Was ist die Seele?

Existenz und Seinsform

Wohl kaum ein menschlicher Aspekt hat über die Jahrtausende in der Philosophie als fundamentaler Grundbegriff so viele verschiedene Wandlungen erfahren wie die Seele. In nahezu allen Kulturen ist sie im Leben der gläubigen Menschen als eigenständiges, belebendes Wesen der wichtigste Hauptakteur des Daseins. Umfangreich und bildstark wird in den Philosophien von den Weisen aller Zeiten erklärt, dass allein die Seele, oder ein Aspekt von ihr, eine Chance auf ewiges Weiterleben nach dem körperlichen Tode hat. Besonders in der modernen christlich-jüdisch orientierten Philosophie wird sie zum fundamentalen Leitfaden des Lebens, sozusagen das sinngebende Ziel des menschlichen Daseins. Heute beflügeln Vorstellungen vom methodisch beeinflussten Seelenwachstum und einer gelenkten Seelenwanderung die Esoterik sowie das New Age unter dem Einfluss hinduistischer, buddhistischer, taoistischer und suffistischer Denker. Die gnostische Philosophie erklärt die Seele zum Hervorbringer des Lebens und des Bewusstseins. Ihre Seele manifestiert sich im Blut und im Schlangenfeuer der Persönlichkeit. In der hermetischen Gnosis kann sich der Kandidat über einen Transfigurationsprozess eine neue Seele und neue Seelenkleider erwerben.


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Die vielen, sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten, Körperlichkeiten und Fähigkeiten der «Seele» oder der «Psyche», wie sie im Laufe der Jahrtausende mit der Seele verbunden wurden, hinterlassen beim Studenten den Eindruck, dass gerade bei diesem so eminent wichtigen Seinsfaktor die Sprachverwirrung von Babylon noch nicht überwunden wurde. Bei alledem kann man den modernen Psychologen und Philosophen durchaus nachsehen, dass auch sie die konkrete Wirklichkeit der Seele im Wesen Mensch noch nicht gefunden haben, selbst wenn in den abgedruckten Texten über die Seele sehr viele, bereits bekannte Aspekte immer wieder erneut umschrieben werden. Ausführliche Texte finden sich bei G.R.S. Mead, Die Lehre vom feinstofflichen Körper, und Ernst R. Waelti, Die abgeschlagenen Wurzeln. Hier werden auch alle antiken Philosophen mit ihren Ansichten querbeet vorgestellt.

Auf der Basis der neuesten geisteswissenschaftlichen Ansichten über den Mikrokosmos mit all seinen unstofflichen Aspekten in der Tradition der Theosophen, lohnt sich ein Versuch, eine für alle plausible Beschreibung der Seele zu geben. Der Wachstumsfaktor, der allem Leben im All eigen ist, die permanente kosmische Evolution, wird eigenartiger Weise gerade dann vergessen, wenn die menschliche Konzeption, seine Gefühle und sein Denken unter psychologischen oder religiösen Gesichtspunkten diskutiert wird. Besonders störend stehen den Wissenschaftlern wohl dabei besonders die historischen Belehrungen antiker Philosophen oder heiliger Weisen asiatischer Vergangenheiten im Wege. Wird von einem Autor ein besonders heikles Thema aus dem Bereich des Glaubens besprochen, wie z.B. das der Seele, dann muss er sich wegen der tradierten Vorstellungen darauf einstellen, dass alle Leser als erstes das tradierte Bild ihrer gewohnten Religion oder ihrer verinnerlichten philosophischen Weltansicht vor ihrem inneren Auge aufrufen.
Beim Studieren der umfangreichen Weltliteratur und der Darstellungen der Seele bzw. Psyche fallen die stets wiederholten symptomatischen Fachbegriffe auf. Der aufmerksame Leser kann meistens problemlos feststellen, dass die zahllosen Autoren aus Philosophie und Religion bemüht sind, aus den ungeklärten Begriffen ihrer Vorredner oder -Schreiber die ihnen wichtigen Aspekte heraus zu drechseln, ohne selbst wirklich zu klären, welche Qualität die Seele ihrer Ansicht nach nun hat, welche Befähigungen der Seele ganz konkret zueigen sind oder zu welchen „Kleidern“ des Wesens Mensch die Psyche nun definitiv gehört.

Die heutigen Vorstellungen von Psychologie als Seelenkunde, in der ungezählte statistische Wahrscheinlichkeiten Einzug gehalten haben, hat natürlich populärwissenschaftlich zu weiterer Begriffsverwirrung über die Seele beigetragen. In den diversen historischen Darstellungen der Philosophie und der Religionen aller Welt wird der Begriff Seele nach wie vor, je nach beabsichtigter Überzeugungstaktik, für ganz unterschiedliche Aspekte bzw. Körperlichkeiten des Wesens Mensch verwendet.
Innerhalb aller Abhandlungen über die Psyche werden verschiedene Vermögen der Seele besprochen. Dazu gehören vor allem das Bewusstsein mit dem Unbewusstsein, die Gefühle und das Gemüt, sowie der Charakter. Sie kann Empfinden, Wahrnehmen und dem Menschen einen individuellen Seinszustand schenken. Mystische Visionen steigen für den streng gläubigen Christen aus der Seele empor und vermitteln seinem Bewusstsein wundervolle Bilder aus der Gotteswelt, die unmöglich zu beschreiben sind. Die Seele ist für viele Christen ein besonderer göttlicher Körper, eine Art Hochzeitskleid. Für die indisch beeinflussten Esoteriker ist sie eine durch Meditation errungene mentale Aura, die Verwirklichung der Kundalini u.a.

In einigen religiösen Kreisen flammt immer wieder die Diskussion um die Lebensdauer der Seele auf. – War sie bereits vor der Geburt präexistent? – Kann sie länger leben als der Stoffkörper? – Wird die Seele erneut inkarnieren? – Wenn ja, welche Seele? Möglicherweise in einem Tier oder einem Insekt? – Kommt sie nach dem Tod in den «Himmel» oder muss die Seele nach ungebührlichem Leben in der «Hölle» schmoren? – Ist die Seele ein Produkt eines «Gottes», sein eingehauchter Atem am Beginn der menschlichen Schöpfung? – Oder wird die Seele erst bei der physischen Geburt des Babys mit dem Menschen verbunden? – Warum muss die Seele, die «sündigt», sterben? – Muss es eine zweite Seele geben, die nicht gesündigt hat, und darum ewig leben wird? –
Alle diese Fragen deuten darauf hin, dass die meisten Autoren die Seele als etwas wesenhaft Geformtes betrachten. Die Seele handelt und wirkt bei diesen Betrachtungen ähnlich einem Körper aus Fluiden, einer Art metaphysischer Stofflichkeit. Vielleicht war die Frage: Was ist die Seele? den Autoren in dem ihnen besonders bedeutungsvollem Zusammenhang nicht wichtig genug, um sich auf eine präzise Definition festzulegen. Darum kann in all diesen außerordentlich spannenden Bekenntnissen keine genauere Definition gefunden werden.
Will man sich heute auf die Suche nach einer konkreten Definition der Seele machen, dann wird der beste Startplatz eine esoterisch-geisteswissenschaftliche Basis sein. In den Ausführungen der Theosophen H.P. Blavatsky, A. Besant, M. Heindel, R. Steiner und J.v. Rijckenborgh befinden sich eine Vielzahl sehr guter Hinweise, aus deren säuberlicher Zusammenfügung sich eine plausible Konzeption für eine genauere Interpretation ergibt.
Am Beginn dieser Betrachtungen steht die Einsicht, dass die theologischen Bedeutungen aller metaphysischen Phänomene leider nur sehr vage und schleierhafte Begriffe liefern. Es kann davon ausgegangen werden, dass dem Priester/Prediger immer bewusst war, dass ein fester Glaube an einen Gott nicht von einer genauen Definition der Seele abhängig ist. In der Kenntnis, dass der Stoffkörper im Tod vergehen wird – «Asche zu Asche und Staub zu Staub» –, bemüht sich der eine Mensch durch ein gutes Verhalten, nach seinen Vorstellungen und gemessen am gesellschaftlich sanktionierten Verhaltensgesetze, durch sein Beten und Opfern, das  Recht auf ein Weiterleben in einem unstofflichen Kleid in einem metaphysischen Lebensfeld zu erwerben. Für Atheisten, Nihilisten und Materialisten ist nach dem Tod sowieso alles zu Ende, ohne jede ausvibrierende Struktur von etwas Seelischem. Für alle Esoteriker darf die Seele in dem überirdischen Lebensfeld, im Jenseits, für einen langen Zeitraum weiterexistieren, sozusagen als Belohnung für alle bisherigen Mühen und Leiden im irdischen Leben. Dieses metaphysische Gerechtigkeitspräsent der «Heiligkeit» spornt zig Millionen von Menschen an, Götter zu erschaffen, die in für sie errichteten Tempeln, Kirchen und Kathedralen angebetet werden.

So entstanden in den Weltreligionen umfangreiche Darstellungen, was oder welcher Teil nach dem physischen Tode weiter lebt, vor allem, um dem Gläubigen plausibel zu machen, wie er in seinem Leben und vor allem nach dem Ableben vor weiterem Unglück und Leiden bewahrt werden könne. Diese ausgefeilten Argumente für ein gerechtes und heiliges Weiterleben nach dem Tode sehen eigenartigerweise so aus, als wären sie dem Wortschatz der allgemeinen Propaganda und Werbetechnik entnommen. Es wird in allen Tempeln und Kirchen den Gläubigen stets das Prinzip Hoffnung angeboten, auch dann, wenn niemand wirklich erfahren hat, was mit dieser Hoffnung verbunden ist. Das ist auch absolut verständlich, wenn man berücksichtigt, dass in aller Welt die heiligen Männer und Frauen, Priester, Kaplane, Äbtissinen oder Mönche von den Zuwendungen ihrer Gläubigen im Diesseits existentiell abhängig waren und sind. Nirgendwo fließt und floss mehr Geld, als im Zusammenhang mit religiöser Verehrung und religiösem Brauchtum. Auch wenn Lenin von der Religion als dem Opium für das Volk sprach, so muss man bei dem festen Glauben unzähliger Menschen doch einsehen, dass selbst in den ärgsten religiösen Spekulationen ein Fünkchen Wahrheit glimmt.

