7.0 Diverse Einflüsse auf die Wahrnehmung

7.1 Wahrnehmung von Menschen mit sensorischen Mängeln

Wie ist es nun aber, wenn einem Menschen ein Sinnesorgan fehlt oder eines nur eingeschränkt arbeitet?
Die Welt der Menschen mit sensorischen Mängeln ist gewissermaßen verarmt, eben um diesen Teil, den sie nicht wahrnehmen können. Wesentlich für die Betrachtung der Wahrnehmung ist dabei die Unterscheidung zwischen angeborenen Mängeln und den durch Krankheit oder Unfall erworbenen Mängeln. Der seit seiner Geburt total Farbenblinde hat meistens kein Farbengedächtnis und ihm fehlen die mit den Farbwahrnehmungen verbundenen psychologischen Erlebnisse.
Ebenso hat der von Geburt an Taube meistens kein akustisches Gedächtnis. Musik verschafft dem hörfähigen Menschen einige der zwingendsten Wahrnehmungserfahrungen, die dem Tauben nicht zugänglich sind. Dem Blinden fehlt jegliche Erfahrung unserer sehr stark auf visuellen Reizen aufgebauten Welt.

Diese Menschen sind jedoch in beträchtlichem Ausmaße fähig, derartige Defekte über andere Wahrnehmungsbereiche zu kompensieren.

So kann z.B. ein Blinder sein Tastgefühl und sein Gehör bis zu einer Leistung sensibilisieren, die für den Normalsichtigen nahezu unerreichbar ist. Es bleiben aber immer einige Aspekte der Wahrnehmung, wie das Erfassen ausdrucksstarker und affektiver Qualitäten von Farben und Tönen, die nicht voll kompensiert werden können. Die aus esoterischer Sicht bekannten Wahrnehmungen werden von den visuell und akustisch Behinderten verstärkt erlebt.

Über dieses Thema sind zahlreiche ausführliche Studien angefertigt worden, um mit Behinderten ihren Ansprüchen gemäß arbeiten zu können, die hier allerdings nicht zitiert werden sollen,


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


7.2 Wahrnehmung des Kindes

Eine andere Wahrnehmung ergibt sich auch, wenn der Mensch nur perinatale oder postnatale Erfahrungen hat. Obwohl jeder einmal diese Phase durchleben musste, kann man sich nur schwer im einzelnen daran erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt. Obwohl jeder einmal diese Phase durchschritten hat, kann man sich nur schwer im einzelnen erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt.
Als erstes beeinflusst die Körpergröße des Kindes die Wahrnehmung seiner Umwelt. Die Welt der Erwachsenen ist für ihre Durchschnittsgröße und ihre Bedürfnisse konstruiert. Der «niedrigere Standpunkt» des Kindes lässt viele Dinge größer und imposanter erscheinen. Auch nimmt es Gewichte von Gegenständen schwerer wahr als ein Erwachsener. Die Welt des Kindes hat (in räumlicher und zeitlicher Hinsicht) einen geringeren Umfang.

Die Anzahl von Gegenständen oder Ereignissen, die gleichzeitig aufgefasst werden können, ist kleiner. Ebenso ist die Dauer der Aufmerksamkeit kürzer.

Die Wahrnehmung des Kindes ist auf das Erfassen der Hauptzüge seiner Umwelt gerichtet, dabei werden viele Einzelheiten übersehen. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass die Größenkonstanz und andere Konstanzphänomene für das Kind nicht in gleicher Weise gelten wie für Erwachsene.
Das Kind neigt eher dazu, seine Umwelt animistisch wahrzunehmen, d.h. tote Objekte werden mit Gefühlen und Absichten belebt. Die Ausdrucksqualitäten von Gegenständen oder Ereignissen spielen in der Wahrnehmung eine relativ große Rolle. Wo ein Erwachsener diese als «subjektive» Faktoren gewöhnlich wenig beachtet, können diese «subjektiven» Ausdrucksqualitäten die Wahrnehmung des Kindes völlig für sich in Anspruch nehmen.

Man könnte nun meinen, die Wahrnehmungswelt eines Kindes ist durch diese andere Wahrnehmungsgestaltung beschränkt. Das wird jedoch durch andere Werte mehr als kompensiert. Gerade der Mangel an Objektivität und „Realismus“, verbunden mit der Empfänglichkeit für Ausdrucksqualitäten, erhalten der kindlichen Welt Frische und Spontanität. Hier brillieren Intuition und Erfindungsgabe, solange, bis die Erwachsenen-Erziehung sie erstickt hat.

