7.0 Diverse Einflüsse auf die Wahrnehmung

7.1 Wahrnehmung von Menschen mit sensorischen Mängeln

Wie ist es nun aber, wenn einem Menschen ein Sinnesorgan fehlt oder eines nur eingeschränkt arbeitet?
Die Welt der Menschen mit sensorischen Mängeln ist gewissermaßen verarmt, eben um diesen Teil, den sie nicht wahrnehmen können. Wesentlich für die Betrachtung der Wahrnehmung ist dabei die Unterscheidung zwischen angeborenen Mängeln und den durch Krankheit oder Unfall erworbenen Mängeln. Der seit seiner Geburt total Farbenblinde hat meistens kein Farbengedächtnis und ihm fehlen die mit den Farbwahrnehmungen verbundenen psychologischen Erlebnisse.
Ebenso hat der von Geburt an Taube meistens kein akustisches Gedächtnis. Musik verschafft dem hörfähigen Menschen einige der zwingendsten Wahrnehmungserfahrungen, die dem Tauben nicht zugänglich sind. Dem Blinden fehlt jegliche Erfahrung unserer sehr stark auf visuellen Reizen aufgebauten Welt.

Diese Menschen sind jedoch in beträchtlichem Ausmaße fähig, derartige Defekte über andere Wahrnehmungsbereiche zu kompensieren.

So kann z.B. ein Blinder sein Tastgefühl und sein Gehör bis zu einer Leistung sensibilisieren, die für den Normalsichtigen nahezu unerreichbar ist. Es bleiben aber immer einige Aspekte der Wahrnehmung, wie das Erfassen ausdrucksstarker und affektiver Qualitäten von Farben und Tönen, die nicht voll kompensiert werden können. Die aus esoterischer Sicht bekannten Wahrnehmungen werden von den visuell und akustisch Behinderten verstärkt erlebt.

Über dieses Thema sind zahlreiche ausführliche Studien angefertigt worden, um mit Behinderten ihren Ansprüchen gemäß arbeiten zu können, die hier allerdings nicht zitiert werden sollen,


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn mir bitte zu. ⇒ Vielen Dank.


7.2 Wahrnehmung des Kindes

Eine andere Wahrnehmung ergibt sich auch, wenn der Mensch nur perinatale oder postnatale Erfahrungen hat. Obwohl jeder einmal diese Phase durchleben musste, kann man sich nur schwer im einzelnen daran erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt. Obwohl jeder einmal diese Phase durchschritten hat, kann man sich nur schwer im einzelnen erinnern, wie anders ein Kind seine Welt wahrnimmt.
Als erstes beeinflusst die Körpergröße des Kindes die Wahrnehmung seiner Umwelt. Die Welt der Erwachsenen ist für ihre Durchschnittsgröße und ihre Bedürfnisse konstruiert. Der «niedrigere Standpunkt» des Kindes lässt viele Dinge größer und imposanter erscheinen. Auch nimmt es Gewichte von Gegenständen schwerer wahr als ein Erwachsener. Die Welt des Kindes hat (in räumlicher und zeitlicher Hinsicht) einen geringeren Umfang.

Die Anzahl von Gegenständen oder Ereignissen, die gleichzeitig aufgefasst werden können, ist kleiner. Ebenso ist die Dauer der Aufmerksamkeit kürzer.

Die Wahrnehmung des Kindes ist auf das Erfassen der Hauptzüge seiner Umwelt gerichtet, dabei werden viele Einzelheiten übersehen. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass die Größenkonstanz und andere Konstanzphänomene für das Kind nicht in gleicher Weise gelten wie für Erwachsene.
Das Kind neigt eher dazu, seine Umwelt animistisch wahrzunehmen, d.h. tote Objekte werden mit Gefühlen und Absichten belebt. Die Ausdrucksqualitäten von Gegenständen oder Ereignissen spielen in der Wahrnehmung eine relativ große Rolle. Wo ein Erwachsener diese als «subjektive» Faktoren gewöhnlich wenig beachtet, können diese «subjektiven» Ausdrucksqualitäten die Wahrnehmung des Kindes völlig für sich in Anspruch nehmen.

Man könnte nun meinen, die Wahrnehmungswelt eines Kindes ist durch diese andere Wahrnehmungsgestaltung beschränkt. Das wird jedoch durch andere Werte mehr als kompensiert. Gerade der Mangel an Objektivität und „Realismus“, verbunden mit der Empfänglichkeit für Ausdrucksqualitäten, erhalten der kindlichen Welt Frische und Spontanität. Hier brillieren Intuition und Erfindungsgabe, solange, bis die Erwachsenen-Erziehung sie erstickt hat.

 

7.3 Kultureller Einfluss auf die Wahrnehmung

Da die vorangegangenen Erfahrungen des Menschen seine Wahrnehmung stark beeinflussen, ist es selbstverständlich, dass die Menschen verschiedener Rassen und Kulturen ihre Umwelt entsprechend unterschiedlich wahrnehmen. Manche Kulturen unterscheiden sich z.B. sehr stark nach der Anzahl der verschiedenen Varianten innerhalb einer Gegenstandsklasse, die beim Erfassen unterschieden werden können. Bei der Wahrnehmung eines Gegenstandes oder einer Person steht es jedem offen, welchem Aspekt er seine Aufmerksamkeit schenkt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade zwischen verschiedenen Kulturen eine ganze Reihe Unterschiede hinsichtlich des Wahrgenommenen ergeben.

 

7.4 Wahrnehmung und Drogen

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage:
Welche Wahrnehmungsänderungen treten bei psychischer Krankheit oder bei Einnahme von Halluzinogenen oder anderen Drogen auf?

Als sicher kann angenommen werden, dass jede Einnahme von Medikamenten, von Alkohol, von Nikotin u.a. unterschiedlich stark die Wahrnehmung beeinflusst. Vor allem im Hinblick auf die «Fahrtüchtigkeit» von Kraftfahrzeugen wird immer wieder auf diese gravierenden Veränderungen hingewiesen. Eine ausführliche Erläuterung all dieser Erscheinungen würde jedoch den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Ich will mich hier darauf beschränken, einige Phänomene optischer Halluzinationen nach der Einnahme von «bewusstseinserweiternder» Drogen zu beschreiben.

Optische Halluzinationen sind ein Privileg der symptomatischen Psychose. Der Psychiater beobachtet sie überwiegend beim Delirium, in der Alkoholpsychose und anderen toxischen Psychosen, etwa bei Überdosierung gewisser Medikamente, bei Pilzvergiftungen u.a.. Die besten Auskünfte über das Wesen der optischen Halluzinose erhält man jedoch aus den experimentellen Psychosen, die durch sogenannte Halluzinogene oder Psychotica beim Menschen willkürlich steuerbar hervorgerufen werden können. Unter den z.Zt. bekannten Halluzinogene sind die klinisch wichtigsten Haschisch, Mescalin, Lysergsäure-Diäthylamid (LSD-25) und Psilocybin.
Von der Art des verabreichten Mittels und der Höhe der Dosis abhängig, kann der rauschartige Zustand der experimentellen Psychose 5 – 12 Stunden andauern. In der Regel klingt er von selbst wieder ab. Die experimentelle Psychose ist für die psychopathologische Forschung von besonderem heuristischem Wert, weil bereits während der Intoxikation und – wegen der erhaltenen Erinnerung – erst recht danach, Erlebnisschilderungen von größter Prägnanz und Eindringlichkeit gewonnen werden können. (ausführliche Berichte über LSD-Therapien bei Stanislav Grof, «Topografie des Unterbewussten») Eine gewisse Objektivierung ist schließlich durch die zeichnerischen und malerischen Darstellungen der in der Psychose erlebten Visionen und Halluzinationen möglich. Die Bilder führen in die Gesichtserscheinungen des Rausches und in die Welt der psychisch übersteigerten Affekte: der plastischen und akustischen Erinnerung vergangener Erlebnisse bis zurück in perinatale Begebnisse, der lustvollen Hingegebenheit in Fantasiewelten, starken spirituellen Erfahrungen der Ganzheit des Makrokosmos, seltener auch der Angst vor Phantomen, der depressiven Verlassenheit oder der gespannten Aggressivität in der ganzen Weltbevölkerung. Oft werden diese Sensationen mit verfremdeten und verunstalteten insektenartigen Wesen bevölkert, die vielfach an Darstellungen der Fantasiewelten erinnern.