Bei alledem ist auch zu bedenken, dass in antiken Zeiten auserwählte Menschen, Priester und Weise, Magier und Schamanen problemlos die Vorgänge in den niederen Wesen und Wirkungen im Allgeschehen der jenseitigen Welten schauen konnten. Sie konnten nicht nur mit ihren Göttern oder Göttinnen verkehren, sondern auch wahrnehmen, wie sich in den ätherisch-astralen Gebieten die mikrokosmischen Anteile der Verstorbenen langsam verflüchtigten. Trotz alledem blieb es ihnen verborgen, wohin sich der Mikrokosmos bei seiner Auflösung im Jenseits  letztlich entfernte, wenn sich selbst die ätherischen und astralen Anteile aufgelöst hatten. So konnten sie keine plausible Anschauung vermitteln, wo und wie der spirituelle Impuls des Göttlichen im Menschen, eben die Seele, nach einem entsprechendem Lebensverhalten im Himmel bis in alle Ewigkeit in Seligkeit weiter existieren wird.
Im alten Ägypten haben die Priester eine hochkomplizierte Seelenreise durch die Unterwelt mit zahlreichen Kämpfen und Prüfungen in den diversen Jenseitsbereichen ausführlich beschrieben. Wer die ägyptischen Unterweltbücher einmal gelesen hat, kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich bei den plastisch beschriebenen Abenteuern der Toten um konkret erlebte Ereignisse handelt, die in der ägyptischen Unterwelt von der Seelenkonfiguration bestanden wurden. Auch die weisen Hindus, Gurus und Saddhus wussten und wissen von dem Fortbestehen in einem jenseitigen Gebiet mit seinen karmischen Auswirkungen auf die nachfolgenden Inkarnationen im Diesseits.
Zu allen Zeiten haben intelligente Menschen durchschaut, dass die uns so vertraute irdische Natur keine göttliche, vollkommen gute und gerechte Welt sein kann. Viele kriegerischen Auseinandersetzungen und Hungersnöte sprachen und sprechen deutlich dagegen, dass die Erde keine Schöpfung des absolut guten Gottes sein kann, der die totale Liebe, Weisheit, Frieden und Harmonie repräsentiert. Darum musste für die Gläubigen eine unerschütterliche Erklärung gefunden werden, in die eine Vorstellung der künftigen Wiederverbindung mit der Gotteswelt einfließen konnte. Diese Lücke wurde mit dem schillernden Begriff der Seele ausgefüllt, die nach dem Leiden in der irdischen Welt als Belohnung für das gottesfürchtige Verhalten des Menschen, ewig in Seligkeit weiterexistieren wird.
Ob in den Anfängen des Hinduismus oder in den Annalen des alten Ägypten, in den Keilschriftaufzeichnungen der Sumerer, in den chinesischen Philosophien oder in den Mythen der Mayas und Aymaras, überall finden sich Worte, die einen Aspekt des Menschen umfassen, der nach dem Tode eine Wiederverbindung mit dem göttlichen Lebensfeld ermöglicht. In Folge des Wissens oder des Glaubens an diese Wiederverbindung (darum das Wort Religion) mit dem göttlichen Lebensfeld entstand bei den Philosophen natürlich auch die Frage nach der Reinkarnation oder der Seelenwanderung, die von den katholischen Kirchenvätern per Absprache auf dem «Zweiten Konzil von Konstantinopel», 553 n.Chr., abgeschafft wurde. Ergo gibt es für die Millionen Gläubigen der christlichen Kirche in aller Welt keine Präexistenz der Seele – sie wird nach ihrer Doktrin mit der physischen Geburt von Gott dem Neugeborenen beigegeben – und es wird auch kein weiteres Fortbestehen nach dem Tode angenommen – ausgenommen die physische Auferstehung am Ende aller Tage nach der Gnade Gottes.

In den unterschiedlichen Philosophien der Völker und deren Religionen wird eine verwirrende Verschiedenheit der Seelen gefunden, die nicht nur untereinander gemäß des Landes oder der Zeit differieren, sondern auch im menschlichen Wesen selbst werden unterschiedliche Seelen benannt. Der Mensch verfügte z.B. im alten Ägypten über drei Seelen: Ka, Ba und Ach. In der Übertragung der Hieroglyphen kann natürlich nicht mit Sicherheit die wahre Bedeutung dieser Begriffe für die damaligen Priester und Menschen gefunden werden. Jedenfalls ist diese Dreiteilung der Seele dann über die Griechen und das Judentum in das Christentum eingeflossen. Dort wird in den Texten eine Körperseele, eine Vitalseele (Triebseele) und eine Geistseele erwähnt. So wie das vorwiegend dualistisch ausgerichtete griechische Denken die beiden Prinzipien Leib und Seele auseinander hielt, so schien es den christlich orientierten Philosophen sinnvoll, bei der Seele oder Psyche ebenfalls den persönlichen oder körperlichen Aspekt von dem metaphysischen Anteil zu trennen. Bei genauer Anschauung der erwähnten verschiedenen Bestimmungen der Seele werden die zwei Existenzformen des Menschwesens sichtbar: es lebt ein grobstofflicher Mensch, die Person in dieser materiellen Welt, und es existiert mit ihm eine Konfiguration aus unstofflichen Körpern, ein Mikrokosmos.

Bei vielen Autoren wirkt die Seele bis in das natürliche, stoffliche Selbst. Dabei liegt meistens der Schwerpunkt auf der Belebung des Körpers. Hegel unterteilt diese Wirkung noch nach natürlicher, fühlender und wirklicher Seele. Bei Hesekiel steht im Alten Testament: „Die Seele, welche sündigt, die muss sterben!“ Demnach kann gefolgert werden, dass es auch eine Seele gibt, die nicht sündigt. Die griechische Philosophie definierte eine pneumatische und eine physische Seele. Die pneumatische Seele wird nach christlich-jüdischer Anschauung den Tod überdauern und in das Paradies kommen. Diese Ansicht wurde ganz besonders von den «alexandrinischen Gnostikern» vertreten. Allerdings tun sich alle christlichen Autoritäten äußerst schwer mit der «Auferstehung» des Menschen, die Jesus seinen Nachfolgern verheißen hat.

Aus der griechisch-christlichen Seeleneinteilung kann geschlossen werden, dass das stoffliche Selbst des Menschen mit seinen natürlichen Bedürfnissen von einer seelischen Komponente durchwirkt ist, die mit dem Tode des physischen Körpers ebenfalls vergeht. Und darüber hinaus wird ein metaphysischer Körper der Person definiert, der für ein Weiterleben und die Auferstehung – bei guter Führung im diesseitigen Leben – von einer unsterblichen Seele geführt wird. «J. W. v. Goethe» betont es im Faust I, Vers 1112-1117: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust (= Staub) zu den Gefilden hoher Ahnen.“

Selbst bei detaillierten Interpretationen der urchristlichen Anschauung und den hinduistischen oder buddhistischen Philosophien bleibt jedoch immer noch die konkrete Frage offen: Was ist das nun, die Seele? Aus welcher Materie oder Kraft ist sie? –

Aus vielen Aufzeichnungen fernöstlicher Weisheiten und den Lehren der hermetischen Gnostiker in Alexandrien, sowie aus den aktuellen esoterischen und theosophischen Erkenntnissen kann entnommen werden, dass das menschliche Wesen mehr als nur ein Stoffkörper ist. Der Mensch ist ein Mikrokosmos aus mehreren Kraftfeldern, die für seine physischen Sinnesorgane nicht unbedingt wahrnehmbar sind. Dazu gehört das Ätherfeld, die Astralis, das Denkvermögen und weitere drei Felder, die im Mikrokosmos noch unkonzentriert vorliegen. Diese Felder bilden zusammen ein kugelförmigen Holokumulus, in dessen Mitte der stoffliche Mensch als Werkzeug, als bewusst mitwirkendes Organ lebt. Das inkarnierende Wesen im Mikrokosmos wird in der esoterischen Geisteswissenschaft als «aurisches Wesen» bezeichnet. Im Herzen, im Haupt und im Becken wird dieses von einer metaphysischen Entität berührt, die von Giordano Bruno und später auch von Leibnitz mit Monade bezeichnet wurde. Der Umfang des aurischen Wesens bildet eine siebenfach gegliederte Sphäre, das «Langzeitgedächtnis der Lipika»; dieser Begriff aus dem Sanskrit bezeichnet diese Speichersphäre des aurischen Wesens für das angesammelte Karma aus früheren Inkarnationen.

Von Innen nach Außen betrachtet, gliedert sich das menschliche Wesen, der Mikrokosmos, in folgende Aspekte:

    Erstens die Monade; – Das Gesamtwesen Mensch wird von einer elektromagnetischen Sphäre umfasst, die ähnlich einem Magnetfeld alle kohärenten Kräfte anzieht und alle nicht kompatiblen abstößt.Das aurische Wesen mit der Lipika, und dem Atemfeld, das innere Feld des aurischen Wesens, das die Gedächtnisse der aktiven Sphären bildet. Der physische Körper mit seinen Organen aus Materie ; –Dieser Stoffkörper ‘schwimmt‘ in einem Ätherfeld, das ihn um ca. 5 cm überragt; – Beide Felder durchzieht und umgibt ein Astralfeld. – Es entwickelt sich ein Mentalvermögen . – drei weitere nirvanische Kraftfelder durchwirken und dynamisieren das ganze System. Sie werden von den Theosophen meistens als Kausal-, Weisheits- und Geist-Licht-Körper benannt.

Das zentrale Feld des Mikrokosmos ist angefüllt mit ätherischen, astralen und mentalen Kräften und wird darum als Atemfeld bezeichnet, weil der Mensch alle Kräfte und auch die physische Luft durch dieses Feld hindurch einatmen muss. Natürlich werden alle Aspekte der Atmung von der Qualität der sich darin aufhaltenden „Bewohner“ beeinflusst. Das muss sehr klar verstanden werden, vor allem wenn man sich die Qualität der Seele  als Untersuchungsobjekt ausgesucht hat. Denn sie ist ein besonderer „Bewohner“ des mikrokosmischen Atemfeldes, wie aus der umfassenden Weltliteratur zu ersehen ist.