 

7.3 Kultureller Einfluss auf die Wahrnehmung

Da die vorangegangenen Erfahrungen des Menschen seine Wahrnehmung stark beeinflussen, ist es selbstverständlich, dass die Menschen verschiedener Rassen und Kulturen ihre Umwelt entsprechend unterschiedlich wahrnehmen. Manche Kulturen unterscheiden sich z.B. sehr stark nach der Anzahl der verschiedenen Varianten innerhalb einer Gegenstandsklasse, die beim Erfassen unterschieden werden können. Bei der Wahrnehmung eines Gegenstandes oder einer Person steht es jedem offen, welchem Aspekt er seine Aufmerksamkeit schenkt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade zwischen verschiedenen Kulturen eine ganze Reihe Unterschiede hinsichtlich des Wahrgenommenen ergeben.

 

7.4 Wahrnehmung und Drogen

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage:
Welche Wahrnehmungsänderungen treten bei psychischer Krankheit oder bei Einnahme von Halluzinogenen oder anderen Drogen auf?

Als sicher kann angenommen werden, dass jede Einnahme von Medikamenten, von Alkohol, von Nikotin u.a. unterschiedlich stark die Wahrnehmung beeinflusst. Vor allem im Hinblick auf die «Fahrtüchtigkeit» von Kraftfahrzeugen wird immer wieder auf diese gravierenden Veränderungen hingewiesen. Eine ausführliche Erläuterung all dieser Erscheinungen würde jedoch den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Ich will mich hier darauf beschränken, einige Phänomene optischer Halluzinationen nach der Einnahme von «bewusstseinserweiternder» Drogen zu beschreiben.

Optische Halluzinationen sind ein Privileg der symptomatischen Psychose. Der Psychiater beobachtet sie überwiegend beim Delirium, in der Alkoholpsychose und anderen toxischen Psychosen, etwa bei Überdosierung gewisser Medikamente, bei Pilzvergiftungen u.a.. Die besten Auskünfte über das Wesen der optischen Halluzinose erhält man jedoch aus den experimentellen Psychosen, die durch sogenannte Halluzinogene oder Psychotica beim Menschen willkürlich steuerbar hervorgerufen werden können. Unter den z.Zt. bekannten Halluzinogene sind die klinisch wichtigsten Haschisch, Mescalin, Lysergsäure-Diäthylamid (LSD-25) und Psilocybin.
Von der Art des verabreichten Mittels und der Höhe der Dosis abhängig, kann der rauschartige Zustand der experimentellen Psychose 5 – 12 Stunden andauern. In der Regel klingt er von selbst wieder ab. Die experimentelle Psychose ist für die psychopathologische Forschung von besonderem heuristischem Wert, weil bereits während der Intoxikation und – wegen der erhaltenen Erinnerung – erst recht danach, Erlebnisschilderungen von größter Prägnanz und Eindringlichkeit gewonnen werden können. (ausführliche Berichte über LSD-Therapien bei Stanislav Grof, «Topografie des Unterbewussten») Eine gewisse Objektivierung ist schließlich durch die zeichnerischen und malerischen Darstellungen der in der Psychose erlebten Visionen und Halluzinationen möglich. Die Bilder führen in die Gesichtserscheinungen des Rausches und in die Welt der psychisch übersteigerten Affekte: der plastischen und akustischen Erinnerung vergangener Erlebnisse bis zurück in perinatale Begebnisse, der lustvollen Hingegebenheit in Fantasiewelten, starken spirituellen Erfahrungen der Ganzheit des Makrokosmos, seltener auch der Angst vor Phantomen, der depressiven Verlassenheit oder der gespannten Aggressivität in der ganzen Weltbevölkerung. Oft werden diese Sensationen mit verfremdeten und verunstalteten insektenartigen Wesen bevölkert, die vielfach an Darstellungen der Fantasiewelten erinnern.

