Morphogenetische Felder

Eine Zusammenfassung wichtiger Standpunkte der Morphik kombiniert mit der Lehre von den interkosmischen Feldern.

Aus platonischer Sicht ist biologische Evolution von der Evolution genetischer Systeme abhängig, denn nur unter dieser Voraussetzung können sich einige der möglichen Formen oder Urbilder in der stofflichen Welt als tatsächliche Organismen manifestieren; die Formen oder Formeln oder Biomorphe selbst evolvieren jedoch nicht. Zum Beispiel haben die morphogenetischen Feldgleichungen für Tyrannosaurus rex schon existiert, bevor die Erde entstand, bevor überhaupt der Kosmos geboren wurde. Sie blieben gänzlich unbeeinflusst vom tatsächlichen Auftreten dieser Saurierart und ebenso unbeeinflusst von ihrem Aussterben.

Sollte den morphogenetischen Feldern jedoch ein Gedächtnis innewohnen, so könnten wir uns ein ganz anderes Bild von ihnen machen: Sie sind dann keine transzendenten Formen, sondern den Organismen immanent. Sie evolvieren im Bereich der Natur und unterliegen dem Einfluss dessen, was früher geschah. Es bilden sich Gewohnheiten und Gedächtnismuster in ihnen.

Der Gedanke, dass morphogenetische Felder ein Gedächtnis beinhalten, ist der Ausgangspunkt für die Hypothese der Formenbildungsursachen. Diese Hypothese kann die Menschheit zu einem wirklich evolutionären Verständnis des Lebendigen hinführen. Die bislang einzige Alternative – die Kombination von Platonismus (Gottesglauben) und Materialismus einer mechanistischen Sicht der Dinge – wird dies wohl nie leisten können, denn sie wurzelt in einer vorevolutionären Vorstellung vom Universum, die nun auch von der modernen Physik allmählich aufgegeben wird.

Die Hypothese der Formenbildungsursachen geht von der Annahme aus, dass morphogenetische Felder physikalisch real sind in dem Sinne, wie Gravitationsfelder, elektromagnetische Felder und Quantenmateriefelder, die als physikalisch real angenommen werden. Jede Art von Zellen, Geweben, Organen und Organismen besitzt ihre eigene Art morphischer Felder. Diese Felder gestalten und organisieren auch die Entwicklung von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren und stabilisieren die Form des ausgewachsenen Organismus. Dies können sie aufgrund ihrer eigenen räumlich-zeitlichen Organisation.

Morphogenetische Felder entfalten in jedem Organismus die künftige Lebensstruktur anhand des gespeicherten Organisationsmusters, und lenken den Entwicklungsprozess probabilistisch in die künftige Richtung. Die Formenbildungsursachen konkretisieren mit der Struktur dieser Felder die tatsächlichen Formen ähnlicher Organismen aus der Vergangenheit, weil sie diese für die kommenden Generationen der Organismen aufbewahren, um sie später in die Strukturgebung des neuen Organismus einzubinden. So werden etwa die morphogenetischen Felder von Eichenbäumen durch alle Einflüsse geformt, die von früheren Eichen ausgehen; ihre morphischen Felder bilden insofern eine Art kollektive Erinnerung dieser Art. Jedes Pflanze einer Art wird von den Art-Feldern geformt, gestaltet selbst aber auch diese Art-FeIder mit und beeinflusst damit die künftigen Exemplare seiner Art.

Wie könnte dieses Gedächtnis wirken? Die Formenbildungsursachen, die morphischen Felder, beruhen auf einer Art von Resonanz, die man «morphische Resonanz» nennen kann. Morphische Resonanz wiederum beruht auf isomorphen Informationen: Je ähnlicher ein Organismus früheren Organismen ist, desto stärker die morphische Resonanz. Und je mehr es solche ähnliche Organismen in der Vergangenheit gegeben hat, desto stärker ist ihr kumulativer Einfluss im morphischen Feld. Eine sich entwickelnde Eiche steht in morphischer Resonanz mit zahlreichen früheren Eichen ihrer Art, und diese Resonanz formt und stabilisiert aktuell ihr morphogenetisches Feld.

Die morphische Resonanz unterscheidet sich nur wenig von den in der Physik bekannten Arten der Resonanz – etwa der akustischen Resonanz (zum Beispiel beim Mitschwingen von gespannten Saiten), der elektromagnetischen Resonanz (zum Beispiel beim Abstimmen eines Radios auf eine bestimmte Frequenz, einen bestimmten Sender), der Elektronenspin-Resonanz und der kernmagnetischen Resonanz. Sie ist nicht immer mit einem Energietransfer von einem System auf ein anderes verbunden, sondern stellt vorwiegend einen determinierenden Informationstransfer dar.

Morphische Resonanz stimmt allerdings darin mit anderen Arten der Resonanz überein, dass sie auf rhythmischen sowie melodischen Mustern beruht. Organismen sind Aktivitätsstrukturen, und auf jeder Ebene der Organisation werden bei ihnen rhythmische Oszillationen oder Schwingungen, periodische Bewegungen oder Zyklen gefunden. Die Elektronen von Atomen und Molekülen befinden sich in ihren Schalen in beständiger Schwingungsbewegung; große Moleküle wie etwa Eiweißmoleküle zeigen wellenartige Bewegungen von charakteristischer Frequenz. In den Zellen finden wir zahllose schwingende Molekularstrukturen, und auch die biochemischen und physiologischen Prozesse lassen einen rhythmischen Ablauf erkennen usw.

Die Hypothese der Formenbildungsursachen besagt nun, dass sich zwischen solchen rhythmischen Aktivitätsstrukturen eine morphische Resonanz bildet, wenn sie einander ähnlich sind, und aufgrund dieser isomorphen Resonanz können die Aktivitätsmuster vergangener Systeme die Felder der folgenden beeinflussen. Morphische Resonanz beinhaltet eine Art Fernwirkung sowohl räumlicher als auch zeitlicher Art. Die Hypothese nimmt an, dass dieser Einfluss weder mit der räumlichen noch mit der zeitlichen Entfernung abnimmt.

Die Bildung von Formen findet nicht im «leeren Raum» statt. Alle Entwicklungsprozesse setzen bei Systemen an, die bereits eine spezifische Organisation aufweisen. Ein Embryo zum Beispiel entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle, die DNS, Proteine und andere Moleküle enthält, die bereits auf bestimmte Weise organisiert und für die Art charakteristisch sind. Solche organisierten Anfangsstrukturen oder «morphogenetischen Keime» treten in morphische Resonanz zu früheren Exemplaren ihrer Art, es findet eine «Abstimmung» statt zwischen ihrem Feld und dem der Art, die ihre Entwicklung lenken.

Alle Exemplare einer Art tragen zum Art-Feld bei; ihr Einfluss ist kumulativ, wird also mit wachsender Zahl der Individuen größer. Organismen einer Art sind einander ähnlich, aber nicht identisch, und das Art-Feld, von dem ein neuer Organismus geformt wird, stellt eine Art probabilistisches Durchschnittsfeld dar. Es ist eine Wahrscheinlichkeitseinfluss, der im Rahmen der gespeicherten Informationen und der vorgegebenen Lebensstrukturen wirksam wird. Morphogenetische Felder sind immer probabilistisch, d.h. sie haben «Wahrscheinlichkeitsstrukturen», in denen die Durchschnittsmerkmale dominieren, womit sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Typische des Organismus erhalten bleibt.

Information ist in unserer Zeit ein Modewort geworden, und es wird auch gerne die lutherischen Übertragung des Johannesevangeliums zitiert: «Am Anfang war das Wort.» um dieser Bedeutung noch etwas mehr Gewicht zu geben. Jedoch umfasst der ursprüngliche Begriff «Logos» vielmehr den Sinn eines morphischen Feldes, insofern am Anfang nämlich Licht, Vibration und Energie war, sowie In-Formation für das sich entfaltende Leben. Wenn man diesen Informationsbegriff heranzieht, um die Entwicklung und Evolution von Körper, Verhalten, Geist und Kultur zu erklären, kann man die interkosmischen Information selbst nicht als statisch betrachten – diese muss dann selbst permanent in Entwicklung und Evolution begriffen sein.

Morphische Felder, Formbildungsursachen spielen eine ähnliche Rolle wie Informationen und Programme im biologischen Denken, und man könnte sie auch als Informationsfelder oder Gedächtnisfelder bezeichnen. Damit wäre der evolutionäre Charakter biologischer und transpersonaler Information einbezogen, denn diese Felder enthalten ein Gedächtnis, das von morphischer Resonanz getragen wird.

Morphische Felder stehen wie Gravitationsfelder, elektromagnetische Felder und Quantenmateriefelder der Physik in einer sehr engen Beziehung zu allem Leben. Sie stehen mit dem Werden aller Wesen in Wechselwirkung und organisieren diese bis in die feinsten Strukturen. Selbst die Materie besteht für die heutige moderne Physik aus rhythmischen Prozessen, aus gebundener und strukturierter Energie innerhalb von Feldern. Faraday schlug verschiedene Interpretationsmöglichkeiten vor: «Sie sind entweder Zustände eines materiellen Mediums, das wir Äther nennen können, oder Zustände des bloßen Raumes.» Er selbst neigte der zweiten Anschauung zu, denn sie passte besser zu seinen Überlegungen, dass Materieteilchen nichts weiter seien als die Schnittpunkte konvergierenden Kraftlinien – und mit dieser Überlegung war bereits der Unterschied zwischen Materie und Kraft aufgehoben.
Maxwell hatte Faradays Überlegungen aufgegriffen und betrachtete Felder als Zustände eines Mediums, des Äthers. Der Äther hatte etwas von der Natur der Fluide an sich.
Der Äther war für K. Lorentz erstens ein nicht-mechanisches Medium und dabei auch ein absoluter Bezugsrahmen für das Leben mit einer ähnlichen Rolle wie Newtons absoluter Raum. Mittlerweile ist die Wissenschaft so weit fortgeschritten, dass gesagt werden kann: Teilchen sind Manifestationen der grundlegenden Wirklichkeit der Felder. Diese Felder sind Zustände des Raumes, und dieser Raum ist nicht leer, sondern voller Energie und erfährt «Quantenfluktuationen».

Nehmen wir einen organismischen anstelle eines atomistischen Standpunktes ein, so ist durchaus einzusehen, dass Organismen auf allen Ebenen der Organisation und des Aufbaues von lebenden Körpern ihre charakteristischen Felder haben.
Das morphische Feld eines Organismus organisiert die Teile oder Holons dieses Organismus; deren Felder wiederum organisieren die untergeordneten Holons und so weiter, So werden von einem Organfeld die Gewebe organisiert, von einem anderen Gewebefeld die Zellen, von einem Zellenfeld die subzellulären Holons, wie z.B. der Zellkern und die Zellmembran. Sowohl die Holons als auch ihre Felder sind in einer geschachtelten Hierarchie angeordnet. Die Felder der Holons sind auf jeder Ebene probabilistisch und die materiellen Prozesse in den Holons daher teilweise beliebig oder unbestimmt. Höhere morphische Felder wirken auf die Felder niederer Ebenen auf eine Weise ein, die deren Probabilitätsstruktur beeinflusst, und zwar im Sinne einer Stabilisierung, d.h. einer Beschränkung ihrer Variationsbreite.

Damit sind wir bei einem sehr allgemeinen Gesichtspunkt für die Morphogenese symmetrischer Strukturen: Die Symmetrie erfordert offenbar eine Resonanzkommunikation zwischen den symmetrischen Teilen eines Organismus. Betrachten Sie zum Beispiel Ihre beiden Hände. Sie unterscheiden sich deutlich von den Händen anderer Menschen, sind einander jedoch so ähnlich wie die Kristall-Arme einer Schneeflocke. Innerhalb eines sich entwickelnden Organismus könnte zwischen ähnlichen Strukturen eine morphische Resonanz bestehen, in diesem Fall zwischen den Feldern der embryonalen Hände. Ähnliches gilt auch für andere symmetrische Strukturen, etwa die beiden Gesichtshälften oder die Augen; auch hier ist die Symmetrie nicht ganz exakt, die Ähnlichkeit ist jedoch so groß, dass man annehmen muss, die Entwicklung habe unter dem Einfluss eines Resonanzphänomens stattgefunden.

Es kann daraus geschlossen werden, dass in sich entwickelnden Organismen generell eine innere Resonanz zwischen den Feldern symmetrischer Strukturen besteht und diese Eigenresonanz für die Symmetrie von entscheidender Bedeutung ist. Da Symmetrie ein so charakteristischer Zug natürlicher Formen ist, dürfte die innere Resonanz zwischen symmetrischen Strukturen ein und desselben Organismus ein allgemeines Kennzeichen der Formenbildung aufgrund morphischer Felder sein. Dies ist jedoch nur eine Form der Eigenresonanz. Eine andere und ebenso grundlegende Form der Eigenresonanz ist die morphische Resonanz eines bestimmten Organismus mit seiner eigenen Vergangenheit.

Morphische Resonanz ist um so spezifischer und wirksamer, je ähnlicher die in Resonanz stehenden rhythmischen Muster sind. Besonders spezifisch ist natürlich die Resonanz eines Organismus mit seinen eigenen früheren Zuständen, denn diese Zuständen – vor allem, wenn sie erst kurze Zeit zurückliegen – ist er ähnlicher als anderen Organismen. Diese Eigenresonanz stabilisiert den Organismus in seiner charakteristischen Form und harmonisiert die Entwicklung symmetrischer Strukturen. Diese Selbststabilisierung morphischer Felder könnte auch vieles beitragen zum Verständnis des Umstands, dass lebendige Organismen ihre typische Form aufrechterhalten können, obgleich die Stoffe, aus denen ihre Zellen und Gewebe bestehen, ständig ausgetauscht werden.

Wenn die Resonanz eines Holons mit seiner eigenen Vergangenheit tatsächlich von solcher Bedeutung ist, wie weit muss dann ein bestimmtes rhythmisches Muster zurückliegen, um durch morphische Resonanz wirksam werden zu können?
Der Begriff «Resonanz» impliziert ja eine Beziehung zwischen mindestens zwei Schwingungsmustern, und solch ein Muster ist nicht für einen bestimmten Zeitpunkt zu definieren, da Schwingungen in der Zeit ablaufen. Ein «gegenwärtiges» rhythmisches Muster muss also von einer gewissen Dauer sein, da die Schwingungsfrequenz erst anhand mehrerer Schwingungen zu bestimmen ist. Wenn die «Gegenwart» aber mehrere Schwingungszyklen umfassen muss, ist ihre Dauer abhängig von der Schwingungsfrequenz des jeweiligen Systems oder Organismus.
Da ein morphisches Feld in der Zeit «stehen» bleibt, muss seine Gegenwart irgendwie mit seiner Vergangenheit verbunden sein, und diese Kontinuität kann nicht durch unabhängig bestehende materielle Strukturen gegeben sein, da die Materieteilchen selbst Manifestationen des Feldes sind. Die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit muss zeitlicher Natur sein und kann daher nur auf Eigenresonanz beruhen.
Diese Vergangenheit wird durch morphische Resonanz gegenwärtig und stabilisiert damit das Feld in der Zeit. Wenn diese Interpretation zutrifft, dann beruht das Fortbestehen von Materie und Strahlung auf beständiger Resonanz der Felder mit ihrer eignen Vergangenheit. Die Kontinuität jedes selbstorganisierenden Aktivitätsmusters – vom Elektron bis zum Elefanten – wird durch Eigenresonanz mit den Aktivitätsmustern der eigenen Vergangenheit hergestellt. Alle Organismen sind dynamische Strukturen, die sich unter dem Einfluss ihrer eigenen vergangenen Zustände über morphische Felder in den sieben universellen kosmischen Lebensfeldern beständig selbst neu erschaffen.

Alle Organismen erben – durch morphische Resonanz mit früheren Organismen ihrer Art – ein kollektives Gedächtnis ihrer Art, individuelle Organismen stehen in morphischer Resonanz mit ihren eigenen vergangenen Zuständen in den transpersonalen Feldern, der Mentalis, der Astralis, dem Äther und der Materie. Dabei bildet die Eigenresonanz die Grundlage ihrer individuellen Gedächtnisse in diesen Feldern und ihre Lebens-Gewohnheiten.

Die Funktionen des Nervensystems sind von Natur aus zunächst unbestimmt und probabilistisch und die organisierende Wirkung der Verhaltensfelder besteht darin, dass sie diesen Funktionen ein raumzeitliches Muster auferlegen. Das Verhalten wird nicht nur vom Leitungsnetz des Nervensystems und den darin ablaufenden physikalisch-chemischen Prozessen bestimmt, sondern vor allem von der ordnenden Wirkung dieser Felder. Wir können uns diese Tiefenstrukturen, die u.a. für die Sprache und das Lernen erforderlich werden, als geschachtelte Hierarchien morphischer Felder vorstellen, die auf die Aktivitätsmuster des Nervensystems einwirken und durch sie wirksam werden. Die Verhaltensmuster von geschachtelten Hierarchien von Verhaltensfeldern werden so wie die Muster der Morphogenese von geschachtelten Hierarchien morphogenetischer Felder organisiert.
Aufgrund der generellen morphischen Resonanz mit ihrer Kultur haben Kinder die Anlage zur Spracherlernung ihrer Muttersprache, doch sobald sie die Sprache zu sprechen beginnen, befinden sie sich in der morphischen Resonanz mit den Menschen, die sie eben diese Sprache sprechen hören, und die Resonanz erleichtert ihnen, Grammatik und Wortbestand dieser Sprache zu erfassen.

Wenn unser Verhalten von morphischen Feldern organisiert wird, so enden diese Felder nicht an den Grenzen unseres Gehirns oder unseres Körpers, sondern breiten sich in die Umgebung aus und verbinden sich mit den morphischen Feldern anderer Menschen, Tiere oder Pflanzen in der Umwelt. Insgesamt koordinieren diese die Sinneswahrnehmung und das Handeln, verbinden die sensorischen und motorischen Regionen des Körpers und Gehirns, bilden eine geschachtelte Hierarchie morphischer Felder, bis hinunter zu den Feldern einzelner Nerven und Muskelzellen.

Wenn wir die verschiedenen Arten organisierter Aktivität betrachten, ist es durchaus sinnvoll bei den morphischen Feldern zwischen morphogenetischen Feldern, Verhaltensfeldern und mentalen Feldern zu unterscheiden. Diese Erkenntnis beweist prinzipiell, dass es

  1. ein morphogenetisches Feld für und in dem Feld der Materie gibt;
  2. ein morphogenetisches Feld im Äther gibt, für die Bildung der Materiestrukturen;
  3. ein morphisches Feld für Verhaltens- bzw. Begehrensstrukturen, z.B. der Wahrnehmung, in der Astralis
  4. ein morphisches Feld für das Bedenken und Bewerten in der Mentalis.

(Es ist nicht auszuschließen, dass sich in den drei höheren Lebensfeldern ebenfalls morphische Felder herausbilden, die die noch kommenden Mikrokosmen in ihre Ausprägung für ihre Aufgaben determinieren.)

Die menschliche Fähigkeit Dinge zu erkennen, zu bewerten und zu kategorisieren, hängt von Beziehungsmustern ab. Wir erkennen den Sinn eines Satzes in der Sprache, die uns geläufig ist, aufgrund von Mustern und der Sequenz seiner Elemente. Auch eine Melodie erkennen wir trotz großer Klangunterschiede, wenn sie uns bekannt ist, also im Gedächtnis Erinnerungen aufgerufen werden. Wir erkennen Pflanzen, Tiere und Gegenstände an hand von bereits abgespeicherten Information im Gedächtnisfeld.

Die Elemente einer konkreten Erfahrung werden nicht nur kategorisiert, sondern zueinander in Beziehung gesetzt. Morphische Felder verknüpfen und vereinigen nach Resonanz die einzelnen Elemente der Erkenntnis zu integralen Ganzheiten. Aufgrund unserer Erfahrung bilden sich ganze Verknüpfungsmuster in morphischen Feldern höherer Ordnung (Strings in Kluster oder Holokumulies).

Das morphische Feld des Erkennens wird bestimmt von den Faktoren Interesse, Motivation und Aufmerksamkeit. Auch die Intensität des Erkannten und seine Bedeutung in der aktuellen Gegenwart verstärken die morphische Resonanz. Gewöhnung und Gleichgültigkeit schwächen die Aufmerksamkeit und die Resonanz. Wenn wir uns aktiv erinnern, dann verbinden sich frühere Erfahrungen und Einsichten mit dem aktuellen Feld des Denkens zu neuen Organisationsmustern; selbst in Träumen geschieht das ohne unser bewusstes zutun. Daraus können sich dann Déjà-Vue-Erfahrungen ergeben, die wir nicht bewusst nachvollziehen können.

Das Grundprinzip der Mnemonik, das schon im Altertum bekannt war, gehört zum Studium der Rhetorik. Dabei werden die Begriffe, die man sich einprägen will oder ganze Sequenzen mit sogenannten «Eselsbrücken» verbunden. Das bedeutet, man verknüpft in dem morphischen Feld des Lehrstoffes Aussagen  mit prägnante Bildern, die besonders leicht zu merken sind. Erinnert werden also nicht einzelne Begriffe, sondern komplette Assoziationen oder Beziehungen im morphischen Gedächtnisfeld, in die sie eingebunden gespeichert sind.
Werden später ähnliche Erfahrungen gemacht, können die vorangegangenen Erinnerungen im morphischen Feld «überschrieben» werden, was eine besondere Art des Vergessens darstellt. Man könnte sagen dass das frühere Muster mit dem neueren kumuliert und verschmilzt.
Kollektive Erinnerungen ähneln Gewohnheiten darin, dass die Wiederholung ähnlicher Aktivitätsmuster die Besonderheit jedes einzelnen Musters verwischt oder auslöscht; alle früheren Aktivitätsmuster der gleichen Art tragen durch Resonanz zu einem morphischen Gesamtfeld bei und werden gleichsam in dieses Feld eingeschmolzen. Es entsteht ein Überlagerungs- oder Durchschnittsmuster. C.G. Jung bezeichnete solche historisch gewachsenen Gewohnheitsmuster auch als «Archetypen».

Der Gedanke, dass Gesellschaften Ganzheiten darstellen, die mehr sind als die Summe ihre Teile, scheint überall auf der Welt ganz selbstverständlich zu sein. Wir wachsen damit auf. Wir geben dem organismischen Charakter von Gruppen bzw. Gesellschaften sogar in der Sprache Ausdruck in Wendungen wie Körperschaft, Bruderschaft, Vereinigung, Holding etc. bis hin zum «Willen des Volkes».
Nach der Erkenntnis der Formbildungsursachen hängt die Organisation sozialer Systeme (Firmen, Konzerne, Vereine, Parteien, Religionen) von geschachtelten Hierarchien morphischer Felder ab, wobei das Gesamtfeld der Gesellschaft o.ä. durch Resonanz auf die Felder der Einzelwesen einwirkt und deren Felder wiederum auf die Felder des Denkens, Fühlen und Handelns bis in die Organe und Zellen.

Das persönliche und geistige Leben eines jeden Menschen wird von der Kultur geformt, in der er geboren und aufgewachsen ist, nicht zuletzt durch seine Muttersprache und durch das kulturelle Erbe, das in ihr seinen Niederschlag gefunden hat. Jede menschliche Gesellschaft weist allgemein verbindliche Strukturen und Muster auf, die von ihrem kulturelle Erbe in ihrem morphischen Feld bestimmt werden, aus denen sich kein Mitglied der Gesellschaft so ohne weiteres befreien kann.
Es gibt in allen menschlichen Gesellschaften und Institutionen grundlegende morphische Felder, die bis in Ordnungsvorschriften und in die Gesetzgebung hineinreichen. In diesen kollektiven morphischen Feldern konkurrieren vielfach die Attributen der Selbst- und Arterhaltung der Gesellschafts-Mitglieder je nach Rang und Bedeutung. Dazu gehören das Verhältnis des Mannes zur Frau, dazu gehört das Bild der Familie und der Freundschaft, die Vorstellungen ehrlicher und fairer Zusammenarbeit und beim Kooperieren in leitenden Gruppierungen, bei gemeinsamen Aktivitäten aller Art.

Zitate aus dem Buch: Das Gedächtnis der Natur von Rupert Sheldrake

8.0 Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtpunkten

2. Teil: Esoterische Aspekte zur Wahrnehmung

Das menschliche Denken umkleidet sich mit den sinnlichen Wahrnehmungen, den positiven Erinnerungen und den gewohnten Gefühlen komfortabler Lust, und bildet damit im Unbewussten ein hochmütiges EGO aus Selbstvertrauen und eingebildeter Autonomie.
Dieses kann selbst von einem konsequenten Querdenker kaum von seinen Fundamenten gestürzt werden, um sich einer ihm unbekannten Freiheit anzunähern.

Ein Zitat aus dem Buch: «Das holographische Weltbild, Wirklichkeit und Wandel», von Marilyn Ferguson führt zum Kern der nun folgenden Besprechung. (Zitat aus «Das holographische Weltbild», herausgegeben von Ken Wilber, Scherz Verlag, Bern)

«Alle sichtbare Substanz und Bewegung sind Illusion. Sie treten aus einer anderen, ursprünglicheren Ordnung des Universums hervor. Bohm nannte dieses Phänomen Holobewegung, Seit Galilei, so sagte David Bohm, haben wir die Welt durch Linsen betrachtet, unsere eigene Tätigkeit des Objektivierens so verändert, wie in einem Elektronenmikroskop, zu dem, was wir zu sehen hoffen. Wir wollen die Umrisse eines Objekts sehen, wollen, dass die «Realität» für einen Augenblick stillhält, während doch ihre wahre Natur zu einer anderen Ordnung der Wirklichkeit gehört, zu einer anderen Dimension, in der es keine Dinge gibt. Es ist so, als stellten wir das «Beobachtete» scharf ein, wie man ein Dia schärfer einstellt: doch ist in Wahrheit das Verschwommene die genauere Darstellung. Das Verschwommene selbst ist die grundlegende Wirklichkeit.»

Karl Pribram, Gehirnforscher, kam der Gedanke, der Berechnungsapparat des Gehirns könnte ebenfalls wie eine Linse wirken. Seine mathematischen Umwandlungen machen aus Verschwommenheit oder Frequenzen Objekte, verwandeln sie in Klänge und Farben, kinästhetische Empfindungen, Gerüche und Geschmack. «Vielleicht ist die Wirklichkeit gar nicht das, was wir mit unseren Augen sehen». sagte Pribram. «Hätten wir nicht diese Linse – diese von unserem Gehirn vorgenommenen Berechnungen –, dann würden wir vielleicht eine im Frequenzbereich organisierte Welt kennen. Kein Raum, keine Zeit – nichts als Geschehnisse. Könnte es sein, dass wir unsere Realität aus diesem Bereich heraus lesen – heraus isolieren?»
Pribram meinte, transzendentale oder mystische Erfahrungen könnten uns gelegentlich direkten Zugang zu diesem Bereich gewähren. Tatsächlich – subjektive Berichte über solche Erfahrungen klingen oft wie Beschreibungen der Quantenwirkiichkeit, ein Zusammentreffen, das eine Reihe von Physikern zu ähnlichen Gedankengängen verleitet hat. Umgehen wir unsere normale und einschränkende Wahrnehmungsweise – das, was Aldous Huxley das Reduktionsventil nannte –, können wir uns vielleicht auf die Frequenz der Quelle oder der Matrix der Wirklichkeit einstimmen.

Die neuralen Interferenzmuster des Gehirns, seine mathematischen Berechnungen, sind vielleicht mit dem Urzustand des Universums identisch. Das heißt, unsere mentalen Prozesse bestehen tatsächlich aus demselben «Stoff» wie das organisierende Prinzip. Physiker und Astronomen haben gelegentlich festgestellt, die wirkliche Natur des Universums sei immateriell, aber geordnet. Albert Einstein, bekannter Kernphysiker, hat seine mystische Ehrfurcht vor dieser Harmonie bekannt. Der Astronom James Jeans sagte, das Universum gleiche mehr einem großen Gedanken als einer großen Maschine, und der Astronom Arthur Eddington meinte: «Der Stoff, aus dem das Universum besteht, ist Geiststoff.» In jüngster Zeit hat der Kybernetiker David Forster ein «intelligentes Universum» beschrieben, dessen konkretes Erscheinungsbild durch kosmische Daten aus einer nicht erkennbaren organisierten Quelle erzeugt wird. Kurz formuliert besagt die holographische Supertheorie: Unser Gehirn konstruiert aufgrund mathematischer Berechnungen die «harte» Wirklichkeit durch Interpretation von Frequenzen aus einer Dimension, die Raum und Zeit transzendiert. Das Gehirn ist demnach ein Hologramm, das ein holographisches Universum interpretiert.


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Pribram gibt manchmal auf entwaffnende Weise zu: .«Ich hoffe, Sie sind sich darüber im klaren, dass ich all das nicht verstehe. Dieses Eingeständnis entlockt im allgemeinen selbst den wissenschaftlich geschulten Zuhörern einen Seufzer der Erleichterung. Hatte doch jeder einzelne von ihnen – ausgenommen die Vertreter der Neuen Physik, die es besser wissen – immer wieder versucht, lineare, logische Denkprozesse auf eine nicht-lineare Dimension anzuwenden. Man kann nicht in Ursache-Wirkung denken, will man Geschehnisse begreifen, die nicht an Raum und Zeit gebunden sind.»

Die Menschheit steht mit ihren Philosophien, Wissenschaften und Religionen in einem ungeheuren Spannungsfeld, und die weltweite, vielfältige Auseinandersetzung politischer Art oder sogar heftige Kriege um Energie- oder Wasser-Ressourcen reflektieren dieses Katastrophenfeld sehr konkret. Dabei laufen unbeirrt die kosmischen Zyklen in der Zeit ab und senden der Erde in ihren vielfältigen Strahlungen und intensiven Kraftfeldern ihre ihnen eigene Dynamik zur Erfüllung des wirklichen Schöpfungsauftrages. Eine neue – definitiv – neue Zukunft muss in dieser Welt umgesetzt werden, auch mit Hilfe von Menschen, die ihren Auftrag erkennen können. Dafür ist zuallererst ein neues Denken vieler Bewohner dieses Kosmos Erde erforderlich. Die oben zitierten Wissenschaftler sind bereits einen großen Schritt auf diesem Weg gegangen, dennoch fehlt noch der entscheidende verbindende Sprung zu einer ersten mentalen Vereinigung.

Im Folgenden soll der Versuch gemacht werden, eine neue Perspektive zu skizzieren. Dafür müssen allerdings die Grenzen zwischen der materiellen Weltanschauung der westlichen Wissenschaftler und der esoterischen Sicht der Geisteswissenschaftler sowie den östlichen Religionen vorbehaltlos weg gewischt werden. Aber es muss auch die allgemein verbreitete Tradition der hoch verehrten Theorien antiker Philosophien und Weltanschauungen auf einen vertretbaren Platz gestellt werden. Prüfen wir einmal nach, ohne Rücksicht auf all die mentalen Vorbehalte. Von H.P. Blavatsky, Ouspensky, Heindel und Steiner erfahren wir, dass unsere Welt zwei Sphären hat: ein Diesseits und ein Jenseits, das auch der christlichen Kirche nicht ganz unbekannt ist. Mit Diesseits wird die sichtbare physische Welt mit all ihren Erscheinungen der astronomischen Weiten bezeichnet. Das Jenseits beherbergt neben Himmel und Hölle eine Fülle von unstofflichen Kräften, Naturwesen und auch Engel sollen dort ihr Dasein fristen.
Die Hellseher sehen lebendiges Dasein in diesen unstofflichen Sphären, das sie uns erklären wollen. Auch die Astralwanderer sollte man zunächst einmal ruhig anhören, egal mit welchen Methoden sie auf ihre Reisen gegangen sind. Auch die indischen Meistergurus oder die orientalischen Sufis bekommen mit Sicherheit ihre Impressionen aus der kosmischen Mentalsphäre, die in der indischen Philosophie «Devachan» genannt wird. Alles das sind ganz konkrete Wirklichkeiten, die eigentlich nicht nur die Mystiker interessieren sollten. Sie wirken auf alle Menschen, auch wenn sie diese (noch) nicht wahrnehmen können. Auch wenn dieser Tatbestand von den materiell durchtrainierten Fachleuten lauthals verleugnet oder einfach ignoriert wird.

Viele Menschen haben zu allen Zeiten nach einem plausiblen und verständlichen Weg gesucht, auf dem der Mensch seine künftigen Möglichkeiten erforschen kann, wie und wo er die Lücke in seinem System finden kann, durch die er hindurch muss, um wirklich autonom zu werden. Dafür ist es zu allen Zeiten erforderlich gewesen, bewusst sämtliche Grundlagen und Kräfte des eigenen Seins zu erfassen. „Mensch, erkenne Dich selbst!“ war schon über dem Eingang zum Tempel der Einweihung in Stein gemeißelt. Diese Selbsterkenntnis ist nicht nur eine psychologische Analyse unbewusster Aspekte des irdischen materiellen Seins. Die unbewussten Ansichten des Seins befinden sich nun einmal in den unsichtbaren mikrokosmischen Kraftfeldern. Diese muss der Mensch aus individueller Erfahrung kennen lernen, weil dort die Ursachen und Strukturen des Wahrnehmens, des empirischen Erfassens der Umwelt zu finden sind. Erst mit diesen  unstofflichen Gegebenheiten werden die Voraussetzungen des Bedenkens, des Erinnerns und der mentalen Ordnung deutlich, z.B. die Regeln der Resonanz.

Vor jeder sinnesorganischen Wahrnehmung im Stoffkörper vollzieht sich sozusagen eine «Wahrnehmung», ein Informationsaustausch im Ätherkörper, im Astralkörper und in der Mentalis. Alle kommunikativen Vermögen des Mikrokosmos stehen immer im Einklang miteinander, weil sie die eingehenden Informationen für seine Selbsterhaltung in den aktiven Ansichten der vier Lebensfelder verwerten. Dadurch werden damit alle körperlichen, emotionalen und mentalen Aktivitäten für den aktuellen Auftrag des Mikrokosmos im Allgeschehen gesteuert. Alle kursierenden Informationen müssen auch immer mit den bereits bestehenden karmischen Bestimmungen in der Lipika abgeglichen werden. Die Balance zwischen diesen beiden Dynamiken wird stets vom aurischen Wesen mit den Regeln der Resonanz gewahrt. Das Begehren nach Vollendung des Systems wird von der Monade, der Entität hinter dem Mikrokosmos, über den Begegnungspunkt im Herzen eingespielt. Bei diesem teleologischen Bemühen helfen auch noch drei weitere Sphären, die noch nicht zentrierten nirwanischen Felder, die den Mikrokosmos wolkenartig umgeben. Sie werden sich erst in späteren Inkarnationen konzentrisch kumulieren und dem Menschen zur Verfügung gestellt.

8.1 Der Mensch ist ein Mikrokosmos

Genauso wie der Kosmos eine Atmosphäre von ziemlicher Ausdehnung hat, so hat der Mikrokosmos ein großes Atemfeld. Um den Planeten Mensch herum gibt es eine lebendige Kraftwolke, ein bewusstes Wesen, das aurische Wesen von ca. 16 mtr. Durchmesser. Es umfasst den körperlichen Menschen mit allen unstofflichen Kraftfeldern. Der Mensch ist sozusagen das Produkt des aurische Wesens, das ihn führt und ihn dabei auf besondere Weise im Auftrag der Monade leitet. Jeder Mensch wird aus diesen Wechselwirkungen der ihm zugehörigen vier Kraftfelder, mit den sich noch nicht zentrierten drei weiteren gelebt. Das aurische Wesen ist sozusagen der Vater/Mutter des stofflichen Menschen und die unstofflichen Felder sind das persönliche Jenseits. Die darin lebende Person ist stets das Produkt dieses ewig lebenden aurischen Wesens, das seinerseits Produkt der Monade innerhalb unseres irdischen Naturfeldes mit Diesseits und Jenseits ist. Die Monade selbst gehört in ihrer Gesamtheit in eine höhere Lebensdomäne.

Das aurische Wesen
Das aurische Wesen – der Mikrokosmos – besteht aus sieben Wirkungsfeldern mit einem gewaltigen Magnetfeld. Dieses Magnetfeld ist gemäß dem aktuellen Lebensimpuls so polarisiert, dass alle förderlichen Kräfte angezogen und alle disharmonischen Beeinflussungen abgestoßen werden. Der Mensch ist bei aller physischen Perfektion vorerst nur das eigenwillige Werkzeug des aurischen Wesens für seinen Lebensweg.

Für das richtige Verstehen der Wahrnehmung ist es sinnvoll, jetzt noch eine Besonderheit des aurischen Wesens zu beschreiben. Das aurische Wesen ist die Institution des Menschen, die eigentlich nahezu unsterblich ist, also stets erneut einen körperlichen Menschen adoptiert, sein Wesen und Dasein präformiert und seine Erfahrungen so lange speichert, bis die Vollendung des Mikrokosmos mit allen sieben Kraftfeldern zur Tatsache geworden ist. Sind alle Lebensfelder völlig kongruent mit den Kräften in der Monade geworden, dann wird der Mikrokosmos mit dem monadischen Kraftfeld eins sein, ausgestattet mit allen Kräften und Vermögen der ursprünglichen Schöpfung und eins mit sämtlichen Monaden der Schöpfung. Das entspräche der göttlichen Verheißung aller großen Religionen. Darum muss das aurische Wesen stets direkt mit der Monade kooperieren, damit alle weiteren Entfaltungsschritte im Mikrokosmos erfolgen können, auch wenn diese scheinbar über unzählige Umwege führen, um dann letztendlich doch erfolgreich vollzogen zu werden.

Der Ätherkörper
Der Ätherkörper durchdringt und umgibt die materielle Erscheinung, ist ca. 3 cm bis 5 cm größer als der Stoffkörper. Die sich für unser Tastorgan als fest erweisende Materie ist in Wirklichkeit nur eine Anhäufung von Schwingungsklustern besonders niedriger Energie. Die grobstoffliche, materielle Persönlichkeit wird komplett aus dem Ätherfeld erhalten. Das Ätherfeld des Mikrokosmos ist keine insulare Erscheinung. Vielmehr kann man sagen, es schwimmt in einem Wechselbad aus jenseitigem Äther und den in ihm lebenden Wesen. Wie wir das Ein- und Ausatmen kennen, so muss das mikrokosmische Ätherfeld durch Assimilation aus dem umgebenden Ätherfeld stets erneuert werden. Für die Erde sind die Ätherwelten eigentlich der Aufenthaltsbereich für alle Wesenheiten, die vorwiegend für den Erhalt und die Kommunikation der Mineralien, der Pflanzen und für die niederen Tiere arbeiten. Alle stofflichen Lebenswellen die Mineralien, die Einzeller, die Pflanzen und Tiere, Vögel, Fische und Säugetiere sowie die Menschen werden in allen stofflichen Belangen aus dem Ätherfeld der Erde ernährt.

Der Astralkörper
Das nächst höhere energetische Kraftfeld für Tiere und Menschen hat in der okkulten Sprache der Alten den Namen Astralwesen oder Astralis. Weil dieses von Sehern wahrnehmbare aurische Feld des Menschen ein starkes Leuchten kennzeichnet, wird die Astralis eben als Sternenkraft bezeichnet. Das Astralwesen hat im Ruhezustand in etwa die Form eines Eies, in das der materielle Körper vollkommen hineinpasst. Es dynamisiert das Leben und Sein über die Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Begierden, und sorgt auf diese Weise für die Selbst- und Arterhaltung. In ihm vibriert die fundamentale Kraft, die S. Freud als Libido bezeichnet hat. So ist die Astralis die unstoffliche Basis für alle Wahrnehmungen. Darum sind die Wahrnehmungen vielfach mit Emotionalitäten unterschiedlicher Art verbunden, die sehr direkt die Aufmerksamkeitsrichtung beeinflussen. Die in vielen religiösen Texten erwähnte Seele kann durchaus als der prinzipielle Lebenstrieb in der Astralis benannt werden.

Die Mentalis
Als viertes Kraftfeld haben sich bei vielen Menschen die ersten Aspekte des Denkvermögens aktiv im Mikrokosmos zentriert. Dieses, bei den Theosophen auch Mentalkörper genannte Kraftfeld, befähigt den Menschen für eine gewisse mentale Aktivität. Dabei sollte immer klar sein, dass der Mikrokosmos wie ein Wassertropfen im Meer in den kosmischen Feldern eingefügt wirkt. So wird die mikrokosmische Mentalis vollkommen vom mentalen Feld des Kosmos durchflutet. Da es als solches aktuell noch kein wirklic voll ausgereiftes Kraftfeld ist, benötigt es stete Ernährung, Reinigung und Dynamisierung von außen. R. Steiner beschreibt sehr schön, wie sich die elementaren Kräfte einerseits um eine Weiterentwicklung der Mentalis beim Menschen bemühen, und andererseits ihn gerade wegen dieser Befähigung massiv für ihre eigenen Interessen gebrauchen.

Dieser Ansatz der Mentalis im Mikrokosmos ist ein kleines, aber gewaltiges Potential, das dem Menschen von seiner Monade zur Verfügung gestellt wurde. Das Mentalvermögen oder vielmehr die Summe aller Kräfte, die damit zusammenwirken, ermöglichen der Persönlichkeit ein bewusstes Wahrnehmen und Denken. Dieses ist die Basis für den deduktiv arbeitenden Verstand, der als ein besonderes virtuelles Sinnesorgan neue Sensationen mit gespeicherten Erfahrungen verknüpfen, abgleichen und bewerten kann. Das mit dem Großhirn in Verbindung stehende Organ, hat verschiedene Eigenschaften und Vermögen, die man am ehesten mit einem Radioapparat vergleichen kann und der seiner Wirkungsweise vielfach einem Computer ähnlich ist.

Jetzt haben wir die verschiedenen in der Esoterik meist bekannten elektromagnetischen Felder in etwa definiert:
Das Feld des materiellen Körpers.
Das uns geläufige Bild von der Erde, von den Gewässern, von der Luft, von den Pflanzen, Tieren und Menschen.
Das Ätherfeld, die Matrize für alle materiellen Erscheinungen. Das Pflanzenreich lebt aus und in dem Ätherfeld.
Das Astralfeld, in dem sich unsere Wünsche und Begehren manifestieren. Das Tierreich lebt sowohl aus dem Ätherfeld, und auch in den niederen Aspekten des Astralfeldes.
Das mentale Feld, das den Verstand, das Denken und den Willen ermöglicht. Dem Menschen gebührt die Ehre, außerdem Anteil am mentalen Feld zu haben. Einige wenige Auserwählte verfügen bereits über höhere Aspekte der Mentalis. Diese werden als Intuition oder Inspiration bezeichnet.
Es gibt darüber hinaus noch drei weniger bekannte Felder, die «nirwanischen Felder»: die Spinalis, Spiritualis, Idealis.

Die höheren drei Kraftfelder des Nirwana werden in der Esoterik immer nur angedeutet. In der jüdischen Kabbala bekamen sie Namen wie Throne, Cherubim und Seraphim, die von der Anthroposophie (R. Steiner) als die höheren Engel in der menschlichen Evolution beschrieben werden. Annie Besant erwähnt die einzelnen Felder in ihrem Buch «Eine uralte Weisheit» ohne genaue Definitionen, weil die Mentalis, also das menschliche Denken keinen Zugriff auf sie hat. Die drei oberen Ebenen des Weltalls heißen bei Sri Aurobindo «sat-chit-ananda», aus dem Buch «Stufen der Vollendung». Diese Begriffe, die an das Sanskrit angelehnt sind, bezeichnen sat = wesenhafte Wahrheit; chit = göttliches Bewusstsein; ananda = Seligkeit des Geistes.

Wenn man das ganze Miteinander und Durchwirken der Lebensfelder und der Wesenheiten in Diesseits und Jenseits richtig betrachtet, sind alle Kraftfelder überall anwesend. Sie befinden sich im selben Raum und kommunizieren nach den Resonanzgesetzen miteinander. Allerdings hat jede Wesenheit unterschiedliche Möglichkeiten und Fähigkeiten der Wahrnehmung. So können die Pflanzen mit ihren Assimilationszellen neben dem Licht und den flüssigen Stoffen eben nur die ätherischen Anteile ihrer Umwelt erfassen und werden von diesen Informationen gelenkt. Sie haben jeweils als Pflanzenfamilie einen großen, ihnen übergeordneten Kraftkosmos, in dem auch viele Informationen astraler und mentaler Art der ganzen Gattung gespeichert sind. Die Tiere werden je nach Art und Familie aus einem Gruppengeist, ähnlich einem Mikrokosmos, geführt. Entsprechend ihrer wesensmäßigen Beteiligung an den drei unteren Kraftfeldern können die Tiere auch astral „Sehen“, sich auf der Erde orientieren, z.B. bei ihren großen Wanderungen für die Fortpflanzung. Mit ihrer ätherischen Wahrnehmung elektromagnetischer Art vermögen Tiere auch die regionale Ekliptik des Erdmagnetismus erfassen und sich daran für ihre Flugrichtung oder Schwimmrichtung orientieren. Dieser Bereich ist so umfassend und höchst spannend, dass ein exakte Erforschung sicherlich über das Leben der Tiere und der Menschheit mehr aussagen könnte, als eine Expedition zum Mars.

 

8.2 Das Bewusstsein

Ein sehr schwieriges Feld in diesem Zusammenhang der Wahrnehmung ist das Bewusstsein. Der Begriff «Bewusstsein» ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und wird oft mit zahlreichen unterschiedlichen Sinngebungen ausgestattet, die eigentlich in den Bereich der Sinneswahrnehmungen gehören. Alles Leben, Denken und Fühlen wird allgemein von der sinnlich wahrnehmbaren Erscheinung der Materie abgeleitet, so auch das Bewusstsein. Jedoch vom «Bewusstsein» selbst, von seiner ihm eigenen Wesensqualität, ist in der Regel ebenso wenig bekannt wie von dem Phänomen «Zeit». Eigentlich kann niemand so richtig erfassen, was das Bewusstsein selbst ist. Ja, jeder spricht davon, es zu besitzen. Jedoch kann man bei einem genauen Hinschauen und Hinhören feststellen, dass das nicht stimmen kann. Der Mensch wird von seinem Bewusstsein permanent gelebt, denn es umfasst und bestimmt alle Aktivitäten seines Lebens, nämlich sinnesorganisch Wahrnehmen, Denken, Erinnern, Fühlen, Hören, Schmecken, Riechen, körperliches Empfinden, seine Muskeln, seinen Atem, seinen Herzschlag spüren. Eben alle äußerlichen und innerlichen Sensationen wahrnehmen und begreifen, alle Informationen für den Selbstschutz und die sogenannte Zweckmäßigkeit einschätzen. Mit Hilfe all dieser zahlreichen Funktionen, die durch das Bewusstsein ermöglicht werden, wird sich jeder seines Selbst bewusst.
Das Bewusstsein ist demnach die Basisenergie in allen Lebenstrukturen, weil jede Funktion im Körper und mit dem Körper kontrolliert und geregelt werden muss. Dazu gehört, wie heute jeder Wissenschaftler bestätigen kann, ein steter Informationsaustausch. Und das Bewusstsein ist das Medium für alle Kommunikation im Mikrokosmos. Bei all diesen Prozessen wirken für die geordneten Strukturen immer die Regeln der isobaren Resonanz, im aurischen Wesen wie auch im Kosmos.

Alles Erfassen und alles Bedenken findet in der Mentalis statt. Sämtliche Kommunikation in den und zwischen den Kraftfeldern wird mit dem Bewusstsein ermöglicht, das in jedem der sieben Kraftfelder jeweils funktional immanent ist.

Das Bewusstsein ist eines der sieben gewaltigen Kräfte des Universums, die die ganze Schöpfung durchdringen und beleben. Das Bewusstsein wird von allen Monaden in allen Schöpfungsgebieten ausgetragen. Dabei muss eigentlich von mehreren Bewusstheiten oder von vielen Bewusstseinsstrukturen gesprochen werden. Einerseits ist das Bewusstsein im ganzen Universum immer eins – das Universale Bewusstsein ist ein einziges Kraftfeld – andererseits wirkt es in den verschiedenen Kosmen, Monaden, Entitäten, Wesen, sowie den Teilfeldern aller Wesen unterschiedlich, jeweils entsprechend der Art und Struktur der Teilbereiche sowie in Harmonie mit dem notwendigen Informationsstrom und der Erlebnisfähigkeit der zugehörigen Aspekte. Für den Auftrag, die Erkenntnisse der erfahrenen Lebenszusammenhänge zwischen den Monaden auszutauschen, werden die verschiedenen Informationsströme vom monadischen Bewusstsein zu den in den Monaden wirkenden Wesen intelligent überspielt.
Auf diese Weise ist im Mikrokosmos das Grundbewusstsein des aurischen Wesens die Basisenergie auch für die Mentalis als Verwerter der diversen Sinneswahrnehmungen. Dabei werden alle sinnesorganischen Wahrnehmungen über die unbewussten Feldstrukturen hinaus vorselektiert, und mit dem Verstand in das erfassbare Tagesbewusstsein gehoben, das immer nur einen Bruchteil der Gesamtinformationen erfassen kann. Informationswissenschaftler sprechen von einer aktuellen Informationsflut von 1 Million Bits pro Sekunde, wovon im Tagesbewusstsein durchschnittlich nur 100 bits/sec verarbeitet werden. Die Qualität des tatsächlich von der Person bewusst Erlebten im aktuellen Tagesbewusstsein ist also nur eine Konzentration oder Selektion aus allen eingehenden Informationen im System für die rationalen Überlebensnotwendigkeiten. Die Vielfalt aller im Mikrokosmos ablaufenden Kommunikationen werden vollkommen im Unterbewusstsein verarbeitet, für die Gedächtnisse in den Kraftfeldern und im Atemfeld aufbereitet und gesammelt. Simultan werden die eingehenden Informationen teilweise direkt in der Lenkung der Wahrnehmung wieder angewendet.

Es ist ganz wichtig, sich immer wieder deutlich zu machen, dass jede mikrokosmische und kosmische Sphäre von einem ihr eigenen Bewusstsein geführt wird, das mit zugehörigen virtuellen Wahrnehmungsorganen arbeitet.

1. Im Körper wirkt das bekannte Körperbewusstsein, das sogenannte Tagesbewusstsein. Von den Neurologen wird es auch Beta-Bewusstsein genannt. Die dazugehörigen Sinnesorgane des Körpers Gefühl, Geschmack, Geruch, Gehör, Gesicht sind allgemein bekannt, und wurden im vorderen Teil des Textes ausführlich besprochen. Der sechste Sinn – der Verstand – gehört allerdings auch zu den Sinnesorganen. Er arbeitet meistens übergreifend mit den anderen Feldern zusammen. Zu den Sinnesorganen im Körper gehören noch einige Kontroll- und Regelungszentren für Wärme, Blutdruck, Flucht- und Schutzmechanismen, die durch die moderne Biologie erforscht wurden.

2. Im Ätherfeld gibt es ein ätherisches Bewusstsein, das von Hellsehern gebraucht werden kann. Es arbeitet aber auch bei allen Menschen, die sich nicht zu den sensitiven Medien rechnen. Die Wahrnehmung im Ätherfeld ist für viele Menschen zunächst nur ein vages Fühlen von Veränderungen gegenüber dem eigenen Vibrationsstatus, z.B. Empfindungen von Kälte oder Wärme, auch wenn die Außentemperaturen normal sind.

3. Im astralen Feld wirkt ein astrales Bewusstsein, das vor allem über das Herz arbeitet, dem zentralen Organ des Astralwesens. Manchmal hört man bei komplexen Entscheidungen die Rede: «Das habe ich aus dem Bauch entschieden». Diese Aussage bedeutet, dass Menschen nicht-rationale Entscheidungen über das Sonnengeflecht reflektieren, wo sich das Denkzentrum de Astralis konzentriert. Das Herzbewusstsein ist ein ganz besonderes Gefühlsorgan, in dem sich verschiedene Bewusstheiten unterschiedlich mischen und zu dem werden, was normalerweise als Gemütszustand bezeichnet wird. Dieser wird jedoch stark vom Astralbewusstsein dominiert.

4. Das mentale Feld ist die Hauptdomäne des denkenden Bewusstseins. So wird es immer gesagt. Doch es ist ernsthaft die Frage erlaubt, ob der Mensch wirklich nur mit seinem Kopf denkt, bewusst seine Erfahrungen verarbeitet und dann mit kräftigem Entschluss zum Handeln übergeht. Wir sind in unserer Vorstellung Kopf-Dinosaurier geworden. Das Denken über das Instrument Verstand ist für die heutige Menschheit die höchste Erfahrung des scheinbar unabhängigen Selbstwertes. Darum resümiert Descartes: «Ich denke, also bin Ich!» Dabei hat er allerdings übersehen, dass das menschliche Sein ein komplexes Produkt von Körper, Mikrokosmos und Monade ist. Erst mit dieser Kombination aus stofflichem Körper – Gehirn – und der unstofflichen Mentalis ist das Denken erst möglich geworden.

Die Sinnesorgane des Körpers sind immer gekoppelt mit dem virtuellen Verstand im Körperbewusstsein. So ist es bei weitaus den meisten Menschen, auch weil sie ihr Leben überwiegend auf die Selbsterhaltung im stofflichen Lebensfeld ausrichten. Die materielle Konsumhaltung lässt nur bei wenigen Menschen eine Sensitivität für das ätherische oder astrale Bewusstsein zu. Im Übergang des Fischezeitalters zur Aquariusperiode ist bereits festzustellen, dass immer mehr Mikrokosmen inkarnieren, in denen die Menschen schon Empfindungen für die Äthersphäre haben. Man denke dabei nur an den Begriff der «Indigo-Kinder» (Auch der Ausdruck Wassermann-Kinder drängt sich geradezu auf, weil diese Kinder über Fähigkeiten oder Eigenschaften verfügen, die viel mit dem Prinzip des Wassermanns zu tun haben: z.B. Hellsichtigkeit und/oder Hypersensitivität – ätherisches Sehen) oder an die sich immer mehr zeigende «ADHS-Krankheit» (Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. ADHS gehört zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.) Natürlich werden von der Standardwissenschaft diese Feststellung der mikrokosmischen Weiterentfaltung als esoterisch eingestuft, weil sie mit ihrem Körperbewusstsein diese Lebensbereiche nicht erfassen kann.

Darin liegt natürlich ein ganz wesentlicher Schutz für die Entwicklung des Menschen. In der Übergangszeit zu einer neuen Entwicklungsstufe in der Evolution wird dieser Schutz gleichzeitig zu einer enormen Behinderung. Denn noch sind viele Menschen mikrokosmisch in der Phase der Vollendung der dritten astralen Ansicht oder sie beginnen gerade, sich mit den Begehren aus der vierten astralen Ansicht auseinander zu setzen. Das bedeutet, sie empfinden in ihrem System hohe Ideale der Liebe, der Gerechtigkeit, der Harmonie, der Schönheit usw. die meistens mit dem göttlichen Himmel verbunden werden. Wenn ein Mikrokosmos bereits mit einer weiter entwickelten Astralis inkarniert, mit der vollendeten 4. oder bereits mit der 5. astralen Komponente, dann wird auch die vierte Mentalis zunehmend aktiv. Das führt dann zu völlig anderen Wahrnehmungen, wie z.B. Hellsichtigkeit in die ätherische Sphäre, evtl. auch in die Felder der niederen Astralis. Das ist natürlich für den «normal» gesinnten Menschen derart außergewöhnlich und darum höchst gefährlich, zumal solche Menschen auch den allgemeinen Betrug in Handel und Werbung, in Finanzen und Medizin intuitiv erfassen. Sie erkennen viel schneller und direkter die Unwahrhaftigkeit ihrer Umwelt. Darum muss diese Entwicklung von den noch nicht so weit entwickelten Menschen mit Hilfe ihrer Medien vollständig verdrängt werden. Mögliche Einsichten oder Erkenntnisse bzw. Erscheinungen von diesen Menschen werden esoterisch oder spirituell gewertet oder in die Welt der Wunder und Märchen einsortiert.

