7.0 Diverse Einflüsse auf die Wahrnehmung

7.1 Wahrnehmung von Menschen mit sensorischen Mängeln

Wie ist es nun aber, wenn einem Menschen ein Sinnesorgan fehlt oder eines nur eingeschränkt arbeitet?
Die Welt der Menschen mit sensorischen Mängeln ist gewissermaßen verarmt, eben um diesen Teil, den sie nicht wahrnehmen können. Wesentlich für die Betrachtung der Wahrnehmung ist dabei die Unterscheidung zwischen angeborenen Mängeln und den durch Krankheit oder Unfall erworbenen Mängeln. Der seit seiner Geburt total Farbenblinde hat meistens kein Farbengedächtnis und ihm fehlen die mit den Farbwahrnehmungen verbundenen psychologischen Erlebnisse.
Ebenso hat der von Geburt an Taube meistens kein akustisches Gedächtnis. Musik verschafft dem hörfähigen Menschen einige der zwingendsten Wahrnehmungserfahrungen, die dem Tauben nicht zugänglich sind. Dem Blinden fehlt jegliche Erfahrung unserer sehr stark auf visuellen Reizen aufgebauten Welt.

Diese Menschen sind jedoch in beträchtlichem Ausmaße fähig, derartige Defekte über andere Wahrnehmungsbereiche zu kompensieren.

So kann z.B. ein Blinder sein Tastgefühl und sein Gehör bis zu einer Leistung sensibilisieren, die für den Normalsichtigen nahezu unerreichbar ist. Es bleiben aber immer einige Aspekte der Wahrnehmung, wie das Erfassen ausdrucksstarker und affektiver Qualitäten von Farben und Tönen, die nicht voll kompensiert werden können. Die aus esoterischer Sicht bekannten Wahrnehmungen werden von den visuell und akustisch Behinderten verstärkt erlebt.

Über dieses Thema sind zahlreiche ausführliche Studien angefertigt worden, um mit Behinderten ihren Ansprüchen gemäß arbeiten zu können, die hier allerdings nicht zitiert werden sollen,


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


7.2 Wahrnehmung des Kindes

Eine andere Wahrnehmung ergibt sich auch, wenn der Mensch nur perinatale oder postnatale Erfahrungen hat. Obwohl jeder einmal diese Phase durchleben musste, kann man sich nur schwer im einzelnen daran erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt. Obwohl jeder einmal diese Phase durchschritten hat, kann man sich nur schwer im einzelnen erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt.
Als erstes beeinflusst die Körpergröße des Kindes die Wahrnehmung seiner Umwelt. Die Welt der Erwachsenen ist für ihre Durchschnittsgröße und ihre Bedürfnisse konstruiert. Der «niedrigere Standpunkt» des Kindes lässt viele Dinge größer und imposanter erscheinen. Auch nimmt es Gewichte von Gegenständen schwerer wahr als ein Erwachsener. Die Welt des Kindes hat (in räumlicher und zeitlicher Hinsicht) einen geringeren Umfang.

Die Anzahl von Gegenständen oder Ereignissen, die gleichzeitig aufgefasst werden können, ist kleiner. Ebenso ist die Dauer der Aufmerksamkeit kürzer.

Die Wahrnehmung des Kindes ist auf das Erfassen der Hauptzüge seiner Umwelt gerichtet, dabei werden viele Einzelheiten übersehen. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass die Größenkonstanz und andere Konstanzphänomene für das Kind nicht in gleicher Weise gelten wie für Erwachsene.
Das Kind neigt eher dazu, seine Umwelt animistisch wahrzunehmen, d.h. tote Objekte werden mit Gefühlen und Absichten belebt. Die Ausdrucksqualitäten von Gegenständen oder Ereignissen spielen in der Wahrnehmung eine relativ große Rolle. Wo ein Erwachsener diese als «subjektive» Faktoren gewöhnlich wenig beachtet, können diese «subjektiven» Ausdrucksqualitäten die Wahrnehmung des Kindes völlig für sich in Anspruch nehmen.

Man könnte nun meinen, die Wahrnehmungswelt eines Kindes ist durch diese andere Wahrnehmungsgestaltung beschränkt. Das wird jedoch durch andere Werte mehr als kompensiert. Gerade der Mangel an Objektivität und „Realismus“, verbunden mit der Empfänglichkeit für Ausdrucksqualitäten, erhalten der kindlichen Welt Frische und Spontanität. Hier brillieren Intuition und Erfindungsgabe, solange, bis die Erwachsenen-Erziehung sie erstickt hat.

 

7.3 Kultureller Einfluss auf die Wahrnehmung

Da die vorangegangenen Erfahrungen des Menschen seine Wahrnehmung stark beeinflussen, ist es selbstverständlich, dass die Menschen verschiedener Rassen und Kulturen ihre Umwelt entsprechend unterschiedlich wahrnehmen. Manche Kulturen unterscheiden sich z.B. sehr stark nach der Anzahl der verschiedenen Varianten innerhalb einer Gegenstandsklasse, die beim Erfassen unterschieden werden können. Bei der Wahrnehmung eines Gegenstandes oder einer Person steht es jedem offen, welchem Aspekt er seine Aufmerksamkeit schenkt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade zwischen verschiedenen Kulturen eine ganze Reihe Unterschiede hinsichtlich des Wahrgenommenen ergeben.

 

7.4 Wahrnehmung und Drogen

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage:
Welche Wahrnehmungsänderungen treten bei psychischer Krankheit oder bei Einnahme von Halluzinogenen oder anderen Drogen auf?

Als sicher kann angenommen werden, dass jede Einnahme von Medikamenten, von Alkohol, von Nikotin u.a. unterschiedlich stark die Wahrnehmung beeinflusst. Vor allem im Hinblick auf die «Fahrtüchtigkeit» von Kraftfahrzeugen wird immer wieder auf diese gravierenden Veränderungen hingewiesen. Eine ausführliche Erläuterung all dieser Erscheinungen würde jedoch den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Ich will mich hier darauf beschränken, einige Phänomene optischer Halluzinationen nach der Einnahme von «bewusstseinserweiternder» Drogen zu beschreiben.

Optische Halluzinationen sind ein Privileg der symptomatischen Psychose. Der Psychiater beobachtet sie überwiegend beim Delirium, in der Alkoholpsychose und anderen toxischen Psychosen, etwa bei Überdosierung gewisser Medikamente, bei Pilzvergiftungen u.a.. Die besten Auskünfte über das Wesen der optischen Halluzinose erhält man jedoch aus den experimentellen Psychosen, die durch sogenannte Halluzinogene oder Psychotica beim Menschen willkürlich steuerbar hervorgerufen werden können. Unter den z.Zt. bekannten Halluzinogene sind die klinisch wichtigsten Haschisch, Mescalin, Lysergsäure-Diäthylamid (LSD-25) und Psilocybin.
Von der Art des verabreichten Mittels und der Höhe der Dosis abhängig, kann der rauschartige Zustand der experimentellen Psychose 5 – 12 Stunden andauern. In der Regel klingt er von selbst wieder ab. Die experimentelle Psychose ist für die psychopathologische Forschung von besonderem heuristischem Wert, weil bereits während der Intoxikation und – wegen der erhaltenen Erinnerung – erst recht danach, Erlebnisschilderungen von größter Prägnanz und Eindringlichkeit gewonnen werden können. (ausführliche Berichte über LSD-Therapien bei Stanislav Grof, «Topografie des Unterbewussten») Eine gewisse Objektivierung ist schließlich durch die zeichnerischen und malerischen Darstellungen der in der Psychose erlebten Visionen und Halluzinationen möglich. Die Bilder führen in die Gesichtserscheinungen des Rausches und in die Welt der psychisch übersteigerten Affekte: der plastischen und akustischen Erinnerung vergangener Erlebnisse bis zurück in perinatale Begebnisse, der lustvollen Hingegebenheit in Fantasiewelten, starken spirituellen Erfahrungen der Ganzheit des Makrokosmos, seltener auch der Angst vor Phantomen, der depressiven Verlassenheit oder der gespannten Aggressivität in der ganzen Weltbevölkerung. Oft werden diese Sensationen mit verfremdeten und verunstalteten insektenartigen Wesen bevölkert, die vielfach an Darstellungen der Fantasiewelten erinnern.

Im Selbstversuch mit Halluzinogenen wurde beobachtet, dass mit zunehmender Wirkung des Toxins eine Intensivierung der optischen Erlebnissphäre einhergeht und sich die Phänomene langsam von den äußeren Sinneseindrücken abheben, um mehr und mehr einer intrapsychischen optischen Reizproduktion Platz zu machen. Zwischen den Exponenten prägnanter Außenwahrnehmung und übersteigerter Innenproduktion optischer Erscheinungen in Form leibhaftiger Halluzinationen liegt ein breiter Bereich vielfältiger «Trug»-Wahrnehmungen, in denen sich beide Formen optischen Erlebens miteinander mischen oder überlagern. Marihuana z.B. kann in einen Zustand führen, in dem Farben ganz «unrealistisch» leuchtend erscheinen. Der Zeitsinn ist derart stark verändert, dass selbst die einfachste Handlung subjektiv enorm lange dauert. Haschisch bewirkt in seiner natürlichen Verbindung eine Intensitvierung der sinnlichen Wahrnehmung, regt die Fantasie an und dämpft die Bereitschaft zu zielgerichtetem Denken. Die spontane Assoziationsfähigkeit nimmt in großem Umfang zu.

Ähnliche Erfahrungen zeigen sich auch bei der Einnahme von Meskalin. Die Erlebnisse der wenigen Menschen, die unter Beobachtung Meskalin genommen haben, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Die Fähigkeit, sich zu erinnern und folgerichtig zu denken, ist nur wenig, wenn überhaupt, verringert.
  2. Visuelle Eindrücke sind sehr verstärkt , und das Auge gewinnt einiges von der unbefangenen Wahrnehmungsweise der Kindheit wieder, in welcher das durch die Sinne Wahrgenommene nicht sogleich und automatisch dem Begriff untergeordnet wurde.

Meskalin verleiht allen Farben erhöhte Stärke und macht den Wahrnehmenden unzählige feine Abschattungen bewusst, für die er zu gewöhnlichen Zeiten völlig blind ist. Es hat den Anschein, dass für den allumfassenden Geist die sogenannten sekundären Merkmale der Dinge primäre sind, … er fühlt offenbar, dass Farbe wichtiger und der Beachtung mehr wert ist, als Zahl, Lage und Größe.

  1. Das Interesse für Räumliches ist verringert .
  2. Das Interesse für die Zeit fällt fast auf den Nullpunkt .
  3. Obgleich der Verstand unbeeinträchtigt bleibt und das Wahrnehmungsvermögen verbessert wird, erleidet die Entschlussfähigkeit eine tiefgreifende Veränderung zum Schlechteren.

Wer Meskalin nimmt, fühlt sich nicht veranlasst, irgend etwas im Besonderen zu tun und findet die meisten der Zwecke, für die er zu gewöhnlichen Zeiten zu handeln und zu leiden bereit war, äußerst uninteressant. Er «kann sich nicht mit ihnen abgeben, aus dem guten Grund, dass er über Besseres nachzudenken hat.» (Aldous Huxley, Die Türen der Wahrnehmung)

Über die Auswirkungen auf die Wahrnehmung nach Einnahme von Psilocybin berichtete G. Wasson:
«Dann kam es mir vor, als hätten sich die Wände des Hauses aufgelöst und mein Geist sich in die Luft erhoben… Die visionären Bilder waren nicht verwischt oder undeutlich. Im Gegenteil, die Umrisse und Farben waren so ausgeprägt und scharf, dass sie mir wirklicher vorkamen als alles, was ich bisher in der Natur gesehen hatte. Ich spürte, dass ich erst jetzt klar sehen konnte, während unser gewöhnliches Sehvermögen uns nur eine unvollkommene Ansicht der Gegenstände vermittelt.»

1943 entdeckte A. Hofman bei Versuchen die Wirkung von LSD 25. Er beschrieb seine Selbst-Wahrnehmungen:
«Objekte veränderten sich optisch, ich konnte mich nicht konzentrieren… Bei geschlossenen Augen überschwemmten mich phantastische Bilder von außerordentlicher Plastik und intensiven Farben…» Nach sechs Stunden: «Die optischen Verzerrungen waren immer noch sehr ausgeprägt. Alles schien zu schwanken und keine festen Dimensionen zu besitzen, wie Zerrbilder auf einer bewegten Wasseroberfläche … Besonders auffallend war, dass alle Geräusche in visuelle Empfindungen umgesetzt wurden, so dass jeder Ton und jedes Geräusch ein dementsprechendes Bild erzeugten.» (siehe Synästhesie Anm.d.V.).

«LSD vermittelt durch eine sinnliche Erfahrung die Erkenntnis der Relativität unserer gewöhnlichen Auswertung von Sinnesinformationen, indem es uns mit einer Fülle von qualitativ neuen Informationen überschüttet. Die außerordentliche Wahrnehmungsfähigkeit, verbunden mit dem Abbau der kategorisierenden, kanalisierenden Funktionsweise der Wahrnehmung und des Denkens, erfordert eine Korrektur unserer Vorstellung von der Wirklichkeit und ermöglicht eine Erweiterung des Wissens über die Wirklichkeit. Die LSD- Erfahrung macht deutlich, dass wir auch in «normalem» Zustand die Welt nicht sehen , wie sie ist, sondern wie wir sind, wie unsere Nervensysteme und unsere Individualgeschichte es erlauben». (R. SteckeI)

Gerade diese letzte Aussage bestärkt die in den vorangegangenen Kapiteln wiederholt aufgeführten Hinweise, dass die Wahrnehmungsorganisation dem Menschen nur eine sehr individuelle Gestaltung der empfangenen Sinnesreize vermittelt, die von den sensorischen und psychologischen Qualitäten seiner Person und seinen damit verbundenen Vorstellungen und Abberationen (Abweichungen) abhängig ist. Somit nehmen wir prinzipiell die uns umgebende «Wirklichkeit» nicht in voller Objektivität wahr. Die Wahrnehmung der Menschen und Tiere ist so von der Natur ausgerichtet, dass sie sich in einer dreidimensionalen Umwelt zum physischen Selbsterhalt (Fressen, Kämpfen oder Flucht) und Arterhalt orientieren können. Sie ist zusätzlich geformt von den historischen und kulturellen Einflüssen der sozialen, politischen, finanziellen und religiösen Weltereignisse, in denen wir leben.

Dass dadurch einseitig konditionierte Nervensystem wird von den Halluzinogenen in unterschiedlicher Weise und Stärke entkonditioniert und somit für das Angebot vielfältiger Reize von außen und innen zugänglich gemacht, die es normalerweise unterschlägt. Mehr dazu im folgenden Kapitel:
Die menschliche Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtspunkten: Kapitel 8.0

7.5 Nachwort allgemeine Wahrnehmung

Der Bereich «Wahrnehmung» umfasst eine Vielzahl interessanter Interaktionsmechanismen zwischen den biologischen Gegebenheiten der Sinnesorgane und den psychologischen Situationen des betrachtenden Menschen. Will man jemanden kennen lernen, so ist man auch darauf angewiesen, seine Wahrnehmungen zu beobachten und zu untersuchen, denn nur so kann man erfahren, in welchem Rahmen er seine persönliche Welt erfassen kann, die für ihn seine wahre Welt ist.

Die Beschaffenheit der stofflichen Welt setzt sich zusammen aus dem, was der Mensch mit seinen fünf Sinnesorganen wahrnimmt, was er fühlt, mit seinem Verstand denkt und sich mit Hilfe seines Vorrates an Bildern in seinem Gedächtnis vorstellt. Diese Weltanschauung wird von ihm als die für jeden spezifisch eigene «Welt» empfunden, sie ist Jedermanns eigene Wahrheit. Nach dieser als total wahr angenommenen Weltanschauung richtet sich sein Verhalten und wiederum seine Wahrnehmungsgestaltung. Doch kann damit alles über das menschliche Sein bestimmt werden? Wer bedenkt, dass mit der Wendezeit schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren der Gedanke an die feinstofflichen Beeinflussungen der Menschen beschrieben wurde, wird erstaunt sein, wie wenig sich davon in den Kreisen der westlich-christlich oder islamisch orientierten Menschheit in der Allgemeinbildung manifestiert hat.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie – mit der Reinkarnations- und Karmalehre – mit der westeuropäischen Philosophie und der christlichen Religion. Dabei wurden auch die spiritistischen Erkenntnisse und die okkulten Zusammenhänge der unstofflichen Kraftfelder in Kosmos und Mikrokosmos auf breiter Basis vorgestellt. Einige ihrer Zeitgenossen, z.B. G.S. Mead, G.I. Gurdijeff, P.D. Ouspensky, C.W. Leadbeater sowie Elivas Levi haben u.a. tiefgreifende Einsichten der immateriellen Seiten des Lebens und Wahrnehmens wahrgenommen und beschrieben. Dieser Trend setzte sich bei zahlreichen modernen Autoren fort. Die umfassenden Schriften von Rudolf Steiner, der den Kreis der Anthroposophen gestiftet hatte, zeugen in seiner weitreichenden Geisteswissenschaft von den komplexen anthropologischen Einsichten in das Werden des Kosmos und des Mikrokosmos. Dieses geistige Erwachen entwickelte sich auch bei einigen indischen Gelehrten sowie den Rosenkreuzern in Amerika und Europa weiter.

In der Zeit nach 1900 wurden im Westen bahnbrechende Erkenntnisse großer Psychoanalytiker gemacht, wie z.B. durch S. Freud, C.G. Jung, A. Adler und. E. Fromm. Hinzu kam die vorwiegend materialistisch orientierte Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Iwan Petrowitsch Pawlow in Russland, worauf sich dann in Folge der amerikanische Behaviorismus zu voller Blüte entwickelte. Der kommende neue Mensch stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden am Nil und der mexikanischen Pyramiden von Teotihuacán wurden durch ausgiebige Forschungen sowie Maßanalysen von Axel Klitzel entschleiert.
Neue Verbindlichkeiten für das menschliche Leben aus den unstofflichen Gegebenheiten wurden besonders durch amerikanische Forscher  der Psychologie entdeckt und umfassend mit zahlreichen Fallstudien belegt. Dazu zählen auch die Nahtoderfahrungen, erforscht von R.A. Moody, oder die LSD-Therapie von St. Grof, die Jenseitskontakte (spiritistische Sitzungen mit Fletcher) mit Verstorbenen von Arthur Ford, sowie die Erforschung des mexikanischen Schamanen Don Juan von C. Castaneda, die Experimente mit dem Samadhi-Tank von J. Lilly und die Jenseitsreisen von Robert A. Monroe und das Channeling von Jane Roberts, die ihre Gespräche mit Seth aufzeichnete.
Am 11. September 2001 wurde ein «Flugzeugangriff» auf die Worldtrade-Towers in New York zu einem einschneidenden kosmischen Ereignis hochstilisiert. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Zweig des Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die so einige Profi-Esoteriker darüber verkündeten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacán erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige religiöse Betrachtung kernphysikalischer Erkenntnisse. Angesichts der Forschungsergebnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich entwarfen einige Physiker ein total neues Modell der kosmischen Zusammenhänge. Nach der Wendezeit, die von Fritjof Kapra 1982 in seinem gleichnamigen Buch ausführlich geschildert wird, folgten die umfangreichen Theorien von Rupert Sheldrake, Ervin Laszlo und Ken Wilber. Die zahlreichen historischen Beispiele in dem Buch «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», veröffentlicht 1962 von Louis Pauwels, reichen aus den 1960igern bereits in die beginnende Aquariuszeit. Im Eranos-Kreis von Ascona trafen sich ausgesuchte Fachkräfte aus Psychologie, Wissenschaft, Biophysik, Chemie und Religion, die die wissenschaftlich esoterische Basis des menschlichen Daseins und ihre Entwicklungstendenzen diskutierten. In den seit 1933 regelmäßig publizierten Jahrbüchern mit den abgedruckten Vorträgen werden auch die bevorstehenden Veränderungen der Evolution sichtbar. Michael Murphy veröffentlichte 1992 in dem Buch, «Der Quanten-Mensch», einen Blick in die Entfaltung des menschlichen Bewusstseins-Potentials vom Anbeginn der menschlichen Aufzeichnungen bis ins 21. Jahrhundert.