Im Selbstversuch mit Halluzinogenen wurde beobachtet, dass mit zunehmender Wirkung des Toxins eine Intensivierung der optischen Erlebnissphäre einhergeht und sich die Phänomene langsam von den äußeren Sinneseindrücken abheben, um mehr und mehr einer intrapsychischen optischen Reizproduktion Platz zu machen. Zwischen den Exponenten prägnanter Außenwahrnehmung und übersteigerter Innenproduktion optischer Erscheinungen in Form leibhaftiger Halluzinationen liegt ein breiter Bereich vielfältiger «Trug»-Wahrnehmungen, in denen sich beide Formen optischen Erlebens miteinander mischen oder überlagern. Marihuana z.B. kann in einen Zustand führen, in dem Farben ganz «unrealistisch» leuchtend erscheinen. Der Zeitsinn ist derart stark verändert, dass selbst die einfachste Handlung subjektiv enorm lange dauert. Haschisch bewirkt in seiner natürlichen Verbindung eine Intensitvierung der sinnlichen Wahrnehmung, regt die Fantasie an und dämpft die Bereitschaft zu zielgerichtetem Denken. Die spontane Assoziationsfähigkeit nimmt in großem Umfang zu.

Ähnliche Erfahrungen zeigen sich auch bei der Einnahme von Meskalin. Die Erlebnisse der wenigen Menschen, die unter Beobachtung Meskalin genommen haben, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Die Fähigkeit, sich zu erinnern und folgerichtig zu denken, ist nur wenig, wenn überhaupt, verringert.
  2. Visuelle Eindrücke sind sehr verstärkt , und das Auge gewinnt einiges von der unbefangenen Wahrnehmungsweise der Kindheit wieder, in welcher das durch die Sinne Wahrgenommene nicht sogleich und automatisch dem Begriff untergeordnet wurde.

Meskalin verleiht allen Farben erhöhte Stärke und macht den Wahrnehmenden unzählige feine Abschattungen bewusst, für die er zu gewöhnlichen Zeiten völlig blind ist. Es hat den Anschein, dass für den allumfassenden Geist die sogenannten sekundären Merkmale der Dinge primäre sind, … er fühlt offenbar, dass Farbe wichtiger und der Beachtung mehr wert ist, als Zahl, Lage und Größe.

  1. Das Interesse für Räumliches ist verringert .
  2. Das Interesse für die Zeit fällt fast auf den Nullpunkt .
  3. Obgleich der Verstand unbeeinträchtigt bleibt und das Wahrnehmungsvermögen verbessert wird, erleidet die Entschlussfähigkeit eine tiefgreifende Veränderung zum Schlechteren.

Wer Meskalin nimmt, fühlt sich nicht veranlasst, irgend etwas im Besonderen zu tun und findet die meisten der Zwecke, für die er zu gewöhnlichen Zeiten zu handeln und zu leiden bereit war, äußerst uninteressant. Er «kann sich nicht mit ihnen abgeben, aus dem guten Grund, dass er über Besseres nachzudenken hat.» (Aldous Huxley, Die Türen der Wahrnehmung)

Über die Auswirkungen auf die Wahrnehmung nach Einnahme von Psilocybin berichtete G. Wasson:
«Dann kam es mir vor, als hätten sich die Wände des Hauses aufgelöst und mein Geist sich in die Luft erhoben… Die visionären Bilder waren nicht verwischt oder undeutlich. Im Gegenteil, die Umrisse und Farben waren so ausgeprägt und scharf, dass sie mir wirklicher vorkamen als alles, was ich bisher in der Natur gesehen hatte. Ich spürte, dass ich erst jetzt klar sehen konnte, während unser gewöhnliches Sehvermögen uns nur eine unvollkommene Ansicht der Gegenstände vermittelt.»

1943 entdeckte A. Hofman bei Versuchen die Wirkung von LSD 25. Er beschrieb seine Selbst-Wahrnehmungen:
«Objekte veränderten sich optisch, ich konnte mich nicht konzentrieren… Bei geschlossenen Augen überschwemmten mich phantastische Bilder von außerordentlicher Plastik und intensiven Farben…» Nach sechs Stunden: «Die optischen Verzerrungen waren immer noch sehr ausgeprägt. Alles schien zu schwanken und keine festen Dimensionen zu besitzen, wie Zerrbilder auf einer bewegten Wasseroberfläche … Besonders auffallend war, dass alle Geräusche in visuelle Empfindungen umgesetzt wurden, so dass jeder Ton und jedes Geräusch ein dementsprechendes Bild erzeugten.» (siehe Synästhesie Anm.d.V.).