Dass diese erweiterten Befähigungen allerdings schon lange von Mystikern in Ost und West bekannt waren und auch von anerkannten Forschern in vielen Studien beschrieben werden, ist verständlicherweise kein Allgemeingut. Jedoch die Erkenntnisse über diese Erneuerungen im Wahrnehmen durch die Entwicklung des Mikrokosmos in der Astralis und Mentalis nehmen zu (Michael Murphy, Der Quantenmensch). Die Kenntnisse über die einzelnen Kraftfelder in Kosmos und Mikrokosmos sind auch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Theosophie zur Menschheit gekommen, insbesondere Annie Besant und C.W. Leadbeater haben darüber berichtet. J. v. Rijckenborgh und Cath. de Petrie haben in der Lehre der Rosenkreuzer viele Zusammenhänge und Wirkungen der mikrokosmischen Felder mit den Feldern des Jenseits erläutert.

Es wäre hier noch einmal zu betonen: Da der Mensch seine Wahrnehmungen überwiegend mit dem stofflichen Bewusstsein macht und auch mit dem stofflichen Bewusstsein alle Informationen aus den Gedächtnissen bedenkt (schon ca. 340 v.Chr. von Aristoteles als empirische Wissenschaft benannt), bleibt er von der Erkenntnis aus den höheren Kraftfeldern (Äther, Astralis, Mentalis) ausgeschlossen. Das allgemein übliche Denken auf dieser niederen Basis wird zum harten Kern seines EGOs,
und ein jeder hat große Problem, sich mit seinem Denken für eine höhere Erfahrenswelt zu öffnen. Dies ist wiederum der Grund für die explosionsartige Entwicklung von Religion, Spiritismus und Okkultismus sowie Drogengebrauch, denn es gibt auch viele Menschen, die den einschränkenden Mangel empfinden und nach gangbaren Wegen zur Bewusstseinserweiterung suchen. Andere entfalten für ihre Selbstbestätigung kulturelle Aktivitäten nach allen Richtungen oder bilden und wirken in karitativen Hilfsorganisationen und sonstigen Schutzorganisationen für Kinder, Tiere und die Flora.

 

8.3 Das Atemfeld

Das Atemfeld im aurischen Wesen ist ein kugelförmiges Kraftfeld von ca 8 mtr. Durchmesser, in dem der Mensch atmet, die Luft und auch ätherische, astrale und mentale Kräfte aufnimmt und umwandelt. In dieses Atemfeld projiziert der Mensch seine Gedankengeschöpfe, mit allen lang gehegten Wünschen und Vorstellungen von sich und der Welt. Auch nicht ausgelebte und verdrängte Begehren jeder Art werden zu astral-mentalen Schemen, die sich manchmal nachts dem Träumer offenbaren. Je nach Intensität und Dauer werden diese Atemfeldbewohner sehr kraftvolle Erscheinungen, die sich ganz konkret vor das Gesicht stellen und so das Wahrnehmen, Empfinden und Denken beeinflussen. In dieser Projektionsfähigkeit offenbart sich ein fataler Teil des schöpferischen Vermögens unserer Denktätigkeit. Diese erschafft aus unseren Gedanken und Gefühlen lebende Geschöpfe, die sich primär im Atemfeld einnisten und sich dort kurz oder länger aufhalten. Wenn man von Vorstellungen, Dogmen, Prinzipien, Weltanschauungen, Werthaltungen o.ä. spricht, denen man mehr oder weniger zwanghaft gehorchen muss, dann sind diese mentalen Geschöpfe im mikrokosmischen Atemfeld gemeint. Denn sie stehen dort ganz konkret vor der Wahrnehmung des Verstandes und dominieren das Denken. Je intensiver der Mensch mit diesen Holokumulies kooperiert – was leider nicht ausbleiben kann – desto kräftiger werden diese astral-mentalen Bewohner zur Gewohnheit. Dadurch bekommen sie immer konkretere Form und stärkere Dynamik. Zunehmend wenden sie sich aus Selbsterhaltungszwang an ihren Schöpfer, um erneut Nahrung, sprich mentale und astrale Kraft zu bekommen. Jeder könnte das alles bei sich selbst erkennen, wenn er sich in seinen Gewohnheiten einmal genau unter die Lupe nähme. Wer schon aus Gewohnheit z.B. bestimmten ungeschriebenen Tabus oder Gesetzen gehorchen muss – die ihm möglicherweise von der Gesellschaft anerzogen wurden – oder wenn man Autoritäten und deren Weltanschauungen zwingend folgen muss, die nicht mehr anwesend sind, folgt ausschließlich seinen «Atemfeldgolems». Dann haben sich diese Autoritäten bzw. deren Vorstellungen bereits im Atemfeld fest eingerichtet. Von dort wird dann der Mensch über sein Unterbewusstsein regelmäßig manipuliert und vertritt wie gewohnt diese Ansichten oder Vorbehalte vehement nach außen. Er selbst glaubt, seine Äußerungen entsprächen seinen eigenen, selbst geschaffenen Vorstellungen. Steigert sich der Mensch mit diesen Einstellungen und Werthaltungen hoch zu Streitigkeiten und emotionalen Eruptionen, dann werden die «Mentalgolems» im Atemfeld besonders kräftig ernährt. Man selbst wird und fühlt sich hinterher ziemlich kraftlos und meistens auch noch völlig zu Unrecht missachtet.

Dabei wird allerdings sehr deutlich, dass alle Inhalte des Atemfeldes ein Gedächtnis darstellen, das außerdem ständig aktualisiert und meistens auch kräftig benutzt wird. Das Gehirn ist nur die Apparatur für den Verstand, der im Atemfeld die in den astral-mentale Holokumulies vibrierenden Gedanken ausliest.

Das aurische Wesen ist auch ein effektiv schützendes Feld für den Mikrokosmos, das aus dem Kosmos über seinen Magnetismus jene Ereignisse und Kräfte anzieht, die notwendig für sein Leben und Werden sind. Alle mentalen und emotionalen Vorstellungen im Atemfeld zusammen mit den Melodien aller mikrokosmischen Sphären prägen den Vibrationsschlüssel dieses Feldes. Dementsprechend werden jene Kräfte angezogen, die zur Entwicklung des Mikrokosmos gut passen und alle disharmonischen Kräfte, die nicht zur Gesamtschwingung resonant sind, werden abgewiesen. Dieses kugelförmige elektromagnetische Feld reicht ziemlich weit über den Körper des Menschen hinaus. Wer sich einmal eine stark belebte Hauptstraße in einer Großstadt vorstellt, kann ermessen, wie die Mikrokosmen durcheinander gehen und -fahren, durcheinander in der Bahn sitzen und sich gegenseitig mit ihren Magnetfeldern durchdringen, sich damit möglicherweise beeinflussen, ohne dass es wirklich vom Einzelnen erfasst werden kann. Allerhöchstens tauchen ein paar Impressionen der Sympathie oder Antipathie auf. Spannend zu beobachten sind große Massenversammlungen, z.B. die Hadsch in Mekka oder die Kumbh Mela in Indien, wo dann alle Pilger auch noch gleichermaßen auf ihren Gott ausgerichtet werden, oder die großen Pop-Events, wo sich viele Menschen bei gleicher Musik auf ihre besondere Lebensqualität einschwingen. Sie summieren sich auch noch in ihrer Verehrung – also im Magnetismus – für eine Spiegelsphärenwesenheit, die natürlich mächtig angezogen wird und ihre «Schäfchen» kräftig ausbeutet.

Unzweifelhaft sind die Basisgesetze für die visuelle Wahrnehmungsorganisation auch für das Wahrnehmen in den unstofflichen Kraftfeldern wirksam. Das Prinzip Leben erfindet sich permanent neu in der ununterbrochenen Kommunikation, dem permanenten Austausch von Kräften, Ideen, logistischen Elementen, Planungen des Zusammenwirkens, Abgleichen, Interferieren und Multiplizieren von Daten und Fakten. Bei diesem komplexen Informationsaustausch finden sich immer jene Vibrationen zusammen, die eine gleiche Schwingung aufweisen. Demnach wirkt in allen Kraftfeldern vor allem der Ähnlichkeitsgrundsatz, aber auch das Prinzip der harmonische Fortsetzung, die Regel von Figur und Grund und alle weiteren bereits beschriebenen Regeln der Wahrnehmungsorganisation bestimmen das Geschehen. Die in der visuellen Wahrnehmung dargestellten Gesetze spiegeln ausnahmslos das Zusammenspiel im gesamten Kommunikations-Prozess in allen Bewusstheiten der monadischen Kraftfelder. Über allem ist das Gesetz der isobaren Resonanz gültig.

Die Wechselwirkung zwischen Monade und aurischem Wesen beinhaltet in ihrer Gesamtheit die Selbsterhaltung des Mikrokosmos mit einer bewusst erfassenden Persönlichkeit und die Vermittlung aller Informationen und Kräfte. So ist das Leben ein beständiges Fließen von Kräften nach unterschiedlichen Regeln. Viele davon spiegeln sich bereits in der materiellen Wahrnehmungsorganisation, wie vorher beschrieben. Dieses Hin und Her von Wahrnehmungen, Informationen und Kräften ist wie ein sich unentwegt webender Teppich, in dem sich die Muster permanent verändern, ineinander übergehen, sich gegenseitig überlagern oder auslöschen, allerdings in allen Dimensionen. Das ist das vitale Leben selbst. Alle gespeicherten Kraftimpulse schwingen ganz langsam aus, nachdem sie die Auftragserfüllung erreicht und dabei den Höhepunkt der Intensität überschritten haben. Zentrale hohe Impulse lösen in den unteren Kraftfeldern eine Kaskade von weiteren Impulsen aus, die sich in einem mehrdimensionalen Netz verstärken, ergänzen oder gegenseitig auslöschen, so dass man durchaus von einer multidimensionalen Melodie der Monade sprechen kann.

Chakras
Die Chakras, Quellräder und Transportbahnen für alle immateriellen Kräfte, sorgen für die Gesunderhaltung des Systems Mikrokosmos und für das seelische und auch das physische Gleichgewicht der Persönlichkeit. Dies geschieht innerhalb zahlloser Kräfte und Einflüsse des gewaltigen Universums, in dem der Kosmos Erde mit Diesseits und Jenseits nur ein Bruchteil des ganzen Seins ist. Die elementar wichtigen Austauschfunktionen, also die Aufnahme und Weitergabe von Kräften zwischen den Sphären im Mikrokosmos, üben die Chakras aus, allerdings ohne die bewusste Kontrolle der Menschen. Jede Störung in diesem stetig fließenden informativen Stoffwechsel führt zu Krankheiten und letztendlich auch zur Auflösung des mikrokosmischen Verbandes. Die Reorganisation der Chakras hat in esoterisch-okkulten Kreisen und Vereinigungen zu einer gewissen Kultur geführt, angefangen vom echten Hatha-Yoga bis hin zu den Chakra-Meditationen der Theosophen. Dabei wird immer auch beschrieben, wie sich eine neue Wahrnehmung einstellen kann.

 

8.4 Der Verstand, ein Sinnesorgan

Was kann oder macht der Verstand? – Es wird vielfach sehr unterschiedlich über dieses Phänomen des Menschen geschrieben, gesprochen und meditiert. Man sollte sich diese erstaunlichen Befähigungen einmal in Ruhe anschauen. Als erstes beobachtet man zunächst das Vordergründige: das Denken, wie wohl ein jeder weiß. Doch nicht jeder ist sich seines Denkens wirklich bewusst und erfasst die dazu gehörenden Vorgänge, weil er selten oder nie seine Aufmerksamkeit auf diese vielfältigen Prozesse lenkt. Jedes Denken findet sozusagen innerhalb eines „Gartens“ mit zahlreichen, bereits gepflanzten Blumen statt. Ohne einen gewissen Bildervorrat aus Erfahrungen, Vorstellungen, Meinungen und lebensnotwendigen Verbindlichkeiten findet kein Denken, Überlegen Bewerten etc. statt. Jeder Mensch ist voller solcher Weltanschauungen und selbst geschaffenen Wahrheiten, mit Dogmen und Tabus ausgestattet.

Der Verstand funktioniert wie ein perfekter Artist in einer Mannschaft aus mehreren Artisten am Hochseil. Als virtuelles Sinnesorgan muss er alle aktuellen Wahrnehmungen der Sinnesorgane auf der Basis eines emotionalen und konditionellen Settings des Körpers mit allen Gedächtnisstrukturen im Mikrokosmos – im Atemfeld, in der Astralis und in der Lipika – abgleichen; simultan die vielfältigen Informationen in den zentralen virtuellen Denkapparat einspiegeln, und dann die plausibelste, dem Gesamtsystem am besten angepasste Information dem bewussten Denken zur Verfügung stellen. Außerdem noch – je nach Situation – einen rational ausgewogenen Gedanken für einen grammatikalisch perfekt formulierten Satz in der richtigen Sprache – in der Muttersprache oder einer Fremdsprache – dem Sprechapparat zur Verfügung stellen.

Es kann dabei durchaus vorkommen, dass der Verstand einen Gedanken formuliert hat, der dem Zuhörer nicht übertragen werden darf; dann muss schnell noch eine fast richtige Gegenargumentation aus dem Gedächtnis gefischt werden, die in der erkannten richtigen Absicht dem Zuhörer gefallen könnte. Bei alledem muss das Denken im Verstand natürlich auch der emotionalen Gesamtsituation des Gespräches Rechnung tragen. Das ist eine hochkomplizierte Angelegenheit, die niemals vollständig bewusst gesteuert werden kann. Darum ist dieses Geschehen eingebettet in angelernte Modellstrukturen und antrainierte Formulierungstechniken, wie es vor allem in besonderen Internaten für das Höhere Personal gelehrt wird. Dabei sind die Koranschulen oder buddhistischen Klosterschulen auch nicht zu unterschätzen, wo die religiösen Dogmen solange durchargumentiert werden, bis nahezu jede Antwortmöglichkeit bereits vom Kandidaten im Schlaf hergesagt werden kann. Man könnte so etwas ernsthaft als Gehirnwäsche bezeichnen, denn es entsteht dadurch kein wirklich freies Denken.

Der Verstand ist also ein virtuelles Organ, analog einem Computerprogramm, das auf die verschiedenen Gedächtnisse zugreifen kann, ggfs. auch auf das kosmische Gedächtnis, und gleichzeitig mit dem Input der Sinnesorgane und der Begehren und Gefühle des Körpers direkt verbunden ist. Das stoffliche Gehirn ist sozusagen die Hardware des Computers, in dem unter der Leitung des Verstandes und einem für alle geltenden System verschiedene virtuelle Programme kooperieren.

Das Programm Verstand fragt alle Gedächtnisteile nach der isobaren Regel ab, scannt die eingespeisten Strings, und gibt die Gedanken in das Assoziationsprogramm ein. Dort werden alle Informationen erst miteinander abgeglichen und dabei nach Begehren, Nutzen und Zweckmäßigkeit für das Überleben bzw. harmonische Zusammenleben bewertet und eingestuft, und dann für ein sinnvolles Handeln verwendet. Simultan werden die kombinierten Informationen direkt für die Wahrnehmungsorganisation eingesetzt. Dafür arbeitet im Verstand ein Kombinationsmodul, das deduktive Vermögen, das die aus den Gedächtnissen abgefragten Inhalte miteinander verknüpfen kann. Diese assoziierten Informationskomplexe werden dann dem Denken zum Bewerten übergeben. Hier wird vor allem selektiert, was davon im Sprachmodul über die Rede verwendet werden soll. Dies geschieht nach unterschiedlichen Regeln der Kohabitation, wovon einige Gesetze im ersten Teil dieses Buches bereits besprochen wurden.

Wichtige Regeln neben der isobaren Resonanz sind das Interpolieren von sich nahe liegenden Gedanken und die Selektion nach dem Kriterium des physischen Überlebens. Die Menge der auf den Menschen einstürmenden Informationen ist so gigantisch, dass der Verstand aus dieser Flut der Informationen, unter der Leitung eines höheren Auftrages aus der Monade, die Qualitäten nach Selbsterhaltung sowie Arterhaltung für die geringe Kapazität des Tagesbewusstseins selektieren muss. Dafür werden sich ähnliche Informationen nach den bereits beschriebenen Gesetzen der Resonanz zu «Melodiekonfigurationen» zusammengefasst. Gleichzeitig bieten sich bereits vorhandene Modelle aus bereits vorgeformten Einstellungen und Wertschätzungen an, die meistens neue, ungeeignete Informationen überschreiben. Zusätzlich wird dabei alles reduziert und in den Hintergrund gedrängt, das nicht mit der emotionalen Situation übereinstimmt und darum nicht der bewussten Betrachtung für die aktuelle Anforderung zugeführt werden muss. Erst wenn äußere oder innere Faktoren dazu zwingen, absolut neue unorthodoxe Verhaltensweisen für das Überleben zu kreïeren, werden andere, bislang unterdrückte Assoziationen zusätzlich dem Verstand zugeführt und in den aktuelle Assoziationsprozess mit aufgenommen.

Auch wenn die Multiplexität all dieser Befähigungen scheinbar unüberschaubar ist, so kann man bei alle Verstandes- bzw. Denktätigkeiten einige Grundfunktionen erkennen:

  • Er steuert mit dem Bedenken alle bewussten sinnesorganischen Wahrnehmungen.
  • Auf der anderen Seite kontrollieren das Wahrnehmen und Bedenken die gefühlsmäßigen Aktionen und begleiten das Handeln. Unzählige unbewusste Vorgänge im Körper beeinflussen das, was der Mensch konkret erfassen und bedenken kann.
  • Der Verstand nimmt die Inhalte in den Gedächtnisse wahr: durch Aufrufen und Abfragen, durch Bewerten, Zuordnen und das Ablegen mentaler Inhalte.
  • Aus dem gesamten Vorrat von Informationen aller Gedächtnisse können, je nach Flexibilität der Grundprogrammierung des Verstandes, neue Gedanken-Kombinationen erdacht, gefunden werden.
  • Verstand und Gefühle nehmen auch transpersonale Informationen in der Kommunikation mit Menschen und der Umwelt wahr, was mit der Sensibilität der unstofflichen Felder zusammenhängt.
  • Das Denken formiert auf der einen Seite das Sprechen, die verbale Artikulation, und dominiert andererseits die psychischen und die physichen Aussagen des Körpers.
  • Das alles geschieht mit den Energien der höheren Astralis, des Mentalfeldes und der Bewusstheiten im Mikrokosmos.

 

8.5 Die Gedächtnisse
Das Gedächtnis ist – wie oft behauptet – nicht nur im Gehirn zu Hause. Es existieren mehrere Gedächtnisse im Mikrokosmos und in den Gebieten des Kosmos, die mit ihm resonant sind. In allen Feldern des aurischen Wesens sind unterschiedlich strukturierte Gedächtnisse angelegt, die unterschiedlich jede Wahrnehmung innerhalb des Systems beeinflussen. Es wäre ein umfangreiches Unternehmen der Geisteswissenschaft, die Details zu erforschen, auf welche Weise die verschiedenen Gedächtnisse die Wahrnehmungsorganisation dominieren. Dabei beeinflussen die neuesten «Erinnerungen» normalerweise die stattfindende Wahrnehmung am stärksten. Im hohen Alter verlieren die aktuellen Geschehnisse für den Menschen zunehmend an Bedeutung, so dass die Erinnerungen aus vergangenen Zeiten mehr und mehr in den Vordergrund rücken und das aktuelle Wahrnehmen in die festgefahrenen Denkparameter pressen.

Die hochkomplexe Steuerung aller Lebensvorgänge des menschlichen Körpers und seines Mikrokosmos macht doch selbstverständlich diese Erinnerungsspeicher im Bewusstsein aller Kraftfelder erforderlich. Die diversen Organe in den Körpern können nur in und mit ihren lebendigen Wechselwirkungen auf der Grundlage einer eigenen Informationsspeicherung reibungslos miteinander kommunizieren. Nur diese sich beim Heranwachsen des Menschen entwickelnden und stabilisierenden «Erinnerungen» an erfolgreiche Koordinationen der internen und externen Logistik (Austausch der Kräfte) gewährleisten auf Dauer ein gesundes Leben in und mit allen Organen. Wer sich einmal mit Biochemie bzw. Biophysik im eigenen Körper befasst hat, wird mit Erstaunen registriert haben, wie viele Regelkreise durch ihr perfekt aufeinander abgestimmtes, routinemäßiges Arbeiten bei den zahlreichen, permanenten Kontrollen, z.B. der Viskosität, Konzentration, Druck, Temperatur usw., in allen Organen zum harmonischen Wachstum und einem ausgeglichenen Lebenszustand beitragen, was vom Menschen meistens völlig selbstverständlich und natürlich hingenommen wird.

Aus diesen Gedächtnissen entwickelt sich im Menschen auch seine fundamentale Grundprägung im Hintergrund des Tagesbewusstseins. Dieses hochkomplexe, sehr subjektive Zusammenspiel in Verbindung mit seiner ganzen Ratio kann mit EGO bezeichnet werden. Das trifft den Kern am Besten, wenn man auch die zwischenmenschlichen Aktionen und Reaktionen mit Familie, Freundes- und Arbeitskreis im rechten Betrachtungswinkel mit einbezieht. Man kann diese Grundprägung auch als Naturseele bezeichnen, weil die Quintessenz aller Erinnerungen im Mikrokosmos und ihre Qualität seine Lebensintentionen und -strategien bestimmen und dynamisieren. Einige Autoren bezeichnen diese individuelle Struktur der internen Kommunikation und Regelung mit Gemüt oder mit Charakter. Die für die äußeren gesellschaftlichen Verbindlichkeiten unbequemen und weniger passenden Eigenschaften werden dabei jedoch meistens der Betrachtung entzogen. Die naturwissenschaftlich orientierten Psychologen und Soziologen kennen die komplexe Architektur des unstofflichen Mikrokosmos mit seinen sieben Kraftfeldern nicht oder ignorieren diese. Darum können sie auch nur die äußerlichen Aspekte der allgemein akzeptierten Grundprägung des menschlichen Denkens und Wahrnehmens dokumentieren und in ihrer grobstofflichen Abhängigkeit von Sinnesorganen oder Zellbereichen im Gehirn umreißen. Auch wenn ihnen die Aspekte eines unstofflichen Bewusstseins und der Emotionen durchaus bekannt sind, müssen sie sich wegen der wissenschaftlichen Vorschriften an die genehmigten empirischen Konstrukte halten. Die in der Literatur des C.G. Jung ausführlichen Fallbeispiele dokumentieren seine großartigen psychologischen Konzepte. Diese vielseitigen Studien (in Religion und Alchemie) und seine Patientenberichte beweisen, dass nach seinem hochdifferenzierten psychologischen Modell mehrere Gedächtnisse in Form von «virtuellen Personen» (der Alte, Anima und Animus und die kulturübergreifenden Archetypen) im Unterbewusstsein des Menschen wirken.

Die esoterische Sicht auf Mikrokosmos und Persönlichkeit unterscheidet also sieben Kraftfeldstrukturen: den materiellen Körper, das diesen prägenden Ätherkörper, die alles dynamisierende Astralis, das bewusste Erkennen in der Mentalis, sowie die nicht erfassbaren drei nirwanischen Felder. Aus dieser Perspektive sind auch alle Ansichten mit einem spezifischen Bewusstsein ausgestattet. Damit ist folgerichtig, dass für die lebensfördernde Koordination aller Interaktionen in diesen sieben Bewusstheiten jeweils auch ein eigenes Gedächtnis wirkt.

1. Organisches Körper-Gedächtnis. Dieses wurde u.a. auch von dem Physiotherapeuten Feldenkrais entdeckt und für die nach ihm benannte Therapie an zahlreichen Fallbeispielen erforscht. Es wird vor allem in den jüngeren Lebensjahren mit allen Bewegungsabläufen angefüllt, die der heranwachsende Menschen spielerisch vor allem bei sportlichen Betätigungen erleben kann. Der stoffliche Mensch wird natürlich, wie alle Tiere und Pflanzen, zunächst von einem stofflichen Gedächtnis in seinen körperlichen Aktivitäten gesteuert, das vor allem für die Bewegungsabläufe zuständig ist, für die Haltung, Gestik und Mimik, für Gleichgewicht, sportliches Talent, Kondition und Fitness etc.. Selbstverständlich auch für alle orthopädischen Fehlhaltungen und muskuläre Verkrampfungen, die auch auf karmische Vorprägungen zurückgehen können.

2. Ätherisches Gedächtnis. Für den stofflichen Bereich hat das ätherische Feld mit seinem Gedächtnis natürlich eine große Bedeutung. Dieses Gedächtnis wirkt ganz eng mit dem stofflichen zusammen, so direkt, dass man die beiden kaum auseinander halten kann. Darum werden bei einigen esoterischen Autoren diese beiden Kraftfelder stets zusammengehörig beschrieben. Das ätherische Gedächtnis ist vor allem für die zelluläre und interorganische Kommunikation zuständig. Die lebensnotwendigen Regelkreise der Lymphe, des Blutes, der Nerven und der endokrinen Organe werden bei ihren lebenswichtigen Aufgaben von den ätherischen Fluiden unterstützt. Die chinesischen Ärzte wirken u.a. mit ihrer Akupunktur direkt in diese Kreisläufe, und auch die ayurverdische Medizin berücksichtigt vor allem die ganzheitliche Kommunikation dieser feinstofflichen Wechselwirkungen, die von den konventionellen allopathischen Ärzten, die sich an der chemisch-pharmazeutischen Industrie orientieren, total übersehen werden. Wenn dann ein Homöopath wie z.B. Hahnemann eine diese Zusammenhänge berücksichtigende selbstheilende Therapie entwickelt, dann ist die Verleumdung die erste Wahl der etablierten Ärzteschaft und der Chemiegiganten. Längst wurden von einigen Heilpraktikern Heilungskonzepte entwickelt, die analog der chinesischen Medizin und Ayurveda berücksichtigen, dass die ätherischen Anteile von Pflanzen und Pflanzenauszügen oder die ätherischen Aspekte bestimmter Mineralien eine vor allem selbstheilende Reaktion im Körper des Menschen auslösen.

3. Astrales Gedächtnis. Die Gruppe der emotionalen Erfahrungen, erfolgreiche Begehren und unbefriedigte Begierden, hehre Wünsche und Absichten werden als astrale Konfigurationen im astralen Bereich des Atemfeldes im Mikrokosmos eingespeichert. Dieses virtuelle Gedächtnis wird einerseits von der aktuellen Mentalis durchpulst und beeinflusst und andererseits polarisiert es den Ätherstrom, der für die Erhaltung des Körpers zuständig ist. Im Astralgedächtnis vibrieren die Gefühls-Komplexe als Module, die mit mentalen Erinnerungen nach der isobaren Resonanz miteinander verlinkt zu einer Art Klustersystem (siehe Atemfeld) heranwachsen. Hier tummeln sich auch alle frisch erwachenden Begehren und Wünsche des Menschen mit ihren vorgeprägten Ansichten für die realistische Umsetzung im täglichen Dasein. Im astralen Gedächtnis werden in der Jugend – verstärkt während der Pubertät – die karmischen astralen Vergangenheiten des Mikrokosmos aktiviert. Diese Erinnerungen aus früheren Inkarnationen polarisieren dann alle folgenden aktuellen emotionalen Erlebnisse und Einsichten. Das bedeutet, im Grunde wird jeder Mensch völlig unbewusst bereits von Jugend auf bei seiner Wahrnehmung und Bewertung der aktuell aufkommenden Gefühle der Empathie und Antipathie von ganz individuellen emotionalen Vorprägungen beeinflusst. Dafür werden diese astralen Informationen zunächst entsprechend dem internen Selbsterhaltungskonzept kompatibel polarisiert, und dann resonant sortiert und assoziiert abgespeichert. Dies ist für die mehr oder weniger problemlose Integration in sein soziales Umfeld, seine Familie und sein Volk zwar unbedingt lebensnotwendig. Werden diese astralen Erlebnisse wenig oder gar nicht mit dem Gewissen relativiert oder transzendiert, dann führen diese zu belastenden Kristallisationen auch im Denken, bis hin zu pathologischen Fantastereien und fanatischen Auswüchsen (z.B. religiöse Extreme). Die aus früheren Inkarnationen noch aktiven astralen Vorprägungen können für den Heranwachsenden auch zu erheblichen psychischen Belastungen werden. Vor allem, wenn diese astralen Repliken mit den aktuellen emotionalen Zusammenhängen des tatsächlichen Lebens nicht übereinstimmen, und auch nicht mit Hilfe mentaler Überlegungen mit dem inneren Gewissen kompatibel rationalisiert werden können.

Das astrale Gedächtnis ist neben allem auch ein meist unerkannter, starker Redakteur und Mitspieler in den nächtlich erlebten Traumwelten, die viele astrale Erinnerungen in lebhaften Bildsequenzen dem Bewusstsein übertragen können. Auch wenn sich der Träumer seiner nächtlichen Erfahrungen nicht immer erinnert, wird er in seiner täglichen körperlichen Gemütslage bei seinen folgenden Tageserfahrungen davon beeinflusst.

Kann ein Mensch auch unstoffliche Zusammenhänge in seinem Lebensfeld erfassen, dann macht ihn die angeborene Konstitution und Offenheit seines astralen Gedächtnisses dafür geeignet. Das Vermögen dieser besonderen Sensibilität transpersonaler Welten geht aus der mikrokosmischen Vergangenheit hervor. Genie und Wahnsinn, Fluch und Segen liegen hierbei dicht beieinander, vor allem, wenn die tatsächlichen Zusammenhänge mit dem EGO falsch interpretiert werden, und/oder unüberwindliche Verbote aus Tradition und Religion den hellsehenden Menschen in den Weg gestellt werden.

Aus Unkenntnis über die unstofflichen Zusammenhänge können sich weitere schwere psychologische Probleme entwickeln, denn leider ist jeder Mikrokosmos beständig mit den resonanten astralen Vibrationen oder Wesen des Jenseits verbunden, die aus den nahe liegenden Vergangenheiten seines Mikrokosmos stammen. Diese belasten ihn zusätzlich zu den mentalen karmischen Erinnerungen in seinem aurischen Wesen, der Lipika. Diese astrale kosmische Vergangenheit wird vom Magnetismus des aurischen Wesens aus der alle Menschen und Tiere umfassenden irdischen Astralis angezogen, in der zahllose Reste unaufgelöster Interaktionen mit der Welt und ihren Bewohnern immer noch in das aktuelle Lebensfeld hinein vibrieren. Einen gewissen Schutz bietet hierbei die isobare Resonanz, d.h. der Mensch kommt nur mit solchen astralen Komplexen in Kontakt, mit denen er eine konkrete Beziehung hat. Das ist unter anderem der Grund, warum viele Weise in aller Welt zur Begierdelosigkeit und astraler Neutralität raten.

4. Das mentale Gedächtnis. Es besteht also keineswegs nur im Denkvermögen ein Gedächtnis. Das Mentalgedächtnis ist für den Menschen selbstverständlich ein ganz wichtiger Speicher für alles Erfassen und Wahrnehmen (Input), für alles Bedenken und Reflektieren (Bewerten und Assoziieren) und für alles Behalten und Wiedererinnern. Das mentale Gedächtnis wird spätestens ab dem 12. Lebensjahr mit der Fülle jener vergangener Informationen aus der Lipika verbunden, die das Langzeitgedächtnis früherer Inkarnationen im aurischen Wesen darstellt. Diese Informationen sind die Quintessenz der mikrokosmischen Unternehmungen, den monadischen Impulsen entsprechend zu Leben und zu Wirken. Unbewältigte Reste dieser Wege sollte der Mensch versuchen, in seinen aktuellen Lebenszusammenhängen mit den ihm zugeführten Mitmenschen zu bewältigen .
Die gewaltigen mentalen Vermögen, ganz unterschiedliche komplexe Vorgänge zu erfassen und zu speichern, sind absolut bewundernswert. Man denke nur an die wissenschaftlichen Erkenntnisse vom astronomisch Gigantischen bis zum submikroskopisch Kleinen interatomarer Bestandteilchen; auch an das Komponieren und Aufführen von Opern, das Schaffen und Nachspielen von Dramen, wie z.B. Goethes Faust, die Stiftung von umfassenden Gesetzeswerken und großen sozialen Gesellschaftsstrukturen, das Planen und Konstruieren von gewaltigen Maschinen, Schiffen, Flugzeugen und Weltraumtransportern, und vieles andere mehr. Der für diese Megaleistungen einzelner Menschen oder großer Teams zur Verfügung stehende Speicher ist so gigantisch, dass es wahrlich eine Beleidigung wäre, diesen im Zellvolumen eines Gehirns oder einiger klugen Köpfe zu platzieren. Für diese gewaltige Menge von Daten steht nicht nur das komplette Atemfeld (incl. der Lipika) im aurischen Wesen eines Menschen zur Verfügung, sondern auch die Teamastralis aller Unternehmungen entwickelt ein solches für alle erreichbare Gruppengedächtnis im Gruppenkörper. Dabei helfen alle mitresonanten Wesen, die aus dem Jenseits für das Projekt, z.B. den Bau des Suez-Kanal oder der bemannten Weltraumstation ISS, benötigt und aufgerufen werden. Man sollte dabei vorsichtshalber auch berücksichtigen, dass große Genies immer ihren besonderen Kommunikationskanal zu willfährigen Bewohnern im Jenseits – oftmals ehemalige professionelle Fachleute, Wissenschaftler, Musiker, Künstler oder Dichter, die sich selbst noch einmal auf Erden beweisen wollen – als Gedächtnisstütze verwenden.

5. die Gedächtnisse der drei latenten nirwanischen Felder können noch nicht konzentrisch mit den zur Zeit inkarnierten Mikrokosmen verbunden werden, weil deren Entwicklung in der erforderlichen Anziehung noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie diese für die endgültige Konzentration sein muss. Darum stehen diese darin implementierten Gedächtnisvolumen dem Menschen vorerst nicht zur Verfügung.

6. Dennoch gibt es aktuell ein spirituelles «Gedächtnis» im zentralen Begegnungspunkt mit der Monade, das für den Menschen im Hintergrund seines Charakters als eine Art «Gewissen» aufleuchtet. Wenn der Mensch sich für diese aus seinem Herzen erklingenden höheren Ideale des Seins öffnen kann, wird mit Sicherheit zumindest ein Reflexionsmodul im aurischen Firmament aufleuchten, das den Menschen zu neuen Ufern seines Erfassens geleiten wird. Wahrnehmen, Erfassen und Denken gehören unzweifelhaft stets zusammen und sind direkt mit jenem virtuellen Organ verbunden, das wir normalerweise Verstand nennen.

Der Verstand muss als das innere Wahrnehmungsorgan betrachtet werden, das alle gedanklichen und begrifflichen Informationen empfängt und für die weitere Kommunikation modelliert. Dafür hat das virtuelle Organ «Verstand» die Zugriffsstruktur für eigentlich alle Gedächtnisse des Mikrokosmos. Er kann in ihnen je nach Bedarf „lesen“, d.h. gespeicherte Daten wieder aufrufen und zum Reflektieren in den aktuellen Vordergrund bringen und unwesentliche sowie erledigte Komplexe aussortieren und dann erneut im Gedächtnis ablegen. Die Denk-Tätigkeit gibt auch vielen emotionellen Begehren und gefühlten Bewegtheiten eine mentale Umhüllung, eine begleitende Rationalisierung und/oder begriffliche Begründung, wodurch das entsteht, was normalerweise als Wille bezeichnet wird. Der Wille selbst benötigt eigentlich kein eigenes virtuelles Organ, denn seine Dynamik stammt aus dem astralen Bereich der Begierde, des Begehrens und Wünschens, die mit dem Mantel der Rationalisierung geäußert wird. Diese simultane Aktion formt das astrale Begehren, die dramatische Begierde, um in einen dynamischen mental-astralen Willen, der dann  – oftmals sehr theatralisch – mit einer entsprechenden Mimik und Gestik verbal verkündet wird. Das alles geschieht simultan mit dem astralen Impuls, so dass von nahezu allen Menschen der sogenannte Wille immer als ein eigenständiges Aktionspotential neben dem Verstand und dem Gefühl beschrieben wird. Der Wille benötigt also kein eigenes separates Enstehensfeld, auch wenn er in allen Philosophien und Religionen entsprechend behandelt wird. Das beginnt bei dem übermächtigen «Willen Gottes», den jeder Mensch erfüllen muss, und hört auf bei dem prinzipiellen Willen zur Macht jedes Herrschenden, wie er von Friedrich Nietzsche in seinen Büchern formuliert wurde. Niccoló Machialvelli hat in seiner politischen und praktischen Philosophie wohl die besten Ratschläge für die herrschende Machtelite zusammengestellt, wie sie ihren Willen dem Volke aufzwingen kann.

Will man also der Art und Weise, wie die Sensationen beim Wahrnehmen bzw. Erfassen durch die Sinnesorgane in den Menschen hinein kommen und weitergeleitet werden, einigermaßen nahe kommen, dann sollte man nicht nur die biologisch somatischen Gegebenheiten der Sinneszellen und der nachgeordneten Gehirnzellen berücksichtigen, sondern sich den mikrokosmischen Plan aller Gedächtnisse ganz deutlich vor Augen führen, weil alle in ihnen gespeicherten Vorstellungen wesentlich die Auswahl bestimmen, was und wie etwas wahrgenommen wird, und auch die Kriterien, nach denen die Informationen selektiert werden und sogar das Blickfeld diesbezüglich einschränken.

Goethe schreibt in seinen naturwissenschaftlichen Schriften ausführlich darüber, dass bei der Anschauung einer Sache oder eines Ereignisses der Mensch bereits im Wahrnehmen das Betrachtete direkt an seinen Vorstellungen und bereits gespeicherten Erinnerungen ähnlicher Art beurteilt und bewertet. Frederic Vester hat in seinen neurologischen Studien über das Denken erkannt, dass ein Mensch immer nur solche Dinge oder Ereignisse wirklich erfassen und reflektieren kann, für die im Gedächtnis bereits eine angelegte Matrize existiert, an der das Geschauten für das Erkennen und Bewerten abgeglichen wird. Ist nichts Resonantes gespeichert, ist das Wahrgenommene definitiv absolut neu, so kann der Mensch es nicht Erfassen. Das löst zunächst eine große Angst vor dem Unbekannten aus. Entsteht dann jedoch keinerlei Bedrohung für das Leben, erwacht die etwas paradoxe Neugier nach dem Neuen mit angemessener ängstlicher Vorsicht vor dem unbekannten Neuen. Das wird von jedem Verhaltensforscher durch genaue Beobachtungen in der Tierwelt bestätigt. Für die Wahrnehmung ergibt sich aus diesen Überlegungen ganz klar, dass Niemand unbedarft völlig frei von den in den Gedächtnissen angelegten Vorprägungen irgend etwas autonom Erkennen wird. Allein der physische Selbsterhaltungstrieb ist über die Angst, Sorge und Furcht für den Menschen so programmiert, dass seine innere und äußere Sicherheit und Harmonie möglichst niemals gestört wird. Viele pathologische Fallstudien zeigen, welche Folgen schockhafte Erfahrungen mit überraschenden Neuigkeiten haben können.

Die Speicherung in den Gedächtnissen und die weitere Verwaltung der Inhalte entspricht bildhaft gesehen der Art, wie in einem Computer viele Daten auf Festplatten oder anderen Datenträgern gespeichert und aktuell im Arbeitsspeicher verarbeitet werden. Die Qualität der neurologischen und unstofflichen Organe, die Sensibilität für den Eingang von Informationen aus dem transpersonalen Raum, sowie die Schnelligkeit bzw. Flexibilität der äußeren und inneren Sinnesorgane inklusive des Verstandes determinieren die Aufnahme- und Denkgeschwindigkeit. Das Assoziationspotential, die Erinnerungsreichweite und die Abspeicherung wird vom Selbsterhaltungsprogramm dominiert und auch von einigen individuellen Verdrängungsmechanismen und zugehörigen Täuschungsmanövern begleitet. In diesem neuronalen Funktionsreaktor wird entschieden, welche Informationspakete der Mensch aus der Fülle aller angebotenen Informationen als für ihn lebensnotwendige Werte „wahrnimmt“, und welche er davon für die nachfolgenden Apperzeptionen als Vorstellung (Vorprägung) abspeichert, und welche beim Erfassen als unpassend und unbequem vorher aussortiert werden. Diese Zusammenhänge gewährleisten, dass die Selbsterhaltung störende und ungeeignete Fakten in der Realität von vornherein ausgeblendet werden. In allen Büchern der großen Psychologen findet man zu diesen subtilen Vorgängen der Wahrnehmung eine ganze Reihe pittoresker Fallstudien. Frederic Vester hat bei seinen Recherchen sogar nachweisen können, dass derartige Verdrängungsmechanismen mit den Jahren die dazu erforderlichen neuronalen Bahnungen bzw. Synapsen im Nervengeflecht befestigen. Man könnte dieses recht komplexe Geschehen, den Einfluss der Gedächtnisse auf das Erfassen und Bewerten in der Wahrnehmungsorganisation, auch salopp als die berühmten «Scheuklappen» bezeichnen.

Bei der Suche nach einer einheitlichen, vielleicht allgemein gültigen Weltanschauung ist es unbedingt notwendig, vor allem die nahezu automatisch ablaufenden Prägungen im subjektiven Wahrnehmen – die Scheuklappen in den einzelnen Kulturen oder Zivilisationen – der gewöhnlichen Lebenszusammenhänge zu berücksichtigen, die natürlich auch von den gesellschaftlichen Regelungen in den unterschiedlichen Kulturen und von den klimatischen Bedingungen auf den verschiedenen Kontinenten geprägt werden. Diesbezügliche ethnologische Forschungen können gar nicht weit genug in die Details der divergierenden Überlebensstrategien eindringen, um zu erkennen, in welchen prinzipiellen Lebenszusammenhängen der großen Zivilisationen die Welt-Religionen und -Philosophien herangewachsen sind.
Welche Selbst- und Arterhaltungskonzepte mussten die Menschen durch die Jahrtausende immer wieder, auch unter den karmischen Resonanzen in den Völkern und Menschengruppen, erneut modifizieren? – Wie viele biologische Natürlichkeiten der Spezies Mensch sind durch unzählige Machtkämpfe zwischen den herrschenden Priestern durch «göttliche» Gebote oder Verbote unkennbar verbogen worden? – Wie viele karmische Belastungen der Mikrokosmen sind durch unzählbare martialische Kriege zwischen den herrschenden Klassen rund um dem Globus aufgerufen worden und werden bis heute in den Selbsterhaltungskampf der Völker eingeflochten? –

Fassen wir das alles noch einmal zusammen:

Selbst wenn dem Menschen von tausend Kanzeln gepredigt wird, dass alle Menschen gleich sind, kann leicht von jedem festgestellt werden, dass die Menschen alle sehr unterschiedlich sind. Jeder lebt in seinem gesellschaftlichen Zusammenhang, der natürlich in seiner Entwicklungsgeschichte von den Verwaltungsinstitutionen viele landestypische Gesetzen, Regeln und Vorschriften bekommen hat. Zusätzlich lasten auf jedem Einzelnen seine ganz individuellen mikrokosmischen Unbekannten seiner Vorfahren, seiner Familie, seines Stammes, seines Volkes, die niemand so ohne Weiteres sehen, erfassen, geschweige denn, wahr nehmen kann. Diese lange andauernde Entwicklung hat auch dazu beigetragen, dass es heute für immer mehr Menschen innerhalb von den bestehenden Religionen keine konstruktiven Impulse für seine Lebensmodelle ausgehen. Man kann die spirituelle Qualität «Religion» nicht mehr im praktischen Dasein erfahren, auch nicht innerlich. Der Mensch kann sich selbst nicht einmal mehr richtig wahrnehmen, und er nimmt auch nicht wirklich mehr ernst, wie er selbst etwas «wahr-nimmt». Nur sehr wenige überschauen etwas, in welchem Rahmen sich ihr soziales Miteinander abspielt. Da er sich mit seinen eigenen Lebensstrukturen so selbstverständlich erfährt, und meistens auch voll damit ausgefüllt ist, sind diese ihm meistens völlig gleichgültig. Er fragt selten nach dem Grund, warum sein – möglicherweise sogar geliebter – Gesprächspartner eine Situation total anders wahr-nimmt als er selbst. Dabei kommt es auch sehr wenigen Menschen in den Sinn, solche «Banalitäten» des täglichen Miteinander zu betrachten oder zu hinterfragen. Die subjektive «Wahrheit» ist für jeden immer die Richtige. Darauf ist der Mensch sehr stolz und wird diese zu jeder Zeit intensiv verteidigen. Dieser arrogante Standpunkt wird möglicherweise erst bei Begegnungen mit fremden Kulturen oder bei extremen Lebenssituationen auf den Prüfstand gestellt.

Das Wahrnehmen oder Erfassen ist nicht nur eine Angelegenheit der gesellschaftlichen Beziehungen unter den Menschen, sondern betrifft immer auch das Erfassen der Natur in Wald und Flur sowie ein Erfassen einer transpersonalen Übernatur in den unstofflichen Sphären. Dabei geht es nicht nur um jene okkulten Themenbereiche, die von religiösen Vertretern bei entsprechenden Events oder religiösen Festtagen bzw. Prozessionen lauthals verkündet werden. Das Wahrnehmen der metaphysischen Welten geht weit über jenen Erlebensbereich hinaus, der normalerweise mit Tod und Sterben verbunden wird. Der Mensch steht doch immer auf allen Ebenen – Tag und Nacht – in einer Kommunikation mit seiner inneren und äußeren Umwelt, auch wenn er arbeitet oder nur in der Stille sitzt, liegt oder steht. Ja, sogar im Schlaf kommunizieren die inneren Organe miteinander. In einigen Schlafphasen kommuniziert der Mensch in seinen Träumen mit sich selbst. Auch diese Art des inneren Erfassens oder Wahrnehmens ist stark abhängig von den bereits in der Jugend gewachsenen bzw. gelernten Vorstellungen über das Traumleben.

Freiheit des Denkens
Es besteht die weit verbreitete Ansicht, dass der Mensch selbstbestimmend aktiv wahrnimmt und denkt. Aber dem ist leider nicht so. Alle Sensationen und damit auch alle Wahrnehmungen, Einsichten über die Umwelt und Erfassungen der inneren Realität werden direkt im Wahrnehmen vom Vibrationsschlüssel im Magnetismus des aurischen Wesens bestimmt. Dieser fundamentale Magnetismus bestimmt durch seine individuelle Polarisation, was vom Mikrokosmos bzw. dem Menschen empfangen werden kann. Alles was mit dieser Grundvibration in positiver Resonanz ist, wird angezogen und es wird alles abgestoßen, was nicht mit ihr kompatibel ist. Dieser Schwingungschlüssel im System bestimmt demnach auch das, was der Mensch sieht, hört, erfühlt, schmeckt und riecht etc. Er bestimmt auch alles, was getan wird usw. Zusammen mit den angekoppelten Einflüssen aus den astralen Sphären des Jenseits ergibt das eine deutliche Fremdbestimmung für alles, was dem Menschen die Sinnesorgane vermitteln können.

Also alles das, was der Mikrokosmos an Kräften und Informationen von Ereignissen aus seiner direkten Umwelt und aus dem Kosmos anzieht oder abstößt, wird vom Vibrationsschlüssel im aurischen Wesen bestimmt. Diese fundamentale Polarisation dient vor allem der Selbsterhaltung des Systems und der dafür stets erforderlichen Balance zwischen den unterschiedlichen Kraftfeldern. Es müssen alle Wahrnehmungen, auch die Erfassungen aus den transpersonalen Bereichen des Mikrokosmos, auch die Impulse aus der Monade, in strukturerhaltende Bahnen geführt werden. Das Ganze ist vergleichbar mit einem intelligenten Kartenspiel mit bestehenden Worten, Begriffen, Gedankenfetzen oder vorformulierten Sätzen, die bereits nach Erfahrungswert und Bedeutung beurteilt und einsortiert in wohlgeordneten Strings oder Kluster nach Resonanz kombiniert im Gedächtnis bevorratet werden. Das aktuelle Denken im Verstand liest die Informationen aus diesen mentalen Strings oder Kluster, bewertet die bereits empfangenen Informationen damit erneut für die aktuelle Situation, Aussprache oder Handlung. Auf diese Weise werden natürlich die bisher abgespeicherten Erfolgsstrukturen immer wieder neu belebt, erweitert, verfestigt und erneut eingespeichert. Das ist keine Aktion des bewussten Denkens, sondern eine völlig unbewusste Aktivität in der Kommunikationsstruktur des gesamten Mikrokosmos. Dabei spielen die verschiedenen Gedächtnisse und Bewusstheiten in den Kraftfeldern die entscheidende Rolle. Allerdings kann das bewusste ICH-Bin nur einen Hauch von dieser internen Kommunikation im Denken erfassen. Einiges spiegelt sich im allgemeinen Gemütszustand, einiges davon bestimmt die Art der laufenden Wahrnehmungen und deren Bewertungen für die Speicherung.

Alles das beweist eindeutig, dass kein Mensch wirklich aktiv selbstbestimmt sich selbst und seine Umwelt wahrnimmt, sondern stets von den bereits eingespeicherten Informationen gesteuert wird.

Vieles von diesen Zusammenhängen könnte dem wachsamen Menschen durchaus bei seinem Erfassen und seinem persönlichen Bedenken klar vor Augen stehen. Aber meistens treten die offenbar vorhandenen Faktoren beim Bedenken und Bewältigen einer alltäglichen Verpflichtung in den Hintergrund. Lautstark vorgebrachte Behauptungen oder komplex argumentierte Wunschvorstellungen können diesen Tatbestand der persönlichen Unfreiheit der Gedanken nicht aus der Welt schaffen.

Lipika und Karma
Im aurischen Wesen gibt es ein umfangreiches Gedächtnis aus früheren Inkarnationen, eine besondere Sphäre, in der elektromagnetisch die Lebenserfahrungen der Menschen gespeichert werden, die in dem Mikrokosmos einmal gelebt haben und leben. Die Theosophie hat den Namen dafür – die «Lipika» – aus dem hinduistischen Weltbild entnommen. Lipika heißt soviel wie Aufzeichner. In diesem elektromagnetischen Schwingungsfeld der Aura werden alle Lebenserfahrungen, die zum grundlegenden Auftrag des Mikrokosmos gehören, wie in einer multidimensionalen Holografie gespeichert. Aus diesem Langzeitgedächtnis werden die jungen Menschen schon bei ihrer Geburt geprägt. Man kann durchaus sagen, die Sterne in der Lipika, die Kraftaspekte früherer Erfahrungen, bestimmen den Charakter, seine Vermögen, die Familie, den Lebensraum, die Volkszugehörigkeit, die sozialen und gesellschaftliche Strukturen des Neugeborenen, genau so wie es die Astrologen durch ihre Auslegung des Geburtshimmels annähernd erkennen können. Diese gespeicherten Erfahrungen aus früheren Inkarnationen werden im Sanskrit zusammenfassend als «Karma» bezeichnet.

Die richtige Kenntnis über den Einfluss des «Karmas» auf das aktuelle Leben ist besonders heute dringend notwendig, weil sich die Ansicht eingebürgert hat, dass im Karma sozusagen alle Lebensereignisse aus den vorhergehenden Inkarnationen aufgezeichnet sind. Das ist in dieser Konsequenz nicht ganz richtig. Die Speicherung in der Lipika hat einen besonderen Sinn für die sich entwickelnde Evolution des Mikrokosmos. Dafür findet eine qualitative Selektion statt, die den Magnetismus des aurischen Wesens bestimmt. Darüber werden insbesondere die sozialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten der neuen Inkarnation vorbestimmt. Nun werden die karmischen Vorprägungen in einem passenden Körper realisiert, der stofflich und ätherisch aus dem Blutserbe der Eltern konfektioniert wird. Dabei kommen zwei Gedächtnisinhalte im jungen Menschen zusammen, die nicht unbedingt vollkommen kompatibel miteinander sein müssen, je nach dem wie die anstehenden Aufgaben des neu inkarnierten Menschen für den Fortschritt in seiner Entwicklung aussehen.Vielfach zeigt sich eine solche Diskrepanz in der Pubertät. In diesen Jahren werden alle Erinnerungen aus der Astralis und Mentalis früherer Inkarnationen dem jungen Menschen geöffnet, und er oder sie muss diese intuitiven Impulse in der Realität des Körpers und der entstandenen elterlichen Umgebung ausbalancieren. Was in vielen gesellschaftlichen Zusammenhängen, wie allseits bekannt ist, durchaus nicht immer einfach ist. Bei alledem wird doch deutlich, dass das teilweise kuriose Lebensverhalten weder ein Verdienst noch eine Schuld der Persönlichkeit oder der Eltern ist. Nichts hat der Mensch aus sich selbst! Alle seine Reaktionen werden größtenteils aus den unbewussten Informationen seiner Lipika im aurischen Wesen und dem stofflichen Gedächtnis seines Erbgutes mitbestimmt.

Diese Inkarnationen übergreifende Gedächtnisstruktur hilft prinzipiell jedem Menschen, im eigenen Rhythmus bei der Entfaltung der höheren Astralis mitzuwirken. Es gibt eine zielgerichtete Selektion der Speicherung in der Lipika. Die dabei entstandenen Gedächtnispakete bestimmen das Leben in der kommenden Inkarnation auf zweifache Weise: Erstens entstehen bestimmte zwischenmenschliche Verbindungen sowohl positiver als auch negativer Art, die in dem anstehenden Leben möglichst aufgelöst werden müssen. Zweitens werden bereits angefangene Umsetzungen idealer astraler Begehren erneut zur Auflösung gestellt.
So klingen also verschiedene Spuren vergangener Leben in der Lipika. Das aktuelle EGO ist, ebenso wie die Person, zwar ein Produkt der aurischen Sphäre, jedoch keineswegs die körperliche Fortsetzung früherer Inkarnationen. Nach dem physischen Tod lösen sich auch alle zur ursprünglichen Person gehörenden unstofflichen Kraftsphären vollständig auf. Nur die ausgewählten Quintessenzen der subjektiven Erfahrungen werden den Gedächtnis-Strings in der Lipika hinzugefügt. Natürlich wird auch das im aktuellen Leben neu geschaffene Karma in bezug auf die Evolution dort gespeichert. Das Karma und das Blutserbe bilden zusammen die Grundstruktur der Realität in dieser Welt, die der Mensch für seinen Lebensauftrag nun konstruktiv und intelligent nutzen sollte. Tut er das nicht, aus welchen Gründen auch immer, werden entsprechend den Grundgesetzen der Speicherung seine Lebensergebnisse im Karma vervollständigt. Es ist dabei unbedingt zu bedenken, dass nach dem körperlichen Hinscheiden auch solche Lebenserfahrungen, die während der Zeit im Jenseits gemacht werden, während sich die Äther, die Astralis und die Anteile der Mentalis auflösen, aufgezeichnet werden. So kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass der Mensch von seiner Monade auch über das Karma unweigerlich zur Erfüllung seines Lebensauftrages geführt wird.