Im Selbstversuch mit Halluzinogenen wurde beobachtet, dass mit zunehmender Wirkung des Toxins eine Intensivierung der optischen Erlebnissphäre einhergeht und sich die Phänomene langsam von den äußeren Sinneseindrücken abheben, um mehr und mehr einer intrapsychischen optischen Reizproduktion Platz zu machen. Zwischen den Exponenten prägnanter Außenwahrnehmung und übersteigerter Innenproduktion optischer Erscheinungen in Form leibhaftiger Halluzinationen liegt ein breiter Bereich vielfältiger «Trug»-Wahrnehmungen, in denen sich beide Formen optischen Erlebens miteinander mischen oder überlagern. Marihuana z.B. kann in einen Zustand führen, in dem Farben ganz «unrealistisch» leuchtend erscheinen. Der Zeitsinn ist derart stark verändert, dass selbst die einfachste Handlung subjektiv enorm lange dauert. Haschisch bewirkt in seiner natürlichen Verbindung eine Intensitvierung der sinnlichen Wahrnehmung, regt die Fantasie an und dämpft die Bereitschaft zu zielgerichtetem Denken. Die spontane Assoziationsfähigkeit nimmt in großem Umfang zu.

Ähnliche Erfahrungen zeigen sich auch bei der Einnahme von Meskalin. Die Erlebnisse der wenigen Menschen, die unter Beobachtung Meskalin genommen haben, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Die Fähigkeit, sich zu erinnern und folgerichtig zu denken, ist nur wenig, wenn überhaupt, verringert.
  2. Visuelle Eindrücke sind sehr verstärkt , und das Auge gewinnt einiges von der unbefangenen Wahrnehmungsweise der Kindheit wieder, in welcher das durch die Sinne Wahrgenommene nicht sogleich und automatisch dem Begriff untergeordnet wurde.

Meskalin verleiht allen Farben erhöhte Stärke und macht den Wahrnehmenden unzählige feine Abschattungen bewusst, für die er zu gewöhnlichen Zeiten völlig blind ist. Es hat den Anschein, dass für den allumfassenden Geist die sogenannten sekundären Merkmale der Dinge primäre sind, … er fühlt offenbar, dass Farbe wichtiger und der Beachtung mehr wert ist, als Zahl, Lage und Größe.

  1. Das Interesse für Räumliches ist verringert .
  2. Das Interesse für die Zeit fällt fast auf den Nullpunkt .
  3. Obgleich der Verstand unbeeinträchtigt bleibt und das Wahrnehmungsvermögen verbessert wird, erleidet die Entschlussfähigkeit eine tiefgreifende Veränderung zum Schlechteren.

Wer Meskalin nimmt, fühlt sich nicht veranlasst, irgend etwas im Besonderen zu tun und findet die meisten der Zwecke, für die er zu gewöhnlichen Zeiten zu handeln und zu leiden bereit war, äußerst uninteressant. Er «kann sich nicht mit ihnen abgeben, aus dem guten Grund, dass er über Besseres nachzudenken hat.» (Aldous Huxley, Die Türen der Wahrnehmung)

Über die Auswirkungen auf die Wahrnehmung nach Einnahme von Psilocybin berichtete G. Wasson:
«Dann kam es mir vor, als hätten sich die Wände des Hauses aufgelöst und mein Geist sich in die Luft erhoben… Die visionären Bilder waren nicht verwischt oder undeutlich. Im Gegenteil, die Umrisse und Farben waren so ausgeprägt und scharf, dass sie mir wirklicher vorkamen als alles, was ich bisher in der Natur gesehen hatte. Ich spürte, dass ich erst jetzt klar sehen konnte, während unser gewöhnliches Sehvermögen uns nur eine unvollkommene Ansicht der Gegenstände vermittelt.»

1943 entdeckte A. Hofman bei Versuchen die Wirkung von LSD 25. Er beschrieb seine Selbst-Wahrnehmungen:
«Objekte veränderten sich optisch, ich konnte mich nicht konzentrieren… Bei geschlossenen Augen überschwemmten mich phantastische Bilder von außerordentlicher Plastik und intensiven Farben…» Nach sechs Stunden: «Die optischen Verzerrungen waren immer noch sehr ausgeprägt. Alles schien zu schwanken und keine festen Dimensionen zu besitzen, wie Zerrbilder auf einer bewegten Wasseroberfläche … Besonders auffallend war, dass alle Geräusche in visuelle Empfindungen umgesetzt wurden, so dass jeder Ton und jedes Geräusch ein dementsprechendes Bild erzeugten.» (siehe Synästhesie Anm.d.V.).

«LSD vermittelt durch eine sinnliche Erfahrung die Erkenntnis der Relativität unserer gewöhnlichen Auswertung von Sinnesinformationen, indem es uns mit einer Fülle von qualitativ neuen Informationen überschüttet. Die außerordentliche Wahrnehmungsfähigkeit, verbunden mit dem Abbau der kategorisierenden, kanalisierenden Funktionsweise der Wahrnehmung und des Denkens, erfordert eine Korrektur unserer Vorstellung von der Wirklichkeit und ermöglicht eine Erweiterung des Wissens über die Wirklichkeit. Die LSD- Erfahrung macht deutlich, dass wir auch in «normalem» Zustand die Welt nicht sehen , wie sie ist, sondern wie wir sind, wie unsere Nervensysteme und unsere Individualgeschichte es erlauben». (R. SteckeI)

Gerade diese letzte Aussage bestärkt die in den vorangegangenen Kapiteln wiederholt aufgeführten Hinweise, dass die Wahrnehmungsorganisation dem Menschen nur eine sehr individuelle Gestaltung der empfangenen Sinnesreize vermittelt, die von den sensorischen und psychologischen Qualitäten seiner Person und seinen damit verbundenen Vorstellungen und Abberationen (Abweichungen) abhängig ist. Somit nehmen wir prinzipiell die uns umgebende «Wirklichkeit» nicht in voller Objektivität wahr. Die Wahrnehmung der Menschen und Tiere ist so von der Natur ausgerichtet, dass sie sich in einer dreidimensionalen Umwelt zum physischen Selbsterhalt (Fressen, Kämpfen oder Flucht) und Arterhalt orientieren können. Sie ist zusätzlich geformt von den historischen und kulturellen Einflüssen der sozialen, politischen, finanziellen und religiösen Weltereignisse, in denen wir leben.

Dass dadurch einseitig konditionierte Nervensystem wird von den Halluzinogenen in unterschiedlicher Weise und Stärke entkonditioniert und somit für das Angebot vielfältiger Reize von außen und innen zugänglich gemacht, die es normalerweise unterschlägt. Mehr dazu im folgenden Kapitel:
Die menschliche Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtspunkten: Kapitel 8.0

7.5 Nachwort allgemeine Wahrnehmung

Der Bereich «Wahrnehmung» umfasst eine Vielzahl interessanter Interaktionsmechanismen zwischen den biologischen Gegebenheiten der Sinnesorgane und den psychologischen Situationen des betrachtenden Menschen. Will man jemanden kennen lernen, so ist man auch darauf angewiesen, seine Wahrnehmungen zu beobachten und zu untersuchen, denn nur so kann man erfahren, in welchem Rahmen er seine persönliche Welt erfassen kann, die für ihn seine wahre Welt ist.