Um das genau zu verstehen, muss man einen speziellen Faktor des Lebens kennen lernen. Der Impuls zum Dasein eines Mikrokosmos kommt aus den Kraftfeldern des irdischen Kosmos und seiner für das Wirken und Sein notwendigen Hierarchien „unter dem Himmel“. Diese irdischen Götter und Devas oder Asuras haben den Auftrag, die natürlichen Wechselwirkungen allen Lebens in diesem Kosmos zu regeln und so lange in Funktion zu halten, bis alle Mikrokosmen, die zu dem Kosmos Erde gehören, vollendet in ihre Monaden eingegangen sein werden. Wer sich mit der Größenordnung und Komplexität dieses befassen möchte, muss sich mit zahlreichen weltumspannenden Schöpfungstheorien auseinander setzen. Wie die Genesis sagt, gibt es zwei Schöpfungen des Menschen. Eine Schöpfung ist völlig natürlich und geht von den «Göttern» der irdischen Natur aus. Die Aufzeichnungen sprechen dann aber noch von einer zweiten Erschaffung des Menschen nach seinem Bilde. Diese zweite Schöpfung aus der Monade des überirdischen Feldes wird allerdings erst nach einer gewissen Reife des natürlichen Mikrokosmos stattfinden können, folgt man den Betrachtungen der großen Esoteriker Blavatsky, Heindel und Steiner. In den verschleierten Darstellungen wird unter anderem auch bei den Rosenkreuzern von dem Wachstum des Mikrokosmos gesprochen.

Der Gedanke, dass der Mensch ein Mikrokosmos in Entwicklung ist, der komplett von den unstofflichen Sphären der Natur durchwirkt wird, ist wie gesagt, keineswegs eine moderne Erkenntnis. In der chinesischen Medizin z.B. findet sich seit tausenden von Jahren das Phänomen ch‘i. Ch‘i ist, in abendländischen Begriffen erklärt, das strukturierte Muster von Lebenszusammenhängen, das in Begriffen einer Ausrichtung definiert wird. (Nach Porkert und Kapra) Aus unserer Sicht ist es das holografische Interferenzmuster aller Wechselwirkungen zwischen den sieben Kraftfeldern des Seins, das vom universellen Bewusstsein über die Monaden zur Evolution aller kosmischen Offenbarungen gedrängt wird. Damit wird auch deutlich, dass die esoterischen Erkenntnisse über die diversen Sphären und Hierarchien im Jenseits zu den altbekannten Weisheiten aller Zeiten gehört.

Es muss  davon ausgegangen werden, dass seit vielen tausend Jahren das Erfassen und Bedenken der Erscheinungen im Menschen beständig einengte, verdichtete, zu Gunsten einer individualisierten Autonomie. Darum haben die Menschen die Fähigkeiten des Hellsehens in die sie umgebenden transpersonellen Lebensfelder und ihre Verbindung mit den verschiedenen «Göttern» und den Elementarwesen im Jenseits verloren. Rudolf Steiner berichtete in seinen Vorträgen in München im August 1911 über dieses Phänomen. Auch Mircea Eliade erwähnt in seinen Betrachtungen über den Schamanismus der Welt, dass die modernen Schamanen immer weniger wirklich mit ihren «Geistern» oder «Göttern» kommunizieren können. Einige Uralte dieser Zunft bekennen in den Gesprächen mit den Ethnologen, dass ihre Väter und Vorväter sich noch ganz konkret mit den «Kräften im Jenseits» verbanden, um durch diese ihre Vorhersagen zu machen oder die Kranken des Clans zu heilen. Um im 21. Jahrhundert ihren Auftrag als Heiler und Medizinmann für ihren Clan erfüllen zu können, müssen sie entsprechende landestypische psychedelische Drogen benutzen, damit sie mit den Geistern in den feinstofflichen Sphären kommunizieren können. Den Schamanen war in ihrer Kultur bewusst, dass die Krankheit des Körpers oder eines Körpergliedes immer ein Defekt im Fluss der mikrokosmischen Kräfte und seiner damit verwobenen «Seele» war.

Damit kommen wir bei unseren Betrachtungen zu einer Perspektive, die recht gut die Rahmenbedingungen der Seele offenbart. Insbesondere in den indischen Philosophien wird die Seele oftmals als Zusammenfügung aller feinstofflichen Körper des Menschen bezeichnet. Die esoterische Geisteswissenschaft prägte dafür den Begriff «Aurisches Wesen». Wer den Gedanken in den religiösen Philosophien der Völker über die Seele aufmerksam folgt, kann erkennen, dass sich die Autoren in diesem Zusammenhang stets bemüht haben, konkrete Fakten der Reinkarnation zu erwähnen. Insbesondere das Bardo Tödol, das Tibetanische Totenbuch, und die Unterweltbücher aus Ägypten beschäftigen sich ausführlich mit den nachtodlichen Erlebnissen. Viele Aspekte davon werden heute durch die Berichte von Nahtoderlebnissen bestätigt, die z.B. von «Dr. Raymond A. Moody» um 1970 in Amerika gesammelt und erstmals 1975 veröffentlicht wurden. In zahlreichen Religionen wird ein Weiterleben nach dem physischen Tod in einem der jenseitigen Umgebung angepassten Körper beschrieben, der dort sogar ganz praktisch irdische Bedürfnisse befriedigen musste. Das beweisen auch die von den Archäologen auf allen Kontinenten gefundenen Grabbeigaben. Der Leser wird in allen bestehenden Philosophien lesen können, wie auf kulturtypische Weise das mikrokosmische Wesen und seine Seele in metaphysische Lebensfelder eingebettet ist. Mit dem Begriff Seele wurden dann besonders die unstofflichen Aspekte des Mikrokosmos benannt, insbesondere die «Astralis», die mit dem darin stets anwesenden belebenden Faktor der Seele ganze System durch das Begehren antreibt.

Geschulte Hellseher können alle diese Kraftfelder des Jenseits und des Mikrokosmos wahrnehmen und beschreiben, wie z.B: Leadbeater, A. Besant, Elivas Levi, Gurdjieff u.a. Das Aurische Wesen, oder ein Teilaspekt davon, lebt in ihren Vorstellungen nach dem Tod des Körpers weiter, der damals von ihnen «Seele» genannt wurde, analog den bereits bestehenden von den Religionen eingebürgerten Vorstellungen. Einige Theorien sprechen davon, dass sich die unstofflichen Körper des Mikrokosmos später in einem Übergangsgebiet auflösen, wohingegen das aurische Wesen mit der Beseelung sich für eine erneute Inkarnation vorbereitet. Die verschiedenen Religionen sprechen der fortlebenden Seele dementsprechend ganz unterschiedliche Erlebnisbereiche zu. Je nachdem wie sich der Mensch bzw. die Seele im irdischen Leben den humanistischen Vorstellungen eines guten und friedlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft gewidmet hat, ist für die Seele das nachtodliche Weiterleben eine Art Hölle, mit Leiden und Peinigungen, oder eine Art Himmel, mit glücklichem und freudevollem Dasein, vorgesehen, befreit vom materiellen Rad zwischen Geburt und Tod.
In den indischen Philosophien wird von einer weiteren Reifung der Seele während ihrer Erlebnisse und Geschehnisse in den diversen jenseitigen Gefilden gesprochen. Erst nach einer vollständigen Auflösung aller unstofflichen Körper sowie der Einspeisung aller Lebenserfahrungen in die Gedächtnisse des Mikrokosmos, die Lipika, kommt es zu einer erneuten Inkarnation in der irdischen Natur, wobei entsprechend den karmischen Vorbedingungen auch eine Person im materiellen Feld geschaffen wird. Ganz ähnlich musste die ägyptische Seele nach vielen Auseinandersetzungen mit den verschiedenen geistigen Bewohnern in der Unterwelt, des Jenseits, unter Zuhilfenahme von Osiris, an den dort hausenden «Göttern» vorbeikommen, um letztlich erfolgreich den Weg in die Sonne zu finden. Auf diese sehr bildhafte Art und Weise wird die qualitative Bewertung der Seele in der ägyptischen Mythologie ausgesprochen physikalisch dargestellt. Das Herz oder das Gewissen des Kandidaten (=die Seele) wird von Anubis und Thot auf den Waagschalen der Maat gegen eine Feder gewogen. Auch hier ist die Symbolik eindeutig. Der Kern, das Herz des Menschen, als physischer Wohnplatz der Seele, liegt als ein konkreter Teil des Mikrokosmos auf der Waagschale, und die Götterfiguren, die Hierarchien im Jenseits, entscheiden über ihr/sein weiteres Verbleiben.

All diesen Darstellungen kann man entnehmen, dass die Seele auf eine besondere Weise mit den energetischen Ansichten des Mikrokosmos korrespondiert. Dann stellt sich allerdings die Frage, in welchem Anteil  des Gesamtwesens manifestiert sie sich? Aus den verschiedenen Lehren ist bereits deutlich geworden, dass es mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Seelen gibt. Einige indische Theorien sprechen von neun oder sogar noch mehr Seelen, je nachdem welchen Ausblick auf das Wesen Mensch der Philosoph im Auge hat. Dabei wird subtil angedeutet, dass es den Autoren eigentlich weniger um die Qualität der Seele geht, sondern vielmehr um ihre Aufgabe und ihre Funktion, vor allem im Zusammenhang mit dem physischen Tod.