 

8.6 Kreativität
Wird ein Mensch vor eine völlig neue Aufgabe gestellt oder wird er im Beruf oder Hobby in einen kreativen Prozess gestellt, ganz gleich welcher Art, dann wird er – wenn wir diesen Vorgang geisteswissenschaftlich betrachten – zunächst all seine mikrokosmischen Gedächtnisvorräte unter den vorhandenen Absichten des angedachten Vorhabens nach möglichen Informationen für sein Projekt durchsuchen. Das kann der Kreative mit verschiedenen Modellen unterstützen. Die bekanntesten sind: Brainstorming mit Kollegen, stimulierende Musik, Lesen entsprechender Fachliteratur, Tiefen-Entspannung oder eine sportliche Betätigung. Auch durch eine freie Meditation, die das Denken aus den gewohnten Bahnen entführt, kann das Finden in verborgenen Winkeln der eigenen Gedächtnisse beschleunigt werden. Mit bestimmten Drogen zur Bewusstseinserweiterung, wie LSD o.ä., oder durch andere Stimulanzien (niemals Alkohol oder andere betäubende Mittel) kann der Mensch unter geeigneten Voraussetzungen die mit ihm resonanten Sphären in der Astralis und im Devachan «bereisen», um dort mit Ereignissen oder Informationskluster in Kontakt zu kommen, die mit seinem Projekt in Verbindung zu bringen sind. Es gibt auch spezielle Meditationsmethoden, die ganz gezielt einen Kontakt mit bestimmten Ebenen der unstofflichen Sphären ermöglichen. Dabei ist jedoch für jeden einsichtig, dass die erfassten Informationen nicht unbedingt echte Neuschöpfungen darstellen,
weil dort auch nur bereits entstandenen Abbilder gespeichert werden können. Mancher Künstler, Arzt oder Wissenschaftler, besonders die Genies, haben ihr Türchen zu ihrem schöpferischen Begleiter im Jenseits von Geburt an «geerbt». Jedoch alle Erfindungen und Copyright-geschützten Kreationen können nur Kopien vorhandener mentaler Gedächtnisinhalte aus dem allumfassenden Gedächtnis der Erde, der Akasha-Chronik, sein. Näheres dazu findet sich bei Rudolf Steiner, der ausführlich über die Entwicklung der Erde und ihre Akasha geschrieben hat.

Die im ersten Teil dargestellten Wahrnehmungsgesetze oder -Tendenzen können folgerichtig auch auf alles angewendet werden, was wir schlechthin Denken nennen. Sie sind für das mentale und emotionale Organisieren und Vereinfachen ebenso gültig, wie für das Kombinieren und Interpolieren der vielfältigen Entscheidungen im Leben und das Abfragen in den verschiedenen Gedächtnissen der mikrokosmischen Felder. Kreative Informationslinien, die zu einem wirklich erneuerten Handeln führen könnten, werden nur in gefahrvollen, bedrohlichen Situationen geschaffen oder wenn besonders hohe Ansprüche im Beruf oder Dasein gestellt werden. Je nach Befähigung und Reife des Mikrokosmos kann der Impuls aus der Monade über die Rose des Herzens zu erstaunlichen Visionen führen.

 

Die besondere Wahrnehmung in den transpersonalen Feldern

Es ist ein durchaus heikles Unterfangen, über die vielfältigen Visionen, Erfahrungen oder Impressionen aus den jenseitigen unstofflichen Gefilden unserer Erde zu berichten. Die bestehende Literatur darüber ist so umfangreich, dass sich der interessierte Leser dort über eine ausführliche Darstellung aller Perspektiven und Modelle informieren kann.

An dieser Stelle können nur ein paar orientierende Fakten aufgeführt werden. Grundsätzlich ist die Wahrnehmung in den unstofflichen Lebensfeldern davon abhängig, ob der Mensch in diesen Feldern aktiv bewusst sein kann, d.h. ob er oder sie die ätherischen bzw. astralen Sphären konkret sehen kann. Das kann an einer natürlichen Prägung von Geburt an liegen, wie es bei vielen hellsichtigen Menschen vorliegt oder durch Drogen oder eine andere Methode erworben werden. Dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen, wie z.B. das ätherisches Sehen erlebt wird oder die astralen Welten erfasst werden. Vielfach wird auch von einem sogenannten «kosmischen Bewusstsein» gesprochen, das auf eine besondere mentale Entwicklung im Atemfeld hinweist. Von verschiedenen religiösen oder esoterischen Gruppen wird berichtet, dass ihrer Mitglieder diesbezüglich besondere Befähigungen haben. Es wird in der esoterischen Literatur berichtet, dass man durch spezielle Meditationstechniken zum Hellsehen kommen kann. Einige Gruppierungen der Freimaurer, Theosophen, Anthroposophen oder ähnliche esoterische Gruppen bieten ihren Mitgliedern Kurse für außersinnliche Wahrnehmungen an. Selbst der historische Schamanismus erlebt eine moderne Renaissance. Ich kann hier keine vollständige Liste derartiger Vereine vorlegen, denn es entstehen fast täglich neue Denkmodelle und esoterische Gruppen.
Zu dem außersinnlichen Wahrnehmen oder Hellsehen zählt man auch das Hellhören, das Channeling und eine Reihe paranormaler Betätigungen, wie z.B. Gedankenlesen, Telekinese, Fernheilungen etc. Es existieren mittlerweile weltweit eine Reihe von Fakultäten, die sich mit dem Thema Grenzwissenschaften bzw. Parapsychologie oder Noetik befassen.

Jede Wahrnehmung in den unstofflichen Feldern des Jenseits hängt fundamental von dem Vibrationsschlüssel des schauenden Mikrokosmos ab.
Diese Grundschwingung im aurischen Wesen wird von einigen Besonderheiten sowohl des Mikrokosmos als auch der aktuellen Persönlichkeit – mit ihren Aufgaben für die Evolution – hervorgerufen. Der Mensch, eigentlich jeder Mensch, steht permanent in Resonanz zu dem ihn umgebenden Gesamtgeschehen in den jenseitigen Gebieten. Allein seine Resonanzfähigkeit entscheidet, was und wieviel er davon wahrnehmen kann. Die subjektive Ausrichtung und Aufmerksamkeit wird in vielen Fällen von Tabus und Verboten religiöser Institutionen bestimmt, sowie von dem Prinzip: «Was nicht wahr sein darf, kann nicht sein!» Alles das bestimmt auch, wie der Mensch die zu ihm kommenden Informationen decodieren kann. Das beginnt ja schon bei der Übertragung von Träumen in das Tagesbewusstsein. Viele kennen ihre Träume nicht, manche ignorieren diesen Vorgang der nächtlichen Aufarbeitung unbewusster Affekte, andere wieder richten sich bei der Deutung nach dem Rezeptbuch eines autorisierten Psychologen. Meistens wird beim Träumen einfach übersehen, dass jeder Traum eine Art Astralwanderung darstellt, die eine besondere Bedeutung für den Menschen hat. Wer sich den richtigen Zutritt zu den vermittelten Informationen verschafft, kann seine Bewusstseinsentfaltung erheblich beschleunigen. Hat der Mensch jedoch in seinem Gedächtnis nur seine irdische materielle Vorstellungswelt, kann er natürlich nicht wirklich träumen, geschweige denn bewusst methodisch eine Astralwanderung durchführen oder ätherisch Hellsehen. Für ihn bleibt dann dieses vielfach praktizierte Geschehen Märchen, Spökes und Hokuspokus. Leider ist diese letzte Einstellung in den westlich christlich orientierten Zivilisationen die oft vorherrschende Meinung.

Durch eine geisteswissenschaftliche Untersuchung dieser unstofflichen Lebensfelder wird bestätigt, dass in den ätherischen Feldern zahlreiche sehr unterschiedliche Wesen leben, die mit der Erhaltung der Natur befasst sind. Sie können von entsprechend hellsichtigen Menschen gesehen werden. Vielfach wird von ihnen in den Märchen berichtet. Zu diesem Thema über Engel, Elfen, Nymphen, Sylphen und Gnome gibt es heute eine ausreichende Fachliteratur, wobei allerdings die Engel-Mode zur Zeit im Vordergrund steht.

Wer in die Astralsphäre schauen kann, auch wenn es durch Traumtraining oder Drogen erzielt wurde, sollte sich im Vorfeld mit einem Führer abstimmen, um aus einem optimalen positiven Setting heraus zu starten. In der irdischen Astral-Sphäre manifestieren sich alle emotionalen Höhenflüge und Gefühlsausbrüche sowie alle erdenklichen Extreme der menschlichen Psyche, von höchster idealer Liebe bis zum tiefsten abscheulichen Hass. Allerdings bestimmen die Grundregeln der Resonanz – Gleiches zu Gleichem – welchen Erlebnisbereich der Mensch erfassen kann. Dabei ist immer mitbestimmend, dass die im gewachsenen Gedächtnis bereits gespeicherten Vorstellungen des irdischen Daseins das Wahrgenommene bestimmen. Alle angelernten Bilderwelten von einem Himmel, einer Hölle oder sonstiger Welten, von Gott und seinen Abgesandten Jesus oder Buddha, Krishna oder Shiva, die von den Religionen und dem New-Age verbreitet werden, bestimmen das Geschaute. Das Resonanzgeschehen wird in der subjektiven Modulation einer «Self-full-filling Prophetie» ablaufen, wobei vielfach der Wunsch «der Vater» nicht nur des Denkens, sondern des Geschauten ist. Es entfaltet sich in etwa analog der Möglichkeiten, die prinzipiell jeder Mensch in seinen Träumen erfahren kann. Diese werden ja ebenfalls in der Astralis erlebt. Es gibt Menschen, deren Erfahrungen in der Astralis so lebendig sind wie in einem Cinemaskope-Kinofilm, andere sehen nur schwarzweiß und hören keinen Ton. Die Art des Traumerlebens wird von der Grundeinstellung des Schauenden bestimmt, die ihm meistens selbst nicht bewusst ist. Die Fülle der sich abbildenden Erscheinungen, die in der astralen Welt als absolut real erlebt werden, ist so gigantisch, dass die Antwort der «Vier Stürme», die in der «Unendlichen Geschichte» von Michael Ende von Atreju befragt wurden: «Wusstest du nicht, dass Fantasialand grenzenlos ist?», die Situation eigentlich am Besten beschreibt. Jeder Wunschgedanke, jede Begierde, und mag sie noch so erschreckend sein, wird sich durch die ausgesendeten astralen Fluiden des Begehrenden im astralen Feld des Jenseits immer in einer Form manifestieren, die zur Entwicklung des Kandidaten beitragen kann. Alle Gruppengedächtnisse und karmischen Zusammenhänge spielen mit hinein. Wer bereits während seines Lebens völlig frei von aggressiven selbstsüchtigen Ansichten werden kann, wird mit der niederen Astralis kaum in Kontakt kommen.

Eine mögliche weitere Einsicht in die mentalen Regionen basiert auf der höheren Entwicklung der Mentalis. Das, was er dann schauen kann und welche Zonen sich ihm zeigen, hängt wiederum vom grundlegenden Vibrationsschlüssel des mental Reisenden ab. Vielleicht sind die Beschreibungen von R. Steiner über die sieben Felder des Devachan bekannt, die er bereits 1913 in einem Berliner Vortrag beschrieben hat. Ein bekanntes amerikanisches Medium, Jane Roberts, hat durch Channeling (automatisches Schreiben) die «Gespräche mit Seth» aufgezeichnet, einem jenseitigen Geist, der sich offenbar in den mentalen Gebieten gut auskannte. Über die drei höheren Aspekte des Devachan im interkosmischen Mentalfeld schreibt Sri Aurobindo in seinen Büchern. Darin werden einige Ansichten dieser hohen Mentalis beschrieben, die mit dem Erleben hoher Ideale einer Art himmlischen Erlebens einher gehen, wie z.B. Einheit, Seligkeit, Allwissen, Gottesverbundenheit u.a.. Die vibrationsmäßig noch höheren nirwanischen Sphären können von den aktuellen Menschen vorerst nicht erreicht werden, weil sie sich noch nicht in ihren Mikrokosmen zentriert haben. Ausgenommen davon sind nach meinen Kenntnissen der spirituellen Geschichte ganz besondere Inkarnationen aus den höheren Lebensfeldern des Sonnenkosmos wie Christus, Laotse und Buddha.

8.7 Das Resonanzgesetz
Es muss noch an dieser Stelle ein elementar wichtiges Gesetz des Alls erläutert werden, dass unzweifelhaft jede Wahrnehmung betrifft. Wer heute von «Gesetz» spricht, meint damit etwas Festgelegtes, Unabänderliches, meistens jedoch mit dem Hintergedanken: Es ist von irgend jemanden gesetzt, möglicherweise von einer eminent bedeutenden Autorität , der man unbedingt glauben muss, na ja, weil fast als sacro sanct gehandelt wird, darf man diesen Gesetzes-Text niemals in Zweifel ziehen. Das kommt vielfach in den abrahamitischen Religionen vor, die eine Reihe niedergelegter Gesetze im Alten Testament, in der Tora und auch im Koran haben. Derartige Gesetze sind die Angelegenheit von Menschen oder Gesellschaften, bei denen Macht ausgeübt werden muss.
Doch die Grundgesetze, die im ganzen All wirksam sind, entstanden mit der Schöpfung. Sie gehören zum Selbstschutz der Existenz im Universum. Eines wird in allen Kulturen gepriesen, es wird in tausend wunderschönen Liedern besungen, und doch können es nur wenige Weise wirklich erfassen: Gott ist die Liebe, die Liebe, die über allen Verstand geht. Alles was dieser Vibration noch nicht gleicht, wird so lange liebevoll in seinem Wirkungskreis aufrecht erhalten, bis es letztendlich doch die fundamentale Schwingung der Liebe aus sich heraus reproduzieren kann.

Auf eine einfache Formel gebracht heißt es: Gleiches zieht Gleiches an. Es kann am schönsten mit einer Stimmgabel ausprobiert werden. Stellen wir eine Stimmgabel, die auf den Kammerton A‘ abgestimmt ist, fest auf eine Tischplatte. Spielt nun ein Pianist auf seinem Klavier den Kammerton A‘, dann erklingt auch die Stimmgabel und überträgt diese Vibration direkt auf die Tischplatte. Dieses Modell mit dem Piano und der Stimmgabel symbolisiert die Art und Weise, wie das ganze All miteinander kommuniziert. Es kann konkret als die «kongruente Resonanz» bezeichnet werden.

Nicht der Schwingungskörper als solches ist wirklich entscheidend, obgleich nicht unbedeutend, denn er muss rein schwingen können, sondern die spezielle Vibrationsaffinität, der Vibrationsschlüssel. Sympathie heißt Mitleiden. Man kann auch Mitschwingen sagen. Dabei muss man ein wenig die Fakten der Wellentheorie im Auge behalten. Dort kann für jede Welle eine Grundschwingung bestimmt werden, die von verschiedenen Parametern abhängig ist, denn sie ist Schwingung in einem Kraftfeld, in dem vor allem der Pulsator die Grundfrequenz – Länge und Amplitute – bestimmt. Man könnte sie auch als Grundfarbe benennen oder als Grundton. Die Basisvibration hat Eigenschaften der Energie, Lichtfülle, Schnelligkeit und Intensität oder andere.
Diese Grundschwingung kann von einer anderen Vibration, z.B. einer Melodie, überlagert werden, wodurch die Basisschwingung nicht verändert wird. Ein plastisches Beispiel wären die Kräuselungen auf der Wasseroberfläche eines Sees. Die großen Wellen werden von der Strömung im See bestimmt, die kleineren Wellen bemustern die wogende Oberfläche durch die Böen des Windes. Diese Überlagerungen, in der Musik als Obertöne bekannt, können auf der Grundvibration mehrfach aufgesetzt sein. Dabei müssen sie allerdings immer den selben Vibrationsschlüssel wie die Basisschwingung haben. Das ist natürlich immer gewährleistet, wenn Basisvibration und Melodie zum gleichen Kraftfeld gehören und dort resonant integriert sind.

Eigentlich ist das Spiegelgesetz jedem Menschen bekannt. Aber gerade weil es so augenscheinlich zum täglichen Dasein gehört, wird es selbst in seiner lebensbedrohlichen Erscheinungsform meist übersehen. Es ist so selbstverständlich wie der Tag oder die Nacht, oder eben wie das Atmen. Niemand denkt im täglichen Einerlei darüber nach. Hin und wieder wird das Spiegelgesetz im Physikunterricht erwähnt, während sich der Lehrer über die optischen Phänomene ausbreitet. Aber sehr bald verschwindet das Gelernte wieder in der Versenkung der Selbstverständlichkeiten des normalen Daseins, denn es betrifft ja doch, wenn überhaupt, immer nur den Mitmenschen. Darum wird es zuweilen den Kindern als Erziehungsmaßnahme vorgehalten, und man sagt ihnen dann: «Wer einem anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!» oder «Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch hinaus!»

Wer kann schon einen Gegenstand oder einen Menschen so sehen, wie er wirklich ist! Er sieht immer nur eine Erscheinung der ihm zugewandten Seite, die aber keineswegs den vollständigen Gegenstand abbildet. Das ist die obligatorische Irreführung der notwendigen Vereinfachung in der Wahrnehmung, die auf das aktuelle Überleben in einer überaus gefährlichen Umwelt gerichtet ist. Die halbe Erscheinung, der erste Eindruck, genügt meistens, um den Gegenstand, den Menschen, zu identifizieren. Ihm wird die einseitige Ansicht, der erste Eindruck, sozusagen übergestülpt. Die im ersten Teil beschriebene Wahrnehmungsorganisation schildert eine ganze Reihe solcher Mechanismen. Die abgekürzte Information dient der schnelleren Verarbeitung für die Orientierung oder praktischste Gefahrenabwendung in der aktuellen Situation. Dabei geht es ja meistens ums reine Überleben. Das hat natürlich den einen oder anderen Nachteil, weil die Erscheinung durch gewisse Umweltsituationen so falsch sein kann, dass gerade dadurch lebensbedrohliche Täuschungen übersehen werden. Alles das, was der Mensch sinnesorganisch empirisch erfassen kann, ist letztlich nur die Widerspiegelung von Oberflächen der Gegenstände, die durch ihre Art und Beschaffenheit bestimmte Anteile des auf sie fallenden Lichtes absorbieren. Die Reflexionen, Rückstrahlungen der Lichtreste bestehen für das Sehen aus unterschiedlichen Frequenzen, die in den Rezeptoren der Retina im Augapfel chemische Reaktionen auslösen. Wissenschaftlich gesehen werden dann über diese Informationen mit Bedenken und Erkennen der Farben und Schattierungen, der Strukturen und Kanten, die Gegenstände identifiziert. Das ätherische Erfassen des Gegenstandes läuft dabei immer synchron ab, und schenkt dem sensitiven Betrachter vor seiner grobstofflichen Analyse auch eine Vorahnung oder sogar konkrete Erkenntnis des Gesehenen.

Die Menschen leben in einem Spiegelkabinett, könnte man sagen. In Indien ist der Begriff «Maya» für alles materielle Geschehen ganz normal. Alle Bewegungen in den Kraftfeldern des Mikrokosmos und alle Kommunikation mit den energetischen Sphären des Kosmos ist nach den Spiegelgesetz oder Resonanzgesetz organisiert, ganz gleich ob mit der materiellen Wahrnehmung oder mit der ätherischen, astralen und mentalen «Schau». Immer und überall gilt: «So wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch heraus!» Darum gibt es auch den weisen Ratschlag: «Was Du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem anderen zu!» Da aber der Mensch, wie jeder bei sich selbst und in der Welt erfährt, diesen Rat keineswegs ununterbrochen befolgen kann, gibt es wohl eine starke Behinderung dafür, und viele internationale Katastrophen beweisen es.

 

8.8 Ausblick auf künftige Wahrnehmungsarten

Die weitverbreitete These, der Mensch ist aus einem göttlichen Lebensfeld herausgefallen, oder er wurde wegen seiner Sünde aus dem Paradies verstoßen, verliert angesichts der grundsätzlichen interkosmischen Evolution aller Kosmen und Mikrokosmen ihre Bedeutung. Niemand hat eine Ursünde oder Grundschuld zu tragen. Jeder Erdenbürger, ja, die ganze Natur mit Fauna und Flora, befindet sich aktuell in einer besonders wichtigen Phase der fortlaufenden Evolution, die von jedem Beteiligten besondere Mitwirkung erfordert. In der europamerikanischen Kultur stände die Befreiung von der materiell orientierten Selbsterhaltungsangst im Vordergrund.
Allgemein wäre eine Harmonisierung der femininen und maskulinen Aspekte im menschlichen Dasein unbedingt notwendig, nicht nur im äußerlichen gesellschaftlichen Miteinander, sondern diese polaren Aspekte sollten vor allem innerhalb eines jeden Mikrokosmos ebenbürtig zusammenarbeiten. Die traditionellen Bindungen an die niedere Astralis – sowohl im mikrokosmischen Inneren als auch mit den kosmischen Kräften im Jenseits – müssen prozessmäßig neutralisiert werden, zugunsten einer Weiterentwicklung der höheren Astralis. Eigentlich ist der Mikrokosmos bereits hervorragend für die Erfassung seiner Zusammenhänge innerhalb der irdischen Entwicklungen ausgestattet. Jedoch muss sich der Mensch seiner gesamten Existenz – auch in den transpersonalen Sphären – wirklich bewusst werden. Das bedeutet vor allem, er muss sich von seiner Fixierung auf die Selbsterhaltung und komfortablen Lebenshaltung in der Materie trennen, damit er zur Erkenntnis der weiteren unstofflichen Kraftfelder seines Wesens durchdringen kann. Erst dann wird der Mensch die ihm von der Monade in der interkosmischen Evolution gestellten Aufgaben im ganzen Umfange erfassen, bewerten und verwirklichen können.

Dafür wurde der Mensch mit seinem aurischen Wesen von der Monade mit dem Planeten Erde verbunden. Nun gilt es, im Rahmen einer einigermaßen freiheitlichen Gesellschaft unter einem sozialen und finanziellen Gleichgewicht, möglichst viele zwischenmenschliche Erfahrungen auszuwerten, und die noch vorhandenen karmischen Bindungen der niederen Astralis und Mentalis aufzulösen.
Entscheidend für ein höheres bzw. erweitertes Denkvermögen ist zuerst die Entwicklung der höheren Astralebenen. Darum haben die Weisen aller Zeiten an den Anfang eines sogenannten spirituellen Weges stets die Begierdelosigkeit gestellt, damit die niedere Astralis zur Ruhe kommen kann. Das wurde als Basis für jede weitere Entfaltung wohl erkannt. Dabei ist leider übersehen worden, dass die Abtötung der niederen Astralis eine Illusion ist und keineswegs das Wachstum der höheren Ansichten des Astralfeldes einschließt. Tatbestand ist allerdings: Solange der Mensch die Basis seines Lebens ausschließlich in den Sphären der niederen Astralis sucht, und dort in allen Bedürfnissen und Begehren Erfüllung findet, wird sich kein neues Begehren einstellen und kein höheres Empfinden oder Bedenken offenbaren können. Wofür sollte er die höheren Begehren denn gebrauchen wollen? Jedoch nur das persönliche intensive Bestreben nach den höheren Denkmöglichkeiten dynamisiert das Wachstum dieser unstofflichen Felder.

Die moderne Esoterik erklärt uns, dass Monaden (Begriff von G. Bruno und G.W. Leibniz), als lebendige Geschöpfe vom Anbeginn in höheren Kraftfeldern wesen. Diese drängen ihre Kinder, Kosmen und Mikrokosmen über den Berührungspunkt im Zentrum aller Kraftsphären ohne Unterlass zur Vervollkommnung. So wird im irdischen Lebensfeld und in jedem Wesen dieses Kosmos ein Begehren nach der Evolution entstehen und bekräftigt. Mit dem Erwachsen-Werden ihrer noch unvollendeten Felder wird sich eine völlig andere, bislang unvorstellbare Wahrnehmung oder Erfassung der Welt einstellen, eine total überwältigende Kommunikation bis in unendliche Zeiten.

Der wesentliche Fortschritt bei der zur Zeit anstehenden Stufe der mikrokosmischen und kosmischen Evolution ist, dass die Wahrnehmung des eigenen Wesens sowie die Erkenntnis über den Kosmos auf eine völlig – sagen wir – transparente Stufe gehoben wird. Dafür ist die Weiterentwicklung der unstofflichen Felder im Mikrokosmos erforderlich, die von einer dorthin gerichteten Aufmerksamkeit und einer förderlichen Lebenshaltung unterstützt werden kann. Hierzu gehören vor allem eine natürliche Ernährung, bei der alle Lebensmittel, Medikamente oder Drogen vermieden werden, die die Wahrnehmungsfähigkeit einschränken oder verzerren. Ein Mensch sollte – am Besten mit einer Gruppe – in ein harmonisches Wechselspiel von Aktivität und Entspannung eintauchen, bei dem immer viel Raum und Zeit in einem angenehmen Ambiente für spirituelle Besinnung bleibt. Im aktuellen Zeitraum ist die Erhöhung der Astralis das vordringlichste Geschehen, das sich allerdings nur dann im Mikrokosmos vollziehen kann, wenn der Mensch in sich die weiblichen und männlichen Aspekte seines Wesens in Einklang bringen konnte. Für jede weitere Entfaltung der Mentalis ist eine innerlich gewünschte Dienstbarkeit für die interkosmische Entwicklung zwingend notwendig, die sich aus einem starken eigenen Sehnen entwickelt. Wenn sich dann prozessmäßig die drei höheren Aspekte der Mentalis entfaltet haben, kann er ungeschminkt alle Vorgänge in den vier Kraftsphären – Mentalis, Astralis, Äther und Materie – erfassen und mit den in diesen Lebensfeldern für den Kosmos wirkenden Wesen kooperieren. Dabei erkennt der Mensch nicht nur die fundamentalen Grundgesetze seines Denkens und Fühlens, sondern auch das planvolle zielgerichtete Zusammenspiel aller in diesen Gebieten. Vor allem die vollständigen Einblicke in die Mentalis und Astralis erhellen umfassend das Wahr-Nehmen und Bedenken des Menschen. Da er dann sozusagen «zuschauen kann», wie sich mit Gedanken und ausgesprochenen Sätzen die mental-astralen Holokumulus auch im Atemfeld anderer Menschen einnisten, und wie sie sich gleichzeitig in das Jenseits reflektieren und sich dort mit bereits vorhandenen Gedankenkluster verbinden, kann sich ein mental erwachter Mensch in dieser Hinsicht effektiv kontrollieren. Durch ein intelligent bedachtes Gedankenleben und ein wohlwollendes Sprechen wird er vielen negativen Reaktionen vorbeugen. Das vielfach schon heute verbreitete «positive» Denken und Fühlen wird in dieser Entwicklungsphase zu einer Selbstverständlichkeit. Jede psychologische Manipulation oder Verirrung bleiben ausgeschlossen. Der erwachte Mensch wird sich für den monadischen Einfluss weit öffnen, der in ihm eine weite Selbsterkenntnis und stabile Autonomie schenkte. Jetzt erfährt der Mensch im Gesamtplan der kosmischen Entwicklungen den essentiellen spirituellen Sinn des Lebens.


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Neues Weltbild


Felddenken – ein total neues Weltbild

Zur Einleitung einige Gedanken von Giordano Bruno aus dem 16. Jahrhundert: In seinem Kosmos, wie er sich ihn dachte, kreisen zahllose Sterne und Weltkugeln, Sonnen und Erden. Von diesen Gestirnen ist keines in der Mitte. Denn sein Universum ist nach allen Seiten hin gleich unermesslich. Es gibt viel mehr Sonnen und ebenso viele Mittelpunkte, als es Welten gibt. Alle Gestirne sind Individuen, Kolossalorganismen und im Verhältnis zu noch größeren Weltindividuen wiederum nur Teile und Organe. Alle diese Riesenkörper sind aus den gleichen Kräften bzw. Elementen aufgebaut. „Wer meint, es gebe nicht mehr Planeten, als wir kennen, ist ungefähr ebenso unvernünftig wie einer, der glaubt, es flögen nicht mehr Vögel durch die Luft, als er soeben aus seinem kleinen Fenster beobachtet hat.“ – „Nur ein ganz Törichter kann die Ansicht haben, im unendlichen Raum, auf den zahllosen Riesenwelten, von denen gewiss die meisten mit einem besseren Los begabt sind als die Erde, gäbe es nichts anders als das Licht, das wir auf ihnen wahrnehmen. Es ist geradezu albern, anzunehmen, es gäbe keine anderen Lebewesen, keine anderen Denkvermögen, keine anderen Sinne als die uns bekannten.“ Immer wieder bekommen wir von Gelehrten, das heißt: studierten Menschen, die nur die eine Seite irgendeiner Wirklichkeit erblickt haben, die Versicherung zu hören, der Mond sei eine „tote Erde“, die Sonne sei nur dazu da, um Licht und Wärme zu spenden, aber Leben sei auf ihr unmöglich. Aber dies und dergleichen ist anthropomorphisches Geschwätz hochmütiger und engstirniger Stubenmenschen.
„Es ist ganz und gar ausgeschlossen, dass es eine Erde gibt, die tot ist: das würde ihrem Begriff völlig widersprechen. Erde heißt Leben und Heimat von Leben; wie kann so etwas jemals tot sein? Und die Sonne: wie könnte sie so viel Leben auf so vielen Planeten schaffen, erhalten, steigern, erneuern, wenn sie nicht selbst ein unerschöpflicher Lebensherd wäre? Oder sollte sie wirklich ihre ungeheuren schöpferischen Energien nur für ihre Trabanten aufbrauchen, für sich aber gar nichts davon verwenden? – Lässt sich im Ernst daran zweifeln, dass die Mission aller gottgeschaffenen Wesen, sich vollkommen zu vergeistigen, nicht schon auf vielen Weltkörpern erreicht ist?“

Leben hat die Tendenz, sich immer zu verbreiten, zu erhöhen, zu vervielfältigen. G. Bruno ist für seine Weltanschauung von der katholischen Kirche hingerichtet worden, weil er trotz Folter nicht widerrufen hat. Das kennzeichnet die „christliche Liebe der Kirche“ zu dokumentarisch. Dieser mittelalterliche Philosoph und Astrologe hat das Wesen des universellen Lebens geschaut, auch wenn für seine Zeit die Wirklichkeit der elektromagnetischen Felder noch nicht zum Standardrepertoire der Universitäten gehörte. Aber es war ihm das Wesen Leben, das bewusste Leben als Ursprung aller Geschöpfe in seinen unermesslichen Kosmen durchaus bekannt. Er musste alle engstirnige Dogmatik der Kirche ablehnen und sich zu seinem im eigenen Herzen Erschauten bekennen.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu.  Vielen Dank.


Heute ist es wenig schwierig, den Menschen etwas über die Radiowellen – elektromagnetische Vibrationen – zu erklären, weil sie zum täglichen Miteinander gehören. Die Smartphones, die Radios, Fernseher, GPS, Bluetooth und andere Funkwellenproduzenten ermöglichen heute die vielseitige geschäftliche und private Kommunikation, inklusive dem Elektrosmog, über den vielfach spekuliert wird. So kann in der aktuellen Zeit die Feststellung, dass das Leben der Menschen in all seinen Auf- und Niedergängen allein aus den kosmischen Lichtkräften zu erklären ist, die sich jeden Moment um ihn bemühen, niemanden wirklich erschüttern. Es sei denn, er ist immer noch in den mittelalterlichen Dogmen und ihrer aristo-telischen Weltsicht des Augustinus gefangen. Dennoch kann ohne Frage gesagt werden, dass die Lebensschwierigkeiten des Menschen nicht in erster Linie aus seinem physischen oder psychischen Verhältnis zu seinen Mitmenschen entstehen, zur Gesellschaft oder zum Leben im Allgemeinen. Vielmehr sind sie ausschließlich die Folge von Einflüssen, die eine bestimmte Gruppe elektro-magnetischer Strahlungen, Strömungen und Felder auf ihn ausüben. Daraus sind seine Situationen, Konflikte und Abenteuer zu erklären. Des Menschen Lebenslauf ist auch darum so komplex geworden, weil in früheren Inkarnationen seines Mikrokosmos besondere Lektionen des astralen Lebens gelernt werden mussten, die zunehmend von einem moralischen und ethischen Bedenken korrigiert wurden. Aus der aktuellen Weltsituation kann man lesen, dass diese inneren Lernabschnitte für viele Menschen keineswegs schon abgelaufen sind.

Der Mensch steht zur Zeit an einem bestimmten Punkt seiner Entwicklung; im Laufe der Aquariusperiode sollte er über die niederen Ansichten seines Wesens, die des Ätherfeldes, der Astralis und der Mentalis, im kosmischen Dasein hinaus wachsen, damit sich die höheren Felder in seinem Mikrokosmos stabilisieren und zentral mit ihm verbinden können. Bedauerlicherweise ist bei aller Entfaltung von Pädagogik und Berufsvor-bereitung der Jugend durch Lehre oder Studium der Denkansatz aus der Schöpfungsgeschichte in der Genesis verloren gegangen, dass der Mensch sich „die Welt untertan machen“ solle. Dieser biblische Auftrag wird von den egoistischen Kapitalisten völlig anders interpretiert als er ursprünglich beabsichtigt war. Sie verstanden diese heilige Aufforderung der Genesis nämlich als eine Anweisung, die Natur und ihre Schätze für private Bereicherung möglichst umfassend auszubeuten, so weit sich dafür technische Möglichkeiten und bereitwillige Arbeitssklaven finden lassen. Es wurden dann auch alle die Menschen, die für die Erschließung aller in der Natur auffindbaren Ressour-cen arbeiten, selbst ausgebeutet, da sie ohnehin keine Chance zu einem lebenswerten Dasein haben. Es ist für die herrschenden Kasten abso-lut kein Problem, diese Arbeiter – natürlich nach Gottes Willen – in eine der untersten Kasten einzustufen. Damit die geschundenen Hilfskräfte auch fest daran glauben, dass sie für ihr eigenes Schicksal selbst verantwortlich waren, wurde z.B. von den Brahmanen und Priestern schnell noch das Karmagesetz mit entsprechenden Regeln ausgestattet.

Jedoch kann sich niemand die Welt untertan machen, wenn er sie nicht wirklich umfassend kennt, wenn er sich selbst nicht als verantwort-licher Mitwirkender in allen Sphären der Welt begreifen kann. Das gehört natürlich auch zu der Aussage Jesu, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen kann, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Um sich die Welt, soweit ersichtlich, untertan machen zu können, ist einerseits die Kenntnis aller Felder, die den Kosmos beleben, absolut notwendig, und zweitens das Wissen, dass alle Wesen des Kosmos Erde gemeinsam und voneinander abhängig in einer gewaltigen Evolution stehen. Jede Gruppe von Wesen, die Tiere, die Pflanzen, die Menschen, beleben ein gemeinsames Gruppenwesen, das nach Familien, Rassen und anderen Untergruppen gegliedert ist. Alle diese Gruppen können letztlich nur zusammen die einzelnen Evolutionsschritte bewältigen. Bei diesen großen Zyklen wird es natürlich auch Rückbildungen für die Wesen geben müssen, die den anstehenden Entwicklungsschritt partout noch nicht machen können. Auch wenn Darwin zu seiner Zeit nicht alle Feinheiten dieser Entwick-lungszyklen erforschen konnte, so hat er doch die Menschheit mit seiner Abstammungslehre vor die große Allegorie ihres Daseins gestellt.

Alle Tiere und Pflanzen der Erde sind selbst aktiver Teil einer kosmischen Evolution, und der Mensch gehört eindeutig mit den Primaten zu den höheren Säugetieren. Das bedeutet, der Mensch ist absolut mitverantwortlich in diesen Entwicklungsprozess einbezogen, ebenso wie alle Fauna und Flora, sowie alle Entitäten, Engel und Wesen des Jenseits. Das sollte im Ausbildungplan der jungen Menschen in Schulen und Universitäten niemals vergessen werden. Die Eltern haben diese Mitverantwortung im Allgeschehen ihren Kindern im täglichen Zusammensein mitzuteilen und vorzuleben. Dieser Auftrag zur vollständigen Kenntnis des Menschen und der Erde geht eindeutig an dem unter der Anleitung zahlreicher Priester, Gurus, Mullahs etc. weit verbreiteten Bemühen vorbei, sich aus dem sogenannten Tränental, dem Rad von Geburt und Tod, durch eine „Heiligung“ ganz gleich welcher Art, zu entfernen. Weder die Pilgerreise nach Mekka noch die zur Kumbh Mela oder zum Keilasch können den Menschen von seiner wirklichen Aufgabe befreien. Keineswegs helfen die zahlreichen Opfer in Tempeln, Stupas oder Kathedralen. Was soll eine Entität aus Bewusstsein, Weisheit und Liebe mit Knallkörpern (China), Lammfleisch (Mekka) oder Alkohol und Zigaretten (Südamerika) und so weiter anfangen. Das ist doch eine völlig kleinkarierte Kindergartenvorstellung von einem „Gott“. Jene, die solche Opfer annehmen und noch dafür Erfolg und Fruchtbarkeit versprechen, können doch nur Götzen sein, die aus dem Jenseits die Menschen ganz grausam ausbeuten. Die für die Erfüllung des Auftrages erforderlichen Informationen werden den Menschen, wenn nicht bereits im Jenseits nach seinem Ableben, dann spätestens in der nachfolgenden Inkarnation erreichen. Die permanente Ausbeutung von Natur und Mensch läuft in der Perspektive der kosmischen Reso-nanz unter Diebstahl, und zum Teil auch unter Mord. Zwei elementare Gesetze aus den zehn Geboten werden unbewusst gebrochen, und die handelnden Menschen wähnen sich kraft ihrer irdisch benannten Kaste im Recht. Doch die kosmischen Gesetze sind nicht von Menschen gemacht, sie wickeln alle Ungerechtigkeiten völlig unpersönlich und vollkommen neutral ab. In Ägypten kannte man dafür die Wägung des Herzens gegen eine Feder der Göttin Maat unter Aufsicht des ibisköpfigen Thot und Horus mit dem Falkenkopf.

Dem europamerikanischen Menschen wird in seiner selbstbewussten Art der jüdisch-christlichen Erziehung wohl kaum zu Bewusstsein kommen, dass diverse Aussagen in der Bibel nicht nur dogmatische Gebote sind, bei denen sie sich vielleicht entscheiden können, ob sie diese nun befolgen wollen oder nicht. Nein, in der Genesis sind einige kosmische Gesetze niedergelegt, die vom Menschen unbedingt befolgt werden müssen. Sonst werden die ausgleichenden Kräfte der Nemesis wirksam, oft noch in diesem Leben, häufig erst nach dem stofflichen Tod im Jenseits. Meist forscht der Mensch dann mit allen Mitteln in seinem sogenannten Unglück nach einer materiellen Ursache in seiner Umwelt und vielfach auch bei anderen Menschen. Obgleich es einfach nur sein Schicksal war, das ihm geschickte Heil, an dem er genesen könnte.

Die angestrebte Evolution aller kosmischen Wesen vollzieht sich unerbittlich unter dem Einfluss der zodiakalen Kräfte und Wirksamkeiten im Sonnenkosmos. Eine gewisse Erschwernis ist dadurch gegeben, dass der bevorstehende Schritt in der kosmischen Entwicklung der aktiven Mithilfe von vielen immer klarer erkennenden Menschen bedarf, die sich in der Erwartung eines höheren Denkens ernsthaft darum bemühen, die rein materiell orientierten Aktivitäten und Begehren für den Überlebenstrieb im irdischen Lebensfeld deutlich zu verringern.

Wenn Jesus sagt: „Mein Volk geht verloren, weil es keine Kenntnis hat!“ dann ist erstens keineswegs das Volk Israel oder das der Juden gemeint, sondern alle Menschen, die sich bereits in seiner, Jesu Nachfolge befinden. Das soll heißen, die mikrokosmischen Entwicklung zu einem höheren Denken hat bereits eingesetzt. Jesus Christus war ein vollendeter Mikrokosmos mit vollständigen sieben zentrierten Kraftfeldern. Das kann sich heute kaum ein Mensch richtig vergegenwärtigen, was das für das Wesen und den Kosmos bedeutet. Ein Großteil der Wunder Jesus‘ sind leicht allein aus dieser mikrokosmischen Wirklichkeit zu erklären. Zweitens wird in dieser Aussage Jesus die Kenntnis aller okkulten Kraftfelder und ihre Bedeutung für den Kosmos Erde und aller auf ihr lebenden Wesen und Menschen in der bevorstehenden Evolution gemeint. Das kommende Weltgeschehen wird sich nicht in einer Erweiterung der bestehenden materiellen Bereicherung ergießen, sondern alle Wesenheiten werden auf ein höheres Erkennen und Erfassen ihres gesamten Daseins gehoben, mit allen damit verbundenen Verantwortlichkeiten. Darum erfolgt auch die Warnung, dass man nicht dem Mammon dienen solle. Wer also bereits heute ganz aktuell sich selbst in diesen Prozess einbringen will, sollte genauestens wissen, in welchen Kraftfeldern die menschlichen Mikrokosmen in dieser Zeit wirken bzw. wie sie von diesen gelebt werden. Das exakte Wissen, welche Ansichten oder Kraftfeldstufen im eigenen Mikrokosmos bislang noch zur Vollendung fehlen, ist für den ernsthaften Mitarbeiter in der Evolution zu einem höheren Bewusstsein ebenso notwendig, wie das Atmen. Also geht es bei der Aussage von Jesus keineswegs um eine Art Himmelreise, sondern um eigene Kenntnis des kosmischen und des persönlichen Lebenszieles, eingebettet in die weitere Entwicklung des ganzen Universums. Diese Perspektiven erschließen sich dem höheren Denken wie selbstverständlich und bedürfen keiner weiteren Autorisierung durch einen kirchlichen Heiligen oder eines anerkannten sachverständigen Professors der Theologie, eines indischen Mahatma oder islamischen Ayatollah.

Es gibt eine über Jahrhunderte autorisierte Behauptung, die zu einen höchst bedenklichen Widerstand gegen die Evolution der Menschheit geführt hat. Seit Aristoteles wird gesagt, dass der Mensch die Natur nur mit sinnesorganisch erfahrbaren Fakten wirklich erforschen und erkennen kann. Das hat bedauerlicherweise zu einer fatalen „Kristallisation“ – vor allem der in der westlichen Kultur anerkannten Wissenschaften – geführt. Nun untersuchen viele intelligente Menschen weltweit mit aller Raffinesse und mit ungeheuerem technischen Equippment sowie gigantischem finanziellem Aufwand die materiellen Bausteine der irdischen Natur. Dabei behaupten sie ernsthaft in allen Medien, durch die Analyse der Materie bis in die kleinsten Bausteine, und durch die Erforschung weiter Fernen im Weltenraum könnten sie die Ursache allen Lebens finden. Weil es einmal so definiert wurde, und Aristoteles war eine große Autorität, und weil andere Koryphäen wie Bacon und nachfolgende Philosophen in das gleiche Horn bliesen, blieb die elementar wichtigste Hälfte der Welt unerforscht, wo das Leben als solches hätte gefunden werden können. Wenn man – ungeachtet aller internationalen Zensuren sich – das Ergebnis der wissenschaftlichen Forschungen einmal anschaut, dann muss man einsehen, dass vor allem gefunden wurden: Kriegsmaschinen, Überwachungsinstrumente und Produkte für die Konsumenten, die auch ohne diese sehr glücklich leben könnten. Obwohl heute reichlich moderne Philosophen, Theosophen, Anthroposophen, amerikanische Esoteriker, Psychologen und andere Wissenschaftler immer wieder darauf aufmerksam gemacht haben, dass man das Leben selbst nur in den unstofflichen Sphären des Daseins erforschen kann, wurden stets erneut Forschungsgelder bereit gestellt, damit in Universitäten neue Techniken entwickelt werden konnten, die zur Bereicherung der ohnehin Reichen nützlich sind. Um das Leben und seinen Urgrund zu erkennen, bedarf es einzig und allein der individuellen Befähigung, die Realitäten der unstofflichen Lebensfelder im Kosmos und Mikrokosmos sehen zu können, diese in allen Wesen existenten Wirkmechanismen zu akzeptieren und ihnen entsprechend zu leben. Ergo: Bewusstsein ist gleich Erkenntnis ist gleich Lebenshaltung.

In den folgenden Beschreibungen bemühen wir uns, diese bisherigen Erkenntnisse über die unstofflichen Welten verständlich zusammen zu stellen. Bei diesen Versuchen, auch bei den Bemühungen anderer Autoren, ist eine prinzipielle Problematik der Kommunikation in der modernen Menschheit deutlich geworden, die sich darum jetzt erst einmal vor die weiteren Darstellungen schiebt.


Wird ein wirklich neues Wissensgebiet vor das Erkennen des Menschen gestellt, dann kann der Mensch nur mit dem Bildervorrat bzw. sinnhaften Vorstellungen seines Gedächtnispotentials resonant auf die neu vorgestellten Bilder bzw. Gedanken reagieren. Kann trotz bestem Bemühen keine Resonanz zwischen dem Leser/Hörer und dem Autor/Sprecher entstehen, zwischen dem aufgenommenen Sinn und einigen bereits gespeicherten Inhalten, dann kann der neu hinzu gekommene Sinninhalt überhaupt nicht verstanden werden. Für den aufmerksamen Leser wäre es dann, als spräche der Autor in einer ihm fremden Sprache. Nun, dieses Problem ist nicht nur eine Frage der Sprache, denn auch eine gutbürgerliche Hausfrau mit mittlerer Schulbildung wird wohl kaum den Abhandlungen eines Kernphysikers folgen können, auch wenn diese in ihrer Muttersprache dargeboten werden.
Noch kritischer wird die Situation, wenn der Autor seine neuen Erkenntnisse aus einem Lebensbereich geschöpft hat, der in der Zivilisation seit vielen Jahrzehnten tabuisiert und mit unzähligen Dogmen zugepflastert wurde. Der Leser wird die Aussagen des jungen Autors direkt mit der gedanklichen Inquisition verfolgen, die ihn das Establishment der Pädagogik bereits beigebracht hat. So wird er wenig oder nichts verstehen, auch wenn durch diese Gedanken gerade jene Menschen von ihren mit Dogmen zugemauerten Gefängnisse befreit werden sollten. Wo auch immer der Leser jetzt steht, sollte jeder bei sich selbst erkennen. Ein wenig Aufklärung der tatsächlichen Abläufe kann niemals schaden. Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die der Menschheit völlig neue Ausblicke auf ihre zukünftige Entwicklung ermöglichten. Wer die Augen und Ohren für neue Einsichten in die künftige menschliche Entwicklung öffnen will, kann beruhigt weiterlesen.

Also erklären wir zunächst die grundlegenden Strukturen der unstofflichen Kraftfelder, die des Universums und aller Kosmen darin sowie aller Wesen und Menschen in ihnen, auch der sogenannt metaphysischen. Man kann sie durchaus analog dem physikalischen Lichtspektrum, inklusive der Radiowellen, als elektro-magnetische Kraftfelder ansehen, auch wenn sie in den verschiedenen kosmischen Bereichen viel höhere Energien transportieren als der wissenschaftlich erforschte Bereich des Spektrums, und sie wirken auch in vielen unbekannten Arten und Weisen. Bei dem Begriff „Licht“ wird in diesem Zusammenhang das ganze Spektrum der physikalischen elektromagnetischen Strahlung gemeint, nicht nur der Frequenzausschnitt des sichtbaren Lichtes. Der Kosmos lebt in insgesamt sieben Kraftfeldern, wenn man das grobstoffliche Feld – vorübergehend – noch dazu rechnet. Also ist die uns bekannte Materie die niedrigste Energiestufe, was schon Louis de Broglie 1948 in seiner wissenschaftlichen Untersuchung „Licht und Materie“ bestätigte. Als nächstes Kraftfeld folgt der Äther, dann die Astralis, dann die Mentalis, darüber liegen noch die drei sogenannten nirvanischen Kraftfelder. Sie werden so von Annie Besant in ihrem Buch „Eine Uralte Weisheit“ genannt, was sie wohl aus den buddhistischen Kosmologien entnommen hat, die von der Theosophie in die europäischen Sprachen übertragen wurden. Diese drei höheren Kraftfelder haben in der esoterischen Literatur noch keinen verbindlichen Namen erhalten, ausgenommen unübersetzte indische Begriffe, die über Mme. H.P. Blavatsky mit der Übertragung der Stanzen des Dzyan zu uns gekommen sind.

Diese sieben universellen Kraftfelder haben jeweils sieben Unterteilungen, sieben verschiedene Ansichten mit jeweils zugeordneten Aufgaben. Dabei muss man sich immer ganz klar vor Augen halten, dass es in diesen Sphären keine wirkliche Abgrenzung gibt wie in der Materie mit ihren Gegenständen. Trotz der Unterschiedenheit stehen die Felder immer in einer intensiven Zusammenarbeit. Im Mikrokosmos sind alle Kraftfelder um einen zentralen Punkt konzentriert angeordnet, und zwar dem Mittelpunkt des aurischen Wesens. Er liegt in etwa im Herzen des Menschen. Diese Felder sind über die sieben mal sieben Chakren miteinander verbunden. Die Chakrenlehre kommt aus der indischen Philosophie, und diese besagt, dass die sieben Hauptchakren entlang der Mittelachse des Körpers angeordnet sind. Zu diesem Thema gibt es bereits recht ausführliche Literatur, wobei einige Ansichten durchaus kontrovers diskutiert werden. Wesentlich ist, dass die Kraftfelder beständig miteinander kommunizieren, sich stetig informieren und Kräfte austauschen, genauso wie beim Vorgang des Ein- und Ausatmens.

Für den geschulten Seher in die geistigen Welten wird deutlich, dass die Mikrokosmen der westeuropäischen Zivilisationen bereits bis zu einem bestimmten Entwicklungsstand fortgeschritten sind. Einige weltbekannte Esoteriker sprechen in ihren Publikationen schon seit Jahren davon, dass die Zeit gekommen ist, in der ein regelrechter Mutationssprung bevorsteht. Das soll heißen, dass viele Mikrokosmen der kommenden Zeit in ihrer mikrokosmischen Entwicklung weiter fortgeschritten sein werden. Die stoffliche Seite scheint ihrer Ansicht nach wohl den Tiefpunkt der Kristallisation durchschritten zu haben und tritt jetzt wieder in eine Phase der Entstofflichung ein. Als Beispiel dafür wird unter anderem die zunehmende Radioaktivität erwähnt. Das hieße, für die Menschheit steht eine Evolution in eine total andere Lebensform bevor, die von den weiter fortgeschrittenen Mikrokosmen dann realisiert wird. Die kosmischen Zuflüsse aus den weiten Räumen des Universums treiben die Welt in diese großartige Veränderung. Damit dieses Geschehen einigermaßen verstanden werden kann, soll die derzeitige Situation der Kraftsphären im Mikrokosmos dargestellt werden: Der grobe Stoffkörper ist in sieben Ansichten vollendet. Das Ätherfeld hat zumindest fünf bis sechs seiner Aspekte zentralisieren können, und die Astralis verfügt wohl über die drei bis vier unteren Ansichten. Bei der Mentalis sind die Differenzen in der Entwicklung noch etwas größer, selbst in der europäischen Kultur. Einige Autoren sprechen sogar nur von einem Ansatz, einem Impuls ähnlich einem Funken, zu einem Denkvermögen. Andere Philosophen sprechen in ihren Büchern durchaus über menschliche Bestrebungen, die sich nur unter Bedingungen entfalten können, wenn die Mikrokosmen bereits drei oder sogar vier Ansichten des Mentalvermögens zentralisiert haben.

Diese so bestehenden heutigen Aspekte der unteren Ebenen im Kraftgefüge der Mikrokosmen können den Menschen nur mit seinem auf Selbsterhaltung ausgerichteten Egoismus und seiner persönlichen Entfaltung verbinden, mit den bekannten Auswüchsen wie Anhäufung von Reichtum, Macht, Wissensdurst, Ruhm, Ehre. Ja selbst alle kulturellen und humanitären Bestrebungen gründen im niederen Astralen und werden von den unteren Mentalvermögen erwogen, geplant und für Ruhm und Ehre für den persönlichen Vorteil durchgeführt. Ein Grundproblem dieser niederen Kraftentfaltung ist das irdische Gesetz der Polarität. Alles Gute schlägt stets um in sein Gegenteil, das Böse, wie es am besten Zarathustra in dem Avesta dargestellt hat. Es ist wahrhaftig eine schier unlösbare Aufgabe, die in dieser mikrokosmischen Entwicklungstufe lebenden Menschen anzuleiten, aus den höheren Idealen einer angenommenen „göttlichen Dimension“ zu leben. Der heutige Mensch kann im tiefsten Inneren diese damit verbundenen Forderungen wohl kaum für sich realisieren, weil ihm dafür die erforderlichen sinnesorganischen Fähigkeiten ganz einfach fehlen. Das Leben ist in der von ihm erfassbaren Art und Weise für seinen Wissensstand wahr und umfassend, so wie er es mit seinen Sinnen erleben kann. Keine Religion oder hochintelligente Philosophie vermag diesen subjektiven Kern der persönlichen inneren Wahrheit wirklich umzustoßen. Die Menschen können nur einen Glauben aufbringen, ohne wirklich um die elementaren Grundgesetze des Alls zu wissen, und sie befolgen gemäß den familiären Gegebenheiten gehorsam die göttlich autorisierten Regeln und Gebote, wie sie traditionell auf allen Kontinenten von den heiligen Herren gepredigt werden. Das hat allerdings weltweit bereits zu zahllosen Kriegen, Kreuzzügen und fanatischen Mordserien geführt, bei denen sich jeder nüchterne Mensch ernsthaft fragen sollte, wieso ein seine Geschöpfe liebender Gott solches Unheil über die Menschheit bringen kann. Auch keine Meditationsübungen, Drogentherapie oder Yoga – ganz gleich ob Hatha-Yoga oder Kundalini-Yoga – können die erforderliche Erweiterung des Denkvermögens im Mikrokosmos beschleunigen, mit der ein Mensch die hohen Ideale wirklichen Menschseins aus sich heraus erfassen und realisieren könnte, ohne Priester und Institutionen, die mit Hilfe „von Gott“ autorisierten Gesetzen und Vorschriften auf den Menschen Druck ausüben.

Selbst die höheren astralen Ansichten begehren immer noch auf der subjektiven Basis nach den Idealen in Ethik, Karitas, Humanitas, Kunst, Kultur, Philosophie und Religion. Es bedarf einer ausgeprägten Wachsamkeit, um gut zu verstehen, warum selbst diese höheren astralen Felder mit zu dieser gegensätzlichen Reaktion beitragen. Das astrale Feld begehrt, immer etwas für den Mikrokosmos zu erhalten, vor allem die erforderlichen Kräfte für seine Selbstverwirklichung. Das Astrale wirkt auf allen Ebenen stets wie ein Konsument, es will etwas haben, besitzen und verwerten, etwas bekommen, das der Mikrokosmos verbrauchen kann. Selbst die Religion benutzt der Mensch für seine Einweihung, seine Erleuchtung o.ä. Darum besteht ja auch die irdische Hemisphäre weitestgehend aus Konsumenten, aus Menschen, die ihre Mitmenschen benutzen, um etwas von ihnen zu bekommen, und die die Natur ausbeuten und sie beschimpfen, wenn sie nicht mehr das zur Verfügung stellen kann, was alle Väter und Urväter stets von ihr bekommen haben. Ohne zu forcieren erkennt wohl jeder Mensch in der aktuellen Weltlage, dass dadurch seit überschaubaren 6000 Jahren eine ausgesprochen perfide Entwicklung stattfindet. Einstein ist einmal von einem Journalisten nach der Unendlichkeit gefragt worden. Er gab zur Antwort: „Ich kenne zwei Unendlichkeiten; einmal im Universum und dann die Dummheit der Menschen. Beim Universum bin ich mir nicht so ganz sicher.“ Die Menschheit führt schon über Jahrtausende auf allen Kontinenten mörderische Kriege untereinander, die eigentlich nur zu einer Bereicherung der ohnehin Reichen alles irdische Sein rücksichtslos ausnutzen. Das ist das Opfer, das die Menschheit schon immer dem „Golden Kalb“ gebracht hat.

