12 Nachwort Basis der Evolution

Post Skriptum

Warum interessieren sich eigentlich so wenige Menschen für die tatsächlichen Zusammenhänge in der Welt, damit sie ihr Leben effektiver, friedvoller und toleranter gestalten?

Es macht wenig Sinn, den ganzen Inhalt des Buches «Basis der Evolution» an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen, wiewohl darin die Antwort auf die gestellte Frage ausführlich beschrieben wird. Für das Begreifen ist es für viele Menschen heute notwendig, die umfangreichen Beschreibungen der einzelnen Faktoren in ihren Zusammenhängen von Körper, Bewusstsein und Denken übersichtlich darzustellen.

Darum werden hier einige Fakten noch einmal als Zusammenfassung angeboten:


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


1. Die lieben Gewohnheiten
Der Mensch ist von Natur aus ein Gewohnheitstier. Weil das Dasein im gesellschaftlichen Kontext sich vielfach als ein Kampf um das existentielle Überleben darstellt, werden alle komplexen Lebensanschauungen zu einem vor Ort pragmatischen «So-ist-es!» zusammengeschrumpft, in dem das tägliche Dasein problemlos abgewickelt werden kann. Es ist tatsächlich die Aufgabe des Verstandes (Haupt) und des Empfindens (Herz), den Menschen davor zu schützen, von der Menge größtenteils für die Selbst- und Arterhaltung unnützen und belanglosen Wissens überwältigt und verwirrt zu werden. Herz und Haupt erfüllen diese Aufgabe, indem sie das meiste dessen ausschließen, was der Mensch sonst in jedem Augenblick erfassen würde, und nur die sehr kleine und besondere Auswahl übrig lassen, die voraussichtlich für die eigenen Vorstellungen in seinem kulturellen Modell praktisch nützlich ist.
Weil der Mensch sich selbst zunächst als ein animalisches Lebewesen erfährt, wird es von ihm als seine Pflicht und Aufgabe angesehen, um jeden Preis am Leben zu bleiben (Selbsterhaltung) und die menschliche Art durch Vollzug der «Liebe» (Arterhaltung) auf Biegen und Brechen zu erhalten. Damit ein biologisches Überleben möglich werde, müssen die Gesamtinformationen aus allen Gedächtnissen und Wahrnehmungen – auch aus den nicht sinnlichen erfassbaren Aspekten der unstofflichen Welten – durch das Reduktionsventil der eigenen Vorstellungen, Traditionen und Dogmen vom Leben und «göttlichen Sein» hindurch fließen. Was am andern Ende heraus kommt, ist meist nur ein «spärliches Rinnsal» der Art von Erkennen, das dem Menschen hilft, auf der Oberfläche unseres materiellen Planeten existent zu bleiben.
Um die Inhalte des so verringerten Erfassens zu formulieren und auszudrücken, hat der Mensch die sprachlichen Symbolsysteme und religiösen Philosophien erfunden und endlos mit Worten und Sätzen geschmackvoll ausgestaltet. Jeder Mensch ist zugleich der Nutznießer und das Opfer seiner kulturellen Tradition, in die er hinein geboren wurde, – der Nutznießer insofern, als die Sprache Zugang zu den aufgespeicherten Berichten über die Erfahrungen anderer Menschen gewährt; das Opfer insofern, als sie ihn in dem Glauben bestärken, dieses reduzierte Erkennen sei eins mit der Wahrheit, und seinen Wirklichkeitssinn so verwirrt, dass er nur allzu gern bereit ist, seine Begriffe und Vorstellungen für gegebene Tatsachen, seine Dogmen für unumstößliche Fakten zu halten. Was in der Sprache der christlich-jüdisch-moslemischen Religion «diese Welt» genannt wird, ist das Universum verminderter Einsicht, ausgedrückt und sozusagen versteinert in der Sprache der angeblich heiligen Bücher.

Darum werden auch der Jugend nur die Methoden für diesen Kampf gelehrt. Alle weiteren Lebensmodelle werden meistens mit gewichtigen Philosophien und Theorien über die erfolgreichen Traditionen und standardisierten Religionen mit ihren verbindlichen, weil göttlichen Gesetzen und Tabus festgeschrieben. Damit ist ein zügiges und leicht überschaubares Programm für das künftige Dasein als Erwachsener gesichert. Es existiert im Menschen nirgendwo ein Metaprogrammierer, der das bestehende traditionelle Programm nach antiquierten und funktional überholten Ritualen überprüft. Die Einsicht, dass die überall hoch verehrten Traditionen in Nahrungsbeschaffung, Gesellschaft und Religion jede persönliche Entwicklung stagnieren lässt, wird höchstens am Rande von einer rebellischen Jugend diskutiert. Jedoch reichen diese Anstöße durch Protestaktionen und Demonstrationen nicht zur Veränderung der grundlegenden Einstellungen in der Gesellschaft.

2. Von metaphysischen Naturkräften geführt
Der Mensch wird bei allem Denken und Handeln immer von ihm unbekannten Naturkräften geleitet, die er wenig oder gar nicht nach seinen Wünschen und Vorstellungen beeinflussen kann. Zumal er sie meistens wegen seinem ignoranten Hochmut auch nicht wahrnehmen will. Nach westlichen Anschauungen der anerkannten Wissenschaften und der diese vertretenden Massenmedien existieren derartige okkulte oder parapsychologische Kräfte nicht. Auch wenn die Menschheit als Ganzes die Wirkungen der Naturkräfte durch ihre prinzipielle Lebensausrichtung mitbestimmt, so ist der Einzelne sich dieser Auswirkungen selten bewusst. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die aus dem Jenseits operierenden gewaltigen Äonen und Archonten oder die Asuras (vedisch) absolut keinerlei Interesse an einem Fortschritt der Menschheit auf dem Evolutionsbogen haben. Sie würden sonst ihre Ernährungsgrundlage verlieren. Durch Pflege der Traditionen – auch für touristische Attraktionen –, durch intensive Wiederbelebung aussterbender Sprachen und durch gesponserte, archäologische Gedenkstätten mit jährlich zelebrierten Landesfesten sichern sie sich ihr Überleben in den astral-mentalen Gebieten der Spiegelsphäre. Solange die Menschheit ungestört in den autorisierten Denkparametern der Vergangenheit weiterlebt, spendet sie ausreichend astrale und ätherische Kräfte an die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel, wie Paulus sie seinerzeit benannte. Eine wirkliche Umwendung in der Lebenshaltung würde natürlich eine drastische Veränderung der menschlichen Emanationen in die unstofflichen Felder bedeuten.

3. Angst und Einsamkeit
Es gibt sehr viel Angst in den Menschen und sehr viel Einsamkeiten, vor allem im Alter. Um mit den damit verbundenen psychologischen Problemen einigermaßen zurecht zu kommen, schützen sich die meisten Menschen durch permanente Verdrängung der auslösenden Komplexe. Ein Großteil benutzt dafür die gesellschaftlich sanktionierten Ablenkungen durch Fernsehen und Internet; ein anderer Teil schützt sich vor den inneren Verunsicherungen durch Betäubung mit den anerkannten Drogen, Alkohol, Nikotin, Haschisch, Schmerztabletten etc. Eine andere Gruppe flüchtet bevorzugt in Gruppen, Organisationen oder Institutionen, die in ihren Lebensanschauungen und Philosophien weltanschauliche Bewahrungs- und Trosttheorien vertreten. Häufig kann folgende Grundstruktur festgestellt werden: Wenn der/die Gläubige regelmäßig «dieses oder jenes» tut, dann wird ihm/ihr verziehen und die «Sünden» vergeben. Was auch immer darunter zu verstehen ist. Durch dieses oder jenes Ritual, durch regelmäßige Prozession oder eine Pilgerreise wird ihm/ihr die Gnade dieser Schuldvergebung zuteil. Das gemeinsame Gruppenerlebnis auf den «Ghats» am Ganges, bei der «Kaaba» in Mekka, beim Rundweg um den «Kailasch» oder auf dem Petersplatz in Rom ist schon eine ekstatische Besänftigung all der persönlichen Ängste, die von den zuständigen Priesterschaften auch noch geschickt geschürt werden, damit alle «Schäflein» regelmäßig wieder kommen. Eine fundamentale Verarbeitung der verständlichen Lebensängste wird von diesen Institutionen verständlicherweise systematisch vermieden.

4. Karmische Konflikte aus den Inkarnationen
Die karmischen Grundstrukturen im Langzeitgedächtnis des aurischen Wesens, in der Lipika, drängen jeden Menschen, seine noch nicht gelösten Konflikte aus früheren Inkarnationen des Mikrokosmos, in einem Leben auf der planetaren Existenzebene auszulöschen. Dafür muss er/sie mit der stofflichen Person die Begegnungen in Beruf, Familie und Gesellschaft wachsam austragen und, wo und wenn es geht, auch im Hier und Jetzt auflösen. Leider ist der Mensch dabei immer bemüht, die bereits bewährten Methoden aus der autorisierten Literatur vergangener Zeiten für diese Lebensaufgabe umzusetzen. Je älter das Dokument, je antiquierter der Autor, desto «wahrhaftiger» und erfolgreicher werden seine Gedanken autorisiert. Dieses reaktionäre Verhalten wird selbstverständlich von allen Äonen unterstützt, die sich schon in vorhergehenden Zeiten von dieser Quelle ernähren konnten. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vollständig übersehen, dass nicht die Persönlichkeit inkarniert, sondern das mikrokosmische Wesen, das bei jeder Geburt einen neuen Menschen als Werkzeug für die Evolution aufbaut. Die Person ist also keineswegs schuldig an den in der Lipika gespeicherten Komplexen. Diese Einsicht würde manches Fehlverhalten intelligenter Menschen vermeiden helfen, auch dann, wenn sie trotzdem bemüht bleiben, ihre karmischen Verpflichtungen anzunehmen und abzuarbeiten.

5. Die großen Äonen sorgen für Krieg
Viele Katastrophen und Kriege werden von den Machenschaften der großen Äonen im Jenseits ausgelöst und von dort gezielt gesteuert. Unglücklicherweise tragen die Grundmechanismen der Bipolarität in der komplementären Resonanz auf den weit verbreiteten Humanismus und die Karitas sehr stark dazu bei. Es ist absolut bedauerlich, dass ausgerechnet die guten Taten der internationalen Hilfsorganisationen, des «Roten Kreuzes» oder der «Johanniter» etc., alle gut gemeinten Gedanken weltweit in Kirchen, Moscheen oder Tempeln oder in internationalen Gremien – wie die UNO und die UNESCO – als Reflex in der Bipolarität eine schlechte Tat und/oder einen bösen Gedanken auslösen. Das bedeutet, die großen Veranstaltungen esoterischer Gruppen, der christlichen Kirchen, buddhistischer oder hinduistischer Verbände mit gemeinsamen Gebeten für den Frieden haben als negativen Reflex direkt das Böse, also meistens den Krieg oder andere die Menschen belastende Konflikte. Dass der Kriegsäon seit Tausenden von Jahren von der Grundsehnsucht des Menschen nach Brüderlichkeit und Frieden profitiert, bleibt leider eine von den Menschen unbemerkte Tatsache, weil die unstofflichen Lebensfelder leider von der Menschheit ignoriert werden. Natürlich haben alle Länder auch ihren eigenen Archont, auch alle großen Religionen, Institutionen und globalen Konzerne werden von einem sehr alten Äon geführt. Meistens sind sie bereits über lange Zeiten in die ersten okkulten Religions- und Herrschaftsimpulse an der Wiege der Menschheit eingebettet.

6. Bestandsaufnahme und Zukunft
Alles zusammen genommen lebt der Mensch heute immer noch vorzugsweise reaktionär. Man muss deutlich hervorheben, er wird unter dem Einfluss der Äonen in dieser Lebensweise gehalten und täglich bestärkt. Nur in der Jugend und unter besonderen Bedrängnissen oder verhängnisvollen Unglücken beginnt der Mensch, seine Überlebensstrategien zu überdenken und fundamentale Verhaltensstrukturen zu verändern. Natürlich kann der Handel und der aktuelle Tourismus sehr viel dazu beitragen, dass Menschen durch Reisen fremde Kulturen kennen lernen können und dadurch ins Nachdenken kommen, möglicher Weise sogar die eigene Lebenshaltung ändern. Das alles geschieht dann meist sehr vorsichtig, damit man mit den gewohnten gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht in Konflikt gerät.
Die beginnende Aquariusperiode schafft der Menschheit dynamische Möglichkeiten. Der Einfluss der Monaden auf die Mikrokosmen wird verstärkt wirksam, so dass die innere Sehnsucht nach einem freien und friedlichen Miteinander immer stärker wird, wobei gleichzeitig die Tendenz zu außersinnlichen Wahrnehmungen und ihre Anerkennung in breiteren Schichten vor allem der europamerikanischen Bevölkerung zunehmen wird. Es sollte hier nur auf die umfangreichen Studien von Michael Murphy hingewiesen werden. Aber auch andere Gedankenmodelle aus Ost und West tragen diese Zukunftsvision einer geistigen Evolution.
Zudem wird eine fundamentale Verwandlung im menschlichen Lebensverhalten kommen: die Aquariusperiode beschert der Menschheit neue Inkarnationen von Menschen. So werden in den künftigen Mikrokosmen heranreifen, die mit einer vollendeten Astralis und möglicherweise zentrierten Mentalis ausgestattet sind, wodurch die Menschen dann über eine total andere Wahrnehmungs- und Denkstruktur verfügen. Andeutungen über deren Einsichtsmöglichkeiten, Heilmethoden und empathisches Verhalten kann der aufmerksame Leser sogar im Neuen Testament finden, in den Geschichten um Jesus, den Christus, der der Menschheit diese Verheißung vorgelebt hat. Das wird ein Revolution besonderen Ausmaßes auf der Erde auslösen, deren Weiten und Höhen dem reaktionären Bedenken unvorstellbar sind und bis jetzt – 2018 –noch von niemandem wirklich erfasst werden konnten.