Die Beschaffenheit der stofflichen Welt setzt sich zusammen aus dem, was der Mensch mit seinen fünf Sinnesorganen wahrnimmt, was er fühlt, mit seinem Verstand denkt und sich mit Hilfe seines Vorrates an Bildern in seinem Gedächtnis vorstellt. Diese Weltanschauung wird von ihm als die für jeden spezifisch eigene «Welt» empfunden, sie ist Jedermanns eigene Wahrheit. Nach dieser als total wahr angenommenen Weltanschauung richtet sich sein Verhalten und wiederum seine Wahrnehmungsgestaltung. Doch kann damit alles über das menschliche Sein bestimmt werden? Wer bedenkt, dass mit der Wendezeit schon im vergangenen Jahrhundert von einigen Autoren der Gedanke an die feinstofflichen Beeinflussungen der Menschen beschrieben wurde, wird erstaunt sein, wie wenig sich davon in den Kreisen der westlich-christlich oder islamisch orientierten Menschheit in der Allgemeinbildung manifestiert hat.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verband Mme H.P. Blavatsky die indische Mythologie – mit der Reinkarnations- und Karmalehre – mit der westeuropäischen Philosophie und der christlichen Religion. Dabei wurden auch die spiritistischen Erkenntnisse und die okkulten Zusammenhänge der unstofflichen Kraftfelder in Kosmos und Mikrokosmos auf breiter Basis vorgestellt. Einige ihrer Zeitgenossen, z.B. G.S. Mead, G.I. Gurdijeff, P.D. Ouspensky, C.W. Leadbeater sowie Elivas Levi haben u.a. tiefgreifende Einsichten der immateriellen Seiten des Lebens und Wahrnehmens wahrgenommen und beschrieben. Dieser Trend setzte sich bei zahlreichen modernen Autoren fort. Die umfassenden Schriften von Rudolf Steiner, der den Kreis der Anthroposophen gestiftet hatte, zeugen in seiner weitreichenden Geisteswissenschaft von den komplexen anthropologischen Einsichten in das Werden des Kosmos und des Mikrokosmos. Dieses geistige Erwachen entwickelte sich auch bei einigen indischen Gelehrten sowie den Rosenkreuzern in Amerika und Europa weiter.

In der Zeit nach 1900 wurden im Westen bahnbrechende Erkenntnisse großer Psychoanalytiker gemacht, wie z.B. durch S. Freud, C.G. Jung, A. Adler und. E. Fromm. Hinzu kam die vorwiegend materialistisch orientierte Reiz-Reaktionstheorie allen Lebens durch Iwan Petrowitsch Pawlow in Russland, worauf sich dann in Folge der amerikanische Behaviorismus zu voller Blüte entwickelte. Der kommende neue Mensch stand bereits um 1920 visionär vor Jan van Rijckenborgh und Max Heindel. Die Ägyptologen sprechen davon, dass die Zeitrechnung, die architektonisch in der großen Pyramide von Gizeh verschlüsselt eingemauert wurde, im Jahre 2001 zu Ende gegangen sei. Die esoterisch-okkulten Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden am Nil und der mexikanischen Pyramiden von Teotihuacán wurden durch ausgiebige Forschungen sowie Maßanalysen von Axel Klitzel entschleiert.
Neue Verbindlichkeiten für das menschliche Leben aus den unstofflichen Gegebenheiten wurden besonders durch amerikanische Forscher  der Psychologie entdeckt und umfassend mit zahlreichen Fallstudien belegt. Dazu zählen auch die Nahtoderfahrungen, erforscht von R.A. Moody, oder die LSD-Therapie von St. Grof, die Jenseitskontakte (spiritistische Sitzungen mit Fletcher) mit Verstorbenen von Arthur Ford, sowie die Erforschung des mexikanischen Schamanen Don Juan von C. Castaneda, die Experimente mit dem Samadhi-Tank von J. Lilly und die Jenseitsreisen von Robert A. Monroe und das Channeling von Jane Roberts, die ihre Gespräche mit Seth aufzeichnete.
Am 11. September 2001 wurde ein «Flugzeugangriff» auf die Worldtrade-Towers in New York zu einem einschneidenden kosmischen Ereignis hochstilisiert. Auch dieses extraordinäre Ereignis hat der Welt nur den Beginn eines vor allem mentalen Kampfes zwischen den klassischen Weltanschauungen gebracht und erhöhte Feindseligkeiten mit dem fanatischen Zweig des Islam ausgelöst. Der Mayakalender hat wohl 2012 ein entscheidendes Enddatum gehabt, das vielfach fehlinterpretiert wurde. Die sensationellen Veränderungen, die so einige Profi-Esoteriker darüber verkündeten, haben nur die Auflagen einiger Gazetten und das Interesse mancher Forscher für die Tempelanlage von Teotihuacán erhöht.

Mit Beginn der philosophischen Interpretation der Quantenphysik Ende des 19. Jahrhunderts begann eine völlig neuartige religiöse Betrachtung kernphysikalischer Erkenntnisse. Angesichts der Forschungsergebnisse über die elektromagnetischen Kräfte im subatomaren Bereich entwarfen einige Physiker ein total neues Modell der kosmischen Zusammenhänge. Nach der Wendezeit, die von Fritjof Kapra 1982 in seinem gleichnamigen Buch ausführlich geschildert wird, folgten die umfangreichen Theorien von Rupert Sheldrake, Ervin Laszlo und Ken Wilber. Die zahlreichen historischen Beispiele in dem Buch «Der Aufbruch in das dritte Jahrtausend», veröffentlicht 1962 von Louis Pauwels, reichen aus den 1960igern bereits in die beginnende Aquariuszeit. Im Eranos-Kreis von Ascona trafen sich ausgesuchte Fachkräfte aus Psychologie, Wissenschaft, Biophysik, Chemie und Religion, die die wissenschaftlich esoterische Basis des menschlichen Daseins und ihre Entwicklungstendenzen diskutierten. In den seit 1933 regelmäßig publizierten Jahrbüchern mit den abgedruckten Vorträgen werden auch die bevorstehenden Veränderungen der Evolution sichtbar. Michael Murphy veröffentlichte 1992 in dem Buch, «Der Quanten-Mensch», einen Blick in die Entfaltung des menschlichen Bewusstseins-Potentials vom Anbeginn der menschlichen Aufzeichnungen bis ins 21. Jahrhundert.

So spiegelt sich die beginnende Aquariusperiode in vielen Berichten nahezu aller Forschungszweige. Die sich tatsächlich entwickelnden Bewusstseinsveränderungen bescheren als Schlagschatten der positiven Entwicklung zu höheren Dimensionen der Menschheit leider eine Vielzahl von Kriegen, äußerst dramatische Entwicklungen, vor allem in den islamischen Regionen des mittleren und fernen Ostens. Der Verursacher dafür ist nicht bei den grobstofflichen Personen in den Machtzentren der Staaten zu suchen, sondern vielmehr bei den selbsterhaltenden Kräften – «Asuras» (ein Begriff aus den Veden) oder Äonen 8ein Begriff aus der Gnosis) – im Jenseits, die mit den Emissionen der bestehenden Glaubens- und Denkrichtungen der Menschen ihre Existenz unter dem Himmel sichern. Bei weiterem Fortschreiten der Aquariuszeit wird die «Nahrung der Götter» verständlicherweise immer dünner. Denn auf die Bewusstseinsveränderung bei vielen Menschen folgt natürlich auch eine Veränderung in der Lebenshaltung. Es entwickelt sich eine völlig neue Wahrnehmung der Welt in bislang ungedachten Perspektiven. Denken, Wollen und Handeln werden künftig in einem total anderen Lebenskontext stehen. Durch die sich aus den unstofflichen Kraftfeldern entwickelnden Wahrnehmungsmöglichkeiten werden die bisher geltenden alten Weltanschauungen sowie Machtkonzeptionen und deren beherrschenden Autoritäten unbrauchbar. Unaufhaltsam lösen sich die herrschenden materiellen Strukturen darum auf und verwehen in der Zeit. Die menschlichen Wahrnehmungen und Bewertungen erfolgen künftig nach völlig neuen Gesichtspunkten und dienen fürderhin anderen Pespektiven für die weitere Evolution im Kosmos und Makrokosmos.

Darum wird in den folgenden Abschnitten ein Abriss der esoterischen Zusammenhänge gegeben. Kapitel 8.0


Die bis hierhin vorliegende Arbeit ist als wissenschaftliche Arbeit zu meinem Design-Examen an der Fachhochschule Düsseldorf unter der Anleitung von Professor H. Lenzen erarbeitet worden. Sie ist im Wesentlichen, mit einigen redaktionellen Ergänzungen im Vorlauf und in den abschließenden Gedanken, eine umfassende Zusammenstellung aktueller Erkenntnisse über die Wahrnehmung aus unterschiedlichen Quellen aus dem Jahre 1974.
Die Arbeit bekam eine Auszeichnung durch den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, dem späteren 8. Bundespräsidenten Deutschlands. Die Texte sind leicht überarbeitet und viele Beispiel-Abbildungen wurden erneut mit dem Computer editiert, andere Bilder sind meistens eigene Fotos oder aus Wikipedia.