Doch es gibt noch ein viel grausameres Geschehen im irdischen Kosmos. Der prinzipielle Egoismus der Menschen hat jede Religion zu einem Selbstbedienungsladen der Eitelkeiten werden lassen. Und dadurch sind gewaltige unheilige Kräfte im Jenseits ins Leben gerufen worden. Seit einigen tausend Jahren haben viele Menschen zahlreicher Generationen mit ihrem egoistischen Streben zu einer persönlichen Heiligung zu kommen oder in einen irdischen Himmel, in ein Sommerland oder in andere paradiesische Sphären, im Jenseits gigantische gleich polarisierte Kraftfelder aus astralen und mentalen Kräften hervorgerufen. Diese Zusammenballungen gewaltigen Ausmaßes umspannen den ganzen Planeten Erde. Mit ihrer mentalen Intelligenz wenden sich diese Äonen aus Selbsterhaltung immer wieder an ihre Schöpfer, die Menschheit. Für dienstbereite Priester, Kardinäle, Maharishis, Mullas, Ayatollahs, und wie die heiligen Männer und Frauen auch heißen, erscheinen diese Kräfte dann auch als Engel oder Devas, die auch den Mystikern in ihren Visionen etwas von den „geheiligten Sphären“ im Jenseits vermitteln. Geschickt werden die Massen seit Jahrtausenden von den irdischen Dienstknechten manipuliert, um in gigantischen Events erneut und immer wieder möglichst viele Astral- und Mentalkräfte mit egoistischer Polarisation abzugeben. Die dadurch entstandene, massive egoistische Ausrichtung prägt auch die ätherischen Gebiete, so dass sich auch dort schmarotzende Wesen entwickeln, die den egoistischen Menschen in seinem täglichen Leben beständig anpumpen und ätherisch ausbeuten. Das alles ist zu einem ausgesprochen unappetitlichen, unbeschreibbaren Geschehen angewachsen. Zu allem Überfluss müssen die Mikrokosmen, die ihren Stoffkörper im Diesseits abgelegt haben, in diesen jenseitigen Sphären ihre unstofflichen Felder ausvibrieren lassen. Sie sind, solange sie nicht bereits aufgelöst in höhere Gebiete weitergehen konnten, beständig in ihren egoistischen Zusammenhängen mit all dem jenseitigen Unrat verbunden. Das betrifft vor allem diejenigen klugen Köpfe, die bereits in ihren irdischen Lebzeiten als gefällige Dienstknechte für die Äonen und Archonten gewirkt haben. Sie bekamen für diese Dienste in den irdischen Verhältnisse allen Reichtum, Immobilien und Macht sowie alles, was für ein luxuriöses Leben auf Erden so alles begehrt und ermöglicht werden konnte. Diesen grauslichen Zusammenhängen nachzugehen ist nicht so besonders erfreulich, zumal alle Mikrokosmen der Erde – von höherer Ebene aus betrachtet – eigentlich ein einziges Wesen sind. Es sollte nur der Vollständigkeit halber erwähnt sein, denn die Aufgabe der Menschen – aller Menschen – besteht letztendlich darin, diese niederen egoistischen Begehren der Selbsterhaltung und Selbstentfaltung, auch der Seelenheiligung, auf ein natürliches Basisniveau herunter zu fahren. Dabei wäre es absolut kein Problem, die primären Gesetze der Toleranz und Akzeptanz aller nächsten Mitmenschen – egal welcher Sprache oder Rasse oder sozialer Schicht – einzuhalten. Nur unter dieser Voraussetzung werden die unteren astralen und mentalen Bereiche des Mikrokosmos und des Kosmos zu einer ruhigen Vibration zurückkehren, und die höheren Aspekte könnten sich verstärkt zentralisieren. Jede Missachtung menschlicher Gefühle und lebenserhaltender Wirkungen bringt automatisch die niederen astralen Felder in Aktion, und diese werden von den niederen astralen Wesen des Jenseits sofort ausgenutzt. Die unbewusste Manipulationen aus diesen Sphären ist sehr subtil. Die unerkannten Bewohner des Jenseits nutzen jedes noch so schwache egoistische Wünschen oder Wollen aus, um sich daraus zu ernähren.

Bleiben die niederen astralen und mentalen Verbindungen eindeutig für eine längere Zeit neutralisiert, während die höheren Ansichten aktiviert werden, so könnte der Wahrheitssucher entdecken, dass seine bisherigen Begrenzungen im Erfassen und Bewerten seiner Weltsicht verschwinden und sich völlig neue Dimensionen vor ihm auftun. Es käme ihm allerdings zunächst so vor, als ob sich die Welt geändert hätte. Doch das ist nur eine vorübergehende Täuschung. Der Mensch bleibt tatsächlich in seiner Welt, seinen neuen Wahrnehmungsvermögen zeigen sich allerdings einige Ansichten dieser Welt, die vorher für ihn verborgen waren. Da sich alle bisherigen astralen Bindungen mit den materiellen Bedürfnissen und Genüssen bis auf ein Minimum auflösen, versperren sie nicht mehr die Sicht auf die inneren planetaren und natürlichen Wirklichkeiten sowie die höheren kosmischen Zusammenhänge aller Sphären. Die Erfassung subatomarer Vorgänge im Spiel der elektromagnetischen Kraftfelder wäre ebenso selbstverständlich wie die Einsicht in die astronomischen Weiten und der Resonanzen und Interaktionen von Galaxien und Welten im Universellen. Gleichzeitig entsteigt der Mensch dem niederen astral-ätherischen Spannungsfeld, aus dem alle Gegensätze, Konflikte, Kriege, aller Hass und alle Habsucht zu erklären sind. Er betritt gleichsam eine neue mentale Welt der vollkommenen Einheit vom kleinsten Atom bis zur größten Entität, eine wahrlich sinnhafte friedliche Welt.
Es entsteht in ihm der Eindruck, als träte er durch eine Tür in ein ganz neues Lebensfeld, das trotzdem zeiträumlich gleichzeitig auch die bisherige Welt umfasst, den gleichen Kosmos Erde als Planet im Sonnensystem. Für alle, die schon einen winzigen Spalt dieses durchaus im Bereich des Möglichen liegende neue Schauen erleben durften, war es wie eine Erleuchtung göttlichen Daseins. Daraus entstanden dann die fantastischen Beschreibungen der Mystiker in Orient und Okzident, oder der Reisenden mit psychedelischen Drogen, wie z.B. LSD. Jedoch bedeutet die definitive Erhebung in die höheren mentalen Welten für den Menschen kein Eintritt in eine metaphysische Anderswelt, sondern nur ein weit umfassenderes Erkennen dieser Welt, allerdings mit den bislang verborgenen höheren ätherischen, astralen und mentalen Feldsphären, in denen bereits viele der bislang verzweifelt gesuchten Idealitäten völlig selbstverständlich zum Dasein gehören. Und er würde dabei klar erkennen, dass er in diesen Sphären keineswegs ein einsamer Wanderer ist, sondern dass schon eine ganze Reihe von Gruppierungen in dieser besonderen erhabenen Lebenssphäre existieren, die sich nach ihren Regeln um die gesamte Menschheit und die Evolution des Kosmos bemühen.

Als wichtigste Erkenntnis für alle Menschen, die noch nicht in diesen Lebenszustand eintauchen können, erscheint doch die Tatsache eminent wichtig, dass diese höheren Lebenssphären mit der uns bekannten Welt verbunden sind, und niemand dafür eine Rakete benötigt, um dorthin zu gelangen. Ja, er muss nicht einmal einen Priester, Schamanen oder Guru konsultieren, um seine Entfaltung in die höheren astralen und mentalen Welten zu bewerkstelligen.
Was hindert die Menschen daran, diesen Fortschritt für sich zu vollziehen? Es gibt in allen Kulturen unzählige Verbote und Tabus, zahllose Dogmen der Priesterschaften und anderer Autoritäten, viele Traditionen aus uralten Zeiten sind angefüllt von solchen ungereimten, oftmals banalen Vorbehalten. All diese unbewussten Gefängniswärter im eigenen Sein muss der Mensch gegen zahlreiche Angriffe aus seinem Umfeld in sich niedermachen, ohne Rücksicht auf Zweifel und Verleumdungen, auf die gesellschaftlichen Vorbehalte, die aus der Familie und der Lebensgruppe mit Sicherheit aufkommen werden. Apollonius von Thyna stellt an den Beginn einer solchen Erhebung in eine neue Weltsicht die Reinigung des Atemfeldes, aus dem sich diese zahlreichen Golems verborgen in das Leben eines jeden Menschen einmischen. Der Kampf gegen diese Schemen im eigenen Unbewussten, kann nur durch Wuh-Wei, durch eine völlige Neutralisation ohne jede Negation vollzogen werden. Jeder Sucher nach dieser Wahrheit steht zu Beginn seines Weges erst einmal sich selbst gegenüber, seinen eigenen Beschränkungen, Vorstellungen und prinzipiellen Denkkategorien, seinem eigenen ICH, seinem eigenen Zerberus, der aus einigen fundamentalen Prinzipien und Strukturen der Selbsterhaltung zusammengesetzt ist. Diese gilt es aufzulösen. Das ruft natürlich zahlreiche Bedenken auf den Plan, die sich aus den bislang gehegten Ansichten ernähren, oder es schleichen sich tiefgreifende Zweifel ein, die alles und jedes in Frage stellen, und sich sogar unwissentlich mit erlogenen Verleumdungen tarnen. Darum kann nur gesagt werden, was bereits einige Forscher in dieser Richtung erfahren mussten, das Suchen nach dieser neuen Lichtpforte kann niemals nur ein mystisches Streben und emotionales Gerede sein, zwischen Kaffee-Trinken und Partylobby, wie es zeitweilig von unterschiedlichen religiösen und esoterischen Gruppen angepriesen wird. Ebensowenig können weder ein Buchstudium noch die regelmäßige Teilnahme an Seminaren sowie Yogakursen eine Erweiterung der astralen und mentalen Stufen des Mikrokosmos ermöglichen. Auch eine wie auch immer geartete Erleuchtung wird niemals eintreten, wenn sich der Kandidat nicht in eine fundamentale Veränderung seines Denkens vertieft. Es kommt höchstens zu einer hysterischen, psychischen Überschattung von jenseitigen Schmarotzern. Mit einem natur-mystischen Verhalten bleibt jeder Mensch stets derselbe, der er immer gewesen ist. Nein, das Suchen nach der Möglichkeit, nach der Weiterentwicklung in dem Sinn, dass man in eine andere, in eine höhere mentale Lebenswirklichkeit aufgehen will, bedeutet, sich konsequent und bewusst auf einen längeren Prozess auszurichten, den man täglich verwirklichen muss, dem man sich kontinuierlich dynamisch unterwirft.

Bevor man sich in diesen Prozess stellt, der oft auch als Bergbesteigung bezeichnet wird – Michaël Naïmi hat ihn in seinem Buch Mirdad als Ersteigung eines Feuersteinhanges beschrieben –, sollte man die grundlegenden Rahmenbedingungen seines menschlichen Daseins auf Erden kennen. Vielfach sind gerade die ersten Schritte zum höheren Leben die schwersten, und zwingen den Kandidaten schnell zur Umkehr, so dass er bereits an den ersten Stufen scheiterte. Darum sollte sich jeder Wahrheitssucher zunächst mit Geduld wappnen und seinen dynamischen Willen möglichst einstellen. Wer sich täglich in den Prozess dieser besonderen Aufmerksamkeit stellen kann, dem stehen unseres Erachtens keine übermäßigen Forderungen oder Überraschungen bevor. Vielmehr vollzieht man eigentlich nur eine radikale Kehrtwendung gegenüber dem allgemeinen Mainstream in Denken und Fühlen, Begehren und Handeln.
Das muss mit einer absolut ehrlichen und uneingeschränkten Erkenntnis der eigenen Behinderungen im Denken, Wollen und Fühlen beginnen. Dabei soll klar erkannt und verstanden sein, dass eben nur die wirkliche innere Motivation aus dem eigenen Wesen in vollkommener Ehrlichkeit die Wege zu neuen Einsichten bahnen kann. Eine rein theoretische Überlegung oder eine spekulative Hinwendung, so nach dem Motte: Man kann es ja versuchen, der Versuch schadet nix!, wird den Kandidaten verstärkt mit den jenseitigen Kräften der Ichsucht verbinden. Es sollte und muss an dieser Stelle auf diese Gefahr hingewiesen werden. Denn die Äonen dieser Welt lassen sich nicht an der Nase herumführen, weil sie bereits in Existenznot geraten sind und um jeden Flüchtling aus ihren Erntefeldern kämpfen. Auch wenn der Mensch kein wirkliches Empfinden für seine unstofflichen Trägerfelder hat, so wird er aber gerade dort jederzeit von den Schmarotzern aus dem Jenseits beobachtet. Darum muss jede erkannte Struktur des Unbewussten, jeder Golem der Vergangenheit, jedes COEX-System, um mit St. Grof zu sprechen, ins Licht des Tagesbewusstseins gehoben und als solches akzeptiert, erkannt und in die Neutralität entlassen werden.
Das kann natürlich eine längere Zeit in Anspruch nehmen, denn diese Bewohner des Atemfeldes hatten viel Zeit, um zu wachsen und sich mit anderen natürlichen Bedürfnissen zu verhäkeln. Mit viel Geduld und Wachsamkeit muss jeder Winkel des Unterbewusstseins, auch gegen die Behinderungen aus dem eigenen Atemfeld, ausgespäht werden. Ja gerade dann, wenn ungewöhnliche Behinderungen durch Konflikte mit der Umwelt oder durch unerwartete Krankheiten auftauchen, sollte man außergewöhnlich aufmerksam sein und nach den tieferen Ursachen in der eigenen Psyche forschen. Schon bald wird sich „des Pudels Kern“ entlarven, und die Probleme schwächen sich zunehmend ab, wenn man bei allen Anfechtungen die Ausrichtung nicht aufgibt.  Es bleibt dabei allerdings niemandem erspart, dass er selbst in sich die Machenschaften seiner eigenen Verbindungen mit der ihn umgebenden Spiegelsphäre erkennen muss, die für seine Gefangenschaft in voller Breite verantwortlich sind, nämlich die von autorisierten Autoren stets proklamierten Dogmen und Tabus der Gesellschaft.

Solange die Sicht auf den Menschen im üblichen Mainstream derartig einseitig bleibt, wie sie bereits in der Antike von Philosophen, Staatsmännern und Predigern geprägt wurde, kann keine neue revolutionäre Weltanschauung entstehen. Auch wenn Satelliten zum Mars fliegen, Menschen in einer Weltraumstation forschen und Speläologen die tiefsten Höhlen der Welt erkunden, auch wenn die spitzfindigsten Mediziner in den Genen neue selbst nachgebaute Genome implantieren, sie werden dem Rätsel des Lebens keinesfalls näher kommen. Die Forscher nach dem Sinn und der Ursache allen Lebens haben ihn stets in den ursprünglichen Religionen oder in der modernen Geisteswissenschaft bzw. Esoterik gefunden. Für sie ist der wissenschaftlich materialistische Grundsatz von „der Reproduzierbarkeit des Experiments“ nicht bindend, denn e würde jede Erforschung der unstofflichen Felder des Lebens behindern, ja, ernsthaft stören. Darum ist es heute zumindest den euroamerikanischen, normalen Wohlstandsbürgern, die entweder der wissenschaftlichen oder der realochristlichen Weltsicht anhängen, wohl kaum bekannt, dass jeder Mensch in einem multiplexen Mikrokosmos aus sieben Kraftfeldern sein Leben gestalten muss. Dies ist prinzipiell so, auch dann, wenn er das mit seinem Tagesbewusstsein nicht direkt wahrnehmen kann. Das ist genauso wie beim Mond. Er existiert auch dann noch, wenn er bei Tageslicht auf der Rückseite der Erde verschwindet. Das Witzige an der westlichen Weltanschauung ist absolut die prinzipielle Situation, dass der in seinem Weltbild fixierte Mensch absolut daran glaubt und felsenfest davon überzeugt ist. Sein Hochmut in dieser tabuisierten Weltsicht wird noch dadurch verstärkt, das er meint, es bestände für ihn die Freiheit, jede Weltanschauung vertreten zu dürfen. Das ist doch in der sogenannten Meinungsfreiheit verbrieft.

Viele psychologische Studien von wissenschaftlich anerkannten Forschern haben ergeben, dass unzählige Menschen sich von ihren, in der Kindheit übergestülpten Vorbehalten oder den Fehlverhalten ihrer Eltern selbst im hohen Erwachsenenalter nicht befreien können, und somit fortwährend in felsenfesten Dogmen und unverrückbaren Tabus hin- und hertaumeln, solange bis sie einen Psychotherapeuten finden, der sie aus diesem Gefängnis befreien kann. Kaum ein Mensch hat wirklich das Vermögen, sich für diese oder eine andere Weltanschauung zu entscheiden. Nahezu jeder Mensch wird in eine Weltanschauung hineingeboren und muss diese akzeptieren, auch unter Androhung von Strafe, Exkommunikation oder Verstoß aus der Familie etc.. Man schaue sich nur die Lebensverhältnisse in Nordafrika, dem Orient, in Indien, Hinterindien mit Thailand und Myanmar, in China mit Tibet und den Staaten im Himalaya. Eigentlich ist es ein unbeschreibliches Trauerspiel, wie viel unsagbares Leid dadurch ausgelöst wird. So wollen wir den Versuch wagen, durch diese Informationen etwas dazu beizusteuern, dass doch einmal das Zusammenleben der Menschen auf der Welt nicht mehr von antiquierten Dogmen bestimmt wird.

Man muss sich einfach zu der mittlerweile doch von zahlreichen Menschen anerkannten Realität bekennen:
Der Mensch lebt in einem siebenfältigen mikrokosmischen Kraftfeld.

Sechs Kraftfelder umgeben und durchdringen also die stoffliche Persönlichkeit. Das Ätherfeld produziert ähnlich der Matritzentechnik den materiellen Körper in allen Aspekten, atomar, molekular, organisch und nervlich. Seine höheren Fluiden ermöglichen das Erfassen und Erkennen und das Bedenken, sowie die interne Kommunikation, sowohl nervlich als auch endokrin. Das Astralwesen, – ja, man muss von einem Wesen sprechen, denn es verfügt wie alle anderen Kraftfelder über ein eigenes Bewusstsein und demnach über ein autonomes „Denken“ –, bedingt alle Gefühlsaktivitäten. Begehren und Begierden, Wünsche. Liebe und Hass, Wut und Zorn, Eifersucht und Empathie kommen über die Astralis zur Person. Das Denkvermögen ist ein Strahl der siebenfachen Mentalis. Damit wird dem Menschen das intelligente Denken mit seinem stoffgebundenen Verstand ermöglicht. Auch die sinnesorganische Wahrnehmung wird über das Mentalvermögen dem Tagesbewusstsein zugeleitet. Die weiteren, weit höheren Kraftfelder werden von wenigen Autoren bereits erwähnt, weil sie von dem gewöhnlichen Denken, auch den höher veranlagten oder durch meditative Techniken erworbenen Denkbereiche nicht „erfasst“ werden. Diese ganz hohen Vermögen werden als nirvanische Felder definiert, weil Buddha seine Erleuchtung in das Nirvana verlegt hat. Seinen Mönchen antwortete er seinerzeit auf die Frage nach der Art des Nirvana: Es lässt sich nichts darüber sagen. Wer dort ankommt wird es erkennen.

Von den sieben Kraftfeldern kann der Mensch nur die vier niederen Felder benutzen, und davon jeweils nur die unteren drei oder vier Stufen oder Ansichten für sein irdisches Leben einsetzen, weil die anderen Ansichten der unteren Kraftfelder und die drei nirvanischen Felder noch nicht voll zentriert mit dem Mikrokosmos verbunden sind. Bei Vollendung des Mentalfeldes kann der Mensch all diese hier beschriebenen Zusammenhänge in voller Schönheit erfassen und seine niederen Körper bewusst kontrolliert für sein Dasein verwenden. Ihm wird die Aufgabe der Menschheit für den irdischen Kosmos und den Sonnenkosmos offenbart.
Für den normal denkenden Menschen, der noch in der materialistischen, christlich geprägten Weltanschauung gefangen denkt, und in dieser Weltsicht seine persönliche Freiheit als höchst zu verteidigendes Gut ansieht, ist es natürlich der größte Affront, wenn man die Wirklichkeit des irdischen Daseins ungeschminkt vertritt: Seit Jahrmillionen schwimmt jeder Mikrokosmos oder schwebt in den unstofflichen Kraftfeldern des Kosmos, allgemein als Jenseits bekannt. In einigen geisteswissenschaftlichen Darstellungen wird diese uns umgebende Sphäre auch Spiegelsphäre genannt, weil sie die irdischen Ereignisse nach dem Resonanzprinzip auf die Menschheit widerspiegelt.

Trotz aller christlichen Gegenrede gegen jedwede Inkarnationen, hat sich diese Weltanschauung der asiatischen Philosophien auch in der westlich-christlichen Kultur langsam aber sicher durchgesetzt. Die stoffliche Person kommt mit ihrer Geburt in einem erneut inkarnierten Mikrokosmos in diese materielle Welt, die er nach seiner grobstofflichen Auflösung wieder verlässt, damit sich seine unstofflichen Systemanteile im Jenseits langsam auflösen können. Nach der Kenntnis von Eingeweihten währt diese Sterbenszeit dann noch einmal ca. 400 bis 700 Jahre, nach menschlichem Maßstab gemessen. Wer das Leben etwas genauer und weniger materialistisch betrachtet, stellt ganz schnell fest, dass es den viel gefürchteten Tod eigentlich nicht geben kann. Der stoffliche Körper zerfällt in seine materiellen Bestandteile – nachdem sich die unstofflichen Felder von ihm trennen konnten –, die sich dann wieder mit den materiellen Anteilen der Erde vereinigen und dort erneut in den natürlichen Kreislauf aufgenommen werden. Die unstofflichen Felder lösen sich genauso entsprechend ihren Vibrationen in den zugehörigen Feldern des Jenseits auf bis am Ende das Urprinzip des aurischen Wesens noch in die Monade zurückgenommen wird. Dieses aurische Wesen mit seinen Gedächtnisspeichern wird dann auf die nachfolgende Inkarnation vorbereitet, wo es ein sich liebendes Ehepaar nach dem Resonanzgesetz aussucht, das in einer sexuellen Konzeption ein Baby für die Implantation zeugt, womit ein neuer Mensch wieder die irdene Plattform betritt.

Genauer betrachtet ist das Jenseits, das alle stofflichen und unstofflichen Lebenssphären des Kosmos Erde und darum herum umfasst, beständig und ohne Unterbrechung die Daseinssphäre aller irdischen Wesen. Der Mensch kann sie nur nicht mit seinem an den Stoff gebundenen Verstand mit den fünf Sinnen erfassen. Denn er hat vergessen, seine Sinnesorgane für die Sphären des Jenseits zu reinigen und zu trainieren, auch weil dieses Gebiet von ihm prinzipiell permanent ignoriert wird. So ist dieses unverständliche, aber äußerst hartnäckige Tabu der christlichen Materialisten in zweitausend Jahren gewachsen. Traurig ist, dass fast jeder ungeprüft daran glaubt. Man kann sich leicht vorstellen, dass der Unwissende, wie im Nebel voller Angst in einem Wald herumtappend, ständig ohne jedwede Ahnung ungewollte Zusammenstöße und Unfälle verursacht, deren Folgen sich dann bis in sein Tagesgeschehen auswirken. Diese werden meist mit großem Erstaunen wahrgenommen und eifrig mit rationalistischen Begründungen der stofflichen Zusammenhänge zu erklären versucht. Die unbedingt erforderliche Selbsterkenntnis auf dem Weg zu einer Höherentwicklung des Denkens und Erfassens macht es jedoch notwendig, dass der Mensch seinen Durchblick durch dieses Nebelfeld deutlich verbessert, für das letztlich doch Jeder irgendwie seine eigene Verantwortung zu tragen hat. Meistens wird dann in diesem Zusammenhang gerne von Bewusstseinserweiterung gesprochen, oder von einer Einweihung, oder auch von einer spirituellen Erleuchtung, wenn unter der Anleitung von Gurus, Avataren oder Meistern im Rahmen einer Zeremonie eine Verbindung mit den zugehörigen Äonen zustande kommen konnte. Aber es bringt für den Prozess selbst keinerlei Vorteil, wenn man sich mit theoretischen Definitionen umgibt, die aus dem niederen stofflichen Denken hervorgeholt wurden.

Natürlich ist das Licht in dieser Welt, die sich dem höheren Denkvermögen präsentiert und von ihm wahrgenommen werden kann, sehr viel heller. Diese, sich im neuen Schauen darstellende Erde, realisiert in ihren Feldern selbstverständlich viele ideale Eigenschaften, die in der uns bekannten niederen Welt stets nur mit ihren negativen Schlagschatten möglich sind. Darum sprechen viele Menschen von Erleuchtung, die durch eine mystische Überschattung oder durch meditative Übungen einen kleinen Blick in diese überirdische Welt werfen durften. Allerdings sollte man gerade dann mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleiben und die Situation ganz realistisch betrachten. Fakt ist, dass selbst diese wunderbaren Einsichten keine Durchblicke in eine neue oder andere seelische Welt darstellen, irgendwo in einem metaphysischen Raum. Vielmehr bleibt die Welt tatsächlich nach wie vor die selbe Welt mit ihren Meeren und Wüsten, mit ihren Gebirgen und Strömen. Auch in der neuen Sicht sind noch jene Lebensbereiche der Welt zu erkennen, in denen wie immer die Menschen mit ihren Problemen und Erfahrungen leben, ja existieren müssen. Das völlig andere Schauen und Erkennen der unstofflichen Lebensfelder im Kosmos schenkt dem Tagesbewusstsein total andere Bedeutung der weltlichen Vorgänge. Diese ganz andere Sicht auf des kosmische Wesen Erde mit ihren unstofflichen Komponenten ergibt völlig andere Parameter, erzeugt eine erhellende Perspektive auf alle kosmischen Zusammenhänge. Darum es dem Menschen kommt zu Beginn seiner Veränderung so vor, als wäre er in einer völlig anderen, einer wahrhaft himmlischen Welt, angekommen. Es ist aber diese seine Erde von ehedem. Nur, dass jetzt mit dem Wirken zahlreicher Wesen und Entitäten der höheren Kraftfelder verbunden wird. Dabei kann er auch alle äonischen Machenschaften durchschauen, und beginnt zu begreifen, welche gigantische Arbeit bereits für Welt und Menschheit vollbracht wurde, welche Aufgabe noch vor ihnen liegt. Dabei zeigen sich ihm auch alle die aufwärts führenden Kraftspiele für die kosmische Einheit im universellen Allbewusstsein.

Betrachten wir vorerst noch einmal die aktuelle Situation der Menschheit. Jeder Mensch der heutigen Zeit sollte, vor allem bei besonderen Sensationen, die Ursache für deren Ablauf nicht in den materiellen Zusammenhängen suchen, sondern stets bedenken, dass die gesamte stoffliche Offenbarung, also jede materielle oder persönliche Erscheinung, immer aus dem Mentalen, Astralen und durch das Ätherische entstehen. Dieses Wissen und die darauf ausgerichtete Lebenshaltung sollte ihn bestimmen, wenn er sich bereits jetzt in die ablaufende Weiterentwicklung des irdischen Kosmos einbringen möchte. Darum ist die Erkenntnis der unstofflichen Lebensbedingungen absolut notwendig. Alle stofflichen Geschehnisse entfalten sich immer und ununterbrochen in allen und aus allen Sphären des Diesseits und des Jenseits, und werden ausschließlich aus diesen abgewickelt. Diese sieben Sphären bestimmen sich gegenseitig ohne Unterbrechung und sie sind innerhalb einer hierarchischen Struktur vollständig voneinander abhängig. Dabei bringen die höheren Kräfte die unteren nicht nur hervor, sondern beschützen und regenerieren sie auch in unerwarteten Problemen.

Es ist augenscheinlich für den unbedarften Betrachter erstaunlich, wie sich aus ganz normal flutenden elektromagnetischen Kraftfeldern hochintelligente Kumulationen bilden, wie z.B. der Makrokosmos, der Kosmos und der Mikrokosmos. Dies wird darum über Millionen von Jahren gewährleistet, weil alle geschaffenen Kosmen ein Kind ihrer Monade sind, so gesehen ein göttlicher Funke, eine Idee des höchsten Bewusstseins des Universums ist, ein Gottesfunke, würden die Christen sagen. Aus all diesen hohen Sphären, für die Dionysius Aeropagita eine ganze Engelschar benannte, werden die galaktischen Felder gebildet, die ihrerseits die Sternen- und Planetenfelder ihres Systems hervorbringen. So ist auch die Galaxis „Milchstraße“ gebildet worden und darin das Sonnensystem mit seinen Planeten. Letztlich sind die mikrokosmischen Felder bis zu einem gewissen Grade aus den Kraftfeldern der Erde extrahiert worden, so wie die atmosphärischen Felder und der Körper der Erde aus den Sonnenfeldern.
Alle Sterne, Planeten und Mikrokosmen sind kugelförmig konzentriert. Letzterer ist in der materiellen Erscheinungswelt mit einer Person als stoffliches Werkzeug ausgestattet. Das Sphäroid Mikrokosmos besteht, lebt darum in einem permanenten Stoff- und Kraftwechsel. Dabei erfolgt die Einatmung über den mikrokosmischen Nordpol über dem Scheitel, über dem Pinealischakra, und die Ausatmung über den Südpol unterhalb des Steißbeinchakras. Die Ablehnung, die Ignoranz dieses fundamentalen Geschehens durch die euroamerikanische jüdisch-christliche Kultur begründet sich bereits in der antiken Philosophie der Griechen.

Man kann durchaus den Gedankengängen von R.Steiner folgen und bestätigen, dass die Menschen in den Zeiträumen der arischen Periode ihre Gefühls- und Denkfähigkeiten festigen sollten. In dem als die moderne Zeit bezeichneten Abschnitt, einmal von Romano Guardini als Neuzeit zusammengefasst, brachten viele Menschen ihre Verstandesfähigkeiten zu gewaltiger Blüte. Im Mittelalter entfalteten sich im 17. Jahrhundert viele Erkenntnisse für nahezu alle Lebensbereiche, die sich über die Gegenwart in die Zukunft hinein weiter entfalten werden. Allerdings versteifte sich in der Überschätzung des intelligenten Denkens die Ausrichtung auf das bequeme und fürstliche materielle Überleben auf Kosten der armen Landbevölkerung und der städtischen Handwerker und auf Kosten einer uneingeschränkten Ausbeutung der naturgegebenen Ressourcen. Alle Pflege der Verstandeskräfte war immer mehr auf die materielle empirische technoide Erkenntnis des Daseins ausgerichtet, auf eine Anhäufung und Reproduktion von materiellen Erkenntnissen aus Universitäten und Fakultäten, die von der Industrie zum Vorteil der Unternehmer gefördert werden. Gleichzeitig schrumpfte die Erkenntnis unbewusster oder übersinnlicher Lebensstrukturen und Wesen. Gleichzeitig wächst der Anteil der Menschen, die psychologische Therapien in Anspruch nehmen (müssen), um wieder in ein handlungsfähiges Gleichgewicht zu kommen. Zudem wird der Verbreitung psychosomatischer Krankheiten zunehmend mehr Aufmerksamkeit geschenkt, weil die probaten klassischen Methoden der organotrop ausgebildeten Fachärzte vielfach versagen, und weil die Diagnose und die Therapie an einzelnen Organen des menschlichen Körpers aus ihrem lebendigen Zusammenhang heraus genommen werden. Daneben entwickelt sich auch in dieser Zeit weltweit eine esoterische Szene, die immer größer und bedeutender werdend, sich stärker den subtilen Erkenntnissen eines übersinnlichen Bewusstseins zuwenden. Seit den 1960iger Jahren erscheinen zahlreiche Publikationen, die sich mit den Tiefen und Weiten im unbewussten Menschen befassen. Ein neues, «verborgenes Wissen» scheint nun doch die Vorstellung zahlreicher Menschen zu beschäftigen. Dabei kommen viele Denkmodelle aus antiken Zeiten oder aus den klassischen Religionen wieder zur Geltung. Einige Philosophen der Moderne, die sich mit diesen Trends befassen, haben erkannt und beschreiben in ihren Betrachtungen, dass der Mensch eigentlich einen viel tieferen Auftrag hat, als sich materiell zu bereichern und sich im Ruhm und dem Applaus tausender Konsumenten zu berauschen. Sein kosmischer  Auftrag bedeutet, sich zu höheren Denkebenen hin zu entfalten, damit er seine Welt in größeren Zusammenhängen erfassen kann. Damit er in einem höheren Denken an der Evolution des Kosmos Erde mitwirken kann. Diese Entwicklung bedeutet allerdings auch, das sich die Menschen in dieser permanenten Evolution von den allgemein üblichen Bestrebungen für die irdene Überlebenssicherheit und dem profanen Luxusleben abwenden.

Auch die bislang weltweit angebotenen, sogenannten spirituellen Methoden zur Heiligung der Persönlichkeit in einem irdischen Himmel werden mehr und mehr in Frage gestellt. Das führt zu einer grundlegenden Veränderung im mikrokosmischen Austausch der ätherischen und astral-mentalen Kräfte. Die bislang gewohnte Polarisation der Felder verändert sich zunehmend von einem stark egoistischen Profil zu einem mehr kosmischen altruistischen. Die wesentliche Eigenschaft im Resonanzgeschehen wird allmählich dazu führen, dass sich die über lange Zeit aufgebauten Äonen zunehmend weniger von den Emissionen der Menschen ernähren können. Es ist nur selbstverständlich, dass sich diese Wesen und Entitäten, die sich bislang im Jenseits verborgen unbeobachtet ins Gigantische aufblasen konnten, weil sie bis heute erheblich von der materialistischen und körperlich humanistischen Denk- und Gefühlswelt der Menschheit profitierten, gegen alle neuen Erkenntnisse und Einsichten der Menschen nicht nur ablehnend verhalten, sondern mit allen erdenklichen Mitteln jede konkrete, jede nahezu wissenschaftliche Beweisführung für die Bedeutung der immateriellen Lebensfelder, z.B. durch Quantenphilosophie, Parapsychologie oder Noetik, behindern oder vernichten. Allein, was geschehen soll, wird geschehen, trotz aller zeitweiligen Ablehnung. Der Ablauf der interkosmischen Zyklen, denen auch der Kosmos Erde nun einmal unterliegt, kann von den Bewohnern des irdischen Jenseits nicht verhindert werden. Das ist natürlich ein großes Problem für die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie sie schon von Paulus bezeichnet wurden. Darum entfachen sie in einem letzten Aufbäumen – so will ich hoffen – alle erdenklichen Methoden der Kriegsführung mit weltumbrandenden Mitleidswellen und ungeheuren Anstrengungen humanitärer Hilfe (ohne die Kriege zu befrieden), mit unbeschreiblichen politischen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern und in den humanitären Organisationen. Dabei verzweifeln die Betroffenen, weil sie nicht mehr erkennen können, wofür das alles und wohin dieses politische und kommerzielle Gerangel auf Erden eigentlich hinführen soll. Wenn man sich das Gesamtgeschehen aus einer höheren Warte betrachtet, wird doch völlig klar, dass all diese weltweiten Konflikte nur einen Sinn haben, nämlich den herrschenden Äonen im Jenseits noch einmal möglich viel gut polarisierten Äther zu spenden.

Die Aquariuszeit wird allerdings erheblich dazu beitragen, dass das sogenannte okkulte Wissen immer mehr Menschen ergreifen wird, und darum künftig auch von den aktuellen Autoritäten in Wissenschaft und Medien immer weniger ignoriert werden kann. Wer die sich abzeichnende Entwicklung der Menschheit, die einen radikalen Evolutionssprung mit sich bringen wird, in seiner tieferen emotionalen und mentalen Bedeutung nach verstehen lernt, erkennt auch, dass die Beharrung in der bislang überall und wiederholt favorisierten materiellen und davon abhängigen kommerziellen Denkweise, der Menschheit insgesamt einen unglaublichen Schaden zufügt. Vielmehr ist es bereits heute absolut und dringend notwendig, die bereits anlaufende Entfaltung der Menschheit selbstständig durch ein neues Denken zu fördern, unabhängig von Rasse oder Religion.

Wer sich schon etwas aus den festgefahrenen Dogmen der etablierten Glaubenslehren befreien kann, wird entdecken, dass dieser Evolutionssprung sehr eng mit dem Wesen dessen verbunden ist, was mit dem eigentlichen Geschehen des Jesus Christus zu Beginn unserer Zeitrechnung vor die ganze Menschheit gestellt wurde. Allerdings muss derjenige, der das ganze Ausmaß dieser Verkündigung wahrlich erfassen will, Jesus Christus zunächst aus seinem historisch gewachsenen christlich-dogmatischen Mantel befreien. Auch die Dogmen der Evangelien und des Paulus stehen einer objektiven Betrachtung im Wege. Sie hatten damals ihre Aufgabe, aber heute bestehen ganz neue Kräfteverhältnisse, die auch völlig andere Mikrokosmen und Menschen hervorgebracht haben. Man sollte alle Religionen von ihren überalterten Interpretationen der ungezählten Prediger befreien, alle Klöster und Tempel, Kirchen und Moscheen schließen, alle Priester für einen normalen Beruf umschulen, damit sie, wie alle anderen Menschen, zum Leben der allgemeinen Menschheit produktiv beitragen können. Es würde natürlich auch zu total anderen politischen Verhältnissen führen, wenn alle religiösen Institutionen nicht mehr die Finanzmärkte, die Politik und die Lehrämter in den Ländern der Welt dominieren können. Unvorstellbar, welche Reinigung des Denkens für Milliarden Menschen möglich werden könnte, welche Friedfertigkeit sich um den Erdball ausbreiten würde.

Die Wendezeit des Aquarius bringt neuzeitliche Mikrokosmen hervor, bei denen das höhere Astralfeld sowie die höhere Mentalis deutlich stärker im System verankert sind. Aus diesem Grund könnten sie die von Natur aus «Eingeweihten des Christus» genannt werden. Sie werden die Möglichkeit haben, wenn sie beim Erwachsen-Werden ihre Lebensaufgabe erkennen und dafür lernen und studieren, mit den neuen Sinnesorganen des höheren Denkvermögens die Welt und ihre Berufung zu erfassen. Ihre Vorstellung von Jesus Christus beschreibt einen bereits vollendeten Mikrokosmos mit allen sieben Kraftfeldern. Christus, der Gesalbte von Gottes wegen, war ein Mensch in einem vollständigen Mikrokosmos, der eigentlich ein Sohn des Sonnenlogos war. Zu dieser Erkenntnis kann nur der Mensch vordringen, der sich bereits von allen autorisierten Dogmen und Vorstellungen des Christentums befreien konnte und sich schon ein wenig von den höheren Denkvermögen in seinem Tagesbewusstsein zu spiegeln beginnt. Dabei muss man sich die Bedeutung der Wunder, die Aussagen in den Gleichnissen, und vor allem die Bergpredigt in ihren fundamentalen Aussagen unter der Perspektive des höheren Denkens vor Augen führen. Alle evangelischen Gleichnisse und Interaktionen des Jesus mit seinen Jüngern bekommen eine ungeahnte Leichtigkeit. Alles, was irgendwie an Gebote oder Verbote erinnert, verfliegt wie der Rauch im Wind. Es werden erfahrene nachvollziehbare, plausible Selbstverständlichkeiten. Ganz tiefe Einsichten in das Wesen des kosmischen Lebens wollen sich mitteilen, in dem die Einheit aller Wesen, die uneingeschränkte Liebe zu allen, die Gerechtigkeit im universellen Resonanzgesetz und die Harmonie mit dem All absolut natürlich wird.

Wir leben in der Gegenwart in einer Zeit, in welcher diese Erkenntnisse zunehmend von immer mehr Menschen aufgenommen werden, als dies vorher jemals der Fall war. In dem Maße, wie die Entwicklung der Mikrokosmen fortschreitet, wird der wahrhaftige Impuls, welcher durch das Christus-Ereignis bereits vor 2000 Jahren mit dem Kosmos verbunden wurde, immer deutlicher in seiner tatsächlichen Bedeutung für die ganze Menschheit von der Allgemeinheit erfasst. An die innere Seite der christlichen Entwicklung, die Erhöhung des Denkvermögens, wird sich dann auch immer mehr die äußere Seite anschließen. Durch das Wissen um diese kosmischen Einsichten und ihre Umsetzung in der täglichen Praxis werden sich unübersehbare Konsequenzen in Gesellschaft und Politik ergeben. Was durch Imagination, Inspiration, Intuition über die höheren Welten in Verbindung mit dem Christus-Geheimnis erkannt werden kann, wird das Vorstellungs-, Gefühls- und Willensleben aller Menschen immer mehr durchdringen. Das früher von einigen Eingeweihten oder Mahatmas Erkannte wird allen Mikrokosmen, die in der neuen Entwicklung stehen, offenbar und völlig selbstverständlich werden. Das hell leuchtende Erkennen der fundamentalen Einheit des Alls wird als eine innere Kraft die Lebensäußerungen dieser Menschen immer mehr durchdringen. Sie werden es zunehmend auf die ganze Menschheit übertragen können, ohne Mission einer kirchlichen Institution. Und die Prophezeiung wird Wirklichkeit:
„Gehet hin, und lehret alle Völker,
im Namen des Vaters – in der Kraft des höheren Astralvermögens –,
im Namen des Sohnes – in der Kraft des höheren Mentalvermögens –,
im Namen des heiligen Geistes – in der Kraft der hohen nirvanischen Felder–.“

Wenn ein Mensch heute seine mentale Gefangenschaft in den erdbindenden Zusammenhängen erkennt und nach der Befreiung in einem neuen Lichtfeld verlangt, dann sieht er sich zunächst mit den klassischen Bildern der bestehenden Religionen konfrontiert, die ihn unbemerkt auf egoistische Abwege führen. Er wird dann, nachdem er immer wieder erneut die kosmische Lichtkraft Christi erfahren hat, zunächst auf seine große Aufgabe verwiesen: Er muss nämlich in seinem eigenen Wesen die ihn behindernde magnetische Kette der gewöhnlichen Natur und ihrer humanitären, karitativen und religiösen Glieder durchbrechen und vernichten, um einer möglichen Erhöhung seines Denkvermögens näher zu kommen.
Die gnostischen Autoren der Pistis Sophia und anderer apokryphen Evangelien haben den unterschiedlichen Licht- und Naturkräften nach der Gewohnheit ihrer Zeit Namen und Charakter von Wesen verliehen. Sie personifizierten sie. Die Griechen bezeichneten sie als Götter und Daimonen (Lichtträger). Die Inder hatte vielfache Namen ihrer Sprache, wovon uns der Begriff Deva oder Daeva am nächsten liegt. Dionysius Aeropagita hat ein komplexe Engelhierarchie zusammengestellt, die bevorzugt der Kabbalah und christlichen Lehre entnommen ist. R.Steiner hat in seiner Geheimlehre diese Bezeichnungen wieder übernommen und anthroposophisch erläutert. Leider werden in unseren Tagen von unzähligen Autoren in Religion und Philosophie immer noch diese überholten Vorstellungsweisen der antiken Welt benutzt. Das mag sehr romantisch und mystisch wirken und viele Gefühle der individuellen Persönlichkeit befriedigen, aber in der gegenwärtigen Zeit ist damit eine sehr große Gefahr verbunden, denn die beiden Sphären unserer Naturordnung – die Stoffsphäre und die Spiegelsphäre greifen augenblicklich stark ineinander. Die Schleier dazwischen sind mittlerweile sehr dünn. Eine zu sehr personifizierte Gefühlsvorstellung von den Lichtkräften des Alls könnte den Menschen allzu leicht mit den entkörperten Wesenheiten des Jenseits verbinden. Darum müssen die Vorstellungen immer mehr von der personifizierenden Mystik befreit werden, da alle Personifizierungen im gegenwärtigen Seinszustand des Menschen immer mit dem Verstandesdenken der Ich-Person verbunden sind und sich an das Ego im Menschen wenden. Auf diese Weise halten sie das kräftige ICH, und damit auch die Lichtkraft der stofflichen Geburt, instand und verstricken den Menschen in die vielfältigen Formen des irdischen Wahns. Er erschafft sich so ein ganzes Pantheon von personifizierten Schemen im Jenseits und wird diesen Kräften völlig unkontrolliert geopfert. Darum ist es dringend angeraten, jede veraltete Benennung oder Bezeichnung zu vermeiden! Man sollte an die belebten und mit Bewusstsein ausgestattete Kraftfelder des universellen Lichtkraftsystems denken, an die kosmischen Strahlungsgesetze, und sich mit dem einfachen System der fundamentalen Lichtstrahlungen vertraut machen, aus dem alle Geschöpfe leben. Auch hinter den ewig gewordenen Wesen und Entitäten des Universums stehen immer die sieben universellen Lichtkräfte, das Wort vom Anfang, wie es im Johannes-Evangelium heißt. Die Menschen werden aus ihnen mit den erforderlichen Kräften versorgt, bekommen von ihnen die Ideation  der Planung sowie der kosmischen Logistik und wirken mit und in den Kraftfeldern für die Ausbreitung der Herrlichkeiten in der universellen Schöpfung.

Der Streit, den der Mensch zu führen hat, das Werk, das er ausführen muss, wendet sich nicht gegen »Begierden aus Fleisch und Blut«, wie es die zahlreichen Religionen, Sekten und Glaubensrichtungen der Menschheit verkündigen, sondern gegen solche kosmischen Strahlungen, gegen die Äonen und Archonten, die aus egoistischen Gründen der Selbsterhaltung der bevorstehenden Evolution entgegenwirken müssen. Darum sagt Paulus: »Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel.« Diese Kräfte oder Äonen sind immer aus selbstsüchtigen Motiven, aus Strahlungen, Äther, Astralis und Mentalis, entstanden, die von den Menschen ausgestrahlt werden, die seit Jahrtausenden nach einem paradiesischen Zustand in dieser materiellen Welt verlangen. Die »bösen Geister«, die die Entwicklung der Menschheit seit Äonen behindern, sind bestimmt nicht personifiziert. Sie sind also formlos und bestehen aus egozentrischen Vibrationen, die notabene der Kristallisation Vorschub leisten müssen. Nur die Fortführung der menschlichen Emissionen sichert ihnen ihren Lebenserhalt, der entsprechend der mentalen Ausrichtung der Spender polarisiert natürlich ewig sein soll. Damit steuern diese Kräfte verständlicherweise mit allen erdenklichen Mitteln gegen den Plan und das Werden der Evolution.

Wer sich mit seiner höheren Astralis nach einer Erhöhung seines Denkvermögens sehnt, und mit allen Vermögen seines Mikrokosmos zu dieser Erleuchtung strebt, verbindet sich mit der kosmischen Evolution. Damit verbindet er sich auch durch sein natürliches Absorptionsvermögen mit einer völlig anderen Kraftfeldmodalität. Das hat natürlich ungeahnte Auswirkungen auf das bisherige Zusammenspiel zwischen den Menschen in seinem gesellschaftlichen Kontext. Dabei wird auch sein Verhältnis zu den jenseitigen Kräften gestört. Die ehemalige Verbindung mit den Äonen wird immer schwächer und erstirbt. Es werden von ihm keine der bisherigen Emissionen mehr in die Sphären ausgehen. Von dem Augenblick an, wo der Mensch seinen niederen astralen Magnetismus nicht mehr auf himmlische oder heilige Verwirklichungen im stofflichen Lebensfeld richtet, stört sein neues Strahlungsfeld das bisherige Kräftespiel mit den Wesen im Jenseits, die mit aller Macht dagegen steuern werden. Damit muss auch jeder Mensch rechnen, der bereits mit einem erneuerten Mikrokosmos in dieses Erdenfeld inkarniert. Er muss in sich einen gangbaren Weg finden, eine Methode anwenden, damit er gegenüber allen Offenbarungen im alten Naturfeld unangreifbar wird. Denkbar ist die totale Neutralität gegenüber sämtlichen Erscheinungen und Notwendigkeiten, die der alten Natur zugrunde liegen und die jeden Menschen die meiste Zeit seines Lebens beschäftigen, so lange er aus Fleisch und Blut in dieser Welt existieren muss.

In den recht unterschiedlichen Auszügen in der spirituelle Literatur der Welt über die Universelle Lehre wird öfters das Universum allegorisch beschrieben. Kern dieser oft blumigen oder animalisch symbolhaft verschleierten Projektion, ist die Feststellung, dass es im kosmischen Raum sieben große, fundamentale Strahlungsfelder gibt. Sie beleben und dynamisieren alle Geschöpfe in den sieben Dimensionen der sieben kosmischen Gebiete gemäß ihren dortigen Aufgaben für die Allschöpfung. Alle Gebiete und die in ihnen wirkenden Kraftfelder sind ein einziger zusammenwirkender kugelförmiger Sphäroid unermesslichen Ausmaßes. Alle Kraftfelder durchwirken sich gegenseitig und kommunizieren bzw. informieren sich untereinander, wie es mit ihren gemeinsamen Plänen übereinstimmt.

Im gesamten All gibt es keinen leeren Raum, keinen unbelebten Planeten. Alle Kräfte werden von einem Bewusstsein mit allen anderen Entitäten und Wesen verbunden. Diese Vielfalt bestimmt die Vorgänge im Wesen Sonne und in den Wesen der zugehörigen Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen. Die Menschheit ist ein Kind des Wesens Erde und wird von dem Gesamtgeschehen in ihm und auf ihm bestimmt.
Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo die Menschen ihre verstaubten Glaubenssätze der vergangenen Zeiten renovieren und sich in die kommende Wirklichkeit stellen. Immer deutlicher und klarer werden die Stimmen gehört, die von den verschiedenen Möglichkeiten, Resonanzen und Interaktionen unstofflicher Felder des Kosmos berichten. Und diese betreffen prinzipiell vor allem auch den Mikrokosmos, aus dem der Mensch gelebt wird. Das sollte uns allen zu denken geben, und uns für eine völlig andere Einstellung zum Dasein öffnen.

Helmenzen 12. Mai 2016

Allbewusstsein


Die Ideologien der experimentellen Freiheitsphilosophie aus den vergangenen Jahrhunderten haben der Menschheit geholfen, bis in die Neuzeit zu kommen und alle Fürstentümer, Tyrannen und Diktatoren zu überwinden. Jedoch um wahrlich moderne Menschen zu werden, muss sich ein völlig neues Denken durchsetzen. Damit wird jeder dann einmal erkennen können, dass viele Hinweise im Neuen Testament oder anderen heiligen Büchern keineswegs Gebote oder Verbote sind, sondern Prophetien.
In unseren Tagen der beginnenden Aquariuszeit ist es eine der höchsten Aufgaben für alle Menschen, sich von allen Egoismen zu verabschieden, die einem in den beruflichen Durchsetzungsstrukturen gut geholfen haben. Jedoch ist es jetzt dringend notwendig der Menschheit die Kenntnis ihres kosmischen und mikrokosmischen Daseins nahe zu bringen,  damit sie die Verantwortung dafür zu übernehmen vermag, dass jeder Mensch im Feld des allumfassenden Bewusstseins mit jedem anderen nach der isobaren Resonanz verbunden ist. Ganz gleich welcher Rasse, welcher Sprache oder welcher Religion.

Bei den meisten Theologen und Philosophen beginnt ihre Wissenschaft mit dem Studium der alten überlieferten Schriften der heiligen Männer aller Zeiten. Man sagt, diese waren besondere Menschen, die eine mentale Verbindung mit den überirdischen Göttern hatten und darum hinter die offensichtlichen Geschehnisse des Alltags schauen konnten. Der materielle Vorhang der sinnlich wahrnehmbaren Welt hatte sich ihnen einen Spalt breit geöffnet, um den Menschen, die hören können – deren Mikrokosmos mental schon soweit entwickelt war –, etwas vom wahren Leben zu berichten und das Wissen um die eigene Entwicklung dafür zu vermitteln. Dieses Wissen, diese eine Weisheit aus der fundamentalen Kraft des universalen Bewusstseins befördert zu allen Zeiten die Evolution der Menschheit.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu.  Vielen Dank.


Wenn im Evangelium des Johannes steht: «Im Anfang war der Logos – oder das Wort» – das ist der siebenfältige Name Gottes –, dann kann ein pragmatischer Wissenschaftler der modernen Zeit sagen – wenn er die einfach Übersetzung des Begriffs „Logos“ von Luther etwas beiseite legen kann –: Zu allen Vorgängen im Kosmos gehört natürlich immer auch eine Energieform, eine Art elektromagnetisches Kraftfeld. Giordano Bruno hat dafür das Konzept der Monaden entwickelt. Den Kosmologen und Astronomen ist der Gedanke an eine ursächliche Kraft zu Beginn der Schöpfung wohlbekannt, darum suchen sie schon ein Jahrhundert nach der einen, für alles gültigen Kraft in der materiellen Natur. Dabei bezeichnen sie diese universelle Kraft meistens als «Licht». Dieser Begriff steht in der Physik nicht nur für das sichtbare Licht, einem kleinen Abschnitt im Spektrum aller elektromagnetischen Kräfte, von den längsten Langwellen bis zu den kürzesten Vibrationen aus dem Weltall, die von irdischen Messgeräten erfasst werden können. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass die Eingeweihten aller Zeiten auch von den unstofflichen Kräften im Jenseits und im Kosmos sowie im eigenen Mikrokosmos wussten. Die Ätherwelten, die astralen Kräfte, die mentalen und die drei nirvanischen Energiefelder der Natur waren ihnen wohl bekannt, und diese sollten dem allgemeinen Begriff „Licht“ hierbei hinzugerechnet werden. Es muss aber – wenn wir beim Originaltext im Neuen Testament bleiben – hinzugefügt werden, dass alle Kraftfelder des Universums keine unbelebten oder unintelligenten Kräfte physikalischer Wirksamkeit darstellen. Die Erkenntnis, dass in allen Welten und Kraftfeldern das universelle Bewusstsein wirkt, ist von fundamentaler Bedeutung. Die Lichtvibrationen, die Kraftfelder des Kosmos sind also im umfassendsten Sinn belebt, können sich und die Umwelt erkennen, deduktive Beschlüsse fassen und sinnhafte teleologische Aktionen und Kooperationen durchführen. Dabei ist das Grundprinzip der Resonanz auf die harmonische Kohabitation aller mit allen ausgerichtet.

Das Wort vom Anfang, der griechische Begriff «Logos», bezeichnet diese umfassende Bedeutung deutlich und unmissverständlich. Im universellen «Licht», dem «Logos» vibrieren sowohl die fundamentale Energie, das Licht, als auch ein dazu gehöriges, total integriertes eigenständiges Bewusstsein, Wahrheit, Weisheit, Liebe, Gerechtigkeit. Es ist der heilige Siebengeist, Gottes Name mit sieben Buchstaben. Die fehlgeleiteten Übertragungen des ursprünglich griechischen Begriffs rücken den Logos, Tao, Akasha oder Chi in die Nähe der Kommunikationswissenschaften, was eine ganze Reihe irreführende religiöse Konzepte ausgelöst hat. Diese Entwicklung hängt leider auch mit der antiken Attitüde der Mittelmeervölker zu Beginn unserer Zeitrechnung zusammen, einen persönlichen Gott zu verehren, den man auch plastisch in Stein gehauen in einen Tempel stellen kann. Sie alle beleben das Bild des „Gottes im Außen“, sehr wohl irgendwie metaphysisch, aber dennoch auch persönlicher Ansprechpartner, viel majestätischer als alle Könige, aber dennoch einbezogen in das Irdische, wenn auch überdimensional. Zu diesen göttlichen Weltbilder gehören dann auch irgendwo räumlich oder überräumlich existent so etwas wie ein Himmel, ein Garten Eden oder ein Sommerland und dann natürlich unterirdisch eine Hölle oder Hades, in der der Mensch oder seine Seele nach entsprechendem Wohl- oder Böseverhalten nach seinem physischen Tode seinen zukünftigen Aufenthalt verbringen muss.