Ein außergewöhnliches Fazit

Die nachfolgenden Grundgedanken der mir geschenkten Vision befassen sich mit einer völlig anderen Sicht auf die christliche Religion, so wie diese in den bislang veröffentlichten spirituellen Theorien, esoterischen Weisheitslehren und die daran anknüpfenden aktuellen Philosophien dargestellt werden.

1. Es gibt keinen Sündenfall.
Jeder Mensch, der sich schon einmal etwas intensiver mit der irdischen Natur beschäftigt hat, wird auch erfasst haben, dass in der Natur alles nach einem Erhaltungsprinzip geregelt ist. In der Biophysik gilt das Gesetz der Erhaltung der Energie; Nichts geht verloren. Im Prinzip gibt es auch keinen Tod, nichts wird vollkommen vernichtet, alles wird nur in eine andere Seinsform umgewandelt oder in einer anderen aufgenommen. So verändern sich die Formen in Fauna und Flora und trotzdem bleibt alles auf Erden erhalten, egal ob über der Erde, in der Luft, in den Meeren und Seen, oder unter der Erde in den mineralischen Lavagluten. Darum ist auch der Gedanke, jemand oder etwas in dieser Natur ist schuldig, völlig abwegig. – Wie kann ein Mensch oder Wesen in diesem sich selbst erhaltenden Lebewesen Erde mit einer Absonderung «Sünde» von einem «göttlichen Lebensfeld» bestraft werden? – Kein Wesen muss einen Weg «zurück» gehen, aus einer «niederen» Natur in eine göttliche Natur mit Fasten, Beten und Arbeiten, schon gar nicht mit Askese, Opfer oder Pilgerreisen unter Strapazen. Alle diese von zahllosen Religionen propagierten Methoden auf dem Weg zur «Erleuchtung» dienen nur der ätherisch und astral-mentalen Ausbeutung der Gläubigen. Darum ist es nur gut zu verstehen, dass sich immer mehr Menschen von diesen dogmatischen Denkmustern verabschieden.
Alles Leben verlief und verläuft seit Jahrmillionen nach einem Entwicklungsplan höchster Ordnung unter der Leitung und dem Schutz von «göttlichen» Monaden, den «sogenannten Kindern» des Schöpfungsfeldes. Seit Anbeginn der offenbarten Schöpfung in der Urmonade, dem universalen Bewusstsein, dem Logos oder Tao, entfalten sich alle Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. eingebettet in ihre Monaden, die ihr teleologisches Werden impulsieren, liebevoll betreuen und leiten, damit alle einmal mit ihrer Monade in der Gesamtevolution des Universums mit dem universalen Bewusstsein, in der Urmonade wieder aufgehen. Das alles regelnde Gesetz der Resonanz sorgt für Harmonie und Erhaltung aller lebendigen Zusammenhänge.
«So schaut er das Ganze wie ein Einziges und sieht nicht mehr durch Unterscheidung und Zählung, wie sie sich aus der Verschiedenheit der Sinne ergibt, durch die man wie durch Ritzen nur in verworrener Weise wahrnehmen kann. Er sieht Amphitrite, den Urquell aller Zahlen, aller Arten, aller Begriffe: Sie ist die Monade, die wahre Wesenheit im Sein aller Dinge; und wenn er sie auch nicht in ihrer Wesenheit selbst, in absolutem Lichte sieht, so sieht er sie in ihren Hervorbringungen, welche ihr ähnlich, ihre Abbilder sind. Denn aus jener Monade, welche die Gottheit ist, geht diese Monade hervor, welche die Natur, das Universum, die Welt ist. In ihr schaut und spiegelt sie sich, so wie die Sonne es im Monde tut…» Die zitierten Sätze stammen aus dem erkenntnistheoretischen Dialog Die heroischen Leidenschaften von Giordano Bruno.

2. Es gibt keine zwei Lebensfelder – hier auf der Erde eine gefallene und dort in «einem Himmel» eine göttliche Ordnung. Die Betrachtungsweise des Judentums, des kirchlichen Christentums incl. ihrer Sekten und des Islam der kosmischen Zusammenhänge ist, kann nach den modernen Erkenntnissen aus der Astronomie einfach gesagt, nicht mehr aufrecht gehalten werden. Die mittelalterliche Weltsicht: «Hier gibt es die Erdscheibe mit den verschiedenen Lebenswellen darauf, darüber den Himmel und darunter die Hölle» wird von den meisten modernen Menschen verworfen. Natürlich spricht heute nach allen astronomischen Forschungen und Weltraumsateliten niemand mehr von einer Erd«scheibe». Aber die Vorstellungen von Himmel und Hölle kleben für viele Christen und Moslems unverrückbar an diesem antiken Bild. Besonders schlaue Theologen differenzieren zwei Lebensfelder nach den «Vibrationsgesetzen», auf der einen Seite das bösartige und von Hass, Krieg und Machtgelüsten erfüllte Lebensfeld des Mammon, und auf der anderen ein friedfertiges, glückliches, liebevolles und schönes Lebensfeld im Garten Eden, dem Himmel, das ursprünglich göttliche Lebensfeld. Wer sich schon mit den energetischen Lebenszusammenhängen befasst hat, sollte dann konsequenterweise nun einen Schritt weiter denken, denn das Universum wird aus sieben «elektromagnetischen» Kraftfeldern gebildet, die immer in einer Einheit zusammenwirken.
Alle sieben Kraftfelder bilden demnach ein einziges konzentrisch zusammenhängendes Kraftfeld im universellen Bewusstsein, in der Urmonade. Die scheinbaren Abgrenzungen ergeben sich aus den bestehenden Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, der Erkenntnisse von den schwingungsmäßig nach Frequenzen strukturierten Erfahrenswelten.

3. Aus meiner Sicht erscheinen im Kosmos der Sonne folgende Entwicklungsperioden:
a. Im Sonnensystem
Die Monade der Sonne offenbart neun Monaden für die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. In jeder dieser Monaden entfaltete sich ein vollständiges Lebewesen, von dem wir nur die materielle Ansicht mit unsere astronomischen Forschungen erfahren können. Einige Planetenmonaden brachten auch noch Mondmonaden mit ihren implementierten Körpern hervor.
b. Die erste Etappe in der irdischen Monade
In der Monade der Erde wurde der materielle Planet Erde über mehrere Inkarnationen entwickelt. Zusätzlich für die Gesamtevolution entstanden gleichzeitig für alle auf ihr und in ihr wirkenden Wesen die Monaden für die Lebenswellen, in denen sich alle Wesen, Pflanzen, Tiere und Menschen bis in die stofflichen Sphären (Äther und Materie) ebenfalls durch zahllose Inkarnationen entwickeln sollten. In der aktuellen Offenbarungsperiode, die «arische Periode» nach dem theosophischen Entwicklungsmodell, gilt es, nach «dem Bilde der Uridee des Logos» in den grobstofflich gebildeten Menschen der materiellen Offenbarung ein Denkvermögen zu erwecken, mit dem sie die grundlegenden Prinzipien von sich selbst und ihrer Umwelt erfassen und verstehen können. Im materiellen Dasein sollen die Menschen zunächst sich selbst, ihre Mitmenschen, sowie die Pflanzen und Tiere in ihrer gemeinsamen Funktionalität im irdischen Lebensfeld erfassen. Darüber hinaus müssen sie für die Selbst- und Welterkenntnis alle sieben elektromagnetischen Kraftfelder des Kosmos begreifen und aus seiner holistischen Wirksamkeit lernen, wie sie mit umfassender Empathie alles stoffliche und unstoffliche Leben der Welt beschützen und fördern.
c. Die zweite Etappe der Evolution
Die Monaden der Menschen führen und stimulieren in der Aquariusperiode über die Mikrokosmen vor allem die Entwicklung der Astralis und Mentalis. Mit der Vollendung dieser mikrokosmischen Ansichten können sich die Menschen in den unstofflichen Kraftfeldern zurecht finden und werden zu autonomen selbstbewussten Menschen. Unabhängig vom ehemals materialistischen Begehren für die Selbsterhaltung erfahren sie in ihrem Dasein die universelle empathische Reflexion aller astralen und mentalen Kräfte. Damit werden sie auch unabhängig von allen bislang autorisierten Machtstrukturen, Regierungen oder Kirchen. Diese herangereiften Menschen nehmen die ersehnte Lebenswelt mit allen Idealen wahr und können erfassen, dass sie schon immer aus höheren Welten belebt wurden. Es gilt in dieser Entwicklungsperiode, den Menschen auf dieser mentalen Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den kosmischen Welten, Entitäten und Kräften zu schulen. Letztendlich werden durch den Logos alle geschaffenen Wesen einmal über Inkarnationen in diese Entwicklungsphase geführt.
d. Die dritte Phase entfaltet die Weiterentwicklung aller Wesen, Universen, Kosmen, Mikrokosmen und Menschen, Tiere, Pflanzen etc. Durch Prozesse der Selbsterfahrung und Umwelterkenntnis reifen sie weiter, damit diese durch eine kontinuierliche Evolution aller Monaden und implementierten Wesen und Geschöpfe in ihrem Lebensfeld und im Sonnenkosmos immer besser und harmonischer mit den sieben Kraftfeldern wirken können. Nach vielen noch anstehenden Inkarnationen werden alle evolvierten Mikrokosmen bei der permanenten Entfaltung bereist geschaffener Lebenswellen sowie der Schöpfung neuer Generationen im Universum holistisch mitwirken, um nach aller Vollendung einmal in das höchste universale Bewusstsein einzugehen.

4. Jesus, der Christus war eine in das niedrigste Kraftfeld, in die Materie, inkarnierte Entität. Dieser Mikrokosmos aus der Sonnenmonade war mit allen sieben Kraftfeldern der Offenbarung bekleidet und verfügte demnach über ein nirwanisches Bewusstsein (Begriff nach Annie Besant). «Christus» ist ein griechisches Wort und bedeutet «der mit göttlichen Vermögen Gesalbte». Diese Benennung erklärt eindeutig, dass Jesus‘ Mikrokosmos eben über sehr viel höhere Kräfte verfügte, als jeder normale Mensch. Das überirdische Wesen «Christus» verband sich mit dem Mikrokosmos des «Jesus von Nazareth» bei seinem irdischen Aufenthalt im Kosmos Erde, um die große Gruppe der Monaden in diesem Gesamtwesen Erde mit allen zugehörigen Entitäten und Mikrokosmen bei der Evolution in die höheren Kraftfelder zu unterstützen. Einerseits vermittelt sein vorgelebtes Beispiel den Menschen eine Art Vorausschau auf ihre zukünftige Entwicklung, die für alle eine weitreichende Verheißung darstellt. Sein kurzer Lebenslauf mit allen Wundern und Gleichnissen wurde mehr oder weniger in den Evangelien aufgezeichnet und vollständig unauslöschlich in das Akashafeld eingraviert. Anderseits kann der Christus auch heute durch seine kraftvolle Anwesenheit im irdischen Kosmos allen Mikrokosmen Kraft für die Transformation schenken und den Menschen zeigen, wie sie sich ihres unstofflichen Wesens bewusst werden, um sich in seiner Potenz unter der liebevollen Hilfe der Monaden bis zum höchsten nirvanischen Bewusstsein weiter entwickeln.
Jesus hat seine Anhänger/Jünger aufgefordert, ihm nachzufolgen, und alle bisherigen Philosophien und Weltanschauungen abzulegen. Diese konkrete Nachfolge bedeutet für den Menschen eine fundamentale Lebensveränderung in Folge seiner Weiterentwicklung in der Astralis und Mentalis. Die dadurch möglich gewordenen total andere Einsicht auf die wirklichen Lebenszusammenhänge verändert vollkommen seine Lebensmotivation. Alle egozentrischen Überlegungen einer persönlichen Heiligung oder Erleuchtung weichen einer kosmischen Motivation, weil in dem sich verschenkenden Feld – vor allem der Mentalis – total andere Lebensaufgaben im Erfassen auftauchen. So werden sie aktive Mitarbeiter für die Evolution des Denkvermögens in allen nachfolgenden Mikrokosmen, auch bei jenen, in denen sich die Gruppen der Tiere und Pflanzen entfalten. Als wesentliche Stufe für die Entwicklung in das nirwanische Bewusstsein vermindern die bereist transformierten Mikrokosmen durch entsprechende Gruppenwirkung die äonischen Beeinflussung im irdischen Lebensfeld.
Es ist von einschneidender Bedeutung, dass das Leben, das mit dem nirwanischen Bewusstsein erfasst wird – über das Jesus der Christus bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung verfügte – , so vollkommen anders ist, als das stoffliche Dasein, wie es die heutigen Wissenschaftler mit ihrem an die niederen Felder gebundenen Denkvermögen erforschen können. Darum konnte Jesus auch mit voller Berechtigung sagen: «Mein Reich ist nicht von dieser – materiellen – Welt (mit dem stofflichen Denken und materiellem Begehren)». In dieser Verwechslung liegt der Irrtum der Prediger, die von den zwei Lebensfeldern sprechen. Es existiert in der irdischen Welt natürlich nur ein Erdkosmos, nur ein einziges siebenfaches Lebensfeld. Wer allerdings nur die vier unteren Aspekte mit seinen sinnlichen Vermögen sehen kann, für den ist die Wirklichkeit selektiv in seine subjektive Erkenntnis der stofflichen Erscheinungen (Maya) eingebunden. Dabei bleibt er natürlich blind für die anwesenden höheren Kraftfelder, weil seine auf das materielle Leben ausgerichteten Sinnesorgane diese nicht erfassen können, zumal sich dann im Denken alle metaphysischen Möglichkeiten von selbst ausschließen.

5. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Wesen in den unstofflichen Lebensfeldern.
Die Götter, Devas oder Engel in den metaphysischen Gebieten des Jenseits sind mit Bewusstsein ausgestattete, denkende Wesen, die allerdings ganz konkret auf alle Lebenswellen in den materiellen Bereichen einwirken. Die unstofflichen Kraftfelder des «Jenseits» bilden und tragen das stoffliche Diesseits. Es ist bereits von mehreren Wissenschaftlern bewiesen worden, dass auch die Atome eigentlich nur Energiepakete elektromagnetischer Vibrationen sind. Das bedeutet doch, alle die Welt konstituierenden Kraftfelder sind jederzeit im Hier und Jetzt anwesend. «Sie sind dem Menschen näher als Hände und Füße!» (NT)
Diese unstofflichen Entitäten sollte man in zwei Gruppen unterscheiden:
a. Die eine Gruppe der Götter wurde und wird aus der kosmischen Monade emaniert und in ihrem Holokumulus mit einem Bewusstsein aus der kosmischen Schöpfung ausgestattet. Sie sind hierarchisch nach Aufgabe und Energiefrequenz gegliedert, damit sie die für den Lebensprozess der Erde – sowie den Wesen in und auf ihr – notwendigen Strukturen und Entwicklungslinien harmonisch herausbilden und anwenden. Diese in vielen Mythen der Völker benannten Naturgötter und Engel bestimmen in allen sieben Lebensfeldern die naturgegebenen Voraussetzungen für die verschiedenen Lebenserscheinungen auf dem Planeten, vom Kristall bis zum Menschen.
b. Eine andere Gruppe der Götter oder Äonen wurden im Kosmos aus den astralen und mentalen Ausstrahlungen der Tiere und Menschen geschaffen. Sie ballen sich zusammen gemäß der isobaren Resonanz mit immanentem Bewusstsein. Diese Mentalis wurde und wird in Qualität und Ausrichtung von den egoistischen Begehren ihrer Schöpfer bestimmt, vor allem von den Menschen, die im Schatten der Religionen bewusst oder unbewusst nach Selbstheiligung streben. Leider werden sie aktuell immer noch von den Ausdünstungen der zugehörigen Gruppen im Stoff lebender Menschen ernährt. Neben den selbstsüchtigen Begehren der Menschen, die heute auch in riesigen Events für Sport und Musik angefacht werden, summieren sich in den Äonen und deren Archonten auch unzählige astrale Leiber der für die Ernährung der Menschen zu früh geschlachteten Tiere, die mit ihrer Todesangst ausgestattet sich zu gewaltigen Kumulationen zusammenballen.

6. Alle Lebensaktivitäten gehen von den sechs metaphysischen Kraftfeldern aus, die alle materiellen Erscheinungen – Licht, Luft, Mineralreich, Insektenreich, Pflanzenreich, Tierreich, Menschen – hervorbringen und dynamisieren. Vier Kraftfelder sind im Mikrokosmos individuell befestigt und teilweise zentralisiert:
Die Materie. Die wissenschaftlich beweisbare Natur, die jeder mit seinen Sinnesorganen erfassen kann.
Das Ätherfeld. Die niederen Aspekte bilden die Matrize der Materie. Die höheren Aspekte sind Fluiden für die unterschiedliche Kommunikation in stofflichen System, auch für das Denken.
Das Astralfeld. Es sind vorerst nur drei oder vier untere Ansichten zentriert. Diese sind die Beleber des ätherisch-stofflichen Geschehens über das Begehren nach Selbst- und Arterhaltung. Alle Begehren nach Heiligung oder jeder Spiritualität stammen aus der vierten bzw. fünften Ansicht und sind in Resonanz mit den Impulsen der Monade aus dem Herzheiligtum.
Das Mentalfeld. Von ihm sind meistens nur drei Ansichten voll zentriert. Doch schon das ermöglich dem Menschen Denken, Wahrnehmen und Bewerten, Gedächtnis und Verstand. Der Instinkt im Tier gehört zu den höheren astralen Möglichkeiten. Im Menschen wird für den Instinkt bereits die erste Ansicht der Mentalis eingesetzt.
Die drei höheren nirwanischen Kraftfelder Spinalis, Spiritualis und Idealis wirken aus ihren unkonzentrierten Kraftwolken in die Mikrokosmen hinein, um seine Evolution zu fördern. Der Mensch hat keinen erkennbaren Zugang zu diesen Bereichen.
Diese Lebensfelder dominieren trotzdem alle Lebensaktivitäten. Ohne diese Kraftfelder gäbe es kein Leben. Wer das Leben erforschen will, muss die Qualitäten dieser Lebensfelder in allen Details berücksichtigen.

7. Die irdische Monade kooperiert mit allen anderen planetaren Monaden und auch mit der Sonnenmonade.
Der Kosmos der Erde vibriert in seiner alles Leben umfassenden Monade. Alle monadischen Kraftfelder mit ihren Geschöpfen gehören zusammen, schwingen in dem höheren Kollektiv miteinander und tauschen beständig Informationen untereinander aus. So kann man ohne Weiteres sagen, dass auf der Erde nichts geschieht, was die Sonne nicht wollte. Oder umgekehrt: Alles was auf Erden geschieht, wird von den monadischen Kräften des Sonnensystems mit geprägt, die ihrerseits von den hindurch tönenden Kraftfeldern der Monaden der Milchstraße und des Tierkreises mitbestimmt werden. Diese zusammenwirkende Einheit aller Lebensfelder bedingt die Harmonie und sichert durch die in allen wirkende Resonanz die Empathie und harmonische Erhaltung der Systeme bis zum Erreichen aller Vollendungen, die zur Zeit wohl noch notwendig sind.

Die Wendezeit wurde schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren beschworen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie mit der westeuropäischen Philosophie und Religion, was von den Theosophen, Anthroposophen und Rosenkreuzern in Amerika und Europa fortgesetzt wurde. In dieser Zeit nach 1900 fielen auch die bahnbrechenden Erkenntnisse großer Psychoanalytiker im Westen, und die materialistische Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Pavlow in Russland, sowie die sich darauf aufbauende Geburt des amerikanischen Behaviorismus. Der kommende «Neue Mensch» stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der Pyramide wurden später von Axel Klitzel detailliert entschleiert. Am 11. September 2001 soll ein Flugzeugangriff auf die Worldtrade-Towers in New York statt gefunden haben. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen von Orient und Okzident gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das in den Medien vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die einige Profi-Esoteriker darum verkünden mussten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacan erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige Spiritualisierung kernphysikalischer Erkenntnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich, was einigen ernsthaften Philosophen graue Haare bescherte. Nach der «Wendezeit», die Fritjof Kapra in seinem Buch 1982 artikulierte, folgten zum gleichen Thema umfangreiche Theorien von Ervin Laszlo, Michael Murphy und Ken Wilber (Das Atman Projekt). «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», bereits 1962 von Louis Pauwels veröffentlicht, reicht in die beginnende Aquariuszeit.
Diese Periode der Umwendung ins Geistige bringt der Menschheit zunächst eine Vielzahl äußerst dramatischer Entwicklungen, zahlreiche Kriegen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren Ostens und Afrikas. Zur Zeit (2017) scheinen in keinem Land die Regierungspräsidenten, Könige und Parlamentarier, sowie Meinungsbildner und sachverständige Autoritäten der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Verwirrung gewachsen. Sie machen in ihrer fundamentalen Verblendung durch die materialistische Weltanschauung im Schatten der großen Unternehmensmanager und Finanzexperten das allgemeine Chaos nur größer. Zudem sind ihnen natürlich für die Herstellung einer sozial ausgeglichenen Demokratie die Hände gebunden, weil ihr Charisma und Führungspotenz von den herrschenden Äonen dominiert werden. Die probaten Führungsmodelle werden ungefiltert aus dem Jenseits, von den dort herrschenden Äonen und Archonten, abgekupfert. Diese gespiegelten Macht-Methoden nach Machiavelli basieren auf der klassischen, fundamentalen Problemsituation der Fürsten unter dem Himmel. Sie wollen so sein wie Gott, jedoch de facto sind sie es nicht, und sie werden es auch niemals sein können. Darum kämpfen sie in beständiger Angst um ihr möglichst langes Überleben und liefern dafür ihren Abhängigen und Gefolgsleuten einträgliche Täuschungsmanöver, subversiven Verleumdungskampagnen. Für diese Gefechte ist ihnen kein heiliges Wort zu schade. Und für die Allgemeinheit wird wohlfeile Ablenkung durch Film, TV und allerlei Events produziert, oder mit «Brot und Spiele» auf Kosten der Steuerzahler.
Die Visionen einer zukünftigen positiven Entwicklung auf der Evolutionsleiter der Menschen sind den irdischen Meinunsbildnern und Philosophen wohl ausgegangen. Dennoch spürt nahezu jeder Mensch, dass sich für die ganze Menschheit eine deutliche Veränderung atmosphärisch andeutet.

Die aktuellen Auseinandersetzungen der Völker in Kriegen, Sportstadien oder bei Volksabstimmungen, sowie die immer noch vorherrschenden Dissonanzen zwischen den großen Religionen scheinen jedoch zu beweisen, dass der Mensch im Allgemeinen keineswegs für ein gemeinsames Streben zu einer friedlichen Einheit schon reif ist.

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Der Logos, das universale Bewusstsein

Im Neuen Testament steht zu Beginn des Johannes-Evangeliums 1, 1-14:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht begriffen.
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“

Mit Sicherheit ist dieser Text vielen Christen geläufig, denn es wird immer wieder von der Kanzel darüber gesprochen. Manch einer hat das Ringen Goethes in seinem Werk „Faust“ gelesen, der den Anfang des Johannes-Evangeliums letztlich abändern wollte, indem er den Begriff „Logos“ nicht in das „Wort“, sondern Logos mit der „Tat“ übersetzte. (Faust II. Teil) In der von Luther gewählten Übertragung der ersten Zeile des Johannes-Evangeliums aus dem Griechischen ist ein kleines Geheimnis verborgen, das den heutigen Menschen leicht in die Irre führen kann. Im Originaltext der Bibel steht an dieser Stelle der Begriff „Logos“ und für die deutsche Übersetzung wurde von Luther dafür „Wort“ gewählt. Möglicherweise war dem mittelalterlichen Menschen die weiter greifende Bedeutung des Wortes noch als ein Kraftprinzip geläufig. Er wusste aus seiner Lebenspraxis, dass Sprache eine bestimmte Art der Magie, der Kraftübertragung und Beeinflussung war. In unserer modernen Zeit sind Worte und Sprache zum Spielball der Werbetexter und Journalisten geworden, die beständig unter dem Druck stehen, spannende oder animierende Zeilen, Slogans, Headlines, zu finden, die beim Leser den AHA-Effekt auslösen.


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Aber auch im Allgemeinen gehen viele Menschen davon aus, dass Fakten und Probleme besprochen und so geklärt werden können. Kommunikation ist die moderne Lebensnotwendigkeit am euroamerikanischen Horizont, am Besten die totale Kommunikation mit allen Menschen über Communities mit dem Smartphone. Die technischen Medien machen die beständige Verbindung mit Freunden und ein unentwegtes Gerede über die allgemeinsten Alltäglichkeiten möglich. Es besteht natürlich ein großes Interesse daran, dass möglichst viele Menschen viel miteinander über alles Mögliche reden, denn das bringt nicht nur den Providern viel Geld ein. Mittlerweile ist so ziemlich jeder zu der Überzeugung gekommen, dass der Mensch mit Reden und Publizieren etwas Wesentliches bewegt. Man denke nur an die Internet-Communities wie facebook, Google, Twitter oder YouTube und ihre zahllosen Kopien. Man könnte sich vielleicht einmal fragen: Warum führen die Kommunikationsprofis die Menschen gezielt mit einer entsprechend gefärbten Berichterstattung in eine gesteigerte Emotionalität, die vielfach dazu führt, dass sinnvolle Überlegungen oder berechtigte Bedenken vergessen werden? Die äonischen Komponenten dieses Geschehens sollen hier jedoch nicht besprochen werden.

Auch wenn sie sich auf esoterischen oder spirituellen Wegen befinden, hören die Menschen nur selten auf den gesunden Menschenverstand. Selbst Moral, Ethik und Fairness bleiben bei den angefachten Bedürfnissen schnell auf der Strecke. Kann es sein, dass der Sinn dieses Handelns von anderen Kräften bestimmt wird, die ein sehr spezielles Interesse daran haben, dass die innere Stimme aus dem Kontakt mit der Monade von den lauten emotionell aufgeladenen Propagandabildern aus Politik, Sport, Pop-Kultur, Humanitas, Karitas und Religion übertönt wird? Für die Stimme der Stille, die nur in einer geordneten, von überflüssigen Begehren befreiten Atmosphäre aus dem Herzen aufsteigen kann, ist bei dieser Kommunikationsflut kaum ein freier Raum im Denken zu finden. Überall, verbunden mit jeder allgemeinen Mitteilung werden vorgeprägte Idealvorstellungen, Wünsche und Wollüste geschürt, die sich an den medial gezüchteten Ansichten und Wertstellungen der Kultur-Industrie, der Politiker und der heutigen Religionen ausrichten.

Jedes subjektive Selbstbewusstsein richtet sich nach dem: „Sage mir, was Du Dir leisten kannst, und ich sage Dir wer Du bist.“ Descartes erkannte sein Selbstbewusstsein noch aus dem Cogito ergo sum = Ich denke also bin ich!  Heute erwächst bei vielen Menschen das Selbstbewusstsein aus materiellem Besitz oder dem wirtschaftlichen Ansehen, dem beruflichen Erfolg – Ruhm und Ehre – und der sexuellen Potenz. Dabei beziehen sie allerdings ihre Autorität vor allem aus dem: „Ich sage etwas, also bin ich jemand!“. Denn das Sprechen gehört zu der unentbehrlichen sexuellen Aktivität des Menschen. Und heute sorgen die Pressechefs auch durch konsequent gepflegten Kontakt mit den Medien dafür, dass Politiker, Stars, Manager und Wissenschaftler – Sachverständige – öfters in Rundfunk und Fernsehen zu Wort kommen. Unbewusst berufen sich sowohl Journalisten als auch Buchautoren dabei auf das Bibelzitat: „Am Anfang war das Wort.“ – „Sie reden wie gedruckt.“ Denn sie ahnen, dass Reden und Schreiben mit einer schöpferischen Funktion verbunden ist. So können dann ihre Vorstellungen von den Hörern oder Lesern auch umgesetzt werden. Ganz deutlich ist das Phänomen bei Politikern und Lobbyisten zu beobachten, die mit vielen intelligenten Worten und autorisierter Logik die Interessen ihrer Lobby vertreten und sich geschickt in der PR- und Medienlandschaft bewegen. Dem ernsthaften Sucher nach der einen Wahrheit wird jedoch bald bewusst, dass vieles Sprechen und Dozieren alles andere als befreiend oder von irgendeinem besonderen Wert ist. Die Wahrheit selbst ist nicht auf Erden zu finden. Geschickter Lug und Betrug sind die plausibelsten Erfolgsmethoden im Kommerz. Laotse sagte unmissverständlich: „Schöne Worte sind nicht wahr. Und wahre Worte sind nicht schön.“ Denn alles auf der Erde ist Eitelkeit und Haschen nach Wind, bekennt der Priester im AltenTestament. Alles irdische Geschehen ist Maya, die Erscheinung ist in die Vergänglichkeit geboren, war schon den alten Indern eine bekannte Einsicht in das tägliche Überleben. Das kann sehr gut auch heute noch im Zusammenhang mit historischen, literarischen und journalistischen Machwerken  beobachtet werden.