6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung

Der menschliche Wahrnehmungsprozess ist immer an einen Körper gebunden, der sich zumeist in Aktion befindet – nicht nur in physikalischer, sondern vor allem in psychologischer Aktion.
Die Handlungen sind begleitet von Denkprozessen, Gefühlszuständen und Absichten. Dadurch ist der Beobachter niemals völlig „neutral“, sondern er hat bestimmte Einstellungen und Erwartungen, die die Wahrnehmungsorganisation in dieser oder jener Richtung beeinflussen. Wenn ein Wanderer in einen Wald geht, so erwartet er dort Bäume, Büsche und Tiere, aber keine Hochhäuser oder Flugzeuge. Wenn ein Durstiger einen Wasserhahn aufdreht, erwartet er Wasser und keine Musik. Ein 100 m-Sprinter hat am Start seine Muskulatur auf den Sprint eingestellt. Dies ist eine motorische Einstellung. Wenn ein Schüler in eine interessante Stunde geht, hat er sein Gehirn auf den zu erwartenden Lernprozess eingestellt. Dies ist eine gedankliche oder geistige Einstellung. Wenn ein Beobachter auf Horchposten ist, hat er seine Sinne, Augen und Ohren auf eine bestimmte Wahrnehmung eingestellt.
Diese sind zumeist bewusste Einstellungen, die auch landläufig mit «Konzentration» oder auch «Ausrichtung» bezeichnet werden. Es gibt darüber hinaus noch Einstellungen oder «Sets», die unbewusst auf die Wahrnehmung wirken.

Dazu gehören

1 . die vorausgegangenen Erfahrungen und
2 . persönliche Bedürfnisse, Gefühlszustände, subjektive Stimmungen, aktuelle Werthaltungen.

(Bei dieser Trennung wird davon abgesehen, dass Bedürfnisse, Gefühlszustände, Stimmungen und Werthaltungen erst durch Erfahrungen und/oder pädagogische Beeinflussung geschaffen wurden. Oft stammen diese Erfahrungen aus der frühen Kindheit oder Jugendzeit.)


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6.1 Vorausgegangene Erfahrung und Wahrnehmung

Fährt man mit dem Auto an einem unbekannten Plakatmotiv vorbei, auf dem kein Text ist, sondern nur eine völlig fremdartige Abbildung, so wird sie – wenn sie überhaupt gesehen wird – zunächst nicht erkannt. Erst bei häufigerem Erscheinen wird das Motiv identifiziert und mit bekannteren Motiven in Verbindung gebracht. Diese Erfahrung ist durch zahlreiche Experimente bestätigt worden.
Je vertrauter und bekannter eine Reizkonfiguration, desto stärker ist die Bereitschaft, sie auch zu erkennen bzw. wahrzunehmen.

Andererseits kann eine momentane Einstellung diesen Faktor der reinen Erfahrenshäufig-
keit und die daraus resultierende Einstellung kompensieren oder überwinden. In dem oben genannten Beispiel könnte die momentane Einstellung folgendermaßen hervorgerufen werden: Ein Autofahrer macht den anderen darauf aufmerksam, dass er an seiner Strecke ein völlig neues Plakatmotiv sehen wird.
Ganz frische Erfahrungen neigen stärker dazu, die Wahrnehmung zu beeinflussen, als länger zurück liegende Erfahrungen.

Ausnahmen von dieser Regel finden sich im Zusammenhang mit der geordneten Abfolge von Reizen in der Zeit. Ein Junge läuft mit einem Stock an einem Lattenzaun entlang. Nach jeder achten Latte ist ein größerer Zwischenraum. Bei dieser Geräuschabfolge hört ein Passant das «Knack» nach der achten Latte deutlicher, als das Knattern des Stockes auf der ersten bis achten Latte, obwohl diese Geräusche öfter an sein Ohr kommen.
Angenommen, man geht gleichmäßig schnell an einem langen Bauzaun entlang, der dicht beklebt ist mit gleichen Plakaten auf rotem Grund. Nach jeweils 10 Plakaten ist ein blauer Zettel dazwischen geklebt. Beim Entlangschreiten ist die Einstellung geradezu auf den blauen Zettel gerichtet. Er wird erwartet.
Genauere Untersuchungen dazu hat K. Gottschald durchgeführt. (Über den Einfluss der Erfahrung auf die Wahrnehmung von Figuren, Psychologische Forschung 8/1929. 261-317 und 12/1920, 1-87)

 

6.2 Bedürfnisse, Gefühlszustände, Stimmungen und Werthaltungen

Zwei Menschen gehen in ein Bistro, in dem eine attraktive Kellnerin bedient. Der eine Freund ist besonders hungrig und der andere geht auf Freiersfüßen. Fragt man sie nach dem Verlassen des Bistros, was ihnen in diesem Lokal besonders aufgefallen ist, so besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass der vorher Hungrige das Essen erwähnt, und der andere die nette Kellnerin beschreibt.
An diesem kleinen Beispiel ist zu erkennen, dass die Art und Weise, wie eine Reizsituation wahrgenommen wird, deutlich Auskunft geben kann, welche Bedürfnisse oder Gefühlszustände den Beobachter bewegen. Die sich durch solche Rückschlüsse ergebenden Betrachtungen spielen wohl auch in der Kriminalistik eine nicht unerhebliche Rolle.

6.2.1 Bedürfnisse

Je stärker ein Bedürfniszustand (z.B. der Hunger) ist, desto mehr wird der Beobachter seine Wahrnehmung in Richtung auf diejenigen Umweltreize (hier Essensmöglichkeiten) strukturieren, die sein Bedürfnis befriedigen können. Man könnte annehmen, das sei selbstverständlich. Aber so einfach ist das nicht. Um den Zusammenhang zwischen Bedürfnis und Wahrnehmungsgestaltung genau zu erkennen, wurden vielfältige Untersuchungen durchgeführt, u.a. an der Universität Marburg.
Dabei hat sich ergeben, dass die Faktoren Bedürfnisspannung, Reizkonfiguration und Einstellung in einer komplexen Wechselwirkung stehen. Ruft also z.B. der Bedürfniszustand Hunger die Einstellung auf Essen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hervor, so kann diese doch durch die gesamte Situation wieder verdrängt werden, wenn es sich z.B. um eine Arbeitssituation handelt, die eine Konzentration auf Kontrollorgane erfordert.
Erst in der Kantine wird dann die Einstellung auf Essen wieder begünstigt und die Wahrnehmungsorganisation entsprechend ausgerichtet.

6.2.2 Gefühlszustände – Stimmungen

In einer Untersuchung von Murrag (1933) wurden Kinder aufgefordert, Portraitfotos zu beurteilen.
Dabei wurden die Kinder beim ersten Mal unbeeinflusst gefragt, dann nach einem aufregenden «Mörderspiel» ein zweites Mal. Bei den zweiten Antworten sahen die Kinder sehr viel mehr «Bösartigkeit» in den Portraits als vorher. Diese Einstellung der Wahrnehmung wird besonders bei wenig strukturierten Reizen wirksam. Das Knarren eines Fensters bekommt nach einem spannenden Krimi im Fernsehen plötzlich eine andere beängstigende Bedeutung. Oder es werden bei Nacht in Schatten, Büschen oder Nebelschwaden «verdächtige Gestalten» wahrgenommen. Dass auch die Aufnahmebereitschaft von Farben gefühlsmäßigen Schwankungen unterworfen ist, wurde in dem Kapitel Farbe bereits erwähnt.

6.2.3 Werthaltungen

Zeigt man streng Gläubigen und nicht Gläubigen farbige, abstrakte Bilder und fordert sie auf, diese zu beschreiben, so werden die gläubigen Betrachter mit großer Wahrscheinlichkeit mehr religiöse Motive herausfinden als die nicht gläubigen Probanden.