Diese siebenfältige Kraft aus der Urmonade, die in sich und aus sich heraus alle weiteren Monaden hervorgebracht hat. In diesen und aus ihnen wurden alle Erscheinungen im All geschaffen und werden auch aktuell weiterhin hervorgebracht. Sie wirken absolut zielgerichtet und hochintelligent für deren Erhaltung und für die harmonische Evolution aller Lebewesen, Entitäten und Hierarchien, Galaxien, Kosmen, Sterne und Planeten des gesamten Universums.
Sie ist in sich und mit allen Monaden in einer hohen Ordnung kohabitativ strukturiert sowie hierarchisch untergliedert. Sie ist die Urmonade – das Urkraftfeld der ersten Offenbarung in IHM, Tao. Dieses erste Feld der Offenbarung, die Urmonas, die seit dem Anbeginn das universale Bewusstsein von IHM ist, wird in den unterschiedlichen Lehren der esoterischen Welt als das PSI-Feld, Brahman, Chi oder die Akasha etc. bezeichnet. Dem menschlichen Denken wird dabei ganz deutlich gezeigt: das All kennt nur eine einzige Perspektive, mit einem Anfang vor aller Schöpfung, der in fernster Vergangenheit an einem bestimmten Scheidepunkt beginnt, und einem vorher bedachten Ende, dem Eingang aller Monaden mit ihren involvierten, vollkommen entwickelten Lebewesen, in das universalen Bewusstsein. Es ist überaus problematisch, davon zu sprechen oder zu schreiben, denn aus der Sicht des irdischen Menschen existierte einstmals vor Beginn allen Seins das unkennbare, alles umfassende Feld des ungeschaffenen Gottes – das Feld, das vor allem Anfang ist und in aller Ewigkeit sein wird. Denn Zeit und Ewigkeit sind sich selbst stets gleich verfließend und dennoch unverflossen, ohne Anfang und ohne Ende. Die Männer des Sanskrit haben dieses Problem für sich gelöst, indem sie sich das Ein- und Ausatmen des Brahman dafür vorgestellt haben.

Für die Menschen ist immer ein unfassbares göttliches Lebensfeld existent, das uns Hermes Trismegistos in einem Lobgesang des Pymander beschreibt, das Dionysios Aeropagita in seinen mystischen Traktaten umreißen will. Es ist das Ahura Mazda, die allerhöchste umfassende Weisheit des persischen Zarathustra, die gleichzeitig auch die über alles und in allem wirkende Kraft aller Welten ist. Wenn auch die Menschheit nur in staunendem Anbeten vor ihr stehen kann, ohne sie wahrlich zu begreifen, so sind wir doch alle und ist das ganze All mit allen Geschehnissen und Bewusstheiten in ihr, der Urmonas geborgen, aus ihr sind alle weiteren Monaden hervorgegangen und in eine teleologische Evolution eingebunden, die alle Monaden und ihre vollendeten Wesen einmal wieder in dem universalen Bewusstsein, der Urmonas aufnimmt.
So steht in der Genesis geschrieben: zu Beginn der Schöpfung schwebte der Geist über den Wassern. Auch hier wird das göttliche Bewusstsein, die Wahrheit, die Sophia mit der fundamentalen Kraft – den lebenden Wassern, Symbol für die stets fließende, nie versiegende Kraft Taos – verknüpft. Die Schöpfung und alles was in ihr geschah, geschieht, und geschehen wird, entfaltet sich aus dem Geist, dem kraftvollen Bewusstsein, dem All-Wissen, der hohen Weisheit, der einen ungeteilten Wahrheit und den sieben Kräften, den Energien des Heiligen Lichtes, der Lebens-Vibration oder der Sphären-Musik.
Es ist der Sohn des Vater-Mutterfeldes, die erste Monade, das umfassende Bewusstsein. Sie offenbart sich sofort in der Dreiheit. Geist (Bewusstsein), Dynamik, Schöpfung (Realisation), der Ursprung von allem, die Offenbarung und der heilige Geist oder der Vater, der Sohn und die Mutter. Diese Trinität des Daseins durchtönt alle Kreationen im All bis hinein in die kleinsten Handlungen jedes animalischen Seins. In jeder Handlung klingt ein sinngebender Impuls, ein Gedanke und ein entscheidender Plan, ein Bedürfnis zur Realisation. Jede Handlung wird mit einer Kraft im Gefüge eines Gedankens und Begehrens durchgeführt. Oder andersherum gesagt: ohne Begehren und Bedenken entsteht keine Aktivität, ohne geplante energetische Wirkung wird keine Tat, keine Veränderung durchgeführt – offenbart sich keine Schöpfung. Jede Evolution steht in einer Idee (1), geschieht nach einem Plan (2), wird mit Energie vollzogen (3).
Nun ist es allerdings nicht so, wie es sich im Islam darstellt. Hier unten lebt der Mensch in seiner irdischen Welt und da oben ist dann allumfassend Allah. Das kosmische Geschehen ist in einer abgestuften Hierarchie aufgebaut. In sieben kosmischen Gebieten, wirken in den sieben Dimensionen sieben Kraftfelder. So gibt es dann auch im Allgeschehen einen Unterschied zwischen dem universalen und dem universellen Bewusstsein, der von besonderer Bedeutung ist, insofern die verschiedenen Strata und Galaxien im Universum richtig verstanden werden. Zunächst wäre dabei zu klären, dass das Bewusstsein selbst ein ganz besonderes Kraftfeld ist. Wie in vielen Schriften bereits dargestellt, ist es die Kraft, die allem Leben und allen Wesen, Entitäten, Kosmen und Mikrokosmen immanent ist. Es wird in China Tao genannt oder in der modernen Philosophie  PSI, Chi, oder in Indien von Shankara die Akasha, also die das All tragende fundamentale Vibration, das universelle Meer der lebenden Wasser. Eine Kraft ist immer auch eine Energievibration, in diesem Falle ist sich diese Kraft ihrer Selbst bewusst, ganz gleich in welchem Teilchen oder Teil der Gesamtschöpfung sie sich offenbart. Das alles umfassende Bewusstsein von Anbeginn bis in alle Ewigkeiten ist das universale Bewusstsein, die Urmonas, das allumfassende Schöpfungsfeld im unkennbaren Gott. Dieses beweist sich zum Beispiel auch als Bewusstheit in der Sonnenmonade, aus der Christus hervorging, um dem Kosmos Erde bei seiner Evolution zu helfen. Im Sonnenlogos vibriert ein universelles Bewusstsein, von dem ein Anteil im Kosmos der Erde als kosmisches Bewusstsein für das irdische Leben wirkt, und ein mikrokosmisches Bewusstsein aus der Monade dem Menschen für sein Denken zur Verfügung steht.

Im Mikrokosmos könnte man also ein umfassendes aurisches Bewusstsein erkennen.  Zudem gibt es in jedem einzelnen Kraftfeld des Mikrokosmos und des Kosmos, also im Äther, in der Astralis, in der Mentalis usw. jeweils ein eigens Bewusstsein. Alle „unteren“ Bewusstheiten sind anteilig in den höheren aufgenommen. Somit sind alle Bewusstheiten aller Galaxien und Kosmen des totalen Universums stets im universalen Bewusstsein eingebettet und kohabitieren miteinander. Grundsätzlich ist dabei auch zu bedenken, was den irdischen Vorstellungen von Kraftfeldern nicht unbedingt entspricht: Das Bewusstsein ermöglich auf jeder Stufe, auch im kleinsten Atom, ein Erfassen von sich selbst und der näheren Umgebung, auch der Kraftfelder in das es eingebettet ist, ein Bewerten der sich entwickelnden Sensationen, der erfassten Ereignisse und Zusammenhänge, sowie ein Bedenken und Planen von Reaktionen und ein Anlegen von Gedächtnisinhalten nach dem Isobaren Resonanzgesetz in kleineren oder größeren Modulen, Strings oder Holokumulies, Kluster o.ä. Von dort kann das Wahrnehmungsorgan des Bewusstseins, der Verstand, manchmal auch Vernunft genannt, – was nur eine Art von Selektionsmöglichkeit nach ideellen Vorstellungen bedeutet –, bestehende Erinnerungen aus den diversen Gedächtnissen abrufen und in das allgemeine Bedenken mit einbinden. Genau so wie wir uns das Denken vorstellen. Allerdings können die Aktionen des Bewusstseins in den drei höheren Kraftfeldern der nirvanischen Sphären nicht wirklich beschrieben werden. Es fehlen dafür einfach die geeigneten Worte. Und selbst wenn sie von einem Eingeweihten den Menschen in einer Vision geschenkt würden, wer vermöchte es dann richtig verstehen? (Selbst Christus, der große Eingeweihte in diese Mysterien, ist von seinen Aposteln nicht wirklich verstanden worden.) Heute würde es allerdings schon ausreichen, wenn sich viel mehr Menschen aus der Überschattung der dogmatischen Weltanschauungen, Philosophien und Religionen hervortreten könnten, um sich in das klare Licht des universellen Bewusstseins ihrer Monade oder des Christus zu stellen.

In unserer Natur findet jede Verwirklichung, jede neue Realisation in einem stofflichen Substrat statt, das nach der Absicht der höheren Kraftfelder – Astralis und Mentalis – über den Äther Form und Gestalt erhält. Die Realisation in der stofflichen Wirklichkeit kann nur innerhalb einer bewussten Triade geschehen, wobei die gemeinsame Wirkung aller Stofflichkeiten sehr unterschiedlich sein kann. Denn die unstofflichen Kräfte und ihre Manifestationen können die Menschen in dem materiellen Lebensfeld mit ihren fünf stofflichen Sinnesorganen nicht wahrnehmen. Da diese selbst als Organ aus Atomen und Molekülen mit einem stofflichen Körper über Nervenbahnen mit dem stofflichen Gehirn verbunden sind, können sie eben nur die äußeren materiellen Erscheinungen der Gegenstände oder Eriegnisse dem aktuellen Denken vermitteln. Nur die äußeren grobstofflichen Erscheinungen manifestieren sich wahrnehmbar in unserer sinnlichen Welt, obgleich sie ohne das Energiepotential des Ätherfeldes selbst niemals existent wären.

Ob es ihm nun bewusst ist oder nicht, bei allem Tun und Handeln steht der Mensch stets im Verbund mit allen ihn umgebenden Kräften, die ihn beim Denken, Begehren und Handeln leiten und führen, ja, die ihm das Bewusstsein seiner Aktivität in der Form schenken, so dass er sagt: Ich habe es getan! Allerdings hören wir von Gustav Meyrink, zitiert in seinem Traktat „Die Verwandlung des Blutes“: In dem indischen grandiosen Epos „Die Bhagawadgita“, das ausführlich über Yoga spricht, wie wohl kein zweites Buch, heißt es: »Jedwede Tat, die hier geschieht, geschieht nach dem Naturgesetz.–‘Ich bin der Täter dieser Tat‘ – ist selbstgefälliges Geschwätz!« – Alles Handeln durch den Menschen, alles Wirken des Mikrokosmos für den Kosmos, kann nur geschehen, weil in ihm eine Anknüpfungsmöglichkeit mit den Kraftfeldern des All implementiert ist. Er ist nicht die Kraft selbst, aber sein Leben zeugt von den Kräften, die durch ihn wirken können. Darum sagt auch Johannes im NT: «Ich bin nicht der Messias, aber ich zeuge von ihm.» Es wird in diesem heiligen Buch nicht nur eine Prophetie geschildert, sondern in ihm wird eindeutig auf eine grundlegenden Gesetzmäßigkeit in der Schöpfung hingewiesen. Jede Tat aus bewusstem Krafteinsatz kann nur geschehen, weil der Handelnde lichtfähig ist – wie Eckartshausen sagt – weil seine mikro-kosmischen Kraftfelder die Kräfte aus dem All assimilieren und diese für die beabsichtigte Aktion wirkfähig umwandeln. Jeder Mensch vermag darum nur die Energie verwenden, die mit ihm eine Verbindung eingegangen ist, weil sie von ihm angezogen werden konnte und ihn darum durchströmt und belebt. An der Art und Weise, Dynamik und Melodie, sowie der Zusammensetzung dieses Stroms von Kräften kann jeder Mikrokosmos gesehen und von dafür geeigneten Wesen – Menschen, Devas, etc. – erkannt werden. Dies geschieht in vielfacher Hinsicht, zumal die Menschheit als Ganzes einen Auftrag zu erfüllen hat, wobei jeder, ebenso wie in einem Orchester bei einer Symphonie seine Partitur zu spielen hat. Diesbezügliches Fehlverhalten wird liebevoll korrigiert, was sich bis in körperliche Veränderungen auswirken kann, die vom Menschen nicht unbedingt für gut befunden werden.

Aus dieser Sichtweise ergibt sich eine weitere sehr bedeutsame Perspektive. Jedes Lebewesen, jeder einzelne Mensch, jedes Tier, jede Pflanze ist an seinem Platz und auf seine Weise immer ein mitverantwortlicher Akteur im Allgeschehen. Denn alles, was irgendwo geschieht, ist stets eingebettet in das universale Bewusstsein, die Akasha, in die alles und alle anderen mit ihren Reaktionen ebenfalls eingebettet sind, und auch in die Energiefelder, die Wasser des Lebens, die für alle ausgegossen werden. Der bekannte Satz aus der Genesis: «Der Geist schwebte über den Wassern…» – sagt es sehr gut aus: alles Sein sind Kraftfelder mit Bewusstsein.

So wird uns in der indischen Philosophie, unter anderem in den Upanischaden und der Baghavadgita erklärt, dass Brahman im Menschen nur wirken kann, wenn Atman in ihm einen Platz gefunden hat. Die wahre Wissenschaft entfaltet sich also stets im Wechselspiel zwischen dem universalen Bewusstsein der höchsten Offenbarung des Siebengeistes, dem eingeborenen Sohn und der hervorbringenden Harmonie im Mikrokosmos. Alles Wirken des Menschen ist immer die wahrhaftige Offenbarung seines totalen Seins in allen seinen Feldern. Oder anders gesagt, in seinem Tun und Handeln zeigen sich stets die Kraftwirkungen, alle bewussten und unbewussten Absichten und Begehren, bilden sich die Komponenten ab, die ihn handeln lassen. Für den Menschen, der das weiß und sehen kann, bleibt nichts verborgen.

In unseren Tagen der beginnenden Aquariuszeit ist es eine der höchsten Aufgaben für alle Menschen, sich von allen Egoismen zu verabschieden und die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass jeder im Feld des allumfassenden Bewusstseins mit jedem verbunden ist. Jeder Gedanke, jede Handlung hat eine Auswirkung auf alle anderen Mitbürger unseres Lebensfeldes und darüber hinaus. Was sagt uns Mirdad (Akteur in dem gleichnamigen Buch von Mikhaïl Naimy) über unser Denken: «Jeder Gedanke ist wie mit großen Lettern an den Himmel geschrieben, und jedes Wort kann von aller Welt gelesen werden.» Und die Chaostheoretiker wagten zu behaupten: Ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Mexiko kann einen Tornado in China auslösen.
Liest man in den heiligen Büchern und Folianten, dann stolpert man ziemlich oft über Aussagen wie: Du sollst; Du musst! etc.. Es sollte einem bewusst werden, dass das alles keine Vorschriften und Gebote für einen verirrten Materialisten sind, der sich als unabhängige Persönlichkeit in der Freiheit seines Seins erfindet, sondern diese Aussagen formulieren ein prinzipielles Grundgesetz: Alles und alle sind miteinander verwoben wie in einem großen schillernden Seidentuch aus Marrakesch. Und wer an der einen Seite des wunderschönen Tischtuches einen Faden zieht, reißt möglicherweise die ganze Tischdekoration mit herunter. Im Nachhinein, wenn das Unglück geschehen ist, will es niemand gewesen sein. Und sie haben natürlich aus ihrer Perspektive eines Materialisten so recht, denn sie konnten die unstofflichen Wirkkräfte nicht mit ihren materiellen Sinnen und ihrer eingebildeten materialistischen Denkweise verfolgen.
Das Weltgeschehen beweist: es ist genug falsches Denken und Handeln von Menschenhand geschehen, in dem das Resonanzgesetz des irdischen Tränentals ignoriert wurde. «Sie haben Augen und können nicht sehen, sie haben Ohren und können nicht hören.» Dennoch wird das Chaos immer und immer wieder fortgesetzt. An allen Orten ist es zu merken und die Verwirrung und das Leid der Menschen wird täglich größer. Die Menschen verhalten sich wie der in der Ballade von J.W. von Goethe beschriebene Zauberlehrling, der die hervor gezauberten Besen nicht mehr beim Wasser-Holen bändigen kann.

Wer wahrlich geisteswissenschaftlich arbeiten will, wer zu höherer Erkenntnis kommen will, wird die heiligen Bücher und Philosophien aller Kulturen aus der Perspektive der menschlichen Evolution studieren müssen, die noch nicht abgeschlossen ist und noch auf ihre Vollendung im Allbewusstsein harrt. Aber nicht nur studieren und theoretisieren, bis die Gedankenwolken in den Hörsälen dick zum Schneiden geworden sind! Vielmehr sollte jeder Student die Quintessenz der Gedanken in die eigene Lebenshaltung hineinziehen, wenn die Theorien es ermöglichen. Wenn sich die Philosophien allerdings nur um sich selbst und ihre eigenen Aszendenten drehen, dann sollte man sie schnellstens dem Antiquariat überlassen. Dabei ist heute wohl weltweit ein alles entscheidender Schritt von möglichst vielen Menschen zu machen. Aber das wird in der uns umfangenden Sphäre der rächenden Äonen nicht so leicht werden. Nahezu alle Religionen und Philosophien, und natürlich alle ihnen unterliegenden Wissenschaften beschreiben „Gott“, oder wie er auch immer in anderen Sprachen oder Zivilisationen genannt wird, außerhalb des Menschen. Es ist immer ein Hier und ein Dort, hier der Mensch und dort das Göttliche, die Welt der Ideale. Mit dieser Annahme, Hypothese oder Fiktion, die diesem nahezu unausrottbaren Dogma der letzten Jahrtausende werden alle Gläubigen für einen Archont und seine Äonen ausgebeutet. Besondere Stärke und Ausbeutungsdramatik erreichten alle diejenigen Götter, die personifiziert und mit Hilfe von Statuen oder menschenähnlichen Plastiken dargestellt, mit Opfergaben verehrt und angebetet wurden, wegen egoistischer Wunscherfüllung. Aus meinem Elternhaus erklingt die mütterliche Ermahnung: „Hilf Dir selbst! Dann hilft dir Gott!“ Dieser Satz bekommt jetzt eine tiefe Bedeutung, denn es geht nicht darum, dass irgend ein Gott mir helfen wird, wenn meine kleinmenschliche Hilfe zu versagen droht, nachdem ich mich unsäglich bemüht habe. Nein und abermals nein. Der Gott ist nicht außerhalb des Mikrokosmos. Er ist ein wesentlicher Teil des Systems, sogar der absolut wesentlichste.
Ich muss ihn nur erwecken. Das Vermögen dazu ist implementiert: Atman, der eingeborene Sohn, die Verbindung mit der Monade. Für diese Erweckung der höheren Begehren, der höheren Astralfelder des Mikrokosmos, und des höheren Denkens und Erfassens mit den noch fehlenden Ansichten der Mentalis, muss der Mensch aktiv die Verwirklichung der persönlichen Heiligung in der Materie völlig aufgeben. Die Anhänger des alten Humanismus, der unsere Kultur hat versteinern lassen, lehnen eine solche Vision total ab. Sie stellen sich vor, der Mensch habe dann kein individuelles Ziel mehr, er verliert seine Persönlichkeit . Wie könnte der Mensch, der zu einem viel höheren Denken vorgestoßen ist, der alle niederen Begierden auf das biologische Minimum reduzieren konnte, ohne jedes Verzichtserlebnis, wie könnte er den Verlust seiner materialistischen Erscheinung als schmerzhaft erfahren? Ihm wurde die zur Zeit höchst erfahrbare Möglichkeit seines „göttlichen“ Bedenkens und Erfassens geschenkt, eingebunden in die Gedächtnisse aller mentalen Felder des Sonnenkosmos. Die aktuelle Persönlichkeit ist nicht das höchste Gut des Menschen und auch nicht die Krone der Schöpfung. Sie ist Teil eines sich entwickelnden Mikrokosmos, einer sich weiter entfaltenden Zelle innerhalb des Kosmos, die zu einem neuen Evolutionsschritt gedrängt wird. Die Überlieferungen und die kosmischen Entwicklungen fordern die Menschheit auf, alles irdische materielle Hin- und Hergeschiebe auf allen Ebenen, also Sport, Kommerz, Kunst, Kultur, Humanität Karitas und Religion, insoweit es über die Grunderfordernisse der irdischen Existenz hinausgeht, aufzugeben, um zu dem einen fundamentalen Ziel zu gelangen. Das wahrhaft erwachte Denken und Erfassen stößt vor in einen weiteren Bereich der universellen Kommunikation des universalen Bewusstseins, in dem die Wesen und Entitäten für die Kohabitation aller Galaxien im All wirken. Dafür kann bereits heute die persönliche stoffliche Existenz viel weiter begriffen und als ein Instrument des Erwachsenwerdens verwendet werden, während sie gleichzeitig, ohne Schaden zu nehmen, mit dem kollektiven Leben aller Kosmen des Sonnenlogos verschmilzt. Das Motto, das dem Hermes Trismegistos nachgesagt wird: «Alles empfangen, alles umwandeln und dann alles wegschenken!» – ist die grundlegende Formel für das universelle Resonanzgesetz, für die Wirkung und Erleuchtung allen Seins. Die Schöpfung im All verläuft nach diesem Spiegelgesetz: «Gib, so wird Dir gegeben.» Wer viel gibt, dem wird viel gegeben. Wer wenig gibt, dem wird auch das noch genommen, was er bereits hat, sagt Jesus im NT zu seinen Jüngern!

Trennen wir uns endgültig von den Ideologien der experimentellen Freiheitsphilosophie der vergangenen Jahrhunderte und beginnen wir als wahrlich moderne Menschen zu akzeptieren, dass viele Hinweise im Neuen Testament oder anderen heiligen Büchern keine Gebote oder Verbote sind, denen wir von „Gottes“ wegen gehorchen müssen, wobei wir uns unter Umständen noch überlegen können, ob wir sie befolgen müssen oder nicht. Die Gesetze, die Jesus konkret und in Gleichnissen vor seine Jünger oder Zuhörer stellt, weisen auf die grundlegenden, stets ablaufenden Gesetze hin. Alles Leben und Sein läuft nach diesen einmal gesetzten Prinzipien des Universums ab. Und es ist noch niemals ein Held geboren oder ein Demiurg geschaffen worden, der auch nur einen Tüttel daran ändern konnte. Jeder wird das ernten, was er gesät hat, auch wenn er längst kein Bauer mehr ist. Auch ein Banker wird seinen Lohn einstmals erhalten, je nach der Messlatte seiner Verwirrspiele. In dem fundamentalen Prinzip der Nemesis, der isobaren Resonanz, zeigt sich das Bild der Verantwortung eines Jeden für sich selbst, aber auch seine sehr persönliche Verantwortung für die ganze Schöpfung. Daran wird er nach seinem stofflichen Ableben gemessen werden. Da auch sein Mikrokosmos einmal als ein voll funktionsfähiges Werkzeug in das Allgeschehen integriert werden soll, wird er im Jenseits ganz besonders für ihn kalibrierte Ereignisse absolvieren müssen, die dann auch seine Einsichtsfähigkeit trainieren und zu höheren Denkmöglichkeiten befähigen wird.

Wer heute bereits bei allen seinen Aktivitäten immer weiß, dass er in der fundamentalen Kraft des Allbewusstseins geführt wird, die von vielen Menschen als Christus bezeichnet wird, von dem Kraftfeld, ohne das wir Menschen ohnehin nichts tun können, der bekennt jetzt schon einen Irrtum der Selbstheit, die Verlogenheit des Egoismus. Ein solcher Mensch wird in einen Strom des evolvierenden Bewusstseins aufgenommen, denn die Barmherzigkeit, die Liebe und die Weisheit des Allbewusstseins sind stets vollkommen. Die Harmonie und die Ordnung im All werden durch das Resonanzgesetz beschirmt, bis alle Evolution zum universellen Bewusstsein erfüllt sein wird. In der ägyptischen Urgnosis kann man den uralten Gedanken finden: „Wer sich innerlich sorgfältig in die Evolution seines Denkens und Seins vertieft und alles damit verbundene mit den erwachenden Augen seines erhöhten Begehrens beharrlich betrachtet, wird den Weg zum erneuerten Denken und Erfassen finden; oder noch richtiger: Die Vorstellung des universalen Bewusstseins selbst wird jeden auf diesen Weg führen. Die innerliche Ausrichtung auf diesen Weg der Erleuchteten hat zur Folge, dass sie jene, die mit einer solchen Hinwendung einmal begonnen haben, in ihrer Macht umfangen hält und zu sich nach oben zieht, wie ein Magnet das Eisen.“
Bei aller Religion geht es also nicht um die Vernichtung oder Auflösung des bestehenden Menschen, sondern um eine grundsätzliche innere Evolution des Begehrens und Denkens. Innerhalb der anstehenden Inkarnationszyklen werden sowohl das Astralfeld als auch das Mentalfeld vollendet, damit in den nachfolgenden Inkarnationen die nirvanischen Felder dem Mikrokosmos eingegliedert werden können. Selbstertötung und Askese in allen ihren irdischen Erscheinungen sind Vortäuschungen. Letztlich dienen diese Fehlinterpretationen nur den jeweils zugehörigen Äonen, um den Menschen ihrer Äther und astralen Kräfte zu berauben, wie der Schäfer seine Schafe hält, um sie nach pfleglicher Behandlung jährlich scheren zu können. Ja, es ist eigentlich noch viel schlimmer. Jeder Verzicht auf die notwendigen körperlichen und psychischen Bedürfnisse des natürlichen menschlichen Miteinander bedeutet, dass ungenutzten Energien des Mikrokosmos freibleibend in das Jenseits ausgestoßen werden, wo sie sich entsprechend ihrer egoistischen Polarisation zusammenballen, um sich von dort erneut mit Menschen zu verbinden, die aus karmischen Gründen für sie empfänglich sind. Diese werden dann durch die unbewusste Beeinflussung zu höchst unappetitlichen Steigerungen, z.B. der Fresssucht oder der Sexualität angestiftet. Auch um diesen unüberschaubaren Folgen intelligent vorzubeugen, sollte sich jeder bei aller mentalen Ausrichtung normal und vollkommen natürlich verhalten, dem eigenen Körper und auch seinen Mitmenschen, der Natur und der Gesellschaft gegenüber, maßvoll und völlig neutral.


Worterklärung

Das Resonanzgesetz
Auf eine einfach Formel gebracht heißt es: Gleiches zieht Gleiches an. Es kann am schönsten mit einer Stimmgabel ausprobiert werden. Stellen wir eine Stimmgabel, die auf den Kammerton A‘ abgestimmt ist, fest auf eine Tischplatte. Spielt nun ein Pianist auf seinem Klavier den Kammerton A‘, dann erklingt auch die Stimmgabel und überträgt diese Vibration direkt auf die Tischplatte. Dieses Modell mit dem Piano und der Stimmgabel symbolisiert die Art und Weise, wie das ganze All miteinander kommuniziert. Es kann auch als die isobare Resonanz bezeichnet werden.

Nicht der Schwingungskörper als solches ist wirklich entscheidend, obgleich nicht unbedeutend, denn er muss rein schwingen können, sondern die spezielle Vibrationsaffinität, der Vibrationsschlüssel. Sympathie heißt Mitleiden. Man kann auch Mitschwingen sagen. Beachtet man dabei ein wenig die Wellentheorie der Physik, werden einige charakteristische Eigenschaften der elektromagnetischen Resonanz deutlich, die für alle Kraftfelder gültig sind. Für jede Welle oder Vibration kann eine Grundschwingung bestimmt werden, die von verschiedenen Parametern abhängig ist, denn die Schwingung entwickelt sich in einem Kraftfeld, in dem vor allem der Pulsator die Grundfrequenz – Länge und Amplitute der Wellen – bestimmt. Man könnte sie auch als Grundfarbe benennen oder als Grundton. Die Basisvibration bekommt dort Eigenschaften der Energie, Lichtfülle, Schnelligkeit und Intensität oder andere. Diese Grundschwingung kann von einer anderen Vibration, z.B. einer Melodie, überlagert werden, wodurch die Basisschwingung nicht verändert wird. Diese Überlagerungen, in der Musik als Melodien bekannt, können auf der Grundschwingung mehrfach aufgesetzt sein. Dabei müssen sie allerdings immer den selben Vibrationsschlüssel wie die Basisschwingung haben. Das ist natürlich immer gewährleistet, wenn Basisvibration und Melodie zum gleichen Kraftfeld gehören und dort integriert sind.
Die Menschen leben in einem Spiegelkabinett, könnte man sagen. In Indien ist der Begriff Maya für alles materielle Geschehen ganz normal. Alle Bewegungen in den Kraftfeldern des Mikrokosmos und alle Kommunikation mit diesen zu den Sphären des Kosmos ist nach den Spiegelgesetz oder Resonanzgesetz organisiert, ganz gleich ob mit der materiellen Wahrnehmung oder mit der ätherischen, astralen und mentalen „Schau“. Immer und überall gilt: „So wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch heraus!“ Darum gibt es auch den weisen Ratschlag: „Was Du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem anderen zu!“ Da aber der Mensch, wie jeder bei sich selbst und in der Welt sehen kann, diesen Rat keineswegs ununterbrochen befolgen kann, und viele internationale Katastrophen gelegentlich das totale Gegenteil zu beweisen scheinen, gibt es wohl eine starke Behinderung dafür. Dennoch bleibt das Motto, das dem Hermes Trismegistos nachgesagt wird, stets und überall gültig: «Alles empfangen, alles umwandeln und dann alles wegschenken!» – ist die grundlegende Formel für das universelle Resonanzgesetz, für die Wirkung und Erleuchtung allen Seins. Die Schöpfung im All verläuft nach diesem isobaren Resonanzgesetz: «Gib, so wird Dir gegeben.» Wer viel gibt, dem wird viel gegeben. Wer wenig gibt, dem wird auch das noch genommen, was er bereits hat, sagt Jesus im NT zu seinen Jüngern!

 

Vision 13. Februar 2016; redigiert 15. Mai 2017

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12 Nachwort Basis der Evolution

Post Skriptum

Warum interessieren sich eigentlich so wenige Menschen für die tatsächlichen Zusammenhänge in der Welt, damit sie ihr Leben effektiver, friedvoller und toleranter gestalten?

Es macht wenig Sinn, den ganzen Inhalt des Buches «Basis der Evolution» an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen, wiewohl darin die Antwort auf die gestellte Frage ausführlich beschrieben wird. Für das Begreifen ist es für viele Menschen heute notwendig, die umfangreichen Beschreibungen der einzelnen Faktoren in ihren Zusammenhängen von Körper, Bewusstsein und Denken übersichtlich darzustellen.

Darum werden hier einige Fakten noch einmal als Zusammenfassung angeboten:


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


1. Die lieben Gewohnheiten
Der Mensch ist von Natur aus ein Gewohnheitstier. Weil das Dasein im gesellschaftlichen Kontext sich vielfach als ein Kampf um das existentielle Überleben darstellt, werden alle komplexen Lebensanschauungen zu einem vor Ort pragmatischen «So-ist-es!» zusammengeschrumpft, in dem das tägliche Dasein problemlos abgewickelt werden kann. Es ist tatsächlich die Aufgabe des Verstandes (Haupt) und des Empfindens (Herz), den Menschen davor zu schützen, von der Menge größtenteils für die Selbst- und Arterhaltung unnützen und belanglosen Wissens überwältigt und verwirrt zu werden. Herz und Haupt erfüllen diese Aufgabe, indem sie das meiste dessen ausschließen, was der Mensch sonst in jedem Augenblick erfassen würde, und nur die sehr kleine und besondere Auswahl übrig lassen, die voraussichtlich für die eigenen Vorstellungen in seinem kulturellen Modell praktisch nützlich ist.
Weil der Mensch sich selbst zunächst als ein animalisches Lebewesen erfährt, wird es von ihm als seine Pflicht und Aufgabe angesehen, um jeden Preis am Leben zu bleiben (Selbsterhaltung) und die menschliche Art durch Vollzug der «Liebe» (Arterhaltung) auf Biegen und Brechen zu erhalten. Damit ein biologisches Überleben möglich werde, müssen die Gesamtinformationen aus allen Gedächtnissen und Wahrnehmungen – auch aus den nicht sinnlichen erfassbaren Aspekten der unstofflichen Welten – durch das Reduktionsventil der eigenen Vorstellungen, Traditionen und Dogmen vom Leben und «göttlichen Sein» hindurch fließen. Was am andern Ende heraus kommt, ist meist nur ein «spärliches Rinnsal» der Art von Erkennen, das dem Menschen hilft, auf der Oberfläche unseres materiellen Planeten existent zu bleiben.
Um die Inhalte des so verringerten Erfassens zu formulieren und auszudrücken, hat der Mensch die sprachlichen Symbolsysteme und religiösen Philosophien erfunden und endlos mit Worten und Sätzen geschmackvoll ausgestaltet. Jeder Mensch ist zugleich der Nutznießer und das Opfer seiner kulturellen Tradition, in die er hinein geboren wurde, – der Nutznießer insofern, als die Sprache Zugang zu den aufgespeicherten Berichten über die Erfahrungen anderer Menschen gewährt; das Opfer insofern, als sie ihn in dem Glauben bestärken, dieses reduzierte Erkennen sei eins mit der Wahrheit, und seinen Wirklichkeitssinn so verwirrt, dass er nur allzu gern bereit ist, seine Begriffe und Vorstellungen für gegebene Tatsachen, seine Dogmen für unumstößliche Fakten zu halten. Was in der Sprache der christlich-jüdisch-moslemischen Religion «diese Welt» genannt wird, ist das Universum verminderter Einsicht, ausgedrückt und sozusagen versteinert in der Sprache der angeblich heiligen Bücher.

Darum werden auch der Jugend nur die Methoden für diesen Kampf gelehrt. Alle weiteren Lebensmodelle werden meistens mit gewichtigen Philosophien und Theorien über die erfolgreichen Traditionen und standardisierten Religionen mit ihren verbindlichen, weil göttlichen Gesetzen und Tabus festgeschrieben. Damit ist ein zügiges und leicht überschaubares Programm für das künftige Dasein als Erwachsener gesichert. Es existiert im Menschen nirgendwo ein Metaprogrammierer, der das bestehende traditionelle Programm nach antiquierten und funktional überholten Ritualen überprüft. Die Einsicht, dass die überall hoch verehrten Traditionen in Nahrungsbeschaffung, Gesellschaft und Religion jede persönliche Entwicklung stagnieren lässt, wird höchstens am Rande von einer rebellischen Jugend diskutiert. Jedoch reichen diese Anstöße durch Protestaktionen und Demonstrationen nicht zur Veränderung der grundlegenden Einstellungen in der Gesellschaft.

2. Von metaphysischen Naturkräften geführt
Der Mensch wird bei allem Denken und Handeln immer von ihm unbekannten Naturkräften geleitet, die er wenig oder gar nicht nach seinen Wünschen und Vorstellungen beeinflussen kann. Zumal er sie meistens wegen seinem ignoranten Hochmut auch nicht wahrnehmen will. Nach westlichen Anschauungen der anerkannten Wissenschaften und der diese vertretenden Massenmedien existieren derartige okkulte oder parapsychologische Kräfte nicht. Auch wenn die Menschheit als Ganzes die Wirkungen der Naturkräfte durch ihre prinzipielle Lebensausrichtung mitbestimmt, so ist der Einzelne sich dieser Auswirkungen selten bewusst. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die aus dem Jenseits operierenden gewaltigen Äonen und Archonten oder die Asuras (vedisch) absolut keinerlei Interesse an einem Fortschritt der Menschheit auf dem Evolutionsbogen haben. Sie würden sonst ihre Ernährungsgrundlage verlieren. Durch Pflege der Traditionen – auch für touristische Attraktionen –, durch intensive Wiederbelebung aussterbender Sprachen und durch gesponserte, archäologische Gedenkstätten mit jährlich zelebrierten Landesfesten sichern sie sich ihr Überleben in den astral-mentalen Gebieten der Spiegelsphäre. Solange die Menschheit ungestört in den autorisierten Denkparametern der Vergangenheit weiterlebt, spendet sie ausreichend astrale und ätherische Kräfte an die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie Paulus sie seinerzeit benannte. Eine wirkliche Umwendung in der Lebenshaltung würde natürlich eine drastische Veränderung der menschlichen Emanationen in die unstofflichen Felder bedeuten.

3. Angst und Einsamkeit
Es gibt sehr viel Angst in den Menschen und sehr viel Einsamkeiten, vor allem im Alter. Um mit den damit verbundenen psychologischen Problemen einigermaßen zurecht zu kommen, schützen sich die meisten Menschen durch permanente Verdrängung der auslösenden Komplexe. Ein Großteil benutzt dafür die gesellschaftlich sanktionierten Ablenkungen durch Fernsehen und Internet; ein anderer Teil schützt sich vor den inneren Verunsicherungen durch Betäubung mit den anerkannten Drogen, Alkohol, Nikotin, Haschisch, Schmerztabletten etc. Eine andere Gruppe flüchtet bevorzugt in Gruppen, Organisationen oder Institutionen, die in ihren Lebensanschauungen und Philosophien weltanschauliche Bewahrungs- und Trosttheorien vertreten. Häufig kann folgende Grundstruktur festgestellt werden: Wenn der/die Gläubige regelmäßig «dieses oder jenes» tut, dann wird ihm/ihr verziehen und die «Sünden» vergeben. Was auch immer darunter zu verstehen ist. Durch dieses oder jenes Ritual, durch regelmäßige Prozession oder eine Pilgerreise wird ihm/ihr die Gnade dieser Schuldvergebung zuteil. Das gemeinsame Gruppenerlebnis auf den «Ghats» am Ganges, bei der «Kaaba» in Mekka, beim Rundweg um den «Kailasch» oder auf dem Petersplatz in Rom ist schon eine ekstatische Besänftigung all der persönlichen Ängste, die von den zuständigen Priesterschaften auch noch geschickt geschürt werden, damit alle «Schäflein» regelmäßig wieder kommen. Eine fundamentale Verarbeitung der verständlichen Lebensängste wird von diesen Institutionen verständlicherweise systematisch vermieden.

4. Karmische Konflikte aus den Inkarnationen
Die karmischen Grundstrukturen im Langzeitgedächtnis des aurischen Wesens, in der Lipika, drängen jeden Menschen, seine noch nicht gelösten Konflikte aus früheren Inkarnationen des Mikrokosmos, in einem Leben auf der planetaren Existenzebene auszulöschen. Dafür muss er/sie mit der stofflichen Person die Begegnungen in Beruf, Familie und Gesellschaft wachsam austragen und, wo und wenn es geht, auch im Hier und Jetzt auflösen. Leider ist der Mensch dabei immer bemüht, die bereits bewährten Methoden aus der autorisierten Literatur vergangener Zeiten für diese Lebensaufgabe umzusetzen. Je älter das Dokument, je antiquierter der Autor, desto «wahrhaftiger» und erfolgreicher werden seine Gedanken autorisiert. Dieses reaktionäre Verhalten wird selbstverständlich von allen Äonen unterstützt, die sich schon in vorhergehenden Zeiten von dieser Quelle ernähren konnten. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vollständig übersehen, dass nicht die Persönlichkeit inkarniert, sondern das mikrokosmische Wesen, das bei jeder Geburt einen neuen Menschen als Werkzeug für die Evolution aufbaut. Die Person ist also keineswegs schuldig an den in der Lipika gespeicherten Komplexen. Diese Einsicht würde manches Fehlverhalten intelligenter Menschen vermeiden helfen, auch dann, wenn sie trotzdem bemüht bleiben, ihre karmischen Verpflichtungen anzunehmen und abzuarbeiten.

5. Die großen Äonen sorgen für Krieg
Viele Katastrophen und Kriege werden von den Machenschaften der großen Äonen im Jenseits ausgelöst und von dort gezielt gesteuert. Unglücklicherweise tragen die Grundmechanismen der Bipolarität in der komplementären Resonanz auf den weit verbreiteten Humanismus und die Karitas sehr stark dazu bei. Es ist absolut bedauerlich, dass ausgerechnet die guten Taten der internationalen Hilfsorganisationen, des «Roten Kreuzes» oder der «Johanniter» etc., alle gut gemeinten Gedanken weltweit in Kirchen, Moscheen oder Tempeln oder in internationalen Gremien – wie die UNO und die UNESCO – als Reflex in der Bipolarität eine schlechte Tat und/oder einen bösen Gedanken auslösen. Das bedeutet, die großen Veranstaltungen esoterischer Gruppen, der christlichen Kirchen, buddhistischer oder hinduistischer Verbände mit gemeinsamen Gebeten für den Frieden haben als negativen Reflex direkt das Böse, also meistens den Krieg oder andere die Menschen belastende Konflikte. Dass der Kriegsäon seit Tausenden von Jahren von der Grundsehnsucht des Menschen nach Brüderlichkeit und Frieden profitiert, bleibt leider eine von den Menschen unbemerkte Tatsache, weil die unstofflichen Lebensfelder leider von der Menschheit ignoriert werden. Natürlich haben alle Länder auch ihren eigenen Archont, auch alle großen Religionen, Institutionen und globalen Konzerne werden von einem sehr alten Äon geführt. Meistens sind sie bereits über lange Zeiten in die ersten okkulten Religions- und Herrschaftsimpulse an der Wiege der Menschheit eingebettet.

6. Bestandsaufnahme und Zukunft
Alles zusammen genommen lebt der Mensch heute immer noch vorzugsweise reaktionär. Man muss deutlich hervorheben, er wird unter dem Einfluss der Äonen in dieser Lebensweise gehalten und täglich bestärkt. Nur in der Jugend und unter besonderen Bedrängnissen oder verhängnisvollen Unglücken beginnt der Mensch, seine Überlebensstrategien zu überdenken und fundamentale Verhaltensstrukturen zu verändern. Natürlich kann der Handel und der aktuelle Tourismus sehr viel dazu beitragen, dass Menschen durch Reisen fremde Kulturen kennen lernen können und dadurch ins Nachdenken kommen, möglicher Weise sogar die eigene Lebenshaltung ändern. Das alles geschieht dann meist sehr vorsichtig, damit man mit den gewohnten gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht in Konflikt gerät.
Die beginnende Aquariusperiode schafft der Menschheit dynamische Möglichkeiten. Der Einfluss der Monaden auf die Mikrokosmen wird verstärkt wirksam, so dass die innere Sehnsucht nach einem freien und friedlichen Miteinander immer stärker wird, wobei gleichzeitig die Tendenz zu außersinnlichen Wahrnehmungen und ihre Anerkennung in breiteren Schichten vor allem der europamerikanischen Bevölkerung zunehmen wird. Es sollte hier nur auf die umfangreichen Studien von Michael Murphy hingewiesen werden. Aber auch andere Gedankenmodelle aus Ost und West tragen diese Zukunftsvision einer geistigen Evolution.
Zudem wird eine fundamentale Verwandlung im menschlichen Lebensverhalten kommen: die Aquariusperiode beschert der Menschheit neue Inkarnationen von Menschen. So werden in den künftigen Mikrokosmen heranreifen, die mit einer vollendeten Astralis und möglicherweise zentrierten Mentalis ausgestattet sind, wodurch die Menschen dann über eine total andere Wahrnehmungs- und Denkstruktur verfügen. Andeutungen über deren Einsichtsmöglichkeiten, Heilmethoden und empathisches Verhalten kann der aufmerksame Leser sogar im Neuen Testament finden, in den Geschichten um Jesus, den Christus, der der Menschheit diese Verheißung vorgelebt hat. Das wird ein Revolution besonderen Ausmaßes auf der Erde auslösen, deren Weiten und Höhen dem reaktionären Bedenken unvorstellbar sind und bis jetzt – 2018 –noch von niemandem wirklich erfasst werden konnten.

Ein außergewöhnliches Fazit

Die nachfolgenden Grundgedanken der mir geschenkten Vision befassen sich mit einer völlig anderen Sicht auf die christliche Religion, so wie diese in den bislang veröffentlichten spirituellen Theorien, esoterischen Weisheitslehren und die daran anknüpfenden aktuellen Philosophien dargestellt werden.

1. Es gibt keinen Sündenfall.
Jeder Mensch, der sich schon einmal etwas intensiver mit der irdischen Natur beschäftigt hat, wird auch erfasst haben, dass in der Natur alles nach einem Erhaltungsprinzip geregelt ist. In der Biophysik gilt das Gesetz der Erhaltung der Energie; Nichts geht verloren. Im Prinzip gibt es auch keinen Tod, nichts wird vollkommen vernichtet, alles wird nur in eine andere Seinsform umgewandelt oder in einer anderen aufgenommen. So verändern sich die Formen in Fauna und Flora und trotzdem bleibt alles auf Erden erhalten, egal ob über der Erde, in der Luft, in den Meeren und Seen, oder unter der Erde in den mineralischen Lavagluten. Darum ist auch der Gedanke, jemand oder etwas in dieser Natur ist schuldig, völlig abwegig. – Wie kann ein Mensch oder Wesen in diesem sich selbst erhaltenden Lebewesen Erde mit einer Absonderung «Sünde» von einem «göttlichen Lebensfeld» bestraft werden? – Kein Wesen muss einen Weg «zurück» gehen, aus einer «niederen» Natur in eine göttliche Natur mit Fasten, Beten und Arbeiten, schon gar nicht mit Askese, Opfer oder Pilgerreisen unter Strapazen. Alle diese von zahllosen Religionen propagierten Methoden auf dem Weg zur «Erleuchtung» dienen nur der ätherisch und astral-mentalen Ausbeutung der Gläubigen. Darum ist es nur gut zu verstehen, dass sich immer mehr Menschen von diesen dogmatischen Denkmustern verabschieden.
Alles Leben verlief und verläuft seit Jahrmillionen nach einem Entwicklungsplan höchster Ordnung unter der Leitung und dem Schutz von «göttlichen» Monaden, den «sogenannten Kindern» des Schöpfungsfeldes. Seit Anbeginn der offenbarten Schöpfung in der Urmonade, dem universalen Bewusstsein, dem Logos oder Tao, entfalten sich alle Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. eingebettet in ihre Monaden, die ihr teleologisches Werden impulsieren, liebevoll betreuen und leiten, damit alle einmal mit ihrer Monade in der Gesamtevolution des Universums mit dem universalen Bewusstsein, in der Urmonade wieder aufgehen. Das alles regelnde Gesetz der Resonanz sorgt für Harmonie und Erhaltung aller lebendigen Zusammenhänge.
«So schaut er das Ganze wie ein Einziges und sieht nicht mehr durch Unterscheidung und Zählung, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Sinne ergibt, durch die man wie durch Ritzen nur in verworrener Weise wahrnehmen kann. Er sieht Amphitrite, den Urquell aller Zahlen, aller Arten, aller Begriffe: Sie ist die Monade, die wahre Wesenheit im Sein aller Dinge; und wenn er sie auch nicht in ihrer Wesenheit selbst, in absolutem Lichte sieht, so sieht er sie in ihren Hervorbringungen, welche ihr ähnlich, ihre Abbilder sind. Denn aus jener Monade, welche die Gottheit ist, geht diese Monade hervor, welche die Natur, das Universum, die Welt ist. In ihr schaut und spiegelt sie sich, so wie die Sonne es im Monde tut…» Die zitierten Sätze stammen aus dem erkenntnistheoretischen Dialog Die heroischen Leidenschaften von Giordano Bruno.

2. Es gibt keine zwei Lebensfelder – hier auf der Erde eine gefallene und dort in «einem Himmel» eine göttliche Ordnung. Die Betrachtungsweise des Judentums, des kirchlichen Christentums incl. ihrer Sekten und des Islam der kosmischen Zusammenhänge ist, kann nach den modernen Erkenntnissen aus der Astronomie einfach gesagt, nicht mehr aufrecht gehalten werden. Die mittelalterliche Weltsicht: «Hier gibt es die Erdscheibe mit den verschiedenen Lebenswellen darauf, darüber den Himmel und darunter die Hölle» wird von den meisten modernen Menschen verworfen. Natürlich spricht heute nach allen astronomischen Forschungen und Weltraumsateliten niemand mehr von einer Erd«scheibe». Aber die Vorstellungen von Himmel und Hölle kleben für viele Christen und Moslems unverrückbar an diesem antiken Bild. Besonders schlaue Theologen differenzieren zwei Lebensfelder nach den «Vibrationsgesetzen», auf der einen Seite das bösartige und von Hass, Krieg und Machtgelüsten erfüllte Lebensfeld des Mammon, und auf der anderen ein friedfertiges, glückliches, liebevolles und schönes Lebensfeld im Garten Eden, dem Himmel, das ursprünglich göttliche Lebensfeld. Wer sich schon mit den energetischen Lebenszusammenhängen befasst hat, sollte dann konsequenterweise nun einen Schritt weiter denken, denn das Universum wird aus sieben «elektromagnetischen» Kraftfeldern gebildet, die immer in einer Einheit zusammenwirken.
Alle sieben Kraftfelder bilden demnach ein einziges konzentrisch zusammenhängendes Kraftfeld im universellen Bewusstsein, in der Urmonade. Die scheinbaren Abgrenzungen ergeben sich aus den bestehenden Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, der Erkenntnisse von den schwingungsmäßig nach Frequenzen strukturierten Erfahrenswelten.

3. Aus meiner Sicht erscheinen im Kosmos der Sonne folgende Entwicklungsperioden:
a. Im Sonnensystem
Die Monade der Sonne offenbart neun Monaden für die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. In jeder dieser Monaden entfaltete sich ein vollständiges Lebewesen, von dem wir nur die materielle Ansicht mit unsere astronomischen Forschungen erfahren können. Einige Planetenmonaden brachten auch noch Mondmonaden mit ihren implementierten Körpern hervor.
b. Die erste Etappe in der irdischen Monade
In der Monade der Erde wurde der materielle Planet Erde über mehrere Inkarnationen entwickelt. Zusätzlich für die Gesamtevolution entstanden gleichzeitig für alle auf ihr und in ihr wirkenden Wesen die Monaden für die Lebenswellen, in denen sich alle Wesen, Pflanzen, Tiere und Menschen bis in die stofflichen Sphären (Äther und Materie) ebenfalls durch zahllose Inkarnationen entwickeln sollten. In der aktuellen Offenbarungsperiode, die «arische Periode» nach dem theosophischen Entwicklungsmodell, gilt es, nach «dem Bilde der Uridee des Logos» in den grobstofflich gebildeten Menschen der materiellen Offenbarung ein Denkvermögen zu erwecken, mit dem sie die grundlegenden Prinzipien von sich selbst und ihrer Umwelt erfassen und verstehen können. Im materiellen Dasein sollen die Menschen zunächst sich selbst, ihre Mitmenschen, sowie die Pflanzen und Tiere in ihrer gemeinsamen Funktionalität im irdischen Lebensfeld erfassen. Darüber hinaus müssen sie für die Selbst- und Welterkenntnis alle sieben elektromagnetischen Kraftfelder des Kosmos begreifen und aus seiner holistischen Wirksamkeit lernen, wie sie mit umfassender Empathie alles stoffliche und unstoffliche Leben der Welt beschützen und fördern.
c. Die zweite Etappe der Evolution
Die Monaden der Menschen führen und stimulieren in der Aquariusperiode über die Mikrokosmen vor allem die Entwicklung der Astralis und Mentalis. Mit der Vollendung dieser mikrokosmischen Ansichten können sich die Menschen in den unstofflichen Kraftfeldern zurecht finden und werden zu autonomen selbstbewussten Menschen. Unabhängig vom ehemals materialistischen Begehren für die Selbsterhaltung erfahren sie in ihrem Dasein die universelle empathische Reflexion aller astralen und mentalen Kräfte. Damit werden sie auch unabhängig von allen bislang autorisierten Machtstrukturen, Regierungen oder Kirchen. Diese herangereiften Menschen nehmen die ersehnte Lebenswelt mit allen Idealen wahr und können erfassen, dass sie schon immer aus höheren Welten belebt wurden. Es gilt in dieser Entwicklungsperiode, den Menschen auf dieser mentalen Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den kosmischen Welten, Entitäten und Kräften zu schulen. Letztendlich werden durch den Logos alle geschaffenen Wesen einmal über Inkarnationen in diese Entwicklungsphase geführt.
d. Die dritte Phase entfaltet die Weiterentwicklung aller Wesen, Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. Durch Prozesse der Selbsterfahrung und Umwelterkenntnis reifen sie weiter, damit diese durch eine kontinuierliche Evolution aller Monaden und implementierten Wesen und Geschöpfe in ihrem Lebensfeld und im Sonnenkosmos immer besser und harmonischer mit den sieben Kraftfeldern wirken können. Nach vielen noch anstehenden Inkarnationen werden alle evolvierten Mikrokosmen bei der permanenten Entfaltung bereist geschaffener Lebenswellen sowie der Schöpfung neuer Generationen im Universum holistisch mitwirken, um nach aller Vollendung einmal in das höchste universale Bewusstsein einzugehen.