Aber wie jeder aufmerksame Betrachter der Kommunikationsbranche erkennt, kann sich Niemand so ohne weiteres aus seinem kulturellen Lebenskreis heraus bewegen. Jeder benutzt selbstverständlich seine ihm bekannten Argumente, die von der existierenden Gesellschaft autorisiert sind, und die in dem Zusammenhang für seine Absichten förderlich sind. Aus Selbsterhaltung entstehen politisch anerkannte Rationalisierungen und Vereinfachungen bis hin zu missverständlichen Wortschöpfungen. Dabei wurden schon viele gute Gedanken sinnentfremdet, und dann durch Multiplikation in den Medien zu geflügelten Worten gemacht. Manchmal ist es einfacher und ungefährlicher, den Wahn zu vergrößern, als für die Realität eine Bresche zu schlagen.

Kommen wir zu unserem Zitat zurück: Im griechischen Originaltext steht im Johannesevangelium nicht der Begriff „Wort“ – in dem Sinne als Teil unserer Sprache oder eines Textes – sondern das griechische Wort: „Logos“.  Und Logos beinhaltet wesentlich mehr als eine sinnvolle Buchstabenfolge,  die ein Mensch aussprechen oder auf ein Papier drucken kann. Es handelt sich bei dem Begriff „Logos“ um eine umfassende Definition der sieben Kraftwirksamkeiten des ursprünglichen und unaussprechlichen Gottes. Es gibt esoterische Kreise, denen ist bekannt, dass die Wirksamkeit Gottes mit dem Heiligen Siebengeist einhergeht. Darum wird auch in der Kabbala gesagt: dass der unaussprechliche „Name“ Gottes 7 Buchstaben hat.

Auch hier wird vom Wissenden versucht, eine Wirkungsweise des erhabenen unbegreiflichen alles umfassenden Kraftfeldes allegorisch zu verdeutlichen, die für unser auf die Materie gerichtetes Denken unbegreiflich bleibt. Dieses an das stoffliche Bewusstsein gebundene Wahrnehmen sieht immer nur abgegrenzte Form neben Form, geschlossenen Körper neben Körper. Die Polarität der Gegensätze von Licht und Schatten und die physikalischen Begrenzungen bestimmen unser Wahrnehmen und dominieren unser Denken.
Selbst beim Beschreiben quantenphysikalischer Vorgänge bleiben die Erfahrungen des Nebeneinander verschiedener Wirksamkeiten, wie in der Mechanik, im Bedenken der Forschungen dermaßen dominant, so dass sie sich selbst bei der Definition zusammenwirkender Phänomene des Lichtes immer wieder von mechanischen Gesetzen leiten lassen, die in der körperlichen Physik üblich sind. So werden in ihren Berichten aus Kraftfeldern verständliche Modelle gebaut, wo festgestellte Strahlen sich überlappen, sich ergänzen, aufhäufen, summieren oder gegenseitig auslöschen. Die Weltsprachen sind allerdings über die Jahrhunderte zu kommerzialen Sprachen geworden, die absolut erforderlich waren, um Handelsgüter messen, wiegen und berechnen zu können

Hinter dem Begriff „Logos“ steht allerdings eine alles umfassende Einheit von 7 Kosmen, 7 Dimensionen und 7 mal 7 Kraftwirksamkeiten, die in dem und durch das alles umfassende Gesetz der isobaren Resonanz wirken, leben und schöpfen. „Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.“ Wer sich von allen der irdischen Physik entnommenen Vorstellungen befreien kann, in seinem tiefsten Inneren werden diese herrlichen Gedanken der grundlegenden Einheit widerhallen. Dann kann es auch sein, dass aus dieser Stimme das Bild der Rose aufscheint, das an einigen Stellen der religiösen Weltliteratur angedeutet wird. Welchen Namen diese Manifestation dort auch haben mag, sie ist ein komplexes Bild für das alles einschließende „Wort“ Gottes, den Logos.

Unsere gewohnte Denkweise arbeitet stets mit Bildern von Körpern, Teilchen und Korpuskeln. Dabei sträubt sie sich mit allen erdenklichen rückwärts gewandten Rationalisierungen und aus der Vergangenheit geborenen Vorstellungen längst verflossener Autoritäten gegen eine Welt der Kraftfelder, der Wellen des Lichtes, wie sie in manchen mystischen Berichten über göttliche Erscheinungen mittels symbolischer Bilder erwähnt werden. Wenn der moderne Mensch mit den autorisierten Begriffen seiner Wirklichkeit die Erklärungen nicht erfassen kann, dann werden sofort tausend Zweifel an ihrer Tatsächlichkeit laut. Das ist ganz natürlich, denn alle weisen Denker konnten ihre Symbole immer nur aus dem Bildervorrat entnehmen, den sie in ihrem Leben aus ihrem persönlichen sinnesorganisch erfassbaren Umfeld nehmen konnten. Und sie mussten es tun, weil sie nur auf der Basis dieser Bilder von ihren Zuhörern verstanden werden konnten. Dafür erzählten sie dann wundervolle Allegorien oder Sinnbeispiele, die für Ereignisse in einer allgemein gültigen Welt stehen, die nur und ausschließlich durch Vibrationen, Klängen oder Licht geschehen.

Auch die Manifestation der Materie ist nur eine besondere Energieform des elektromagnetischen Lichtspektrums, wie die Kernphysiker heute durchaus bestätigen werden.

„Am Anfang war der Logos.“ Aus ihm ist alles gemacht, was gemacht ist. Diese allumfassende Einheit enthält einerseits alle Ideale von Weisheit, Liebe, Harmonie, Gerechtigkeit, andererseits auch alle Kräfte, vibrierende Energie, das Licht, den Klang, die Gravitation, ja, das Werden und Leben aller Schöpfungen, Galaxien, Universen, Entitäten und Wesen in allen metaphysischen Räumen, natürlich auch aller Menschen, aller Mikrokosmen, Monaden oder Urtypen. Die Ideen des Logos erschaffen aus der „Materia Magica“, dem universalen Bewusstsein, reflektieren in dem ursächlichen Kraftfeld der Offenbarung, dem einen überaus strahlenden Licht des allumfassenden Bewusstseins, der höchsten Energie im All nach den Gesetzen der isobaren Resonanz die Herrlichkeiten seiner Offenbarwerdung. In diesen Kräften gibt es kein Nebeneinander und niemals ein Gegeneinander. Sie wirken und entfalten sich in einem stets fließenden Miteinander. Sie reflektieren und inspirieren sich untereinander und schaffen auf diese liebevolle Weise stetig absolut neue Möglichkeiten der göttlichen Weisheit und Barmherzigkeit.

Wenn Eva in der klassischen Mythe unter dem Baum der Erkenntnis auf Geheiß der Schlange Adam einen Apfel gibt, dann ist das nur im christlich kirchlichen Sinne der Sündenfall. Im gnostischen Sinn werden die symbolischen Figuren völlig anders gesehen. Adam stellt den aktiv-dynamischen Aspekt des Geistes und Eva das gebärende, hervorbringende Vermögen der universellen Alloffenbarung dar. Die Schlange der Weisheit inspiriert Eva, Adam den Schlüssel, das Symbol für den irdischen Evolutionssprung zu schenken: einen Apfel. Nun muss man im europäischen Kulturraum berücksichtigen, dass dort, wo diese Geschichte eigentlich zu Hause ist, in den Ländern um das Mittelmeer herum, wo sie also auch zuerst formuliert wurde, es sehr unwahrscheinlich ist, dass Eva dem Adam einen germanischen Apfel reichte. Viel eher wurde für diese Schöpfungs-Allegorie der Granatapfel verwendet. In diesem hohen allumfassenden Symbol für die Entstehung der Menschheit repräsentiert HVA (Eva) den weiblichen Aspekt des Seins, die Materie, und ADM die männliche Wirksamkeit, das universelle Bewusstsein, und der Apfel symbolisiert die zusammenwirkende Einheit von Kraft, Denken und Geschöpf.
Darum ist es ausgerechnet ein Granatapfel. Es geht hierbei keineswegs um gesunde Ernährung, oder ähnliches, wie jedem einsichtig sein wird. Vielmehr zeigt der Blick auf den durchgeschnittenen Granatapfel die Einheit zahlreicher Fruchtperlen, die sich aneinander fügen und wohlstrukturiert ein nahezu rundes Ganzes formen. – Hier haben wir das Symbol der Einheit aus der sich ineinanderfügenden Vielheit als ein leicht verständliches Bild aus dieser Natur. Es ist ein unglaublich treffendes Bild für die holografischen Strukturen der mikrokosmischen Offenbarung. Die schmackhaften roten Perlen im Granatapfel schmiegen sich aneinander und deformieren sich sogar teilweise dafür, damit sie alle zusammen als eine Gruppe die äußere nahezu runde Hülle lückenlos erfüllen können. Als materielle Partikel können sie sich nur anschmiegen, nicht durchdringen, wie es die holografischen Körper durchaus können.

Kraft, Licht, Raum und Leben durchwirken sich in höchster Energie mit Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zum absoluten Sein. Nur unser auf die irdische Natur ausgerichtetes Bewusstsein will für seine lange gezüchteten Definitionen überall Grenzen und Abgrenzungen sehen, sucht Differenzierungen und Unterscheidungen für Beurteilungen, für Bewertungen von besser, höher oder wertvoller. Dass dieses Denken für sportliche Aktivitäten durchaus sinnvoll sein kann, zeigt uns die Olympiade. Doch für einen realistischen Weg zu einem höheren Denken ist das physikalische Beurteilen und Analysieren selbst unserer Natur eine glatte Irreführung. Es wird heute sogar den physikalischen Forschern mittlerweile deutlich, sofern sie sich ein wenig über die Erkenntnisse in der Quantenphysik erheben und die Aussage voll akzeptieren, dass selbst die Materie definitiv Licht ist, wie Louis de Broglie es zu Beginn des 20. Jahrhunderts mathematisch formulierte.

Eigentlich ist das alles doch nur eine Frage des Erkenntnisstandpunktes. Natürlich ist der Mensch dieser Natur noch nicht eins mit dem universellen Bewusstsein, aber er ist keineswegs von ihm ausgenommen. Wäre die allumfassende Welt dieses Bewusstseins nicht prinzipiell mit dem Bewusstsein dieser Natur verbunden, so wäre eine Evolution zu höherem Denken unmöglich. Weil das ewige Licht auch in unsere Natur scheint, und dort mit allem Leben zusammenwirkt, kann sich jeder darauf ausrichten, damit es auch ihn zu neuen Erkenntnissen erhebt. Diese in der Praxis gelebte Ausrichtung auf die höheren Befähigungen des Bewusstseins, des Denkens und Wahrnehmens, ist die fundamentale Voraussetzung für eine wirkliche Erleuchtung. Erst dann kann das Energiefeld des anderen Reiches, des Reiches der überfeinstofflichen Vibrationen, die im Gehirn bereits angelegten Areale des Menschen zu ihrer Entwicklung stimulieren und dynamisieren. Damit kann und wird künftig ein total neues Wahrnehmen und Denken, ein völlig neues Erfassen der Geschehnisse unserer Natur möglich. Dem Menschen wird aus eigener Anschauung sein Lebensfeld in völlig neuen Dimensionen erscheinen. Dafür muss niemand einen anderen Planeten aufsuchen oder irgendeinen obskuren Platz im Jenseits erkämpfen.

Es wird sich dem neuen, völlig gesunden Wahrnehmen zeigen, dass die materielle Erscheinung der Natur sowie die eng damit verbundenen unteren Ätherschichten – die die indischen Philosophen bereits Maya nannten – und die Griechen mit dem bezeichnenden Begriff „ὔᴧἠ“ – hule belegten – nomen est omen, eben weil diese energiearmen Lebensfelder einem Wechsel von Geburt, Werden, und Vergehen, Tod, unterworfen sind. Die höheren Äther und die Astralis unterliegen einem beständigen Wandel, der permanenten Transformation. Wohingegen bereits in den oberen astralen Ansichten und in der Mentalis sich eine sehr lange Beständigkeit der Ideen- und Gedankengeschöpfe manifestiert. Die Offenbarungen in den folgenden metamentalen Kraftebenen bleiben in für den Menschen unvorstellbar lange Zeiten existenzfähig, so dass es aus unserer Sicht wie eine Ewigkeit erscheint. Diese Erfahrung ist keine Angelegenheit irgendeines Ortswechsels. Sie wird dermaleinst von den dafür reif gewordenen Mikrokosmen in künftigen Inkarnationen in dieser Natur, der heiligen Erde, erfahrbar werden.