Diese Grundeinstellungen können auch aus anderen Bereichen kommen, z.B. aus dem ästhetischen, sozialen, politischen oder ökonomischen Bereich. Genauere Untersuchungen wurden von Postmann, Bruner und McGinnies bereits 1949 durchgeführt. Dabei konnte die Hypothese gestützt werden, dass der Mensch bevorzugt seine Wahrnehmung so einstellt, dass das Wahrgenommene möglichst mit seinen Werthaltungen und vorgefassten Stellungnahmen übereinstimmt.
Dies wird noch deutlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, dass z.B. ein religiöser Mensch Abbildungen, Wörter und Melodien seiner Religion viel häufiger sieht oder hört als ein areligiöser Mensch.

 

6.3 Konsonanz – Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster

Wie bereits beschrieben wurde, ist die Auswirkung einer Einstellung durch Erfahrung, Bedürfnis, Gefühlszustand, Werthaltung auf die Wahrnehmung nicht immer so ganz eindeutig, sondern von unterschiedlichen Faktoren abhängig :

1. Die Einstellung kann u.U. eine besondere Bedeutung bekommen.
2. Ein Bedürfnis kann sehr stark sein oder auch schwach.
3. Die Einstellung kann grundsätzlicher Art sein oder nur für eine kürzere Zeit wirksam sein.
4. Im Menschen können mehrere Einstellungen gleichzeitig wirksam werden, die sich miteinander vertragen oder die entgegengesetzt wirken.
5. Die Strukturstärke der Reizmuster kann mitentscheidend sein. Eine schwächere
Reizmusterstruktur wird leichter von einer Einstellung beeinflusst als eine stärkere.
6. Die Einstellung kann der Wahrnehmung entsprechen oder ihr genau widersprechen.

In diesem Abschnitt sollen vor allem die Vorgänge besprochen werden, die bei einer Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster ablaufen.

6.3.1 Selektivität

In der nun folgenden Abbildungen sind zwei Frauen-Porträts in einem Bild so gezeichnet, dass man alternativ das Profil einer anziehenden jungen Frau oder das einer hässlichen Alten sehen kann.

Leeper machte mit diesen Bildern folgenden Versuch: Er zeigte einer Gruppe von Versuchspersonen eine ganze Reihe von Bildern. Unter diesen war das Bild der «jungen Person» – siehe rechts unten – gemischt. Einer anderen Gruppe zeigte er zusammen mit anderen Bildern das Bild der «Alten» – siehe links unten.

Dann wurde allen Teilnehmern dieses Versuchs die vollständige Abbildung links vorgelegt. Das Ergebnis war eindrucksvoll. Sämtliche Versuchspersonen der ersten Gruppe sahen in dem doppeldeutigen Bild spontan die junge Frau und 95 % der zweiten Gruppe sahen in der doppeldeutigen Abbildung die «Alte».

Die subjektiv gewonnene Einstellung der Beobachter wirkte sich in der doppeldeutigen Situation unzweifelhaft selektiv aus.

Das heißt, wenn zwei oder mehrere Gestaltungsmöglichkeiten eines Reizmusters gegeben sind, wählt die Wahrnehmung diejenige Gestaltung aus, die mit der betreffenden Einstellung übereinstimmt.

 

6.3.2 Verzerrung
Wenn eine gegebene Reizsituation, z.B. ein Bild, so strukturiert ist, dass sie der vorherrschenden Einstellung des Betrachters nahezu, jedoch nicht vollständig entspricht, dann wird trotzdem das wahrgenommen, was sich der Betrachter vorstellt.

Die Teile des Bildes, die der Einstellung nicht entsprechen, werden verzerrt wahrgenommen. Anders gesagt: Sie werden der vorgefassten Einstellung angepasst.

Dieser Mechanismus wird auch noch bei stark widersprüchlichen Teilen wirksam. Die unpassenden Teile werden einfach unterdrückt. Dieser Vorgang der Unterdrückung von unbequemen oder widerwärtigen sozialen Vorgängen wird in der Psychologie mit Verdrängung bezeichnet, und es ist ein bedeutsamer Komplex für die Heilungschancen bei einer entsprechenden Therapie.

6.3.3 Kompromiss

Bruner und Postmann zeigten in einem interessanten Versuch, welche Kunststücke die Wahrnehmungsorganisation vollbringt, um die Einstellung mit der Reizsituation zu vereinigen.

Einigen Versuchspersonen wurden kurzzeitig (mit Tachistoskop) Spielkarten gezeigt, mit der Bitte, die Karten einfach zu benennen. Einige Karten waren für diesen Versuch mit verkehrten Farben gedruckt worden. Es gab also eine schwarze (anstatt rote) Herz-Sechs, eine rote (anstatt schwarze) Pik-Vier usw. Bei hinreichend kurzer Darbietung verzerrten die meisten Betrachter die gefälschten Karten so, dass ihre Erwartungen bestätigt wurden.
Beispielsweise wurde die rote Pik-Vier als Herz-Vier gesehen oder auch als Pik-Vier, ohne dass der Farbwiderspruch bemerkt wurde. In anderen Fällen, bei längerer und wiederholter Betrachtung, wurde eine Zwischenlösung oder ein Kompromiss gesehen, so z.B. eine rote Pik-Sechs als «eine Art purpurne Pik-Sechs».

Die Wahrnehmung ist also unter Umständen ein Kompromiss zwischen dem, was die Einstellung nahelegt und dem, was dem erfassten Reizmuster entspricht.
Dieses Phänomen spielt vielfach allgemein-psychologisch bei der Wahrnehmung zwischenmenschlicher Prozesse u.ä. eine Rolle.

6.3.4 Rückwirkende Umformung der Einstellung

Kommen wir noch einmal auf das obige Experiment in 6.3.3 zurück. Wenn die Betrachtungsdauer genügend verlängert wurde, erkannten die Versuchspersonen die Unnatürlichkeit der Spielkarten. Dadurch aufmerksam geworden, erwarteten die Betrachter geradezu eine falsche Spielkarte und erkannten sie rascher als vorher. Die frühere Einstellung «nur normale Spielkarten zu sehen» wurde durch die Einstellung «falsche Karten» zu Gesicht zu bekommen verändert auf die Wahrnehmung «der falschen Karten».

Wenn eine Abbildung oder eine andere Reizsituation stark strukturiert ist und im krassen Gegensatz zu der Einstellung des Betrachters steht, so kann dieser Widerspruch verstärkt werden. Der Beobachter wird sich der Diskrepanz besonders deutlich bewusst und wendet ihr seine Aufmerksamkeit zu. Dadurch verändert sich die ursprüngliche Einstellung.
Die durch die Einstellung hervorgerufenen Erwartungen können wegen der «harten Tatsachen» in der realen Situation die geforderte Wahrnehmungsorganisation nicht mehr zustande bringen. Somit passt sich die Wahrnehmung der gegebenen Reizsituation an.
Hieraus wird besonders deutlich, dass Einstellung und Wahrgenommenes in einer ständigen Rückkopplungsbeziehung mit wechselseitiger Kontrolle stehen.

 

6.4 Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist eine der Grundeinstellungen des Menschen überhaupt. Das Thema ist oft heiß diskutiert und viel erforscht worden, vor allem unter den Psychologen des Werbefachs, die immer wieder die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ihre Werbemittel lenken müssen. Bevor wir die Aufmerksamkeit in dem nachfolgenden Text auf die Wirkungsfaktoren der Aufmerksamkeit richten, ist es sinnvoll, erst einmal einen physiologischen Abstecher zu machen.

Unser Gedächtnis besteht nach Frederic Vester aus drei Abteilungen:
Dem Langzeitgedächtnis, in dem die Erinnerungen als Moleküle – so sagt er – gespeichert sind, dem Kurzzeitgedächtnis, wo die im Langzeitgedächtnis zu speichernden Moleküle gebildet werden und dem Ultrakurzzeitgedächtnis, in dem die erfassten Informationen als elektrische Schwingungen kreisen.