«LSD vermittelt durch eine sinnliche Erfahrung die Erkenntnis der Relativität unserer gewöhnlichen Auswertung von Sinnesinformationen, indem es uns mit einer Fülle von qualitativ neuen Informationen überschüttet. Die außerordentliche Wahrnehmungsfähigkeit, verbunden mit dem Abbau der kategorisierenden, kanalisierenden Funktionsweise der Wahrnehmung und des Denkens, erfordert eine Korrektur unserer Vorstellung von der Wirklichkeit und ermöglicht eine Erweiterung des Wissens über die Wirklichkeit. Die LSD- Erfahrung macht deutlich, dass wir auch in «normalem» Zustand die Welt nicht sehen , wie sie ist, sondern wie wir sind, wie unsere Nervensysteme und unsere Individualgeschichte es erlauben». (R. SteckeI)

Gerade diese letzte Aussage bestärkt die in den vorangegangenen Kapiteln wiederholt aufgeführten Hinweise, dass die Wahrnehmungsorganisation dem Menschen nur eine sehr individuelle Gestaltung der empfangenen Sinnesreize vermittelt, die von den sensorischen und psychologischen Qualitäten seiner Person und seinen damit verbundenen Vorstellungen und Abberationen (Abweichungen) abhängig ist. Somit nehmen wir prinzipiell die uns umgebende «Wirklichkeit» nicht in voller Objektivität wahr. Die Wahrnehmung der Menschen und Tiere ist so von der Natur ausgerichtet, dass sie sich in einer dreidimensionalen Umwelt zum physischen Selbsterhalt (Fressen, Kämpfen oder Flucht) und Arterhalt orientieren können. Sie ist zusätzlich geformt von den historischen und kulturellen Einflüssen der sozialen, politischen, finanziellen und religiösen Weltereignisse, in denen wir leben.

Dass dadurch einseitig konditionierte Nervensystem wird von den Halluzinogenen in unterschiedlicher Weise und Stärke entkonditioniert und somit für das Angebot vielfältiger Reize von außen und innen zugänglich gemacht, die es normalerweise unterschlägt. Mehr dazu im folgenden Kapitel:
Die menschliche Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtspunkten: Kapitel 8.0

7.5 Nachwort allgemeine Wahrnehmung

Der Bereich «Wahrnehmung» umfasst eine Vielzahl interessanter Interaktionsmechanismen zwischen den biologischen Gegebenheiten der Sinnesorgane und den psychologischen Situationen des betrachtenden Menschen. Will man jemanden kennen lernen, so ist man auch darauf angewiesen, seine Wahrnehmungen zu beobachten und zu untersuchen, denn nur so kann man erfahren, in welchem Rahmen er seine persönliche Welt erfassen kann, die für ihn seine wahre Welt ist.

Die Beschaffenheit der stofflichen Welt setzt sich zusammen aus dem, was der Mensch mit seinen fünf Sinnesorganen wahrnimmt, was er fühlt, mit seinem Verstand denkt und sich mit Hilfe seines Vorrates an Bildern in seinem Gedächtnis vorstellt. Diese Weltanschauung wird von ihm als die für jeden spezifisch eigene «Welt» empfunden, sie ist Jedermanns eigene Wahrheit. Nach dieser als total wahr angenommenen Weltanschauung richtet sich sein Verhalten und wiederum seine Wahrnehmungsgestaltung. Doch kann damit alles über das menschliche Sein bestimmt werden? Wer bedenkt, dass mit der Wendezeit schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren der Gedanke an die feinstofflichen Beeinflussungen der Menschen beschrieben wurde, wird erstaunt sein, wie wenig sich davon in den Kreisen der westlich-christlich oder islamisch orientierten Menschheit in der Allgemeinbildung manifestiert hat.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie – mit der Reinkarnations- und Karmalehre – mit der westeuropäischen Philosophie und der christlichen Religion. Dabei wurden auch die spiritistischen Erkenntnisse und die okkulten Zusammenhänge der unstofflichen Kraftfelder in Kosmos und Mikrokosmos auf breiter Basis vorgestellt. Einige ihrer Zeitgenossen, z.B. G.S. Mead, G.I. Gurdijeff, P.D. Ouspensky, C.W. Leadbeater sowie Elivas Levi haben u.a. tiefgreifende Einsichten der immateriellen Seiten des Lebens und Wahrnehmens wahrgenommen und beschrieben. Dieser Trend setzte sich bei zahlreichen modernen Autoren fort. Die umfassenden Schriften von Rudolf Steiner, der den Kreis der Anthroposophen gestiftet hatte, zeugen in seiner weitreichenden Geisteswissenschaft von den komplexen anthropologischen Einsichten in das Werden des Kosmos und des Mikrokosmos. Dieses geistige Erwachen entwickelte sich auch bei einigen indischen Gelehrten sowie den Rosenkreuzern in Amerika und Europa weiter.