Heute leben wir in der Welt, die sich durch unsere Wahrnehmungsart und unsere Denkparameter vor uns projiziert, also materiell, grobstofflich, korpuskulär. Schon der Mensch, dem die Gabe des ätherischen Hellsehens geschenkt ist, lebt in einer formgebundenen Welt der feinstofflichen Geschehnisse, die rein äußerlich der unsrigen Welt sehr ähnlich ist, aber keinerlei materielle Grenzen, Mauern oder dergleichen kennt. Alles ist erfahrbar, was mit den Begehren, Wünschen und Projektionen in Zusammenhang steht. Er sieht in diesen Bereichen viele für den grobsinnlichen Menschen unfassbare Ereignisse, die ihm keineswegs als irgendein Wunder vorkommen. In einem Bericht darüber zu normalen Sterblichen könnte er die Sachlage gewiss auf die eine oder andere Weise erklären, doch er wird meistens vom sozusagen normalen Menschen für „irre“ erklärt. Seine Aussagen werden prinzipiell mit dem Spott der in der euroamerikanischen Kultur allgemein verbreiteten Anschauung verleumdet. Darum werden sich auch solche Menschen aus dem Mainstream heraushalten, die von Natur aus schon astral hellsichtig sind. Obgleich bemerkt werden muss, dass gerade diese einzelnen Begnadeten bereits heute der Menschheit große und überragende Hilfe leisten könnten. Doch auch sie müssen sich bei der Veröffentlichung ihrer Ansichten mit einigermaßen wissenschaftlichen Erklärungen und Beweisen vor Diffamierungen schützen. Es ist verständlich, dass sich solche hellsichtigen Menschen unter geschützte Gruppen mischen, die sich mit religiösen Bestrebungen, Meditationen und Ritualen befassen. Prinzipiell ist es schon heute möglich, mit geeigneten Methoden zur mentalen Hellsichtigkeit zu kommen. Soweit die veröffentlichen Kenntnisse reichen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die mikrokosmischen Voraussetzungen dafür wirklich schon ausgebildet sind. Kommende Inkarnationen werden öfters mit diesem Talent begabt sein.

Wer nur etwas seinen Entwicklungsgang in diese Richtung hin einschlagen möchte, muss zunächst wissen, dass das mikrokosmische Wachstum in allem nicht automatisch abläuft. Auch die Gesamtentwicklung des Kosmos und der darin existierenden Wesenheiten und Mikrokosmen ist von den Bemühungen aller Menschen abhängig. Wie kann das bewerkstelligt werden? – Dafür muss sich möglichst jeder Mensch als erstes von den alten im stofflichen Denken verhafteten Ichstrukturen lossagen, die historisch gewachsenen Lebensprinzipien der Materie vergessen, und sich zweitens dem universalen Bewusstsein, dem Streben zum Logos zuwenden. Dann wird der Satz des Paulus Wirklichkeit: in der Christuskraft – das universelle Bewusstsein der Sonne – werden „alle, die IHN annehmen, die Kraft erhalten, wiederum Kinder Gottes, des universalen Bewusstseins, zu werden.“ Die unabänderliche Regel dafür steht in den Sätzen: „Liebe Gott über alles, mit deinem ganzen Herzen, mit deinem ganzen Haupte und mit deinem ganzen Gemüt. – Und: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Die isobaren Resonanzgesetze des Alls werden jedes Streben nach Heilbegehren in diesem Sinne unterstützen und für jeden geeigneten Mikrokosmos erfüllen. Wer seine eigenen Denk- und Wahrnehmungspotentiale erweitern will, der benötigt eine permanente Ausrichtung, einerseits ein beständiges Bemühen um das Loslassen der irdisch materiell orientierten Begierden und andererseits ein Hinwenden und Annehmen der ideellen Welten der holografischen Vibrationsmuster des heiligenden Bewusstseins.

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10. Der Wille oder das Begehren

Neben der «Freiheit» und der «Liebe» wird auch der «Wille» als eine selbstverständliche Eigenschaft von Göttern und  Menschen angesehen.

Viele Begriffe für das tägliche Miteinander sind im allgemeinen Sprachgebrauch über Jahrhunderte so selbstverständlich verankert, wie das AMEN in der Kirche. ohne Von einigen philosophischen Betrachtungen einmal abgesehen, interessiert das eigentlich niemanden wirklich, was mit diesen Begriffen nun ganz konkret gemeint ist. Wenn solche Worte, wie «Glaube, Freiheit, Liebe, Gott, Wille, Geist» etc. einmal ernsthaft nach ihrer tieferen Bedeutung gefragt werden, dann wird es schon problematisch. Jeder normale Bürger hat sich im Laufe seines Lebens seine eigene subjektive Vorstellung von den immer wiederkehrend gebrauchten Begriffen gebildet und sie in die mehrheitlich akzeptierten Weltmodelle integriert, die von den landläufigen Medien meist unbedacht publiziert werden.

Auch wenn vielfach der Satz ausgesprochen wird: „Ich will das jetzt!“ oder unter erlauchten Hoheiten der Hinweis : „Es ist Gottes Wille!“ gegeben wird, sollte die Frage gestattet sein: Kann der Mensch oder ein Gott so etwas wie den «Willen» besitzen oder über ihn uneingeschränkt verfügen, der doch wirklich keine substanzielle Qualität hat? Dass diese Eigenschaften einem herrschenden Menschen zugeeignet werden, gehört zu den ganz besonderen Phänomenen unserer Kulturentwicklung. Immer wieder wird die exakte Bedeutung unter Fachleuten und Philosophen kontrovers diskutiert. Philosophie und Religion können sich keineswegs einig werden, wie und wo der Wille in der Persönlichkeit verankert ist. Ein Journalist fragte einmal einen deutschen Politiker provokant: «Wo lassen Sie denken? » – Ähnlich könnte man jemanden fragen, der gerade seinen Willen vehement kund getan hat: «Wo und was ist das, Dein Wille? Woher kommt er?» – Sicherlich wird er dazu im aktuellen Geschehen keine wirklich erklärende Antwort geben wollen, selbst wenn er dazu geneigt wäre, denn er kann es nicht wissen. Was bleibt, ist die der verstärkten verbalen Akklamation: «Ich will es nun einmal so!»

Wer etwas genauer auf die Bedeutung «Ich will» hingeschaut hat, wird sich zunächst die Frage stellen, ob der Sprecher überhaupt schon mal weiß, wer oder was sein «ICH» ist, das sich hier mit einem eigenen Willen so machtvoll positioniert. Noch weniger wird dem Willenstyp klar sein, wer oder was in der Vermischung verschiedener Absichten und Kräfte des mikrokosmischen Systems tatsächlich über seine begehrte Aktion verfügt. Trotz oder gerade wegen dieser fundamentalen Problematik wollen wir hier im Rahmen der mikrokosmischen Weltsicht das Thema «Wille und Begehren» unter bislang unbedachten Perspektiven vorstellen. t?


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Dabei soll zunächst einmal der Frage nachgegangen werden: Warum ist gerade der vielfach deklamierte «freie Wille» ein derart stark emotional befrachteter Aspekt der Menschen, insbesondere unter Journalisten und Politikern der westlichen Demokratien?

In den heiligen Schriften aller Zeiten und Völker wird stets von einem überirdischen Willen, dem «göttlichen Willen» gesprochen. So steht z.B. im Neuen Testament die Aussage: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe, o Herr.» Oder «Es geschehe nach Deinem Willen…“. Vergleichbare Aussagen können auch in den Veden bzw. der Bhagavat-Gita oder den Upanishaden gefunden werden. Nach Mohammeds Aussagen, die später einmal im Koran versammelt wurden, geschieht beim Islam ohnehin alles nach Al-lahs – Gottes Willen. Aber auch im fernen China sind sich die Menschen der Leitung durch eine höhere göttliche Wesenheit ständig bewusst, die einmal den Kosmos erschaffen hat. Hier, in diesem Zusammenhang, mag der Begriff «Wille» für die überphysische göttliche Schaffensdynamik mit aus prinzipiellen Überlegungen angebracht zu sein. Doch auf der menschlichen Ebene müsste man bei genauem Erwägen der diversen Kraftströme, in die Welt und Menschheit eingebettet sind, doch einmal in Frage stellen dürfen, ob der irdische Mensch so selbstverständlich über ein eigenes Aktionspotential verfügt, das man «eigener Wille» nennen kann, wie es unbestimmt im täglichen Miteinander verwendet wird.

Vielleicht sollte man dabei auch einige damit zusammenhängende Dogmen überdenken, die als Eckpfeiler des modernen Denkens über die antiken Philosophien bzw. Kosmologien bei den modernen Bürgern der westlich christlichen Zivilisationen so zwingend geworden sind. Es wird heute als völlig selbstverständlich hingenommen, dass einige unbestimmte Werte und menschliche Eigenschaften das soziale bzw. gesellschaftliche Geschehen regeln und beeinflussen, die von der freiheitlichen autonomen Persönlichkeit ausgehen. Dabei spielt der Wille eine ganz eklatante Rolle, dieses spezielle Aktionspotential des selbständigen europamerikanischen Individualisten. Dass insbesondere mittelalterliche Potentaten im Orient oder reiche Oligarchen im Raum der ehemaligen Sowjetunion für ihre Machtentscheidungen gerne diesen Begriff verwenden und ihre Untertanen an fauchen: «Hier geschieht alles, so wie ich es will!» wird als völlig natürlich hingenommen. Doch gerade dann, wenn starke, emotional aufgeladene Aggressionen den Raum ausfüllen, ist die Frage eines Kenners der Psychologie wohl berechtigt, wessen Absicht mit diesem «Ich will» nun wirklich zum Ausdruck gebracht werden soll.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Kraftfelder im Kosmos und den darin regierenden Asuras bzw. Äonen unter dem Firmament, kann von jedem Menschenleicht erkannt werden, dass gerade die Fürsten, Könige und sonstigen Herrscher und Größen dieser Welt total abhängig von ihren Landes-Äonen bzw. Archonten – oder Dschinns – handeln und entscheiden müssen. Diese Fürsten unter dem Himmel (Paulus) sind die wahren Bestimmer über vieles, was auf Erden geschieht – im Großen wie im Kleinen. Wer da sagt: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe!», bekennt seine Realität mit der eindeutigen Abhängigkeit zu einer übermenschlichen Größe. Dabei ist im Augenblick nicht zu unterscheiden, ob diese metaphysische Überschattung nun einem guten Gott oder einem unguten Wesen im Jenseits zugebilligt wird:

Jeder Mensch wird aus den unstofflichen Lebensfeldern gelebt.

Die Kerndynamik aller Kosmen und Mikrokosmen liegt in der Astralis, dem dritten Kraftfeld von insgesamt sieben Feldern (Siehe Kapitel 5. Der Mensch ein Mikrokosmos). Im Gedächtnis der Astralis werden alle Intentionen, Begierden, Absichten, Wünsche, Gelüste, des Zorns, Hasses, alle Flüche und alle Bitten für die physische Selbsterhaltung gesammelt. Gleichermaßen werden im kosmischen astralen Feld der Erde diese emotionalen Bewegungen und Äußerungen aller Menschen kumuliert gespeichert und auch permanent auf die Menschheit wieder zurück gespiegelt. Das bedeutet, dass alle Gefühlsausbrüche – egal in welcher Richtung, positiv oder negativ, – isobar resonant mit den aktuellen Aktivitäten aus dem Jenseits verstärkt beantwortet werden.
Will man also diesem Thema einigermaßen gerecht werden, darf man sich nicht in den über Jahrtausenden entstandenen naturwissenschaftlichen Theorien und philosophischen Feststellungen antiker «Autoritäten» und deren Interpreten verheddern. Darum richten wir die Aufmerksamkeit wiederholt auf die ganz einfachen Lebensvorgänge und Wechselwirkungen im Mikrokosmos und auf alles, was ihn sonst noch dominiert.

Ein einfaches Bild aus den Pyrenäen kann dabei helfen, das innerliche Geschehen etwas plastischer zu machen: Die Bartgeier, eine besonders prachtvolle und durchaus clevere Vogelart, die in den höchsten Berggipfeln kreisen, haben eine praktische Methode gefunden, um Knochen, die für sie zum Verschlingen zu groß sind, zu zerkleinern. Sie nehmen den großen Knochen in ihren Schnabel und fliegen mit ihm so 50 bis 60 Meter hoch und lassen den Knochen dann aus dieser Höhe auf einen ihnen bekannten Felsenabschnitt fallen, wo er überschaubar dann in einzelne kleine Teile zerbricht. Jetzt können diese problemlos von den Geiern verschlungen werden.

Zur Erläuterung der vorliegenden Gedanken stellen wir bei dem Bild als erstes fest: wenn der Bartgeier den Knochen fallen lässt, dann will der Knochen nicht nach unten fallen. Der Knochen wird, er muss fallen, weil er in das Kraftfeld der Erdanziehung eingebettet ist. Darum zieht ihn sein eigenes Gewicht unwiderstehlich nach unten bis auf den Widerstand, den vom Bartgeier ausgesuchten Felsen. Jeder Betrachter wird bestätigen können, der Knochen fällt nicht, weil er es will, sondern wegen der Schwerkraft.
Als zweites, der Bartgeier ergreift den Knochen, fliegt mit diesem Teil im Schnabel in die Höhe. Von einer bestimmten Höhe aus lässt der Bartgeier den Knochen auf die ausgewählte Stelle fallen. Hier wäre die Frage berechtigt: «Will der Bartgeier das?» – Oder benutzt dieser diese Methode nur darum, weil er es so von seinen Eltern gelernt hat? Jeder Verhaltensforscher wird bestätigen, der Bartgeier tut es «instinktiv», weil er es so von den anderen Bartgeiern gelernt hat und ohne dieses Verfahren nicht überleben würde.
Dann entspräche sein Handeln auch nicht seinem Willen, schon gar nicht einem «freien» Willen. Diese Handlung dient der Befriedigung seiner Notdurft «Hunger» – also Fressen, Nahrungsaufnahme zur Energiegewinnung. Das muss jeder Bartgeier täglich tun, damit er und seine Jungen in der wilden Landschaft der Pyrenäen überleben können. Also ist diese Handlung nicht die Aktion von einem «eigenen Willen» im allgemeinen Sinn des Wortes, sondern nur die Folge der natürlichen, lebensnotwendigen Bedürfnisse, auch wenn hier eine äußerst raffinierte Methode eingesetzt wird, Diesem astralen Vorgang würde ein Psychologe eher den Begriff «Begehren» oder «Begierde» zuordnen.