An dieser Stelle bietet sich ein ganz konkreter Ansatzpunkt für eine moderne Beschreibung der Seele. Es ist durchaus ein sehr guter Denkansatz, wenn für einige Philosophen die Seele das «Aurische Wesen» im Mikrokosmos repräsentiert, das nach dem Ausvibrieren von Äther, Astralis, Mentalis die nirvanischen Felder noch eine Weile zusammenhält, bis auch diese sich aufgelöst haben. Doch nach den Bedeutungen der weitergehenden Seelenfunktionen wäre uns diese Zuteilung etwas zu engherzig, auch wenn das «Aurische Wesen» die Qualität des ewigen Lebens als solches bereits beinhaltet. Damit wäre dann der Tatbestand einer ewig seienden Seele eigentlich schon angedeutet. Man muss sich dann jedoch die unbequeme Frage stellen, ob das Aurische Wesen wirklich für die irdische Sünde verantwortlich ist? – Wie die zahlreichen Schöpfungsmythologien darstellen, ist es nämlich gerade das aurische Wesen oder der Mikrokosmos als solcher, der den Ausrutscher in das Chaos ausgelöst haben soll. Danach entspräche das Aurische Wesen dann der Seele, die sündigt, die sterben muss, wie es von Hesekiel erklärt wird.
So wie die Erde eine Atmosphäre um sich herum ausbreitet, in der die verschiedenen Lebensfelder miteinander kommunizieren, so verfügt auch der Mikrokosmos über ein mehrschichtiges Atemfeld. Zunächst ist dieses Feld von den erforderlichen morphischen Feldern erfüllt, die für das Wachstum des Kindes die erforderlichen Informationen bewahren und neue Informationen aus dem aktuellen Sein aufnehmen. Der erste selbstgeschaffene Bewohner des Atemfeldes, das Ego des Babys, formiert sich primär aus dem Begehren nach Nahrung und Mutterwärme, Zärtlichkeit und Zuwendung, sowie Sättigung an der Brust, womit gleichermaßen die Ernährung des heranwachsenden Ätherkörpers gesichert wird. In der Kindheit wird somit das Ego als erster Bewohner des Atemfeldes von den primären Begierden, Gefühlen und Gedanken des Kindes geprägt, die natürlich auf die körperliche Selbsterhaltung ausgerichtet sind. Im Laufe des Heranwachsens kommen alle Gedanken- und Begierdenkomplexe hinzu, die sich aus der Wechselwirkung der Person mit seinem gesellschaftlichen Umfeld und dem einströmen der karmischen Bedingungen sowie der monadischen Impulse ergibt. Darum konnte Karl Marx in seiner Philosophie sehr bestimmt behaupten, der Mensch wird von seiner Umwelt geprägt. Er hatte in seiner Philosophie allerdings die Rahmenbedingungen durch das Karma vergessen, das sich verstärkt in der Phase der Pubertät über das sich vervollständigende Astralvermögen mit dem Menschen verbindet. Darin entfalten sich alle Bedürfnisse der partnerschaftlichen Beziehungen und der Fortpflanzung mit den darin verflochtenen karmischen Verpflichtungen aus früheren Inkarnationen. Dabei sind dann auch alle Wertvorstellungen der familiären Gruppe und die zugehörigen gesellschaftlichen Tabus in einer individuellen lebendigen Struktur erhalten.

Man sollte sich dabei vergegenwärtigen, dass bei allen Lebensvorgängen und Ereignissen die aktuelle Astralis sowie die Mentalis unentwegt schöpferisch tätig sind. Aus allen Wünschen und Begehren, aus allen Überlegungen, Bedenken und aktivem Handeln formt der Mensch – ohne etwas davon zu bemerken – Wesen aus Mentalstoff und Astralis, die sich in den strukturierten morphischen Feldern versammeln. Diese Bewohner des Atemfeldes mischen sich permanent in das egoistische Denken, Fühlen und Handeln ein und bestimmen damit die weitere mentale und emotionale Ausrichtung der Person. Einerseits sind diese Mentalschöpfungen wirklich lebensnotwendig für den Menschen, andererseits können sie zu den größten Behinderungen für ein geordnetes Leben werden, was zahlreiche Psychotherapeuten aus ihrer Praxis bestätigen könnten.
Die Informationen in den morphischen Feldern eines jungen Menschen bestehen vorwiegend aus den Selbsterhaltungsstrategien der im materiellen Wettkampf heranwachsenden Person. Dieser egozentrische Grundimpuls des um Selbsterhalt ringenden Menschen bildet zunächst das Ego als ein alles bestimmendes Wesen, das alle anderen Lebensstrukturen des gesamten Mikrokosmos koordiniert. Dabei spielt vor allem die Ausrichtung der Wahrnehmung und die damit verknüpfte Bewertung der Einsichten und Überlegungen eine alles entscheidende Rolle. Dieses EGO, als ein Wesen aus Astralis und Mentalis, kann man gut und gerne als die Naturseele bezeichnen. Sie ist unbewusst mit allen Funktionen und Aktivitäten des Menschen, seinem Fühlen, Denken und Handeln, verbunden und sie bestimmt über das aurische Magnetfeld die Qualität der kosmischen Kräfte, die vom Mikrokosmos eingeatmet werden.

Die oft gestellte Frage: Wer ist das eigentlich, der da ICH sagt?, kann hiermit eindeutig beantwortet werden. Es ist selbstverständlich die Naturseele, das Ego, dieser dominante Gedanken- und Gefühls-Kumulus im Atemfeld des Mikrokosmos. Er – dieses Ich – ist niemals das ausführende Organ der Persönlichkeit, nimmt aber alle Aktivitäten des Körpers für sich in Anspruch und macht sich damit bedeutend. Man kann das sehr schön im normalen Leben bei allen Aussprachen beobachten. Am besten sagte es wohl Ludwig der XIV. von Frankreich: „L‘état c‘est moi!“. Man vergleiche damit die vornehme Artikulation von Descartes: „Ich denke, also bin Ich!“ Ganz deutlich wird es in den 10 Geboten zum Ausdruck gebracht, die Moses von JHWE erhalten haben soll: „ICH bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“

Zur Vereinfachung der nachfolgenden Besprechung wollen wir diesen Atemfeldbewohnern aus mentalen und astralen Kräften eine Bezeichnung geben, die einem Buch von Gustav Meyring entnommen ist: «Golem». So können wir jetzt sagen, dass das Atemfeld unbewusst zahlreiche kleinere und größere Golems beherbergt, die unter anderem alle dort zirkulierenden Kräfte mit ihrer Grundschwingung in Übereinstimmung bringen, bevor sie vom körperlichen Menschen eingeatmet werden. Der Mensch reproduziert und ernährt mit seinen Gedanken, Gefühlen und Taten seine Golems und erschafft stets auch völlig neue, die zu seinem bereits existenten Pantheon passen. Dabei ist der Hauptgolem, die Naturseele, sein Ego, der größte und absolut dominante Faktor, der Metaprogrammierer. Er bestimmt die prinzipielle Polarität aller Gefühle und Gedanken sowie seine Ausrichtung z.B. auf Tierliebe und Natur, Humanität, Moralität und Mitgefühl, Sozialität und Geselligkeit, auf Politik und Machtstreben etc. Sie bestimmt seinen Platz im Dasein, reguliert sein Werden und auch seine Vergehen gegen die gesellschaftlichen Normen. Diesen Hauptgolem im Atemfeld eines jeden Menschen kann man als Naturseele bezeichnen, denn sie ist im Wechselspiel zwischen dem aurischen Wesen, dem morphogenetischen Programm der stofflichen Eltern, dem morphischen Feld in der Astralis und den mentalen Einsichten des Menschen von Kindesbeinen an, entstanden.

Zu Beginn des Lebens war diese Seele die das Leben sichernde Instanz, zuständig für die Belebung des Wesens einerseits und auch für alle regulativen Wechselwirkungen im Mikrokosmos. Für seine irdische Existenz müssen alle Kraftfelder durch eine innewohnende Dynamik zentriert zusammengehalten und durch spezielle Kraftimpulse belebt, für das aktuelle Geschehen selbsterhaltend dynamisiert werden. Zwischen diesen funktionalen morphischen Feldern strömen unzählige Informationen hin und her. Darüber hinaus findet eine beständige Kommunikation mit den resonanten transpersonalen Feldern des Jenseits statt. Die permanente Interdependenz mit den das All erfüllenden unstofflichen elektromagnetischen Kraftfeldern wird bei den meisten Erläuterungen oftmals übersehen. Der Mikrokosmos ist realistisch betrachtet ein Stoffwechselorgan, wobei der Begriff „Stoff“ hier für Verwirrung sorgt, denn es geht im ganzen Kosmos weniger um die materielle Seite unserer Natur, sondern vor allem um eine beständige Kommunikation von Kräften und Informationen in einem alles umspannenden siebenfachen Kraftfeld des Kosmos. Dabei spielt allerdings die stoffliche Person eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Der Mensch sollte es eigentlich aus eigener Erfahrung wissen. Er ist vor allem auch ein Betrachtungsorgan, das seine Wahrnehmungen bewusst realisiert und mit seinem ICH die zu ihm durchdringenden Impulse aus der Monade nach den Kriterien der interkosmischen Evolution bewertet.

Wer sich in seiner Weltanschauung mit dieser Megastruktur des Menschen vertraut machen kann, wird auch die Frage nach der Qualität der Seele beantworten können. Die Natur-Seele kann als eine Zusammenfügung von feinstofflichen Kräften, Mentalis und Astralis gesehen werden, die im Atemfeld des Mikrokosmos alle Aktivitäten des Menschen unbewusst beeinflusst. Der Mensch glaubt, seine Handlungen aktiv selbst ausgeführt zu haben. Wer sagt: Ich habe diese Idee gehabt. oder Ich habe die Schlacht geschlagen. oder Ich habe die Natur gerettet, ist seinem «inneren Golem» aufgesessen, denn die von seiner Naturseele angespornten Kräfte haben den Menschen handeln lassen.
Fassen wir die weiteren Vermögen der Seele noch einmal zusammen.
Erstens: die Seele hat Bewusstsein und sie kann denken. Die Seele bewirkt Kommunikation und Information, allerdings in und mit allen Aspekten aus den morphischen Feldern des Mikrokosmos und auch darüber hinaus, mit allen kosmischen Feldern des Jenseits.
Zweitens: Die Seele ist eine komplexe Vernetzung vielfältiger Informationen aus allen Strukturen des mikrokosmischen Wesens. Wie ein Baum hat sie überall ihre Wurzeln und streckt in alle Richtungen ihre Äste, die über einen starken egoistischen Stamm mit den Wurzeln verbunden sind.
Im Laufe des Lebens werden diese Strukturen der Naturseele immer kräftiger und zu unüberwindlichen morphodynamischen Faktoren, die nachhaltig das Denken und Beurteilen des Menschen bestimmen.