In der Zeit nach 1900 wurden im Westen bahnbrechende Erkenntnisse großer Psychoanalytiker gemacht, wie z.B. durch S. Freud, C.G. Jung, A. Adler und. E. Fromm. Hinzu kam die vorwiegend materialistisch orientierte Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Iwan Petrowitsch Pawlow in Russland, worauf sich dann in Folge der amerikanische Behaviorismus zu voller Blüte entwickelte. Der kommende neue Mensch stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden am Nil und der mexikanischen Pyramiden von Teotihuacán wurden durch ausgiebige Forschungen sowie Maßanalysen von Axel Klitzel entschleiert.
Neue Verbindlichkeiten für das menschliche Leben aus den unstofflichen Gegebenheiten wurden besonders durch amerikanische Forscher  der Psychologie entdeckt und umfassend mit zahlreichen Fallstudien belegt. Dazu zählen auch die Nahtoderfahrungen, erforscht von R.A. Moody, oder die LSD-Therapie von St. Grof, die Jenseitskontakte (spiritistische Sitzungen mit Fletcher) mit Verstorbenen von Arthur Ford, sowie die Erforschung des mexikanischen Schamanen Don Juan von C. Castaneda, die Experimente mit dem Samadhi-Tank von J. Lilly und die Jenseitsreisen von Robert A. Monroe und das Channeling von Jane Roberts, die ihre Gespräche mit Seth aufzeichnete.
Am 11. September 2001 wurde ein «Flugzeugangriff» auf die Worldtrade-Towers in New York zu einem einschneidenden kosmischen Ereignis hochstilisiert. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Zweig des Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die so einige Profi-Esoteriker darüber verkündeten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacán erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige religiöse Betrachtung kernphysikalischer Erkenntnisse. Angesichts der Forschungsergebnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich entwarfen einige Physiker ein total neues Modell der kosmischen Zusammenhänge. Nach der Wendezeit, die von Fritjof Kapra 1982 in seinem gleichnamigen Buch ausführlich geschildert wird, folgten die umfangreichen Theorien von Rupert Sheldrake, Ervin Laszlo und Ken Wilber. Die zahlreichen historischen Beispiele in dem Buch «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», veröffentlicht 1962 von Louis Pauwels, reichen aus den 1960igern bereits in die beginnende Aquariuszeit. Im Eranos-Kreis von Ascona trafen sich ausgesuchte Fachkräfte aus Psychologie, Wissenschaft, Biophysik, Chemie und Religion, die die wissenschaftlich esoterische Basis des menschlichen Daseins und ihre Entwicklungstendenzen diskutierten. In den seit 1933 regelmäßig publizierten Jahrbüchern mit den abgedruckten Vorträgen werden auch die bevorstehenden Veränderungen der Evolution sichtbar. Michael Murphy veröffentlichte 1992 in dem Buch, «Der Quanten-Mensch», einen Blick in die Entfaltung des menschlichen Bewusstseins-Potentials vom Anbeginn der menschlichen Aufzeichnungen bis ins 21. Jahrhundert.