Viele Vorgänge im menschlichen Zusammenleben lassen sich in Struktur und Dynamik auf dieses Beispiel reduzieren. – Wenn man ohne subjektive Überbewertungen die menschlichen Handlungen und Ambitionen besonnen im Detail betrachtet, wird man feststellen: Die meisten Handlungen und Aktionen der Menschen können ohne Weiteres mit dem beschriebenen Beispiel verglichen werden. – Zahlreiche, wenn nicht gar alle menschlichen Handlungen, die mit dem Gedanken, «das wollte ich» begleitet werden, sind ein lebensnotwendiges «Befolgen-Müssen» oder ein «instinktives Re-agieren» aufgrund diverser natürlicher Bedürfnisse, Begehren oder anderer sogenannter «Sachzwänge» des täglichen Daseins, die sich aus dem komplexen Zusammenspiel aller systemrelevanten Kräfte ergeben haben.

Vor Jahren wurde zum «willentlichen» Handeln eine interessante wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt: In einem neurologischen Institut wird ein Proband an ein hochempfindliches EEG (Elektroenzephalogramm) angeschlossen, das insbesondere die feinsten elektrischen Ströme jener Hirnareale überwacht, die in diesem Falle mit der Armbewegung und dem rationalen Denken in Verbindung gebracht werden. Nun wird dem Akteur vom Leiter der Forschungsgruppe gesagt, er solle den Arm heben. Daraufhin hebt der Proband seinen Arm. Mit dem EEG wurden dabei die feinsten Veränderungen aufgezeichnet, die bei dieser Aktion in den Nervenzellen geflossen sind. Bei diesem übrigens mehrfach durchgeführten Versuch konnte signifikant ermittelt werden, dass sich der Arm hebt, bereits Millisekunden bevor der Mensch gedacht hatte, er «will» den Arm heben! – Also der Gedanke: «Ich will den Arm heben», entstand eigentlich erst nach dem Beginn der durchgeführten Handlung. Darum wurde von den Forschern die Frage gestellt: Wer oder was hat gehandelt, bevor der Kandidat «gewollt» hat? – Ist das, was wir «Wille» nennen, letztlich nur eine rückwirkende mentale Rationalisierung einer Dynamik auf einer anderen, unstofflichen Ebene? Die Absicht der Forscherteams wurde vom Probanden mit dem konkreten Begehren «Arm heben» beantwortet. Die elektronische Überwachung realisierte diesen Vorgang, dargestellt in einem Oszillographen. Die Aufzeichnungskurve wurde vom Forscherteam interpretiert. Es wurde festgestellt: Erst setzte die Bewegung und dann, also zeitversetzt, folgte die nervliche Aktion.

Befassen wir uns vorübergehend mit den allgemein anstehenden philosophischen Diskussionen unserer Zeit. Vom alten kartesianischen Leib-Seele-Dualismus wollen heute übrigens die modernen Psychosomatiker nicht mehr viel wissen; doch im modernen Gewand der wissenschaftlichen Feststellungen über Gehirn und Bewusstsein versteckt sich bei vielen Neurologen und Psychologen trotzdem immer noch die blasse Gestalt eines kalten Dualismus, selbst wenn sie sich als Monisten und Identitätstheoretiker darstellen. Die immer wieder erneut diskutierte Frage nach dem freien Willen ist heute noch höchst brisant. Frau Susan Blackmore ist Gastdozentin an der University of the West of England in Bristol und forscht vor allem auf dem Gebiet der Meme und der Memetik, der Evolutionstheorie, des Bewusstseins und der Meditation. Blackmore selbst bekennt in ihren Darlegungen mehrfach, dass sie selbst – den Willen – für eine Illusion hält. In einem Interview mit anderen Wissenschaftlern driften die Antworten der Gesprächspartner in Bezug auf den «Willen» ebenfalls weit auseinander und ähneln mehr «Glaubensbekenntnissen» als wissenschaftlichen Aussagen: „Ja, er ist eine Illusion . . ., aber er fühlt sich sehr real an.“ oder „Die schnelle Antwort lautet, dass ich mein Gefühl der Freiheit für ein ursprüngliches, natürliches Gefühl halte.“ – „Wahrscheinlich nicht.“ – „Mir bleibt keine andere Wahl, als an den freien Willen zu glauben!“ – „Der bewusste Wille ist gewissermaßen ein Epiphänomen.“ – „Vielleicht ist er eine Illusion, aber wenn man an die Illusion glaubt, ist es ja, wie wir alle wissen, keine mehr.“ – Selten ist ein schlichtes «Ja», häufiger liest man: „Ja. Ja, ich sollte vielleicht «Jein» sagen . . .“.

In der aktuellen philosophischen Diskussion über die Willensfreiheit zeigt sich, dass – psychologische Verfeinerungen hin, neueste Hirnforschung her – weiterhin die traditionelle Differenz zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit besteht. Bei der Sichtung aller philosophischen Betrachtungen über den Willen kommt man sehr bald zu der Erkenntnis, dass es für die Begriffe «freier Wille» oder «Willensfreiheit» wirklich keine allgemein anerkannten Definitionen gibt. Es muss dabei auch unzweifelhaft festgestellt werden, dass es keine konkreten Definitionen oder Qualitätsbeschreibungen dieser so benannten menschlichen Aktion gibt, die eine derartige Sinngebung des «Willens» begründen würde. Es ist doch ungeheuer interessant, dass der Wille als solches für jedermann eine selbstverständliche Qualität des eigenen Seins ist, obgleich konkret gesagt, niemand weiß, nicht einmal die naturwissenschaftlichen Fachleute genau wissen, was der Wille im Menschen eigentlich ist und wo er im Körper oder der Psyche seinen Platz hat.
Dabei sollte man jedoch ganz klar vor sich sehen, dass alle Menschen – Wissenschaftler oder Philosophen nicht ausgenommen – von dem sie umgebenden gesellschaftlichen Kontext und den sie beherrschenden Dogmen und Lebensanschauungen geprägt sind. Der Mensch sieht und erfährt was ihm seine Vorstellungen einspiegeln. Er denkt, was er glauben darf, was unter die anerkannten naturwissenschaftliche Parameter fällt. Alles andere bleibt bei seinen Untersuchungen absolut ausgespart. Diesem international akzeptierten Denkmodell entsprechend, erklären sie in ihren umfangreichen Betrachtungen menschlicher Regungen natürlich auch den Begriff «Wille» oder «freier Wille». Diese fallen im Rahmen ihres subjektiven Settings äußerst unterschiedlich aus, je nach dem, was von der Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen sind, auf breiter Basis akzeptiert wird.

Umgangssprachlich versteht man selbstverständlich unter «freiem Willen» oftmals etwas ganz anderes als im juristischen oder im psychologischen Sprachgebrauch. So kann man auch konstatieren: der «Wille» ist nur eine zusammenfassende Definition für bestimmte selbstbehauptende Ansprüche eines Menschen, die seinen Begehren, Begierden, Wünschen oder Habsüchten Ausdruck verleihen. Diese zielgerichteten Intentionen – meistens zum Schutz persönlicher Vorteile oder politischer Herrschaftsansprüche – bekommen dann, wenn es für die massive Überzeugung in einer argumentativen Interpretation gegen anders laufende Interessen notwendig erscheint, den überhöhenden ideellen Anstrich «Wille» oder nochmals potenziert «der Wille des Volkes» und als höchstes autorisierendes Siegel «der Wille Gottes» aufgedrückt.

Schon bei dem Wort «Wille» wird je nach Situation und Kulturkreis etwas anderes gemeint:

  • bloße Lebensaktivität, aufgefasst als Lebensdrang;
  • emotionale Notwendigkeiten auf der Basis von Mangelerscheinungen,
  • sexuelle und andere physische Begierde;
  • das Vorhandensein einer Neigung, eines inneren Sehnens oder Begehrens;
  • das innere Wunschpotential drängt zur Aktivität;
  • das impulsive Begehren, aus Neugierde, Habsucht oder Gier;
  • das Verfolgen von persönlichen Absichten, das Anstreben von idealen Zielen humanitärer, karitativer, kultureller oder politischer Art, etc.;
  • das notwendig erscheinende Umsetzen einer persönlichen Entscheidung in die Tat auf der Basis von speziellen Überlegungen und/oder gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Die Diskussion um einen beschränkten, determinierten oder unbeschränkten, indeterminierten Willen sind spekulative Beschäftigungen in einem philosophischen Elfenbeinturm weit über jede nachvollziehbare Wirklichkeit hinaus.
Bei einer neutralen sachlichen Rückschau auf die vielfältigen Zusammenhänge von Kräften, Bewusstseinsdimensionen und Gedächtnisstrukturen in unserem Lebensraum – die ausführlich in den vorhergehenden Kapiteln erläutert werden –, frei von allen sonstigen eigensinnigen Emotionalitäten, kommt man eigentlich zu einem recht fatalistischen Schluss:

«Der freie Wille ist in Wahrheit nur eine Illusion!»

In der natürlichen Polarität dieser Welt wird dem Menschen gerne die Wahlmöglichkeit zwischen Licht und Schatten als eine menschliche Freiheit vorgegaukelt. Da der Mensch aber stets von ihm unbekannten Faktoren bestimmt wird, die in dem empirisch naturwissenschaftlichem Weltbild keinen Platz finden, ist selbst diese angenommene Wahlmöglichkeit nur ein Hinterher-Reagieren. Meistens haben die den Menschen führenden Kräfte aus seinem Mikrokosmos oder die diesen begleitenden Wesen aus dem Jenseits bereits entschieden, was für ihr Überleben wichtig und gut ist. Da dem Menschen die Zusammenhänge seines Daseins entgehen, weil er die unstofflichen Kraftfelder seines Mikrokosmos und im Kosmos (Jenseits) ignoriert, erscheint es ihm so, als würde er selbst frei entscheiden können. Jedoch entbehrt er dabei jeder Freiheit. Das Dilemma ist noch etwas größer, als es zunächst aussieht, weil die allgemeine Verabredung aller demokratisch geschulten Menschen zur Willensfreiheit und die Interessen der Äonen bei diesem Thema kumulieren, kann der Mensch nichts anderes Denken. Das ist eine spezielle Art der Gehirnwäsche, die auch in anderen Themengebieten gerne angewendet wird. Je mehr ein Mensch die Zusammenhänge mit den Kräften des Äthers, der Astralis und der Mentalis in seinem Mikrokosmos erfassen kann, desto mehr kann er auch einsehen, dass sein Leben von zahlreichen Faktoren dominiert wird. In diesem Zusammenhang wäre der Roman von Johann Amos Comenius zu empfehlen: «Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens».
Müssen jetzt alle Menschen zu Fatalisten werden, für die sich die ganze Welt nach einer göttlichen oder dämonischen Vorsehung dreht? – Zu Beginn der Aquariusperiode ist unzweifelhaft die Zeit gekommen, über diesen Gesichtspunkt ausführlicher nachzudenken, und in die allgemeine Weltanschauung neue Eckpfeiler für den Handlungsspielraum der menschlichen Entscheidungen zu setzen. Dabei bleibt es allerdings nicht ausgeschlossen, einige tradierte Tabus aus ihren in jeder Kulturepoche erneut eingemauerten Verankerungen zu reißen.

Das Matriarchat wurde einstmals vom Patriarchat abgelöst, so schreiben es J.J.Bachofen in «Das Mutterrecht» und Erich Neumann in seinen ausführlichen Studien zum Genderthema. Das menschliche Treiben und Begehren hat seit 2000 Jahren seine Dimensionen und Machtstrukturen oberflächlich nach Wort und Methode wohl verändert, jedoch ohne wirkliche Änderung der fundamentalen Grundprinzipien von Egozentrik und steter Ausbeutung der Unterprivilegierten, wie ausreichend in den Geschichtsbüchern aller Kulturen dokumentiert wird. Die Aquariuszeit bricht jedoch der Menschheit im Laufe der Zeit ein neues Tor, durch das ein weiter Blick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter möglich wird. Die harmonische Kohabitation zwischen Mann und Frau ist dann allerdings noch keine gelebte Wirklichkeit. Diese vor allen Menschen liegende Evolutionsstufe führt noch über einige gewaltige, von der Archaik und den davon abhängigen Äonen effektiv verteidigte Hindernisse. Die auf gigantischen Grundmauern fest errichteten Wände aus Tradition und Dogmatik verbauen allerdings einigen der herrschenden Köpfe aus den klassischen Religionen in Ost und West ein ehrliches und wahrhaftiges Nachdenken über die kosmische Zukunft unseres Planeten. In vedischen Kosmologien werden die Schöpfungskräfte wohl immer männlich-weiblich dargestellt, z.B. Krishna und Radha, Shiva und Durga. Jedoch scheinen diese göttlichen Vorbilder nicht wirklich von vielen Männern des einfachen Volkes autorisiert zu werden. Die maskuline Dominanz ist in der aktuellen Wirklichkeit der indischen Religionen kaum zu übersehen, die Frauen werden vielerorts immer noch misshandelt und ausgebeutet.

Im Tao Teh King schreibt Laotse:
«Wer seine männliche Kraft kennt und doch weibliche Sanftmut bewahrt, ist das Tal des Reiches.
Wenn er das Tal des Reiches ist, wird ihn die immerwährende Tugend nicht verlassen,
und er wird zurückkehren zu dem natürlichen, unkomplizierten Zustand eines Kindes.
Wer sein Licht kennt und doch im Schatten bleibt, ist das Vorbild für das Reich.
Ist er das Vorbild für das Reich, dann wird die immerwährende Tugend in ihm nicht versagen,
und er kehrt zurück zum Endlosen.» Kapitel 28.

Der Mensch ist also, wie in den Veden bereits angedeutet, dazu verpflichtet, in sich die maskulinen und femininen Komponenten seiner Kraftstrukturen ebenbürtig zu entfalten. Das heißt doch, dass ein Mensch nur dann in einer harmonischen Linie mit der Evolution gefunden wird, wenn er diese in ihm per Schöpfung angelegten komplementären Ansichten erfassen kann, und dann mit aller Kraft diese auch in einem harmonischen Zusammenleben umsetzt. Diese gleichberechtigte, ebenbürtige Kohabitation von Mann und Frau gilt es vor einer nur ansatzweisen Freiheit der eigenen Entscheidung zu verwirklichen. «Nur wer sich selbst überwindet, ist stärker als jener, der eine Stadt einnimmt.» Es stehen also noch ziemlich große Hürden vor den Menschen, bevor sie sich irgendwie mit einer Art von «freiem Willen» schmücken können.