Der «Golem» Seele bestimmt vor allem die Aufmerksamkeit und Ausrichtung der agierenden Person. Sie bestimmt, wohin sich der Mensch ausrichtet, entweder auf die materielle Seite des irdischen Lebens – das wäre die Seele, die ‘sündigt‘ (dies ist gewiss ein falscher Begriff; denn die Naturseele bemüht sich um eine gute materielle Ausstattung des Körpers) – oder er lenkt sein Begehren nach den holistischen Impulsen der Monade – das entspräche der ewig seienden Seele. Das astrale Begehren muss nämlich die Selbsterhaltung in allen Kraftfeldern für den ganzen Mikrokosmos sichern, solange seine materielle Konzeption noch nicht voll ausgebildet ist. Werden die höheren Ansichten der Astralis und Mentalis aktiv, dann wird «die Seele» die permanente Evolution innerhalb der Schöpfung dynamisieren. In diesen Zusammenhang macht uns noch einmal der Ausspruch des Faust in Goethes Drama: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, Die eine will sich von der andern trennen; Die eine hält, in derber Liebeslust, sich an die Welt mit klammernden Organen; Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust (= Staub) zu den Gefilden hoher Ahnen.“ auf ein besonderes Problem des Menschen aufmerksam.
Wenn man nach der Qualität der zweiten, der ewig seienden Seele fragt, sollte man sich kurzfristig mit der Art und der Struktur unseres natürlichen Lebensfeldes befassen. Allen Menschen ist die stoffliche Natur mit allen ihren materiellen Erscheinungen unseres Planeten Erde völlig selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass alle materiellen Erscheinungen selbst elektromagnetische Kraftfelder sind und von unstofflichen Kräften durchdrungen sind, die das Dasein auf der Erde überhaupt erst ermöglichen.

Bedauerlicherweise hat sich in den Lebensfeldern unseres Kosmos eine «gewisse Unheiligkeit» entwickelt, die ähnlich den Vorgängen im Atemfeld des Mikrokosmos aus mentalen und emotionalen Schöpfungen der ganzen Menschheit besteht. Im Jenseits tummeln sich also neben den Wesen und Kräften, die diese irdische Natur erhalten und ordnen, auch Wesen und Entitäten (Äonen), die aus den Wünschen und Begehren aller Menschen nach einem paradiesischen Dasein auf Erden entstanden sind und auch noch immer entstehen. Zu allem Überfluss sind die ätherischen, astralen und mentalen Felder des Jenseits auch die Gebiete, in denen sich die Mikrokosmen der Verstorbenen langsam auflösen. Es ist jetzt hier nicht der Platz, all die verwickelten Entwicklungen der jenseitigen Sphären im Einzelnen zu erläutern. Beschränken wir uns auf den Fakt, dass ähnlich den Golems im Atemfeld des Mikrokosmos sich im Jenseits gewaltige Äonen (Holokumulies) oder Asuras aus den Halbwahrheiten und globalen Aktivitäten entwickeln, die neben allen egozentrischen Bestrebungen nach Macht, Ruhm und Reichtum auch mit all den Begierden nach Erleuchtung und ewigem Leben für das selbstsüchtige Ego geladen sind. «Diese Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel», wie sie von Paulus im NT genannt werden, spiegeln den verlangenden Menschen vor, dass ihre Natur-Seele dermaleinst heilig in den seligen Bereichen eines paradiesischen Himmels ewig leben wird. Für diesen Betrug machen diese Entitäten oder Götter oder Devas im Jenseits alles, damit ihre Selbsterhaltung für ewig gesichert ist, denn sie wurden über Millionen von Jahren von selbstsüchtigen Menschen hervorgebracht.

Allerdings müssen alle Mikrokosmen, die auf diese Vortäuschung falscher Tatsachen hereinfallen, dermaleinst erneut ihre Erfahrungen als sterblicher Erdenbürger vervollkommnen. Es ist die Regel, dass alle stoffliche Menschen ihre materielle Seite des Lebens erfüllen. Erst wenn die materielle Ansicht des Mikrokosmos vollständig wurde, kann eine Entfaltung der höheren Lebensfelder ungestört von statten gehen. Die Möglichkeit, dass sich ein unvollendeter Mikrokosmos eine neue Seele zur Geburt bringt, ist in der Evolution ausgeschlossen. Dass der Mensch mit seinem methodischen Streben den Himmel dermaleinst betreten kann, was Weise aus den großen ursprünglichen Religionen beschreiben, ist nur eine Etappe der Menschheit bei der Entwicklung zu einem vollkommenen Mikrokosmos. Der Glaube, dass jenen die Gnade geschenkt wird, einmal eine neue Seele zu bekommen, die sich wahrhaftig im Garten Eden oder im Paradies ewig aufhalten kann, verbindet den Strebenden mit einer mentalen Enklave im Devachan, in einem mentalen Feld des Jenseits.

Kann sich der Mensch von den Selbsterhöhungen innerhalb des irdischen materiellen Kreislaufes lösen, weil sein Mikrokosmos in der Astralis und in der Mentalis neue Aspekte aktivieren konnte, wird die Person sich intensiv der weiteren Evolution des Kosmos weihen. Es entsteht von selbst dieses Begehren nach einer permanenten Weiterentfaltung und wie selbstverständlich eine mentale Neutralität gegenüber allen materiellen Belangen. Die Sehnsucht nach einer holistischen Lebenswelt wird zu einem uneingeschränkten Mitwirken bei der interkosmischen Umwälzung in der Evolution der Erde. Die Stimme der Monade lenkt immer deutlicher das Wesen Mensch bei seiner Arbeit. Diese innere Stimme, die im Herzen das Fühlen und Begehren stimuliert, die im Verstand stets deutlicher das Denken beeinflusst, die im Plexus Sakralis das rechte Handeln bestimmt, kann als ein neuer mental-astraler Golem im mikrokosmischen Atemfeld erkannt werden. Zusätzlich werden Informationen aus den morphischen Feldern der Lipika an die Oberfläche kommen, mit denen die Erinnerung vom ursprünglichen Auftrag des Menschen in das Erkennen des Kandidaten klingt. So entwickelt sich in diesem Wechselspiel zwischen mentalem Erfassen, aurischer Sphäre und den monadischen Berührungen, eine Art neuer «Beseelung.»

Diese innereigene Dynamik, begleitet von einer neuen Einsicht in die wahren Absichten des kosmischen Lebens, wird die weiter entwickelten Menschen zu einer Lebenshaltung führen, mit der den noch nicht entwickelten Mikrokosmen geholfen wird, selbst die vor ihnen liegenden Prozesse der Entfaltung zu fördern. Das alte selbstsüchtige Denken verliert prozessmäßig an Kraft, weil sich der Mensch bewusst seinem neuen Lebensziel zuwendet, und unter dem Einfluss seiner Monade sich völlig dem realen Auftrag der interkosmischen Evolution zuwendet. Diese Transfiguration wirkt sich vor allem in den Feldbereichen der Astralis und Mentalis aus, wo in einem mehrstufigen Prozess neue Aspekte entwickelt werden, die bislang noch nicht vom Menschen erfasst werden konnten. Jetzt kann das neu erwachende Erfassen sprechen, wie Johannes: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.“

Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
1. Man kann die Seele als das unstoffliche Ego bezeichnen, es ist ein Golem aus astralen und mentalen Kräften im Atemfeld des Mikrokosmos. Viele Theorien deuten auf ihre Weise und in ihrer Sprache ähnliche Dimensionen an. Der Begriff «Seele» wird meistens für einen nicht genau definierten Aspekt in den unbewussten Sphären der Persönlichkeit verwendet. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass von diesem Anteil des Mikrokosmos ein dynamisches Prinzip ausgeht, eine Art Gewissen oder moralische Instanz, die das Denken, das Begehren und das Handeln des Menschen unbewusst prägt.
2. Die Dynamik der mikrokosmischen Verbindung aus den morphischen Feldern der drei Lebensfelder Äther, Astralis und Mentalis bestimmt in allen Wesen die Individualität.
3. Die Grundvibration dieses «EGO» bewirkt vor allem die Ausrichtung bei allen Wahrnehmungs- und Denkvorgängen, die Art wie Erinnerungen aufgerufen, Bedeutungen, Wertungen und Beurteilungen vorgenommen werden.
4. Die Grundvibration dieses «EGO» bestimmt auch den Charakter, den magnetischen Vibrationsschlüssel des Mikrokosmos, und dominiert somit den gesamten Stoffwechsel der Kraftfelder für die Selbsterhaltung und die Evolution in der Schöpfung.
5. Eine sündige Seele als solche gibt es nicht. Der Erfahrungsweg in dieser materiellen Natur ist für jeden Mikrokosmos erforderlich, um die Entwicklung eines intelligenten Verstandes zu schaffen, der sich selbst und sein Umfeld mit allen transpersonalen Lebensfeldern erkennt. Mit ihm kann der Mensch lernen, den Impulsen seiner Monade zu folgen.
6. Ein solcher Mensch wird mit den zahllosen Erfahrungen reifer, die er mit seinem heranwachsenden Mikrokosmos machen darf, um dem weiteren Werden für die Entfaltung aller Kräfte im Wesen Erde den Weg zu ebnen.
7. Wer von einer «göttlichen oder Geist-Seele“ in seinem Modell sprechen möchte, wird diese in der Kommunikation der Monade mit dem Mikrokosmos finden. Diese bewirkt zunächst einen «Golem» im Atemfeld, der  sich im Mikrokosmos der weiteren Entwicklung des Ätherfeldes, der Astralis und der Mentalis widmet. Dass damit erhebliche Veränderungen im Denken, Erfassen, Bewerten und auch in der Physis des Menschen verbunden sind, wird jedem intelligenten Menschen verständlich sein.