So spiegelt sich die beginnende Aquariusperiode in vielen Berichten nahezu aller Forschungszweige. Die sich tatsächlich entwickelnden Bewusstseinsveränderungen bescheren als Schlagschatten der positiven Entwicklung zu höheren Dimensionen der Menschheit leider eine Vielzahl von Kriegen, äußerst dramatische Entwicklungen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren und fernen Ostens. Der Verursacher dafür ist nicht bei den grobstofflichen Personen in den Machtzentren der Staaten zu suchen, sondern vielmehr bei den selbsterhaltenden Kräften – «Asuras» (ein Begriff aus den Veden) oder Äonen 8ein Begriff aus der Gnosis) – im Jenseits, die mit den Emissionen der bestehenden Glaubens- und Denkrichtungen der Menschen ihre Existenz unter dem Himmel sichern. Bei weiterem Fortschreiten der Aquariuszeit wird die «Nahrung der Götter» verständlicherweise immer dünner. Denn auf die Bewusstseinsveränderung bei vielen Menschen folgt natürlich auch eine Veränderung in der Lebenshaltung. Es entwickelt sich eine völlig neue Wahrnehmung der Welt in bislang ungedachten Perspektiven. Denken, Wollen und Handeln werden künftig in einem total anderen Lebenskontext stehen. Durch die sich aus den unstofflichen Kraftfeldern entwickelnden Wahrnehmungsmöglichkeiten werden die bisher geltenden alten Weltanschauungen sowie Machtkonzeptionen und deren beherrschenden Autoritäten unbrauchbar. Unaufhaltsam lösen sich die herrschenden materiellen Strukturen darum auf und verwehen in der Zeit. Die menschlichen Wahrnehmungen und Bewertungen erfolgen künftig nach völlig neuen Gesichtspunkten und dienen fürderhin anderen Pespektiven für die weitere Evolution im Kosmos und Makrokosmos.

Darum wird in den folgenden Abschnitten ein Abriss der esoterischen Zusammenhänge gegeben. Kapitel 8.0


Die bis hierhin vorliegende Arbeit ist als wissenschaftliche Arbeit zu meinem Design-Examen an der Fachhochschule Düsseldorf unter der Anleitung von Professor H. Lenzen erarbeitet worden. Sie ist im Wesentlichen, mit einigen redaktionellen Ergänzungen im Vorlauf und in den abschließenden Gedanken, eine umfassende Zusammenstellung aktueller Erkenntnisse über die Wahrnehmung aus unterschiedlichen Quellen aus dem Jahre 1974.
Die Arbeit bekam eine Auszeichnung durch den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, dem späteren 8. Bundespräsidenten Deutschlands. Die Texte sind leicht überarbeitet und viele Beispiel-Abbildungen wurden erneut mit dem Computer editiert, andere Bilder sind meistens eigene Fotos oder aus Wikipedia.

6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung

Der menschliche Wahrnehmungsprozess ist immer an einen Körper gebunden, der sich zumeist in Aktion befindet – nicht nur in physikalischer, sondern vor allem in psychologischer Aktion.
Die Handlungen sind begleitet von Denkprozessen, Gefühlszuständen und Absichten. Dadurch ist der Beobachter niemals völlig „neutral“, sondern er hat bestimmte Einstellungen und Erwartungen, die die Wahrnehmungsorganisation in dieser oder jener Richtung beeinflussen. Wenn ein Wanderer in einen Wald geht, so erwartet er dort Bäume, Büsche und Tiere, aber keine Hochhäuser oder Flugzeuge. Wenn ein Durstiger einen Wasserhahn aufdreht, erwartet er Wasser und keine Musik. Ein 100 m-Sprinter hat am Start seine Muskulatur auf den Sprint eingestellt. Dies ist eine motorische Einstellung. Wenn ein Schüler in eine interessante Stunde geht, hat er sein Gehirn auf den zu erwartenden Lernprozess eingestellt. Dies ist eine gedankliche oder geistige Einstellung. Wenn ein Beobachter auf Horchposten ist, hat er seine Sinne, Augen und Ohren auf eine bestimmte Wahrnehmung eingestellt.
Diese sind zumeist bewusste Einstellungen, die auch landläufig mit «Konzentration» oder auch «Ausrichtung» bezeichnet werden. Es gibt darüber hinaus noch Einstellungen oder «Sets», die unbewusst auf die Wahrnehmung wirken.

Dazu gehören

1 . die vorausgegangenen Erfahrungen und
2 . persönliche Bedürfnisse, Gefühlszustände, subjektive Stimmungen, aktuelle Werthaltungen.

(Bei dieser Trennung wird davon abgesehen, dass Bedürfnisse, Gefühlszustände, Stimmungen und Werthaltungen erst durch Erfahrungen und/oder pädagogische Beeinflussung geschaffen wurden. Oft stammen diese Erfahrungen aus der frühen Kindheit oder Jugendzeit.)


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6.1 Vorausgegangene Erfahrung und Wahrnehmung

Fährt man mit dem Auto an einem unbekannten Plakatmotiv vorbei, auf dem kein Text ist, sondern nur eine völlig fremdartige Abbildung, so wird sie – wenn sie überhaupt gesehen wird – zunächst nicht erkannt. Erst bei häufigerem Erscheinen wird das Motiv identifiziert und mit bekannteren Motiven in Verbindung gebracht. Diese Erfahrung ist durch zahlreiche Experimente bestätigt worden.
Je vertrauter und bekannter eine Reizkonfiguration, desto stärker ist die Bereitschaft, sie auch zu erkennen bzw. wahrzunehmen.

Andererseits kann eine momentane Einstellung diesen Faktor der reinen Erfahrenshäufig-
keit und die daraus resultierende Einstellung kompensieren oder überwinden. In dem oben genannten Beispiel könnte die momentane Einstellung folgendermaßen hervorgerufen werden: Ein Autofahrer macht den anderen darauf aufmerksam, dass er an seiner Strecke ein völlig neues Plakatmotiv sehen wird.
Ganz frische Erfahrungen neigen stärker dazu, die Wahrnehmung zu beeinflussen, als länger zurück liegende Erfahrungen.

Ausnahmen von dieser Regel finden sich im Zusammenhang mit der geordneten Abfolge von Reizen in der Zeit. Ein Junge läuft mit einem Stock an einem Lattenzaun entlang. Nach jeder achten Latte ist ein größerer Zwischenraum. Bei dieser Geräuschabfolge hört ein Passant das «Knack» nach der achten Latte deutlicher, als das Knattern des Stockes auf der ersten bis achten Latte, obwohl diese Geräusche öfter an sein Ohr kommen.
Angenommen, man geht gleichmäßig schnell an einem langen Bauzaun entlang, der dicht beklebt ist mit gleichen Plakaten auf rotem Grund. Nach jeweils 10 Plakaten ist ein blauer Zettel dazwischen geklebt. Beim Entlangschreiten ist die Einstellung geradezu auf den blauen Zettel gerichtet. Er wird erwartet.
Genauere Untersuchungen dazu hat K. Gottschald durchgeführt. (Über den Einfluss der Erfahrung auf die Wahrnehmung von Figuren, Psychologische Forschung 8/1929. 261-317 und 12/1920, 1-87)

 

6.2 Bedürfnisse, Gefühlszustände, Stimmungen und Werthaltungen

Zwei Menschen gehen in ein Bistro, in dem eine attraktive Kellnerin bedient. Der eine Freund ist besonders hungrig und der andere geht auf Freiersfüßen. Fragt man sie nach dem Verlassen des Bistros, was ihnen in diesem Lokal besonders aufgefallen ist, so besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass der vorher Hungrige das Essen erwähnt, und der andere die nette Kellnerin beschreibt.
An diesem kleinen Beispiel ist zu erkennen, dass die Art und Weise, wie eine Reizsituation wahrgenommen wird, deutlich Auskunft geben kann, welche Bedürfnisse oder Gefühlszustände den Beobachter bewegen. Die sich durch solche Rückschlüsse ergebenden Betrachtungen spielen wohl auch in der Kriminalistik eine nicht unerhebliche Rolle.

6.2.1 Bedürfnisse

Je stärker ein Bedürfniszustand (z.B. der Hunger) ist, desto mehr wird der Beobachter seine Wahrnehmung in Richtung auf diejenigen Umweltreize (hier Essensmöglichkeiten) strukturieren, die sein Bedürfnis befriedigen können. Man könnte annehmen, das sei selbstverständlich. Aber so einfach ist das nicht. Um den Zusammenhang zwischen Bedürfnis und Wahrnehmungsgestaltung genau zu erkennen, wurden vielfältige Untersuchungen durchgeführt, u.a. an der Universität Marburg.
Dabei hat sich ergeben, dass die Faktoren Bedürfnisspannung, Reizkonfiguration und Einstellung in einer komplexen Wechselwirkung stehen. Ruft also z.B. der Bedürfniszustand Hunger die Einstellung auf Essen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hervor, so kann diese doch durch die gesamte Situation wieder verdrängt werden, wenn es sich z.B. um eine Arbeitssituation handelt, die eine Konzentration auf Kontrollorgane erfordert.
Erst in der Kantine wird dann die Einstellung auf Essen wieder begünstigt und die Wahrnehmungsorganisation entsprechend ausgerichtet.

6.2.2 Gefühlszustände – Stimmungen

In einer Untersuchung von Murrag (1933) wurden Kinder aufgefordert, Portraitfotos zu beurteilen.
Dabei wurden die Kinder beim ersten Mal unbeeinflusst gefragt, dann nach einem aufregenden «Mörderspiel» ein zweites Mal. Bei den zweiten Antworten sahen die Kinder sehr viel mehr «Bösartigkeit» in den Portraits als vorher. Diese Einstellung der Wahrnehmung wird besonders bei wenig strukturierten Reizen wirksam. Das Knarren eines Fensters bekommt nach einem spannenden Krimi im Fernsehen plötzlich eine andere beängstigende Bedeutung. Oder es werden bei Nacht in Schatten, Büschen oder Nebelschwaden «verdächtige Gestalten» wahrgenommen. Dass auch die Aufnahmebereitschaft von Farben gefühlsmäßigen Schwankungen unterworfen ist, wurde in dem Kapitel Farbe bereits erwähnt.

6.2.3 Werthaltungen

Zeigt man streng Gläubigen und nicht Gläubigen farbige, abstrakte Bilder und fordert sie auf, diese zu beschreiben, so werden die gläubigen Betrachter mit großer Wahrscheinlichkeit mehr religiöse Motive herausfinden als die nicht gläubigen Probanden.

Diese Grundeinstellungen können auch aus anderen Bereichen kommen, z.B. aus dem ästhetischen, sozialen, politischen oder ökonomischen Bereich. Genauere Untersuchungen wurden von Postmann, Bruner und McGinnies bereits 1949 durchgeführt. Dabei konnte die Hypothese gestützt werden, dass der Mensch bevorzugt seine Wahrnehmung so einstellt, dass das Wahrgenommene möglichst mit seinen Werthaltungen und vorgefassten Stellungnahmen übereinstimmt.
Dies wird noch deutlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass z.B. ein religiöser Mensch Abbildungen, Wörter und Melodien seiner Religion viel häufiger sieht oder hört als ein areligiöser Mensch.

 

6.3 Konsonanz – Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster

Wie bereits beschrieben wurde, ist die Auswirkung einer Einstellung durch Erfahrung, Bedürfnis, Gefühlszustand, Werthaltung auf die Wahrnehmung nicht immer so ganz eindeutig, sondern von unterschiedlichen Faktoren abhängig :

1. Die Einstellung kann u.U. eine besondere Bedeutung bekommen.
2. Ein Bedürfnis kann sehr stark sein oder auch schwach.
3. Die Einstellung kann grundsätzlicher Art sein oder nur für eine kürzere Zeit wirksam sein.
4. Im Menschen können mehrere Einstellungen gleichzeitig wirksam werden, die sich miteinander vertragen oder die entgegengesetzt wirken.
5. Die Strukturstärke der Reizmuster kann mitentscheidend sein. Eine schwächere
Reizmusterstruktur wird leichter von einer Einstellung beeinflusst als eine stärkere.
6. Die Einstellung kann der Wahrnehmung entsprechen oder ihr genau widersprechen.

In diesem Abschnitt sollen vor allem die Vorgänge besprochen werden, die bei einer Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster ablaufen.

6.3.1 Selektivität

In der nun folgenden Abbildungen sind zwei Frauen-Porträts in einem Bild so gezeichnet, dass man alternativ das Profil einer anziehenden jungen Frau oder das einer hässlichen Alten sehen kann.

Leeper machte mit diesen Bildern folgenden Versuch: Er zeigte einer Gruppe von Versuchspersonen eine ganze Reihe von Bildern. Unter diesen war das Bild der «jungen Person» – siehe rechts unten – gemischt. Einer anderen Gruppe zeigte er zusammen mit anderen Bildern das Bild der «Alten» – siehe links unten.

Dann wurde allen Teilnehmern dieses Versuchs die vollständige Abbildung links vorgelegt. Das Ergebnis war eindrucksvoll. Sämtliche Versuchspersonen der ersten Gruppe sahen in dem doppeldeutigen Bild spontan die junge Frau und 95 % der zweiten Gruppe sahen in der doppeldeutigen Abbildung die «Alte».

Die subjektiv gewonnene Einstellung der Beobachter wirkte sich in der doppeldeutigen Situation unzweifelhaft selektiv aus.

Das heißt, wenn zwei oder mehrere Gestaltungsmöglichkeiten eines Reizmusters gegeben sind, wählt die Wahrnehmung diejenige Gestaltung aus, die mit der betreffenden Einstellung übereinstimmt.

 

6.3.2 Verzerrung
Wenn eine gegebene Reizsituation, z.B. ein Bild, so strukturiert ist, dass sie der vorherrschenden Einstellung des Betrachters nahezu, jedoch nicht vollständig entspricht, dann wird trotzdem das wahrgenommen, was sich der Betrachter vorstellt.

Die Teile des Bildes, die der Einstellung nicht entsprechen, werden verzerrt wahrgenommen. Anders gesagt: Sie werden der vorgefassten Einstellung angepasst.

Dieser Mechanismus wird auch noch bei stark widersprüchlichen Teilen wirksam. Die unpassenden Teile werden einfach unterdrückt. Dieser Vorgang der Unterdrückung von unbequemen oder widerwärtigen sozialen Vorgängen wird in der Psychologie mit Verdrängung bezeichnet, und es ist ein bedeutsamer Komplex für die Heilungschancen bei einer entsprechenden Therapie.

6.3.3 Kompromiss

Bruner und Postmann zeigten in einem interessanten Versuch, welche Kunststücke die Wahrnehmungsorganisation vollbringt, um die Einstellung mit der Reizsituation zu vereinigen.

Einigen Versuchspersonen wurden kurzzeitig (mit Tachistoskop) Spielkarten gezeigt, mit der Bitte, die Karten einfach zu benennen. Einige Karten waren für diesen Versuch mit verkehrten Farben gedruckt worden. Es gab also eine schwarze (anstatt rote) Herz-Sechs, eine rote (anstatt schwarze) Pik-Vier usw. Bei hinreichend kurzer Darbietung verzerrten die meisten Betrachter die gefälschten Karten so, dass ihre Erwartungen bestätigt wurden.
Beispielsweise wurde die rote Pik-Vier als Herz-Vier gesehen oder auch als Pik-Vier, ohne dass der Farbwiderspruch bemerkt wurde. In anderen Fällen, bei längerer und wiederholter Betrachtung, wurde eine Zwischenlösung oder ein Kompromiss gesehen, so z.B. eine rote Pik-Sechs als «eine Art purpurne Pik-Sechs».

Die Wahrnehmung ist also unter Umständen ein Kompromiss zwischen dem, was die Einstellung nahelegt und dem, was dem erfassten Reizmuster entspricht.
Dieses Phänomen spielt vielfach allgemein-psychologisch bei der Wahrnehmung zwischenmenschlicher Prozesse u.ä. eine Rolle.

6.3.4 Rückwirkende Umformung der Einstellung

Kommen wir noch einmal auf das obige Experiment in 6.3.3 zurück. Wenn die Betrachtungsdauer genügend verlängert wurde, erkannten die Versuchspersonen die Unnatürlichkeit der Spielkarten. Dadurch aufmerksam geworden, erwarteten die Betrachter geradezu eine falsche Spielkarte und erkannten sie rascher als vorher. Die frühere Einstellung «nur normale Spielkarten zu sehen» wurde durch die Einstellung «falsche Karten» zu Gesicht zu bekommen verändert auf die Wahrnehmung «der falschen Karten».

Wenn eine Abbildung oder eine andere Reizsituation stark strukturiert ist und im krassen Gegensatz zu der Einstellung des Betrachters steht, so kann dieser Widerspruch verstärkt werden. Der Beobachter wird sich der Diskrepanz besonders deutlich bewusst und wendet ihr seine Aufmerksamkeit zu. Dadurch verändert sich die ursprüngliche Einstellung.
Die durch die Einstellung hervorgerufenen Erwartungen können wegen der «harten Tatsachen» in der realen Situation die geforderte Wahrnehmungsorganisation nicht mehr zustande bringen. Somit passt sich die Wahrnehmung der gegebenen Reizsituation an.
Hieraus wird besonders deutlich, dass Einstellung und Wahrgenommenes in einer ständigen Rückkopplungsbeziehung mit wechselseitiger Kontrolle stehen.

 

6.4 Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist eine der Grundeinstellungen des Menschen überhaupt. Das Thema ist oft heiß diskutiert und viel erforscht worden, vor allem unter den Psychologen des Werbefachs, die immer wieder die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ihre Werbemittel lenken müssen. Bevor wir die Aufmerksamkeit in dem nachfolgenden Text auf die Wirkungsfaktoren der Aufmerksamkeit richten, ist es sinnvoll, erst einmal einen physiologischen Abstecher zu machen.

Unser Gedächtnis besteht nach Frederic Vester aus drei Abteilungen:
Dem Langzeitgedächtnis, in dem die Erinnerungen als Moleküle – so sagt er – gespeichert sind, dem Kurzzeitgedächtnis, wo die im Langzeitgedächtnis zu speichernden Moleküle gebildet werden und dem Ultrakurzzeitgedächtnis, in dem die erfassten Informationen als elektrische Schwingungen kreisen.

Die bewusste Aufnahme einer Information ins Ultrakurzzeitgedächtnis – also die Wahrnehmung – hängt von der Aufmerksamkeit ab. Ob aber für eine bestimmte Information Aufmerksamkeit empfunden wird, ist von bereits vorhandenen Assozia-
tionen im Langzeitgedächtnis abhängig, von bestimmten Einstellungen, von mögli-
chen Gedankenverbindungen, die mit der Neuigkeit verknüpft werden können. Sind keine Assoziationen vorhanden, wird keine Aufmerksamkeit geweckt, klingen die elektrischen Schwingungen im Ultrakurzzeitgedächtnis wieder ab und das wahrgenommene wird wieder «gelöscht». (Zu dem Thema «Gedächtnis» verweise ich auf diesen Artikel, in dem eine esoterische Sicht ausführlich beschrieben wird, )

Um Aufmerksamkeit für eine neue Information zu erzielen, ist es also notwendig, diese Neuigkeit in zumindest einigermaßen bekannte Informationen zu verpacken, die dann vielfältige Assoziationen ermöglichen.

Die Aufmerksamkeit ist eine Erwartungshaltung des Beobachters, die von einer Voreinstellung, einem Begehren oder Bedürfnis, einer Stimmung, einer subjektiven Werthaltung geprägt ist.

6.4.1 Brennpunkt der Aufmerksamkeit
Wie aus alltäglichen Erfahrungen bekannt, hebt sich innerhalb eines umfangreichen Wahrnehmungsfeldes der Mittelpunkt deutlicher hervor.
Die Aufmerksamkeit lenkt die Konzentration der Wahrnehmung auf ein bestimmtes Zentrum.
Soll z.B. ein größeres Bild aufgenommen werden, so wandert das Aufmerksamkeitszentrum von einem Bildteil zum anderen.
Die Aufmerksamkeitszentrierung ist gewöhnlich sehr kurz.
Sie unterliegt einer bestimmten Sättigung, und nach einer gewissen Zeitspanne neigt die Aufmerksamkeit «spontan» zum Weiterspringen. So kommt es, dass umfangreiche Reizmuster, Bilder, Landschaften o.ä. mit den Blicken sozusagen erwandert werden. Die Abbildung oben zeigt die sukzessive Fixierungen einzelner Bildteile beim Betrachten einer Internet-Seite. Die Augenbewegungen eines Beobachters können mit Hilfe einer Spezialkamera fotografiert und dokumentiert werden.