Die bewusste Aufnahme einer Information ins Ultrakurzzeitgedächtnis – also die Wahrnehmung – hängt von der Aufmerksamkeit ab. Ob aber für eine bestimmte Information Aufmerksamkeit empfunden wird, ist von bereits vorhandenen Assozia-
tionen im Langzeitgedächtnis abhängig, von bestimmten Einstellungen, von mögli-
chen Gedankenverbindungen, die mit der Neuigkeit verknüpft werden können. Sind keine Assoziationen vorhanden, wird keine Aufmerksamkeit geweckt, klingen die elektrischen Schwingungen im Ultrakurzzeitgedächtnis wieder ab und das wahrgenommene wird wieder «gelöscht». (Zu dem Thema «Gedächtnis» verweise ich auf diesen Artikel, in dem eine esoterische Sicht ausführlich beschrieben wird, )

Um Aufmerksamkeit für eine neue Information zu erzielen, ist es also notwendig, diese Neuigkeit in zumindest einigermaßen bekannte Informationen zu verpacken, die dann vielfältige Assoziationen ermöglichen.

Die Aufmerksamkeit ist eine Erwartungshaltung des Beobachters, die von einer Voreinstellung, einem Begehren oder Bedürfnis, einer Stimmung, einer subjektiven Werthaltung geprägt ist.

6.4.1 Brennpunkt der Aufmerksamkeit
Wie aus alltäglichen Erfahrungen bekannt, hebt sich innerhalb eines umfangreichen Wahrnehmungsfeldes der Mittelpunkt deutlicher hervor.
Die Aufmerksamkeit lenkt die Konzentration der Wahrnehmung auf ein bestimmtes Zentrum.
Soll z.B. ein größeres Bild aufgenommen werden, so wandert das Aufmerksamkeitszentrum von einem Bildteil zum anderen.
Die Aufmerksamkeitszentrierung ist gewöhnlich sehr kurz.
Sie unterliegt einer bestimmten Sättigung, und nach einer gewissen Zeitspanne neigt die Aufmerksamkeit «spontan» zum Weiterspringen. So kommt es, dass umfangreiche Reizmuster, Bilder, Landschaften o.ä. mit den Blicken sozusagen erwandert werden. Die Abbildung oben zeigt die sukzessive Fixierungen einzelner Bildteile beim Betrachten einer Internet-Seite. Die Augenbewegungen eines Beobachters können mit Hilfe einer Spezialkamera fotografiert und dokumentiert werden.

6.4.2 Aufmerksamkeitsumfang
Die Umschaltung der Aufmerksamkeit auf neue Reize ist offenbar deshalb erforderlich, weil der Umfang dessen, was wir mit einer Konzentrierung der Aufmerksamkeit einfangen können, extrem begrenzt ist. Dieser Brennpunkt der Aufmerksamkeit ist ein kleiner Teil des Blickfeldes, z.B. kann man mit «einem Blick» eine große Anzahl von Reizen erfassen, aber nur eine geringe Menge detailliert wahrnehmen.

Um diese Aufmerksamkeitsspanne kennenzulernen, kann man einen einfachen Versuch machen:
Man schüttet eine Anzahl Erbsen, Bohnen o.ä. vor sich auf den Tisch und nennt spontan die Anzahl der Teile auf dem Tisch. Dann setzt man mit unterschiedlichen Mengen den Versuch fort. Man wird schnell herausfinden, dass man bis 5 oder 6 Teilen fast immer die richtige Anzahl nennt und darüber hinaus die Fehler stark zunehmen. Bei 11 oder mehr Einzelteilen sind die Schätzungen meistens falsch.
(Ein ähnlicher Versuch wurde von Glanville und Dallenbach 1929 durchgeführt.)

Der Mensch ist also gezwungen, sukzessiv – Stückchen für Stückchen – seine Wahrnehmung in der Zeitabfolge auf einzelne Teile des gesamten Reizfeldes zu lenken.

Dieser Aspekt ist bei der Gestaltung von Kunstwerken oder Werbemitteln zu beachten, denn es ist nicht nur vom ästhetischen Wert her gesehen bedeutsam, in welcher Reihenfolge ein Bild wahrgenommen wird, sondern auch und vor allem für das Begreifen des Inhaltes besonders wichtig. Die großen niederländischen und italienischen Maler haben die Aufmerksamkeit des Betrachters durch besondere Lichteffekte und abweichende Perspektiven gelenkt.

Die Schule von Athen, Raffaello Sanzio (1509)
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6.4.3 Aufmerksamkeitsverteilung

Jeder hat schon einmal eine Situation erlebt, in der er zwei Dinge gleichzeitig erledigen wollte. Beim Multitasking muss der Mensch seine Aufmerksamkeit teilen. Vielleicht kann er dabei auch selbst feststellen, dass ihm diese Aufmerksamkeitsteilung nicht so recht gelingt.
Es ist fast natürlich, dass mit der Teilung der Aufmerksamkeit ein Qualitätsverlust verbunden ist.

Auch wenn man seine «Aufmerksamkeit» einem großen Blickfeld zuwendet, also diffus verteilt, wird die Erfassung jedes Einzelteiles geschwächt. Es steht für jeden Teil nur ein kleines Spektrum der physiologischen Voraussetzungen sowie der nervlichen Verschaltungen zur Verfügung. Bei einer totalen Konzentration auf einen begrenzten Blickpunkt ist die ganze Summe der – sonst verteilten – Aufmerksamkeit eingesetzt.

Oft scheint ein Mensch in der Lage zu sein, innerhalb eines kurzen Zeitintervalles wahre Wunder an Konzentration auf mehrere Aufgaben zu vollbringen. Meistens handelt es sich hierbei nicht um echte Gleichzeitigkeit, sondern um Multitasking, einem komplexeren Prozess, vor allem um einen sehr raschen Aufmerksamkeitswechsel in der Zeit, z.B. bei Computer-Spielen, im Cockpit eines Flug- oder Fahrzeugs oder beim Orgel-Spielen usw. Dabei spielt natürlich auch die antrainierte Routine eine wesentliche Rolle: Es sind dem Akteur ganze Gruppen von Handlungsabläufen so stark vertraut, dass er sich nicht mehr auf sie zu konzentrieren braucht. Ein weit bekanntes Beispiel ist das Autofahren. Für einen Nichtautofahrer oder Anfänger erscheint es, als würde ein routinierter Chauffeur in einer Großstadt wahre Wunder an Konzentration vollbringen. Tatsächlich laufen jedoch die meisten Handlungen vollständig automatisch ab, und nur ein Bruchteil der Verrichtungen bedarf seiner Aufmerksamkeit.

Im Rahmen der Informationstheorie wurde ein allgemein anwendbares Maß für den Aufmerksamkeitsumfang pro Zeiteinheit erarbeitet. Das sogenannte Bit (aus dem Englischen = binary digit) ist die Einheit für die Mindestzahl von Entscheidungen, die zur Beschreibung bzw. Kommunikation eines gegebenen Reizfeldes, eines Buchstaben oder Bildteiles, erforderlich sind.

So erfordert ein aus vier Elementen bestehendes Feld zur Beschreibung zwei Bits, ein aus acht Elementen bestehendes Feld drei Bits usw. (Über die Verteilung der Aufmerksamkeit und andere Prozesse, die in diesem Zusammenhang stehen, berichten die Darstellungen von G.A. Twiller und E.O. Cherry.)

Berücksichtigt man die vorangegangenen Einsichten über die enge Aufmerksamkeitsspanne und den Qualitätsverlust bei Spaltung der Aufmerksamkeit, dann wird der Wert der in den ersten Kapiteln beschriebenen Wahrnehmungsorganisation besonders deutlich. So erleichtern besonders die Gruppierungstendenzen dem Menschen ein Handeln in komplexen Situationen. Auch die bereits erwähnte Routine macht häufig eine konzentrierte Aufmerksamkeit überflüssig. Durch angelernte Erfahrungen stehen die notwendigen Voreinstellungen für die Wahrnehmung von vornherein bereit und die erfolgten Reize passen dazu.

Für viele Bereiche des Lebens sind diese Prozesse der Wahrnehmungsorganisation zur Bewältigung gestellter Aufgaben unabdingbar. Die Aufmerksamkeit wird von einem gewissen Ballast befreit und nur für besonders wichtige Dinge eingesetzt. Denkt man z.B. an einen Piloten in einem modernen Düsenjet.

Wieviel Zeit wäre erforderlich, wenn sich der Pilot auf jeden Kontrollblick, auf jede einzelne Handlung konzentrieren müsste?
Andererseits sind in anderen Bereichen des Lebens die automatisch ablaufenden Wahrnehmungsprozesse hinderlich.