Mit diesen Definitionen werden einige offene Fragen nach dem seelischen Sein beantwortet, die mit den bestehenden Thesen durchaus verträglich sind. Die Seele als dominanter «Kraftstern» aus Astralis und Mentalis bestimmt als Triebfeder durch Begehren, Aufmerksamkeit, also Ausrichtung, das Ziel des Mikrokosmos: Selbsterhaltung zur Selbstentfaltung in der alles umfassenden schöpferischen Evolution. Dafür regelt im irdischen Lebensfeld zunächst ein «EGO» (=Naturseele) den Stoffwechsel und bewirkt die Kommunikation mit allen unstofflichen Kraftfeldern im Rahmen der isomorphen Resonanz, bis aus allem Leiden und Erleiden in der Materie die Erfahrung aufsteigt, dass das Dasein ein höheres Ziel hat. Dadurch wird der Weg zu den höheren Sphären auf der Spirale der Evolution gebahnt.

Danach wird sich unter dem Einfluss der Monade im Mikrokosmos ein neues Begehren und Bedenken entfalten. So entflammt dieser nun auf die Evolution ausgerichtete Mikrokosmos auch seine Dienstbarkeit in der auf die höchste Ideation ausgerichteten Evolution des Kosmos. Dabei wäre zu erwähnen, dass das mikrokosmische Sein zu allen Zeiten ein Teil seiner Monade ist, die immer mit dem universalen All-Bewusstsein verbunden ist, das sich im kosmischen und im solaren Feld der Schöpfung manifestiert. Im Rahmen dieser interkosmischen Evolution wird das Denken und Erfassen eines jeden Mikrokosmos einmal soweit mit den kosmischen und makrokosmischen Entwicklungen vereint sein, dass er sie, im Vergleich seinen heutigen Verhältnisse als einen paradiesischen Himmel bezeichnen würde. Bis dahin müssen allerdings noch einige Inkarnationen erfolgreich verlaufen.

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Aufbruch ins dritte Jahrtausend

 

Von der Zukunft der fantastischen Vernunft

Prägnante Auszüge aus dem Buch, Scherz Verlag 1962, und einige Kommentare zu den Textpassagen, die meinem aktuellen Informationsstand widersprechen.

«Unser Jahrhundert wird etwas erleben, das noch bedeutsamer ist als das Aufkommen des Buddhismus. Von jetzt an geht es nicht mehr darum, die menschlichen Fähigkeiten in den Dienst dieser oder jener Gottheit zu stellen. Die religiöse Kraft der ganzen Welt ist es, die in uns eine entscheidende Krise durchmacht: die Krise ihrer eigenen Entdeckung. Wir fangen an, ein für allemal zu begreifen, dass die einzige für den Menschen annehmbare Religion diejenige ist, die ihn zunächst einmal lehrt, das Universum, dessen wesentlichster Teil er ist, zu erkennen und zu lieben und ihm voller Hingebung zu dienen.»

G. Boujus Ansicht nach war Evolution nicht gleichbedeutend mit Transformismus, sondern eine integrale, aufwärts strebende Kraft, die die psychische Dichte unseres Planeten ständig erhöht und ihn allmählich befähigt, Verbindung mit den geistigen Bezirken anderer Welten aufzunehmen und sich der Seele des Kosmos selbst zu nähern. Die Menschheit war für ihn keineswegs am Ende ihrer Laufbahn angelangt, sondern strebte in aufsteigender Linie über ein kollektives Leben und die allmähliche Bildung einer einheitlichen Seelenstruktur dem Zustand eines Überbewusstseins zu. Er erklärte, der Mensch sei noch nicht vollendet und gerettet, doch die Kondensationsgesetze der schöpferischen Energie berechtigten uns zu ungeheuren Hoffnungen von kosmischem Maßstab. (Seite 17)


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Bevor man sich an die Ausführung eines solchen Buchs begibt, muss man seine Gedanken weit nach rückwärts und weit nach vorwärts ausschicken, um so die Gegenwart zu verstehen. Ich, L.Pauwels, stellte fest, dass die Menschen, die ich bis vor kurzem ablehnte, weil sie ganz einfach «modern» waren, mir auch jetzt nicht sympathischer wurden. Nur hatte ich sie aus einer falschen Einstellung heraus verurteilt. In Wirklichkeit sind sie deshalb bemitleidenswert, weil ihr Denken einem viel zu kleinen Zeitabschnitt verhaftet ist. Kaum haben sie angefangen zu existieren, so sind sie bereits wieder hinter ihrer Zeit zurück. Um wahrhaft gegenwärtig zu sein, muss man ein Zeitgenosse der Zukunft werden. Und selbst die fernste Vergangenheit noch lässt sich als Brandungswelle der Zukunft erkennen. Von dem Augenblick an, da ich begann, die Gegenwart zu befragen, wurden mir die erstaunlichsten und verheißungsvollsten Antworten zuteil. (Seite 25)

Kommentar: Wer sich der Zukunft mit seiner ganzen Persönlichkeit weihen will, muss alle Vorstellungen, Vorbehalte und vor allem alle irgendwie gearteten Traditionen und Tabus eindeutig von weisen und auch nicht mehr in seinem Unbewusstsein ernähren!

Die letzten Untersuchungen auf dem Gebiet der Psychologie (1960?) scheinen das Vorhandensein eines Zustands zu beweisen, der weder dem Schlafzustand noch dem Zustand des Wachseins gleichzusetzen ist. Es handelt sich um einen Zustand erhöhten Bewusstseins, in dem der Mensch in den Besitz verzehnfachter geistiger Fähigkeiten gelangt. Der Tiefenpsychologie, die wir der Psychoanalyse verdanken, fügen wir heute eine Höhenpsychologie hinzu, die uns den Ausblick auf eine mögliche Überintellektualität eröffnet. Das Genie wäre demnach eine der Etappen auf dem Wege, den der Mensch in sich selber durchlaufen muss, um zum Gebrauch seiner Gesamtfähigkeiten zu gelangen. Wir wenden in einem normalen Leben nicht den zehnten Teil der uns möglichen Aufmerksamkeit und Intuitionsfähigkeit, der uns möglichen Beobachtungs-, Erinnerungs- und Koordinationsgabe an. Es ist durchaus denkbar, dass wir binnen kurzem die Schlüssel finden oder wiederfinden, mit deren Hilfe wir Türen aufschließen können, hinter denen uns eine Unzahl von Erkenntnissen erwartet.
Der Gedanke einer bevorstehenden Mutation der Menschheit in diesem Sinne gehört nicht in den Bereich okkultistischer Träume, sondern in den der Wirklichkeit. Zweifellos gibt es bereits Mutanten unter uns oder doch jedenfalls Menschen, die schon einige Schritte auf dem Weg zurückgelegt haben, den die Menschheit als Ganzes eines Tages einschlagen wird. Wenn bestimmte untergegangene Kulturen bereits profunde Kenntnisse über das Wesen der Materie und der Energie und über die Gesetze, die das Weltall regieren, gehabt haben und wenn Fragmente dieser Kenntnisse über alle Zeitalter hinweg bewahrt wurden (eine Annahme, die uns keineswegs als gesichert erscheint), so konnte die Überlieferung dieser Kenntnisse nur durch höher geartete Geister und in einer Sprache bewerkstelligt werden, die der Allgemeinheit zwangsläufig unverständlich sein musste. (Seite 70)

Kommentar: z.B. die architektonisch eingebauten Aussagen in der großen Pyramide von Gizeh, die nur über mathematisch-kabbalistische Vergleiche ermittelt werden konnten! Axel Klitzke, Pyramiden: Wissensträger aus Stein.

Ashoka, der sich zum Buddhismus bekehrte, verbreitete durch das Beispiel seiner eigenen Tugend diese Religion in Indien und in seinem gesamten Herrschaftsgebiet, das sich bis zum Malaiischen Archipel, Ceylon und Indonesien erstreckte. Von hier aus eroberte der Buddhismus Nepal, Tibet, China und die Mongolei. Aschoka respektierte indessen alle religiösen Sekten. Er predigte eine vegetarische Lebensweise, verbot den Alkoholgenuss und schaffte die Tieropfer ab.

Kommentar: Doch wie verhält sich die heutige Menschheit? – Ungezählt sind die Tonnen toter Tiere, die von der Menschheit jährlich verzehrt werden. Wie verhält es sich mit dem Gebot des Moses: Du sollst nicht Töten!. Ungeachtet aller weisen Ratschläge wird weiter gemordet.

H. G. Wells schreibt über ihn in seiner Short History of the World:
«Unter den Zehntausenden von Herrschernamen, die sich in den Spalten der Geschichtsbücher aneinanderreihen, leuchtet der Name Aschoka wie ein Stern in einzigartigem Glanz.» Man berichtet, dass Kaiser Aschoka, der über die Schrecken des Krieges unterrichtet war, die Absicht hatte, den Menschen auf immer den Gebrauch der unheilvollen Intelligenz zu untersagen. Unter seiner Herrschaft wird die Naturwissenschaft mit ihren vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Erfindungen ins Gebiet des Geheimnisses verbannt. Von nun an verbergen sich die Forschungen auf allen Gebieten, von der Struktur der Materie bis zur Technik der Massenpsychologie, hinter dem mystischen Antlitz eines Volkes, von dem die Welt glaubt, es beschäftige sich nur mit Ekstase und übernatürlichen Dingen, und sie sollten zweiundzwanzig Jahrhunderte lang dahinter verborgen bleiben. Aschoka begründet die mächtigste Geheimgesellschaft der Erde: die der Neun Unbekannten. Es wird weiter berichtet, dass die großen Männer, die das Schicksal des modernen Indien bestimmen, und ebenso Gelehrte wie Bose und Ram, an die Existenz der Neun Unbekannten glauben und Ratschläge und Botschaften von ihnen empfangen.  (Seite 81)