6.4.2 Aufmerksamkeitsumfang
Die Umschaltung der Aufmerksamkeit auf neue Reize ist offenbar deshalb erforderlich, weil der Umfang dessen, was wir mit einer Konzentrierung der Aufmerksamkeit einfangen können, extrem begrenzt ist. Dieser Brennpunkt der Aufmerksamkeit ist ein kleiner Teil des Blickfeldes, z.B. kann man mit «einem Blick» eine große Anzahl von Reizen erfassen, aber nur eine geringe Menge detailliert wahrnehmen.

Um diese Aufmerksamkeitsspanne kennenzulernen, kann man einen einfachen Versuch machen:
Man schüttet eine Anzahl Erbsen, Bohnen o.ä. vor sich auf den Tisch und nennt spontan die Anzahl der Teile auf dem Tisch. Dann setzt man mit unterschiedlichen Mengen den Versuch fort. Man wird schnell herausfinden, dass man bis 5 oder 6 Teilen fast immer die richtige Anzahl nennt und darüber hinaus die Fehler stark zunehmen. Bei 11 oder mehr Einzelteilen sind die Schätzungen meistens falsch.
(Ein ähnlicher Versuch wurde von Glanville und Dallenbach 1929 durchgeführt.)

Der Mensch ist also gezwungen, sukzessiv – Stückchen für Stückchen – seine Wahrnehmung in der Zeitabfolge auf einzelne Teile des gesamten Reizfeldes zu lenken.

Dieser Aspekt ist bei der Gestaltung von Kunstwerken oder Werbemitteln zu beachten, denn es ist nicht nur vom ästhetischen Wert her gesehen bedeutsam, in welcher Reihenfolge ein Bild wahrgenommen wird, sondern auch und vor allem für das Begreifen des Inhaltes besonders wichtig. Die großen niederländischen und italienischen Maler haben die Aufmerksamkeit des Betrachters durch besondere Lichteffekte und abweichende Perspektiven gelenkt.

Die Schule von Athen, Raffaello Sanzio (1509)
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6.4.3 Aufmerksamkeitsverteilung

Jeder hat schon einmal eine Situation erlebt, in der er zwei Dinge gleichzeitig erledigen wollte. Beim Multitasking muss der Mensch seine Aufmerksamkeit teilen. Vielleicht kann er dabei auch selbst feststellen, dass ihm diese Aufmerksamkeitsteilung nicht so recht gelingt.
Es ist fast natürlich, dass mit der Teilung der Aufmerksamkeit ein Qualitätsverlust verbunden ist.

Auch wenn man seine «Aufmerksamkeit» einem großen Blickfeld zuwendet, also diffus verteilt, wird die Erfassung jedes Einzelteiles geschwächt. Es steht für jeden Teil nur ein kleines Spektrum der physiologischen Voraussetzungen sowie der nervlichen Verschaltungen zur Verfügung. Bei einer totalen Konzentration auf einen begrenzten Blickpunkt ist die ganze Summe der – sonst verteilten – Aufmerksamkeit eingesetzt.

Oft scheint ein Mensch in der Lage zu sein, innerhalb eines kurzen Zeitintervalles wahre Wunder an Konzentration auf mehrere Aufgaben zu vollbringen. Meistens handelt es sich hierbei nicht um echte Gleichzeitigkeit, sondern um Multitasking, einem komplexeren Prozess, vor allem um einen sehr raschen Aufmerksamkeitswechsel in der Zeit, z.B. bei Computer-Spielen, im Cockpit eines Flug- oder Fahrzeugs oder beim Orgel-Spielen usw. Dabei spielt natürlich auch die antrainierte Routine eine wesentliche Rolle: Es sind dem Akteur ganze Gruppen von Handlungsabläufen so stark vertraut, dass er sich nicht mehr auf sie zu konzentrieren braucht. Ein weit bekanntes Beispiel ist das Autofahren. Für einen Nichtautofahrer oder Anfänger erscheint es, als würde ein routinierter Chauffeur in einer Großstadt wahre Wunder an Konzentration vollbringen. Tatsächlich laufen jedoch die meisten Handlungen vollständig automatisch ab, und nur ein Bruchteil der Verrichtungen bedarf seiner Aufmerksamkeit.

Im Rahmen der Informationstheorie wurde ein allgemein anwendbares Maß für den Aufmerksamkeitsumfang pro Zeiteinheit erarbeitet. Das sogenannte Bit (aus dem Englischen = binary digit) ist die Einheit für die Mindestzahl von Entscheidungen, die zur Beschreibung bzw. Kommunikation eines gegebenen Reizfeldes, eines Buchstaben oder Bildteiles, erforderlich sind.

So erfordert ein aus vier Elementen bestehendes Feld zur Beschreibung zwei Bits, ein aus acht Elementen bestehendes Feld drei Bits usw. (Über die Verteilung der Aufmerksamkeit und andere Prozesse, die in diesem Zusammenhang stehen, berichten die Darstellungen von G.A. Twiller und E.O. Cherry.)

Berücksichtigt man die vorangegangenen Einsichten über die enge Aufmerksamkeitsspanne und den Qualitätsverlust bei Spaltung der Aufmerksamkeit, dann wird der Wert der in den ersten Kapiteln beschriebenen Wahrnehmungsorganisation besonders deutlich. So erleichtern besonders die Gruppierungstendenzen dem Menschen ein Handeln in komplexen Situationen. Auch die bereits erwähnte Routine macht häufig eine konzentrierte Aufmerksamkeit überflüssig. Durch angelernte Erfahrungen stehen die notwendigen Voreinstellungen für die Wahrnehmung von vornherein bereit und die erfolgten Reize passen dazu.

Für viele Bereiche des Lebens sind diese Prozesse der Wahrnehmungsorganisation zur Bewältigung gestellter Aufgaben unabdingbar. Die Aufmerksamkeit wird von einem gewissen Ballast befreit und nur für besonders wichtige Dinge eingesetzt. Denkt man z.B. an einen Piloten in einem modernen Düsenjet.

Wieviel Zeit wäre erforderlich, wenn sich der Pilot auf jeden Kontrollblick, auf jede einzelne Handlung konzentrieren müsste?
Andererseits sind in anderen Bereichen des Lebens die automatisch ablaufenden Wahrnehmungsprozesse hinderlich.

Vor allem für den Grafik-Designer ist es manchmal notwendig, bestimmte Details eines Gegenstandes aus neuer Sicht wahrzunehmen und darzustellen. Auch steht die Routine häufig einem innovativen Wahrnehmen im Wege. Um diesem Mechanismus zu begegnen, wurden vor allem in Amerika sogenannte KreativitätsMethoden entwickelt.

 

6.4.4 Willkürliche und unwillkürliche Aufmerksamkeit

Die Unterscheidung zwischen willkürlicher und unwillkürlicher Aufmerksamkeit ist sehr grob. Vor allem stößt man bei der Bestimmung des Begriffs „willkürlich“ schnell auf Fragen, die im Zusammenhang mit der prinzipiellen Motivation stehen.
(Dieser Bereich wird im Beltz Studienbuch, «Grundlagen der Psychologie 1», ausführlich beschrieben.)

Die unwillkürliche Aufmerksamkeit wird durch einen äußeren Reiz gefordert, und ist von bestimmten Einstellungen des Beobachters abhängig.
Die aufmerksamkeitsheischenden Eigenschaften, attraction appeals, von Reizen sind von der Werbewirtschaft eingehend erforscht worden, um sie für den Erfolg von Werbemitteln einzusetzen.

Die wesentlichen können folgendermaßen zusammen gefasst werden :

1. Intensität z.B. durch grelle Farben. (Beispiel nebenstehend)

 

 

 

 

 

2. Wiederholung:
öftere Verwendung eines gleichen Motivs, Namens, Slogans oder einer gleichen Headline

 

 

 

 

 

3. Isolierung – ein großes Wort oder ein Symbol etc.
auf einer sonst leeren Fläche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Bewegung und Veränderung durch mobile Displays etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Neuheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Unverträglichkeit oder innerer Widerspruch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.5 Abschließende Betrachtungen

In den vorhergehenden Kapiteln sind die Tatsachen und Prinzipien beschrieben worden, wie Reizmuster und Wahrgenommenes zusammenhängen und wie die Wahrnehmung durch physiologische und psychologische Zustände des Menschen beeinflusst werden. Es hat sich dabei zeigen lassen:

Die Wahrnehmung ist stark abhängig von der Eigenschaft der Reize, von dem körperlichen Setting, wie Kondition, Bedürfnisbefriedigung, Stress etc., dem psychologischen Zustand des Beobachters, wie aktuelle Bedürfnisse, Einstellungen, aktuelle Gefühlszustände, subjektive Ängste, aber auch von vorausgegangenen Erfahrungen sowie gesellschaftliche und religiösen Verboten und von physiologischen sowie neuronalen Mechanismen der Sinnesorgane des Wahrnehmenden.

Bei den vorliegenden Beschreibungen der Wahrnehmungsphänomene ist immer von der Voraussetzung ausgegangen worden, dass der eigentliche Beobachter dem «normalen Menschen» entspricht, das heißt, einem Erwachsenen der westlichen, zivilisierten Welt, der keine psychologischen oder sensorischen «Mängel» aufweist.


Fortsetzung im folgenden Kapitel: 7.0 Diverse Wahrnehmungsbeeinflussungen

Harmonie und Gleichgewicht

Genderphilosophie – Harmonie und Gleichgewicht

Nach Erich Neumann: Die Erforschung der weiblichen Psyche in ihrer Eigenart sowie die der männlichen Psyche in ihrer aktuellen Ausprägung ist eine der notwendigsten und wichtigsten Aufgaben, die sich dem Tiefenpsychologen stellt, dem in seiner Arbeit die schöpferische Gesundung und Entwicklung des Einzelmenschen am Herzen liegt. – Die abendländische Menschheit muss notwendigerweise zu einer Synthese gelangen, in welcher die – in ihrer Isolierung ebenfalls einseitige – weibliche Welt fruchtbar mit einbezogen wird. Erst dann kann auch die Entwicklung der psychischen Ganzheit des Einzelmenschen möglich werden, die dringend nötig ist, wenn der abendländische Mensch psychisch den Gefahren gewachsen sein soll, die sein Dasein von innen und von außen bedrohen. – Die Entwicklung jedes Einzelmenschen zu einer psychischen Ganzheit, in der sein Bewusstsein schöpferisch mit den Inhalten des Unbewussten verbunden ist, ist das tiefenpsychologische Ziel der Zukunft. (aus Die große Mutter, Walter Verlag, 1997)

Dieser Gedanke von Erich Neumann ist im geistigen Feld von Eranos in Askona gewachsen, in dem u.a. auch C.G. Jung einen starken Einfluss ausübte. Trotz aller Nähe zu esoterischen und religiösen Gedankenwelten, scheint eine konkrete spirituelle Entwicklung innerhalb der Psyche des Menschen eher eine Randerscheinung neben den tiefenpsychologischen Erkenntnissen zu sein. Das mag auch daran gelegen haben, dass das von den großen Geistern in Eranos akzeptierte Modell des Menschen dem Jung‘schen Konzept entsprechen musste, in dem der Mensch seine Psyche nur imaginativ projiziert. Die Großartigkeit der Archetypen und die Symbolwelt eines Campbell entfalten sich nicht in einer konkreten unstofflichen Seinsstruktur, sondern in einem imaginierten metaphysisch abstrakten Unbewussten als solches. Jedem theosophischen oder anthroposophischen Wissen um eine unstoffliche Wesensstruktur des Mikrokosmos, in dem der materielle Mensch als Persönlichkeit die Beeinflussungen der ihn durchdringenden Kraftfelder ausbalancieren muss, wurde argumentativ die Stirn geboten. Das, was nicht gesehen werden konnte, was also allen gemeinsam ein Unbewusstes geblieben ist, musste sich dem Dogma der großen Autoritäten der damaligen Psychologie beugen. Vielfach ist das auch heute noch in der medienbeeinflussten Allgemeinheit die gängige Weltanschauung, insofern das Unbewusste überhaupt im Denken der Leser einen Platz gefunden hat.


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Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe Menschen – und ihre Zahl scheint immer mehr anzuwachsen –, die in die unstofflichen Gebiete des Daseins hinein schauen können. Die Berichte über Hellsehen, Hellhören, Channeling nehmen zu, mystisch-magische Kunstwerke und Fantasy-Romane (Berichte aus den astralen Welten im Jenseits) etc. werden im Literatur- und Comic-Markt immer zahlreicher. Insbesondere die Science-fiction-Filme und das Fantasy-Genre spülen in den Cinema-Palästen unvorstellbare Gelder in die Kassen. Die Autorin von Harry Potter ist mittlerweile zur Milliardärin aufgestiegen. Aber auch die weltweit publizierten sogenannten Nahtod-Erfahrungen verweisen auf eine bewusst erlebbare Sphäre jenseits des körperlichen Daseins, aus der der Mensch – obgleich klinisch tot – die materielle Umgebung mit allen Einzelheiten sehen kann, auch wenn er bereits von Engeln oder nahen Verwandten im Jenseits empfangen wurde. Der Wiedereintritt in die stoffliche Ebene des Lebens wurde nicht immer als besonders erfreulich dargestellt. Wegen dieser und vieler anderer Erkenntnisse kann man davon ausgehen, dass der Mensch aus unstofflichen Kraftfeldern hervorgebracht wird. Sein Denken, Fühlen und Handeln basieren nicht auf den materialistischen Reiz-Reaktionen seiner Gehirnzellen, sondern finden erst in unstofflichen Gegebenheiten statt, bevor sie sich im Stoff manifestieren.

Aus den heiligen Schriften der großen Religionen können wir erfahren: Gott schuf den Menschen, ein Mann und ein Weib, so heißt es z.B. in der Genesis. Das heißt für uns auf der unteren Ebene des Daseins, dass der irdische Schöpfer der Erde, der Herr der tellurischen Natur, zweierlei Urtypen gerecht werden musste. So wurde für Mensch und Tier die geschlechtliche Fortpflanzung geschaffen. Aus diesem Grunde gibt es Menschen zweierlei Geschlechts, wie man so sagt. Nach dem Schöpfungsmodell der zweiten Genesis gibt es zweierlei Monaden (Leibnitz). Diese sind im Grundprinzip gleich, unterscheiden sich jedoch etwas in der dominanten Wirkungsweise. Wir nennen diese markanten vordergründigen Prioritäten in unserer Welt meistens Frau und Mann. Das Weibliche repräsentiert dabei u.a. die empfangende, gebärende und verwirklichende Ansicht; das Männliche ist die zeugende, kreative und aktivierende Ansicht. Diese Prioritäten drücken sich in den Mikrokosmen über die Vereinigung von Anima und Animus aus, und natürlich über die Frauen und Männer, die die Mikrokosmen als grobstoffliches Werkzeug beleben. Es sieht heute so aus, als wäre nichts einfacher als das. Doch aus der ursprünglich sich selbst reproduzierenden Welt der Pflanzen und Tiere, die natürlich in uns völlig unbekannten Körpern existierten, mussten in einem langfristigen Prozess die vorbereitenden Aktionsstrukturen, Regeln und Verhaltensmuster geschaffen werden.

Die universelle Weisheit, die uns von den großen Esoterikern des 20. Jahrhunderts überbracht wurde, erklärt zum Werdegang des Menschen: Das göttliche Schöpfungsprinzip hatte bei der Erschaffung der Menschen die Gesetze der isobaren Harmonie und der körperlichen Liebe in Kraft gesetzt. Mit diesen konnten fürderhin alle Monaden in gleichstarker Partnerschaft stets harmonisch die Schöpfung mitgestalten. Das Gesetz der Harmonie enthält in sich die Regeln der Resonanz und der Symmetrie. Die höchstmögliche Symmetrie findet sich im Kreis oder in der Kugel. Darin sind alle Radien gleich weit vom Zentrum entfernt, alle Durchmesser können sich millionenfach mittig spiegeln. Die Kugel ist die Form unzähliger Schöpfungen im All. In ihr wirken zwei Kräfte symmetrisch, gleich stark zusammen: es ist die zentrifugale, die vom Zentrum weg fliehende und die tangentiale, die an der Peripherie entlang strömende Kraft. Man könnte auch sagen, zentrifugal ist die Kraft des Wegschenkens und tangential die Kraft der Bewahrung. In dem hermetischen Axiom: Alles empfangen, umwandeln und wegschenken, manifestiert sich die symbolische Harmonie zur Erhaltung der Schöpfung: Damit offenbart sich die Grundlage des Daseins. Es ist der vollkommen kugelförmige Holokumulus aller elektromagnetischen Wirksamkeiten der sieben mal sieben Kraftfeldebenen des Alls.

So ist es also berechtigt zu sagen, dass das männliche und das weibliche Prinzip fundamental zum Schöpfungsgesetz gehören. Allerdings muss man dieses ideale Zusammenspiel der sich trotz scheinbarer Gegensätzlichkeit ergänzenden Charaktere im Menschen gut begreifen. Vor allen Dingen, wenn man die Menschen in dieser Natur betrachtet und ihre Bemühungen um die Errichtung eines Paradieses auf Erden einmal genauer unter die Lupe nimmt.

Wer sich den großen Religionen dieser Welt zuwendet und zur Grundstruktur ihrer Lehren durchdringt, wird unzweifelhaft feststellen, dass die meisten Interpretationen das grundlegende Schöpfungsgesetz der gleich starken Partnerschaft zwischen Mann und Weib entweder prinzipiell ignorieren oder stark zugunsten der maskulinen Dominanz manipulieren. Doch das fundamentale Schöpfungsprinzip der Kohabitation von weiblich und männlich ist Gesetz im All. Wer dieses Gesetz verletzt wird das Gottesreich niemals sehen, geschweige denn betreten. Es bleibt ein aktueller Auftrag für die Menschheit, sich in allen Belangen des Daseins mit der immer deutlicher bemerkbar machenden Gleichberechtigung von Mann und Frau zu identifizieren, und von der einströmenden kosmischen Kraft in der Aquariusperiode unterstützt, an ihrer Verwirklichung mit zuarbeiten. Damit sich für unsere Kinder in den künftigen sozialen Verhältnissen ein harmonisches Miteinander auf allen Kontinenten durchsetzen kann.

Das Zusammenspiel der kosmischen Kräfte in der Aquariusevolution kann in dem Menschen, der sich positiv und praktisch in den Auftrag stellt, eine völlig neue Weltsicht offenbaren. Die aktuelle Wendephase für den Kosmos und seine Bewohner wurde bereits in den Perioden des Widders und der Fische vorbereitet. Prinzipiell steht der Mensch in jedem Aspekt seines Lebens unter den sieben Kraftströmen, die aus dem universellen Bewusstsein, aus dem Sonnenlogos den Kosmos Erde durchströmen. Alle Aktionen und Reaktionen seines Lebens sind daraus zu erklären. Keine seiner Handlungen sind ursächlich aus seinem individuellen Begehren oder seinen persönlichen Entscheidungen hervor gegangen. Die kosmischen Kräfte, zu denen auch die 12 Kräfte des Tierkreises gehören, führen die Menschen stetig in eine höhere Lebensform, ein Begehren nach Freiheit von der materiellen Gebundenheit.  In ihnen soll sich ein kosmisches Denken entwickeln, mit dem sie befähigt werden, die weitere Evolution des Kosmos zu unterstützen. Dabei wird sich dem Erfassen ein vielfaches an Gedächtnissen des Universums öffnen, und gleichzeitig wird die Geschwindigkeit in der bewussten Verarbeitung der Myriaden von Information immens gesteigert. Das bedeutet also einen gewaltigen Entwicklungssprung. Als fundamentale Grundlage dafür muss sich der bereitwillige Mensch zunächst auf diesen Prozess ausrichten, um die eigene Evolution so gut als möglich zu beschleunigen. Nur wer sich stets standhaft hilfesuchend den einströmenden Impulsen öffnet, dem kann auch geholfen werden. Dann wird vor seinem inneren Erfassen der kosmische Plan und die Wirkungsstruktur der hohen Liebe offenbar.
Die Kommunikation über den eingeborenen Sohn erklärt und beschreibt die Möglichkeit der Entwicklung und die darin enthaltenen Teilabschnitte im weiteren Wachstum der mikrokosmischen Kraftfelder. Für den Menschen erwacht jetzt der Ansporn zur Aktivität, der dynamische Aspekt in der Realisation. Er bewirkt im Kandidaten eine alles beherrschende Kraft, das entschlossene Begehren, den erkannten Plan für die Menschheit zu verwirklichen. Sie teilt sich mit als Ideation, als sinngebender und zielbestimmender Einfluss, der vom weiblichen Aspekt empfangen, gehört und umgesetzt werden muss. Wer dieser höchsten Ideation folgt, empfängt ein tiefes Vertrauen in seine Möglichkeiten, um mit seinem Gegenüber, dem männlichen Impuls, den eröffneten Plan mit aller Kraft zu erfüllen.