Vor allem für den Grafik-Designer ist es manchmal notwendig, bestimmte Details eines Gegenstandes aus neuer Sicht wahrzunehmen und darzustellen. Auch steht die Routine häufig einem innovativen Wahrnehmen im Wege. Um diesem Mechanismus zu begegnen, wurden vor allem in Amerika sogenannte KreativitätsMethoden entwickelt.

 

6.4.4 Willkürliche und unwillkürliche Aufmerksamkeit

Die Unterscheidung zwischen willkürlicher und unwillkürlicher Aufmerksamkeit ist sehr grob. Vor allem stößt man bei der Bestimmung des Begriffs „willkürlich“ schnell auf Fragen, die im Zusammenhang mit der prinzipiellen Motivation stehen.
(Dieser Bereich wird im Beltz Studienbuch, «Grundlagen der Psychologie 1», ausführlich beschrieben.)

Die unwillkürliche Aufmerksamkeit wird durch einen äußeren Reiz gefordert, und ist von bestimmten Einstellungen des Beobachters abhängig.
Die aufmerksamkeitsheischenden Eigenschaften, attraction appeals, von Reizen sind von der Werbewirtschaft eingehend erforscht worden, um sie für den Erfolg von Werbemitteln einzusetzen.

Die wesentlichen können folgendermaßen zusammen gefasst werden :

1. Intensität z.B. durch grelle Farben. (Beispiel nebenstehend)

 

 

 

 

 

2. Wiederholung:
öftere Verwendung eines gleichen Motivs, Namens, Slogans oder einer gleichen Headline

 

 

 

 

 

3. Isolierung – ein großes Wort oder ein Symbol etc.
auf einer sonst leeren Fläche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Bewegung und Veränderung durch mobile Displays etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Neuheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Unverträglichkeit oder innerer Widerspruch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.5 Abschließende Betrachtungen

In den vorhergehenden Kapiteln sind die Tatsachen und Prinzipien beschrieben worden, wie Reizmuster und Wahrgenommenes zusammenhängen und wie die Wahrnehmung durch physiologische und psychologische Zustände des Menschen beeinflusst werden. Es hat sich dabei zeigen lassen:

Die Wahrnehmung ist stark abhängig von der Eigenschaft der Reize, von dem körperlichen Setting, wie Kondition, Bedürfnisbefriedigung, Stress etc., dem psychologischen Zustand des Beobachters, wie aktuelle Bedürfnisse, Einstellungen, aktuelle Gefühlszustände, subjektive Ängste, aber auch von vorausgegangenen Erfahrungen sowie gesellschaftliche und religiösen Verboten und von physiologischen sowie neuronalen Mechanismen der Sinnesorgane des Wahrnehmenden.

Bei den vorliegenden Beschreibungen der Wahrnehmungsphänomene ist immer von der Voraussetzung ausgegangen worden, dass der eigentliche Beobachter dem «normalen Menschen» entspricht, das heißt, einem Erwachsenen der westlichen, zivilisierten Welt, der keine psychologischen oder sensorischen «Mängel» aufweist.


Fortsetzung im folgenden Kapitel: 7.0 Diverse Wahrnehmungsbeeinflussungen

Vorwort Wahrnehmung

Vorwort

Physiologische, psychologische und philosophische Betrachtungen über das Wichtigste des menschlichen Daseins neben dem Atmen, zusammengetragen aus vielen wissenschaftlichen Arbeiten, die auch genannt werden. Selbst erforscht und vielfach selbst empirisch kontrolliert.
Das Wissen um diese Zusammenhänge wird stets ergänzungswürdig bleiben und sollte von allen wachsam genutzt werden, die sich mit diesem Werkzeug an andere Menschen wenden, die kommunizieren, überzeugen, anmachen wollen, um Zuwendung, Zuneigung und Vertrauen zu bekommen.

Die Dinge der äußeren Wahrnehmung stellen sich hin und verdecken das, was «geistig» hinter ihnen ist. Die Menschen sehen nichts von dem, was wirklich geschieht, wenn sie nicht mit Hilfe „geistiger“ okkulter Befähigungen das Werden und Sein erfahren können. Solange «Physis» inhaltlich mit körperlicher «Physik» gleichgestellt wird, bleibt dem äußerlich orientierten Denken das wirkliche Sein verdeckt.

Wahrnehmen bedeutet Informationen, Ansichten und Einsichten, Erfahrungen und Vorstellungen erfassen, aufnehmen, empfangen und verarbeiten bis zum Bewusstwerden, bis zum Bedenken und zum Abspeichern im Gedächtnis. Dabei ist der oder die Wahrnehmende in der vorliegenden Betrachtung immer eine Person. Das Wort kommt aus dem Lateinischen von «per – sonnare», das heißt «hindurch-klingen». Die Person ist also faktisch ein Klangkörper, ein Instrument auf dem die Resultate aller einmal gemachten Wahrnehmungen spielen, es sind Präformierungen aus ferner Vergangenheit – früheren Inkarnationen, Karma, – und aus der jüngeren Gegenwart und Vergangenheit die die aktuelle Melodie bestimmen.

Warum überhaupt eine Wahrnehmungslehre?

Was bringen physiologische und psychologische oder gar philosophische Betrachtungen über die Wahrnehmung dem Menschen?
Ist es notwendig, eine Lehre oder eine Studienrichtung über die menschliche Art der Erfassung seiner Umwelt aufzubauen?
Wird es etwas am Menschsein verändern, wenn der Einzelne mehr darüber weiß?
Könnte das soziale Beisammensein der Weltbevölkerung dadurch harmonischer werden, mehr Frieden, Liebe und Miteinander hervorbringen?
Bringt dieses Wissen Vorteile für den Profi der Kommunikationsbranche?

Die Wahrnehmung, das Erfassen von sich selbst und der Umwelt, ist die Basis-Assimilation für das Menschsein. Sie bestimmt uneingeschränkt sein Denken und Bewerten und regiert zusammen mit allem was man Gedächtnis nennt sein Lebensverhalten. Wie der Mensch die Umwelt in sich und im Außen – inter- und intrapersonell – erfassen und verarbeiten kann, bestimmt seine Interaktionen innerhalb des sozialen Umfeldes seiner Welt, seine Entscheidungen bei Wahlen, es bestimmt seine Radikalität, seinen Fanatismus, aber auch seine Kompromissbereitschaft und seine Toleranz.
Kurz gesagt: Wahrnehmung – Gedächtnis oder Erinnerung – Bewusstsein – Lebenshaltung oder Charakter gehören unabdingbar zusammen und können nicht getrennt erfahren werden.
Alle diese Gedanken sprechen dafür, diesem Wissenszweig seine höchste Aufmerksamkeit zu widmen. – Was spräche dagegen? – Oder gibt es Interessen, die eine solche Aufklärung nicht wünschen und sie darum verhindern?

Für alle, die sich ernsthaft mit dem Geschehen auf dieser Welt auseinander setzen, wird ein lebendiges und machtvoll magisches Werkzeug ausführlich erläutert, damit alle die Wahrnehmung und ihr damit verbundenes Denken künftig im Verständnis miteinander wirkungsvoll verwenden können.

Viele der aus früheren Untersuchungen herbei getragenen Beispiele können selbst erforscht und überprüft oder empirisch kontrolliert werden. Dabei ist es ganz wichtig zu wissen und beim Lesen zu begreifen: Jeder hat zu Beginn dieses Studiums bereits eine vorhandene Struktur oder Prägung seiner Wahrnehmung verinnerlicht, die – solange man sich dieser Beeinflussung nicht bewusst ist – meistens sogar ignoriert wird, darum unkontrolliert in die Aufnahme neuer Informationen eingreift. Manches, was hier geschrieben ist und manches, was vielleicht experimentell nachvollzogen wird, ruft ein Erstaunen auf: «Das darf doch nicht wahr sein!» oder «Das ist ja unglaublich!», wie es bereits von vielen oft genug erfahren wurde.

Bitte dann nicht im Erstaunen stehen bleiben, nach dem Motto von Christian Morgenstern: «Und so schließt er messerscharf, was nicht sein kann, das nicht sein darf.» Denn dann bleiben alle neuen Informationen dieser Darstellung der Wahrnehmung wieder nur lexikalischer Ballast in der ohnehin schon überlasteten Bibliothek im Gedächtnis. Erst wer bereit ist, im Wust der bereits gefassten Meinungen und Vorstellungen grundlegend aufzuräumen und überholte Erfahrungen oder verstaubte Folianten aus dem Regal zu nehmen, kann sich für neue Informationen öffnen. Wer bewusst seinen sogenannten gesunden Menschenverstand, der dem aufgeklärten Europäer soviel Wert ist, außer acht lassen kann, wird ganz unvoreingenommen und aufmerksam zuschauen, wie seine Sensoren zur Umwelt, die Sinnes- oder Wahrnehmungsorgane wirklich arbeiten. Überträgt man die mit den fünf oder sechs Sinnen verbundene Wahrnehmung auf die gefühlsmäßige, psychologische Wahrnehmung der Mitmenschen, dann werden sich verändernde Perspektiven in den Mitmenschen auftun, die zu einem konstruktiven Miteinander und zu einem Höchstmaß an Verständnis für viele Probleme der Kommunikation in der Welt beitragen können, vor allem bei der ständig zunehmenden Aggression und dem Unfrieden in aller Welt.

Trotz aller Versuche, möglichst komplett zu sein, möchte ich einschränken:
Selbst eine weitgehend komplette wissenschaftliche Darstellung bleibt immer ergänzungswürdig und sollte immer wieder von denen überprüft werden, die sich an andere Menschen wenden, die kommunizieren, überzeugen, anmachen wollen, um Zuwendung, Zuneigung und Vertrauen zu bekommen.


Darum noch einmal: Wer mithelfen will, in diese Seiten auch seine Erfahrungen und neuesten Erkenntnisse einzubringen, möge mir seine Texte schicken. Damit sie an der richtigen Stelle in die bestehenden Gedanken integriert werden.

Bevor es zur Sache geht, erbitte ich Ihre Antwort auf einige Fragen. Ob Sie mir antworten, bleibt vollkommen in Ihrer Freiheit. Und doch würde es die Arbeit beflügeln, wenn ich die Meinung aller Leser sehen könnte. Vorab herzlichen Dank dafür, dass Sie den Mut hatten, an dieser Entwicklung trotz aller inneren Vorbehalte mitzuwirken.

Als Dank, werde ich die Ergebnisse aller Antworten und ihre Analyse nach den Maßstäben der Wahrnehmungslehre in der kommenden Ausgabe veröffentlichen.


Bitte einfach Ihre Meinungsoption markieren.

Alle Angaben zur Anschrift oder Email werden nur für die direkte Kommunikation zur Wahrnehmungslehre verwendet.
Für die darüber hinausgehende Kommunikation mit der Redaktion verwenden Sie bitte meine eingefügte Email-Adresse: peter@artokora.de.

Mich interessiert das Thema Wahrnehmung:

〈 〉 überhaupt nicht
〈 〉 nur am Rande
〈 〉 ja, doch
〈 〉 ziemlich
〈 〉 sehr
〈 〉 dringend

Das Thema Wahrnehmung berührt mich aus folgenden Gründen:

1) fast nur beruflich
〈 〉 Visuelle Darstellung
〈 〉 Akustische Darstellung
〈 〉 TV-Darstellung
〈 〉 Medizin • Psychologie • Heilkunde
〈 〉 Soziologie • Pädagogik • Politik
〈 〉 Werbung • Literatur
〈 〉 Sonstiges

2.) rein privat
〈 〉 Weltanschauung
〈 〉 politische Gründe
〈 〉 Religion
〈 〉 psychologische Aspekte
〈 〉 Genderproblematik
〈 〉 Kindererziehung
〈 〉 Umgang mit den Nachbarn
〈 〉 Sonstiges

Art der Wahrnehmung:

Ich möchte mich eigentlich nur mit folgender Wahrnehmung befassen:
〈 〉 visuell
〈 〉 haptisch
〈 〉 akustisch
〈 〉 olfaktorisch
〈 〉 gustativ
〈 〉 intrapersonell
〈 〉 esoterisch/okkult
〈 〉 bei gestörten Sinnesorganen

Ansicht zum Thema:

Es wäre gut, wenn sich viele Menschen mit dem Thema befassen würden:
〈 〉 ja, eigentlich jeder
〈 〉 ja, viele
〈 〉 ja, vor allem Meinungsbildner
〈 〉 ja, und nicht nur die Profis
〈 〉 es reicht, wenn die Pädagogen, Ärzte und Psychologen sowie die im sozialen Bereich arbeitenden etwas davon wissen
〈 〉 eigentlich brauchen es nur die Ärzte/Psychotherapeuten zu wissen
〈 〉 die Kommunikation über Wahrnehmung bringt überhaupt nichts
〈 〉 die Wissenschaft über Wahrnehmung ist nur für die Wissenschaftler
〈 〉 man sollte sehr vorsichtig sein mit der Verbreitung der Wahrnehmungslehre
〈 〉 eigentlich geht es auch ohne das Wissen um die inneren Abläufe

Spezielle Fragen:

Würden Sie sich mit dem Thema auch dann befassen, wenn Sie wüssten, dass sich dadurch nichts ändert? – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Würden Sie das Thema auch mit Ihren Freunden, Ihrer Familie, Ihrem Partner besprechen, ihn/sie mit einbeziehen wollen? –〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Befassen Sie sich mit weltanschaulichen Fragen nur im Rahmen eines entsprechenden Studiums oder einer Ausbildung? – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Interessieren Sie sich grundsätzlich für neue Denkansätze, auch wenn sie sich nicht unbedingt in den beruflichen Konsens einbauen lassen? – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Befassen Sie sich in Ihrer Freizeit mit vollkommen neuen Ideen, auch wenn dadurch kein ersichtlicher Vorteil für Sie entsteht? – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Wie stark wird Ihre Meinung von anderen Gruppen oder Autoritäten beeinflusst? – 〈 〉 wenig – 〈 〉 etwas – 〈 〉 ziemlich – 〈 〉 generell – 〈 〉 stark

Haben Sie eine eigene Meinung und verteidigen Sie diese eventuell auch gegen eine autorisierte Übermacht, indem sie diese z.B. durch eigene Tests oder eigene Erfahrungen überprüfen?
– 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Wissen Sie, auf welchen Fundamenten Ihre eigene Meinung aufgebaut ist? –

Auf der Meinung der Eltern – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Meinung der Lehrer in der Schule – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Meinung der Professoren an der Uni – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Information aus wissenschaftlichen Büchern – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Information aus der allgemeinen Publikation in der Presse – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Information aus Fachpublikationen – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Information aus dem Internet – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf der Meinung meiner sozialen Gruppe wie z.B. Familie/Verein/Partei/Firma/Kirche – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein
Auf meine innere Stimme – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Haben Sie sich schon einmal im Stillen gefragt, wieviel von Ihrer eigenen Meinung tief in Ihrem Unbewusstsein verankert ist? – 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Können Sie sich vorstellen, dass jeder die Möglichkeit hat, die Basis seiner eigenen Meinung ins eigene Bewusstsein zu stellen, also ohne Fremdautorität im eigenen Wesen zu sein?
– 〈 〉 Ja – 〈 〉 Nein

Es ist im Interesse aller, die sich der Freiheit in Toleranz und ohne Angst zu nähern versuchen, Dank zu sagen, dafür, dass Sie auch für sich diese Fragen ehrlich beantworten, bevor Sie sich mit den nachfolgenden Informationen auseinander setzen werden, und wir hoffen, (dass Sie dann noch einmal diese Seite besuchen werden), wo Sie meine Auswertung erfahren können.

Sie können die drei Seiten des Fragebogens in ein Textprogramm kopieren und dort beantworten. Die Alternative wäre, diese Seite ausdrucken, schriftlich beantworten, als PDF einscannen und mit der Mailantwort verschicken oder per Post senden an: Peter Alexander Kremin, Schwalbenweg 2a, 57612 Helmenzen, Germany. Wenn Sie dabei Ihre Mail-Box oder Ihre Anschrift angeben, dann kann ich Ihnen die Auswertung unverbindlich zukommen lassen.
Vorab schon mal herzlichen Dank für Ihre/Deine Mühe.


Weiter zur : Einleitung der Wahrnehmungslehre