So spiegelt sich die beginnende Aquariusperiode in vielen Berichten nahezu aller Forschungszweige. Die sich tatsächlich entwickelnden Bewusstseinsveränderungen bescheren als Schlagschatten der positiven Entwicklung zu höheren Dimensionen der Menschheit leider eine Vielzahl von Kriegen, äußerst dramatische Entwicklungen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren und fernen Ostens. Der Verursacher dafür ist nicht bei den grobstofflichen Personen in den Machtzentren der Staaten zu suchen, sondern vielmehr bei den selbsterhaltenden Kräften – «Asuras» (ein Begriff aus den Veden) oder Äonen 8ein Begriff aus der Gnosis) – im Jenseits, die mit den Emissionen der bestehenden Glaubens- und Denkrichtungen der Menschen ihre Existenz unter dem Himmel sichern. Bei weiterem Fortschreiten der Aquariuszeit wird die «Nahrung der Götter» verständlicherweise immer dünner. Denn auf die Bewusstseinsveränderung bei vielen Menschen folgt natürlich auch eine Veränderung in der Lebenshaltung. Es entwickelt sich eine völlig neue Wahrnehmung der Welt in bislang ungedachten Perspektiven. Denken, Wollen und Handeln werden künftig in einem total anderen Lebenskontext stehen. Durch die sich aus den unstofflichen Kraftfeldern entwickelnden Wahrnehmungsmöglichkeiten werden die bisher geltenden alten Weltanschauungen sowie Machtkonzeptionen und deren beherrschenden Autoritäten unbrauchbar. Unaufhaltsam lösen sich die herrschenden materiellen Strukturen darum auf und verwehen in der Zeit. Die menschlichen Wahrnehmungen und Bewertungen erfolgen künftig nach völlig neuen Gesichtspunkten und dienen fürderhin anderen Pespektiven für die weitere Evolution im Kosmos und Makrokosmos.

Darum wird in den folgenden Abschnitten ein Abriss der esoterischen Zusammenhänge gegeben. Kapitel 8.0


Die bis hierhin vorliegende Arbeit ist als wissenschaftliche Arbeit zu meinem Design-Examen an der Fachhochschule Düsseldorf unter der Anleitung von Professor H. Lenzen erarbeitet worden. Sie ist im Wesentlichen, mit einigen redaktionellen Ergänzungen im Vorlauf und in den abschließenden Gedanken, eine umfassende Zusammenstellung aktueller Erkenntnisse über die Wahrnehmung aus unterschiedlichen Quellen aus dem Jahre 1974.
Die Arbeit bekam eine Auszeichnung durch den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, dem späteren 8. Bundespräsidenten Deutschlands. Die Texte sind leicht überarbeitet und viele Beispiel-Abbildungen wurden erneut mit dem Computer editiert, andere Bilder sind meistens eigene Fotos oder aus Wikipedia.

5.0 Synästhesie

Unter den Begriff Synästhesie werden alle Erscheinungen eingereiht, die sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Sinnesempfindungen ergeben, im besonderen Wahrnehmungen eines Sinnesorgans, die wie Wahrnehmungen eines anderen empfunden werden. Dieser Bereich der kooperativen Wahrnehmung ist bis 1980 nur auf einzelnen Gebieten näher untersucht worden, obwohl es bekannte und allgemein geläufige Veränderungen in der Wahrnehmung gibt, die durch sich gegenseitig beeinflussende Sinneseindrücke hervorgerufen werden.
Nehmen wir an, ein hungriger Mensch bekäme ein saftiges Steak bei blauer Beleuchtung serviert. Ihm würde der Appetit vergehen, obwohl sein Gedächtnis ihm klar sagt, dass ein Steak nur rot aussehen kann. Bei diesem Fall wird die olfaktorische und gustative Wahrnehmung sehr stark durch den optischen Eindruck verändert. Der Spruch: «Das Auge isst mit» zeigt, wie bekannt diese Kooperation zweier Sinnesorgane ist.

Wie immer die Tätigkeit des Menschen beschaffen sein mag, alle seine Sinnesorgane wirken immer als eine Einheit zusammen, auch wenn es separate Gedächtnisse gibt.