4. Jesus, der Christus war eine in das niedrigste Kraftfeld, in die Materie, inkarnierte Entität. Dieser Mikrokosmos aus der Sonnenmonade war mit allen sieben Kraftfeldern der Offenbarung bekleidet und verfügte demnach über ein nirwanisches Bewusstsein (Begriff nach Annie Besant). «Christus» ist ein griechisches Wort und bedeutet «der mit göttlichen Vermögen Gesalbte». Diese Benennung erklärt eindeutig, dass Jesus‘ Mikrokosmos eben über sehr viel höhere Kräfte verfügte, als jeder normale Mensch. Das überirdische Wesen «Christus» verband sich mit dem Mikrokosmos des «Jesus von Nazareth» bei seinem irdischen Aufenthalt im Kosmos Erde, um die große Gruppe der Monaden in diesem Gesamtwesen Erde mit allen zugehörigen Entitäten und Mikrokosmen bei der Evolution in die höheren Kraftfelder zu unterstützen. Einerseits vermittelt sein vorgelebtes Beispiel den Menschen eine Art Vorausschau auf ihre zukünftige Entwicklung, die für alle eine weitreichende Verheißung darstellt. Sein kurzer Lebenslauf mit allen Wundern und Gleichnissen wurde mehr oder weniger in den Evangelien aufgezeichnet und vollständig unauslöschlich in das Akashafeld eingraviert. Anderseits kann der Christus auch heute durch seine kraftvolle Anwesenheit im irdischen Kosmos allen Mikrokosmen Kraft für die Transformation schenken und den Menschen zeigen, wie sie sich ihres unstofflichen Wesens bewusst werden, um sich in seiner Potenz unter der liebevollen Hilfe der Monaden bis zum höchsten nirvanischen Bewusstsein weiter entwickeln.
Jesus hat seine Anhänger/Jünger aufgefordert, ihm nachzufolgen, und alle bisherigen Philosophien und Weltanschauungen abzulegen. Diese konkrete Nachfolge bedeutet für den Menschen eine fundamentale Lebensveränderung in Folge seiner Weiterentwicklung in der Astralis und Mentalis. Die dadurch möglich gewordenen total andere Einsicht auf die wirklichen Lebenszusammenhänge verändert vollkommen seine Lebensmotivation. Alle egozentrischen Überlegungen einer persönlichen Heiligung oder Erleuchtung weichen einer kosmischen Motivation, weil in dem sich verschenkenden Feld – vor allem der Mentalis – total andere Lebensaufgaben im Erfassen auftauchen. So werden sie aktive Mitarbeiter für die Evolution des Denkvermögens in allen nachfolgenden Mikrokosmen, auch bei jenen, in denen sich die Gruppen der Tiere und Pflanzen entfalten. Als wesentliche Stufe für die Entwicklung in das nirwanische Bewusstsein vermindern die bereist transformierten Mikrokosmen durch entsprechende Gruppenwirkung die äonischen Beeinflussung im irdischen Lebensfeld.
Es ist von einschneidender Bedeutung, dass das Leben, das mit dem nirwanischen Bewusstsein erfasst wird – über das Jesus der Christus bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung verfügte – , so vollkommen anders ist, als das stoffliche Dasein, wie es die heutigen Wissenschaftler mit ihrem an die niederen Felder gebundenen Denkvermögen erforschen können. Darum konnte Jesus auch mit voller Berechtigung sagen: «Mein Reich ist nicht von dieser – materiellen – Welt (mit dem stofflichen Denken und materiellem Begehren)». In dieser Verwechslung liegt der Irrtum der Prediger, die von den zwei Lebensfeldern sprechen. Es existiert in der irdischen Welt natürlich nur ein Erdkosmos, nur ein einziges siebenfaches Lebensfeld. Wer allerdings nur die vier unteren Aspekte mit seinen sinnlichen Vermögen sehen kann, für den ist die Wirklichkeit selektiv in seine subjektive Erkenntnis der stofflichen Erscheinungen (Maya) eingebunden. Dabei bleibt er natürlich blind für die anwesenden höheren Kraftfelder, weil seine auf das materielle Leben ausgerichteten Sinnesorgane diese nicht erfassen können, zumal sich dann im Denken alle metaphysischen Möglichkeiten von selbst ausschließen.

5. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Wesen in den unstofflichen Lebensfeldern.
Die Götter, Devas oder Engel in den metaphysischen Gebieten des Jenseits sind mit Bewusstsein ausgestattete, denkende Wesen, die allerdings ganz konkret auf alle Lebenswellen in den materiellen Bereichen einwirken. Die unstofflichen Kraftfelder des «Jenseits» bilden und tragen das stoffliche Diesseits. Es ist bereits von mehreren Wissenschaftlern bewiesen worden, dass auch die Atome eigentlich nur Energiepakete elektromagnetischer Vibrationen sind. Das bedeutet doch, alle die Welt konstituierenden Kraftfelder sind jederzeit im Hier und Jetzt anwesend. «Sie sind dem Menschen näher als Hände und Füße!» (NT)
Diese unstofflichen Entitäten sollte man in zwei Gruppen unterscheiden:
a. Die eine Gruppe der Götter wurde und wird aus der kosmischen Monade emaniert und in ihrem Holokumulus mit einem Bewusstsein aus der kosmischen Schöpfung ausgestattet. Sie sind hierarchisch nach Aufgabe und Energiefrequenz gegliedert, damit sie die für den Lebensprozess der Erde – sowie den Wesen in und auf ihr – notwendigen Strukturen und Entwicklungslinien harmonisch herausbilden und anwenden. Diese in vielen Mythen der Völker benannten Naturgötter und Engel bestimmen in allen sieben Lebensfeldern die naturgegebenen Voraussetzungen für die verschiedenen Lebenserscheinungen auf dem Planeten, vom Kristall bis zum Menschen.
b. Eine andere Gruppe der Götter oder Äonen wurden im Kosmos aus den astralen und mentalen Ausstrahlungen der Tiere und Menschen geschaffen. Sie ballen sich zusammen gemäß der isobaren Resonanz mit immanentem Bewusstsein. Diese Mentalis wurde und wird in Qualität und Ausrichtung von den egoistischen Begehren ihrer Schöpfer bestimmt, vor allem von den Menschen, die im Schatten der Religionen bewusst oder unbewusst nach Selbstheiligung streben. Leider werden sie aktuell immer noch von den Ausdünstungen der zugehörigen Gruppen im Stoff lebender Menschen ernährt. Neben den selbstsüchtigen Begehren der Menschen, die heute auch in riesigen Events für Sport und Musik angefacht werden, summieren sich in den Äonen und deren Archonten auch unzählige astrale Leiber der für die Ernährung der Menschen zu früh geschlachteten Tiere, die mit ihrer Todesangst ausgestattet sich zu gewaltigen Kumulationen zusammenballen.

6. Alle Lebensaktivitäten gehen von den sechs metaphysischen Kraftfeldern aus, die alle materiellen Erscheinungen – Licht, Luft, Mineralreich, Insektenreich, Pflanzenreich, Tierreich, Menschen – hervorbringen und dynamisieren. Vier Kraftfelder sind im Mikrokosmos individuell befestigt und teilweise zentralisiert:
Die Materie. Die wissenschaftlich beweisbare Natur, die jeder mit seinen Sinnesorganen erfassen kann.
Das Ätherfeld. Die niederen Aspekte bilden die Matrize der Materie. Die höheren Aspekte sind Fluiden für die unterschiedliche Kommunikation in stofflichen System, auch für das Denken.
Das Astralfeld. Es sind vorerst nur drei oder vier untere Ansichten zentriert. Diese sind die Beleber des ätherisch-stofflichen Geschehens über das Begehren nach Selbst- und Arterhaltung. Alle Begehren nach Heiligung oder jeder Spiritualität stammen aus der vierten bzw. fünften Ansicht und sind in Resonanz mit den Impulsen der Monade aus dem Herzheiligtum.
Das Mentalfeld. Von ihm sind meistens nur drei Ansichten voll zentriert. Doch schon das ermöglich dem Menschen Denken, Wahrnehmen und Bewerten, Gedächtnis und Verstand. Der Instinkt im Tier gehört zu den höheren astralen Möglichkeiten. Im Menschen wird für den Instinkt bereits die erste Ansicht der Mentalis eingesetzt.
Die drei höheren nirwanischen Kraftfelder Spinalis, Spiritualis und Idealis wirken aus ihren unkonzentrierten Kraftwolken in die Mikrokosmen hinein, um seine Evolution zu fördern. Der Mensch hat keinen erkennbaren Zugang zu diesen Bereichen.
Diese Lebensfelder dominieren trotzdem alle Lebensaktivitäten. Ohne diese Kraftfelder gäbe es kein Leben. Wer das Leben erforschen will, muss die Qualitäten dieser Lebensfelder in allen Details berücksichtigen.

7. Die irdische Monade kooperiert mit allen anderen planetaren Monaden und auch mit der Sonnenmonade.
Der Kosmos der Erde vibriert in seiner alles Leben umfassenden Monade. Alle monadischen Kraftfelder mit ihren Geschöpfen gehören zusammen, schwingen in dem höheren Kollektiv miteinander und tauschen beständig Informationen untereinander aus. So kann man ohne Weiteres sagen, dass auf der Erde nichts geschieht, was die Sonne nicht wollte. Oder umgekehrt: Alles was auf Erden geschieht, wird von den monadischen Kräften des Sonnensystems mit geprägt, die ihrerseits von den hindurch tönenden Kraftfeldern der Monaden der Milchstraße und des Tierkreises mitbestimmt werden. Diese zusammenwirkende Einheit aller Lebensfelder bedingt die Harmonie und sichert durch die in allen wirkende Resonanz die Empathie und harmonische Erhaltung der Systeme bis zum Erreichen aller Vollendungen, die zur Zeit wohl noch notwendig sind.

Die Wendezeit wurde schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren beschworen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie mit der westeuropäischen Philosophie und Religion, was von den Theosophen, Anthroposophen und Rosenkreuzern in Amerika und Europa fortgesetzt wurde. In dieser Zeit nach 1900 fielen auch die bahnbrechenden Erkenntnisse großer Psychoanalytiker im Westen, und die materialistische Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Pavlow in Russland, sowie die sich darauf aufbauende Geburt des amerikanischen Behaviorismus. Der kommende «Neue Mensch» stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der Pyramide wurden später von Axel Klitzel detailliert entschleiert. Am 11. September 2001 soll ein Flugzeugangriff auf die Worldtrade-Towers in New York statt gefunden haben. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen von Orient und Okzident gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das in den Medien vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die einige Profi-Esoteriker darum verkünden mussten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacan erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige Spiritualisierung kernphysikalischer Erkenntnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich, was einigen ernsthaften Philosophen graue Haare bescherte. Nach der «Wendezeit», die Fritjof Kapra in seinem Buch 1982 artikulierte, folgten zum gleichen Thema umfangreiche Theorien von Ervin Laszlo, Michael Murphy und Ken Wilber (Das Atman Projekt). «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», bereits 1962 von Louis Pauwels veröffentlicht, reicht in die beginnende Aquariuszeit.
Diese Periode der Umwendung ins Geistige bringt der Menschheit zunächst eine Vielzahl äußerst dramatischer Entwicklungen, zahlreiche Kriegen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren Ostens und Afrikas. Zur Zeit (2017) scheinen in keinem Land die Regierungspräsidenten, Könige und Parlamentarier, sowie Meinungsbildner und sachverständige Autoritäten der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Verwirrung gewachsen. Sie machen in ihrer fundamentalen Verblendung durch die materialistische Weltanschauung im Schatten der großen Unternehmensmanager und Finanzexperten das allgemeine Chaos nur größer. Zudem sind ihnen natürlich für die Herstellung einer sozial ausgeglichenen Demokratie die Hände gebunden, weil ihr Charisma und Führungspotenz von den herrschenden Äonen dominiert werden. Die probaten Führungsmodelle werden ungefiltert aus dem Jenseits, von den dort herrschenden Äonen und Archonten, abgekupfert. Diese gespiegelten Macht-Methoden nach Machiavelli basieren auf der klassischen, fundamentalen Problemsituation der Fürsten unter dem Himmel. Sie wollen so sein wie Gott, jedoch de facto sind sie es nicht, und sie werden es auch niemals sein können. Darum kämpfen sie in beständiger Angst um ihr möglichst langes Überleben und liefern dafür ihren Abhängigen und Gefolgsleuten einträgliche Täuschungsmanöver, subversiven Verleumdungskampagnen. Für diese Gefechte ist ihnen kein heiliges Wort zu schade. Und für die Allgemeinheit wird wohlfeile Ablenkung durch Film, TV und allerlei Events produziert, oder mit «Brot und Spiele» auf Kosten der Steuerzahler.
Die Visionen einer zukünftigen positiven Entwicklung auf der Evolutionsleiter der Menschen sind den irdischen Meinunsbildnern und Philosophen wohl ausgegangen. Dennoch spürt nahezu jeder Mensch, dass sich für die ganze Menschheit eine deutliche Veränderung atmosphärisch andeutet.

Die aktuellen Auseinandersetzungen der Völker in Kriegen, Sportstadien oder bei Volksabstimmungen, sowie die immer noch vorherrschenden Dissonanzen zwischen den großen Religionen scheinen jedoch zu beweisen, dass der Mensch im Allgemeinen keineswegs für ein gemeinsames Streben zu einer friedlichen Einheit schon reif ist.

 

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Der Logos, das universale Bewusstsein

Im Neuen Testament steht zu Beginn des Johannes-Evangeliums 1, 1-14:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht begriffen.
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Mit Sicherheit ist dieser Text vielen Christen geläufig, denn es wird immer wieder von der Kanzel darüber gesprochen. Manch einer hat das Ringen Goethes in seinem Werk „Faust“ gelesen, der den Anfang des Johannes-Evangeliums letztlich abändern wollte, indem er den Begriff „Logos“ nicht in das „Wort“, sondern Logos mit der „Tat“ übersetzte. (Faust II. Teil) In der von Luther gewählten Übertragung der ersten Zeile des Johannes-Evangeliums aus dem Griechischen ist ein kleines Geheimnis verborgen, das den heutigen Menschen leicht in die Irre führen kann. Im Originaltext der Bibel steht an dieser Stelle der Begriff „Logos“ und für die deutsche Übersetzung wurde von Luther dafür „Wort“ gewählt. Möglicherweise war dem mittelalterlichen Menschen die weiter greifende Bedeutung des Wortes noch als ein Kraftprinzip geläufig. Er wusste aus seiner Lebenspraxis, dass Sprache eine bestimmte Art der Magie, der Kraftübertragung und Beeinflussung war. In unserer modernen Zeit sind Worte und Sprache zum Spielball der Werbetexter und Journalisten geworden, die beständig unter dem Druck stehen, spannende oder animierende Zeilen, Slogans, Headlines, zu finden, die beim Leser den AHA-Effekt auslösen.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Aber auch im Allgemeinen gehen viele Menschen davon aus, dass Fakten und Probleme besprochen und so geklärt werden können. Kommunikation ist die moderne Lebensnotwendigkeit am euroamerikanischen Horizont, am Besten die totale Kommunikation mit allen Menschen über Communities mit dem Smartphone. Die technischen Medien machen die beständige Verbindung mit Freunden und ein unentwegtes Gerede über die allgemeinsten Alltäglichkeiten möglich. Es besteht natürlich ein großes Interesse daran, dass möglichst viele Menschen viel miteinander über alles Mögliche reden, denn das bringt nicht nur den Providern viel Geld ein. Mittlerweile ist so ziemlich jeder zu der Überzeugung gekommen, dass der Mensch mit Reden und Publizieren etwas Wesentliches bewegt. Man denke nur an die Internet-Communities wie facebook, Google, Twitter oder YouTube und ihre zahllosen Kopien. Man könnte sich vielleicht einmal fragen: Warum führen die Kommunikationsprofis die Menschen gezielt mit einer entsprechend gefärbten Berichterstattung in eine gesteigerte Emotionalität, die vielfach dazu führt, dass sinnvolle Überlegungen oder berechtigte Bedenken vergessen werden? Die äonischen Komponenten dieses Geschehens sollen hier jedoch nicht besprochen werden.

Auch wenn sie sich auf esoterischen oder spirituellen Wegen befinden, hören die Menschen nur selten auf den gesunden Menschenverstand. Selbst Moral, Ethik und Fairness bleiben bei den angefachten Bedürfnissen schnell auf der Strecke. Kann es sein, dass der Sinn dieses Handelns von anderen Kräften bestimmt wird, die ein sehr spezielles Interesse daran haben, dass die innere Stimme aus dem Kontakt mit der Monade von den lauten emotionell aufgeladenen Propagandabildern aus Politik, Sport, Pop-Kultur, Humanitas, Karitas und Religion übertönt wird? Für die Stimme der Stille, die nur in einer geordneten, von überflüssigen Begehren befreiten Atmosphäre aus dem Herzen aufsteigen kann, ist bei dieser Kommunikationsflut kaum ein freier Raum im Denken zu finden. Überall, verbunden mit jeder allgemeinen Mitteilung werden vorgeprägte Idealvorstellungen, Wünsche und Wollüste geschürt, die sich an den medial gezüchteten Ansichten und Wertstellungen der Kultur-Industrie, der Politiker und der heutigen Religionen ausrichten.

Jedes subjektive Selbstbewusstsein richtet sich nach dem: „Sage mir, was Du Dir leisten kannst, und ich sage Dir wer Du bist.“ Descartes erkannte sein Selbstbewusstsein noch aus dem Cogito ergo sum = Ich denke also bin ich!  Heute erwächst bei vielen Menschen das Selbstbewusstsein aus materiellem Besitz oder dem wirtschaftlichen Ansehen, dem beruflichen Erfolg – Ruhm und Ehre – und der sexuellen Potenz. Dabei beziehen sie allerdings ihre Autorität vor allem aus dem: „Ich sage etwas, also bin ich jemand!“. Denn das Sprechen gehört zu der unentbehrlichen sexuellen Aktivität des Menschen. Und heute sorgen die Pressechefs auch durch konsequent gepflegten Kontakt mit den Medien dafür, dass Politiker, Stars, Manager und Wissenschaftler – Sachverständige – öfters in Rundfunk und Fernsehen zu Wort kommen. Unbewusst berufen sich sowohl Journalisten als auch Buchautoren dabei auf das Bibelzitat: „Am Anfang war das Wort.“ – „Sie reden wie gedruckt.“ Denn sie ahnen, dass Reden und Schreiben mit einer schöpferischen Funktion verbunden ist. So können dann ihre Vorstellungen von den Hörern oder Lesern auch umgesetzt werden. Ganz deutlich ist das Phänomen bei Politikern und Lobbyisten zu beobachten, die mit vielen intelligenten Worten und autorisierter Logik die Interessen ihrer Lobby vertreten und sich geschickt in der PR- und Medienlandschaft bewegen. Dem ernsthaften Sucher nach der einen Wahrheit wird jedoch bald bewusst, dass vieles Sprechen und Dozieren alles andere als befreiend oder von irgendeinem besonderen Wert ist. Die Wahrheit selbst ist nicht auf Erden zu finden. Geschickter Lug und Betrug sind die plausibelsten Erfolgsmethoden im Kommerz. Laotse sagte unmissverständlich: „Schöne Worte sind nicht wahr. Und wahre Worte sind nicht schön.“ Denn alles auf der Erde ist Eitelkeit und Haschen nach Wind, bekennt der Priester im AltenTestament. Alles irdische Geschehen ist Maya, die Erscheinung ist in die Vergänglichkeit geboren, war schon den alten Indern eine bekannte Einsicht in das tägliche Überleben. Das kann sehr gut auch heute noch im Zusammenhang mit historischen, literarischen und journalistischen Machwerken  beobachtet werden.

Aber wie jeder aufmerksame Betrachter der Kommunikationsbranche erkennt, kann sich Niemand so ohne weiteres aus seinem kulturellen Lebenskreis heraus bewegen. Jeder benutzt selbstverständlich seine ihm bekannten Argumente, die von der existierenden Gesellschaft autorisiert sind, und die in dem Zusammenhang für seine Absichten förderlich sind. Aus Selbsterhaltung entstehen politisch anerkannte Rationalisierungen und Vereinfachungen bis hin zu missverständlichen Wortschöpfungen. Dabei wurden schon viele gute Gedanken sinnentfremdet, und dann durch Multiplikation in den Medien zu geflügelten Worten gemacht. Manchmal ist es einfacher und ungefährlicher, den Wahn zu vergrößern, als für die Realität eine Bresche zu schlagen.

Kommen wir zu unserem Zitat zurück: Im griechischen Originaltext steht im Johannesevangelium nicht der Begriff „Wort“ – in dem Sinne als Teil unserer Sprache oder eines Textes – sondern das griechische Wort: „Logos“.  Und Logos beinhaltet wesentlich mehr als eine sinnvolle Buchstabenfolge,  die ein Mensch aussprechen oder auf ein Papier drucken kann. Es handelt sich bei dem Begriff „Logos“ um eine umfassende Definition der sieben Kraftwirksamkeiten des ursprünglichen und unaussprechlichen Gottes. Es gibt esoterische Kreise, denen ist bekannt, dass die Wirksamkeit Gottes mit dem Heiligen Siebengeist einhergeht. Darum wird auch in der Kabbala gesagt: dass der unaussprechliche „Name“ Gottes 7 Buchstaben hat.

Auch hier wird vom Wissenden versucht, eine Wirkungsweise des erhabenen unbegreiflichen alles umfassenden Kraftfeldes allegorisch zu verdeutlichen, die für unser auf die Materie gerichtetes Denken unbegreiflich bleibt. Dieses an das stoffliche Bewusstsein gebundene Wahrnehmen sieht immer nur abgegrenzte Form neben Form, geschlossenen Körper neben Körper. Die Polarität der Gegensätze von Licht und Schatten und die physikalischen Begrenzungen bestimmen unser Wahrnehmen und dominieren unser Denken.
Selbst beim Beschreiben quantenphysikalischer Vorgänge bleiben die Erfahrungen des Nebeneinander verschiedener Wirksamkeiten, wie in der Mechanik, im Bedenken der Forschungen dermaßen dominant, so dass sie sich selbst bei der Definition zusammenwirkender Phänomene des Lichtes immer wieder von mechanischen Gesetzen leiten lassen, die in der körperlichen Physik üblich sind. So werden in ihren Berichten aus Kraftfeldern verständliche Modelle gebaut, wo festgestellte Strahlen sich überlappen, sich ergänzen, aufhäufen, summieren oder gegenseitig auslöschen. Die Weltsprachen sind allerdings über die Jahrhunderte zu kommerzialen Sprachen geworden, die absolut erforderlich waren, um Handelsgüter messen, wiegen und berechnen zu können

Hinter dem Begriff „Logos“ steht allerdings eine alles umfassende Einheit von 7 Kosmen, 7 Dimensionen und 7 mal 7 Kraftwirksamkeiten, die in dem und durch das alles umfassende Gesetz der isobaren Resonanz wirken, leben und schöpfen. „Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.“ Wer sich von allen der irdischen Physik entnommenen Vorstellungen befreien kann, in seinem tiefsten Inneren werden diese herrlichen Gedanken der grundlegenden Einheit widerhallen. Dann kann es auch sein, dass aus dieser Stimme das Bild der Rose aufscheint, das an einigen Stellen der religiösen Weltliteratur angedeutet wird. Welchen Namen diese Manifestation dort auch haben mag, sie ist ein komplexes Bild für das alles einschließende „Wort“ Gottes, den Logos.

Unsere gewohnte Denkweise arbeitet stets mit Bildern von Körpern, Teilchen und Korpuskeln. Dabei sträubt sie sich mit allen erdenklichen rückwärts gewandten Rationalisierungen und aus der Vergangenheit geborenen Vorstellungen längst verflossener Autoritäten gegen eine Welt der Kraftfelder, der Wellen des Lichtes, wie sie in manchen mystischen Berichten über göttliche Erscheinungen mittels symbolischer Bilder erwähnt werden. Wenn der moderne Mensch mit den autorisierten Begriffen seiner Wirklichkeit die Erklärungen nicht erfassen kann, dann werden sofort tausend Zweifel an ihrer Tatsächlichkeit laut. Das ist ganz natürlich, denn alle weisen Denker konnten ihre Symbole immer nur aus dem Bildervorrat entnehmen, den sie in ihrem Leben aus ihrem persönlichen sinnesorganisch erfassbaren Umfeld nehmen konnten. Und sie mussten es tun, weil sie nur auf der Basis dieser Bilder von ihren Zuhörern verstanden werden konnten. Dafür erzählten sie dann wundervolle Allegorien oder Sinnbeispiele, die für Ereignisse in einer allgemein gültigen Welt stehen, die nur und ausschließlich durch Vibrationen, Klängen oder Licht geschehen.

Auch die Manifestation der Materie ist nur eine besondere Energieform des elektromagnetischen Lichtspektrums, wie die Kernphysiker heute durchaus bestätigen werden.

„Am Anfang war der Logos.“ Aus ihm ist alles gemacht, was gemacht ist. Diese allumfassende Einheit enthält einerseits alle Ideale von Weisheit, Liebe, Harmonie, Gerechtigkeit, andererseits auch alle Kräfte, vibrierende Energie, das Licht, den Klang, die Gravitation, ja, das Werden und Leben aller Schöpfungen, Galaxien, Universen, Entitäten und Wesen in allen metaphysischen Räumen, natürlich auch aller Menschen, aller Mikrokosmen, Monaden oder Urtypen. Die Ideen des Logos erschaffen aus der „Materia Magica“, dem universalen Bewusstsein, reflektieren in dem ursächlichen Kraftfeld der Offenbarung, dem einen überaus strahlenden Licht des allumfassenden Bewusstseins, der höchsten Energie im All nach den Gesetzen der isobaren Resonanz die Herrlichkeiten seiner Offenbarwerdung. In diesen Kräften gibt es kein Nebeneinander und niemals ein Gegeneinander. Sie wirken und entfalten sich in einem stets fließenden Miteinander. Sie reflektieren und inspirieren sich untereinander und schaffen auf diese liebevolle Weise stetig absolut neue Möglichkeiten der göttlichen Weisheit und Barmherzigkeit.

Wenn Eva in der klassischen Mythe unter dem Baum der Erkenntnis auf Geheiß der Schlange Adam einen Apfel gibt, dann ist das nur im christlich kirchlichen Sinne der Sündenfall. Im gnostischen Sinn werden die symbolischen Figuren völlig anders gesehen. Adam stellt den aktiv-dynamischen Aspekt des Geistes und Eva das gebärende, hervorbringende Vermögen der universellen Alloffenbarung dar. Die Schlange der Weisheit inspiriert Eva, Adam den Schlüssel, das Symbol für den irdischen Evolutionssprung zu schenken: einen Apfel. Nun muss man im europäischen Kulturraum berücksichtigen, dass dort, wo diese Geschichte eigentlich zu Hause ist, in den Ländern um das Mittelmeer herum, wo sie also auch zuerst formuliert wurde, es sehr unwahrscheinlich ist, dass Eva dem Adam einen germanischen Apfel reichte. Viel eher wurde für diese Schöpfungs-Allegorie der Granatapfel verwendet. In diesem hohen allumfassenden Symbol für die Entstehung der Menschheit repräsentiert HVA (Eva) den weiblichen Aspekt des Seins, die Materie, und ADM die männliche Wirksamkeit, das universelle Bewusstsein, und der Apfel symbolisiert die zusammenwirkende Einheit von Kraft, Denken und Geschöpf.
Darum ist es ausgerechnet ein Granatapfel. Es geht hierbei keineswegs um gesunde Ernährung, oder ähnliches, wie jedem einsichtig sein wird. Vielmehr zeigt der Blick auf den durchgeschnittenen Granatapfel die Einheit zahlreicher Fruchtperlen, die sich aneinander fügen und wohlstrukturiert ein nahezu rundes Ganzes formen. – Hier haben wir das Symbol der Einheit aus der sich ineinanderfügenden Vielheit als ein leicht verständliches Bild aus dieser Natur. Es ist ein unglaublich treffendes Bild für die holografischen Strukturen der mikrokosmischen Offenbarung. Die schmackhaften roten Perlen im Granatapfel schmiegen sich aneinander und deformieren sich sogar teilweise dafür, damit sie alle zusammen als eine Gruppe die äußere nahezu runde Hülle lückenlos erfüllen können. Als materielle Partikel können sie sich nur anschmiegen, nicht durchdringen, wie es die holografischen Körper durchaus können.

Kraft, Licht, Raum und Leben durchwirken sich in höchster Energie mit Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zum absoluten Sein. Nur unser auf die irdische Natur ausgerichtetes Bewusstsein will für seine lange gezüchteten Definitionen überall Grenzen und Abgrenzungen sehen, sucht Differenzierungen und Unterscheidungen für Beurteilungen, für Bewertungen von besser, höher oder wertvoller. Dass dieses Denken für sportliche Aktivitäten durchaus sinnvoll sein kann, zeigt uns die Olympiade. Doch für einen realistischen Weg zu einem höheren Denken ist das physikalische Beurteilen und Analysieren selbst unserer Natur eine glatte Irreführung. Es wird heute sogar den physikalischen Forschern mittlerweile deutlich, sofern sie sich ein wenig über die Erkenntnisse in der Quantenphysik erheben und die Aussage voll akzeptieren, dass selbst die Materie definitiv Licht ist, wie Louis de Broglie es zu Beginn des 20. Jahrhunderts mathematisch formulierte.

Eigentlich ist das alles doch nur eine Frage des Erkenntnisstandpunktes. Natürlich ist der Mensch dieser Natur noch nicht eins mit dem universellen Bewusstsein, aber er ist keineswegs von ihm ausgenommen. Wäre die allumfassende Welt dieses Bewusstseins nicht prinzipiell mit dem Bewusstsein dieser Natur verbunden, so wäre eine Evolution zu höherem Denken unmöglich. Weil das ewige Licht auch in unsere Natur scheint, und dort mit allem Leben zusammenwirkt, kann sich jeder darauf ausrichten, damit es auch ihn zu neuen Erkenntnissen erhebt. Diese in der Praxis gelebte Ausrichtung auf die höheren Befähigungen des Bewusstseins, des Denkens und Wahrnehmens, ist die fundamentale Voraussetzung für eine wirkliche Erleuchtung. Erst dann kann das Energiefeld des anderen Reiches, des Reiches der überfeinstofflichen Vibrationen, die im Gehirn bereits angelegten Areale des Menschen zu ihrer Entwicklung stimulieren und dynamisieren. Damit kann und wird künftig ein total neues Wahrnehmen und Denken, ein völlig neues Erfassen der Geschehnisse unserer Natur möglich. Dem Menschen wird aus eigener Anschauung sein Lebensfeld in völlig neuen Dimensionen erscheinen. Dafür muss niemand einen anderen Planeten aufsuchen oder irgendeinen obskuren Platz im Jenseits erkämpfen.

Es wird sich dem neuen, völlig gesunden Wahrnehmen zeigen, dass die materielle Erscheinung der Natur sowie die eng damit verbundenen unteren Ätherschichten – die die indischen Philosophen bereits Maya nannten – und die Griechen mit dem bezeichnenden Begriff „ὔᴧἠ“ – hule belegten – nomen est omen, eben weil diese energiearmen Lebensfelder einem Wechsel von Geburt, Werden, und Vergehen, Tod, unterworfen sind. Die höheren Äther und die Astralis unterliegen einem beständigen Wandel, der permanenten Transformation. Wohingegen bereits in den oberen astralen Ansichten und in der Mentalis sich eine sehr lange Beständigkeit der Ideen- und Gedankengeschöpfe manifestiert. Die Offenbarungen in den folgenden metamentalen Kraftebenen bleiben in für den Menschen unvorstellbar lange Zeiten existenzfähig, so dass es aus unserer Sicht wie eine Ewigkeit erscheint. Diese Erfahrung ist keine Angelegenheit irgendeines Ortswechsels. Sie wird dermaleinst von den dafür reif gewordenen Mikrokosmen in künftigen Inkarnationen in dieser Natur, der heiligen Erde, erfahrbar werden.

Heute leben wir in der Welt, die sich durch unsere Wahrnehmungsart und unsere Denkparameter vor uns projiziert, also materiell, grobstofflich, korpuskulär. Schon der Mensch, dem die Gabe des ätherischen Hellsehens geschenkt ist, lebt in einer formgebundenen Welt der feinstofflichen Geschehnisse, die rein äußerlich der unsrigen Welt sehr ähnlich ist, aber keinerlei materielle Grenzen, Mauern oder dergleichen kennt. Alles ist erfahrbar, was mit den Begehren, Wünschen und Projektionen in Zusammenhang steht. Er sieht in diesen Bereichen viele für den grobsinnlichen Menschen unfassbare Ereignisse, die ihm keineswegs als irgendein Wunder vorkommen. In einem Bericht darüber zu normalen Sterblichen könnte er die Sachlage gewiss auf die eine oder andere Weise erklären, doch er wird meistens vom sozusagen normalen Menschen für „irre“ erklärt. Seine Aussagen werden prinzipiell mit dem Spott der in der euroamerikanischen Kultur allgemein verbreiteten Anschauung verleumdet. Darum werden sich auch solche Menschen aus dem Mainstream heraushalten, die von Natur aus schon astral hellsichtig sind. Obgleich bemerkt werden muss, dass gerade diese einzelnen Begnadeten bereits heute der Menschheit große und überragende Hilfe leisten könnten. Doch auch sie müssen sich bei der Veröffentlichung ihrer Ansichten mit einigermaßen wissenschaftlichen Erklärungen und Beweisen vor Diffamierungen schützen. Es ist verständlich, dass sich solche hellsichtigen Menschen unter geschützte Gruppen mischen, die sich mit religiösen Bestrebungen, Meditationen und Ritualen befassen. Prinzipiell ist es schon heute möglich, mit geeigneten Methoden zur mentalen Hellsichtigkeit zu kommen. Soweit die veröffentlichen Kenntnisse reichen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die mikrokosmischen Voraussetzungen dafür wirklich schon ausgebildet sind. Kommende Inkarnationen werden öfters mit diesem Talent begabt sein.

Wer nur etwas seinen Entwicklungsgang in diese Richtung hin einschlagen möchte, muss zunächst wissen, dass das mikrokosmische Wachstum in allem nicht automatisch abläuft. Auch die Gesamtentwicklung des Kosmos und der darin existierenden Wesenheiten und Mikrokosmen ist von den Bemühungen aller Menschen abhängig. Wie kann das bewerkstelligt werden? – Dafür muss sich möglichst jeder Mensch als erstes von den alten im stofflichen Denken verhafteten Ichstrukturen lossagen, die historisch gewachsenen Lebensprinzipien der Materie vergessen, und sich zweitens dem universalen Bewusstsein, dem Streben zum Logos zuwenden. Dann wird der Satz des Paulus Wirklichkeit: in der Christuskraft – das universelle Bewusstsein der Sonne – werden „alle, die IHN annehmen, die Kraft erhalten, wiederum Kinder Gottes, des universalen Bewusstseins, zu werden.“ Die unabänderliche Regel dafür steht in den Sätzen: „Liebe Gott über alles, mit deinem ganzen Herzen, mit deinem ganzen Haupte und mit deinem ganzen Gemüt. – Und: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Die isobaren Resonanzgesetze des Alls werden jedes Streben nach Heilbegehren in diesem Sinne unterstützen und für jeden geeigneten Mikrokosmos erfüllen. Wer seine eigenen Denk- und Wahrnehmungspotentiale erweitern will, der benötigt eine permanente Ausrichtung, einerseits ein beständiges Bemühen um das Loslassen der irdisch materiell orientierten Begierden und andererseits ein Hinwenden und Annehmen der ideellen Welten der holografischen Vibrationsmuster des heiligenden Bewusstseins.

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Aufbruch ins dritte Jahrtausend

 

Von der Zukunft der fantastischen Vernunft

Prägnante Auszüge aus dem Buch, Scherz Verlag 1962, und einige Kommentare zu den Textpassagen, die meinem aktuellen Informationsstand widersprechen.

«Unser Jahrhundert wird etwas erleben, das noch bedeutsamer ist als das Aufkommen des Buddhismus. Von jetzt an geht es nicht mehr darum, die menschlichen Fähigkeiten in den Dienst dieser oder jener Gottheit zu stellen. Die religiöse Kraft der ganzen Welt ist es, die in uns eine entscheidende Krise durchmacht: die Krise ihrer eigenen Entdeckung. Wir fangen an, ein für allemal zu begreifen, dass die einzige für den Menschen annehmbare Religion diejenige ist, die ihn zunächst einmal lehrt, das Universum, dessen wesentlichster Teil er ist, zu erkennen und zu lieben und ihm voller Hingebung zu dienen.»

G. Boujus Ansicht nach war Evolution nicht gleichbedeutend mit Transformismus, sondern eine integrale, aufwärts strebende Kraft, die die psychische Dichte unseres Planeten ständig erhöht und ihn allmählich befähigt, Verbindung mit den geistigen Bezirken anderer Welten aufzunehmen und sich der Seele des Kosmos selbst zu nähern. Die Menschheit war für ihn keineswegs am Ende ihrer Laufbahn angelangt, sondern strebte in aufsteigender Linie über ein kollektives Leben und die allmähliche Bildung einer einheitlichen Seelenstruktur dem Zustand eines Überbewusstseins zu. Er erklärte, der Mensch sei noch nicht vollendet und gerettet, doch die Kondensationsgesetze der schöpferischen Energie berechtigten uns zu ungeheuren Hoffnungen von kosmischem Maßstab. (Seite 17)


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Bevor man sich an die Ausführung eines solchen Buchs begibt, muss man seine Gedanken weit nach rückwärts und weit nach vorwärts ausschicken, um so die Gegenwart zu verstehen. Ich, L.Pauwels, stellte fest, dass die Menschen, die ich bis vor kurzem ablehnte, weil sie ganz einfach «modern» waren, mir auch jetzt nicht sympathischer wurden. Nur hatte ich sie aus einer falschen Einstellung heraus verurteilt. In Wirklichkeit sind sie deshalb bemitleidenswert, weil ihr Denken einem viel zu kleinen Zeitabschnitt verhaftet ist. Kaum haben sie angefangen zu existieren, so sind sie bereits wieder hinter ihrer Zeit zurück. Um wahrhaft gegenwärtig zu sein, muss man ein Zeitgenosse der Zukunft werden. Und selbst die fernste Vergangenheit noch lässt sich als Brandungswelle der Zukunft erkennen. Von dem Augenblick an, da ich begann, die Gegenwart zu befragen, wurden mir die erstaunlichsten und verheißungsvollsten Antworten zuteil. (Seite 25)

Kommentar: Wer sich der Zukunft mit seiner ganzen Persönlichkeit weihen will, muss alle Vorstellungen, Vorbehalte und vor allem alle irgendwie gearteten Traditionen und Tabus eindeutig von weisen und auch nicht mehr in seinem Unbewusstsein ernähren!

Die letzten Untersuchungen auf dem Gebiet der Psychologie (1960?) scheinen das Vorhandensein eines Zustands zu beweisen, der weder dem Schlafzustand noch dem Zustand des Wachseins gleichzusetzen ist. Es handelt sich um einen Zustand erhöhten Bewusstseins, in dem der Mensch in den Besitz verzehnfachter geistiger Fähigkeiten gelangt. Der Tiefenpsychologie, die wir der Psychoanalyse verdanken, fügen wir heute eine Höhenpsychologie hinzu, die uns den Ausblick auf eine mögliche Überintellektualität eröffnet. Das Genie wäre demnach eine der Etappen auf dem Wege, den der Mensch in sich selber durchlaufen muss, um zum Gebrauch seiner Gesamtfähigkeiten zu gelangen. Wir wenden in einem normalen Leben nicht den zehnten Teil der uns möglichen Aufmerksamkeit und Intuitionsfähigkeit, der uns möglichen Beobachtungs-, Erinnerungs- und Koordinationsgabe an. Es ist durchaus denkbar, dass wir binnen kurzem die Schlüssel finden oder wiederfinden, mit deren Hilfe wir Türen aufschließen können, hinter denen uns eine Unzahl von Erkenntnissen erwartet.
Der Gedanke einer bevorstehenden Mutation der Menschheit in diesem Sinne gehört nicht in den Bereich okkultistischer Träume, sondern in den der Wirklichkeit. Zweifellos gibt es bereits Mutanten unter uns oder doch jedenfalls Menschen, die schon einige Schritte auf dem Weg zurückgelegt haben, den die Menschheit als Ganzes eines Tages einschlagen wird. Wenn bestimmte untergegangene Kulturen bereits profunde Kenntnisse über das Wesen der Materie und der Energie und über die Gesetze, die das Weltall regieren, gehabt haben und wenn Fragmente dieser Kenntnisse über alle Zeitalter hinweg bewahrt wurden (eine Annahme, die uns keineswegs als gesichert erscheint), so konnte die Überlieferung dieser Kenntnisse nur durch höher geartete Geister und in einer Sprache bewerkstelligt werden, die der Allgemeinheit zwangsläufig unverständlich sein musste. (Seite 70)

Kommentar: z.B. die architektonisch eingebauten Aussagen in der großen Pyramide von Gizeh, die nur über mathematisch-kabbalistische Vergleiche ermittelt werden konnten! Axel Klitzke, Pyramiden: Wissensträger aus Stein.

Ashoka, der sich zum Buddhismus bekehrte, verbreitete durch das Beispiel seiner eigenen Tugend diese Religion in Indien und in seinem gesamten Herrschaftsgebiet, das sich bis zum Malaiischen Archipel, Ceylon und Indonesien erstreckte. Von hier aus eroberte der Buddhismus Nepal, Tibet, China und die Mongolei. Aschoka respektierte indessen alle religiösen Sekten. Er predigte eine vegetarische Lebensweise, verbot den Alkoholgenuss und schaffte die Tieropfer ab.

Kommentar: Doch wie verhält sich die heutige Menschheit? – Ungezählt sind die Tonnen toter Tiere, die von der Menschheit jährlich verzehrt werden. Wie verhält es sich mit dem Gebot des Moses: Du sollst nicht Töten!. Ungeachtet aller weisen Ratschläge wird weiter gemordet.

H. G. Wells schreibt über ihn in seiner Short History of the World:
«Unter den Zehntausenden von Herrschernamen, die sich in den Spalten der Geschichtsbücher aneinanderreihen, leuchtet der Name Aschoka wie ein Stern in einzigartigem Glanz.» Man berichtet, dass Kaiser Aschoka, der über die Schrecken des Krieges unterrichtet war, die Absicht hatte, den Menschen auf immer den Gebrauch der unheilvollen Intelligenz zu untersagen. Unter seiner Herrschaft wird die Naturwissenschaft mit ihren vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Erfindungen ins Gebiet des Geheimnisses verbannt. Von nun an verbergen sich die Forschungen auf allen Gebieten, von der Struktur der Materie bis zur Technik der Massenpsychologie, hinter dem mystischen Antlitz eines Volkes, von dem die Welt glaubt, es beschäftige sich nur mit Ekstase und übernatürlichen Dingen, und sie sollten zweiundzwanzig Jahrhunderte lang dahinter verborgen bleiben. Aschoka begründet die mächtigste Geheimgesellschaft der Erde: die der Neun Unbekannten. Es wird weiter berichtet, dass die großen Männer, die das Schicksal des modernen Indien bestimmen, und ebenso Gelehrte wie Bose und Ram, an die Existenz der Neun Unbekannten glauben und Ratschläge und Botschaften von ihnen empfangen.  (Seite 81)

Nach jahrzehntelanger Sammlung von Zeitungsartikeln besonderer Art machte sich Charles Fort eines Tages klar, dass seine ganze bisherige riesige Arbeit völlig sinnlos war. Er ahnte, dass er nur auf der Stelle getreten war und immer noch vor der Tür zu jenen Räumen stand, die er unbewusst suchte. Er hatte seine wahre Natur entdeckt. Dieser leidenschaftliche Sammler ungewöhnlicher Tatsachen war in Wirklichkeit ein Fanatiker hoher Ideen. Was hatte er im Verlauf dieser «verlorenen» Jahre unbewusst ins Werk zu setzen begonnen? Nichts anderes als einen Angriff gegen eine der großen Mächte des Jahrhunderts gegen die Überzeugung der zivilisierten Menschen, dass sie alles über diese Welt, in der sie leben, wissen.
Und warum hatte Charles Hoy Fort sich so schamhaft verborgen gehalten?  – Weil schon die leiseste Anspielung auf die Tatsache, dass es in dieser Welt noch ungeheure Bereiche des Unbekannten gibt, die Menschen unangenehm berührt und verwirrt. Charles Hoy Fort hatte sich verhalten wie ein Erotomane: halten wir unsere Laster geheim, damit die Gesellschaft nicht in Wut gerät, wenn sie merkt, dass die meisten Ländereien des Wissens noch brach liegen. Seine Aufgabe war es, von nun an ein wahrhaftes, ein revolutionäres Werk zu vollbringen. Die wissenschaftliche Erkenntnis ist nicht objektiv. Sie ist, genau wie die Zivilisation, eine Verschwörung. Man verwirft eine ganze Anzahl von Tatsachen, weil sie die festgelegten Vernunftschlüsse stören würden. Wir leben unter einer Inquisitionsherrschaft, und die Waffe, die sie gegen unliebsame Tatsachen am häufigsten anwendet, ist die von höhnischem Lachen begleitete Verachtung. (Seite 173)

Was ist unter diesen Umständen die Erkenntnis? «In der Topographie der Intelligenz», schrieb Fort, «könnte man die Erkenntnis als die von Gelächter verdeckte Unwissenheit bezeichnen.» Man sollte also zusätzlich zu jenen Freiheiten, die uns durch die Verfassung garantiert sind, noch weitere fordern: die Freiheit, an der  Wissenschaft zu zweifeln. Die Freiheit, die Evolutionstheorie in Frage zu stellen, oder die Drehbewegung der Erde, die Existenz der Lichtgeschwindigkeit, das Gravitationsgesetz und vieles andere. Alles, nur nicht die Tatsachen. An sie soll man glauben. Und zwar nicht an sorgfältig ausgewählte Tatsachen, sondern an alle, so, wie sie sich uns darbieten mitsamt all ihren bizarren Nebenerscheinungen und unwahrscheinlich wirkenden Einzelheiten. Wir dürfen nichts, was real ist, von vornherein verwerfen: eine zukünftige Wissenschaft wird unbekannte Verbindungen zwischen Fakten entdecken, die uns heute beziehungslos erscheinen. Die Wissenschaft hat es nötig, einmal von einem ungläubigen, heißhungrigen, wilden Geist kräftig durchgeschüttelt zu werden. Die Welt braucht eine Enzyklopädie der verschmähten Tatsachen, der verbannten Realitäten. «Ich fürchte, man muss unserer Zivilisation neue Welten entgegenstellen, in denen auch weiße Frösche ein Lebensrecht haben.» (Seite 174)

Kommentar: Die Menschheit muss erwachen und begreifen, dass sie aus feinstofflichen Kraftebenen gelebt wird. Der Mond scheint auch dann, wenn man ihn nicht sieht!

„Aber entschiedener noch ist die wahre Geschichte jene vom Fortschritt des Menschen in seiner Geistigkeit. Die Aufgabe der Menschheit ist es, dem geistigen Menschen zu helfen, sich zu entwickeln und zu verwirklichen, ihm, wie die Inder es in einer wunderbaren Formulierung ausdrücken, dabei zu helfen, das zu werden, was er ist. Die äußerlich sichtbare Geschichte allerdings, die Geschichte der Oberfläche, ist nichts als ein Beinhaus. Wäre die Geschichte wirklich nichts anderes, so müsste man das Buch zuschlagen und auf die Auslöschung allen Bewusstseins im Nirwana hoffen… Aber ich möchte doch glauben, dass der Buddhismus nicht recht hat und dass die wahre Historie etwas anderes ist.“  René Grousset

Auch der Physiker, der Chemiker, der Biologe und der Psychologe haben im Verlauf der letzten fünfzig Jahre große Erschütterungen erfahren und sind auf ihren «Schattensteinbrech» gestoßen. Aber sie zeigen heute nicht eine so rastlose Unruhe wie der Historiker. Sie arbeiten, sie schreiten vorwärts, ja, man bemerkt gerade in diesen Wissenschaften eine außerordentliche Vitalität. Man vergleiche nur die Spinnengewebe Spenglers oder Toynbees mit der stürmischen Bewegung der Kernphysik. Die Geschichte ist ins Stocken geraten. Es gibt zweifellos viele Gründe für diese Erscheinung, einer jedoch erscheint uns als der einleuchtendste: Während der Physiker und der Psychoanalytiker den Gedanken aufgegeben haben, dass die Wirklichkeit notwendigerweise die Vernunft zufriedenstellen müsse, und sich der Realität des Phantastischen zugewendet haben, verharrt der Historiker noch immer im kartesianischen Denksystem. Dieses Verhalten wird oft durch eine gewisse politische Zaghaftigkeit bestimmt. Man sagt, die glücklichen Völker hätten keine Geschichte. Aber die Völker, die zu ihren Historikern keine Freischärler und Poeten zählen, sind mehr als unglücklich: sie sind erstickt und verraten. Indem der Historiker dem Phantastischen den Rücken kehrt, wird er gelegentlich zu phantastischen Irrtümern verleitet.  (Seite 271)

«Ich freue mich, dass Sie wieder auf diesen Vergleich zurückkommen», sagte Cotgrave, «denn ich wollte Sie fragen, welche Erscheinungen auf dem Gebiet des Menschlichen wohl diesen phantastischen Wundertaten der Dinge, die Sie erwähnen, entsprächen. Also mit anderen Worten: Was ist nun eigentlich Sünde? Ich möchte gern, dass Sie mir das endlich an einem konkreten Beispiel erläutern.»
Jetzt zögerte Ambrose zum ersten mal. Dann begann er: «Ich sagte es Ihnen schon, das wahrhaft Böse ist selten. Der Materialismus unserer Epoche, der so viel dazu beigetragen hat, die Heiligkeit zu unterdrücken, hat vielleicht noch mehr dazu vermocht, das Böse auszurotten. (Komm.: in die feinstofflichen Verstecke zu verdrängen!) Wir fühlen uns so behaglich auf dieser Erde, dass wir gar keine Lust verspüren, von hier aus hinauf oder hinab zu steigen. Es hat ganz den Anschein, als sei die Arbeit der Höllenforscher heute rein archäologischer Natur.» (Seite 301)

Bulwer-Lytton gab vermittels einer romanhaften Fabel Zanoni seiner Gewissheit Ausdruck dass es Wesen gibt, die mit übermenschlichen Kräften begabt sind. Diese Wesen werden uns einstmals ersetzen und die Auserwählten der menschlichen Rasse einer außerordentlichen Mutation zuführen.
Wir müssen diesen Gedanken einer Mutation der menschlichen Rasse im Auge behalten. Wir werden ihn bei Nietzsche wiederfinden, und er ist selbst heute noch nicht erloschen. Desgleichen müssen wir auch dem Gedanken des «Unbekannten Übermenschen» unsere Aufmerksamkeit widmen. Man findet ihn in der gesamten schwarzen Mystik des Orients und des Okzidents. Existieren sie, diese Bewohner unterirdischer Gefilde oder diese Wesen, die von anderen Planeten gekommen sind? Diese Riesenmenschen, ähnlich jenen, die, in einen goldenen Panzer gehüllt, in den tibetanischen Grüften ruhen? Oder auch diese ungestalten und schreckenerregenden Geschöpfe, wie Lovecraft sie beschreibt und die in den heidnischen und luziferischen Riten beschworen werden?
Wenn Machen von der Welt des Bösen spricht, der «Welt der Höhlen mit ihren Bewohnern der Dämmerung», so bezieht er sich mit diesen Worten als Adept des Golden Dawn auf die «andere Welt», jene Welt, in welcher der Mensch mit den unbekannten Übermenschen in Beziehung tritt. Wir erwähnten die Golden Dawn und die deutsche Vril-Gesellschaft. Wir werden noch auf die Thule-Gesellschaft zu sprechen kommen. Zwar sind wir nicht auf den abwegigen Gedanken verfallen, die Geschichte lediglich durch das Wirken von Geheimgesellschaften erklären zu wollen, aber seltsamerweise werden wir doch feststellen müssen, dass alle diese Dinge ineinander greifen und dass es tatsächlich jene «andere Welt» war, die mit Hilfe des Nationalsozialismus einige Jahre lang geherrscht hat. Sie ist noch nicht besiegt. Und nicht das ist erschreckend, sondern erschreckend ist nur unsere Unwissenheit. (Seite 305)

Zur gleichen Zeit geschah es, dass eine außergewöhnliche Persönlichkeit, Rudolf Steiner, in der Schweiz die anthroposophische Gesellschaft begründete, die auf dem Gedanken beruht, dass das gesamte Universum im menschlichen Geist enthalten ist und dass dieser Geist eine Aktivität erreichen kann, die mit dem, was die offizielle Psychologie hierüber sagt, in keinem messbaren Verhältnis steht. Rudolf Steiner war überzeugt, dass es eine schwarze und eine weiße Form der «magischen» Forschung gebe. Seiner Ansicht nach hatten die Theosophie und die verschiedenen neu-heidnischen Gesellschaften ihren Ursprung in der großen unterirdischen Welt des Bösen und kündeten ein dämonisches Zeitalter an. Darum bemühte er sich, eine moralische Doktrin in seine eigene Lehre einzubauen, nach der die «Eingeweihten» gehalten waren, sich nur der positiven Kräfte zu bedienen. Er wollte eine Gesellschaft der Wohlmeinenden begründen.
Wir wollen hier nicht die Frage aufwerfen, ob Steiner recht oder unrecht hatte, ob er im Besitz der Wahrheit war oder nicht. Bemerkenswert aber ist, dass die ersten nationalsozialistischen Gruppen Steiner offenbar als ihren Feind Nummer eins betrachteten. Die «alten Kämpfer» sprengten gewaltsam die Zusammenkünfte der Steinerianer, bedrohten die Anhänger der Bewegung mit dem Tode, zwangen sie zur Flucht aus Deutschland und setzten im Jahre 1924 in Dornach in der Schweiz das von Steiner errichtete Hauptgebäude der Bewegung in Brand. Die Archive gingen in Flammen auf, und Steiner, dem jede Möglichkeit zur Weiterarbeit genommen war, starb ein Jahr nach diesem Attentat. (Seite 310)

In Tiahuanaco nahe dem Titicacasee stehen neben Toren von drei Meter Höhe und vier Meter Breite aus einem Monolithen gehauen riesige Statuen, von denen man eine forttransportiert und im Garten des Museums von La Paz aufgestellt hat. Sie ist acht Meter hoch und wiegt zwanzig Tonnen.

«Eine unaussprechliche Harmonie geht von dem ganzen Koloss aus, dessen Körper und Arme in ihrer vergeistigten Stilisierung ein geradezu moralisches Gleichgewicht ausdrücken. Der ganze wunderbare Monolith strömt Ruhe und Frieden aus. Falls wir hier das Porträt eines der Riesenkönige vor uns haben, die über jenes Volk herrschten, so kommt einem unwillkürlich der Anfang eines Satzes von Pascal in den Sinn: «Wenn Gott uns von seiner Hand geschaffene Meister gab … »

Sollten diese Monolithen tatsächlich von den Riesen behauen und für ihre Schüler, die Menschen, aufgestellt worden sein, sollten diese Skulpturen mit ihrer für unsere Begriffe beinahe unfasslichen Abstraktion und Stilisierung wirklich von jenen Meistern stammen, so befänden wir uns hier an der Wiege der Sagen (Komm.: von Atlantis?), laut denen die Künste den Menschen von den Göttern geschenkt wurden, und wir hätten den Schlüssel zu verschiedenen ästhetisch orientierten mystischen Richtungen in der Hand.
Unter diesen Skulpturen finden sich auch stilisierte Wiedergaben eines Tiers, des Toxodons (Komm.: Das Toxodon ähnelte einem schweren Nashorn mit einem Flusspferd-ähnlichem Kopf, von bis zu 2 to Lebendgewicht), dessen Knochen unter den Ruinen von Tiahuanaco entdeckt wurden. Nun weiß man aber, dass das Toxodon einzig in der Tertiärzeit gelebt haben kann. Und schließlich gibt es in dieser Ruinenstadt, die etwa hunderttausend Jahre vor dem Ende der Tertiär-Epoche entstanden sein dürfte, einen im getrockneten Schlamm eingebetteten Portikus, dessen Dekorationen der deutsche Archäologe Kiss, ein Schüler des österreichischen Glazialtheoretikers Hans Hörbigers, zwischen 1928 und 1937 eingehend untersucht hat. Sie stellen seiner Ansicht nach einen Kalender dar, der nach den Beobachtungen der Astronomen des Tertiärs aufgezeichnet wurde. Er gliedert sich in vier Teile, die durch die Sonnenwenden und die Tag- und Nachtgleichen, welche die astronomischen Jahreszeiten markieren, voneinander getrennt sind. Jede dieser Jahreszeiten wiederum zerfällt in drei Abschnitte, und innerhalb dieser zwölf Unterabteilungen wird die Position des Mondes für jede Stunde des Tages sichtbar. Außerdem sind die beiden Bewegungen des Satelliten, und zwar seine scheinbare und seine wirkliche Bewegung unter Berücksichtigung der Erdrotation, angezeigt. Alle diese Einzelheiten müssen die Überzeugung in uns erwecken, dass die Menschen, die diesen Kalender erfanden und anwendeten, einer höheren Kultur als der unseren angehörten. (Seite 327)

Abgesehen davon scheint sich in unserer Kultur alles zu verbünden, um dem allgemeinen Verstand begreiflich zu machen, dass der Geist nicht alles ist. Eine unbewusste Verschwörung der materiellen Kräfte vermindert das Risiko und hält den Verstand in jenen Grenzen, in denen zwar ein gewisser Stolz nicht ausgeschlossen ist, der Ehrgeiz jedoch gemäßigt wird, weil er zunächst immer nach Sinn und Zweck seiner Anstrengungen fragt. Es ist so, wie der österreichische Schriftsteller Robert Musil sehr richtig gesehen hat: «Würde auch nur ein einziges Mal mit einer der Ideen, die unser Leben bewegen, restlos, so dass von der Gegenidee nichts übrig bleibt, Ernst gemacht, unsere Kultur wäre wohl nicht mehr unsere Kultur!»
Dieses Phänomen aber ist in Deutschland, zumindest unter den führenden Schichten des magischen Sozialismus, eingetreten. Wir stehen in magischer Verbindung mit dem Universum, aber wir haben es vergessen. Die nächste Mutation der menschlichen Rasse wird Wesen erschaffen, die sich dieser Verbindung bewusst sind: Gottmenschen(?). Bereits heute verspürt man die Wirkung dieser künftigen Wandlung auf gewisse messianische Seelen, die an eine weit zurückliegende Vergangenheit anknüpfen und sich der Zeiten erinnern, in denen die Riesen den Lauf der Gestirne beeinflussten. (Seite 341)

Nach einer tibetanischen Sage lebte vor drei- oder viertausend Jahren im Gebiet der heutigen Wüste Gobi ein Volk mit einer hohen Kultur. Infolge einer kosmischen Katastrophe verwandelte sich das Land Gobi in eine Wüste, und die Überlebenden wanderten aus: ein Teil zog nach Nordeuropa, ein anderer in den Kaukasus. Der Gott Thor der nordischen Mythologie soll einer der Helden dieser Wanderung gewesen sein. Die «Eingeweihten» der Thule-Gesellschaft waren überzeugt, dass diese Auswanderer aus dem Lande Gobi die Grundrasse der Menschheit, den arischen Stamm, bildeten.
Haushofer wies auf die Notwendigkeit hin, zu den «Quellen» zurückzukehren, d. h., ganz Osteuropa, Turkestan, Pamir, die Wüste Gobi und Tibet zu erobern. Diese Länder waren in seinen Augen die «Herzregion», und der Herrscher über sie war gleichzeitig der Herr der Welt. Nach dieser Sage, so wie sie Haushofer zweifellos gegen 1905 aus dem Orient mitbrachte und wie Rene Guenon sie auf seine Art in Le Roi du Monde erzählt, siedelten sich die führenden Persönlichkeiten jener hohen Kultur, die großen Weisen, die Söhne der Geister anderer Welten, nach der Katastrophe von Gobi in einem riesigen Höhlenbezirk unter dem Himalaja (Wesak?) an. Innerhalb dieses Bezirks spalteten sie sich in zwei Gruppen; die eine folgte dem «Weg rechter Hand», die andere dem «Weg linker Hand».