Nach jahrzehntelanger Sammlung von Zeitungsartikeln besonderer Art machte sich Charles Fort eines Tages klar, dass seine ganze bisherige riesige Arbeit völlig sinnlos war. Er ahnte, dass er nur auf der Stelle getreten war und immer noch vor der Tür zu jenen Räumen stand, die er unbewusst suchte. Er hatte seine wahre Natur entdeckt. Dieser leidenschaftliche Sammler ungewöhnlicher Tatsachen war in Wirklichkeit ein Fanatiker hoher Ideen. Was hatte er im Verlauf dieser «verlorenen» Jahre unbewusst ins Werk zu setzen begonnen? Nichts anderes als einen Angriff gegen eine der großen Mächte des Jahrhunderts gegen die Überzeugung der zivilisierten Menschen, dass sie alles über diese Welt, in der sie leben, wissen.
Und warum hatte Charles Hoy Fort sich so schamhaft verborgen gehalten?  – Weil schon die leiseste Anspielung auf die Tatsache, dass es in dieser Welt noch ungeheure Bereiche des Unbekannten gibt, die Menschen unangenehm berührt und verwirrt. Charles Hoy Fort hatte sich verhalten wie ein Erotomane: halten wir unsere Laster geheim, damit die Gesellschaft nicht in Wut gerät, wenn sie merkt, dass die meisten Ländereien des Wissens noch brach liegen. Seine Aufgabe war es, von nun an ein wahrhaftes, ein revolutionäres Werk zu vollbringen. Die wissenschaftliche Erkenntnis ist nicht objektiv. Sie ist, genau wie die Zivilisation, eine Verschwörung. Man verwirft eine ganze Anzahl von Tatsachen, weil sie die festgelegten Vernunftschlüsse stören würden. Wir leben unter einer Inquisitionsherrschaft, und die Waffe, die sie gegen unliebsame Tatsachen am häufigsten anwendet, ist die von höhnischem Lachen begleitete Verachtung. (Seite 173)

Was ist unter diesen Umständen die Erkenntnis? «In der Topographie der Intelligenz», schrieb Fort, «könnte man die Erkenntnis als die von Gelächter verdeckte Unwissenheit bezeichnen.» Man sollte also zusätzlich zu jenen Freiheiten, die uns durch die Verfassung garantiert sind, noch weitere fordern: die Freiheit, an der  Wissenschaft zu zweifeln. Die Freiheit, die Evolutionstheorie in Frage zu stellen, oder die Drehbewegung der Erde, die Existenz der Lichtgeschwindigkeit, das Gravitationsgesetz und vieles andere. Alles, nur nicht die Tatsachen. An sie soll man glauben. Und zwar nicht an sorgfältig ausgewählte Tatsachen, sondern an alle, so, wie sie sich uns darbieten mitsamt all ihren bizarren Nebenerscheinungen und unwahrscheinlich wirkenden Einzelheiten. Wir dürfen nichts, was real ist, von vornherein verwerfen: eine zukünftige Wissenschaft wird unbekannte Verbindungen zwischen Fakten entdecken, die uns heute beziehungslos erscheinen. Die Wissenschaft hat es nötig, einmal von einem ungläubigen, heißhungrigen, wilden Geist kräftig durchgeschüttelt zu werden. Die Welt braucht eine Enzyklopädie der verschmähten Tatsachen, der verbannten Realitäten. «Ich fürchte, man muss unserer Zivilisation neue Welten entgegenstellen, in denen auch weiße Frösche ein Lebensrecht haben.» (Seite 174)

Kommentar: Die Menschheit muss erwachen und begreifen, dass sie aus feinstofflichen Kraftebenen gelebt wird. Der Mond scheint auch dann, wenn man ihn nicht sieht!

„Aber entschiedener noch ist die wahre Geschichte jene vom Fortschritt des Menschen in seiner Geistigkeit. Die Aufgabe der Menschheit ist es, dem geistigen Menschen zu helfen, sich zu entwickeln und zu verwirklichen, ihm, wie die Inder es in einer wunderbaren Formulierung ausdrücken, dabei zu helfen, das zu werden, was er ist. Die äußerlich sichtbare Geschichte allerdings, die Geschichte der Oberfläche, ist nichts als ein Beinhaus. Wäre die Geschichte wirklich nichts anderes, so müsste man das Buch zuschlagen und auf die Auslöschung allen Bewusstseins im Nirwana hoffen… Aber ich möchte doch glauben, dass der Buddhismus nicht recht hat und dass die wahre Historie etwas anderes ist.“  René Grousset

Auch der Physiker, der Chemiker, der Biologe und der Psychologe haben im Verlauf der letzten fünfzig Jahre große Erschütterungen erfahren und sind auf ihren «Schattensteinbrech» gestoßen. Aber sie zeigen heute nicht eine so rastlose Unruhe wie der Historiker. Sie arbeiten, sie schreiten vorwärts, ja, man bemerkt gerade in diesen Wissenschaften eine außerordentliche Vitalität. Man vergleiche nur die Spinnengewebe Spenglers oder Toynbees mit der stürmischen Bewegung der Kernphysik. Die Geschichte ist ins Stocken geraten. Es gibt zweifellos viele Gründe für diese Erscheinung, einer jedoch erscheint uns als der einleuchtendste: Während der Physiker und der Psychoanalytiker den Gedanken aufgegeben haben, dass die Wirklichkeit notwendigerweise die Vernunft zufriedenstellen müsse, und sich der Realität des Phantastischen zugewendet haben, verharrt der Historiker noch immer im kartesianischen Denksystem. Dieses Verhalten wird oft durch eine gewisse politische Zaghaftigkeit bestimmt. Man sagt, die glücklichen Völker hätten keine Geschichte. Aber die Völker, die zu ihren Historikern keine Freischärler und Poeten zählen, sind mehr als unglücklich: sie sind erstickt und verraten. Indem der Historiker dem Phantastischen den Rücken kehrt, wird er gelegentlich zu phantastischen Irrtümern verleitet.  (Seite 271)

«Ich freue mich, dass Sie wieder auf diesen Vergleich zurückkommen», sagte Cotgrave, «denn ich wollte Sie fragen, welche Erscheinungen auf dem Gebiet des Menschlichen wohl diesen phantastischen Wundertaten der Dinge, die Sie erwähnen, entsprächen. Also mit anderen Worten: Was ist nun eigentlich Sünde? Ich möchte gern, dass Sie mir das endlich an einem konkreten Beispiel erläutern.»
Jetzt zögerte Ambrose zum ersten mal. Dann begann er: «Ich sagte es Ihnen schon, das wahrhaft Böse ist selten. Der Materialismus unserer Epoche, der so viel dazu beigetragen hat, die Heiligkeit zu unterdrücken, hat vielleicht noch mehr dazu vermocht, das Böse auszurotten. (Komm.: in die feinstofflichen Verstecke zu verdrängen!) Wir fühlen uns so behaglich auf dieser Erde, dass wir gar keine Lust verspüren, von hier aus hinauf oder hinab zu steigen. Es hat ganz den Anschein, als sei die Arbeit der Höllenforscher heute rein archäologischer Natur.» (Seite 301)

Bulwer-Lytton gab vermittels einer romanhaften Fabel Zanoni seiner Gewissheit Ausdruck dass es Wesen gibt, die mit übermenschlichen Kräften begabt sind. Diese Wesen werden uns einstmals ersetzen und die Auserwählten der menschlichen Rasse einer außerordentlichen Mutation zuführen.
Wir müssen diesen Gedanken einer Mutation der menschlichen Rasse im Auge behalten. Wir werden ihn bei Nietzsche wiederfinden, und er ist selbst heute noch nicht erloschen. Desgleichen müssen wir auch dem Gedanken des «Unbekannten Übermenschen» unsere Aufmerksamkeit widmen. Man findet ihn in der gesamten schwarzen Mystik des Orients und des Okzidents. Existieren sie, diese Bewohner unterirdischer Gefilde oder diese Wesen, die von anderen Planeten gekommen sind? Diese Riesenmenschen, ähnlich jenen, die, in einen goldenen Panzer gehüllt, in den tibetanischen Grüften ruhen? Oder auch diese ungestalten und schreckenerregenden Geschöpfe, wie Lovecraft sie beschreibt und die in den heidnischen und luziferischen Riten beschworen werden?
Wenn Machen von der Welt des Bösen spricht, der «Welt der Höhlen mit ihren Bewohnern der Dämmerung», so bezieht er sich mit diesen Worten als Adept des Golden Dawn auf die «andere Welt», jene Welt, in welcher der Mensch mit den unbekannten Übermenschen in Beziehung tritt. Wir erwähnten die Golden Dawn und die deutsche Vril-Gesellschaft. Wir werden noch auf die Thule-Gesellschaft zu sprechen kommen. Zwar sind wir nicht auf den abwegigen Gedanken verfallen, die Geschichte lediglich durch das Wirken von Geheimgesellschaften erklären zu wollen, aber seltsamerweise werden wir doch feststellen müssen, dass alle diese Dinge ineinander greifen und dass es tatsächlich jene «andere Welt» war, die mit Hilfe des Nationalsozialismus einige Jahre lang geherrscht hat. Sie ist noch nicht besiegt. Und nicht das ist erschreckend, sondern erschreckend ist nur unsere Unwissenheit. (Seite 305)

Zur gleichen Zeit geschah es, dass eine außergewöhnliche Persönlichkeit, Rudolf Steiner, in der Schweiz die anthroposophische Gesellschaft begründete, die auf dem Gedanken beruht, dass das gesamte Universum im menschlichen Geist enthalten ist und dass dieser Geist eine Aktivität erreichen kann, die mit dem, was die offizielle Psychologie hierüber sagt, in keinem messbaren Verhältnis steht. Rudolf Steiner war überzeugt, dass es eine schwarze und eine weiße Form der «magischen» Forschung gebe. Seiner Ansicht nach hatten die Theosophie und die verschiedenen neu-heidnischen Gesellschaften ihren Ursprung in der großen unterirdischen Welt des Bösen und kündeten ein dämonisches Zeitalter an. Darum bemühte er sich, eine moralische Doktrin in seine eigene Lehre einzubauen, nach der die «Eingeweihten» gehalten waren, sich nur der positiven Kräfte zu bedienen. Er wollte eine Gesellschaft der Wohlmeinenden begründen.
Wir wollen hier nicht die Frage aufwerfen, ob Steiner recht oder unrecht hatte, ob er im Besitz der Wahrheit war oder nicht. Bemerkenswert aber ist, dass die ersten nationalsozialistischen Gruppen Steiner offenbar als ihren Feind Nummer eins betrachteten. Die «alten Kämpfer» sprengten gewaltsam die Zusammenkünfte der Steinerianer, bedrohten die Anhänger der Bewegung mit dem Tode, zwangen sie zur Flucht aus Deutschland und setzten im Jahre 1924 in Dornach in der Schweiz das von Steiner errichtete Hauptgebäude der Bewegung in Brand. Die Archive gingen in Flammen auf, und Steiner, dem jede Möglichkeit zur Weiterarbeit genommen war, starb ein Jahr nach diesem Attentat. (Seite 310)

In Tiahuanaco nahe dem Titicacasee stehen neben Toren von drei Meter Höhe und vier Meter Breite aus einem Monolithen gehauen riesige Statuen, von denen man eine forttransportiert und im Garten des Museums von La Paz aufgestellt hat. Sie ist acht Meter hoch und wiegt zwanzig Tonnen.