Es bestehen enge Verbindungen zwischen den Sinnen Auge, Gehör, Gefühl und Geschmack. Diese im Laufe der Evolution unter dem Einfluss der gemeinsamen Einwirkung und der gemeinsamen Bewältigung verschiedener Umweltreize entstandenen Beziehungen machen sich auf vielerlei Weise bemerkbar.
Wer in einem fahrenden Auto sitzt und bei geschlossenen Fenstern mit 160 km/h dahin fährt, der kann einen kleinen Versuch machen: Beurteilt man die Wahrnehmung der Geschwindigkeit bei geschlossenem Fenster und dann nach einer Weile bei geöffnetem Fenster. Schnell stellt man fest, dass bei geöffnetem Fenster die Geschwindigkeit deutlich höher wahrgenommen wird. Besonders signifikant wird es erst, wenn das Erlebnis gleicher Geschwindigkeiten zunächst in einem kleinen Auto und dann in einem größeren Luxusauto miteinander verglichen wird.
Es spielen dabei mehrere Sinnesreize mit, so z.B. die Empfindungen von Erschütterungen, das Hören der unterschiedlich lauten Fahrgeräusche und das Sehen der vorbei huschenden «Landschaft, Bäume, Häuser, Pfähle usw.»
Besonders bei der Wahrnehmung der eigenen Bewegung in einem Auto, Flugzeug, Fahrstuhl oder in der Eisenbahn spielen unterschiedliche Sinnesempfindungen zusammen, die sich gegenseitig nicht nur summieren, sondern erhebliche Änderungen in der Wahrnehmungsorganisation ergeben können.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


Genauere Untersuchungen über das Zusammenwirken der optischen und der akustischen Sinneseindrücke wurden von dem sowjetischen Physiologen S. Krawkow durchgeführt. Er hat dabei folgendes festgestellt: Unter dem Einfluss monotoner Klänge erhöht sich die Empfindlichkeit des Auges für grün-blaue Farbtöne. Bei der Erhöhung der Lautstärke wird die Empfindlichkeit gegenüber Grün größer, gegenüber Orange geringer.
Wie Experimente von Julian Huxley ergaben, zeigt sich das «Farbengehör» am häufigsten bei Schizophrenen oder stark betrunkenen Menschen. Das «Farbengehör» kann als eine Wahrnehmungseigenschaft bezeichnet werden, die simultan Farben mit der gehörten Musik verbindet. Diese Fähigkeit besitzen einige Menschen in unterschiedlicher Ausprägung. Seltener ist, dass jemand ein «Klangauge» hat. Diese Fähigkeit bedeutet, dass der Mensch Klänge hört, während er Farben betrachtet.

Noch vor kurzer Zeit wurden Untersuchungen über Synästhesie als «Abstrakta» betrachtet, für die man keine konkrete Verwendung finden konnte. Heute haben derartige Untersuchungen jedoch im Zusammenhang mit den neuesten Forschungen auf dem Gebiet der «Farbenmusik» praktische Bedeutung gewonnen.

Physiologisch ist das Phänomen der Synästhesie nicht ganz geklärt. Es besteht die Möglichkeit, dass eine direkte Übertragung der Erregung von einer Nervenfaser auf eine andere in den Schaltstellen der einzelnen Gehirnzellen oder auf vegetativem Wege vor sich geht.
Bestimmte Experimente beweisen jedoch, dass akustische und visuelle Sinnesreize, gleichzeitig empfunden, eine über die Summierung beider Reize hinausgehende Verstärkung der Wahrnehmung auslösen.

In der damaligen Sowjetunion (1975) versuchte der Ingenieur K. Leontjew als einer der ersten, die Farbenmusik mittels technischer Geräte mit der physikalischen Theorie in Einklang zu bringen. Leontjew ist der Ansicht, dass die Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten der Empfindungen es ermöglicht, Farbe und Klang so miteinander zu verbinden, dass die Gesamtwahrnehmung gesteigert wird. Im Institut für Automatik und Telemechanik in Moskau wurde nach der Theorie und dem Konzept Leontjews eine automatische Einrichtung zur Umwandlung von Klang in Farbe entwickelt.
Dabei wurde das Programm auf die Besonderheiten der Wechselwirkungen zwischen Gehör und Auge ausgerichtet. Die Untersuchungen des Zusammenwirkens von Farbe und Musik auf den Menschen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Es ist aber schon jetzt möglich, die Wirkung der Farbbegleitung von Musikwerken nach begründeten Auswahlkriterien zu steuern.

Durch die Zusammenstellung bestimmter Musik- und Farbenprogramme kann man die Entwicklung bestimmter Stimmungen hemmen oder fördern.
So entwickelte Lew Meljnikow einige spezielle Farbmusikprogramme, die die Stimmungslage und innere Anspannung von Testpersonen während der Arbeitspausen ausgleichen sollten.