Hierzu ist ein weitreichender Gedanke angebracht, der enorme Bedeutung für das künftige Zusammenleben der Menschheit haben wird:  Die hohen Kräfte der Kommunion und der Organisation spiegeln sich stets in Harmonie, also symmetrisch in jedem Menschen, wenn er sich für diese Einflüsse des Kubus öffnet. An ihm ist es nun, die Kräfte der Empathie und der Weisheit ebenfalls in vollkommenem Gleichgewicht durch sich hin wirken zu lassen. So können sich sowohl die männlich aktive und dynamisierende Kraft als auch die weiblich empfangende und gebärende Kraft gleichgewichtig entfalten.

Mikros Jesus mTWer sich in seinem täglichen Leben umschaut, wird sehen, in allen Führungsgremien scheinen total andere Regeln vorzuherrschen. Ganz besonders auch in den christlichen Klosterschulen, Kirchenorganisationen, in den buddhistischen Klöstern, in den Hawza oder Madrasa, sowie  in den Synagogen dominieren weltweit die Männer als sogenannte Gottesvertreter. Und selbst dort, wo diese heiligen Männer und Priester, Mullahs o.ä. nicht hinreichen, werden die Rechte der Frauen meist deutlich missachtet. Vielfach werden sie in Anlehnung an gut interpretierte religiöse Regeln völlig selbstverständlich zu Arbeitssklaven ihrer Ehemänner degradiert, weil es seit Alters her aus der gängigen Lehre so abgeleitet wird. Die sich über Jahrhunderte entwickelten Bräuche werden dann auch noch natürlich von patriarchalisch organisierten Gremien zum Weltkulturerbe gekürt.
Ein kurzer Überblick über die mikrokosmischen Wirksamkeiten helfen hierbei, die Notwendigkeit der Gleichberechtigung im alltäglichen Leben zu verstehen.
Der Mikrokosmos besteht ebenso wie der Kosmos aus sieben Kraftfeldern, die jeweils noch einmal siebenfach untergliedert sind.
Bekannt für alle ist
1. das Stoffkleid.
Weniger geläufig sind die unstofflichen Kraftfelder:
2. Das Ätherfeld.
3. Die Astralis.
4. Das Mentalvermögen.
5., 6. + 7. drei nirvanische Gebiete, Spinalis, Spirituell und Idealis.

Bezogen auf die bekannte Trennung von Mann und Frau ist dabei von außerordentlicher Bedeutung, dass diese Kraftfelder in sich wechselweise gegensätzlich polarisiert sind. Das lässt sich am Besten in einer Tabelle darstellen (nach J.v.Rijckenborgh)

GenderTabelleDer Stoffwechselprozess der Gehirnzellen ist bei der Frau ganz anders als beim Mann. Es gibt eine völlig unterschiedliche Wirkung der Drüsen im Endokrinen Kreislauf, eine unterschiedliche Geschlechtlichkeit, eine verschiedene Wirkung und die Temperatur des Blutes und auch der Hautaufbau sind anders. Aus allen diesen Gründen ist es unvermeidlich, dass Mann und Frau sich dem Bewusstsein, der Wahrnehmung sowie Bewertung des Seins und dem Körper nach sehr unterschiedlich offenbaren, sowohl im psychologisch unbewussten unstofflichen Gebiet als auch auf dem Gebiet der groben Materie, wie sich aus der aktuellen Forschung in der Gender-Medizin ergeben hat. Alle diese Unterschiede sind daraus zu erklären, dass die Urtypen, die geistigen Matrizen der Monaden, nach denen sich die beiden Manifestationen vollziehen, bei Mann und Frau unterschiedlich sind. Und was im höheren Bewusstsein bereits angelegt ist, muss sich auch im Körper offenbaren. Dabei ist es auch von einschneidender Bedeutung für jede weitere Entfaltung auf dem Bogen der Evolution, dass beide Menschentypen nicht nur harmonisch zusammen wirken, sondern dass beide, sowohl Mann als auch die Frau in sich selbst Animus und Anima in ein gutes Gleichgewicht bringen. Nur dann kann sich eine ungestörte Autonomie unabhängig von den negativen Einflüssen der allgemein vertretenen patriarchalischen Denkungsart des Mainstream in Ost und West entwickeln.

Nicht unerheblich ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung  der Kinder in ihrem Wachstum, vor allem in den ersten Lebensjahren. Der Entwicklungsrhythmus basiert auf 4 und 7 Jahren. In den ersten vier Lebensjahren werden die niederen Ätherfelder angelegt und in Folge davon der Stoffkörper mit allen grobstofflichen Organen. Die folgenden drei Jahre sind vor allem der Entfaltung der ätherischen sowie der stofflichen Kommunikation gewidmet. In diesen ersten sieben Jahren spielt primär das positiv ausstrahlende Ätherfeld der Mutter eine wichtige Rolle. Dabei sollte keineswegs die Ausstrahlung des Mannes fehlen, denn er gewährt der Familie nicht nur Schutz und Geborgenheit. Die nachfolgenden sieben Jahre des Kindes sind von einem verstärkten Körperaufbau gekennzeichnet, wie es eigentlich allgemein jedermann weiß. Weniger bekannt ist dabei, dass sich in dieser Zeit, besonders unter dem Einfluss des männlichen Astralfeldes, der Begierdenkörper des Kindes entwickelt, bis es in der Pubertät – den folgenden sieben Jahren – mit seinem eigenen Karma aus der Lipika in Verbindung kommt. Bis dahin war die sehr direkte Beeinflussung des jungen Menschen vornehmlich von den unstofflichen Feldern der Eltern abhängig. Zwischen dem 14. und 21. Lebensjahr wird der Mensch vor allem von den mentalen Projektionen der Mutter geführt, die vom Manne mit einer positiven astralen Prägung für die Partnerschaft begleitet werden sollte. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge wurde und wird von den großen Religionen und pädagogischen Autoritäten keineswegs akzeptiert, und bedauerlich sehr wenige Eltern wissen davon und kümmern sich bei der Betreuung ihrer Kinder um diese unabänderlichen Vorgänge. Darum war es zu allen Zeiten in der westlichen Zivilisation üblich, dass sich die Jugend mit zunehmendem Alter immer von den elterlichen Vorbildern distanzierte und in der Pubertät geradezu rebellisch gegen ihr Elternhaus vorging. Das wurde schon in der Antike von Aristoteles festgehalten. Auch heute sind diese unvermeidlichen Differenzen weltweit zu erkennen, weil die gegensätzliche Polarisation der unstofflichen Kraftfelder eines jeden Mikrokosmos vor allem bei der Erziehung ignoriert wird.

Wenn aber die fundamentalen Unterschiede zwischen Mann und Frau wissenschaftlich wegargumentiert oder banalisiert auf die grobstofflichen äußeren Merkmale reduziert werden, dann entwickeln sich die größten Schwierigkeiten. Wer die damit zusammen hängende Forderung der Evolution nicht annehmen kann, aus welchen Gründen auch immer, der wird auch nicht die Berufung des Menschen erfassen, wieder ein autonomer vollbewusster Mitarbeiter im fortschreitenden Prozess der kosmischen Evolution zu werden.

Die immer noch ungebrochene Ausbeutung aller Ressourcen der Erde durch die Kapitäne des globalen Kapitalismus ist eine typisch maskuline Attitüde, die allerdings auch deutlich signalisiert, wo und wie unsere Erben ihr Leben künftig gestalten werden können. Wird die kosmische Kraft des Wassermanns diese patriarchalische Dominanz in den religiösen und politischen Entscheidungsgremien einmal zu Gunsten einer harmonischen Kohabitation mit der femininen Potenz auflösen, ohne in das umgekehrte Verhältnis zu stürzen? – Doch zunächst ist jeder bei sich selbst gefragt, ob er seine lange unbewusst gehegten Tabus aus den männlich dominierten Weltanschauungen aufspüren und neutralisieren wird. Nur dann werden sich in seinem Mikrokosmos die Kraftfelder weiter entfalten, und die Schöpfung vom Anbeginn kann voranschreiten.

Jeder Mann muss das weibliche Prinzip, die Frau in sich akzeptieren, und die Potenzen der Anima in sich wirken lassen, und jede Frau muss das männliche Prinzip, den Animus in sich zu gleichberechtigter Mitwirkung beleben. Das ist beileibe kein einfaches Werk, weil die Angelhaken vorwiegend im Unbewussten liegen, wo sich die Tabus und Weltanschauungen kristallisiert haben. Jeder männlich dominante Macher und jede selbstbewusste Frau, die mit dem Ränkespiel der Weiblichkeit vertraut ist, steht einer Veränderung der unbekannten Psyche äußerst misstrauisch gegenüber. Die Tiefenpsychologie hätte da so einige Methoden zur Hand, wie man sich seiner unbewussten Mitstreitern bewusst werden kann, um sie entweder aufzulösen oder für ein harmonisches und kraftvolles Leben zu integrieren
Doch gerade darum geht es immer wieder in dem Evolutionsprozess, der nur in Wahrheit und mit Ehrlichkeit voran schreitet. Der Satz des Jesus zum reichen Jüngling: „Verkaufe alles was Du hast, und folge mir nach.“ hat in diesem Zusammenhang seine ganz spezielle Bedeutung. Es wird vielleicht staunend zur Kenntnis genommen, wenn festgestellt wird, dass Jesus ein vollendeter Mikrokosmos mit allen voll funktionsfähigen Kraftfeldern war. Weil er der Christus war, mit göttlichen Gaben gesalbt, sah er Welt und Menschheit in einem höheren Zusammenhang. Auch verfügte er über besondere kosmische Kräfte, mit denen er heilen und Tote zum Leben erwecken konnte. Wenn Jesus also in dieser Form zur Nachfolge aufruft, erinnert er den reichen Jüngling daran, die veralteten Weltanschauungen auch in bezug zum Genderproblem in sich vollkommen los zu lassen. Dabei steht das grundlegende Prinzip der Schöpfung, das harmonische Miteinander von weiblich und männlich im Mittelpunkt. Für den heutigen Menschen heißt das, in sich selbst und tatsächlich als Mann und Frau gleichberechtigt im täglichen Miteinander in Beruf und Familie zu arbeiten, zu leben, zu sein. Wer diese psychischen Aspekte seiner im Hintergrund der äußeren Person wirkenden Antipode zur Geltung bringen kann, wird stets völlig mit ganzer Kraft in eindeutiger Ausrichtung seinen tiefen Glauben an die Schöpfung unter Beweis stellen.

Viele aktuelle Autoren stimmen darin überein, dass die irdische Natur unter den vergeblichen Bemühungen, hier im irdischen Lebensfeld ein maskulin dominiertes Paradies unter der Herrschaft eines Jahwe, Allah oder Brahman zu stiften, in unsäglichem Leid versinkt. Welt und Menschheit verirren sich vollkommen in einem Irrgarten von überholten Weltanschauungen und Vorstellungen über die Aufgaben der Natur und vor allem der fruchtbaren Sexualität. Es ist sicherlich müßig, einzelne Theorien der verschiedenen Religionen und historisch gewachsenen Tabus in dieser Hinsicht zu relativieren. Nirgendwo zeigt sich ein überzeugendes Konzept, die von den Mentalprojektionen im Gedankenfeld der Erde über Millionen von Jahren angewachsenen Ungerechtigkeiten wieder in ein sinnvolles Zusammenspiel umzuwandeln.
Es drängt sich die vielseitig kolportierte Aussage auf: Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst beginnen! Jeder kann immer nur in der eigenen Psyche beginnen, die mentalen Eingebungen im Haupt mit den Ideationen im Herzen harmonisch aufeinander abzustimmen. Dann kann das weibliche Empfangen und Hervorbringen, Gebären, harmonisch mit der männlichen verständnisvollen Dynamisierung und Realisation zusammen wirken. Im Mikrokosmos stellt sich das Trigonum Igneum von Herz, Haupt und Becken harmonisch unter den Einfluss der Inspiration, der Ideation des universalen Bewusstseins. Wer sich um diese innere Harmonie bemüht, wird für die kosmisch geplante Evolution geeignet und kann praktisch für Welt und MenscYing Yang2hheit wirken. Der Plan, die Dynamik und der Werkstoff werden allen zur Verfügung gestellt.

Jeder Mensch wird dann im aktiven Wissen und dem Befolgen dieser Gleichheit in Harmonie und größtmöglicher Toleranz allen gegenüber beweisen, dass es zwischen den Geschlechtern eigentlich keinen Wertunterschied gibt, jedoch einen überaus notwendigen Wesensunterschied. Nur in Kohabitation können gemeinsam die Schritte der Evolution im fruchtbaren und kraftvollen Zusammenspiel gegangen werden, weil jeder seine individuellen Wesenseigenschaften ohne jeden Gedanken der Konkurrenz in den Strom der neuen Schöpfung einfließen lässt. Alle psychologischen Grenzen, aufgebaut zwischen Scham und Eifersucht, entfallen ohne Zwist und Streit. Wenn sich die Kräfte alternativ oder komplementär gegenüber stehen, können sie problemlos harmonisch zusammen wirken, wie es in dem Ying-Yang-Symbol so schön ausgedrückt wird. Ganz einfach entsteht dann aus dem gemeinsamen Verstehen und Handeln die wahre Gruppeneinheit.

Streitlosigkeit, Harmonie im Wechsel der Aktivitäten und die Liebe zu Kosmos und Makrokosmos und die Empathie mit aller Natur und allen anderen Mitmenschen ist dann so selbstverständlich, wie das Atmen. Damit diese Möglichkeiten in unserer Zeitperiode erkannt und realisiert werden können, haben vor vielen tausend Jahren überaus weise und geschickte Magier die großartigen Pyramiden am Nil gebaut. Aus deren harmonischer Geometrie können bis heute grandiose Information ausgelesen werden, auch über die Bedeutung von Mann und Frau, wenn man bereit ist, den Gedanken ihrer Erbauung, unbeeinflusst von unserer christlich-kirchlichen Historie und den ägyptischen Archäologen, konstruktiv zu folgen.

 

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12 Nachwort Basis der Evolution

Post Skriptum

Warum interessieren sich eigentlich so wenige Menschen für die tatsächlichen Zusammenhänge in der Welt, damit sie ihr Leben effektiver, friedvoller und toleranter gestalten?

Es macht wenig Sinn, den ganzen Inhalt des Buches «Basis der Evolution» an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen, wiewohl darin die Antwort auf die gestellte Frage ausführlich beschrieben wird. Für das Begreifen ist es für viele Menschen heute notwendig, die umfangreichen Beschreibungen der einzelnen Faktoren in ihren Zusammenhängen von Körper, Bewusstsein und Denken übersichtlich darzustellen.

Darum werden hier einige Fakten noch einmal als Zusammenfassung angeboten:


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


1. Die lieben Gewohnheiten
Der Mensch ist von Natur aus ein Gewohnheitstier. Weil das Dasein im gesellschaftlichen Kontext sich vielfach als ein Kampf um das existentielle Überleben darstellt, werden alle komplexen Lebensanschauungen zu einem vor Ort pragmatischen «So-ist-es!» zusammengeschrumpft, in dem das tägliche Dasein problemlos abgewickelt werden kann. Es ist tatsächlich die Aufgabe des Verstandes (Haupt) und des Empfindens (Herz), den Menschen davor zu schützen, von der Menge größtenteils für die Selbst- und Arterhaltung unnützen und belanglosen Wissens überwältigt und verwirrt zu werden. Herz und Haupt erfüllen diese Aufgabe, indem sie das meiste dessen ausschließen, was der Mensch sonst in jedem Augenblick erfassen würde, und nur die sehr kleine und besondere Auswahl übrig lassen, die voraussichtlich für die eigenen Vorstellungen in seinem kulturellen Modell praktisch nützlich ist.
Weil der Mensch sich selbst zunächst als ein animalisches Lebewesen erfährt, wird es von ihm als seine Pflicht und Aufgabe angesehen, um jeden Preis am Leben zu bleiben (Selbsterhaltung) und die menschliche Art durch Vollzug der «Liebe» (Arterhaltung) auf Biegen und Brechen zu erhalten. Damit ein biologisches Überleben möglich werde, müssen die Gesamtinformationen aus allen Gedächtnissen und Wahrnehmungen – auch aus den nicht sinnlichen erfassbaren Aspekten der unstofflichen Welten – durch das Reduktionsventil der eigenen Vorstellungen, Traditionen und Dogmen vom Leben und «göttlichen Sein» hindurch fließen. Was am andern Ende heraus kommt, ist meist nur ein «spärliches Rinnsal» der Art von Erkennen, das dem Menschen hilft, auf der Oberfläche unseres materiellen Planeten existent zu bleiben.
Um die Inhalte des so verringerten Erfassens zu formulieren und auszudrücken, hat der Mensch die sprachlichen Symbolsysteme und religiösen Philosophien erfunden und endlos mit Worten und Sätzen geschmackvoll ausgestaltet. Jeder Mensch ist zugleich der Nutznießer und das Opfer seiner kulturellen Tradition, in die er hinein geboren wurde, – der Nutznießer insofern, als die Sprache Zugang zu den aufgespeicherten Berichten über die Erfahrungen anderer Menschen gewährt; das Opfer insofern, als sie ihn in dem Glauben bestärken, dieses reduzierte Erkennen sei eins mit der Wahrheit, und seinen Wirklichkeitssinn so verwirrt, dass er nur allzu gern bereit ist, seine Begriffe und Vorstellungen für gegebene Tatsachen, seine Dogmen für unumstößliche Fakten zu halten. Was in der Sprache der christlich-jüdisch-moslemischen Religion «diese Welt» genannt wird, ist das Universum verminderter Einsicht, ausgedrückt und sozusagen versteinert in der Sprache der angeblich heiligen Bücher.

Darum werden auch der Jugend nur die Methoden für diesen Kampf gelehrt. Alle weiteren Lebensmodelle werden meistens mit gewichtigen Philosophien und Theorien über die erfolgreichen Traditionen und standardisierten Religionen mit ihren verbindlichen, weil göttlichen Gesetzen und Tabus festgeschrieben. Damit ist ein zügiges und leicht überschaubares Programm für das künftige Dasein als Erwachsener gesichert. Es existiert im Menschen nirgendwo ein Metaprogrammierer, der das bestehende traditionelle Programm nach antiquierten und funktional überholten Ritualen überprüft. Die Einsicht, dass die überall hoch verehrten Traditionen in Nahrungsbeschaffung, Gesellschaft und Religion jede persönliche Entwicklung stagnieren lässt, wird höchstens am Rande von einer rebellischen Jugend diskutiert. Jedoch reichen diese Anstöße durch Protestaktionen und Demonstrationen nicht zur Veränderung der grundlegenden Einstellungen in der Gesellschaft.

2. Von metaphysischen Naturkräften geführt
Der Mensch wird bei allem Denken und Handeln immer von ihm unbekannten Naturkräften geleitet, die er wenig oder gar nicht nach seinen Wünschen und Vorstellungen beeinflussen kann. Zumal er sie meistens wegen seinem ignoranten Hochmut auch nicht wahrnehmen will. Nach westlichen Anschauungen der anerkannten Wissenschaften und der diese vertretenden Massenmedien existieren derartige okkulte oder parapsychologische Kräfte nicht. Auch wenn die Menschheit als Ganzes die Wirkungen der Naturkräfte durch ihre prinzipielle Lebensausrichtung mitbestimmt, so ist der Einzelne sich dieser Auswirkungen selten bewusst. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die aus dem Jenseits operierenden gewaltigen Äonen und Archonten oder die Asuras (vedisch) absolut keinerlei Interesse an einem Fortschritt der Menschheit auf dem Evolutionsbogen haben. Sie würden sonst ihre Ernährungsgrundlage verlieren. Durch Pflege der Traditionen – auch für touristische Attraktionen –, durch intensive Wiederbelebung aussterbender Sprachen und durch gesponserte, archäologische Gedenkstätten mit jährlich zelebrierten Landesfesten sichern sie sich ihr Überleben in den astral-mentalen Gebieten der Spiegelsphäre. Solange die Menschheit ungestört in den autorisierten Denkparametern der Vergangenheit weiterlebt, spendet sie ausreichend astrale und ätherische Kräfte an die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie Paulus sie seinerzeit benannte. Eine wirkliche Umwendung in der Lebenshaltung würde natürlich eine drastische Veränderung der menschlichen Emanationen in die unstofflichen Felder bedeuten.

3. Angst und Einsamkeit
Es gibt sehr viel Angst in den Menschen und sehr viel Einsamkeiten, vor allem im Alter. Um mit den damit verbundenen psychologischen Problemen einigermaßen zurecht zu kommen, schützen sich die meisten Menschen durch permanente Verdrängung der auslösenden Komplexe. Ein Großteil benutzt dafür die gesellschaftlich sanktionierten Ablenkungen durch Fernsehen und Internet; ein anderer Teil schützt sich vor den inneren Verunsicherungen durch Betäubung mit den anerkannten Drogen, Alkohol, Nikotin, Haschisch, Schmerztabletten etc. Eine andere Gruppe flüchtet bevorzugt in Gruppen, Organisationen oder Institutionen, die in ihren Lebensanschauungen und Philosophien weltanschauliche Bewahrungs- und Trosttheorien vertreten. Häufig kann folgende Grundstruktur festgestellt werden: Wenn der/die Gläubige regelmäßig «dieses oder jenes» tut, dann wird ihm/ihr verziehen und die «Sünden» vergeben. Was auch immer darunter zu verstehen ist. Durch dieses oder jenes Ritual, durch regelmäßige Prozession oder eine Pilgerreise wird ihm/ihr die Gnade dieser Schuldvergebung zuteil. Das gemeinsame Gruppenerlebnis auf den «Ghats» am Ganges, bei der «Kaaba» in Mekka, beim Rundweg um den «Kailasch» oder auf dem Petersplatz in Rom ist schon eine ekstatische Besänftigung all der persönlichen Ängste, die von den zuständigen Priesterschaften auch noch geschickt geschürt werden, damit alle «Schäflein» regelmäßig wieder kommen. Eine fundamentale Verarbeitung der verständlichen Lebensängste wird von diesen Institutionen verständlicherweise systematisch vermieden.

4. Karmische Konflikte aus den Inkarnationen
Die karmischen Grundstrukturen im Langzeitgedächtnis des aurischen Wesens, in der Lipika, drängen jeden Menschen, seine noch nicht gelösten Konflikte aus früheren Inkarnationen des Mikrokosmos, in einem Leben auf der planetaren Existenzebene auszulöschen. Dafür muss er/sie mit der stofflichen Person die Begegnungen in Beruf, Familie und Gesellschaft wachsam austragen und, wo und wenn es geht, auch im Hier und Jetzt auflösen. Leider ist der Mensch dabei immer bemüht, die bereits bewährten Methoden aus der autorisierten Literatur vergangener Zeiten für diese Lebensaufgabe umzusetzen. Je älter das Dokument, je antiquierter der Autor, desto «wahrhaftiger» und erfolgreicher werden seine Gedanken autorisiert. Dieses reaktionäre Verhalten wird selbstverständlich von allen Äonen unterstützt, die sich schon in vorhergehenden Zeiten von dieser Quelle ernähren konnten. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vollständig übersehen, dass nicht die Persönlichkeit inkarniert, sondern das mikrokosmische Wesen, das bei jeder Geburt einen neuen Menschen als Werkzeug für die Evolution aufbaut. Die Person ist also keineswegs schuldig an den in der Lipika gespeicherten Komplexen. Diese Einsicht würde manches Fehlverhalten intelligenter Menschen vermeiden helfen, auch dann, wenn sie trotzdem bemüht bleiben, ihre karmischen Verpflichtungen anzunehmen und abzuarbeiten.

5. Die großen Äonen sorgen für Krieg
Viele Katastrophen und Kriege werden von den Machenschaften der großen Äonen im Jenseits ausgelöst und von dort gezielt gesteuert. Unglücklicherweise tragen die Grundmechanismen der Bipolarität in der komplementären Resonanz auf den weit verbreiteten Humanismus und die Karitas sehr stark dazu bei. Es ist absolut bedauerlich, dass ausgerechnet die guten Taten der internationalen Hilfsorganisationen, des «Roten Kreuzes» oder der «Johanniter» etc., alle gut gemeinten Gedanken weltweit in Kirchen, Moscheen oder Tempeln oder in internationalen Gremien – wie die UNO und die UNESCO – als Reflex in der Bipolarität eine schlechte Tat und/oder einen bösen Gedanken auslösen. Das bedeutet, die großen Veranstaltungen esoterischer Gruppen, der christlichen Kirchen, buddhistischer oder hinduistischer Verbände mit gemeinsamen Gebeten für den Frieden haben als negativen Reflex direkt das Böse, also meistens den Krieg oder andere die Menschen belastende Konflikte. Dass der Kriegsäon seit Tausenden von Jahren von der Grundsehnsucht des Menschen nach Brüderlichkeit und Frieden profitiert, bleibt leider eine von den Menschen unbemerkte Tatsache, weil die unstofflichen Lebensfelder leider von der Menschheit ignoriert werden. Natürlich haben alle Länder auch ihren eigenen Archont, auch alle großen Religionen, Institutionen und globalen Konzerne werden von einem sehr alten Äon geführt. Meistens sind sie bereits über lange Zeiten in die ersten okkulten Religions- und Herrschaftsimpulse an der Wiege der Menschheit eingebettet.

6. Bestandsaufnahme und Zukunft
Alles zusammen genommen lebt der Mensch heute immer noch vorzugsweise reaktionär. Man muss deutlich hervorheben, er wird unter dem Einfluss der Äonen in dieser Lebensweise gehalten und täglich bestärkt. Nur in der Jugend und unter besonderen Bedrängnissen oder verhängnisvollen Unglücken beginnt der Mensch, seine Überlebensstrategien zu überdenken und fundamentale Verhaltensstrukturen zu verändern. Natürlich kann der Handel und der aktuelle Tourismus sehr viel dazu beitragen, dass Menschen durch Reisen fremde Kulturen kennen lernen können und dadurch ins Nachdenken kommen, möglicher Weise sogar die eigene Lebenshaltung ändern. Das alles geschieht dann meist sehr vorsichtig, damit man mit den gewohnten gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht in Konflikt gerät.
Die beginnende Aquariusperiode schafft der Menschheit dynamische Möglichkeiten. Der Einfluss der Monaden auf die Mikrokosmen wird verstärkt wirksam, so dass die innere Sehnsucht nach einem freien und friedlichen Miteinander immer stärker wird, wobei gleichzeitig die Tendenz zu außersinnlichen Wahrnehmungen und ihre Anerkennung in breiteren Schichten vor allem der europamerikanischen Bevölkerung zunehmen wird. Es sollte hier nur auf die umfangreichen Studien von Michael Murphy hingewiesen werden. Aber auch andere Gedankenmodelle aus Ost und West tragen diese Zukunftsvision einer geistigen Evolution.
Zudem wird eine fundamentale Verwandlung im menschlichen Lebensverhalten kommen: die Aquariusperiode beschert der Menschheit neue Inkarnationen von Menschen. So werden in den künftigen Mikrokosmen heranreifen, die mit einer vollendeten Astralis und möglicherweise zentrierten Mentalis ausgestattet sind, wodurch die Menschen dann über eine total andere Wahrnehmungs- und Denkstruktur verfügen. Andeutungen über deren Einsichtsmöglichkeiten, Heilmethoden und empathisches Verhalten kann der aufmerksame Leser sogar im Neuen Testament finden, in den Geschichten um Jesus, den Christus, der der Menschheit diese Verheißung vorgelebt hat. Das wird ein Revolution besonderen Ausmaßes auf der Erde auslösen, deren Weiten und Höhen dem reaktionären Bedenken unvorstellbar sind und bis jetzt – 2018 –noch von niemandem wirklich erfasst werden konnten.

Ein außergewöhnliches Fazit

Die nachfolgenden Grundgedanken der mir geschenkten Vision befassen sich mit einer völlig anderen Sicht auf die christliche Religion, so wie diese in den bislang veröffentlichten spirituellen Theorien, esoterischen Weisheitslehren und die daran anknüpfenden aktuellen Philosophien dargestellt werden.

1. Es gibt keinen Sündenfall.
Jeder Mensch, der sich schon einmal etwas intensiver mit der irdischen Natur beschäftigt hat, wird auch erfasst haben, dass in der Natur alles nach einem Erhaltungsprinzip geregelt ist. In der Biophysik gilt das Gesetz der Erhaltung der Energie; Nichts geht verloren. Im Prinzip gibt es auch keinen Tod, nichts wird vollkommen vernichtet, alles wird nur in eine andere Seinsform umgewandelt oder in einer anderen aufgenommen. So verändern sich die Formen in Fauna und Flora und trotzdem bleibt alles auf Erden erhalten, egal ob über der Erde, in der Luft, in den Meeren und Seen, oder unter der Erde in den mineralischen Lavagluten. Darum ist auch der Gedanke, jemand oder etwas in dieser Natur ist schuldig, völlig abwegig. – Wie kann ein Mensch oder Wesen in diesem sich selbst erhaltenden Lebewesen Erde mit einer Absonderung «Sünde» von einem «göttlichen Lebensfeld» bestraft werden? – Kein Wesen muss einen Weg «zurück» gehen, aus einer «niederen» Natur in eine göttliche Natur mit Fasten, Beten und Arbeiten, schon gar nicht mit Askese, Opfer oder Pilgerreisen unter Strapazen. Alle diese von zahllosen Religionen propagierten Methoden auf dem Weg zur «Erleuchtung» dienen nur der ätherisch und astral-mentalen Ausbeutung der Gläubigen. Darum ist es nur gut zu verstehen, dass sich immer mehr Menschen von diesen dogmatischen Denkmustern verabschieden.
Alles Leben verlief und verläuft seit Jahrmillionen nach einem Entwicklungsplan höchster Ordnung unter der Leitung und dem Schutz von «göttlichen» Monaden, den «sogenannten Kindern» des Schöpfungsfeldes. Seit Anbeginn der offenbarten Schöpfung in der Urmonade, dem universalen Bewusstsein, dem Logos oder Tao, entfalten sich alle Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. eingebettet in ihre Monaden, die ihr teleologisches Werden impulsieren, liebevoll betreuen und leiten, damit alle einmal mit ihrer Monade in der Gesamtevolution des Universums mit dem universalen Bewusstsein, in der Urmonade wieder aufgehen. Das alles regelnde Gesetz der Resonanz sorgt für Harmonie und Erhaltung aller lebendigen Zusammenhänge.
«So schaut er das Ganze wie ein Einziges und sieht nicht mehr durch Unterscheidung und Zählung, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Sinne ergibt, durch die man wie durch Ritzen nur in verworrener Weise wahrnehmen kann. Er sieht Amphitrite, den Urquell aller Zahlen, aller Arten, aller Begriffe: Sie ist die Monade, die wahre Wesenheit im Sein aller Dinge; und wenn er sie auch nicht in ihrer Wesenheit selbst, in absolutem Lichte sieht, so sieht er sie in ihren Hervorbringungen, welche ihr ähnlich, ihre Abbilder sind. Denn aus jener Monade, welche die Gottheit ist, geht diese Monade hervor, welche die Natur, das Universum, die Welt ist. In ihr schaut und spiegelt sie sich, so wie die Sonne es im Monde tut…» Die zitierten Sätze stammen aus dem erkenntnistheoretischen Dialog Die heroischen Leidenschaften von Giordano Bruno.

2. Es gibt keine zwei Lebensfelder – hier auf der Erde eine gefallene und dort in «einem Himmel» eine göttliche Ordnung. Die Betrachtungsweise des Judentums, des kirchlichen Christentums incl. ihrer Sekten und des Islam der kosmischen Zusammenhänge ist, kann nach den modernen Erkenntnissen aus der Astronomie einfach gesagt, nicht mehr aufrecht gehalten werden. Die mittelalterliche Weltsicht: «Hier gibt es die Erdscheibe mit den verschiedenen Lebenswellen darauf, darüber den Himmel und darunter die Hölle» wird von den meisten modernen Menschen verworfen. Natürlich spricht heute nach allen astronomischen Forschungen und Weltraumsateliten niemand mehr von einer Erd«scheibe». Aber die Vorstellungen von Himmel und Hölle kleben für viele Christen und Moslems unverrückbar an diesem antiken Bild. Besonders schlaue Theologen differenzieren zwei Lebensfelder nach den «Vibrationsgesetzen», auf der einen Seite das bösartige und von Hass, Krieg und Machtgelüsten erfüllte Lebensfeld des Mammon, und auf der anderen ein friedfertiges, glückliches, liebevolles und schönes Lebensfeld im Garten Eden, dem Himmel, das ursprünglich göttliche Lebensfeld. Wer sich schon mit den energetischen Lebenszusammenhängen befasst hat, sollte dann konsequenterweise nun einen Schritt weiter denken, denn das Universum wird aus sieben «elektromagnetischen» Kraftfeldern gebildet, die immer in einer Einheit zusammenwirken.
Alle sieben Kraftfelder bilden demnach ein einziges konzentrisch zusammenhängendes Kraftfeld im universellen Bewusstsein, in der Urmonade. Die scheinbaren Abgrenzungen ergeben sich aus den bestehenden Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, der Erkenntnisse von den schwingungsmäßig nach Frequenzen strukturierten Erfahrenswelten.

3. Aus meiner Sicht erscheinen im Kosmos der Sonne folgende Entwicklungsperioden:
a. Im Sonnensystem
Die Monade der Sonne offenbart neun Monaden für die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. In jeder dieser Monaden entfaltete sich ein vollständiges Lebewesen, von dem wir nur die materielle Ansicht mit unsere astronomischen Forschungen erfahren können. Einige Planetenmonaden brachten auch noch Mondmonaden mit ihren implementierten Körpern hervor.
b. Die erste Etappe in der irdischen Monade
In der Monade der Erde wurde der materielle Planet Erde über mehrere Inkarnationen entwickelt. Zusätzlich für die Gesamtevolution entstanden gleichzeitig für alle auf ihr und in ihr wirkenden Wesen die Monaden für die Lebenswellen, in denen sich alle Wesen, Pflanzen, Tiere und Menschen bis in die stofflichen Sphären (Äther und Materie) ebenfalls durch zahllose Inkarnationen entwickeln sollten. In der aktuellen Offenbarungsperiode, die «arische Periode» nach dem theosophischen Entwicklungsmodell, gilt es, nach «dem Bilde der Uridee des Logos» in den grobstofflich gebildeten Menschen der materiellen Offenbarung ein Denkvermögen zu erwecken, mit dem sie die grundlegenden Prinzipien von sich selbst und ihrer Umwelt erfassen und verstehen können. Im materiellen Dasein sollen die Menschen zunächst sich selbst, ihre Mitmenschen, sowie die Pflanzen und Tiere in ihrer gemeinsamen Funktionalität im irdischen Lebensfeld erfassen. Darüber hinaus müssen sie für die Selbst- und Welterkenntnis alle sieben elektromagnetischen Kraftfelder des Kosmos begreifen und aus seiner holistischen Wirksamkeit lernen, wie sie mit umfassender Empathie alles stoffliche und unstoffliche Leben der Welt beschützen und fördern.
c. Die zweite Etappe der Evolution
Die Monaden der Menschen führen und stimulieren in der Aquariusperiode über die Mikrokosmen vor allem die Entwicklung der Astralis und Mentalis. Mit der Vollendung dieser mikrokosmischen Ansichten können sich die Menschen in den unstofflichen Kraftfeldern zurecht finden und werden zu autonomen selbstbewussten Menschen. Unabhängig vom ehemals materialistischen Begehren für die Selbsterhaltung erfahren sie in ihrem Dasein die universelle empathische Reflexion aller astralen und mentalen Kräfte. Damit werden sie auch unabhängig von allen bislang autorisierten Machtstrukturen, Regierungen oder Kirchen. Diese herangereiften Menschen nehmen die ersehnte Lebenswelt mit allen Idealen wahr und können erfassen, dass sie schon immer aus höheren Welten belebt wurden. Es gilt in dieser Entwicklungsperiode, den Menschen auf dieser mentalen Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den kosmischen Welten, Entitäten und Kräften zu schulen. Letztendlich werden durch den Logos alle geschaffenen Wesen einmal über Inkarnationen in diese Entwicklungsphase geführt.
d. Die dritte Phase entfaltet die Weiterentwicklung aller Wesen, Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. Durch Prozesse der Selbsterfahrung und Umwelterkenntnis reifen sie weiter, damit diese durch eine kontinuierliche Evolution aller Monaden und implementierten Wesen und Geschöpfe in ihrem Lebensfeld und im Sonnenkosmos immer besser und harmonischer mit den sieben Kraftfeldern wirken können. Nach vielen noch anstehenden Inkarnationen werden alle evolvierten Mikrokosmen bei der permanenten Entfaltung bereist geschaffener Lebenswellen sowie der Schöpfung neuer Generationen im Universum holistisch mitwirken, um nach aller Vollendung einmal in das höchste universale Bewusstsein einzugehen.

4. Jesus, der Christus war eine in das niedrigste Kraftfeld, in die Materie, inkarnierte Entität. Dieser Mikrokosmos aus der Sonnenmonade war mit allen sieben Kraftfeldern der Offenbarung bekleidet und verfügte demnach über ein nirwanisches Bewusstsein (Begriff nach Annie Besant). «Christus» ist ein griechisches Wort und bedeutet «der mit göttlichen Vermögen Gesalbte». Diese Benennung erklärt eindeutig, dass Jesus‘ Mikrokosmos eben über sehr viel höhere Kräfte verfügte, als jeder normale Mensch. Das überirdische Wesen «Christus» verband sich mit dem Mikrokosmos des «Jesus von Nazareth» bei seinem irdischen Aufenthalt im Kosmos Erde, um die große Gruppe der Monaden in diesem Gesamtwesen Erde mit allen zugehörigen Entitäten und Mikrokosmen bei der Evolution in die höheren Kraftfelder zu unterstützen. Einerseits vermittelt sein vorgelebtes Beispiel den Menschen eine Art Vorausschau auf ihre zukünftige Entwicklung, die für alle eine weitreichende Verheißung darstellt. Sein kurzer Lebenslauf mit allen Wundern und Gleichnissen wurde mehr oder weniger in den Evangelien aufgezeichnet und vollständig unauslöschlich in das Akashafeld eingraviert. Anderseits kann der Christus auch heute durch seine kraftvolle Anwesenheit im irdischen Kosmos allen Mikrokosmen Kraft für die Transformation schenken und den Menschen zeigen, wie sie sich ihres unstofflichen Wesens bewusst werden, um sich in seiner Potenz unter der liebevollen Hilfe der Monaden bis zum höchsten nirvanischen Bewusstsein weiter entwickeln.
Jesus hat seine Anhänger/Jünger aufgefordert, ihm nachzufolgen, und alle bisherigen Philosophien und Weltanschauungen abzulegen. Diese konkrete Nachfolge bedeutet für den Menschen eine fundamentale Lebensveränderung in Folge seiner Weiterentwicklung in der Astralis und Mentalis. Die dadurch möglich gewordenen total andere Einsicht auf die wirklichen Lebenszusammenhänge verändert vollkommen seine Lebensmotivation. Alle egozentrischen Überlegungen einer persönlichen Heiligung oder Erleuchtung weichen einer kosmischen Motivation, weil in dem sich verschenkenden Feld – vor allem der Mentalis – total andere Lebensaufgaben im Erfassen auftauchen. So werden sie aktive Mitarbeiter für die Evolution des Denkvermögens in allen nachfolgenden Mikrokosmen, auch bei jenen, in denen sich die Gruppen der Tiere und Pflanzen entfalten. Als wesentliche Stufe für die Entwicklung in das nirwanische Bewusstsein vermindern die bereist transformierten Mikrokosmen durch entsprechende Gruppenwirkung die äonischen Beeinflussung im irdischen Lebensfeld.
Es ist von einschneidender Bedeutung, dass das Leben, das mit dem nirwanischen Bewusstsein erfasst wird – über das Jesus der Christus bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung verfügte – , so vollkommen anders ist, als das stoffliche Dasein, wie es die heutigen Wissenschaftler mit ihrem an die niederen Felder gebundenen Denkvermögen erforschen können. Darum konnte Jesus auch mit voller Berechtigung sagen: «Mein Reich ist nicht von dieser – materiellen – Welt (mit dem stofflichen Denken und materiellem Begehren)». In dieser Verwechslung liegt der Irrtum der Prediger, die von den zwei Lebensfeldern sprechen. Es existiert in der irdischen Welt natürlich nur ein Erdkosmos, nur ein einziges siebenfaches Lebensfeld. Wer allerdings nur die vier unteren Aspekte mit seinen sinnlichen Vermögen sehen kann, für den ist die Wirklichkeit selektiv in seine subjektive Erkenntnis der stofflichen Erscheinungen (Maya) eingebunden. Dabei bleibt er natürlich blind für die anwesenden höheren Kraftfelder, weil seine auf das materielle Leben ausgerichteten Sinnesorgane diese nicht erfassen können, zumal sich dann im Denken alle metaphysischen Möglichkeiten von selbst ausschließen.

5. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Wesen in den unstofflichen Lebensfeldern.
Die Götter, Devas oder Engel in den metaphysischen Gebieten des Jenseits sind mit Bewusstsein ausgestattete, denkende Wesen, die allerdings ganz konkret auf alle Lebenswellen in den materiellen Bereichen einwirken. Die unstofflichen Kraftfelder des «Jenseits» bilden und tragen das stoffliche Diesseits. Es ist bereits von mehreren Wissenschaftlern bewiesen worden, dass auch die Atome eigentlich nur Energiepakete elektromagnetischer Vibrationen sind. Das bedeutet doch, alle die Welt konstituierenden Kraftfelder sind jederzeit im Hier und Jetzt anwesend. «Sie sind dem Menschen näher als Hände und Füße!» (NT)
Diese unstofflichen Entitäten sollte man in zwei Gruppen unterscheiden:
a. Die eine Gruppe der Götter wurde und wird aus der kosmischen Monade emaniert und in ihrem Holokumulus mit einem Bewusstsein aus der kosmischen Schöpfung ausgestattet. Sie sind hierarchisch nach Aufgabe und Energiefrequenz gegliedert, damit sie die für den Lebensprozess der Erde – sowie den Wesen in und auf ihr – notwendigen Strukturen und Entwicklungslinien harmonisch herausbilden und anwenden. Diese in vielen Mythen der Völker benannten Naturgötter und Engel bestimmen in allen sieben Lebensfeldern die naturgegebenen Voraussetzungen für die verschiedenen Lebenserscheinungen auf dem Planeten, vom Kristall bis zum Menschen.
b. Eine andere Gruppe der Götter oder Äonen wurden im Kosmos aus den astralen und mentalen Ausstrahlungen der Tiere und Menschen geschaffen. Sie ballen sich zusammen gemäß der isobaren Resonanz mit immanentem Bewusstsein. Diese Mentalis wurde und wird in Qualität und Ausrichtung von den egoistischen Begehren ihrer Schöpfer bestimmt, vor allem von den Menschen, die im Schatten der Religionen bewusst oder unbewusst nach Selbstheiligung streben. Leider werden sie aktuell immer noch von den Ausdünstungen der zugehörigen Gruppen im Stoff lebender Menschen ernährt. Neben den selbstsüchtigen Begehren der Menschen, die heute auch in riesigen Events für Sport und Musik angefacht werden, summieren sich in den Äonen und deren Archonten auch unzählige astrale Leiber der für die Ernährung der Menschen zu früh geschlachteten Tiere, die mit ihrer Todesangst ausgestattet sich zu gewaltigen Kumulationen zusammenballen.

6. Alle Lebensaktivitäten gehen von den sechs metaphysischen Kraftfeldern aus, die alle materiellen Erscheinungen – Licht, Luft, Mineralreich, Insektenreich, Pflanzenreich, Tierreich, Menschen – hervorbringen und dynamisieren. Vier Kraftfelder sind im Mikrokosmos individuell befestigt und teilweise zentralisiert:
Die Materie. Die wissenschaftlich beweisbare Natur, die jeder mit seinen Sinnesorganen erfassen kann.
Das Ätherfeld. Die niederen Aspekte bilden die Matrize der Materie. Die höheren Aspekte sind Fluiden für die unterschiedliche Kommunikation in stofflichen System, auch für das Denken.
Das Astralfeld. Es sind vorerst nur drei oder vier untere Ansichten zentriert. Diese sind die Beleber des ätherisch-stofflichen Geschehens über das Begehren nach Selbst- und Arterhaltung. Alle Begehren nach Heiligung oder jeder Spiritualität stammen aus der vierten bzw. fünften Ansicht und sind in Resonanz mit den Impulsen der Monade aus dem Herzheiligtum.
Das Mentalfeld. Von ihm sind meistens nur drei Ansichten voll zentriert. Doch schon das ermöglich dem Menschen Denken, Wahrnehmen und Bewerten, Gedächtnis und Verstand. Der Instinkt im Tier gehört zu den höheren astralen Möglichkeiten. Im Menschen wird für den Instinkt bereits die erste Ansicht der Mentalis eingesetzt.
Die drei höheren nirwanischen Kraftfelder Spinalis, Spiritualis und Idealis wirken aus ihren unkonzentrierten Kraftwolken in die Mikrokosmen hinein, um seine Evolution zu fördern. Der Mensch hat keinen erkennbaren Zugang zu diesen Bereichen.
Diese Lebensfelder dominieren trotzdem alle Lebensaktivitäten. Ohne diese Kraftfelder gäbe es kein Leben. Wer das Leben erforschen will, muss die Qualitäten dieser Lebensfelder in allen Details berücksichtigen.

7. Die irdische Monade kooperiert mit allen anderen planetaren Monaden und auch mit der Sonnenmonade.
Der Kosmos der Erde vibriert in seiner alles Leben umfassenden Monade. Alle monadischen Kraftfelder mit ihren Geschöpfen gehören zusammen, schwingen in dem höheren Kollektiv miteinander und tauschen beständig Informationen untereinander aus. So kann man ohne Weiteres sagen, dass auf der Erde nichts geschieht, was die Sonne nicht wollte. Oder umgekehrt: Alles was auf Erden geschieht, wird von den monadischen Kräften des Sonnensystems mit geprägt, die ihrerseits von den hindurch tönenden Kraftfeldern der Monaden der Milchstraße und des Tierkreises mitbestimmt werden. Diese zusammenwirkende Einheit aller Lebensfelder bedingt die Harmonie und sichert durch die in allen wirkende Resonanz die Empathie und harmonische Erhaltung der Systeme bis zum Erreichen aller Vollendungen, die zur Zeit wohl noch notwendig sind.

Die Wendezeit wurde schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren beschworen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie mit der westeuropäischen Philosophie und Religion, was von den Theosophen, Anthroposophen und Rosenkreuzern in Amerika und Europa fortgesetzt wurde. In dieser Zeit nach 1900 fielen auch die bahnbrechenden Erkenntnisse großer Psychoanalytiker im Westen, und die materialistische Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Pavlow in Russland, sowie die sich darauf aufbauende Geburt des amerikanischen Behaviorismus. Der kommende «Neue Mensch» stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der Pyramide wurden später von Axel Klitzel detailliert entschleiert. Am 11. September 2001 soll ein Flugzeugangriff auf die Worldtrade-Towers in New York statt gefunden haben. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen von Orient und Okzident gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das in den Medien vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die einige Profi-Esoteriker darum verkünden mussten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacan erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige Spiritualisierung kernphysikalischer Erkenntnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich, was einigen ernsthaften Philosophen graue Haare bescherte. Nach der «Wendezeit», die Fritjof Kapra in seinem Buch 1982 artikulierte, folgten zum gleichen Thema umfangreiche Theorien von Ervin Laszlo, Michael Murphy und Ken Wilber (Das Atman Projekt). «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», bereits 1962 von Louis Pauwels veröffentlicht, reicht in die beginnende Aquariuszeit.
Diese Periode der Umwendung ins Geistige bringt der Menschheit zunächst eine Vielzahl äußerst dramatischer Entwicklungen, zahlreiche Kriegen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren Ostens und Afrikas. Zur Zeit (2017) scheinen in keinem Land die Regierungspräsidenten, Könige und Parlamentarier, sowie Meinungsbildner und sachverständige Autoritäten der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Verwirrung gewachsen. Sie machen in ihrer fundamentalen Verblendung durch die materialistische Weltanschauung im Schatten der großen Unternehmensmanager und Finanzexperten das allgemeine Chaos nur größer. Zudem sind ihnen natürlich für die Herstellung einer sozial ausgeglichenen Demokratie die Hände gebunden, weil ihr Charisma und Führungspotenz von den herrschenden Äonen dominiert werden. Die probaten Führungsmodelle werden ungefiltert aus dem Jenseits, von den dort herrschenden Äonen und Archonten, abgekupfert. Diese gespiegelten Macht-Methoden nach Machiavelli basieren auf der klassischen, fundamentalen Problemsituation der Fürsten unter dem Himmel. Sie wollen so sein wie Gott, jedoch de facto sind sie es nicht, und sie werden es auch niemals sein können. Darum kämpfen sie in beständiger Angst um ihr möglichst langes Überleben und liefern dafür ihren Abhängigen und Gefolgsleuten einträgliche Täuschungsmanöver, subversiven Verleumdungskampagnen. Für diese Gefechte ist ihnen kein heiliges Wort zu schade. Und für die Allgemeinheit wird wohlfeile Ablenkung durch Film, TV und allerlei Events produziert, oder mit «Brot und Spiele» auf Kosten der Steuerzahler.
Die Visionen einer zukünftigen positiven Entwicklung auf der Evolutionsleiter der Menschen sind den irdischen Meinunsbildnern und Philosophen wohl ausgegangen. Dennoch spürt nahezu jeder Mensch, dass sich für die ganze Menschheit eine deutliche Veränderung atmosphärisch andeutet.

Die aktuellen Auseinandersetzungen der Völker in Kriegen, Sportstadien oder bei Volksabstimmungen, sowie die immer noch vorherrschenden Dissonanzen zwischen den großen Religionen scheinen jedoch zu beweisen, dass der Mensch im Allgemeinen keineswegs für ein gemeinsames Streben zu einer friedlichen Einheit schon reif ist.

 

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Was ist die Seele?

Existenz und Seinsform

Wohl kaum ein menschlicher Aspekt hat über die Jahrtausende in der Philosophie als fundamentaler Grundbegriff so viele verschiedene Wandlungen erfahren wie die Seele. In nahezu allen Kulturen ist sie im Leben der gläubigen Menschen als eigenständiges, belebendes Wesen der wichtigste Hauptakteur des Daseins. Umfangreich und bildstark wird in den Philosophien von den religiösen Weisen aller Zeiten erklärt, dass allein die Seele, oder ein Aspekt von ihr, eine Chance auf ewiges Weiterleben nach dem körperlichen Tode hat. In der modernen christlich-jüdisch orientierten Philosophie wird sie zum fundamentalen Leitfaden des Lebens, sozusagen das sinngebende Ziel des menschlichen Daseins. Heute beflügeln Vorstellungen vom methodisch beeinflussten Seelenwachstum und einer gelenkten Seelenwanderung die Esoterik sowie das New Age unter dem Einfluss hinduistischer, buddhistischer, taoistischer und suffistischer Denker. Die gnostische Philosophie erklärt die Seele zum Hervorbringer des Lebens und des Bewusstseins. Ihre Seele manifestiert sich im Blut und im Schlangenfeuer der Persönlichkeit. In der hermetischen Gnosis kann sich der Kandidat über einen Transfigurationsprozess eine neue Seele und neue Seelenkleider erwerben.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Die vielen sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten, Körperlichkeiten und Fähigkeiten der Seele oder der Psyche, wie sie im Laufe der Jahrtausende dargestellt wurden, hinterlassen beim Studenten den Eindruck, dass gerade bei diesem so eminent wichtigen Seinsfaktor die Sprachverwirrung von Babylon noch nicht überwunden wurde. Bei alledem kann man den modernen Psychologen und Philosophen durchaus nachsehen, dass auch sie die Wirklichkeit der Seele noch nicht gefunden haben, selbst wenn in den abgedruckten Texten über die Seele sehr viele, bereits bekannte Aspekte der Seele erneut umschrieben werden. Ausfürhliche Texte finden sich bei G.R.S. Mead, Die Lehre vom feinstofflichen Körper, und Ernst R. Waelti, Die abgeschlagenen Wurzeln. Hier werden auch alle antiken Philosophen mit ihren Ansichten querbeet vorgestellt.

Auf der Basis der neuesten geisteswissenschaftlichen Ansichten über den Mikrokosmos mit all seinen unstofflichen Aspekten in der Tradition der Theosophen, lohnt sich ein Versuch, eine für alle plausible Darstellung der Seele zu geben. Der Wachstumsfaktor, der allem Leben im All eigen ist, die permanente Evolution wird eigenartiger Weise gerade dann vergessen, wenn die menschliche Konzeption, seine Gefühle und sein Denken unter psychologischen oder religiösen Gesichtspunkten analysiert wird. Arg störend stehen wohl den Wissenschaftlern dabei besonders die historischen Belehrungen antiker Philosophen oder heiliger Weisen asiatischer Vergangenheiten im Wege. Wird von einem Autor ein besonders heikles Thema aus dem Bereich des Glaubens diskutiert, wie z.B. das der Seele, dann muss er sich wegen der tradierten Vorstellungen darauf einstellen, dass alle Leser als erstes das tradierte Bild ihrer gewohnten Religion oder ihrer verinnerlichten philosophischen Weltansicht vor ihrem inneren Auge aufrufen.
Beim Studieren der umfangreichen Weltliteratur und den Darstellungen der Seele oder Psyche fallen die stets wiederholten symptomatischen Fachbegriffe auf. Der aufmerksame Leser kann meistens problemlos feststellen, dass die zahllosen Autoren aus Philosophie und Religion bemüht sind, aus den ungeklärten Begriffen ihrer Vorredner oder -Schreiber die ihnen wichtigen Aspekte herauszudrechseln, ohne selbst wirklich zu klären, welche Qualität die Seele ihrer Ansicht nach nun hat, welche Befähigungen der Seele ganz konkret zueigen sind oder zu welchen „Kleidern“ des Wesens Mensch die Psyche nun definitiv gehört.

Die heutigen Vorstellungen von Psychologie als Seelenkunde, in der ungezählte statistische Wahrscheinlichkeiten Einzug gehalten haben, hat natürlich populärwissenschaftlich zu weiterer Begriffsverwirrung über die Seele beigetragen. In den diversen historischen Darstellungen der Philosophie und der Religionen aller Welt wird der Begriff Seele nach wie vor, je nach beabsichtigter Überzeugungstaktik, für ganz unterschiedliche Aspekte bzw. Körperlichkeiten des Wesens Mensch verwendet.
Innerhalb aller Abhandlungen über die Psyche werden verschiedene Vermögen der Seele besprochen. Dazu gehören vor allem das Bewusstsein mit dem Unbewusstsein, die Gefühle und das Gemüt, sowie der Charakter. Sie kann Empfinden, Wahrnehmen und dem Menschen einen individuellen Seinszustand schenken. Mystische Visionen steigen für den streng gläubigen Christen aus der Seele empor und vermitteln seinem Bewusstsein wundervolle Bilder aus der Gotteswelt, die unmöglich zu beschreiben sind. Die Seele ist für viele Christen ein besonderer göttlicher Körper, eine Art Hochzeitskleid. Für die indisch beeinflussten Esoteriker ist sie eine durch Meditation errungene mentale Aura, die Verwirklichung der Kundalini u.a.

In einigen religiösen Kreisen flammt immer wieder die Diskussion um die Lebensdauer der Seele auf. – War sie vor der Geburt bereits präexistent? – Kann sie länger leben als der Stoffkörper? – Wird die Seele erneut inkarnieren? – Wenn ja, welche Seele? Möglicherweise in einem Insekt? – Kommt sie nach dem Tod in den Himmel oder muss die Seele nach ungebührlichem Leben in der Hölle schmoren? – Ist die Seele ein Produkt eines Gottes, sein eingehauchter Atem am Beginn der menschlichen Schöpfung? – Oder wird die Seele erst mit der physischen Geburt des Babys mit dem Menschen verbunden? – Warum muss die Seele, die sündigt, sterben? – Muss es eine zweite Seele geben, die nicht gesündigt hat, und darum ewig leben wird? – Alle diese Fragen deuten darauf hin, dass die meisten Autoren die Seele als etwas wesenhaft Geformtes betrachten. Die Seele handelt und wirkt bei diesen Betrachtungen ähnlich einem Körper aus Fluiden, einer Art metaphysischer Materie. Vielleicht war die Frage: Was ist die Seele? den Autoren in dem ihnen besonders bedeutungsvollem Zusammenhang nicht wichtig genug, um sich auf eine präzise Definition festzulegen. Darum kann in all diesen außerordentlich spannenden Bekenntnissen kaum eine exakte Definition gefunden werden.

Will man sich heute auf die Suche nach einer konkreten Definition der Seele machen, dann wird der beste Startplatz eine esoterisch-geisteswissenschaftliche Basis sein. In den Ausführungen der Theosophen H.P. Blavatsky, A. Besant, M. Heindel, R. Steiner und J.v. Rijckenborgh befinden sich eine Vielzahl sehr guter Hinweise, aus deren säuberlicher Zusammenfügung sich eine schlüssige Konzeption für eine plausible Interpretation ergibt.

Am Beginn dieser Betrachtungen steht die klare Einsicht, dass die theologischen Bedeutungen aller metaphysischen Phänomene leider nur sehr vage und schleierhafte Begriffe liefern. Es kann davon ausgegangen werden, dass dem Priester/Prediger immer bewusst war, dass ein fester Glaube an einen Gott nicht von einer genauen Definition der Seele abhängig ist. In der Kenntnis, dass der Stoffkörper im Tod vergehen wird – „Asche zu Asche und Staub zu Staub“ –, bemüht sich der eine Mensch durch ein gutes Verhalten, nach seinen Vorstellungen und gemessen am gesellschaftlich sanktionierten Verhaltenskodex, durch sein Beten und Opfern, das  Recht auf ein Weiterleben in einem unstofflichen Kleid in einem metaphysischen Lebensfeld zu erwerben. Für Atheisten, Nihilisten und Materialisten ist nach dem Tod sowieso alles zu Ende, ohne jede ausvibrierende Struktur von etwas Seelischem. Für alle Esoteriker darf die Seele in dem überirdischen Lebensfeld, im Jenseits, für einen langen Zeitraum weiterexistieren, sozusagen als Belohnung für alle bisherigen Mühen und Leiden im irdischen Leben. Dieses metaphysische Gerechtigkeitspräsent der Heiligkeit spornt zig Millionen von Menschen an, Götter zu erschaffen, die in für sie errichteten Tempeln, Kirchen und Kathedralen angebetet werden.

So entstanden in den Weltreligionen umfangreiche Darstellungen, was oder welcher Teil nach dem physischen Tode weiter lebt, vor allem, um dem Gläubigen plausibel zu machen, wie er in seinem Leben und vor allem nach dem Ableben vor weiterem Unglück und Leiden bewahrt werden könne. Diese ausgefeilten Argumente für ein gerechtes und heiliges Weiterleben nach dem Tode sehen eigenartigerweise so aus, als wären sie dem Wortschatz der allgemeinen Propaganda und Werbetechnik entnommen. Es wird in allen Tempeln und Kirchen den Gläubigen stets das Prinzip Hoffnung angeboten, auch dann wenn niemand wirklich erfahren hat, was mit dieser Hoffnung verbunden ist. Das ist auch absolut verständlich, wenn man berücksichtigt, dass in aller Welt die heiligen Männer und Frauen, Priester, Kaplane, Äbtissinen oder Mönche von den Zuwendungen ihrer Gläubigen existentiell abhängig waren und sind. Nirgendwo fließt und floss mehr Geld, als im Zusammenhang mit religiöser Verehrung und religiösem Brauchtum. Auch wenn Lenin von der Religion als dem Opium für das Volk sprach, so muss man bei dem festen Glauben unzähliger Menschen doch einsehen, dass selbst in den ärgsten religiösen Spekulationen ein Fünkchen Wahrheit glimmt.

Bei alledem ist auch zu bedenken, dass in antiken Zeiten auserwählte Menschen, Priester und Weise, Magier und Schamanen problemlos die Vorgänge in den niederen jenseitigen Welten schauen konnten. Sie konnten nicht nur mit ihren Göttern oder Göttinnen verkehren, sondern auch wahrnehmen, wie sich in den ätherisch-astralen Gebieten die mikrokosmischen Anteile der Verstorbenen langsam verflüchtigten. Trotz alledem blieb es ihnen verborgen, wohin sich der Mikrokosmos bei seiner Auflösung im Jenseits  letztlich entfernte, wenn sich selbst die ätherischen und astralen Anteile aufgelöst hatten.  So konnten sie keine plausible Anschauung vermitteln, wo und wie der spirituelle Impuls des Göttlichen im Menschen, eben die Seele, nach einem entsprechendem Lebensverhalten im Himmel bis in alle Ewigkeit in Seligkeit weiter existieren wird. Im alten Ägypten haben die Priester eine hochkomplizierte Seelenreise durch die Unterwelt mit zahlreichen Kämpfen und Prüfungen in den diversen Jenseitsbereichen ausführlich beschrieben. Wer die ägyptischen Unterweltbücher einmal gelesen hat, kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich bei den plastisch beschriebenen Abenteuern der Toten um konkret erlebte Ereignisse handelt, die in der ägyptischen Unterwelt von der Seelenkonfiguration bestanden werden. Auch die weisen Hindus, Guruhs und Saddhus wussten und wissen von dem Fortbestehen in einem jenseitigen Gebiet mit seinen karmischen Auswirkungen auf die nachfolgenden Inkarnationen im Diesseits.

Zu allen Zeiten haben kluge Menschen erfahren, dass die uns so vertraute irdische Natur keine göttliche, vollkommen gute und gerechte Welt sein kann. Viele kriegerische Auseinandersetzungen und Hungersnöte sprachen und sprechen deutlich dagegen, dass die Erde eine Schöpfung des absolut guten Gottes sein kann, der die totale Liebe, Weisheit, Frieden und Harmonie repräsentiert. Darum musste für die Gläubigen eine unerschütterliche Erklärung gefunden werden, in die eine Vorstellung der künftigen Wiederverbindung mit der Gotteswelt einfließen konnte. Diese Lücke wurde mit dem schillernden Begriff der Seele ausgefüllt, die nach dem Leiden in der irdischen Welt als Belohnung für das gottesfürchtige Verhalten des Menschen, ewig in Seligkeit weiterexistieren wird.

Ob in den Anfängen des Hinduismus oder in den Annalen des alten Ägypten, in den Keilschriftaufzeichnungen der Sumerer, in den chinesischen Philosophien oder in den Mythen der Mayas und Aymaras, überall finden sich Worte, die einen Aspekt des Menschen umfassen, der nach dem Tode eine Wiederverbindung mit dem göttlichen Lebensfeld ermöglicht. In Folge des Wissens oder des Glaubens an diese Wiederverbindung (darum das Wort Religion) mit dem göttlichen Lebensfeld entstand bei den Philosophen natürlich auch die Frage nach der Inkarnation oder der Seelenwanderung, die von den katholischen Kirchenvätern per Absprache auf dem Zweiten Konzil von Konstantinopel, 553 n.Chr., abgeschafft wurde. Ergo gibt es für die Millionen Gläubigen der christlichen Kirche in aller Welt keine Präexistenz der Seele – sie wird mit der physischen Geburt von Gott dem Neugeborenen beigegeben – und auch kein weiteres Fortbestehen nach dem Tode – ausgenommen die physische Auferstehung am Ende aller Tage nach der Gnade Gottes.

In den unterschiedlichen Philosophien der Länder und Religionen wird eine verwirrende Verschiedenheit der Seelen gefunden, die nicht nur untereinander gemäß des Landes oder der Zeit differieren, sondern auch im menschlichen Wesen selbst werden unterschiedliche Seelen benannt. Der Mensch verfügte z.B. im alten Ägypten über drei Seelen: Ka, Ba und Ach. In der Übertragung der Hieroglyphen kann natürlich nicht mit Sicherheit die wahre Bedeutung dieser Begriffe für die damaligen Priester und Menschen gefunden werden. Jedenfalls ist diese Dreiteilung der Seele dann über das Judentum in das Christentum eingeflossen. Dort wird in den Texten eine Körperseele, eine Vitalseele (Triebseele) und eine Geistseele erwähnt.
So wie das vorwiegend dualistisch ausgerichtete griechische Denken die beiden Prinzipien Leib und Seele auseinander hielt, so schien es den christlich orientierten Philosophen sinnvoll, bei der Seele oder Psyche ebenfalls den persönlichen oder körperlichen von dem metaphysischen Anteil zu trennen. Bei genauer Anschauung der erwähnten verschiedenen Bestimmungen der Seele werden die zwei Existenzformen des Menschwesens sichtbar: es lebt ein grobstofflicher Mensch, die Person in dieser materiellen Welt, und es existiert mit ihm eine Konfiguration aus unstofflichen Körpern, ein Mikrokosmos.

Bei vielen Autoren wirkt die Seele bis in das natürliche, stoffliche Selbst. Dabei liegt meistens der Schwerpunkt auf der Belebung des Körpers. Hegel unterteilt diese Wirkung noch nach natürlicher, fühlender und wirklicher Seele. Bei Hesekiel steht im Alten Testament: „Die Seele, welche sündigt, die muss sterben!“ Demnach kann gefolgert werden, dass es auch eine Seele gibt, die nicht sündigt. Die griechische Philosophie definierte eine pneumatische Seele und eine physische. Die pneumatische Seele wird nach christlich-jüdischer Anschauung den Tod überdauern und in das Paradies kommen. Diese Ansicht wurde ganz besonders von den alexandrinischen Gnostikern vertreten. Allerdings tun sich alle christlichen Autoritäten äußerst schwer mit der Auferstehung, die Jesus seinen Nachfolgern verheißen hat.

Aus dieser griechisch-christlichen Seeleneinteilung kann geschlossen werden, dass das stoffliche Selbst des Menschen mit seinen natürlichen Bedürfnissen von einer seelischen Komponente durchwirkt ist, die mit dem Tode des physischen Körpers ebenfalls vergeht. Und darüber hinaus wird ein feinstofflicher Körper der Person definiert, der für ein Weiterleben und die Auferstehung – bei guter Führung im diesseitigen Leben – von einer unsterblichen Seele geführt wird. Goethe betont es im Faust I, Vers 1112-1117: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust (= Staub) zu den Gefilden hoher Ahnen.“

Selbst bei detaillierten Interpretationen der urchristlichen Anschauung und den hinduistischen oder buddhistischen Philosophien bleibt jedoch immer noch die konkrete Frage offen: Was ist das nun, die Seele? Aus welcher Materie oder Kraft ist sie? –

Aus vielen Aufzeichnungen fernöstlicher Weisheiten und den Lehren der hermetischen Gnostiker  in Alexandrien, sowie aus den aktuellen esoterischen und theosophischen Erkenntnissen kann entnommen werden, dass das menschliche Wesen mehr als nur ein Stoffkörper ist. Der Mensch ist ein Mikrokosmos aus mehreren Kraftfeldern, die für seine physischen Sinnesorgane nicht unbedingt wahrnehmbar sind. Dazu gehört das Ätherfeld, die Astralis, das Denkvermögen und weitere drei Felder, die den Mikrokosmos noch unkonzentriert begleiten. Diese Felder bilden zusammen ein kugelförmiges Kraftfeld, in dessen Mitte der stoffliche Mensch als Werkzeug, als ausführendes Organ lebt. Das Gesamtgebilde wird in der esoterischen Geisteswissenschaft auch als aurisches Wesen bezeichnet. Sein Mittelpunkt ist ein Berührungspunkt mit einer metaphysischen Entität, die von Leibnitz mit Monade bezeichnet wurde. Der Umfang des aurischen Wesens bildet eine siebenfach gegliederte Sphäre, die Lipika; dieser Begriff aus dem Sanskrit bezeichnet die Speichersphäre an der Peripherie des aurischen Wesens für das angesammelte Karma.

Von Innen nach Außen betrachtet, gliedert sich das menschliche Wesen, der Mikrokosmos, in folgende Aspekte:
1. die Perle in der Lotusblüte, die Rosenknospe, der Berührungspunkt der Monade;
2. der physische Körper mit seinen Organen aus Materie ;
3. diesen Stoffkörper durchdringt und überragt ein Ätherfeld um ca. 5 cm;
4. beide Felder durchzieht und umgibt ein Astralfeld, in dem sich um den Kopf herum
5. ein Mentalvermögen entwickelt.
6. drei weitere Kraftfelder durchwirken und dynamisieren das ganze System. Sie werden von den Theosophen meistens als Kausal-, Weisheits- und Geist-Licht-Körper benannt
7. Als Atemfeld wird das Feld innerhalb der Lipika bezeichnet, die das Gedächtnis der Mentalsphäre bildet  .
8. Das Gesamtwesen Mensch wird von einer elektromagnetischen Sphäre umfasst, die ähnlich einem Magnetfeld alle kohärenten Kräfte anzieht und alle nicht kompatiblen abstößt.

Das zentrale Feld des Mikrokosmos ist angefüllt mit ätherischen, astralen und mentalen Kräften und wird darum als Atemfeld bezeichnet, weil der Mensch alle Kräfte und auch die physische Luft durch dieses Feld hindurch einatmen muss. Natürlich werden alle Aspekte der Atmung von der Qualität der sich darin aufhaltenden „Bewohner“ beeinflusst. Das muss sehr klar verstanden werden, vor allem wenn man sich die Qualität der Seele  als Untersuchungsobjekt ausgesucht hat. Denn sie ist ein besonderer „Bewohner“ des mikrokosmischen Atemfeldes, wie aus der umfassenden Weltliteratur zu ersehen ist.

Um das genau zu verstehen, muss man einen speziellen Faktor des Lebens kennen lernen. Der Impuls zum Dasein eines Mikrokosmos kommt aus den Kraftfeldern des irdischen Kosmos und seiner für das Wirken und Sein notwendigen Hierarchien „unter dem Himmel“. Diese irdischen Götter und Devas oder Asuras haben den Auftrag die natürlichen Wechselwirkungen allen Lebens in diesem Kosmos zu regeln und so lange in Funktion zu halten, bis alle Wesen, Mikrokosmen und Entitäten, die zu diesem Kosmos gehören, wieder in das ursächliche Offenbarungsfeld, das PSI-Feld, oder wie die Hindus sagen in „Brahman“, eingegangen sein werden. Wer sich mit der Größenordnung und Komplexität dieses universellen Systems befassen möchte, muss sich mit zahlreichen weltumspannenden Schöpfungstheorien befassen. Wie in der Genesis bestätigt wird, gibt es zwei Schöpfungen des Menschen. Eine Schöpfung ist völlig natürlich und geht von den Göttern der irdischen Natur aus. Die Aufzeichnungen sprechen dann aber noch von einer zweiten Erschaffung des Menschen „nach seinem Bilde“. Diese Schöpfung aus der Monade des überirdischen Feldes wird allerdings erst nach einer gewissen Reife des natürlichen Mikrokosmos stattfinden können, folgt man den Betrachtungen der großen Esoteriker Blavatsky, Heindel und Steiner. In den verschleierten Darstellungen der Religionen wird unter anderem auch bei den Rosenkreuzern von dem Wachstum der Rose des Herzens gesprochen.
Der Gedanke, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, der komplett von den unstofflichen Sphären der Natur durchwirkt wird, ist wie gesagt, keineswegs eine moderne Erkenntnis. In der chinesischen Medizin z.B. findet sich seit tausenden von Jahren das Phänomen ch‘i. Ch‘i ist, in abendländischen Begriffen erklärt, das strukturierte Muster von Lebenszusammenhängen, das in Begriffen einer Ausrichtung definiert wird. (Nach Porkert und Kapra) Aus unserer Sicht ist es das holografische Interferenzmuster aller Wechselwirkungen zwischen den sieben Kraftfeldern des Seins, das vom universellen Bewusstsein zur Evolution aller kosmischen Offenbarungen gedrängt wird. Damit wird auch deutlich, dass die esoterischen Erkenntnisse über die diversen Sphären und Hierarchien im Jenseits zu den altbekannten Weisheiten aller Zeiten gehört.

Es muss  davon ausgegangen werden, dass seit vielen tausend Jahren das Bewusstsein der Menschen stets kristallisierter wurde, stets individualisierter. Darum haben die Menschen die Fähigkeiten des Hellsehens in den sie umgebenden feinstofflichen Lebensfeldern und ihre Verbindung mit den verschiedenen „Göttern“ und den Elementarwesen im Jenseits verloren. Rudolf Steiner berichtete in seinen Vorträgen in München im August 1911 über dieses Phänomen. Auch Mircea Eliade erwähnt in seinen Betrachtungen über den Schamanismus der Welt, dass die modernen Schamanen immer weniger wirklich mit ihren „Geistern“ oder „Göttern“ kommunizieren können. Einige Uralte dieser Zunft bekennen in den Gesprächen mit den Ethnologen, dass ihre Väter und Vorväter sich noch ganz konkret mit den „Kräften im Jenseits“ verbinden konnten und durch diese ihre Vorhersagen machten oder die Kranken des Clans heilten. Um im 21. Jahrhundert ihren Auftrag als Heiler und Medizinmann für ihren Clan erfüllen zu können, müssen sie entsprechende landestypische psychedelische Drogen benutzen, um mit den Geistern in den feinstofflichen Sphären kommunizieren zu können. Den Schamanen war in ihrer Kultur bewusst, dass die Krankheit des Körpers oder eines Körpergliedes immer ein Defekt im Fluss der mikrokosmischen Kräfte und seiner damit verwobenen Seele war.

Damit kommen wir bei unseren Betrachtungen zu einer Perspektive, die recht gut die Rahmenbedingungen der „Seele“ offenbart. Insbesondere in den indischen Philosophien wird die Seele oftmals als Zusammenfügung aller feinstofflichen Körper des Menschen bezeichnet. In der esoterischen Geisteswissenschaft gibt es dafür den Begriff „Aurisches Wesen“. Wer den Gedanken in den religiösen Philosophien der Welt über die Seele aufmerksam folgt, kann erkennen, dass sich die Autoren in diesem Zusammenhang stets bemüht haben, auch konkrete Fakten der Reinkarnation darzustellen. Insbesondere das Bardo Tödol, das Tibetanische Totenbuch, und die Totenbücher aus Ägypten beschäftigen sich ausführlich mit den nachtodlichen Erlebnissen. Viele Aspekte davon werden heute durch die Berichte von Nahtoderlebnissen bestätigt, die z.B. von Dr. Raymond A. Moody um 1970 in Amerika gesammelt und erstmals 1975 veröffentlicht wurden. In zahlreichen Religionen wird ein Weiterleben nach dem physischen Tod in einem der jenseitigen Umgebung angepassten Körper beschrieben, der dort sogar ganz praktisch irdische Bedürfnisse befriedigen musste. Das beweisen auch die von den Archäologen überall gefundenen Grabbeigaben. Der Leser wird in allen bestehenden Philosophien lesen können, wie auf kulturtypische Weise das mikrokosmische Wesen und seine Seele in metaphysische Lebensfelder eingebettet ist. Mit dem Begriff Seele wurden dann besonders die feinstofflichen Aspekte des Mikrokosmos benannt, das „Aurische Wesen“ mit dem darin stets anwesenden belebenden Faktor der Seele.

Geschulte Hellseher können alle diese Kraftfelder des Jenseits und des Mikrokosmos wahrnehmen und beschreiben, wie z.B: Leadbeater, A. Besant, Elivas Levi, Gurdjieff u.a. Das Aurische Wesen, oder ein Teilaspekt davon, lebte in ihren Vorstellungen nach dem Tod des Körpers weiter, der damals von ihnen „Seele“ genannt wurde, analog den bereits bestehenden von den Religionen eingebürgerten Vorstellungen. Einige Theorien sprechen davon, dass sich die unstofflichen Körper des Mikrokosmos später in einem Übergangsgebiet auflösen, wohingegen das aurische Wesen mit der Beseelung sich für eine erneute Inkarnation vorbereitet. Die verschiedenen Religionen sprechen der fortlebenden Seele dementsprechend ganz unterschiedliche Erlebnisbereiche zu. Je nachdem wie sich der Mensch bzw. die Seele im irdischen Leben den humanistischen Vorstellungen eines guten und friedlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft gewidmet hat, ist für das nachtodliche Weiterleben eine Art Hölle, mit Leiden und Peinigungen, oder eine Art Himmel, mit glücklichem und freudevollem Dasein, vorgesehen.
In den indischen Philosophien wird von einer weiteren Reifung der Seele während ihrer Erlebnisse und Geschehnisse in den diversen jenseitigen Gefilden gesprochen. Erst nach einer vollständigen Auflösung aller feinstofflichen Körper sowie der Einspeisung aller Lebenserfahrungen in das Gedächtnis des Mikrokosmos, der Lipika, kommt es zu einer erneuten Inkarnation in der irdischen Natur, wobei entsprechend den karmischen Vorbedingungen eine grobstofflichen Person adoptiert wird. Ganz ähnlich musste die ägyptische Seele nach vielen Auseinandersetzungen mit den verschiedenen geistigen Bewohnern in der Unterwelt, des Jenseits, unter Zuhilfenahme von Osiris, an den dort hausenden „Göttern“ vorbeikommen, um letztlich erfolgreich den Weg in die Sonne zu finden. Auf diese sehr bildhafte Art und Weise wird die qualitative Bewertung der Seele in der ägyptischen Mythologie ausgesprochen physikalisch dargestellt. Das Herz oder das Gewissen des Kandidaten (=die Seele) wird von Anubis und Thot auf den Waagschalen der Maat gegen eine Feder gewogen. Auch hier ist die Symbolik eindeutig. Der Kern, das Herz des Menschen, als physischer Wohnplatz der Seele, liegt als ein konkreter Teil des Mikrokosmos auf der Waagschale, und die Götterfiguren, die Hierarchien im Jenseits, entscheiden über ihr/sein weiteres Verbleiben.

All diesen Darstellungen kann man entnehmen, dass die Seele auf eine besondere Weise mit den energetischen Ansichten des Mikrokosmos korrespondiert. Dann stellt sich allerdings die Frage, in welchem Anteil  des Gesamtwesens manifestiert sie sich? Aus den verschiedenen Lehren ist bereits deutlich geworden, dass es mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Seelen gibt. Einige indische Theorien sprechen von neun oder sogar noch mehr Seelen, je nachdem welchen Ausblick auf das Wesen Mensch der Philosoph im Auge hat. Dabei wird subtil angedeutet, dass es den Autoren eigentlich weniger um die Qualität der Seele geht, sondern vielmehr um ihre Aufgabe und ihre Funktion, vor allem im Zusammenhang mit dem physischen Tod.
An dieser Stelle bietet sich ein ganz konkreter Ansatzpunkt für eine moderne Beschreibung der Seele. Es ist durchaus ein sehr guter Denkansatz, wenn für einige Philosophen die Seele das „Aurische Wesen“ im Mikrokosmos repräsentiert, das nach dem Ableben die restlichen Kraftfelder – Äther, Astralis, Mentalis – noch eine Weile zusammenhält, bis auch diese sich aufgelöst haben. Doch nach den Bedeutungen der weitergehenden Seelenfunktionen wäre uns diese Zuteilung etwas zu engherzig, auch wenn das Aurische Wesen die Qualität des ewigen Lebens als solches bereits beinhaltet. Damit wäre dann der Tatbestand einer ewig seiende Seele eigentlich schon angedeutet. Man muss sich dann jedoch die unbequeme Frage stellen, ob das Aurische Wesen wirklich für die irdische Sünde verantwortlich ist? – Wie die zahlreichen Schöpfungsmythologien darstellen, ist es nämlich gerade das aurische Wesen oder der Mikrokosmos als solcher, der den Ausrutscher in das Chaos ausgelöst haben soll. Danach wäre das Aurische Wesen dann die Seele, die sündigt, die sterben muss, wie es von Hesekiel erklärt wird.