Kommentar: Die linke Hand ist nach indischer Weltanschauung immer die schmutzige Hand; darum ist der linke Weg immer der Weg mit Luzifer und seinen Helfershelfern Saturn und Mond.

Der Mittelpunkt des «ersten rechten Weges» soll Agarthi gewesen sein, eine unauffindbare Stadt, der Ort der Kontemplation, der Tempel des Nicht-Teilhabens an der Welt. Der «zweite Weg» führte über Shampullah (Shamballah?), die Stadt der Macht und der Gewalt, deren Kräfte über die Elemente und die Massen der Menschen geboten und sie der «großen Zeitwende» entgegenführten. Den großen Magiern anderer Völker war es möglich, durch Gelöbnisse und Opfer einen Pakt mit Shampullah zu schließen.
In Österreich verkündete die Gruppe «Edelweiß» im Jahre 1928, es sei ein neuer Messias geboren. In England erklärten Sir Mosley und Bellamy im Namen der Hörbigerschen Lehre, dass Deutschland vom «Licht» berührt sei. In Amerika erschienen die Silver Roads des Obersten Ballard. Eine Anzahl bedeutender englischer Persönlichkeiten versucht, die Öffentlichkeit vor dieser Bewegung zu warnen, in der sie zunächst nur eine geistige Bedrohung, das Heraufkommen einer luziferischen Religion erblickt. Lord Tweedsmuir, der unter dem Namen John Buchan schreibt, veröffentlicht zwei Schlüsselromane: The Courts of the Morning und A Prince in Captivity, die eine Beschreibung der Gefahren enthalten, welche die abendländische Kultur durch eine geistige und zugleich magische «Energiezentrale» erwachsen könnten. (Seite 376)

Der Literaturkritiker und Philosoph Albert Beguin hat einmal behauptet, Balzacs Begabung sei viel mehr die der visionären Schau als die der Beobachtung gewesen. Dieser Satz erscheint mir zutreffend. In einer großartigen Novelle, Le Requisitionnaire, sieht Balzac die Geburt der Parapsychologie voraus, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stattfinden und das Studium der «psychischen Kräfte» des Menschen zum Gegenstand einer exakten Wissenschaft erheben sollte:

«Zur selben Stunde, in der Mme. de Dey in Carentan starb, wurde ihr Sohn im Morbihan erschossen. Diese tragische Tatsache ist ein weiterer Beitrag zu den Beobachtungen über die geheimen Beziehungen, für welche die Gesetze des Raumes nicht existieren. Einzelne interessierte Menschen haben mit methodischer Neugier Dokumente über dieses Gebiet zusammengetragen, die eines Tages die Grundlagen einer neuen Wissenschaft ergeben werden, der bis heute ein genialer Kopf fehlt.»
1891 erklärte Camille Flammarion:
«Das Ende unseres Jahrhunderts ähnelt in manchem dem des vorigen. Der Geist ist der Lehrsätze einer Philosophie, die sich selbst als positivistisch bezeichnet, überdrüssig. Man kommt auf den Verdacht, dass sie sich irrt … <Erkenne dich selbst!> sagt Sokrates. Seit einigen tausend Jahren haben wir eine Unmenge von Dingen gelernt, nur nicht das, was uns selbst unmittelbar betrifft. Es scheint, als ginge die gegenwärtige Tendenz des menschlichen Geistes endlich dahin, der sokratischen Maxime zu gehorchen.»
(Seite 413)

Zu Flammarion ins Observatorium von Juvisy kam einmal monatlich Conan Doyle aus London, um gemeinsam mit dem Astronomen gewisse ungeklärte und im übrigen auch etwas zweifelhafte Fälle von Hellsichtigkeit, von Geistererscheinungen und Materialisationen zu besprechen. Flammarion glaubte an Geister, und Conan Doyle sammelte «Geisterphotographien». Die von Balzac erahnte «neue Wissenschaft» war noch nicht geboren, aber ihre Notwendigkeit wurde immer fühlbarer. In der großartigen Studie Victor Hugos über Shakespeare stehen die folgenden wundervollen Sätze:

«Jeder Mensch trägt sein Patmos in sich. Es steht ihm frei, ob er auf dieses erschreckende Vorgebirge des Denkens steigen will, von dem aus man in die Schattenwelt blickt. Wenn er es nicht tut, verbleibt er im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Bewusstsein, in der gewöhnlichen Tugend, im gewöhnlichen Glauben, im gewöhnlichen Zweifel, und damit ist es gut. Ja, für seine innere Ruhe ist es zweifellos so am besten. Wenn er jedoch diesen Gipfel ersteigt, ist er ein für allemal gefangen. Die gewaltigen Wogen des Wunders sind ihm erschienen. Niemand erblickt ungestraft diesen Ozean.  Er sträubt sich wohl gegen diesen lockenden Abgrund, gegen dieses Eintauchen in das Unerforschte, gegen diese Abwendung von der Erde und vom Leben‚ gegen dieses Eindringen in ein verbotenes Gebiet, gegen diesen Drang, das Unberührbare zu betasten – er kommt doch immer wieder hierher zurück, er stützt sich darauf, er neigt sich darüber, er tut einen Schritt und noch einen. Auf diese Weise aber dringt man in das Undurchdringliche ein, so gelangt man in die grenzenlose Weite des Zustands der Unendlichkeit.»

Was mich selber betrifft, so hatte ich im Jahre 1939 präzise Vorstellungen von einer Wissenschaft, die einwandfreie Zeugnisse über das innere Leben des Menschen erbringen, den Geist zu neuen Betrachtungen über die Natur der Erkenntnis zwingen und allmählich zu einer Abänderung der wissenschaftlichen Forschungsmethoden auf allen Gebieten führen würde. Ich war damals neunzehn Jahre alt, und der Krieg überraschte mich genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich beschlossen hatte, mein Leben dem Aufbau einer Psychologie und Physiologie der mystischen Zustände zu widmen. (L.Pauwels) (Seite 414)

«Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten müssen unbedingt in Erfahrung bringen, ob die von einem menschlichen Gehirn ausgesandte Energie über Tausende von Kilometern hinweg ein anderes menschliches Gehirn beeinflussen kann… Es handelt sich hier um ein rein wissenschaftliches Experiment. Die Erforschung und Erweiterung dieser Phänomene liefert uns vielleicht eine neue Verbindungsmäglichkeit zwischen den Unterseebooten und dem Festland und eines Tages vielleicht auch zwischen einzelnen Raumschiffen.»

Auf Grund dieses Artikels und zahlreicher Berichte von Wissenschaftlern, die die Eingabe der Rand Corporation unterstützten, entschloss die Regierung sich zu handeln. Heute bestehen Forschungslaboratorien dieser neuen Disziplin, der Parapsychologie, bei der Rand Corporation in Cleveland, bei Westinghouse in Friendship, Maryland, bei der General Electric in Schenectady, bei der Bell Telephone in Boston und im Forschungszentrum der Armee in Redstone, Alabama. In Redstone liegen die Räume, in denen die Möglichkeiten der Gedankenübertragung untersucht werden, fünfhundert Meter neben dem Büro von Wernher von Braun, dem Erforscher des Weltraums. Man kann darin ein Symbol dafür sehen, dass die Eroberung der Planeten und die Exploration des menschlichen Geistes schon heute parallel vor sich gehen.
In weniger als einem Jahr haben diese mit allen Mitteln ausgestatteten Laboratorien bereits mehr Resultate erzielt, als jahrhundertelange Untersuchungen auf dem Gebiet der Telepathie bisher aufzustellen vermochten. Der Grund dafür ist sehr einfach: die Forscher sind ohne jede vorgefasste Meinung vom Nullpunkt ausgegangen. Es wurden Kommissionen in die ganze Welt entsandt, und in England z. B. nahmen Mitglieder einer solchen Kontakt mit namhaften
Gelehrten auf, welche die Phänomene der Gedankenübertragung überprüft und bestätigt hatten. Dr. Soal von der Universität Cambridge konnte den Forschern derartige Kommunikationen zwischen zwei jungen Bergarbeitern aus Wales vorführen, die über mehrere hundert Kilometer hinweg zustande kamen.
In Deutschland fand die Kommission die Unterstützung so anerkannter Wissenschaftler wie Hans Bender und Pascual Jordan, die nicht allein Phänomene der Gedankenübertragung beobachtet hatten, sondern sich auch nicht scheuten, darüber zu schreiben. In Amerika selbst häuften sich die Beweise. Ein chinesischer Wissenschaftler, Dr. Ching Yu Wang, konnte mit Hilfe einiger ebenfalls chinesischer Kollegen den Experten der Rand Corporation absolut überzeugende Proben von Gedankenübertragungen liefern. (Seite 424)

 

AUF DEM WEG ZU EINER PSYCHOLOGISCHEN REVOLUTION

Die Zeit des wahren Erwachens – Wir brauchen einen Einstein der Psychologie – Der religiöse Gedanke wird neu geboren

«Von Fabriken rauchende Erde. Von Geschäften erzitternde Erde. Von hundert neuen Strahlungen vibrierende Erde. Dieser große Organismus lebt endgültig nur durch und für eine neue Seele. Unterhalb des Zeitenwandels ein Gedankenwandel. Wo aber sollen wir diese subtile erneuernde Umbildung entdecken, die uns, ohne unseren Körper sichtbar zu verändern, zu neuen Wesen gemacht hat – wo ist sie? Nirgendwo anders als in einer neuen Intuition, die das Antlitz der Welt, in der wir uns bewegen, ganz und gar umgestaltet – mit anderen Worten: in einem Erwachen.»

So hat also für Teilhard de Chardin die Mutation der Gattung Mensch schon begonnen: die neue Seele ist im Begriff, geboren zu werden. Diese Mutation vollzieht sich in den tieferen Regionen des Geistes, und uns wird durch diese «erneuernde Umbildung» eine totale und total andere Sicht des Universums geboten. Der Wachzustand des Bewusstseins wird ersetzt durch einen höheren Zustand, im Vergleich zu dem der vorhergehende nur ein Schlaf war. Damit ist die Zeit des wahren Erwachens gekommen.

Der Naturwissenschaft gegenüber ist die Seelenwissenschaft erheblich im Rückstand. Die sogenannte moderne Psychologie studiert den Menschen gemäß einer Vorstellung des vom militanten Positivismus beherrschten 19. Jahrhunderts. Die wahrhaft moderne Wissenschaft untersucht eine Welt, die ständig neue Überraschungen bietet und die den Strukturen des Geistes und der Natur der Erkenntnis, wie sie offiziell anerkannt sind, immer weniger angepasst ist. Die Psychologie der Bewusstseinszustände setzt einen fertigen, statischen Menschen voraus: den homo sapiens der Aufklärungszeit. (Seite 431)

Nun aber enthüllt die Physik eine Welt, die gleichzeitig mehrere Spiele spielt und von der aus zahlreiche Türen ins Unendliche gehen. Die Naturwissenschaften münden im Phantastischen, während die Geisteswissenschaften noch immer im positivistischen Aberglauben befangen sind. Die Psychologie gründet ihre Sätze noch heute auf dem Bild eines Menschen, dessen geistige Funktionen ein für allemal festgelegt und klassifiziert sind. Nun haben wir aber ganz im Gegenteil den Eindruck, dass der Mensch durchaus nicht «ausgewachsen» ist. Die Welt wird zur Zeit von großen Erschütterungen heimgesucht. Diese Erschütterungen wirken einerseits in die Höhe und betreffen das Gebiet der Erkenntnis; sie erstrecken sich aber auch in die Breite und führen zur Bildung großer Massen. In alledem lassen sich die Anfänge einer tiefgreifenden Veränderung des menschlichen Bewusstseinszustandes erkennen. Und darum sollte unserer Ansicht nach eine wirksame Psychologie, die unserer Zeit angepasst ist, nicht von dem ausgehen, was der Mensch ist – oder was er vielmehr zu sein scheint –, sondern von dem, was er werden kann, von seiner möglichen Entwicklung. Die Erforschung dieses neuen – oder zukünftigen – Menschen haben wir uns zur Aufgabe gemacht.
Alle uns überlieferten Lehren beruhen auf dem Gedanken, dass der Mensch kein abgeschlossenes Wesen ist. Die Psychologen früherer Zeiten untersuchen die Bedingungen, unter denen sich die Veränderungen, Umbildungen und Transmutationen vollziehen müssen, die den Menschen seiner wahren Vollendung entgegenführen.
Eine bestimmte nach unserer Methode vorgenommene und völlig moderne Überlegung bringt uns auf den Gedanken, dass der Mensch vielleicht Fähigkeiten besitzt, die er gar nicht anwendet, einen ganzen ungebrauchten Maschinenpark. Wir sagten es bereits: die Erkenntnis der Außenwelt führt, wenn wir sie immer weiter vorantreiben, schließlich dazu, dass wir die Natur unserer Erkenntnisfähigkeit selbst, die Strukturen des Intellekts und des Wahrnehmungsvermögens in Frage stellen. Wir sagten gleichfalls, dass die nächste Revolution psychologischer Art sein werde. Das ist nicht nur unser persönlicher Standpunkt; viele moderne Forscher, von Oppenheimer bis Costa de Beauregard, von Wolfgang Pauli bis Heisenberg, von Charles-Noel Martin bis Jacques Menetrier, teilen ihn mit uns. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass auf der Schwelle dieser Revolution nichts von den hohen, fast religiösen Gedanken, die die Forscher bewegen, in den Geist der gewöhnlichen Menschen eindringt, dass kein Hauch davon die Tiefen der Gesellschaft streift. Die Veränderung spielt sich lediglich in einigen wenigen Köpfen ab. (Seite 432)
An den gängigen Vorstellungen über die Natur des Menschen und die menschliche Gesellschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert nichts geändert. In einem unveröffentlichten Aufsatz über Gott schreibt Jean Jaurès am Ende seines Lebens, also 1914, die herrlichen Sätze:

«Wir wollen nur eines sagen: dass nämlich der religiöse Gedanke, der für eine Zeitlang verblasst war, wieder von Geist und Bewusstsein der Menschen Besitz ergreifen kann, da die gegenwärtigen Ergebnisse der Wissenschaften die Voraussetzungen dafür schaffen. Es gibt von jetzt ab, wenn man es so ausdrücken kann, eine Religion, die zur Verfügung steht, und wenn sie zu dieser Stunde noch nicht in die Tiefen der Gesellschaft eingedrungen ist, wenn das Bürgertum einem platten Spiritualismus oder einem lächerlichen Positivismus huldigt, wenn das Proletariat entweder einem knechtischen Aberglauben oder einem wilden Materialismus ergeben ist, so darum, weil das heutige soziale Regime ein Regime der Verdummung und des Hasses ist, kurzum ein irreligiöses Regime. Etwas Religiöses hingegen finden wir in der Eroberung der Natur durch den Menschen, in dem Bestreben, die Kräfte des Universums den Bedürfnissen der Menschheit anzupassen.
Irreligiös daran ist nur, dass der Mensch die Natur erobert, indem er die Menschen zu Sklaven macht. Nicht die Sorge um den materiellen Fortschritt ist es, die den Menschen von den hohen Gedanken und von der Betrachtung der göttlichen Dinge ablenkt, sondern die übermäßige Arbeitslast, die die meisten Menschen so erschöpft, dass ihnen nicht mehr die Kraft bleibt, zu denken, und nicht einmal die Kraft, das Leben, also Gott, zu fühlen. Und daneben die Übersteigerung der schlechten Leidenschaften, der Eifersucht und des Ehrgeizes, welche die eigentliche Kraft der Mutigsten und Glücklichsten in ruchlosen Kämpfen aufbrauchen. Die Menschheit, die zwischen der Bedrohung durch den Hunger und der Übersteigerung des Hasses steht, kann nicht an die Unendlichkeit denken. Die Menschheit ist wie ein großer Baum unter einem Gewitterhimmel, in dem es von Fliegen summt, und in diesem Dröhnen des Hasses muss die tiefe und göttliche Stimme des Universums untergehen.» (Seite 433)

Die Maschine, die unser Verstehen regelt, ist eine arithmetische Maschine. Sie sortiert, sie vergleicht. Der ganze Discours de La methode beruht auf dieser Tatsache. Und ebenso die ganze chinesische Philosophie des Yin und des Yang. Und das I Ging, das «Buch der Wandlungen», das einzige Orakelbuch, dessen Regeln die Antike uns überliefert, ist aus graphischen Figuren zusammengesetzt: drei fortlaufenden und drei unterbrochenen Linien, die in jeder möglichen Weise kombiniert sind. Albert Einstein sagte am Ende seines Lebens: «Ich frage mich, ob die Natur nicht immer dasselbe Spiel spielt.» Ich habe tatsächlich den Eindruck, als entziehe die Natur sich der binären Maschine, die unser Gehirn in seiner normalen Tätigkeit darstellt. Seit Louis de Broglie sind wir gezwungen anzunehmen, dass das Licht gleichzeitig stetig und unterbrochen, gleichzeitig Welle und Teilchen ist. Aber keinem menschlichen Gehirn ist die Darstellung eines solchen Phänomens, das Verständnis von innen her, die wirkliche Erkenntnis gelungen. Nehmen wir jetzt einmal an, dass, ausgehend von einem Modell des Lichts (die gesamte religiöse Literatur und Ikonographie sind überreich an solchen Darstellungen des Lichts), das Gehirn in einer blitzartigen ekstatischen Erleuchtung vom arithmetischen zum analogischen Zustand übergeht. Es wird selber zum Licht. Es sieht die unbegreifbare Erscheinung. Es wird mit ihr geboren. Es kennt sie. Es gelangt dorthin, wohin die hohe Intelligenz eines de Broglie nicht gelangen konnte. Dann aber fällt es zurück: der Kontakt mit den gewaltigen Maschinen, die in dem großen Geheimbereich des Gehirns arbeiten, ist unterbrochen. Seine Erinnerung vermittelt ihm nur Bruchstücke der Erkenntnis, die es soeben erlangt hatte. Und die Sprache scheitert bei dem Versuch, selbst diese Fragmente zu übersetzen.

Vielleicht haben einige Mystiker so die Erscheinungen der Natur geschaut, die unser moderner Intellekt entdecken und erahnen, aber sich nicht zu eigen machen konnte.

«Und da fragte ich, der Schreiber, wie oder was sie sah und ob sie etwas Körperliches sah. Sie antwortete: Ich sehe eine Fülle, eine Helle, aus der mir eine Vollkommenheit zuteil wird, die ich nicht auszusprechen weiß und der ich nichts an die Seite stellen könnte … »
(Seite 444)

Der Mensch kann zu den Geheimnissen vordringen, das Licht sehen, die Ewigkeit sehen, sich in seiner inneren Haltung dem universalen Rhythmus anpassen, eine fühlbare Erkenntnis vom letzten Zusammenströmen der Kräfte erlangen und, wie Teilhard de Chardin, das unbegreifbare Leben des Punktes Omega leben, an dem die gesamte Schöpfung am Ende der Erdenzeit angelangt sein wird, erfüllt, verzehrt und zugleich geläutert. Der Mensch kann alles. Sein Geist, der zweifellos von Anfang an mit unbegrenzter Erkenntnisfähigkeit begabt ist, kann unter gewissen Bedingungen die Gesamtheit der Lebensmechanismen erfassen. Und die bis ins letzte entfaltete Kraft des menschlichen Geistes kann sich vermutlich auf die Totalität des Universums erstrecken. Doch es gibt einen Punkt, an dem diese Kraft innehalten muss: den Punkt, an dem der Geist des Menschen am Ende seiner Mission angelangt ist und ahnt, dass es jenseits des sichtbaren Universums noch «etwas anderes» gibt. Hier hilft auch das analogische Bewusstsein nicht mehr weiter.

Es bestehen im grobstofflichen Universum keine Vorbilder für das, was sich jenseits dieses materialistischen Universums findet. Diese unüberschreitbare Schwelle führt zum Reich Gottes.

Kommentar: Hier irrt der Autor. Denn zunächst findet der Mensch mit der dafür geeigneten Wahrnehmung hinter dem Schleier der materiellen Erscheinung Erde, dem sichtbaren Kosmos mit all der radioaktiven Strahlung, das gewaltige Feld der feinstofflichen Welt mit den zahllosen Bewohnern, die in den Mythen der Völker, ihren Märchen und Sagen beschriebenen werden. Diese fantastische Natur hat Louis Pauwels in seinem ganzen Buch ausgespart.

Es gibt eine letzte Pforte, welche der analogische Intellekt – der immer nur in die materiellen Erscheinungen blickt – nicht öffnen kann. Wenige Texte kommen an metaphysischer Größe dem gleich, in welchem H. P. Lovecraft den Versuch unternimmt, das unausdenkbare Abenteuer des erwachten Menschen zu beschreiben, dem es gelungen ist, diese Pforte um einen Spaltbreit zu öffnen, und der in jenen Raum hineinschlüpfen möchte, in dem Gott(?) jenseits der Unendlichkeit thront …

«Er wusste, dass es in Boston einen Randolph Carter gegeben hatte; trotzdem konnte er nicht genau feststellen, ob er das sei, dieses Fragment, diese Facette einer Einheit jenseits der Letzten Pforte, oder vielleicht ein anderer, der einmal dieser Randolph Carter gewesen war. Sein Ich war zerstört, und doch war ihm dank irgendeiner unbegreiflichen Fähigkeit bewusst, dass er eine ganze Legion von „ICHs“ war.
(Seite 451)

Für einen Intellekt, der die dringende Notwendigkeit einer Transmutation verspürt, kann es gegenüber seiner Zeit keine Verachtung geben, sondern nur Liebe. Bis dahin war der Zustand des Erwachtseins nur in religiösen, esoterischen oder poetischen Begriffen beschworen worden. G.I. Gurdjews unbestreitbares Verdienst ist der Beweis, dass es eine Psychologie und eine Physiologie dieses Zustands geben kann. Selbstverständlich müssen wir bei einem solchen Gegenstand in den Augen der weltlichen Spezialisten als Barbaren erscheinen. – Wir fühlen, wie in der Welt von heute eine neue Seele für ein neues Zeitalter der Erde geschmiedet wird. Unsere Methode, die mögliche Existenz eines Zustands des Erwachtseins zu ergründen, wird weder völlig religiös, noch völlig esoterisch oder poetisch, noch völlig wissenschaftlich sein. Sie wird etwas von allen diesen Gebieten an sich haben und sich doch nicht ganz mit ihnen vertragen. Und eben das ist die Renaissance: ein Strudel, in den, bunt durcheinander gemengt, die Methoden der Theologen, der Gelehrten, der Magier und der Kinder geworfen werden.

An einem Augustmorgen des Jahres 1957 drängten sich die Londoner Journalisten am Kai vor einem Postschiff, das nach Indien auslief. Ein Herr und eine Dame in den Fünfzigern, Leute von unauffälligem Äußeren, gingen an Bord. Es war der große Biologe J. B. S. Haldane; der in Begleitung seiner Frau England für immer verließ. «Ich habe genug von diesem Land und von einem Haufen Dinge in ihm», erklärte er ruhig. «Vor allem vom Amerikanismus, der über uns hereinbricht. Ich möchte nach neuen Ideen suchen und frei in einem neuen Land leben.» So begann eine neue Etappe in der Laufbahn eines der außergewöhnlichsten Menschen dieser Epoche. J. B. S. Haldane hatte Madrid mit dem Gewehr in der Hand gegen die Truppen Francos verteidigt. Er hatte der englischen kommunistischen Partei angehört und dann, nach der Affäre Lyssenko, seine Mitgliedskarte zerrissen. Und jetzt fuhr er nach Indien, um dort die Wahrheit zu suchen. (Seite 460)
Seit langem hatte er darauf bestanden, dass sich die Wissenschaft systematisch mit dem Begriff des „mystischen Erwachens“ befassen solle. Seit 1930 hatte er in seinen Werken The Inequality of Men und The Possible Worlds trotz seines Rufes als seriöser Wissenschaftler erklärt, dass das Universum zweifellos viel seltsamer sei, als man es sich vorstelle, und dass man die poetischen und religiösen Zeugnisse über einen dem normalen Wachzustand überlegenen Bewusstseinszustand zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung machen müsse. (Seite 461)

Unserer Hypothese entsprechend gibt es einen rationalistischen, positivistischen Menschentyp, der gewissermaßen zur Selbstverteidigung aggressiv wird, sobald es in der Literatur, in der Philosophie oder in der Wissenschaft darum geht, den Bereich zu verlassen, in dem das Bewusstsein im Normalzustand angesprochen wird. Daneben aber gibt es einen spiritualistischen Menschentyp, der jede Anspielung auf eine Überhöhung des Bewusstseins wie eine Erinnerung an ein verlorenes Paradies empfindet. So würde man am Ursprung eines riesigen Gelehrtengezänks die einfache Alternative finden: «Ich liebe, oder ich liebe nicht.» Aber was ist es denn, das in uns liebt oder nicht liebt? In Wahrheit ist es niemals das Ich. Es sollte einfach heißen: «Es liebt in mir, oder es liebt nicht.» Rücken wir darum so weit wie möglich von dem falschen Problem Spiritualismus-Materialismus ab, das in Wirklichkeit vielleicht nur die Frage einer Allergie ist. Wesentlich ist, zu wissen, ob der Mensch in seinen unerforschten Bereichen über höhere Werkzeuge, so etwas wie mächtige Verstärker seines Intellekts, verfügt.
Es wird erzählt, dass Bodhidharma, der Begründer des Zen-Buddhismus, eines Tages während einer Meditation einschlief – das will besagen, dass er sich unversehens in den für die meisten Menschen normalen Bewusstseinszustand zurück gleiten ließ. Dieser Vorfall kam ihm so entsetzlich vor, dass er sich die Augenlider abschnitt. Diese, so berichtet die Legende, fielen zu Boden, und aus ihnen entspross die erste Teepflanze. Der Tee, der vor dem Einschlafen schützt, ist die Pflanze, die den Wunsch der Weisen, sich stets wach zu halten, symbolisiert, und daraus entstand dann der Spruch: «Der Geschmack des Tees und der Geschmack des Zen sind einander gleich.»

Der Begriff des «Zustands des Erwachtseins» ist offenbar so alt wie die Menschheit. Er ist der Schlüssel zu den ältesten religiösen Texten, und vielleicht bemühte sich bereits der Mensch des Cromagnon; diesen dritten Bewusstseinszustand zu erreichen. Die Datierungsmethode mit Hilfe des Kohlenstoffs hat ergeben, dass die Indianer im Südosten Mexikos vor mehr als sechstausend Jahren bestimmte Pilze (z.B. Psilocybe mexicana) und den Kaktus Peyote aßen, um sich in eine Über-Klarsichtigkeit zu steigern. Immer geht es darum, das «dritte Auge» zu öffnen, den normalen Bewusstseinszustand zu überwinden, in dem alles nur Illusion, Verlängerung der Träume eines tiefen Schlafes ist. «Wach auf, Schläfer, wach auf!» Von den Evangelien bis zu den Märchen stets derselbe Mahnruf.
Die Menschen haben alle erdenklichen Mittel angewandt, um diesen Zustand des Erwachtseins zu erreichen: Riten, Tänze, Gesänge, Kasteiung, Askese, Abstinenz, sexuelle Enthaltsamkeit, Yoga, Ujjayi Pranayama, Fasten, körperliche Martern, die verschiedensten Drogen (Seite 464). Wenn der moderne Mensch erst einmal die Wichtigkeit des Einsatzes erfasst hat – und das kann nicht mehr lange dauern – wird er bestimmt noch andere Möglichkeiten finden.
Der amerikanische Wissenschafter J. B. Odds denkt an eine elektronische Stimulierung des Gehirns. Der englische Astronom Fred Hoyle schlägt die Betrachtung leuchtender Bilder auf einem Fernsehschirm vor. Schon H. G. Wells malte in seinem schönen Roman In the Days of the Comet aus, wie nach dem Zusammenstoß mit einem Kometen die Erdatmosphäre plötzlich von einem Gas erfüllt ist, das eine Über-Klarsichtigkeit hervorruft. Die Menschen durchbrechen endlich die Schranke zwischen Wahrheit und Illusion. Sie erwachen zu den echten Realitäten. Und mit einem Schlag sind alle praktischen, moralischen und geistigen Probleme gelöst. Komm.: Welch ein Irrtum!!!
Es scheint, als hätten bisher nur die Mystiker sich ernstlich darum bemüht, dieses Super-Bewusstsein zu erlangen. Wenn es möglich ist, welcher Kraft ist es dann zuzuschreiben?
Die Gläubigen sprechen von der Gnade Gottes. Die Okkultisten von magischer Weihe. Und wenn es sich um eine ganz natürliche Fähigkeit handelte?
Die jüngste Wissenschaft hat erwiesen, dass beträchtliche Teile unserer Hirnmasse noch immer unerforschtes Gebiet sind. Der weitaus größte Teil unserer Fähigkeiten liegt noch immer brach. Dies ist der Sinn der uralten Sage vom verborgenen Schatz. Und ebendas sagt auch der englische Gelehrte Gray Walter in einer der wesentlichen Arbeiten unserer Epoche: The Living Brain. In einem zweiten Werk mit dem Titel Farther Outlook, das eine Mischung von Antizipation und Beobachtung, Philosophie und Dichtung darstellt, erklärt Walter, dass es zweifellos keine Grenze für die Möglichkeiten des menschlichen Gehirns gebe und dass unser Denken eines Tages die Zeit ebenso explorieren werde, wie es heute den Raum erforscht. In dieser Prophezeiung stimmt er überein mit dem Mathematiker Eric Temple Bell, der dem Helden seines Romans The Time Stream die Fähigkeit verleiht, durch die ganze Geschichte des Kosmos zu reisen.
In dem Roman The Black Cloud von dem englischen Astronom Fred Hoyle steht:

Dort sind die schwarzen Wolken, die im Weltraum zwischen den Sternen schweben, höhere Lebensformen. Die Superintelligenzen nehmen sich vor, die Erdenmenschen zu erwecken, indem sie ihnen leuchtende Bilder schicken, die in den menschlichen Gehirnen bestimmte Verbindungen herstellen und damit den «Zustand des erwachten Bewusstseins» einleiten. (Seite 465)

Es ist möglich, tausend Jahre lang zu denken, es ist möglich, ganze Bibliotheken zu schreiben, Theorien zu Tausenden aufzustellen – und alles das im Schlaf, ohne jede Hoffnung auf ein Erwachen. Im Gegenteil: die von Schlafenden verfertigten Theorien und Bücher werden nur bewirken, dass immer mehr Menschen in diesen Schlaf hineingezogen werden.

Diese Idee vom Schlaf ist keineswegs neu. Fast seit der Erschaffung der Welt schon hat man den Menschen davon gesprochen. Wie oft lesen wir zum Beispiel in den Evangelien: «Wacht auf!», «Wache!», «Schlaft nicht!». Sogar die Jünger Jesu schliefen im Garten Gethsemane, während ihr Meister zum letzten Mal betete. Diese Tatsache besagt alles.
Aber verstehen die Menschen sie? Sie halten sie für eine rhetorische Floskel, für eine Metapher. Und sie begreifen nicht, dass sie buchstäblich als Wahrheit begriffen werden muss. Dabei ist gerade in diesem Fall der Grund noch leicht zu erfassen. Die Jünger brauchten ja nur zu erwachen, oder sie sollten es zumindest versuchen. Man hat mich tatsächlich oft gefragt, warum die Evangelien nie vom Schlaf sprechen … Es ist auf jeder Seite davon die Rede. Die Frage beweist nur, dass die Menschen auch die Bibel im Schlaf lesen.
Wie bringt man es fertig, einen schlafenden Menschen aufzuwecken? Man muss ihn anstoßen. Wenn ein Mensch jedoch sehr tief schläft, genügt ein einfacher Stoß nicht. Dann muss man ihn immer wieder, unaufhörlich rütteln. Infolgedessen ist ein Mensch (ein konsequenter Bewusstseinsimpuls) nötig, der dies besorgt. Ich sagte bereits, dass ein Mensch, der erwachen will, sich einen Helfer dingen muss, der es übernimmt, ihn ständig wachzurütteln. Aber wen kann er dazu bringen, wenn doch alle Welt schläft? Er nimmt einem Menschen das Versprechen ab, ihn zu wecken, und dieser fällt seinerseits in Schlaf. Wozu ist er ihm also nütze? Und wenn man einen Menschen findet, der tatsächlich fähig ist, sich wach zu halten, so wird dieser vermutlich Wichtigeres zu tun haben, als die anderen zu wecken. (Seite 489)

Kommentar: Im Menschen muss ein Wecker erwachen, der nicht einschlafen kann. Es ist der Berührungspunkt der Monade mit dem höheren Bewusstsein, das pausenlos weckt, bis der Mensch erwacht ist und seinen Auftrag ausführt.

Zwei amerikanische Wissenschaftler, C. Brooke Worth und Robert K. Enders, glauben in ihrem bedeutenden Werk The Nature of Living Things bewiesen zu haben, dass die Gruppierung der Gene sich in letzter Zeit verändert hat und dass durch Einwirkung vorerst noch unerforschter Einflüsse eine neue Menschenrasse entsteht, die mit überragenden geistigen Fähigkeiten ausgestattet ist. Selbstverständlich handelt es sich hier um eine These, die noch der Bestätigung bedarf. Immerhin ist der Genetiker Lewis Terman, der dreißig Jahre hindurch sogenannte «Wunderkinder» untersucht hat, zu den folgenden Schlussfolgerungen gelangt: Die meisten Überbegabten büßten früher nach der Pubertät ihre Fähigkeiten ein. Heute sieht es so aus, als entwickelten sie sich zu einer Art von höheren Erwachsenen, die über eine Intelligenz verfügen, mit der sich die der anderen Menschen überhaupt nicht vergleichen lässt. Sie besitzen dreißigmal soviel Aktivität wie ein normaler begabter Mensch. Ihr «Erfolgsindex» ist um das Fünfundzwanzigfache vermehrt. Sie erfreuen sich einer ausgezeichneten Gesundheit und einer absoluten gefühlsmäßigen und sexuellen Ausgeglichenheit. Sie sind kaum anfällig für psychosomatische Krankheiten und auch nicht für Krebserkrankungen.

Treffen diese Beobachtungen zu? Sicher ist, dass wir auf der ganzen Welt eine fortschreitende Erhöhung des geistigen Vermögens erleben, der übrigens eine parallel laufende Erhöhung der körperlichen Fähigkeiten entspricht. Die Erscheinung ist so eindeutig, dass ein anderer amerikanischer Wissenschaftler, Dr. Sydney Pressey von der Universität Ohio, einen Erziehungs- und Ausbildungsplan für frühreife Kinder ausgearbeitet hat, bei dessen Durchführung pro Jahr dreihunderttausend junge Menschen von höchster Intelligenz die Schulen verlassen würden. – Handelt es sich hier um eine Mutation innerhalb der menschlichen Rasse? Erleben wir das Auftauchen von Wesen, die uns äußerlich gleichen und die doch ganz anders sind als wir? – Wir wollen versuchen, dieser interessanten Frage auf den Grund zu gehen. Sicher ist jedenfalls, dass wir die Geburt eines Mythos erleben: des Mythos vom Mutanten. In unserem von Technik und Wissenschaft beherrschten Zeitalter kann die Geburt einer solchen Mythe nicht ohne wesentliche Bedeutung und dynamischen Wert sein.
Bevor wir unseren Gegenstand näher betrachten, müssen wir darauf hinweisen, dass dieses fieberhafte Hochschnellen der Intelligenzkurve, das bei den Kindern festgestellt wurde, die einfache praktische und einleuchtende Erklärung nahelegt, dass die fortschreitende Verbesserung der menschlichen Rasse der Technik zu verdanken ist. (Seite 516)

Kommentar: Oh, wie leicht lassen sich intelligente Menschen von dem materialistischen Hochmut der euroamerikanischen Kulturspezies in die Irre führen. In den kosmischen Zyklen ist die Aquariuszeit eingeläutet, die die Menschheit noch mit anderen Überraschungen erfreuen wird.

In seiner stammelnden Niederschrift dieser wunderbaren und entsetzlichen Vision von dem Horla schreibt Maupassant seinem erdachten Mutanten hypnotische Kräfte zu. Die moderne Literatur der Science Fiction, die sich mehr an die Arbeiten von Rhine, Saal und Mac Connel hält als an die Charcots, verleiht den Mutanten «parapsychologische» Kräfte, die Fähigkeit der Telepathie und der Telekinese. Einzelne Autoren gehen noch weiter und zeigen uns den Übermenschen, der in der Luft schwebt oder durch Wände und Mauern geht. Doch das sind nur Phantasien (spekulative Kopien aus der Akasha-Chronik, in der auch die Erinnerungen von Atlantis gespeichert sind!), ein Wiederaufgreifen der Märchen-Archetypen. Wir neigen zu der Ansicht, dass dem Menschen heute Kräfte zu Gebote stehen, die viel stärker sind als alles, was unsere Phantasie sich zu erträumen vermag. Und vor allem eine Kraft, die der gewöhnliche Mensch kaum ausnutzt: die Intelligenz.

Unsere Handlungen sind irrational, und die Intelligenz spielt bei unseren Entscheidungen nur eine sehr unwesentliche Rolle. Man kann sich den Übermenschen, die neue Stufe des Lebens auf unserem Planeten, als ein rationales Wesen vorstellen, das nicht mehr einfach
denkt und überlegt, sondern mit einer ständigen objektiven Intelligenz ausgestattet ist und erst dann eine Entscheidung trifft, wenn es die Gesamtheit seiner Erfahrungen und Kenntnisse klar überprüft hat. Ein Wesen, dessen Nervensystem wie eine Festung ist, die dem Angriff aller negativen Triebe und Strömungen zu widerstehen vermag. Ein Wesen mit einem kühlen, rasch arbeitenden Gehirn, begabt mit einem vollkommenen, unfehlbaren Gedächtnis. Das Bild, das wir zeichnen, mag simpel erscheinen. (Seite 525)

Kommentar: Diese Ansicht ist völlig unbeleckt von den umfassenden Erkenntnissen der Menschen, die heute schon etwas tiefer in die feinstofflichen Kraftebenen der Welt schauen können. C. Castaneda, Stanislav Grof, John C. Lilly, Éliphas Lévi Zahed, Charles W. Leadbeater, Annie Besant, H.P. Blavatsky, R. Steiner, Max Heindel, Jan v. Rijckenborg, etc.

 

Louis de Broglie schreibt:
«Wir dürfen nie vergessen, wie beschränkt unsere Kenntnisse sind und welche unverhofften Entwicklungen sich hier noch ergeben können. Wenn die menschliche Kultur weiter besteht, so wird die Physik vermutlich in einigen hundert Jahren von der unseren so verschieden sein wie diese von der Physik des Aristoteles. Vielleicht werden die erweiterten Begriffe, zu denen wir heute gelangt sind, uns eines Tages gestatten, die Gesamtheit aller physikalischen und biologischen Phänomene in einem einheitlichen System zusammenzufassen, in dem jedes seinen ihm gebührenden Platz erhält. Falls das menschliche Denkvermögen infolge irgendeiner biologischen Mutation gekräftigt wird und sich eines Tages zu der entsprechenden Höhe aufschwingen kann, wird es unter einer anderen und richtigeren Beleuchtung, von der wir heute noch nichts ahnen, die Einheit all der Phänomene erfassen, die wir zur Zeit mit Hilfe von Adjektiven wie <physiko-chemism>, <biologism> oder auch <psychism> benennen und unterscheiden.»

 

Und wenn diese Mutation bereits vollzogen sein sollte? Einer der bedeutendsten franz. Biologen P. Morand nimmt an, dass im Verlauf der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder Mutanten aufgetreten sind: «Die Mutanten hießen unter anderem Mohammed, Konfuzius, Jesus Christus … » Vielleicht gibt es noch viele andere. Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Mutanten in der gegenwärtigen Entwicklungsepoche es nicht für nötig halten, sich zu erkennen zu geben oder irgendeine Form einer neuen Religion zu predigen.
Im Augenblick gibt es Besseres zu tun, als sich an das Individuum zu wenden. Es wäre vorstellbar, dass die Mutanten die zum Kollektivismus hinstrebende Bewegung unserer Menschheit als notwendig und günstig erachten. Und schließlich ist es auch nicht undenkbar, dass sie unsere Geburtsschmerzen als wünschenswert ansehen und sogar irgendeine große Katastrophe begrüßen würden, die dazu angetan wäre, das Bewusstwerden der geistigen Tragödie, die das Phänomen Mensch in seiner Gesamtheit darstellt, zu beschleunigen. Um handeln zu können, um den Strom zu lenken, der uns vielleicht irgendeine Form des Übermenschlichen entgegen trägt, die sie bereits verkörpern, müssen sie vielleicht verborgen bleiben und das Geheimnis ihrer Koexistenz wahren, während sich entgegen allem Anschein und vielleicht gerade dank ihrer Gegenwart die neue Seele für eine neue Welt heranbildet, die wir mit der ganzen Kraft unserer Liebe herbeiwünschen wollen. (Seite 530)

Kommentar: Jede Änderung, Mutation oder Evolution des Menschen wird zur Folge haben, das der Strom der Kräfte sich ein neues Bett suchen wird, dass die Vitalität und dynamik seiner Potenzen zu bändigen in der Lage ist. Damit werden alle bisherigen Deiche und Kanäle langsam aber sicher austrocknen, die von den Äonen und Archonten der atlantischen Zeit mühsam errichtet worden sind, um sich an den Emissionen der Menschheit in der arischen Epoche zu sättigen. Warum werden die Menschen so oft mit Schafen verglichen, die von einem guten Hirten bewacht werden? Damit recht tumbe das Gras weiden und fetter und dicker werden für die Schur des Felles und das Schlachten des Fleisches. Wo sie nicht erwachen, werden sie weiterhin auf die Weiden der Äonen ziehen. Oder werden sie von der Aquariusperiode geweckt werden? Wird der Impuls aus der Monade ihr Denkvermögen dynamisieren und in neue Erkenntnisbahnen lenken? – Es wird eine neue Zeit geben und mit ihr eine Evolution des Bewusstseins, des Denkvermögens. Vieles ist bereits vorhergesagt, doch wie sich das insgesamt auf Politik, Wirtschaft und Sozialität auswirken wird, bleibt vorerst noch im Dunkeln. Denn die widersachenden Kräfte, denen diese Evolution verständlicherweise nicht recht sein kann, werden noch einiges an Raffinesse und Geschicklichkeit aufwenden, um den Prozess der Verwandlung so lange wie möglich aufzuhalten. Kriege, Konflikte und Terrorismus sind nur die eine Seite dieser Methoden. Viel effektiver sind die psychologischen und historischen Methoden der Verleumdung in Presse und Medien. Nach dem Motto: Was das Volk nicht weiß macht es nicht heiß! wird nur das veröffentlicht, was zur bisherigen Weltanschauung passt. Alles andere fällt durch die Zensur, die sich ganz banal durch finanzielle Beschränkungen manifestiert.

10. Der Wille oder das Begehren

Neben der «Freiheit» und der «Liebe» wird auch der «Wille» als eine selbstverständliche Eigenschaft von Göttern und  Menschen angesehen.

Viele Begriffe für das tägliche Miteinander sind im allgemeinen Sprachgebrauch über Jahrhunderte so selbstverständlich verankert, wie das AMEN in der Kirche. ohne Von einigen philosophischen Betrachtungen einmal abgesehen, interessiert das eigentlich niemanden wirklich, was mit diesen Begriffen nun ganz konkret gemeint ist. Wenn solche Worte, wie «Glaube, Freiheit, Liebe, Gott, Wille, Geist» etc. einmal ernsthaft nach ihrer tieferen Bedeutung gefragt werden, dann wird es schon problematisch. Jeder normale Bürger hat sich im Laufe seines Lebens seine eigene subjektive Vorstellung von den immer wiederkehrend gebrauchten Begriffen gebildet und sie in die mehrheitlich akzeptierten Weltmodelle integriert, die von den landläufigen Medien meist unbedacht publiziert werden.

Auch wenn vielfach der Satz ausgesprochen wird: „Ich will das jetzt!“ oder unter erlauchten Hoheiten der Hinweis : „Es ist Gottes Wille!“ gegeben wird, sollte die Frage gestattet sein: Kann der Mensch oder ein Gott so etwas wie den «Willen» besitzen oder über ihn uneingeschränkt verfügen, der doch wirklich keine substanzielle Qualität hat? Dass diese Eigenschaften einem herrschenden Menschen zugeeignet werden, gehört zu den ganz besonderen Phänomenen unserer Kulturentwicklung. Immer wieder wird die exakte Bedeutung unter Fachleuten und Philosophen kontrovers diskutiert. Philosophie und Religion können sich keineswegs einig werden, wie und wo der Wille in der Persönlichkeit verankert ist. Ein Journalist fragte einmal einen deutschen Politiker provokant: «Wo lassen Sie denken? » – Ähnlich könnte man jemanden fragen, der gerade seinen Willen vehement kund getan hat: «Wo und was ist das, Dein Wille? Woher kommt er?» – Sicherlich wird er dazu im aktuellen Geschehen keine wirklich erklärende Antwort geben wollen, selbst wenn er dazu geneigt wäre, denn er kann es nicht wissen. Was bleibt, ist die der verstärkten verbalen Akklamation: «Ich will es nun einmal so!»

Wer etwas genauer auf die Bedeutung «Ich will» hingeschaut hat, wird sich zunächst die Frage stellen, ob der Sprecher überhaupt schon mal weiß, wer oder was sein «ICH» ist, das sich hier mit einem eigenen Willen so machtvoll positioniert. Noch weniger wird dem Willenstyp klar sein, wer oder was in der Vermischung verschiedener Absichten und Kräfte des mikrokosmischen Systems tatsächlich über seine begehrte Aktion verfügt. Trotz oder gerade wegen dieser fundamentalen Problematik wollen wir hier im Rahmen der mikrokosmischen Weltsicht das Thema «Wille und Begehren» unter bislang unbedachten Perspektiven vorstellen. t?


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Dabei soll zunächst einmal der Frage nachgegangen werden: Warum ist gerade der vielfach deklamierte «freie Wille» ein derart stark emotional befrachteter Aspekt der Menschen, insbesondere unter Journalisten und Politikern der westlichen Demokratien?

In den heiligen Schriften aller Zeiten und Völker wird stets von einem überirdischen Willen, dem «göttlichen Willen» gesprochen. So steht z.B. im Neuen Testament die Aussage: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe, o Herr.» Oder «Es geschehe nach Deinem Willen…“. Vergleichbare Aussagen können auch in den Veden bzw. der Bhagavat-Gita oder den Upanishaden gefunden werden. Nach Mohammeds Aussagen, die später einmal im Koran versammelt wurden, geschieht beim Islam ohnehin alles nach Al-lahs – Gottes Willen. Aber auch im fernen China sind sich die Menschen der Leitung durch eine höhere göttliche Wesenheit ständig bewusst, die einmal den Kosmos erschaffen hat. Hier, in diesem Zusammenhang, mag der Begriff «Wille» für die überphysische göttliche Schaffensdynamik mit aus prinzipiellen Überlegungen angebracht zu sein. Doch auf der menschlichen Ebene müsste man bei genauem Erwägen der diversen Kraftströme, in die Welt und Menschheit eingebettet sind, doch einmal in Frage stellen dürfen, ob der irdische Mensch so selbstverständlich über ein eigenes Aktionspotential verfügt, das man «eigener Wille» nennen kann, wie es unbestimmt im täglichen Miteinander verwendet wird.

Vielleicht sollte man dabei auch einige damit zusammenhängende Dogmen überdenken, die als Eckpfeiler des modernen Denkens über die antiken Philosophien bzw. Kosmologien bei den modernen Bürgern der westlich christlichen Zivilisationen so zwingend geworden sind. Es wird heute als völlig selbstverständlich hingenommen, dass einige unbestimmte Werte und menschliche Eigenschaften das soziale bzw. gesellschaftliche Geschehen regeln und beeinflussen, die von der freiheitlichen autonomen Persönlichkeit ausgehen. Dabei spielt der Wille eine ganz eklatante Rolle, dieses spezielle Aktionspotential des selbständigen europamerikanischen Individualisten. Dass insbesondere mittelalterliche Potentaten im Orient oder reiche Oligarchen im Raum der ehemaligen Sowjetunion für ihre Machtentscheidungen gerne diesen Begriff verwenden und ihre Untertanen an fauchen: «Hier geschieht alles, so wie ich es will!» wird als völlig natürlich hingenommen. Doch gerade dann, wenn starke, emotional aufgeladene Aggressionen den Raum ausfüllen, ist die Frage eines Kenners der Psychologie wohl berechtigt, wessen Absicht mit diesem «Ich will» nun wirklich zum Ausdruck gebracht werden soll.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Kraftfelder im Kosmos und den darin regierenden Asuras bzw. Äonen unter dem Firmament, kann von jedem Menschenleicht erkannt werden, dass gerade die Fürsten, Könige und sonstigen Herrscher und Größen dieser Welt total abhängig von ihren Landes-Äonen bzw. Archonten – oder Dschinns – handeln und entscheiden müssen. Diese Fürsten unter dem Himmel (Paulus) sind die wahren Bestimmer über vieles, was auf Erden geschieht – im Großen wie im Kleinen. Wer da sagt: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe!», bekennt seine Realität mit der eindeutigen Abhängigkeit zu einer übermenschlichen Größe. Dabei ist im Augenblick nicht zu unterscheiden, ob diese metaphysische Überschattung nun einem guten Gott oder einem unguten Wesen im Jenseits zugebilligt wird:

Jeder Mensch wird aus den unstofflichen Lebensfeldern gelebt.

Die Kerndynamik aller Kosmen und Mikrokosmen liegt in der Astralis, dem dritten Kraftfeld von insgesamt sieben Feldern (Siehe Kapitel 5. Der Mensch ein Mikrokosmos). Im Gedächtnis der Astralis werden alle Intentionen, Begierden, Absichten, Wünsche, Gelüste, des Zorns, Hasses, alle Flüche und alle Bitten für die physische Selbsterhaltung gesammelt. Gleichermaßen werden im kosmischen astralen Feld der Erde diese emotionalen Bewegungen und Äußerungen aller Menschen kumuliert gespeichert und auch permanent auf die Menschheit wieder zurück gespiegelt. Das bedeutet, dass alle Gefühlsausbrüche – egal in welcher Richtung, positiv oder negativ, – isobar resonant mit den aktuellen Aktivitäten aus dem Jenseits verstärkt beantwortet werden.
Will man also diesem Thema einigermaßen gerecht werden, darf man sich nicht in den über Jahrtausenden entstandenen naturwissenschaftlichen Theorien und philosophischen Feststellungen antiker «Autoritäten» und deren Interpreten verheddern. Darum richten wir die Aufmerksamkeit wiederholt auf die ganz einfachen Lebensvorgänge und Wechselwirkungen im Mikrokosmos und auf alles, was ihn sonst noch dominiert.

Ein einfaches Bild aus den Pyrenäen kann dabei helfen, das innerliche Geschehen etwas plastischer zu machen: Die Bartgeier, eine besonders prachtvolle und durchaus clevere Vogelart, die in den höchsten Berggipfeln kreisen, haben eine praktische Methode gefunden, um Knochen, die für sie zum Verschlingen zu groß sind, zu zerkleinern. Sie nehmen den großen Knochen in ihren Schnabel und fliegen mit ihm so 50 bis 60 Meter hoch und lassen den Knochen dann aus dieser Höhe auf einen ihnen bekannten Felsenabschnitt fallen, wo er überschaubar dann in einzelne kleine Teile zerbricht. Jetzt können diese problemlos von den Geiern verschlungen werden.

Zur Erläuterung der vorliegenden Gedanken stellen wir bei dem Bild als erstes fest: wenn der Bartgeier den Knochen fallen lässt, dann will der Knochen nicht nach unten fallen. Der Knochen wird, er muss fallen, weil er in das Kraftfeld der Erdanziehung eingebettet ist. Darum zieht ihn sein eigenes Gewicht unwiderstehlich nach unten bis auf den Widerstand, den vom Bartgeier ausgesuchten Felsen. Jeder Betrachter wird bestätigen können, der Knochen fällt nicht, weil er es will, sondern wegen der Schwerkraft.
Als zweites, der Bartgeier ergreift den Knochen, fliegt mit diesem Teil im Schnabel in die Höhe. Von einer bestimmten Höhe aus lässt der Bartgeier den Knochen auf die ausgewählte Stelle fallen. Hier wäre die Frage berechtigt: «Will der Bartgeier das?» – Oder benutzt dieser diese Methode nur darum, weil er es so von seinen Eltern gelernt hat? Jeder Verhaltensforscher wird bestätigen, der Bartgeier tut es «instinktiv», weil er es so von den anderen Bartgeiern gelernt hat und ohne dieses Verfahren nicht überleben würde.
Dann entspräche sein Handeln auch nicht seinem Willen, schon gar nicht einem «freien» Willen. Diese Handlung dient der Befriedigung seiner Notdurft «Hunger» – also Fressen, Nahrungsaufnahme zur Energiegewinnung. Das muss jeder Bartgeier täglich tun, damit er und seine Jungen in der wilden Landschaft der Pyrenäen überleben können. Also ist diese Handlung nicht die Aktion von einem «eigenen Willen» im allgemeinen Sinn des Wortes, sondern nur die Folge der natürlichen, lebensnotwendigen Bedürfnisse, auch wenn hier eine äußerst raffinierte Methode eingesetzt wird, Diesem astralen Vorgang würde ein Psychologe eher den Begriff «Begehren» oder «Begierde» zuordnen.