Der farbige Teil der Programme spricht in erster Linie die visuellen Assoziationen zwischen Gestalt und Farbe an, die beim Hören von Musikfragmenten entstehen. Die Melodie, die Tonartstruktur, das Tempo, der Rhythmus, die Klangfarbe und die Dynamik des betreffenden Musikwerkes werden von der Erfassung von Gestalt und Farbe in ihren Bezügen mit dem Umfeld bedingt. Gerade diese subtilen Komponenten machen die gesamte dynamische Farbensymbolik aus und keineswegs die mathematische Frequenzcharakteristik des musikalischen Stoffes, wie bisher angenommen wurde. Auch gesellschaftliche Festlegungen der Farbsymbolik per Dekret durch die leitenden Meinungsbildner in einer Tradition bleiben rein theoretisch und lösen keine Synästhesie aus.

Mit Hilfe eines «Farbenvariators», der es ermöglichte, dynamische Farbsymbole zu gestalten, die dem Charakter der Musik entsprechen, wurden auf der Theorie von Meljnikow aufbauend, Filme gedreht. In seiner Zeit wurden solche farbmusikalischen Filme bei Experimenten angewendet, in denen ein längerer Aufenthalt eines Menschen in einem isolierten Raum simuliert wird. Endgültige Grundlagen für derartige Farbenmusikwerke wird es erst geben, wenn man die zu Recht vermuteten Gesetzmäßigkeiten des „Farbengehörs“ aufgedeckt hat.

In den Jahren 1975 bis 78 konnte ich mit Studenten an der FH Düsseldorf für Visuelles Design einige Studien zum Thema Synästhesie durchführen. Gemeinsam erarbeite die Studiengruppe ein Diaporama mit speziell dafür ausgesuchter Musik. Von den Studenten wurden dafür, unter gemeinsamer Diskussion der Möglichkeiten, besondere Kunstwerke angefertigt. Diese etwa halbstündige Slideshow brachte beim Publikum bemerkenswerte Feedbacks. Einige Studenten konnten die Steigerungen der Farbe als auch der Melodien mit  unterschiedlicher Intensität bei sich feststellen. Andere bemerkten nur, dass es eine sehr schöne und gelungene Bilderschau war. Bei den Gesprächen mit den Teilnehmern, die eine synästhetische Erfahrung gemacht hatten, kamen teils auch Argumente zur Sprache, die auf Mängel der Zusammenstellung von Farbe und Melodie schließen ließen. Im Ganzen wurde jedoch der von der Studiengruppe verfolgte Denkansatz für die Kombination von Bild und Klang nach subjektiven, mehr psychologischen Kriterien, bestätigt.

Zitat aus Wikipedia: «Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass Synästhesie relativ selten vorkommt. Eine neuere Studie zeigt, dass vier Prozent der Menschen eine Synästhesie haben könnten. Untersuchungen an einer Kunstschule zeigten, dass 23 % der Schüler Synästheten waren. Auch über die Verteilung der Häufigkeit zwischen Frauen und Männern liegen voneinander abweichende Angaben vor.
Viele Synästheten sind sich der Besonderheit ihrer Wahrnehmung selbst nicht bewusst und erkennen ihre Synästhesie erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Daher gibt es eine hohe Dunkelziffer. Synästhesie ist international derzeit (2016) ein populärer Forschungsgegenstand, da man sich Erkenntnisse über die Funktionsweise der menschlichen Wahrnehmung erhofft. Auch die Medienaufmerksamkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Für manche Betroffene gehört zur Synästhesie ein soziales Zusammengehörigkeitsgefühl. Früher wagten Synästheten selten, anderen von ihrer besonderen Wahrnehmung mitzuteilen, da sie als Wahrnehmungsstörungen angesehen wurden. Dies hat sich in jüngster Zeit geändert. Nunmehr wird Synästhesie nicht mehr als Störung angesehen, zumal sie von den meisten Synästheten als sehr angenehm erlebt wird. Zur Zeit erscheinen in den Medien relativ viele Beiträge über Synästhesie, so dass die Öffentlichkeit inzwischen deutlich besser informiert sein könnte als noch vor wenigen Jahren.»

Mit Gewissheit wird dieses Thema mit der Kenntnis der okkulten Zusammenhänge im Mikrokosmos in ein völlig neues Licht gestellt. Siehe: «Die Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtspunkten» im Anhang.


Nächstes Kapitel: 6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung