unüberwindliche Schranken, die dieses Bewusstsein versperren. Aber das kann nicht anders sein. Gerade diese Schranken machen das Erreichen eines solchen Bewusstseins zu einer so einzigartigen Herausforderung.« –
CC: »Warum habe ich soviel Angst davor, Don Juan?« –
DJ: »Weil du glaubst, der Doppelgänger sei das, was das Wort besagt, ein Doppelgänger oder ein anderes Ich. Ich gebrauche diese Wörter nur, um den Sachverhalt zu beschreiben.“

Viele esoterisch-wissenschaftliche Autoren beschreiben den Menschen mit einem Ätherkörper und einem Astralkörper. Einige wissen auch davon, dass der Mensch über den Ansatz eines Mentalvermögens verfügt. Der Doppelgänger von DJ weist auf eine damit zusammenhängendes Problem hin. Der Weg zur Erleuchtung erfordert vom Kandidaten, dass er sich Schritt für Schritt aber konsequent dieses eigenen Astralwesens bewusst wird. Doch wie jeder auf diesem Weg in die Seelenfreiheit erfahren muss, entstehen aus dem Unbewussten gerade dann, wenn er dabei erfolgreich wird, etliche gewaltige Behinderungen. Der Zerberus bäumt sich hinter dem Ego auf.
Zudem macht Don Juan an dieser Stelle auf eine für den Euroamerikaner nahezu unüberwindliche Barriere aufmerksam. Die Menschen sind geradezu verbissen, sich an die Begrifflichkeit ihrer Worte zu klammern, die aus ihrer antrainierten materiellen Weltanschauung stammen. Die spontan aus dem eigenen Denken auftauchenden Vorstellungen werden direkt mit den erfassten Sensationen verknüpft und verbauen damit das richtige Erkennen und Verstehen. Die Chance, andere mentale Erkenntnisse zuzulassen, wird in den vorherrschenden Meinungen eingefroren, kristallisiert und stirbt.
Der Doppelgänger ist ein Phänomen des Astralwesens, das bedauerlicherweise  auch eine Spiegelung im Jenseits hervorbringt, das ohne jede bewusste Wahrnehmung das Leben jedes Menschen dominiert. Eigentlich sind alle Menschen unter diesem Gesichtspunkt als Sklaven ihrer eigenen Astralis zu betrachten. Darum ist es für ein intelligentes Handeln aus dem neu erwachenden Seelenbewusstsein ausgesprochen förderlich, sich einen Weg zu erarbeiten, um sich der eigenen Astralis bewusst zu werden. Dieser Weg dahin führt über die klassische Forderung: Mensch erkenne dein Selbst. Bereits Buddha predigte seinen Mönchen, beständig und gerade bei allen noch so gewöhnlichen Verrichtungen des alltäglichen Dasein wachsam zu sein, um die Abhängigkeit von der eigenen Begierdennatur im Stoffbewusstsein einigermaßen erkennen zu können, die ganz besonders aus der Astralis kommt.

CC: Don Juan hatte recht. Ich musste ihnen zugestehen, dass ich wusste, dass es irgend etwas in mir gab, das alles registrierte und sich dessen, was ich tat, bewusst war. Und doch hatte dies nichts mit dem gewöhnlichen Bewusstsein meiner selbst zu tun. Es war etwas anderes, das ich nicht erfassen konnte. – Es ist eine innere Stimme, die dir sagt, was los ist. Und damals sagte sie mir, dass ich zum zweiten Mal erwacht war. Sobald ich aufwachte, war ich natürlich überzeugt, dass ich geträumt haben musste. Offenbar war es kein gewöhnlicher Traum gewesen, aber es war auch nicht eigentlich Träumen gewesen. Daher kam ich zu dem Schluss, dass es etwas anderes gewesen sein musste: Schlafwandeln war es, im Halbschlaf, nehme ich an. Ich konnte es mir nicht anders erklären. – Das, was ich erlebt hatte, war alles andere als ein Traum und ich dürfe mich nicht damit begnügen, es als Schlafwandeln aufzufassen.

Wer in sich akzeptieren kann, dass sein Wesen mit einem Ätherkörper und einem Astralkörper ausgestattet ist, hat die Chance, unter bestimmten Bedingungen in diesen mikrokosmischen Feldern bewusst zu sein. Z.B. tritt der Mensch im Traum mit seinem Astralbewusstsein in die astralen Welten ein, die aktuell von ihm angezogen werden. Ein Forscher, der Sein und Glauben der indischen Saddhus erforscht hat, schreibt, dass einige durch Meditation und langjährige Askese geschulte Saddhus bis in das mentale Bewusstsein vordringen können. Wer fest dazu entschlossen ist und die geeignete Umgebung für sich herstellt, kann sich durch Meditation, Autogenes Training, oder ganz einfach durch Tagträumen in sein ihn umgebendes astrale Feld erheben. Er sollte sich dabei stets dessen bewusst sein, dass auch dort die Erscheinungen nur Erscheinungen sind, keine Wirklichkeiten! Die bereits mehrfach beschriebenen Nahtod-Erfahrungen sind ungewolltes Betreten der jenseitigen Sphären, in den sich zunächst die ätherischen Gegebenheiten noch mit der stofflichen Welt mischen.

DJ: »Heute habe ich nur die Aufgabe, den Nagel einzutreiben, den Genaro abgesteckt hat – nämlich die Tatsache, dass wir leuchtende Wesen sind. Wir sind Wahrnehmung. Wir sind Bewusstsein. Wir sind keine Objekte, wir haben keine feste Konsistenz, wir sind grenzenlos. Die Welt der festen Objekte ist ein Mittel, unsere Wanderschaft auf Erden angenehm zu machen. Sie ist nur eine Beschreibung, geschaffen, um uns zu helfen. Wir – oder besser: unsere Vernunft (unsere rationelle Prägung durch Erziehung und Pädagogik) – vergessen gern, dass die Beschreibung nur eine Beschreibung ist, und so schließen wir die Ganzheit unseres Selbst in einen Teufelskreis ein, dem wir, solange wir leben, kaum entrinnen können.«

Der Mikrokosmos bzw. das aurische Wesen ist ein multiplexes Kraftfeld auf der Basis von Bewusstsein. Im Ätherfeld ist ein ätherisches Bewusstsein, im Astralfeld wirkt ein astrales Bewusstsein, im mentalen Feld denkt ein mentales Bewusstsein und im Stoffkörper kommuniziert ein stoffliches Bewusstsein. In gewisser Weise arbeiten alle mikrokosmischen Bewusstheiten für die verschiedenen Lebensaufgaben unterschiedlich zusammen und aktivieren die entsprechenden Wahrnehmungsmöglichkeiten, Denken, Fühlen, Riechen, Schmecken, Sehen. Es wird allerdings nicht nur der Input geregelt, sondern auch der Output wie z.B. Sprechen oder emotionale Ablehnung über die Astralis, oder das Einspeichern in die den Bewusstheiten zugänglichen Gedächtnisse. Einiges wird in die bereits im Atemfeld aufgebauten Vorstellungen, Werturteile oder Lebensprinzipien nach dem isobaren Resonanzgesetz eingegliedert. Dazu gehören auch die Sinngebungen von Bezeichnungen oder Namen aus der materiellen Weltanschauung. z.B. ist ein Stein hart und schwer, Wasser ist flüssig und nass und Federn sind leicht und weich. Vom Gesichtspunkt des Kernphysikers sind das alles nur Kondensate von subatomarer Energie; wir können auch sagen: alle Dinge der materiellen Welt sind Ab-bildungen aus dem Ätherfeld. Und dabei wird das Ätherfeld direkt und konsequent vom Astralfeld ausgeprägt. Das mikrokosmische Gesamtgeschehen wird vom Gesamtbewusstsein des aurischen Wesens geführt, bis hinein in alle stofflichen Reaktionen, die die Person ausführt. Hat sich der Mensch allerdings methodisch vom stofflichen und ätherischen Sein lösen können, kann der Astralkörper unabhängig und ohne Probleme „durch Wände“ gehen, weil er prinzipiell weder vom Stoff noch vom Äther aufgehalten werden kann. Das Erlebnis ist dann ganz ähnlich der Erfahrung in einem Traum. Nur dass er in dieser bewusst herbeigeführten Situation aktiv handeln kann, im Rahmen des vorbereiteten Settings – Umgebung, Zeitschiene, Mitwirkende, Betreuer etc.

DJ: »Wir sind wahrnehmende Wesen«, fuhr er fort. – »Die Welt, die wir wahrnehmen, ist jedoch eine Illusion. Sie (Maya) ist entstanden durch eine Beschreibung, die man uns seit dem Augenblick unserer Geburt erzählt hat. – Wir sind leuchtende Wesen, sind mit zwei Ringen der Kraft geboren, aber wir benutzen nur einen davon, um die Welt zu erschaffen. Dieser Ring, der sich schließt, bald nachdem wir geboren sind, ist die Vernunft – und ihr Begleiter ist das Sprechen. Gemeinsam hecken die beiden die Welt aus und halten sie in Schwung. Die Welt, die deine Vernunft erhalten möchte, ist also im Grunde eine Welt, geschaffen durch eine Beschreibung und ihre dogmatischen, unumstößlichen Regeln, welche die Vernunft zu akzeptieren und zu verteidigen lernt.
Das Geheimnis der leuchtenden Wesen ist, dass sie noch einen weiteren Ring der Kraft haben, der gewöhnlich nie benutzt wird, den Willen. Die Methode der Zauberer ist die gleiche Methode, wie ihn die normalen Menschen anwenden. Beide haben sie eine Beschreibung (ihrer Welt). Der eine, der normale Mensch, erhält sie mit Hilfe seiner Vernunft aufrecht, der andere, der Zauberer, erhält sie mit seinem Willen aufrecht. Beide Beschreibungen haben ihre Regeln, und die Regeln sind wahrnehmbar, doch der Vorteil des Zauberers liegt darin, dass der Wille umfassender ist als die Vernunft.
Was ich dir jetzt vorschlagen möchte, ist, dass du von nun an deine Wahrnehmung entscheiden lassen sollst, ob die Beschreibung der Welt durch deine Vernunft oder durch deinen Willen aufrechterhalten wird.«

Bei diesen Textabschnitt fällt auf, das DJ darauf aufmerksam machen will, dass der normale Mensch mit seiner Vernunft ein bestehende Weltbild erschafft, das jedoch nicht komplett ist. Das vernünftige Denken der Menschen in den westeuropäisch orientierten Zivilisation auf ihren materialistisch geprägten Gedächtnisspuren aufbaut. Dabei sind Ding oder Abstrakta mit dem Begriff und dem Namen verschmolzen. Dem Denken entgeht mithin, dass alle Sensationen allerdings nur Erscheinung im stofflichen Energiefeld sind, in dem der Mensch sein ganzes Selbst niemals realisieren kann. Die Vernunft – dieses Wort wird hier in der Bedeutung von rationalem Bedenken und Abgleichen an autorisierten Weltanschauungen benutzt, die ein Mensch im Laufe des Erwachsen-Werdens abgespeichert hat, um sich im Konkurrenzkampf des Alltäglichen behaupten zu können. Da er sich der Einfachheit halber stets mit den Oberflächen der Erscheinungen zufrieden gibt, kann er nicht wirklich Kraft wirken, kann er auch niemals sein wahres Selbst erfassen, das aus allen Kraftebenen des Mikrokosmos hervorgebracht wird.
Der Wille bezeichnet eine Kombination aus uneingeschränktem Begehren aus der Astralis und einer ungebrochenen mentalen Wachsamkeit und Ausrichtung auf das gewünschte Ziel, die nicht von äußeren Verstandesargumenten, gesellschaftlichen Bedingungen, Verhaltenskodizes oder Tabus in Frage gestellt wird. Dieses mentale und astrale „Wollen“ ist ein so sein müssen, das aus der ganzen Person klingt und sich dann auch in allen Feldern verwirklicht. In diesem Handeln realisieren sich das autonome Selbstbewusstsein und die damit verbundenen karmischen Aufträge. Dabei wird der Kandidat von seiner sehr aufmerksamen Wahrnehmung geleitet, die, unabhängig von vorgeprägten Anschauungen, alle ihn betreffenden Ereignisse in den Gesamtrahmen des aktuellen Werdens stellt.

DJ: »Der grundlegende Unterschied zwischen einem normalen Menschen und einem Krieger ist, dass der Krieger alles als eine Herausforderung annimmt, während der normale Mensch alles entweder als Segen oder als Fluch auffasst.«

Mit dieser Feststellung wird ein typisches Verhalten der konsumorientierten euroamerikanischen Mitbürger charakterisiert. Allerdings ist sein Kern in dem semitischen „Sündenfall-Konzept“ und den darauf aufbauenden teleologischen Philosophien verborgen. Darum sortieren die in ihrem Einfluss stehenden Menschen, die sie umgebenden Ereignisse und Sensationen stets nach Erfolg bzw. Misserfolg. Viele Menschen wenden sich heute von den religiösen Zwangsmechanismen ab, und sortieren ihre Geschehnisse nach ihrem subjektiven Wohlbefinden oder nach der Kompatibilität mit ihrem aktuellen Überlebenskampf, je nach sozialer Schichtung. Alle Gruppen realisieren ihr Sein und die darin für sie auftretenden Ereignisse als Glück oder Unglück, oder als Vor- bzw. Nachteil.
Dabei werden die Ereignisse immer im Außen wahrgenommen, im materiellen Feld der Erscheinung. Die verursachende Instanz wird offensichtlich immer außerhalb des Wahrnehmenden positioniert. Egal ob es jetzt materielle Gegebenheiten oder Zufälligkeiten analog der Billardkugeln sind oder religiöse Zusammenhänge mit Göttern oder schamanistischen Geistern, es herrscht die kuriose Meinung vor, dass es immer etwas anderes in der Umwelt gibt, was das Geschehnis bestimmt. Besonders die unangenehmen Ereignisse sind immer von der Gesellschaft, anderen Menschen oder Wesen, Geistern oder Göttern verursacht, die dann auch durch angemessene Rituale wieder besänftigt werden müssen.
Alles Leben ist jedoch auch für verbohrte Marxisten und Allah-Gläubige eine Perlenschnur aus ganz konkreten praktischen Erfahrungen, die leichter zu bewältigen sind, wenn die Erlebnisse von Vornherein weder bewertet noch verurteilt werden. Zum anderen sollte einmal jedem klar werden: alle Ereignisse, die den Menschen erreichen, alle mentalen, emotionalen und physischen Sensationen, die von ihm wahrgenommen, sein Denken, Fühlen und Begehren aktivieren, werden immer von dem mikrokosmischen Gesamtfeld angezogen, das von den karmischen Strukturen, polarisiert von seinem aktuellen Sein, Denken, Fühlen und Begehren, eine individuelle Vibration hervorbringt. Das aktuelle Bewusstsein des Menschen ist sich dieses Gesamtzusammenhangs niemals bewusst und unterliegt aus diesem Grunde zahllosen Irrtümern und Täuschungen, vor allem, wenn es darum geht, einen Verursacher zu finden.