Viele Vorgänge im menschlichen Zusammenleben lassen sich in Struktur und Dynamik auf dieses Beispiel reduzieren. – Wenn man ohne subjektive Überbewertungen die menschlichen Handlungen und Ambitionen besonnen im Detail betrachtet, wird man feststellen: Die meisten Handlungen und Aktionen der Menschen können ohne Weiteres mit dem beschriebenen Beispiel verglichen werden. – Zahlreiche, wenn nicht gar alle menschlichen Handlungen, die mit dem Gedanken, «das wollte ich» begleitet werden, sind ein lebensnotwendiges «Befolgen-Müssen» oder ein «instinktives Re-agieren» aufgrund diverser natürlicher Bedürfnisse, Begehren oder anderer sogenannter «Sachzwänge» des täglichen Daseins, die sich aus dem komplexen Zusammenspiel aller systemrelevanten Kräfte ergeben haben.

Vor Jahren wurde zum «willentlichen» Handeln eine interessante wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt: In einem neurologischen Institut wird ein Proband an ein hochempfindliches EEG (Elektroenzephalogramm) angeschlossen, das insbesondere die feinsten elektrischen Ströme jener Hirnareale überwacht, die in diesem Falle mit der Armbewegung und dem rationalen Denken in Verbindung gebracht werden. Nun wird dem Akteur vom Leiter der Forschungsgruppe gesagt, er solle den Arm heben. Daraufhin hebt der Proband seinen Arm. Mit dem EEG wurden dabei die feinsten Veränderungen aufgezeichnet, die bei dieser Aktion in den Nervenzellen geflossen sind. Bei diesem übrigens mehrfach durchgeführten Versuch konnte signifikant ermittelt werden, dass sich der Arm hebt, bereits Millisekunden bevor der Mensch gedacht hatte, er «will» den Arm heben! – Also der Gedanke: «Ich will den Arm heben», entstand eigentlich erst nach dem Beginn der durchgeführten Handlung. Darum wurde von den Forschern die Frage gestellt: Wer oder was hat gehandelt, bevor der Kandidat «gewollt» hat? – Ist das, was wir «Wille» nennen, letztlich nur eine rückwirkende mentale Rationalisierung einer Dynamik auf einer anderen, unstofflichen Ebene? Die Absicht der Forscherteams wurde vom Probanden mit dem konkreten Begehren «Arm heben» beantwortet. Die elektronische Überwachung realisierte diesen Vorgang, dargestellt in einem Oszillographen. Die Aufzeichnungskurve wurde vom Forscherteam interpretiert. Es wurde festgestellt: Erst setzte die Bewegung und dann, also zeitversetzt, folgte die nervliche Aktion.

Befassen wir uns vorübergehend mit den allgemein anstehenden philosophischen Diskussionen unserer Zeit. Vom alten kartesianischen Leib-Seele-Dualismus wollen heute übrigens die modernen Psychosomatiker nicht mehr viel wissen; doch im modernen Gewand der wissenschaftlichen Feststellungen über Gehirn und Bewusstsein versteckt sich bei vielen Neurologen und Psychologen trotzdem immer noch die blasse Gestalt eines kalten Dualismus, selbst wenn sie sich als Monisten und Identitätstheoretiker darstellen. Die immer wieder erneut diskutierte Frage nach dem freien Willen ist heute noch höchst brisant. Frau Susan Blackmore ist Gastdozentin an der University of the West of England in Bristol und forscht vor allem auf dem Gebiet der Meme und der Memetik, der Evolutionstheorie, des Bewusstseins und der Meditation. Blackmore selbst bekennt in ihren Darlegungen mehrfach, dass sie selbst – den Willen – für eine Illusion hält. In einem Interview mit anderen Wissenschaftlern driften die Antworten der Gesprächspartner in Bezug auf den «Willen» ebenfalls weit auseinander und ähneln mehr «Glaubensbekenntnissen» als wissenschaftlichen Aussagen: „Ja, er ist eine Illusion . . ., aber er fühlt sich sehr real an.“ oder „Die schnelle Antwort lautet, dass ich mein Gefühl der Freiheit für ein ursprüngliches, natürliches Gefühl halte.“ – „Wahrscheinlich nicht.“ – „Mir bleibt keine andere Wahl, als an den freien Willen zu glauben!“ – „Der bewusste Wille ist gewissermaßen ein Epiphänomen.“ – „Vielleicht ist er eine Illusion, aber wenn man an die Illusion glaubt, ist es ja, wie wir alle wissen, keine mehr.“ – Selten ist ein schlichtes «Ja», häufiger liest man: „Ja. Ja, ich sollte vielleicht «Jein» sagen . . .“.

In der aktuellen philosophischen Diskussion über die Willensfreiheit zeigt sich, dass – psychologische Verfeinerungen hin, neueste Hirnforschung her – weiterhin die traditionelle Differenz zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit besteht. Bei der Sichtung aller philosophischen Betrachtungen über den Willen kommt man sehr bald zu der Erkenntnis, dass es für die Begriffe «freier Wille» oder «Willensfreiheit» wirklich keine allgemein anerkannten Definitionen gibt. Es muss dabei auch unzweifelhaft festgestellt werden, dass es keine konkreten Definitionen oder Qualitätsbeschreibungen dieser so benannten menschlichen Aktion gibt, die eine derartige Sinngebung des «Willens» begründen würde. Es ist doch ungeheuer interessant, dass der Wille als solches für jedermann eine selbstverständliche Qualität des eigenen Seins ist, obgleich konkret gesagt, niemand weiß, nicht einmal die naturwissenschaftlichen Fachleute genau wissen, was der Wille im Menschen eigentlich ist und wo er im Körper oder der Psyche seinen Platz hat.
Dabei sollte man jedoch ganz klar vor sich sehen, dass alle Menschen – Wissenschaftler oder Philosophen nicht ausgenommen – von dem sie umgebenden gesellschaftlichen Kontext und den sie beherrschenden Dogmen und Lebensanschauungen geprägt sind. Der Mensch sieht und erfährt was ihm seine Vorstellungen einspiegeln. Er denkt, was er glauben darf, was unter die anerkannten naturwissenschaftliche Parameter fällt. Alles andere bleibt bei seinen Untersuchungen absolut ausgespart. Diesem international akzeptierten Denkmodell entsprechend, erklären sie in ihren umfangreichen Betrachtungen menschlicher Regungen natürlich auch den Begriff «Wille» oder «freier Wille». Diese fallen im Rahmen ihres subjektiven Settings äußerst unterschiedlich aus, je nach dem, was von der Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen sind, auf breiter Basis akzeptiert wird.

Umgangssprachlich versteht man selbstverständlich unter «freiem Willen» oftmals etwas ganz anderes als im juristischen oder im psychologischen Sprachgebrauch. So kann man auch konstatieren: der «Wille» ist nur eine zusammenfassende Definition für bestimmte selbstbehauptende Ansprüche eines Menschen, die seinen Begehren, Begierden, Wünschen oder Habsüchten Ausdruck verleihen. Diese zielgerichteten Intentionen – meistens zum Schutz persönlicher Vorteile oder politischer Herrschaftsansprüche – bekommen dann, wenn es für die massive Überzeugung in einer argumentativen Interpretation gegen anders laufende Interessen notwendig erscheint, den überhöhenden ideellen Anstrich «Wille» oder nochmals potenziert «der Wille des Volkes» und als höchstes autorisierendes Siegel «der Wille Gottes» aufgedrückt.

Schon bei dem Wort «Wille» wird je nach Situation und Kulturkreis etwas anderes gemeint:

  • bloße Lebensaktivität, aufgefasst als Lebensdrang;
  • emotionale Notwendigkeiten auf der Basis von Mangelerscheinungen,
  • sexuelle und andere physische Begierde;
  • das Vorhandensein einer Neigung, eines inneren Sehnens oder Begehrens;
  • das innere Wunschpotential drängt zur Aktivität;
  • das impulsive Begehren, aus Neugierde, Habsucht oder Gier;
  • das Verfolgen von persönlichen Absichten, das Anstreben von idealen Zielen humanitärer, karitativer, kultureller oder politischer Art, etc.;
  • das notwendig erscheinende Umsetzen einer persönlichen Entscheidung in die Tat auf der Basis von speziellen Überlegungen und/oder gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Die Diskussion um einen beschränkten, determinierten oder unbeschränkten, indeterminierten Willen sind spekulative Beschäftigungen in einem philosophischen Elfenbeinturm weit über jede nachvollziehbare Wirklichkeit hinaus.
Bei einer neutralen sachlichen Rückschau auf die vielfältigen Zusammenhänge von Kräften, Bewusstseinsdimensionen und Gedächtnisstrukturen in unserem Lebensraum – die ausführlich in den vorhergehenden Kapiteln erläutert werden –, frei von allen sonstigen eigensinnigen Emotionalitäten, kommt man eigentlich zu einem recht fatalistischen Schluss:

«Der freie Wille ist in Wahrheit nur eine Illusion!»

In der natürlichen Polarität dieser Welt wird dem Menschen gerne die Wahlmöglichkeit zwischen Licht und Schatten als eine menschliche Freiheit vorgegaukelt. Da der Mensch aber stets von ihm unbekannten Faktoren bestimmt wird, die in dem empirisch naturwissenschaftlichem Weltbild keinen Platz finden, ist selbst diese angenommene Wahlmöglichkeit nur ein Hinterher-Reagieren. Meistens haben die den Menschen führenden Kräfte aus seinem Mikrokosmos oder die diesen begleitenden Wesen aus dem Jenseits bereits entschieden, was für ihr Überleben wichtig und gut ist. Da dem Menschen die Zusammenhänge seines Daseins entgehen, weil er die unstofflichen Kraftfelder seines Mikrokosmos und im Kosmos (Jenseits) ignoriert, erscheint es ihm so, als würde er selbst frei entscheiden können. Jedoch entbehrt er dabei jeder Freiheit. Das Dilemma ist noch etwas größer, als es zunächst aussieht, weil die allgemeine Verabredung aller demokratisch geschulten Menschen zur Willensfreiheit und die Interessen der Äonen bei diesem Thema kumulieren, kann der Mensch nichts anderes Denken. Das ist eine spezielle Art der Gehirnwäsche, die auch in anderen Themengebieten gerne angewendet wird. Je mehr ein Mensch die Zusammenhänge mit den Kräften des Äthers, der Astralis und der Mentalis in seinem Mikrokosmos erfassen kann, desto mehr kann er auch einsehen, dass sein Leben von zahlreichen Faktoren dominiert wird. In diesem Zusammenhang wäre der Roman von Johann Amos Comenius zu empfehlen: «Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens».
Müssen jetzt alle Menschen zu Fatalisten werden, für die sich die ganze Welt nach einer göttlichen oder dämonischen Vorsehung dreht? – Zu Beginn der Aquariusperiode ist unzweifelhaft die Zeit gekommen, über diesen Gesichtspunkt ausführlicher nachzudenken, und in die allgemeine Weltanschauung neue Eckpfeiler für den Handlungsspielraum der menschlichen Entscheidungen zu setzen. Dabei bleibt es allerdings nicht ausgeschlossen, einige tradierte Tabus aus ihren in jeder Kulturepoche erneut eingemauerten Verankerungen zu reißen.

Das Matriarchat wurde einstmals vom Patriarchat abgelöst, so schreiben es J.J.Bachofen in «Das Mutterrecht» und Erich Neumann in seinen ausführlichen Studien zum Genderthema. Das menschliche Treiben und Begehren hat seit 2000 Jahren seine Dimensionen und Machtstrukturen oberflächlich nach Wort und Methode wohl verändert, jedoch ohne wirkliche Änderung der fundamentalen Grundprinzipien von Egozentrik und steter Ausbeutung der Unterprivilegierten, wie ausreichend in den Geschichtsbüchern aller Kulturen dokumentiert wird. Die Aquariuszeit bricht jedoch der Menschheit im Laufe der Zeit ein neues Tor, durch das ein weiter Blick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter möglich wird. Die harmonische Kohabitation zwischen Mann und Frau ist dann allerdings noch keine gelebte Wirklichkeit. Diese vor allen Menschen liegende Evolutionsstufe führt noch über einige gewaltige, von der Archaik und den davon abhängigen Äonen effektiv verteidigte Hindernisse. Die auf gigantischen Grundmauern fest errichteten Wände aus Tradition und Dogmatik verbauen allerdings einigen der herrschenden Köpfe aus den klassischen Religionen in Ost und West ein ehrliches und wahrhaftiges Nachdenken über die kosmische Zukunft unseres Planeten. In vedischen Kosmologien werden die Schöpfungskräfte wohl immer männlich-weiblich dargestellt, z.B. Krishna und Radha, Shiva und Durga. Jedoch scheinen diese göttlichen Vorbilder nicht wirklich von vielen Männern des einfachen Volkes autorisiert zu werden. Die maskuline Dominanz ist in der aktuellen Wirklichkeit der indischen Religionen kaum zu übersehen, die Frauen werden vielerorts immer noch misshandelt und ausgebeutet.

Im Tao Teh King schreibt Laotse:
«Wer seine männliche Kraft kennt und doch weibliche Sanftmut bewahrt, ist das Tal des Reiches.
Wenn er das Tal des Reiches ist, wird ihn die immerwährende Tugend nicht verlassen,
und er wird zurückkehren zu dem natürlichen, unkomplizierten Zustand eines Kindes.
Wer sein Licht kennt und doch im Schatten bleibt, ist das Vorbild für das Reich.
Ist er das Vorbild für das Reich, dann wird die immerwährende Tugend in ihm nicht versagen,
und er kehrt zurück zum Endlosen.» Kapitel 28.

Der Mensch ist also, wie in den Veden bereits angedeutet, dazu verpflichtet, in sich die maskulinen und femininen Komponenten seiner Kraftstrukturen ebenbürtig zu entfalten. Das heißt doch, dass ein Mensch nur dann in einer harmonischen Linie mit der Evolution gefunden wird, wenn er diese in ihm per Schöpfung angelegten komplementären Ansichten erfassen kann, und dann mit aller Kraft diese auch in einem harmonischen Zusammenleben umsetzt. Diese gleichberechtigte, ebenbürtige Kohabitation von Mann und Frau gilt es vor einer nur ansatzweisen Freiheit der eigenen Entscheidung zu verwirklichen. «Nur wer sich selbst überwindet, ist stärker als jener, der eine Stadt einnimmt.» Es stehen also noch ziemlich große Hürden vor den Menschen, bevor sie sich irgendwie mit einer Art von «freiem Willen» schmücken können.

Seit einem Jahrhundert befindet sich die Menschheit und der ganze Kosmos in einer unbändigen, nicht aufzuhaltenden Entwicklung. Diese wird zum Bedauern vieler Erkenntnistheoretiker von kosmischen Strahlungsveränderungen gesteuert, die nicht von einem menschlichen Begehren (Willen) oder den existenziellen Bedürfnissen (Willen) ihrer Äonen abhängig sind. Man möchte jubelnd zustimmen: es entfaltet sich aus und in der herrlichen Schöpfung in großer Liebe und Barmherzigkeit unabänderlich eine von den Monaden bewusst gelenkte Evolution zu einem höheren Sein aller Menschen, Lebenswellen und Kosmen, uneingeschränkt nach reich und arm bzw. nach feminin oder maskulin. Dabei gibt es keine Bevorzugung einer Klasse, einer Rasse oder eines von Gott ausgewählten Volkes. Zu allen Zeiten waren und sind die Aktionen aller Wesen im Universum immer nur Re-Aktionen auf beständig fließende Kräfte, In-formationen in den höheren Kraftfeldern ihres Kosmos, deren Absichten und Ziele für den Makrokosmos, von den Monaden im Universum der Allschöpfung bestimmt werden.
Dennoch steht für den physischen Menschen auf der Erde in unserer Zeit eine alles entscheidende Möglichkeit offen, die auch sein persönliches Leben in der materiellen Bedingtheit in eine friedliche Richtung führen kann: es ist die Art seiner Intentionen, die Art seines Lebensziels. Gelenkt von seiner persönlichen Achtsamkeit und Ausrichtung auf die Zusammenhänge mit den metaphysischen Lebensfeldern, von seinem sensitiven Gespür für ätherische und astrale Bewegtheiten im eigenen Mikrokosmos und in seinem Umfeld, können im Menschen neue, unerwartete Entscheidungen erkannt werden. In der tiefen Überzeugung oder Glauben, dass sein Leben in ein dynamisches Feld von bewahrenden Kräften seiner Monade eingebettet mit großer Sicherheit dem ihm gebührenden Lebensziel zustrebt, wird dann eine völlig andersartige Lebenshaltung ausgelöst. Es entfaltet sich ein über alle bipolaren Konflikte hinausreichender Magnetismus seines Mikrokosmos für eine friedvolle Zusammenwirkung mit seinem Umfeld. Dann wird eine so andere Lebenshaltung entstehen, wie es sich zur Zeit nur wenige europamerikanischen Selbstverwirklicher vorstellen können.
Natürlich werden, können und wollen wir den Begriff «Wille» oder die Worte «ich will» nicht aus dem aktiven Wortschatz der Völker ausradieren. Das würde sich vorerst niemals machen lassen. Sie, die Menschen, und gerade die omnipotenten Darsteller/innen und Meinungsmacher werden das Wort immer wieder dort benutzen und kraftvoll energisch einsetzen, wo sie sich gegenüber sich selbst oder gegen andere Agitatoren vehement verteidigen müssen. Aber eines wird immer deutlicher: Vor allem verteidigen sie damit das weit verbreitete Wahnbild, sie wären als Persönlichkeit die selbständigen autonomen Akteure ihres Daseins. Das sind sie ihren Äonen unter dem Himmel seit Jahrtausenden schuldig, von denen sie sich schon seit Urzeiten ohne eigenes Wissen abhängig gemacht haben. Man denke dabei nur an «JHWH», den rächenden Gott des Alten Testamentes, von dem Moses in der Genesis berichtet.

Im persönlichen Erlebniskreis, in Familie und Beruf, ist das Willenselement sehr direkt mit dem meist kräftig artikulierten Patriarchat verbunden. Mittlerweile setzen auch emanzipierte Frauen oft genug ihren femininen Willen geschickt in Politik und Wirtschaft mit weiblichem Gespür für ihre Vormacht durch. Meistens ist der Willensanspruch – auch der Frauen – jedoch nur eine Aktion der Tarnung, damit das unbewusst von Innen kommende Drängen nicht erkannt werden kann. Mit der Aussage: «Ich will das!» wird schnell der Tarnmantel der Unversehrtheit über eine persönliche Verletzlichkeit gezogen, die auch gerne von den Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel beansprucht wird, damit ihre fragile Herrschaft im Jenseits nicht erkannt werden kann.

Vorsichtig beschrieben steht jeder Mensch unablässig in einem sehr stark vorgeprägten größeren Konzept des Werdens, das von der allgemein verbreiteten Meinung allerdings geflissentlich übersehen wird. Bei allen Kraftfeldern, die den Mikrokosmos durchströmen, erscheinen die Absichten und Ziele vorherbestimmt zu sein. Sie liegen in einer interkosmischen Evolution, zu der Charles Darwin nur die Phase der körperlichen Evolution beigetragen hat. Darum erklären die Theosophen – und alle esoterischen Ableger –, in Anlehnung an die indische Vedanta-Philosophie, eine stete «geistige Entfaltung» zu einem höheren Menschen. Auch die meisten physiophilosophischen Autoren in den USA, Indien oder Europa (Aurobindo, TM, Ken Wilber, Michael Murphy, George Leonhard, Krishnamurti, Teilhard de Chardin u.a.) sowie die Anthroposophen vertreten eine mehr oder weniger kontinuierliche Entwicklung des Menschen zu einem undefinierten «Übermenschen». Aber kann es – ja, darf es im Leben der Welt eine Automatik der Entfaltung geben? Sri Aurobindo und seine Anhänger streben mit gezielten Meditationen zum «Supramentalen Bewusstsein», um bei dieser kosmischen Weltentwicklung mitzuwirken.

In unserer Welt ist allerdings eine kontinuierliche Weiterentwicklung der transpersonalen Felder im Mikrokosmos nur dann möglich, wenn der entsprechende Magnetismus dafür auch aus den Wesen, aus den Persönlichkeiten heraus aktiv gefördert wird. Ohne eine konkrete und ausdauernde Hinwendung zur kosmischen Evolution mit einer intelligenten Abwendung von einer rein materiellen egoistischen Selbstverwirklichung wird niemand in der eigenen Entwicklung weiter kommen können. Diese Umwendung nannte man zu Jesu Zeiten «Buße». Damit war eigentlich nie eine Verachtung der stofflichen Selbstentfaltung mit allen gesellschaftlichen und karmischen Notwendigkeiten gemeint, auch keine buddhistische Begierdelosigkeit oder hinduistische bzw. kirchliche Askese.
Beschäftigen wir uns dafür mit dem Bild aus dem «Advaita-Vedanta» von «Shankaracharya». „Wesentliches Charakteristikum ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele. Der wahre Atman gilt als durch Maya, durch Illusion, verschleiert und das Ziel des Menschen ist es, die Identitäten von Atman und Brahman zu erkennen. Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, einerseits diese kosmische Einheit und andererseits die Trennung in der irdischen Maya zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo „avidya = Unwissenheit“ herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung (nur wenn der Mensch sich dafür öffnet) und damit zur Befreiung, moksha.“ (aus Wikipedia)

Es gibt ein beständiges Werden und Begehren nach Leben im ganzen All, das spürt jeder, das weiß jeder, und jeder normale Mensch sagt dann: «Das oder jenes will ich». Doch es ist ein Begehren, eine Art Ersehnen, ein Magnetismus, das Ergänzen eines Mangels, das Auffüllen eines Vakuums durch beständigen Stoffwechsel über verschiedene Kraftebenen nach dem isobaren Resonanzgesetz. Ken Wilber artikuliert dafür sehr ausführlich recherchiert das von ihm so bezeichnete «ATMAN-Projekt». Ein weiser Mensch sagte einmal: «Gott, Brahman, ist die All-Liebe, das Währen ist seine Macht.» Durch die Betrachtungsweise mit den halbwahren Vorstellungen und der dadurch entstandenen falschen Identifikation des wirklichen Lebens mit der Materie, mit den uns sinnesorganisch umgebenden Erscheinungen, «Maya», haben sich in allen Lebenslagen verzerrte Begriffsstrukturen und darauf aufgebaute Denkmodelle ausgeprägt und eingebürgert.
Darum fällt es selbst in diesem Rahmen schwer, die geeigneten Worte zu finden, um dem starken Willensmenschen zu erklären: «Niemand hat einen freien autonomen Willen, das ist alles nur Einbildung. Aber in jedem besteht eine Entscheidungsinstanz, eine Art Schalter, mit dem jeder seine Achtsamkeit und Intention auf eine andere Lebensweise, auf den fundamentalen Lebensrhythmus im All, umschalten kann! Diese Haltung kann jeden und damit die Welt verändern, wenn man müde geworden ist, immer selbst die Welt bewegen zu wollen oder zu müssen.»

Dieses teleologische Konzept ist eine besonders eingängige Methode, um die Äonen, Dschinns oder Daevas im okkulten Jenseits zu entkräften. Darum wird und kann es nirgendwo in den gängigen Medien oder im Internet publiziert werden und die Pädagogik trichtert bedauerlicherweise seit 2000 Jahren allen Kindern und Jugendlichen ein, das jeder alles erreichen kann, wenn er nur wirklich will. Das ist die Mohrrübe, die dem Esel auf den Kopf gebunden wurde, damit er immer im Kreis herum trabt. Für Napoleon war es der Marschallstab in jedem Tornister seiner Soldaten, die für seine Machtansprüche auf den Schlachtfeldern gefallen sind.

Es existiert – um mit Shankara zu sprechen –, eine Welt des Brahman, des absoluten Seins, eines universalen Bewusst-Seins und der Glückseligkeit, es ist die Lebenssphäre der Monaden. Zarathustra oder Zoroaster nannte diesen höchsten Gott Ahura-Mazda, die universale Weisheit, das Offenbarungsfeld zu Beginn aller Zeiten, den Logos, Tao, Brahma, das bedeutet die höchste absolute Weisheit und die höchste Schöpfungsenergie. Diese oder ähnliche Definitionen finden sich für die absolute Offenbarung allen Seins auch in anderen heiligen Religionsbüchern. Aus der Urmonade entstand eine Kaskade von Emanationen der gleichen Schöpfungsidee. Zahllose Monaden verwirklichen die vielfache Reflektion des Logos, des TAO, im Universum. Im Makrokosmos und im Kosmos bis zum Mikrokosmos mit dem Menschen werden alle Wesen und Entitäten von ihren Monaden in einem großen Bogen der Evolution bis zur Vollendung geführt.
Dafür besteht in jedem Wesen ein Begegnungspunkt mit seiner Monade, aus dem die Impulse für die Weiterentwicklung das Bewusstsein erreichen. Im Menschen nennt die indische Philosophie diesen Brennpunkt mit der Monade «Atman», die Ewige Philosophie kennt das «Uratom», wie es auch in der Gnosis bekannt ist, die Christen wissen vom «eingeborenen Sohn, dem Jesus», Mani nannte ihn die «Perle in der Lotusblüte». Nun sagt uns u.a. Christus, Laotse oder Caitanya, die Menschen werden sich im aktuellen Entwicklungszyklus hier auf der Erde, mit ihrem aktuellen Gegenwartsbewusstsein, mit ihrem inneren Begehren den Impulsen aus ihrer Monade anschließen, sich in ihrem Leben täglich auf die mikrokosmische Evolution ausrichten, Dann können alle diese ausgerichteten Menschen mit der astralen Entwicklung in ihrem Mikrokosmos die Alleinheit im Kosmos erfahren. Auf dieser Basis wird sich dann auch die Mentalis weiter entwickeln, und solche Menschen werden dann prozessmäßig an der kosmischen Mentalis Anteil erhalten. Nur dann entfalten sich vor den neuen Sinnesorganen völlig neue Einsichten in die Weltzusammenhänge, die weit über die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Kernphysik und der Astrologie hinaus führen. Die spirituelle Evolution wird zur Basis und Sinn des künftigen Daseins in der Welt. Der Begegnungspunkt mit der Monade, der «eingeborene Sohn», Jesus, wird Christus-Jesus, ein Sohn des kosmischen Sonnenlogos, wenn der Mensch sich in seinen kommenden Inkarnationen stets auf diese Verheißungen aktiv ausrichtet. Nur – und das sollte das bis hier Dargestellte zur Erkenntnis beitragen – das, was Shankaracharya oder Caitanya den Menschen vorschlägt, kann der Mensch nur mit einem umgewandelten Willen (Buße im obigen Sinne), einem freiwilligen Dienen für die Evolution des Kosmos Erde erreichen.

Hinter dem menschlichen «Willen» treibt in dem triebhaften Begehren zur körperlichen Selbst- und Arterhaltung die Angst vor der endgültigen Vernichtung, dem physischen Tod. Dieser Verlust der ach so geliebten materiellen Person ist eine der größten unerklärbaren Fiktionen. Dieses unabwendbare Tor als eine notwendige Durchgangsstation für das himmlische Weiterexistieren einer Seele zu erklären, ist leider der größte Irrwahn der Äonen. Durch diesen Fehlschluss hat sich sehr viel Unheil über die Menschheit ausgebreitet, und vor allem kumuliert dadurch seit Jahrtausenden unvorstellbarer, astral-mentaler Unrat im Jenseits des irdischen Kosmos.

Aufgeweckt durch das monadische Gedächtnis im erwachenden Herzen kann der Mensch auf einer neuen Ebene seine kosmischen Zusammenhänge erfassen. Er wird damit auf sein kommendes mental-bewusstes Dasein aufmerksam gemacht. Nach endlosem Scheitern all seiner Willensanstrengungen und den damit verbundenen Odysseen müde geworden, wird der Mensch nach vielen Erfahrungen zu einer völligen Umgestaltung seiner Lebenshaltung kommen. Im aufrichtigen Bedenken der neuen Einsichten wird er den aktuellen Auftrag für Mikrokosmos und Kosmos annehmen. Die notwendige Einsicht in die erdgebundenen Verpflichtungen – also die liebevolle Neutralität allen irdischen Sensationen gegenüber – und das Begehren nach Erlösung von allen irdischen Vergangenheiten, lässt ihn aufstreben zu den erahnten Gefilden eines höheren Denkvermögens. Das ist sozusagen die Voraussetzung, die Chance für die Veränderung von aller Willkür, von den ungezählten Auseinandersetzungen in Religion und Weltanschauung, von den kriegerischen Machtgefechten um irdische Vorteile und allen damit verbundenen menschlichen Grausamkeiten im Namen eines herrschaftlichen Willens. Alles Sein strebt, angefeuert von den kosmischen Kräften, den irdischen Göttern Brahma, Indra, Jehova, Krishna, Vishnu, Allah, Ahura Mazda, usw. zu diesem Scheidepunkt, an dem durch die Erkenntnis der Seifenblase, genannt Maya, das Erfassen und Bedenken in eine total andere, nirwanische Realität eingehen wird. Sie gleicht einer gedankenlosen Stille, weil in diese heiligen Gefilde kein einziger Gedanke mehr hinreicht. Diese Grenze der Mentalis ist die unüberwindliche Schallmauer aller esoterischen oder theosophischen Alleswisser und der spirituellen Vorwärtsdenker, die von keinem Willen oder Bedenken erklommen werden kann. An dieser Schwelle zerschellen alle alten, längst verbrauchten Willen zur Einweihung oder Gedankenmodelle zur Erleuchtung.

Bedauerlicherweise haben die falschen Einstellungen zu den konkreten Aktionsmöglichkeiten des Menschen erheblich dazu beigetragen, dass zahllose Irrlehren entstanden und sich unvorstellbare Wahngebilde in unserer Atmosphäre entwickelten, in denen die Scheinwelten des materiellen Daseins zu einer unbezwingbaren Realität hochstilisiert werden. Nirgendwo ist jemand gefunden worden, der außerhalb der über 2000 Jahre alten Philosophie und der im antiken Griechenland geborenen Naturwissenschaften im vorherrschenden Materialismus eine Weiterentwicklung anstoßen konnte, die die Menschheit von der Ausbeutung der sozial Schwachen zugunsten einiger Reichen und den dafür erforderlichen Kriegen befreien konnte.
Trotz großartiger, vielfach interpretierter Friedensreligionen in Orient und Okzident haben die menschlichen Brutalitäten rund um den Globus in starkem Maße zugenommen, als wären gerade Mord und Totschlag das höchste Leitbild in der Werteskala berühmter Staatenlenker. So übernehmen weiterhin die Leitbilder unserer Gesellschaft, die «Autoritäten der Zeit», die Politiker, Wissenschaftler, Sachverständigen, Professoren und Journalisten, Stars und Fußballer unreflektiert den Auftrag der Äonen und Archonten, um möglichst alle Menschen in ihren Bann zu ziehen, in Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge mit den unstofflichen Kraftfeldern der Schöpfung.

Wem wird es einmal geschenkt, in seinem selbstbewussten und oft hochmütigem Streben zu erfassen, dass die heutigen Meinungsbildner alle zu einem „Zauberlehrling“ geworden sind, der selbst noch nicht seinen Meister oder Dschinn gefunden hat? – In den langen Jahren der Auflösung des Mikrokosmos im Jenseits und dann in einer folgenden Inkarnation werden die Irregeführten erneut vor diese inneren Erfahrungen gestellt, allerdings ausgestattet mit einer im Jenseits aktualisierten Einsicht über die konkreten Realitäten im Langzeitgedächtnis, der Lipika. Darin liegt die Chance einer veränderten Grundhaltung gegenüber seinen Mitmenschen und der Natur, eventuell auch eine Chance für den weiteren Fortschritt der Menschheit auf dem Bogen der Evolution.

In den sieben Kraftfeldern des Seins leben zur Zeit ca. 7.5 Milliarden Menschen mit einer Wachstumsrate von ca. 40 Millionen jährlich. Durch die von der irdischen Natur und von Menschen geschaffenen Gesetze werden sie hin- und her-bewegt, stoßen gegeneinander, ziehen eine Weile miteinander und lassen sich wieder los. Die Materialisten, Idealisten, Nihilisten, Existenzialisten, Atheisten und viele andere Gruppierungen können keine sinnvolle für alle gültige Richtung im menschlichen Leben anbieten, weil sie wie auch immer irgendeinen Gesichtspunkt in den komplexen Zusammenhängen übersehen. Viele Gläubige der großen Religionen denken bei ihren Opfern in Tempeln oder auf Altären mehr an ein individuelles, erfolgreiches und gesundes Weiterleben, als an eine gemeinsame Befreiung aller Menschen aus der Knute der materiellen Gefangenschaft. Für viele verläuft das Dasein in einem überschaubaren Kreislauf zwischen Beruf, Hobby und Familie, das von einem «Existenz-Sicherungs-Müssen» gekennzeichnet ist. Die etablierten Bevölkerungsschichten pendeln genussvoll zwischen einem komfortablen Hin- und Herstreben ohne Sinn und Ziel, darum leben sie vielfach «just for fun» und mit jedem Risiko. Dabei darf sich keine gesellschaftliche Verpflichtung ihren Willensansprüchen in den Weg stellen. Hauptsache der Adrenalin-Kick kann möglichst lange erlebbar sein. Danach – nach dem physischen Tod – ist sowieso alles aus – oder die «Seele» kommt in den «Garten Eden» – , so denken heute viele junge Menschen der westlich orientierten Zivilisation, weil in ihrem Weltbild die materielle Ansicht dominiert.

Die Entwicklung der Menschheit gleicht vorerst bei den zahllosen Anstößen aus den verschiedensten Ebenen eher einem «quer, hin und her, und gegeneinander» als einem kontinuierlichen Wachsen. Erst wenn die Menschen für das höhere Bemühen um die Transfiguration der Erde innerlich reif gestoßen wurden, wenn die Monade in ihnen eine konkrete Stimme bekommen hat, können sie dem magnetischen Ziehen sinnvoll folgen. Der Mensch wird seinen egoistischen Eigenwillen verlieren und über zahllose leidvolle Erfahrungen zu einem neuen Erwachen geführt. In einer aktiven Abwendung von der stofflichen Omnipotenz kann er aufmerksam gegenüber den unstofflichen Bewegungen in der Welt einem inneren Impuls nach einer höheren Bewusstheit folgen. Solange allerdings noch der Magnetismus aus der niederen astralen Welt im Mikrokosmos vorherrscht, solange noch der Tumult des Willens in der Selbsterhaltung und Machtentfaltung auf den Börsen der Finanz- und Kommerzspiele das Dasein erfüllt, wird vorerst kein anderes Begehren im Bewusstsein erklingen können. Ist allerdings dieses Feuer in den alten astralen Gedächtnissen einmal erloschen, kann eine neue Dimension des Begehrens nach einer höheren Lebenswelt aufklingen. Erst wer diese Möglichkeiten ehrlich und korrekt in sich erfassen kann, erkennt auch, dass nur durch die neuen Einflüsse aus den höheren Lebensfeldern der Monade sich eine total andere Weltanschauung entwickeln, eine sinngebende Weltsicht entstehen wird.

Bei der dann möglich werdenden Zusammenschau aller wirkenden Kräfte kann der Mensch ohne Probleme bekennen:

Es ist bis jetzt nirgendwo auf Erden ein konkreter eigener freier Wille gefunden worden.

Zumindest nicht in der Form, wie es von den meist starken Männern und autonomen Frauen in den Medien, in Wissenschaft und Literatur artikuliert wird. Alle, die ihr ganzes Leben lang etwas „gewollt haben“, werden von Kräften geführt, die in ihrem Unterbewusstsein herrschen. Gerade die charismatischen Verwirklicher «ihrer Vorhaben» stehen unter der Überschattung einer ihnen unerkennbaren Vorstellung, die von einem kräftigen Äon aus dem Jenseits geschürt wird. Dieser benutzt die armen «willensstarken» Menschen, um seine Ernährung und die seiner übergeordneten Schmarotzer sicher zu stellen. Bei allen Heldentaten in den niederen Gefilden, bei allen Bergbesteigungen, Eroberungen und Schlachten, bei allen Geniestreichen der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft ist der sichtbare Erfolg nur das Mittel zum Zweck, der ätherisch-astralen Fütterung der resonanten Schemen des Jenseits. Also alles das, worauf der erfolgreiche Held so stolz ist, und wofür er auf Erden seinen Applaus und seine Auszeichnungen, Pokale, Goldmedaillen bekommt, dient ausschließlich dafür, dass bei diesen Aktivitäten der von ihm in seinem «Eigenwillen» egoistisch polarisierte Strom ätherischer, astraler und mentaler Kräfte die ihn begleitenden Äonen im Jenseits erreicht.

Damit diese Ernte der erhaltenden Kräfte von den Äonen und Archonten immer wieder ungestört vorbereitet und eingebracht werden kann, dürfen und sollen die Menschen das bedauerliche Geschehen nicht wahrnehmen können. Zur Tarnung werden alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen. Eine ausgesprochen erfolgreiche Methode besteht darin, dem Menschen permanent seinen ihm «eigenen freien Willen» zu suggerieren. Der sogenannte «freie Wille» ist in diesen Zusammenhängen nur ein Begriff für ein definitives Begehren, für eine Sehnsucht, die durch das Bedenken im Verstand eine rationelle Dimension verabreicht bekommt. Diese Rationalisierung eines unbewussten Begehrens, das durchaus einem völlig anderen Bezugsrahmen entnommen wurde, verbirgt allerdings den faktischen Inhalt des ursprünglichen Antriebs zum Handeln. Entweder sind es die planetaren Kräfte und ihre Ableger, die sich im Atemfeld des Mikrokosmos, im aurischen Wesen tummeln, oder es sind die niederen Begierden nach Nahrung, Sex, Betäubung oder Drogen, die den Menschen seine Kraftakte machen lassen. Aber auch der normale Wissensdurst über die materielle Natur, das unstillbare Reisefieber, das Verlangen nach Schnelligkeit, und vor allem nach Reichtum und Macht stacheln den Menschen an. Damit das alles in den gesellschaftlich genehmigten Rahmen oder der «Political Correctness» hineinpasst und keine unerwünschten Verletzungen des Standes oder der Ehre geschehen, werden diese Impulse in vernünftige Argumente verpackt, die dann mit dem Willen des Mannes oder einer energischen Frau rhetorisch geschickt ausgesprochen und juristisch perfekt durchgesetzt wird. Deutlich spürbar werden dabei besonders Befürchtungen vor ungeschriebenen Gesetzen einer dominierenden Gruppe, eines Standes oder des beherrschenden Clans. Von dieser subversiven Angst leben nicht nur Advokaten, sondern auch entsprechende Gruppengeister in den unstofflichen Gefilden der irdischen Sphäre. Allerdings haben sich zu allen Zeiten diese Geschöpfe im Jenseits äußerst raffiniert getarnt, damit der Mensch bei seinem Erfolgserlebnis für die wahren Beweggründe seines egoistischen Handelns blind gehalten werden kann.

Trotz alledem hat die Aquariuszeit im Rahmen der kosmischen Zyklen heute bei vielen Menschen und Gruppen weltweit ein esoterisches Interesse an okkulten Erkenntnissen und jenseitigen Erlebnissen geweckt. Gleichzeitig sind aktuell wieder die Phänomene der Naturgeister und Engel kräftig in Mode gekommen. Es finden sich bereits zahlreiche Gruppen und Initiativen zusammen, die ihr Leben mit all seinen Ereignissen, Erfolgen und Misserfolgen in ein magnetisches Wechselspiel von Kräften eingebettet erfahren oder empfinden, in einem resonanten Austausch von Erfassen und Bewerten, von Empfangen, Umwandeln und Weitergeben. Die leitende Kernkraft entspricht in ihrem Wesen dem Hunger, dem Begehren nach Kräften für ein weiteres Wachstum im kosmischen Zusammensein.
In diesem komplexen Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der irdischen Lebenssphäre sind zahllose Entitäten wirksam, die in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden können. Bereits 800 Jahre n.Chr. spricht Shankaracharya vom Kleinod der Unterscheidung. Nur der Mensch, der über dieses innere Wissen verfügt, vermag die falschen Götter und Daevas von den notwendigen Naturgeistern oder Devas zu unterscheiden. Hier sollte nur noch einmal betont werden, dass das gesamte menschliche Leben zusammen genommen ohne Frage unser unvorstellbar großer Lebensbereich ist, in dem zahllose Felder die Ereignisse lenken, auch Kraftströme aus der göttlichen Natur, die über die Monaden in den Kosmos und die Menschen hinein wirken.

Erinnern wir in diesem Zusammenhang noch einmal an die Kraftkaskade: Aus dem höheren Kraftfeld, dem Allbewusstsein, geht ein Impuls zur nächst niederen Ebene und von dort zur folgenden und so weiter bis in die letzte Offenbarungsstufe. Bei uns auf Erden ist dies die Materie. Dabei wird der Impuls als Kraftwirkung von hoher Energie zu niederer Energie stets beantwortet, isobar reflektiert. Darum spricht ja vieles für den Begriff Spiegelsphäre. Die Resonanzen kommen melodisch von oben nach unten und steigen als Antwort von unten nach oben auf.

Angesichts dieser Weltsicht bleibt die Ansicht von Gustav Meyrink unangefochten bestehen:

„Wen beschleicht da nicht der Verdacht, dass unendlich vieles, was uns «einfällt» und uns zu Handlungen bewegt, die zu begehen oder zu unterlassen
wir uns Herren dünken, völlig fremden Ursprungs ist? In dem indischen grandiosen Epos «Die Baghavad-Gita», das ausführlich über Yoga spricht,
wie wohl kein zweites Buch, heißt es:
«Jedwede Tat, die hier geschieht, geschieht nach dem Naturgesetz.
‚Ich bin der Täter dieser Tat‘ – ist selbstgefälliges Geschwätz!» –
Schade, dass dieses Werk nicht in den Schulen gelesen wird. Der Gewinn für die heranwachsende Jugend wäre wahrhaftig größer als der durch Lektüre der Ilias beabsichtigte.“
(Zitat aus «Die Verwandlung des Blutes» von Gustav Meyrink)

 

 

Weitere Informationen siehe: ⇒ Freiheit des Denkens

Fortsetzung im ⇒ folgenden Kapitel

Druckversion als PDF ⇒ 10. Der Wille

Genie und Kultur – Nachahmung


 

Zitat aus: Der Gang der Weltgeschichte – Aufstieg und Verfall der Kulturen.

von Arnold J. Toynbee.
Der Mystiker, das Genie, möchte in der ganzen Menschheit das Unmögliche möglich machen, jenes erschaffende Etwas, das er in seiner mystischen Schau erlebt hat, in eine schöpferische Kraft verwandeln oder das in Bewegung verwandeln, was der Intuition nach ein Innehalten ist.

Dieser Widerspruch ist die Crux der dynamischen Beziehung, die sich zwischen Menschen auf Grund des Erscheinens von mystisch inspirierten Persönlichkeiten ergibt. Die schöpferische Persönlichkeit drängt dazu, ihre Mitmenschen in Mitschöpfer durch deren Wiedergeburt nach ihrem eignen Bilde umzuformen. Diese schöpferische Umwandlung, die sich im Mikrokosmos des Mystikers einstellt, fordert eine Anpassung an den Makrokosmos, bevor sie sich vollenden kann oder gesichert ist. Aber ex hypothesis ist der Makrokosmos der umgewandelten Persönlichkeit auch der Makrokosmos ihrer nicht umgewandelten Mitmenschen, und ihre Bemühung, den Makrokosmos im Einklang mit der Veränderung ihrer selbst umzuformen trifft auf den Widerstand von deren Trägheit, die dazu neigt, den Makrokosmos in Harmonie mit ihrem ungeänderten Selbst zu nehmen, nämlich so wie er gerade ist.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Diese soziale Situation ergibt ein Dilemma. Wenn das schöpferische Genie es nicht fertig bringt, seinem Milieu die Änderung zu bringen, die es in sich erreicht hat, wird ihm seine Schöpferkraft verhängnisvoll. Es hat sich selbst zu seinem Handlungsfeld in ein Missverhältnis gebracht: und mit dem Verlust der Handlungsfähigkeit verliert es den Willen zum Leben – auch wenn seine früheren Genossen es nicht zu Tode hetzen, wie anormale Glieder eine animalischen Schwarmes. Wenn andererseits unser Genie mit Erfolg die Trägheit oder aktive Feindschaft seiner früheren Genossen überwindet und im Triumph sein soziales Milieu in eine neue Ordnung in Harmonie mit seinem gewandelten Selbst umformt, macht es dadurch das Leben für Männer und Frauen, die aus gemeinem Ton gemacht sind, unerträglich, außer sie können mit Erfolg ihr eigenes Selbst wiederum dem neuen sozialen Milieu anpassen, das der herrische Wille des triumphierenden Genies ihnen auferlegt hat. Dasist die Bedeutung der Jesus in den Evangelien zugeschriebenen Worte: »Glaubt nicht, ich sei gekommen, Friede auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. lch bin gekommen, den Sohn mit seinem Vater zu entzweien, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Ja, des Menschen Feinde sind seine eigenen Hausgenossen.“

Wie lässt sich das soziale Gleichgewicht wiederherstellen, wenn der aufwühlende Vorstoß des Genies es einmal zu Fall gebracht hat? Die einfachste Lösung würde die sein, dass einförmige Vorstöße – einförmig in gleicher Weise in Stärke und Richtung – von allen und jeden Gliedern des Gesellschaftskörpers unabhängig gemacht werden. In solch einem Falle würde es Wachstum ohne eine Spur von Spannung oder Reibung geben. Aber es muss kaum gesagt werden, dass sich solche hundertprozentige Antworten auf den Ruf des schöpferischen Genies in Wirklichkeit nicht ereignen. Die Geschichte ist ohne Zweifel voll von Beispielen für die Tatsache, dass, wenn eine – religiöse oder wissenschaftliche – Idee, wie wir sagen, »in der Luft« liegt, sie imGeist von verschiedenen inspirierten Personen unabhängig und fast gleichzeitigGestalt annimmt.

Aber auch in den schlagendsten solcher Fälle stehen die Mehrzahl von unabhängig und gleichzeitig erleuchteten Geistern als einzelne Figuren gegen Tausende oder Millionen einfachen Menschen, die ohne Antwort auf den Ruf sind. Die Wahrheit scheint zu sein, dass der wahren Einigkeit und Individualität eines Schöpfungsaktes sich selten mehr als in einem geringfügigen Ausmaße die Tendenz zur Einheitlichkeit auswirkt, was der Tatsache entspringt, dass jedes Individuum potentiell schöpferisch istund dass alle diese Individuen in derselben Atmosphäre beharren, so dass der Schöpfer, wenn er ersteht, sich stets überwältigend überstimmt findet durch die träge, unschöpferische Masse, auch wenn er das günstige Geschick hat, sich in der Gesellschaft von einigen wenigen verwandten Geistern umgeben zu erfreuen.

Alle Akte sozialer Schöpfung sind das Werk individueller Schöpfer oder meist schöpferischer Minderheiten,und bei jedem sukzessiven Vorrücken bleibt die große Mehrheit der Mitglieder des Gesellschaftskörpers zurück. Wenn wir auf die großen religiösen Organisationen der Welt von heute einen Blick werfen, auf die christlichen, islamitischen und hinduistischen, finden wir, dass die große Masse ihrer nominellen Anhänger, wie exaltiert immer die Glaubensbekenntnisse, denen sie Lippendienst leisten, sein mögen, noch in einer geistigen Luft leben, die – was die Religion betrifft – nicht weit vom simpelsten Heidentum entfernt ist. Es steht genau so mit den jüngsten Leistungen unserer materiellen Kultur. Unsere abendländische wissenschaftliche Erkenntnis und unsere Technik, sie zur Geltung zu bringen, sind gefährlich esoterisch. Die großen neuen sozialen Kräfte der Demokratie und des Industrialismus sind von einer dünnen schöpferischen Minderheit hervorgerufen worden, und die große Masse der Menschheit bleibt noch substantiell auf dem selben intellektuellen und moralischen Stand, auf dem sie sich befand, bevor die titanischen neuen sozialen Kräfte aufzutauchen begannen. Tatsächlich besteht der Hauptgrund, warum dieses sogenannte Salz der Erde heute in Gefahr ist, seinen Geschmack zu verlieren, darin, dass die große Masse des abendländischen Sozialkörpers ungesalzen geblieben ist.

Die Tatsache, dass das Wachstum der Kulturen das Werk von schöpferischen Individuen oder schöpferischen Minderheiten ist, schließt ein, dass die unschöpferische Mehrheit zurückbleibt, wenn die Pioniere nicht wirksame Mittel ersinnen, diesen trägen Tross auf ihrem heftigen Vorstoß mit sich zu reißen. …, dass primitive Gesellschaftskörper, wie wir sie kennen, sich in einem statischen Zustand befinden, wohingegen die Kulturen – anders die gehemmten Kulturen – in einer dynamischen Bewegung begriffen sind. Wachsende Kulturen unterscheiden sich von primitiven statischen Gesellschaftskörpern kraft der dynamischen Bewegung schöpferischer individueller Persönlichkeiten in ihren Sozialkörpern, und diese schöpferischen Persönlichkeiten bilden selbst zu Zeiten ihrer größten numerischen Stärke niemals mehr als eine kleine Minderheit. In jeder wachsenden Kultur befindet sich die große Mehrheit der einbezogenen Individuen in derselben stagnierenden ruhigen Verfassung wie die Mitglieder eines statischen primitiven Gesellschaftskörpers. Mehr noch sind die große Mehrheit der Teilnehmer in einer wachsenden Kultur – abgesehen von einer äußerlichen Erziehungstünche – Menschen von den gleichen egoistischen Leidenschaften wie die primitive Menschheit. Hier finden wir das Korn Wahrheit der Redensart, dass sich die menschliche Natur niemals ändert. Die höheren Persönlichkeiten, Genies, Mystiker oder Übermenschen – man nenne sie, wie man will – sind nicht mehr als etwas Sauerteig in dem Klumpen der gewöhnlichen Menschheit.

Diese dynamischen Persönlichkeiten, die mit Erfolg die Tradition mit den kristallisierten Wertvorstellungen in ihrem eigenen Charakter brechen und zu lebendigen Innovationen umformen können, dann auch in Wirklichkeit imstande sind, ihren individuellen Sieg zu konsolidieren und ihn vor der Verkehrung in eine soziale Niederlage zu bewahren, in dem sie daran gehen, in ihrem sozialen Milieu die kristallisierten Traditionen der Alten zu brechen. Dieses Problem zu lösen, erfordert eine doppelte Anstrengung: »das Mühen einiger Menschen, Neues zu finden, und das Mühen aller andern Menschen, es anzunehmen und sich ihm anzubequemen. Eine Gesellschaft kann zivilisiert genannt werden, sobald man dort zugleich diese Initiativen und diese Gelehrigkeit findet. Die zweite Bedingung ist übrigens schwieriger zu erfüllen als die erste. Was den Nicht-Zivilisierten gefehlt hat, ist wahrscheinlich der überragende Mensch (man sieht nicht ein, . wieso die Natur nicht immer und überall diese glücklichen Einfälle gehabt haben soll), sondern vielmehr die Gelegenheit für solch einen Menschen, seine Überlegenheit zu zeigen, das heißt die Geneigtheit der andern, ihm zu folgen

Das Problem der Sicherung dessen, dass die unschöpferische Mehrheit tatsächlich der Führung der schöpferischen Minderheit folgt, scheint zwei Lösungen zu haben, eine praktische und eine ideale. „Der eine Weg ist die Dressur, das andre ist die mystische Liebe. Nach der ersten Methode prägt man eine aus unpersönlichen Gewohnheiten bestehende Moral ein; nach der zweiten erreicht man die Nachfolge einer Person und sogar eine seelische Vereinigung, ein mehr oder weniger vollständiges Einswerdenmit ihr.« Die unmittelbare Entzündung schöpferischer Kraft von Seele zu Seele ist ohne Zweifel der ideale Weg, aber ausschließlich auf ihn zu bauen, hieße auf Vollkommenheit vertrauen. Das Problem, die unschöpferische große Masse auf eine Linie mit den schöpferischen Pionieren zu bringen, kann in der Praxis nicht auf der sozialen Ebene gelöstwerden, ohne die Fähigkeit zu reiner Nachahmung, Mimesis, ins Spiel zu bringen – eine der weniger erhabenen Fähigkeiten der Menschennatur, die in sich mehrvom Drill als von Inspiration lebt.

Nachahmung ins Spiel zu bringen ist unerlässlich in Bezug auf den vorschwebenden Zweck, weil Nachahmung jedenfalls eine der gewöhnlichen Fähigkeiten des primitiven Menschen ist. Nachahmung ist einer der Gattungszüge im Sozialleben in primitiven Gesellschaftskörpern wie in Kulturen, aber sie wird in diesen bei den beiden Arten der Gesellschaftskörper auf verschiedene Weise vollzogen.  In statischen primitiven GeseIIschaftskörpern wird die Nachahmung auf die ältere Generation der lebenden Mitglieder gerichtet und auf die Toten, in denen »Tradition und Moral« verkörpert ist, wohingegen in Gesellschaftskörpern im dynamischen Kulturprozess dieselbe Fähigkeit auf die schöpferischen Persönlichkeiten gerichtet wird, die Neuland gepflügt haben. Die Fähigkeit ist dieselbe, aber sie wendet sich in die entgegen gesetzte Richtung.

Kann diese revidierte Version eines primitiven sozialen Drills, dieser mechanische und fast automatische »Rechts- oder Linksdrall«, wirklich als ein wirksamer Ersatz dienen für »ernste geistige Gemeinschaft und intimen persönlichen Verkehr«, was Plato als das einzige Mittel der Weitergabe einer Philosophie von dem einen Individuum zum anderen ansprach? Man kann nur antworten, dass die Trägheit der Menschheit in ihrer Masse tatsächlich niemals durch den ausschließlichen Gebrauch der platonischen Methode überwunden worden ist. Die Aufgabe, die träge Mehrheit entlang den Weg der aktiven Minderheit zu ziehen, hat die ideale Methode unmittelbarer individueller Erleuchtung immer durch die praktische Methode des sozialen Drills im großen verstärkt werden müssen, also durch eine gewohnheitsmäßige Übung der primitiven Menschheit, die dem sozialen Fortschritt dienstbar gemacht werden kann, wenn neue Führer das Kommando übernehmen und neue Marschbefehle ausgeben.

Nachahmung, Mimesis, kann zur Erwerbung von sozialen Aktivposten führen – Verhaltungsweisen oder Emotionen oder Vorstellungen – die die Erwerber allein nicht hervorgebracht hatten und die sie niemals besessen haben würden, wenn sie nicht denen, die sie besaßen, begegnet wären und sie nachgeahmt hätten. Es ist in der Tat eine Wegabkürzung. Aber diese Wegabkürzung, obwohl sie ein unvermeidlicher Weg zu einem notwendigen Ziel sein kann, ein zweifelhaftes Hilfsmittel ist, das nicht weniger unvermeidlich eine wachsende Kultur der Gefahr des Niederbruchs aussetzt.