Seit einem Jahrhundert befindet sich die Menschheit und der ganze Kosmos in einer unbändigen, nicht aufzuhaltenden Entwicklung. Diese wird zum Bedauern vieler Erkenntnistheoretiker von kosmischen Strahlungsveränderungen gesteuert, die nicht von einem menschlichen Begehren (Willen) oder den existenziellen Bedürfnissen (Willen) ihrer Äonen abhängig sind. Man möchte jubelnd zustimmen: es entfaltet sich aus und in der herrlichen Schöpfung in großer Liebe und Barmherzigkeit unabänderlich eine von den Monaden bewusst gelenkte Evolution zu einem höheren Sein aller Menschen, Lebenswellen und Kosmen, uneingeschränkt nach reich und arm bzw. nach feminin oder maskulin. Dabei gibt es keine Bevorzugung einer Klasse, einer Rasse oder eines von Gott ausgewählten Volkes. Zu allen Zeiten waren und sind die Aktionen aller Wesen im Universum immer nur Re-Aktionen auf beständig fließende Kräfte, In-formationen in den höheren Kraftfeldern ihres Kosmos, deren Absichten und Ziele für den Makrokosmos, von den Monaden im Universum der Allschöpfung bestimmt werden.
Dennoch steht für den physischen Menschen auf der Erde in unserer Zeit eine alles entscheidende Möglichkeit offen, die auch sein persönliches Leben in der materiellen Bedingtheit in eine friedliche Richtung führen kann: es ist die Art seiner Intentionen, die Art seines Lebensziels. Gelenkt von seiner persönlichen Achtsamkeit und Ausrichtung auf die Zusammenhänge mit den metaphysischen Lebensfeldern, von seinem sensitiven Gespür für ätherische und astrale Bewegtheiten im eigenen Mikrokosmos und in seinem Umfeld, können im Menschen neue, unerwartete Entscheidungen erkannt werden. In der tiefen Überzeugung oder Glauben, dass sein Leben in ein dynamisches Feld von bewahrenden Kräften seiner Monade eingebettet mit großer Sicherheit dem ihm gebührenden Lebensziel zustrebt, wird dann eine völlig andersartige Lebenshaltung ausgelöst. Es entfaltet sich ein über alle bipolaren Konflikte hinausreichender Magnetismus seines Mikrokosmos für eine friedvolle Zusammenwirkung mit seinem Umfeld. Dann wird eine so andere Lebenshaltung entstehen, wie es sich zur Zeit nur wenige europamerikanischen Selbstverwirklicher vorstellen können.
Natürlich werden, können und wollen wir den Begriff «Wille» oder die Worte «ich will» nicht aus dem aktiven Wortschatz der Völker ausradieren. Das würde sich vorerst niemals machen lassen. Sie, die Menschen, und gerade die omnipotenten Darsteller/innen und Meinungsmacher werden das Wort immer wieder dort benutzen und kraftvoll energisch einsetzen, wo sie sich gegenüber sich selbst oder gegen andere Agitatoren vehement verteidigen müssen. Aber eines wird immer deutlicher: Vor allem verteidigen sie damit das weit verbreitete Wahnbild, sie wären als Persönlichkeit die selbständigen autonomen Akteure ihres Daseins. Das sind sie ihren Äonen unter dem Himmel seit Jahrtausenden schuldig, von denen sie sich schon seit Urzeiten ohne eigenes Wissen abhängig gemacht haben. Man denke dabei nur an «JHWH», den rächenden Gott des Alten Testamentes, von dem Moses in der Genesis berichtet.

Im persönlichen Erlebniskreis, in Familie und Beruf, ist das Willenselement sehr direkt mit dem meist kräftig artikulierten Patriarchat verbunden. Mittlerweile setzen auch emanzipierte Frauen oft genug ihren femininen Willen geschickt in Politik und Wirtschaft mit weiblichem Gespür für ihre Vormacht durch. Meistens ist der Willensanspruch – auch der Frauen – jedoch nur eine Aktion der Tarnung, damit das unbewusst von Innen kommende Drängen nicht erkannt werden kann. Mit der Aussage: «Ich will das!» wird schnell der Tarnmantel der Unversehrtheit über eine persönliche Verletzlichkeit gezogen, die auch gerne von den Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel beansprucht wird, damit ihre fragile Herrschaft im Jenseits nicht erkannt werden kann.

Vorsichtig beschrieben steht jeder Mensch unablässig in einem sehr stark vorgeprägten größeren Konzept des Werdens, das von der allgemein verbreiteten Meinung allerdings geflissentlich übersehen wird. Bei allen Kraftfeldern, die den Mikrokosmos durchströmen, erscheinen die Absichten und Ziele vorherbestimmt zu sein. Sie liegen in einer interkosmischen Evolution, zu der Charles Darwin nur die Phase der körperlichen Evolution beigetragen hat. Darum erklären die Theosophen – und alle esoterischen Ableger –, in Anlehnung an die indische Vedanta-Philosophie, eine stete «geistige Entfaltung» zu einem höheren Menschen. Auch die meisten physiophilosophischen Autoren in den USA, Indien oder Europa (Aurobindo, TM, Ken Wilber, Michael Murphy, George Leonhard, Krishnamurti, Teilhard de Chardin u.a.) sowie die Anthroposophen vertreten eine mehr oder weniger kontinuierliche Entwicklung des Menschen zu einem undefinierten «Übermenschen». Aber kann es – ja, darf es im Leben der Welt eine Automatik der Entfaltung geben? Sri Aurobindo und seine Anhänger streben mit gezielten Meditationen zum «Supramentalen Bewusstsein», um bei dieser kosmischen Weltentwicklung mitzuwirken.

In unserer Welt ist allerdings eine kontinuierliche Weiterentwicklung der transpersonalen Felder im Mikrokosmos nur dann möglich, wenn der entsprechende Magnetismus dafür auch aus den Wesen, aus den Persönlichkeiten heraus aktiv gefördert wird. Ohne eine konkrete und ausdauernde Hinwendung zur kosmischen Evolution mit einer intelligenten Abwendung von einer rein materiellen egoistischen Selbstverwirklichung wird niemand in der eigenen Entwicklung weiter kommen können. Diese Umwendung nannte man zu Jesu Zeiten «Buße». Damit war eigentlich nie eine Verachtung der stofflichen Selbstentfaltung mit allen gesellschaftlichen und karmischen Notwendigkeiten gemeint, auch keine buddhistische Begierdelosigkeit oder hinduistische bzw. kirchliche Askese.
Beschäftigen wir uns dafür mit dem Bild aus dem «Advaita-Vedanta» von «Shankaracharya». „Wesentliches Charakteristikum ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele. Der wahre Atman gilt als durch Maya, durch Illusion, verschleiert und das Ziel des Menschen ist es, die Identitäten von Atman und Brahman zu erkennen. Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, einerseits diese kosmische Einheit und andererseits die Trennung in der irdischen Maya zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo „avidya = Unwissenheit“ herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung (nur wenn der Mensch sich dafür öffnet) und damit zur Befreiung, moksha.“ (aus Wikipedia)

Es gibt ein beständiges Werden und Begehren nach Leben im ganzen All, das spürt jeder, das weiß jeder, und jeder normale Mensch sagt dann: «Das oder jenes will ich». Doch es ist ein Begehren, eine Art Ersehnen, ein Magnetismus, das Ergänzen eines Mangels, das Auffüllen eines Vakuums durch beständigen Stoffwechsel über verschiedene Kraftebenen nach dem isobaren Resonanzgesetz. Ken Wilber artikuliert dafür sehr ausführlich recherchiert das von ihm so bezeichnete «ATMAN-Projekt». Ein weiser Mensch sagte einmal: «Gott, Brahman, ist die All-Liebe, das Währen ist seine Macht.» Durch die Betrachtungsweise mit den halbwahren Vorstellungen und der dadurch entstandenen falschen Identifikation des wirklichen Lebens mit der Materie, mit den uns sinnesorganisch umgebenden Erscheinungen, «Maya», haben sich in allen Lebenslagen verzerrte Begriffsstrukturen und darauf aufgebaute Denkmodelle ausgeprägt und eingebürgert.
Darum fällt es selbst in diesem Rahmen schwer, die geeigneten Worte zu finden, um dem starken Willensmenschen zu erklären: «Niemand hat einen freien autonomen Willen, das ist alles nur Einbildung. Aber in jedem besteht eine Entscheidungsinstanz, eine Art Schalter, mit dem jeder seine Achtsamkeit und Intention auf eine andere Lebensweise, auf den fundamentalen Lebensrhythmus im All, umschalten kann! Diese Haltung kann jeden und damit die Welt verändern, wenn man müde geworden ist, immer selbst die Welt bewegen zu wollen oder zu müssen.»

Dieses teleologische Konzept ist eine besonders eingängige Methode, um die Äonen, Dschinns oder Daevas im okkulten Jenseits zu entkräften. Darum wird und kann es nirgendwo in den gängigen Medien oder im Internet publiziert werden und die Pädagogik trichtert bedauerlicherweise seit 2000 Jahren allen Kindern und Jugendlichen ein, das jeder alles erreichen kann, wenn er nur wirklich will. Das ist die Mohrrübe, die dem Esel auf den Kopf gebunden wurde, damit er immer im Kreis herum trabt. Für Napoleon war es der Marschallstab in jedem Tornister seiner Soldaten, die für seine Machtansprüche auf den Schlachtfeldern gefallen sind.

Es existiert – um mit Shankara zu sprechen –, eine Welt des Brahman, des absoluten Seins, eines universalen Bewusst-Seins und der Glückseligkeit, es ist die Lebenssphäre der Monaden. Zarathustra oder Zoroaster nannte diesen höchsten Gott Ahura-Mazda, die universale Weisheit, das Offenbarungsfeld zu Beginn aller Zeiten, den Logos, Tao, Brahma, das bedeutet die höchste absolute Weisheit und die höchste Schöpfungsenergie. Diese oder ähnliche Definitionen finden sich für die absolute Offenbarung allen Seins auch in anderen heiligen Religionsbüchern. Aus der Urmonade entstand eine Kaskade von Emanationen der gleichen Schöpfungsidee. Zahllose Monaden verwirklichen die vielfache Reflektion des Logos, des TAO, im Universum. Im Makrokosmos und im Kosmos bis zum Mikrokosmos mit dem Menschen werden alle Wesen und Entitäten von ihren Monaden in einem großen Bogen der Evolution bis zur Vollendung geführt.
Dafür besteht in jedem Wesen ein Begegnungspunkt mit seiner Monade, aus dem die Impulse für die Weiterentwicklung das Bewusstsein erreichen. Im Menschen nennt die indische Philosophie diesen Brennpunkt mit der Monade «Atman», die Ewige Philosophie kennt das «Uratom», wie es auch in der Gnosis bekannt ist, die Christen wissen vom «eingeborenen Sohn, dem Jesus», Mani nannte ihn die «Perle in der Lotusblüte». Nun sagt uns u.a. Christus, Laotse oder Caitanya, die Menschen werden sich im aktuellen Entwicklungszyklus hier auf der Erde, mit ihrem aktuellen Gegenwartsbewusstsein, mit ihrem inneren Begehren den Impulsen aus ihrer Monade anschließen, sich in ihrem Leben täglich auf die mikrokosmische Evolution ausrichten, Dann können alle diese ausgerichteten Menschen mit der astralen Entwicklung in ihrem Mikrokosmos die Alleinheit im Kosmos erfahren. Auf dieser Basis wird sich dann auch die Mentalis weiter entwickeln, und solche Menschen werden dann prozessmäßig an der kosmischen Mentalis Anteil erhalten. Nur dann entfalten sich vor den neuen Sinnesorganen völlig neue Einsichten in die Weltzusammenhänge, die weit über die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Kernphysik und der Astrologie hinaus führen. Die spirituelle Evolution wird zur Basis und Sinn des künftigen Daseins in der Welt. Der Begegnungspunkt mit der Monade, der «eingeborene Sohn», Jesus, wird Christus-Jesus, ein Sohn des kosmischen Sonnenlogos, wenn der Mensch sich in seinen kommenden Inkarnationen stets auf diese Verheißungen aktiv ausrichtet. Nur – und das sollte das bis hier Dargestellte zur Erkenntnis beitragen – das, was Shankaracharya oder Caitanya den Menschen vorschlägt, kann der Mensch nur mit einem umgewandelten Willen (Buße im obigen Sinne), einem freiwilligen Dienen für die Evolution des Kosmos Erde erreichen.

Hinter dem menschlichen «Willen» treibt in dem triebhaften Begehren zur körperlichen Selbst- und Arterhaltung die Angst vor der endgültigen Vernichtung, dem physischen Tod. Dieser Verlust der ach so geliebten materiellen Person ist eine der größten unerklärbaren Fiktionen. Dieses unabwendbare Tor als eine notwendige Durchgangsstation für das himmlische Weiterexistieren einer Seele zu erklären, ist leider der größte Irrwahn der Äonen. Durch diesen Fehlschluss hat sich sehr viel Unheil über die Menschheit ausgebreitet, und vor allem kumuliert dadurch seit Jahrtausenden unvorstellbarer, astral-mentaler Unrat im Jenseits des irdischen Kosmos.

Aufgeweckt durch das monadische Gedächtnis im erwachenden Herzen kann der Mensch auf einer neuen Ebene seine kosmischen Zusammenhänge erfassen. Er wird damit auf sein kommendes mental-bewusstes Dasein aufmerksam gemacht. Nach endlosem Scheitern all seiner Willensanstrengungen und den damit verbundenen Odysseen müde geworden, wird der Mensch nach vielen Erfahrungen zu einer völligen Umgestaltung seiner Lebenshaltung kommen. Im aufrichtigen Bedenken der neuen Einsichten wird er den aktuellen Auftrag für Mikrokosmos und Kosmos annehmen. Die notwendige Einsicht in die erdgebundenen Verpflichtungen – also die liebevolle Neutralität allen irdischen Sensationen gegenüber – und das Begehren nach Erlösung von allen irdischen Vergangenheiten, lässt ihn aufstreben zu den erahnten Gefilden eines höheren Denkvermögens. Das ist sozusagen die Voraussetzung, die Chance für die Veränderung von aller Willkür, von den ungezählten Auseinandersetzungen in Religion und Weltanschauung, von den kriegerischen Machtgefechten um irdische Vorteile und allen damit verbundenen menschlichen Grausamkeiten im Namen eines herrschaftlichen Willens. Alles Sein strebt, angefeuert von den kosmischen Kräften, den irdischen Göttern Brahma, Indra, Jehova, Krishna, Vishnu, Allah, Ahura Mazda, usw. zu diesem Scheidepunkt, an dem durch die Erkenntnis der Seifenblase, genannt Maya, das Erfassen und Bedenken in eine total andere, nirwanische Realität eingehen wird. Sie gleicht einer gedankenlosen Stille, weil in diese heiligen Gefilde kein einziger Gedanke mehr hinreicht. Diese Grenze der Mentalis ist die unüberwindliche Schallmauer aller esoterischen oder theosophischen Alleswisser und der spirituellen Vorwärtsdenker, die von keinem Willen oder Bedenken erklommen werden kann. An dieser Schwelle zerschellen alle alten, längst verbrauchten Willen zur Einweihung oder Gedankenmodelle zur Erleuchtung.

Bedauerlicherweise haben die falschen Einstellungen zu den konkreten Aktionsmöglichkeiten des Menschen erheblich dazu beigetragen, dass zahllose Irrlehren entstanden und sich unvorstellbare Wahngebilde in unserer Atmosphäre entwickelten, in denen die Scheinwelten des materiellen Daseins zu einer unbezwingbaren Realität hochstilisiert werden. Nirgendwo ist jemand gefunden worden, der außerhalb der über 2000 Jahre alten Philosophie und der im antiken Griechenland geborenen Naturwissenschaften im vorherrschenden Materialismus eine Weiterentwicklung anstoßen konnte, die die Menschheit von der Ausbeutung der sozial Schwachen zugunsten einiger Reichen und den dafür erforderlichen Kriegen befreien konnte.
Trotz großartiger, vielfach interpretierter Friedensreligionen in Orient und Okzident haben die menschlichen Brutalitäten rund um den Globus in starkem Maße zugenommen, als wären gerade Mord und Totschlag das höchste Leitbild in der Werteskala berühmter Staatenlenker. So übernehmen weiterhin die Leitbilder unserer Gesellschaft, die «Autoritäten der Zeit», die Politiker, Wissenschaftler, Sachverständigen, Professoren und Journalisten, Stars und Fußballer unreflektiert den Auftrag der Äonen und Archonten, um möglichst alle Menschen in ihren Bann zu ziehen, in Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge mit den unstofflichen Kraftfeldern der Schöpfung.

Wem wird es einmal geschenkt, in seinem selbstbewussten und oft hochmütigem Streben zu erfassen, dass die heutigen Meinungsbildner alle zu einem „Zauberlehrling“ geworden sind, der selbst noch nicht seinen Meister oder Dschinn gefunden hat? – In den langen Jahren der Auflösung des Mikrokosmos im Jenseits und dann in einer folgenden Inkarnation werden die Irregeführten erneut vor diese inneren Erfahrungen gestellt, allerdings ausgestattet mit einer im Jenseits aktualisierten Einsicht über die konkreten Realitäten im Langzeitgedächtnis, der Lipika. Darin liegt die Chance einer veränderten Grundhaltung gegenüber seinen Mitmenschen und der Natur, eventuell auch eine Chance für den weiteren Fortschritt der Menschheit auf dem Bogen der Evolution.

In den sieben Kraftfeldern des Seins leben zur Zeit ca. 7.5 Milliarden Menschen mit einer Wachstumsrate von ca. 40 Millionen jährlich. Durch die von der irdischen Natur und von Menschen geschaffenen Gesetze werden sie hin- und her-bewegt, stoßen gegeneinander, ziehen eine Weile miteinander und lassen sich wieder los. Die Materialisten, Idealisten, Nihilisten, Existenzialisten, Atheisten und viele andere Gruppierungen können keine sinnvolle für alle gültige Richtung im menschlichen Leben anbieten, weil sie wie auch immer irgendeinen Gesichtspunkt in den komplexen Zusammenhängen übersehen. Viele Gläubige der großen Religionen denken bei ihren Opfern in Tempeln oder auf Altären mehr an ein individuelles, erfolgreiches und gesundes Weiterleben, als an eine gemeinsame Befreiung aller Menschen aus der Knute der materiellen Gefangenschaft. Für viele verläuft das Dasein in einem überschaubaren Kreislauf zwischen Beruf, Hobby und Familie, das von einem «Existenz-Sicherungs-Müssen» gekennzeichnet ist. Die etablierten Bevölkerungsschichten pendeln genussvoll zwischen einem komfortablen Hin- und Herstreben ohne Sinn und Ziel, darum leben sie vielfach «just for fun» und mit jedem Risiko. Dabei darf sich keine gesellschaftliche Verpflichtung ihren Willensansprüchen in den Weg stellen. Hauptsache der Adrenalin-Kick kann möglichst lange erlebbar sein. Danach – nach dem physischen Tod – ist sowieso alles aus – oder die «Seele» kommt in den «Garten Eden» – , so denken heute viele junge Menschen der westlich orientierten Zivilisation, weil in ihrem Weltbild die materielle Ansicht dominiert.

Die Entwicklung der Menschheit gleicht vorerst bei den zahllosen Anstößen aus den verschiedensten Ebenen eher einem «quer, hin und her, und gegeneinander» als einem kontinuierlichen Wachsen. Erst wenn die Menschen für das höhere Bemühen um die Transfiguration der Erde innerlich reif gestoßen wurden, wenn die Monade in ihnen eine konkrete Stimme bekommen hat, können sie dem magnetischen Ziehen sinnvoll folgen. Der Mensch wird seinen egoistischen Eigenwillen verlieren und über zahllose leidvolle Erfahrungen zu einem neuen Erwachen geführt. In einer aktiven Abwendung von der stofflichen Omnipotenz kann er aufmerksam gegenüber den unstofflichen Bewegungen in der Welt einem inneren Impuls nach einer höheren Bewusstheit folgen. Solange allerdings noch der Magnetismus aus der niederen astralen Welt im Mikrokosmos vorherrscht, solange noch der Tumult des Willens in der Selbsterhaltung und Machtentfaltung auf den Börsen der Finanz- und Kommerzspiele das Dasein erfüllt, wird vorerst kein anderes Begehren im Bewusstsein erklingen können. Ist allerdings dieses Feuer in den alten astralen Gedächtnissen einmal erloschen, kann eine neue Dimension des Begehrens nach einer höheren Lebenswelt aufklingen. Erst wer diese Möglichkeiten ehrlich und korrekt in sich erfassen kann, erkennt auch, dass nur durch die neuen Einflüsse aus den höheren Lebensfeldern der Monade sich eine total andere Weltanschauung entwickeln, eine sinngebende Weltsicht entstehen wird.

Bei der dann möglich werdenden Zusammenschau aller wirkenden Kräfte kann der Mensch ohne Probleme bekennen:

Es ist bis jetzt nirgendwo auf Erden ein konkreter eigener freier Wille gefunden worden.

Zumindest nicht in der Form, wie es von den meist starken Männern und autonomen Frauen in den Medien, in Wissenschaft und Literatur artikuliert wird. Alle, die ihr ganzes Leben lang etwas „gewollt haben“, werden von Kräften geführt, die in ihrem Unterbewusstsein herrschen. Gerade die charismatischen Verwirklicher «ihrer Vorhaben» stehen unter der Überschattung einer ihnen unerkennbaren Vorstellung, die von einem kräftigen Äon aus dem Jenseits geschürt wird. Dieser benutzt die armen «willensstarken» Menschen, um seine Ernährung und die seiner übergeordneten Schmarotzer sicher zu stellen. Bei allen Heldentaten in den niederen Gefilden, bei allen Bergbesteigungen, Eroberungen und Schlachten, bei allen Geniestreichen der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft ist der sichtbare Erfolg nur das Mittel zum Zweck, der ätherisch-astralen Fütterung der resonanten Schemen des Jenseits. Also alles das, worauf der erfolgreiche Held so stolz ist, und wofür er auf Erden seinen Applaus und seine Auszeichnungen, Pokale, Goldmedaillen bekommt, dient ausschließlich dafür, dass bei diesen Aktivitäten der von ihm in seinem «Eigenwillen» egoistisch polarisierte Strom ätherischer, astraler und mentaler Kräfte die ihn begleitenden Äonen im Jenseits erreicht.

Damit diese Ernte der erhaltenden Kräfte von den Äonen und Archonten immer wieder ungestört vorbereitet und eingebracht werden kann, dürfen und sollen die Menschen das bedauerliche Geschehen nicht wahrnehmen können. Zur Tarnung werden alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen. Eine ausgesprochen erfolgreiche Methode besteht darin, dem Menschen permanent seinen ihm «eigenen freien Willen» zu suggerieren. Der sogenannte «freie Wille» ist in diesen Zusammenhängen nur ein Begriff für ein definitives Begehren, für eine Sehnsucht, die durch das Bedenken im Verstand eine rationelle Dimension verabreicht bekommt. Diese Rationalisierung eines unbewussten Begehrens, das durchaus einem völlig anderen Bezugsrahmen entnommen wurde, verbirgt allerdings den faktischen Inhalt des ursprünglichen Antriebs zum Handeln. Entweder sind es die planetaren Kräfte und ihre Ableger, die sich im Atemfeld des Mikrokosmos, im aurischen Wesen tummeln, oder es sind die niederen Begierden nach Nahrung, Sex, Betäubung oder Drogen, die den Menschen seine Kraftakte machen lassen. Aber auch der normale Wissensdurst über die materielle Natur, das unstillbare Reisefieber, das Verlangen nach Schnelligkeit, und vor allem nach Reichtum und Macht stacheln den Menschen an. Damit das alles in den gesellschaftlich genehmigten Rahmen oder der «Political Correctness» hineinpasst und keine unerwünschten Verletzungen des Standes oder der Ehre geschehen, werden diese Impulse in vernünftige Argumente verpackt, die dann mit dem Willen des Mannes oder einer energischen Frau rhetorisch geschickt ausgesprochen und juristisch perfekt durchgesetzt wird. Deutlich spürbar werden dabei besonders Befürchtungen vor ungeschriebenen Gesetzen einer dominierenden Gruppe, eines Standes oder des beherrschenden Clans. Von dieser subversiven Angst leben nicht nur Advokaten, sondern auch entsprechende Gruppengeister in den unstofflichen Gefilden der irdischen Sphäre. Allerdings haben sich zu allen Zeiten diese Geschöpfe im Jenseits äußerst raffiniert getarnt, damit der Mensch bei seinem Erfolgserlebnis für die wahren Beweggründe seines egoistischen Handelns blind gehalten werden kann.

Trotz alledem hat die Aquariuszeit im Rahmen der kosmischen Zyklen heute bei vielen Menschen und Gruppen weltweit ein esoterisches Interesse an okkulten Erkenntnissen und jenseitigen Erlebnissen geweckt. Gleichzeitig sind aktuell wieder die Phänomene der Naturgeister und Engel kräftig in Mode gekommen. Es finden sich bereits zahlreiche Gruppen und Initiativen zusammen, die ihr Leben mit all seinen Ereignissen, Erfolgen und Misserfolgen in ein magnetisches Wechselspiel von Kräften eingebettet erfahren oder empfinden, in einem resonanten Austausch von Erfassen und Bewerten, von Empfangen, Umwandeln und Weitergeben. Die leitende Kernkraft entspricht in ihrem Wesen dem Hunger, dem Begehren nach Kräften für ein weiteres Wachstum im kosmischen Zusammensein.
In diesem komplexen Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der irdischen Lebenssphäre sind zahllose Entitäten wirksam, die in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden können. Bereits 800 Jahre n.Chr. spricht Shankaracharya vom Kleinod der Unterscheidung. Nur der Mensch, der über dieses innere Wissen verfügt, vermag die falschen Götter und Daevas von den notwendigen Naturgeistern oder Devas zu unterscheiden. Hier sollte nur noch einmal betont werden, dass das gesamte menschliche Leben zusammen genommen ohne Frage unser unvorstellbar großer Lebensbereich ist, in dem zahllose Felder die Ereignisse lenken, auch Kraftströme aus der göttlichen Natur, die über die Monaden in den Kosmos und die Menschen hinein wirken.

Erinnern wir in diesem Zusammenhang noch einmal an die Kraftkaskade: Aus dem höheren Kraftfeld, dem Allbewusstsein, geht ein Impuls zur nächst niederen Ebene und von dort zur folgenden und so weiter bis in die letzte Offenbarungsstufe. Bei uns auf Erden ist dies die Materie. Dabei wird der Impuls als Kraftwirkung von hoher Energie zu niederer Energie stets beantwortet, isobar reflektiert. Darum spricht ja vieles für den Begriff Spiegelsphäre. Die Resonanzen kommen melodisch von oben nach unten und steigen als Antwort von unten nach oben auf.

Angesichts dieser Weltsicht bleibt die Ansicht von Gustav Meyrink unangefochten bestehen:

„Wen beschleicht da nicht der Verdacht, dass unendlich vieles, was uns «einfällt» und uns zu Handlungen bewegt, die zu begehen oder zu unterlassen
wir uns Herren dünken, völlig fremden Ursprungs ist? In dem indischen grandiosen Epos «Die Baghavad-Gita», das ausführlich über Yoga spricht,
wie wohl kein zweites Buch, heißt es:
«Jedwede Tat, die hier geschieht, geschieht nach dem Naturgesetz.
‚Ich bin der Täter dieser Tat‘ – ist selbstgefälliges Geschwätz!» –
Schade, dass dieses Werk nicht in den Schulen gelesen wird. Der Gewinn für die heranwachsende Jugend wäre wahrhaftig größer als der durch Lektüre der Ilias beabsichtigte.“
(Zitat aus «Die Verwandlung des Blutes» von Gustav Meyrink)

 

 

Weitere Informationen siehe: ⇒ Freiheit des Denkens

Fortsetzung im ⇒ folgenden Kapitel

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