So wie die Erde eine Atmosphäre um sich herum ausbreitet, in der die verschiedenen Kraftfelder miteinander kommunizieren, so verfügt auch der Mikrokosmos über ein Atemfeld. Bei der Geburt eines Menschen ist dieses Feld weitestgehend rein und von neuen Gedankenimpulsen unberührt. Nur die erforderlichen Kraftströme für die Existenz in der stofflichen Natur gehen hindurch. Einatmung der kosmischen Äther etc. über den Nordpol und Ausatmung in das umgebende Jenseits der verbrauchten Äther etc. über den Südpol. Der erste Bewohner des Atemfeldes, das Ego des Babys, formiert sich primär aus dem Begehren nach Mutterwärme, Zärtlichkeit und Zuwendung, sowie Sättigung an der Brust, womit gleichermaßen die Ernährung des heranwachsenden Ätherkörpers gesichert wird. In der Kindheit wird somit das Ego als erster Bewohner des Atemfeldes mit den primären Begierden, Gefühlen und Gedanken des Kindes geprägt, die natürlich auf die körperliche Selbsterhaltung ausgerichtet sind. Im Laufe des Heranwachsens kommen alle Gedanken- und Begierdenkomplexe hinzu, die sich aus der Wechselwirkung der Person mit seinem gesellschaftlichen Umfeld und dem hinzutreten der karmischen Bedingungen ergibt. Darum konnte Karl Marx in seiner Philosophie sehr bestimmt behaupten, der Mensch wird von seiner Umwelt geprägt. Er hatte in seiner Philosophie allerdings die Rahmenbedingungen durch das Karma vergessen, dass sich verstärkt in der Phase der Pubertät über das sich vervollständige Astralvermögen mit dem Menschen verbindet. Darin entfalten sich alle Bedürfnisse der partnerschaftlichen Beziehungen und der Fortpflanzung sowie die darin verflochtenen karmischen Verpflichtungen aus früheren Inkarnationen, wobei auch alle Wertvorstellungen der familiären Gruppe und die zugehörigen gesellschaftlichen Tabus eine individuelle lebendige Struktur erhalten. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass bei allen Lebensvorgängen und Ereignissen das Mentalvermögen unentwegt schöpferisch tätig ist. Aus allen Wünschen und Begehren, aus allen Überlegungen, Bedenken und aktivem Handeln formt der Mensch – ohne etwas davon zu bemerken – Wesen aus Mentalstoff und Astralis, die sich auch im Atemfeld einnisten. Alle diese Bewohner des Atemfeldes mischen sich aus Selbsterhaltung permanent in das egoistische Denken, Fühlen und Handeln ein und bestimmen so die weitere mentale und emotionale Ausrichtung der Person. Einerseits sind diese Mentalschöpfungen wirklich lebensnotwendig für den Menschen, andererseits können sie zu den größten Behinderungen für ein geordnetes Leben werden, was zahlreiche Psychotherapeuten aus ihrer Praxis bestätigen könnten.

Vom egozentrischen Grundimpuls des um Selbsterhalt ringenden Menschen ausgehend bildet sich vor allem das Ego als ein alles bestimmendes Wesen im Atemfeld heraus, das alle anderen Lebensstrukturen des gesamten Mikrokosmos koordiniert. Dabei spielt vor allem die Ausrichtung der Wahrnehmung und die damit verknüpfte Bewertung der Überlegungen und Sensationen eine alles entscheidende Rolle. Dieses Wesen aus Astralis und Mentalis kann man gut und gerne als die Naturseele bezeichnen. Sie ist unbewusst mit allen Funktionen und Aktivitäten des Menschen, seinem Fühlen, Denken und Handeln verbunden und bestimmt über das aurische Magnetfeld die Qualität der kosmischen Kräfte, die vom Mikrokosmos eingeatmet werden.
Die oft gestellte Frage: Wer ist das eigentlich, der da ICH sagt?, kann hiermit eindeutig beantwortet werden. Es ist die Naturseele, das Ego, dieser dominante Gedanken- und Gefühls-Kumulus im Atemfeld des Mikrokosmos. Er – dieses Ich – ist niemals das ausführende Organ der Persönlichkeit, nimmt aber alle Aktivitäten des Körpers für sich in Anspruch und macht sich damit wichtig. Man kann das sehr schön im normalen Leben bei allen Aussprachen beobachten. Am besten sagte es wohl Ludwig der XIV. von Frankreich: „L‘état c‘est moi!“. Man vergleiche damit die vornehme Artikulation von Descartes: „Ich denke, also bin Ich!“ Ganz deutlich wird es in den 10 Geboten zum Ausdruck gebracht, die Moses von JHWE erhalten haben soll: „ICH bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“

Zur Vereinfachung der nachfolgenden Besprechung wollen wir diesen Atemfeldbewohnern aus mentalen und astralen Kräften eine Bezeichnung geben, die einem Buch von Gustav Meyring entnommen ist: Golem. So können wir jetzt sagen, dass das Atemfeld unbewusst zahlreiche kleinere und größere Golems beherbergt, die unter anderem alle dort zirkulierenden Kräfte mit ihrer Grundschwingung in Übereinstimmung bringen, bevor sie vom Menschen eingeatmet werden. Der Mensch reproduziert und ernährt mit seinen Gedanken, Gefühlen und Taten seine Golems und erschafft stets auch völlig neue, die zu seinem bereits existenten Pantheon passen. Dabei ist der Hauptgolem, die Naturseele, sein Ego, der größte und absolut dominante Faktor, der Metaprogrammierer. Sie bestimmt die prinzipielle Polarität aller Gefühle und Gedanken sowie seine Ausrichtung z.B. auf Tierliebe und Natur, Humanität, Moralität und Mitgefühl, Sozialität und Geselligkeit, auf Politik und Machtstreben etc. Sie bestimmt seinen Platz im Dasein, reguliert sein Werden und auch seine Vergehen gegen die gesellschaftlichen Normen. Dieser Hauptgolem im Atemfeld eines jeden Menschen ist als die Naturseele zu bezeichnen, denn sie ist im Wechselspiel zwischen dem aurischen Wesen, dem Blutserbe der stofflichen Eltern, dem Astralwesen und den Lebensereignissen des Menschen von Kindesbeinen an, entstanden.

Zu Beginn des Lebens war sie nur eine lebenssichernde Instanz, zuständig für die Belebung des Wesens einerseits und auch für alle regulativen Wechselwirkungen im Mikrokosmos. Denn für seine irdische Existenz müssen alle Kraftfelder durch eine innewohnende Dynamik zentriert zusammengehalten und andererseits durch spezielle Kraftimpulse belebt und für das aktuelle Geschehen selbsterhaltend dynamisiert werden. Zwischen diesen funktionalen Feldern strömen unzählige Informationen hin und her. Darüber hinaus findet ein beständiger Austausch mit den feinstofflichen Feldern des Jenseits statt. Die permanente Interdependenz mit den das All erfüllenden unstofflichen elektromagnetischen Kraftfeldern wird bei den meisten Erläuterungen oftmals übersehen. Der Mikrokosmos ist realistisch betrachtet ein Stoffwechselorgan, wobei der Begriff „Stoff“ hier für Verwirrung sorgt, denn es geht im ganzen Kosmos weniger um die materielle Seite unserer Natur, sondern vor allem um eine beständige Kommunikation von Kräften und Informationen in einem alles umspanneneden Kraftfeld des Kosmos. Dabei spielt allerdings die stoffliche Person eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Der Mensch sollte es eigentlich aus eigener Erfahrung wissen. Er ist vor allem auch ein Betrachtungsorgan, das seine Wahrnehmungen bewusst realisiert und mit seinem ICH, seinen seelischen Kriterien bewertet.

Wer sich in seiner Weltanschauung mit dieser Megastruktur des Menschen vertraut machen kann, wird die Frage nach der Qualität der Seele beantworten können. Die Natur-Seele ist eine Zusammenfügung von feinstofflichen Kräften, Mentalis und Astralis, die im Atemfeld des Mikrokomos alle Aktivitäten des Menschen unbewusst steuert. Der Mensch glaubt, seine Handlungen aktiv selbst ausgeführt zu haben. Wer sagt: Ich habe diese Idee gehabt. oder Ich habe die Schlacht geschlagen. oder Ich habe die Natur gerettet. ist seinem inneren Golem aufgesessen, denn die von seiner Naturseele angespornten Kräfte haben den Menschen handeln lassen.

Fassen wir die weiteren Vermögen der Seele noch einmal zusammen.
Erstens: die Seele hat Bewusstsein und sie kann denken. Die Seele bewirkt Kommunikation und Information, allerdings in und mit allen Feldaspekten des Mikrokosmos und auch darüber hinaus, mit allen kosmischen Feldern des Jenseits.
Die Seele ist eine komplexe Vernetzung vielfältiger Informationen aus allen Strukturen des mikrokosmischen Wesens. Wie ein Baum hat sie überall ihre Wurzeln und streckt in alle Richtungen ihre Äste, die über einen starken egoistischen Stamm mit den Wurzeln verbunden sind.
Im Laufe des Lebens werden diese Strukturen der Naturseele immer kräftiger und zu unüberwindlichen psychologischen Faktoren, die nachhaltig das Denken und Beurteilen des Menschen bestimmen.

Der Bewusstseinsaspekt der Seele bestimmt vor allem die Aufmerksamkeit und Ausrichtung der bewussten Person. Sie bestimmt, wohin sich der Mensch ausrichtet, entweder auf die materiellen Aspekte des irdischen Lebens – die Seele, die sündigt – oder er lenkt sein Begehren auf ein göttliches Lebensfeld – das entspräche der ewig seienden Seele. Für diese Funktion wird in den hermetischen Darstellungen an manchen Stellen auch der Begriff Gemüt verwendet, das sich auf der Basis der vier Bewusstheiten im Herzen entwickeln soll. Die Seele muss einerseits in allen Kraftfeldern für den ganzen Mikrokosmos die Selbsterhaltung sichern und andererseits die permanente Evolution innerhalb der Schöpfung dynamisieren. In diesen Zusammenhang macht uns noch einmal der Ausspruch des Faust in Goethes Drama: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust (= Staub) zu den Gefilden hoher Ahnen.“ auf ein besonderes Problem des Menschen aufmerksam.

Wenn man nach der Qualität der zweiten, der ewig seienden Seele fragt, muss man sich kurzfristig mit der Art und der Struktur unseres natürlichen Lebensfeldes befassen. Allen Menschen ist die stoffliche Natur mit allen ihren materiellen Erscheinungen unseres Planeten Erde geläufig. Weniger bekannt ist, dass alle materiellen Erscheinungen von immateriellen oder unstofflichen Kraftfeldern durchdrungen sind, die das Dasein auf der Erde überhaupt erst ermöglichen. Bedauerlicherweise hat sich in den Lebensfeldern unseres Kosmos eine gewisse Unheiligkeit entwickelt, die ähnlich den Vorgängen im Atemfeld des Mikrokosmos aus mentalen und emotionalen Schöpfungen der ganzen Menschheit besteht. Im Jenseits tummeln sich also neben den Wesen und Kräften, die diese unsere irdische Natur erhalten und ordnen, auch Wesen und Entitäten (Golems), die aus den Wünschen und Begehren aller Menschen nach einem paradiesischen Dasein auf Erden entstanden sind und auch noch immer entstehen. Zu allem Überfluss sind die ätherischen, astralen und mentalen Felder des Jenseits auch die Gebiete, in denen sich die Mikrokosmen der Verstorbenen langsam auflösen. Es ist jetzt hier nicht der Platz, all die verwickelten Entwicklungen der jenseitigen Sphären im Einzelnen zu erläutern. Beschränken wir uns auf den Fakt, dass ähnlich den Golems im Atemfeld des Mikrokosmos sich im Jenseits gewaltige Äonen (Holokumulies) entwickeln, die neben allen egozentrischen Bestrebungen nach Macht, Ruhm und Reichtum auch mit all den Begierden nach Erleuchtung und ewigem Leben für das selbstsüchtige Ego geladen sind.
Diese Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie sie von Paulus im NT genannt werden, spiegeln den verlangenden Menschen vor, dass ihre Natur-Seele dermaleinst heilig in den seligen Bereichen eines paradiesischen Himmels ewig leben werden. Dies tun diese Entitäten oder Götter oder Devas im Jenseits aus reiner Selbsterhaltung, denn sie wurden über Millionen von Jahren von selbstsüchtigen Menschen hervorgebracht.

Allerdings müssen alle Mikrokosmen, die auf diese Vortäuschung falscher Tatsachen hereinfallen, dermaleinst wieder das mühsame Los eines sterblichen Erdenbürgers annehmen. Denn nur als irdische stoffliche Person kann der Mensch eine neue überirdische Seele bekommen. Goethe wusste also bereits von dieser metaphysischen Möglichkeit, d.h. sein Mikrokosmos hatte bereits die erforderliche Reife dafür erlangt. Denn erst wenn die Naturseele ermattet ist von den vielen Versuchen weder im irdischen Dasein und noch in einem jenseitigen Dasein eine göttliche Welt zu schaffen, tritt die Möglichkeit ein, dass sich die Monade mit dem Mikrokosmos verbindet und die neue Seele zur Geburt bringt. Einige Weisen der großen ursprünglichen Religionen beschreiben der Menschheit jene metaphysischen Gebiete, aus denen jedem die Gnade geschenkt wird, einmal eine ewige Seele zu bekommen, der sich wahrhaftig dieser zukünftigen Verheißung zuwendet.
Vor aller irdischen Schöpfung mit ihren Devas und Hierarchien unter dem Himmel existiert seit Anbeginn aller Zeiten eine göttliche Schöpfung, die siebenfach gestuft alles umfasst, auch das, was den Visionen der Heiligen nicht zugänglich ist und der Menschheit vorerst nicht überbracht werden kann. Am nächsten von allen diesen sieben Gebieten ist uns das sechste kosmische Gebiet, das die Ereignisse im siebenten kosmischen Gebiet lenkt und dynamisiert. Dort existiert für jeden wahren Mikrokosmos ein Urtyp, ein Vorbild, von dem aus der Mikrokosmos im siebten kosmischen Gebiet in-formiert wird. Dieser Urtyp, Leibnitz nannte ihn auch die Monade, senkt eine kraftvolle Verbindung in den Mittelpunkt des Herzens. Dies ist der Begegnungspunkt mit dem göttlichen Lebensfeld und der Ursprung der ewig seienden Seele. Er wird von Shankaracharya auch Atman genannt.

Kann sich der Mensch von den Anbiederungen der irdischen materiellen Welt lösen, z.B. weil er die in ihm erklingenden Ideale weder auf Erden noch in irgendeiner Sphäre des Jenseits verwirklich sieht, und bei allem redlichen Bemühen keine reale Chance erkennen kann, wie sie in dieser Natur des Egoismus verwirklicht werden könnten, dann wird er nach einem Ausweg suchen. Es entsteht auf der einen Seite eine mentale Neutralität gegenüber den natürlichen Belangen und auf der anderen Seite eine intensive Sehnsucht nach dieser höheren Lebenswelt. In dieser spannungsgeladenen inneren Stille kann das Heimweh des Herzens von der Monade beantwortet werden. Kann diese innere Stimme aus dem Herzen stets deutlicher das Denken und Fühlen des Menschen beeinflussen, entsteht hieraus ein neuer mental-astraler Golem im mikrokosmischen Atemfeld. Zusätzlich wird ein  Stern in der uralten Schicht der Lipika wieder aufleuchten, aus dem die Erinnerung von dem ursprünglichen Auftrag des Menschen in das Bewusstsein des Kandidaten klingt. So entwickelt sich in diesem Wechselspiel zwischen Bewusstsein, aurischer Sphäre und der Rose im Herzen (Atman), die monadische Berührung, eine neue Beseelung.
Von ihr geht eine neue innere Einsicht in die wahren Absichten des kosmischen Lebens aus, die den Menschen zu einer völlig neuen Lebenshaltung führen, in der die Eitelkeiten der Welt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Naturseele verliert prozessmäßig an Kraft, weil sich der Mensch bewusst seinem neuen Lebensziel zuwendet, und unter dem Einfluss der neuen Beseelung seine Ausrichtung völlig verändert. (Die wird in der christlichen Terminologie Buße genannt.) Bei aller Aktivität seines gewöhnlichen Lebens achtet er auf Denkansätze, was er noch machen kann, damit diese uralte Stimme aus der Rose des Herzens noch lauter zu ihm sprechen kann. So entfaltet sich die Ewige Seele aus den Kräften des Mikrokosmos und der Monade als ein vitaler heilbringender Golem im Atemfeld. Nach einiger Zeit der Entwicklung bekommt diese mental-astrale Konfiguration einen kräftigen Zuschuss aus dem sechsten kosmischen Gebiet, so dass sich nun auch  der Ätherkörper im Mikrokosmos um einige Aspekte unirdischer Äther erweitern kann. Diese überraschend neue Konzeption eines zusätzlichen Lebewesens im Mikrokosmos wird in den Bildern und Gleichnissen des Jesus von Nazareth im Neuen Testament und den Apokryphen Evangelien dargestellt. Die Transfiguration wirkt sich vor allem in den Feldbereichen der Astralis und Mentalis aus, wo in einem mehrstufigen Prozess neue Aspekte entwickelt werden, die bislang noch nicht vom Menschen erfasst weden konnten. Jetzt kann das neue erwachende Bewusstsein sprechen, wie Johannes: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.“

Fassen wir noch einmal die wichtigsten Punkte zusammen:

1. Man kann die Seele als das feinstoffliche Ego bezeichnen, es ist ein Golem aus ätherischen und astralen Kräften im Atemfeld des Mikrokosmos.
Viele Theorien deuten auf ihre Weise und Sprache ähnliche Dimensionen an. Der Begriff Seele wird meistens für einen nicht genau definierten Aspekt in den unbewussten Sphären
der Persönlichkeit verwendet. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass von diesem Anteil der Psyche ein dynamisches Prinzip ausgeht, eine Art Gewissen oder moralische Instanz, die das Denken, Handel und Wandel des Menschen unbewusst prägt.
2. Die Seele schenkt allen Wesen das Leben.
3. Die Seele bewirkt im Bewusstsein vor allem die Ausrichtung bei allen Wahrnehmungs- und Denkvorgängen. Wie Erinnerungen aufgerufen, Bedeutungen, Wertungen und Beurteilungen vorgenommen werden, bestimmt die Art der Seele. Auf diese Weise lenkt die Seele die Ausrichtung des Egos in der Person.
4. Die Seele bestimmt den Charakter, den magnetischen Vibrationsschlüssel des Mikrokosmos, und dominiert somit den gesamten Stoffwechsel der Kraftfelder für die Selbsterhaltung und die Evolution in der Schöpfung.
5. Eine sündige Seele als solche gibt es nicht. Das ist nur eine theologische Definition, die angstvolle Menschen in religiöser Abhängigkeit hält. Der Erfahrungsweg in dieser polaren Natur ist für jeden Mikrokosmos sehr unterschiedlich, und jede menschliche Be- oder Verurteilung der Lebensart basiert auf schlichter Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge.
6. Die Naturseele wird mit dem irdischen Mikrokosmos zu ihren Ursprüngen hin aufgelöst und kann nicht in die Ewigkeit aufgenommen werden. Allerdings kann der Mensch mit
den zahllosen Erfahrungen, die er unter Anleitung der Naturseele machen darf, der ewig-seienden Seele den Weg bereiten, damit diese einmal die Herrschaft über den Mikrokosmos übernehmen kann.
7. Diese göttliche Seele wird aus den Kräften des sechsten kosmischen Gebietes im Atemfeld induziert und kann gemeinsam mit einem bewussten Kandidaten zum Leben erweckt werden. Sie ist zunächst auch nur ein heiliger olem im Atemfeld, der  jedoch im gleichen Mikrokosmos die Entwicklung des Ätherfeldes, der Astralis und der Mentalis weiter entwickelt.
Damit sind erhebliche Veränderungen im Denken, Erfassen, Bewerten und auch in der Physis des Menschen verbunden.

Mit diesen Definitionen werden einige offene Fragen nach dem seelischen Sein beantwortet, die mit den bestehende Thesen durchaus verträglich sind. Die Seele als dominanter Golem im Atemfeld bestimmt als Triebfeder im Bewusstsein, durch Aufmerksamkeit, also Ausrichtung, das Ziel des Mikrokosmos: Selbsterhaltung zur Selbstentfaltung in dem alles umfassenden schöpferischen Bewusstsein. Dafür regelt im irdischen Lebensfeld zunächst die Natur-Seele den Stoffwechsel und bewirkt die Kommunikation mit allen unstofflichen Kraftfeldern im Rahmen der isobaren Resonanz, bis aus allem Leiden und Erleiden die Erfahrung aufsteigt, dass das Dasein ein höheres Ziel hat. Dadurch wird der Weg zu der höheren Sphären auf der Spirale der Evolution gebahnt.

Dann wird sich unter dem Einfluss der Monade im Mikrokosmos eine neue Beseelung entfalten. So wird diese auf Gott ausgerichtete Seele auch die Bewahrerin der auf die höchste Ideation ausgerichteten Evolution des Menschen, ewig-seiend im universalen Bewusstsein. Dabei wäre zu erwähnen, dass auch das mikrokosmische Bewusstsein zu allen Zeiten ein Teil des universalen All-Bewusstseins war und ist, das sich im kosmischen und solaren Feld der Schöpfung manifestiert. Im Rahmen der Evolution wird sich das individuelle Denken und Erfassen eines jeden Mikrokosmos einmal nach seiner langen Reise durch die kosmischen Verirrungen soweit mit den kosmischen und makrokosmischen Entwicklungen befassen, bis er mit dem universalen Bewusstsein vereinigt wird. Bis dahin müssen allerdings noch einige Inkarnationen erfolgreich verlaufen.

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