«Eine unaussprechliche Harmonie geht von dem ganzen Koloss aus, dessen Körper und Arme in ihrer vergeistigten Stilisierung ein geradezu moralisches Gleichgewicht ausdrücken. Der ganze wunderbare Monolith strömt Ruhe und Frieden aus. Falls wir hier das Porträt eines der Riesenkönige vor uns haben, die über jenes Volk herrschten, so kommt einem unwillkürlich der Anfang eines Satzes von Pascal in den Sinn: «Wenn Gott uns von seiner Hand geschaffene Meister gab … »

Sollten diese Monolithen tatsächlich von den Riesen behauen und für ihre Schüler, die Menschen, aufgestellt worden sein, sollten diese Skulpturen mit ihrer für unsere Begriffe beinahe unfasslichen Abstraktion und Stilisierung wirklich von jenen Meistern stammen, so befänden wir uns hier an der Wiege der Sagen (Komm.: von Atlantis?), laut denen die Künste den Menschen von den Göttern geschenkt wurden, und wir hätten den Schlüssel zu verschiedenen ästhetisch orientierten mystischen Richtungen in der Hand.
Unter diesen Skulpturen finden sich auch stilisierte Wiedergaben eines Tiers, des Toxodons (Komm.: Das Toxodon ähnelte einem schweren Nashorn mit einem Flusspferd-ähnlichem Kopf, von bis zu 2 to Lebendgewicht), dessen Knochen unter den Ruinen von Tiahuanaco entdeckt wurden. Nun weiß man aber, dass das Toxodon einzig in der Tertiärzeit gelebt haben kann. Und schließlich gibt es in dieser Ruinenstadt, die etwa hunderttausend Jahre vor dem Ende der Tertiär-Epoche entstanden sein dürfte, einen im getrockneten Schlamm eingebetteten Portikus, dessen Dekorationen der deutsche Archäologe Kiss, ein Schüler des österreichischen Glazialtheoretikers Hans Hörbigers, zwischen 1928 und 1937 eingehend untersucht hat. Sie stellen seiner Ansicht nach einen Kalender dar, der nach den Beobachtungen der Astronomen des Tertiärs aufgezeichnet wurde. Er gliedert sich in vier Teile, die durch die Sonnenwenden und die Tag- und Nachtgleichen, welche die astronomischen Jahreszeiten markieren, voneinander getrennt sind. Jede dieser Jahreszeiten wiederum zerfällt in drei Abschnitte, und innerhalb dieser zwölf Unterabteilungen wird die Position des Mondes für jede Stunde des Tages sichtbar. Außerdem sind die beiden Bewegungen des Satelliten, und zwar seine scheinbare und seine wirkliche Bewegung unter Berücksichtigung der Erdrotation, angezeigt. Alle diese Einzelheiten müssen die Überzeugung in uns erwecken, dass die Menschen, die diesen Kalender erfanden und anwendeten, einer höheren Kultur als der unseren angehörten. (Seite 327)

Abgesehen davon scheint sich in unserer Kultur alles zu verbünden, um dem allgemeinen Verstand begreiflich zu machen, dass der Geist nicht alles ist. Eine unbewusste Verschwörung der materiellen Kräfte vermindert das Risiko und hält den Verstand in jenen Grenzen, in denen zwar ein gewisser Stolz nicht ausgeschlossen ist, der Ehrgeiz jedoch gemäßigt wird, weil er zunächst immer nach Sinn und Zweck seiner Anstrengungen fragt. Es ist so, wie der österreichische Schriftsteller Robert Musil sehr richtig gesehen hat: «Würde auch nur ein einziges Mal mit einer der Ideen, die unser Leben bewegen, restlos, so dass von der Gegenidee nichts übrig bleibt, Ernst gemacht, unsere Kultur wäre wohl nicht mehr unsere Kultur!»
Dieses Phänomen aber ist in Deutschland, zumindest unter den führenden Schichten des magischen Sozialismus, eingetreten. Wir stehen in magischer Verbindung mit dem Universum, aber wir haben es vergessen. Die nächste Mutation der menschlichen Rasse wird Wesen erschaffen, die sich dieser Verbindung bewusst sind: Gottmenschen(?). Bereits heute verspürt man die Wirkung dieser künftigen Wandlung auf gewisse messianische Seelen, die an eine weit zurückliegende Vergangenheit anknüpfen und sich der Zeiten erinnern, in denen die Riesen den Lauf der Gestirne beeinflussten. (Seite 341)

Nach einer tibetanischen Sage lebte vor drei- oder viertausend Jahren im Gebiet der heutigen Wüste Gobi ein Volk mit einer hohen Kultur. Infolge einer kosmischen Katastrophe verwandelte sich das Land Gobi in eine Wüste, und die Überlebenden wanderten aus: ein Teil zog nach Nordeuropa, ein anderer in den Kaukasus. Der Gott Thor der nordischen Mythologie soll einer der Helden dieser Wanderung gewesen sein. Die «Eingeweihten» der Thule-Gesellschaft waren überzeugt, dass diese Auswanderer aus dem Lande Gobi die Grundrasse der Menschheit, den arischen Stamm, bildeten.
Haushofer wies auf die Notwendigkeit hin, zu den «Quellen» zurückzukehren, d. h., ganz Osteuropa, Turkestan, Pamir, die Wüste Gobi und Tibet zu erobern. Diese Länder waren in seinen Augen die «Herzregion», und der Herrscher über sie war gleichzeitig der Herr der Welt. Nach dieser Sage, so wie sie Haushofer zweifellos gegen 1905 aus dem Orient mitbrachte und wie Rene Guenon sie auf seine Art in Le Roi du Monde erzählt, siedelten sich die führenden Persönlichkeiten jener hohen Kultur, die großen Weisen, die Söhne der Geister anderer Welten, nach der Katastrophe von Gobi in einem riesigen Höhlenbezirk unter dem Himalaja (Wesak?) an. Innerhalb dieses Bezirks spalteten sie sich in zwei Gruppen; die eine folgte dem «Weg rechter Hand», die andere dem «Weg linker Hand».

Kommentar: Die linke Hand ist nach indischer Weltanschauung immer die schmutzige Hand; darum ist der linke Weg immer der Weg mit Luzifer und seinen Helfershelfern Saturn und Mond.

Der Mittelpunkt des «ersten rechten Weges» soll Agarthi gewesen sein, eine unauffindbare Stadt, der Ort der Kontemplation, der Tempel des Nicht-Teilhabens an der Welt. Der «zweite Weg» führte über Shampullah (Shamballah?), die Stadt der Macht und der Gewalt, deren Kräfte über die Elemente und die Massen der Menschen geboten und sie der «großen Zeitwende» entgegenführten. Den großen Magiern anderer Völker war es möglich, durch Gelöbnisse und Opfer einen Pakt mit Shampullah zu schließen.
In Österreich verkündete die Gruppe «Edelweiß» im Jahre 1928, es sei ein neuer Messias geboren. In England erklärten Sir Mosley und Bellamy im Namen der Hörbigerschen Lehre, dass Deutschland vom «Licht» berührt sei. In Amerika erschienen die Silver Roads des Obersten Ballard. Eine Anzahl bedeutender englischer Persönlichkeiten versucht, die Öffentlichkeit vor dieser Bewegung zu warnen, in der sie zunächst nur eine geistige Bedrohung, das Heraufkommen einer luziferischen Religion erblickt. Lord Tweedsmuir, der unter dem Namen John Buchan schreibt, veröffentlicht zwei Schlüsselromane: The Courts of the Morning und A Prince in Captivity, die eine Beschreibung der Gefahren enthalten, welche die abendländische Kultur durch eine geistige und zugleich magische «Energiezentrale» erwachsen könnten. (Seite 376)

Der Literaturkritiker und Philosoph Albert Beguin hat einmal behauptet, Balzacs Begabung sei viel mehr die der visionären Schau als die der Beobachtung gewesen. Dieser Satz erscheint mir zutreffend. In einer großartigen Novelle, Le Requisitionnaire, sieht Balzac die Geburt der Parapsychologie voraus, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stattfinden und das Studium der «psychischen Kräfte» des Menschen zum Gegenstand einer exakten Wissenschaft erheben sollte:

«Zur selben Stunde, in der Mme. de Dey in Carentan starb, wurde ihr Sohn im Morbihan erschossen. Diese tragische Tatsache ist ein weiterer Beitrag zu den Beobachtungen über die geheimen Beziehungen, für welche die Gesetze des Raumes nicht existieren. Einzelne interessierte Menschen haben mit methodischer Neugier Dokumente über dieses Gebiet zusammengetragen, die eines Tages die Grundlagen einer neuen Wissenschaft ergeben werden, der bis heute ein genialer Kopf fehlt.»
1891 erklärte Camille Flammarion:
«Das Ende unseres Jahrhunderts ähnelt in manchem dem des vorigen. Der Geist ist der Lehrsätze einer Philosophie, die sich selbst als positivistisch bezeichnet, überdrüssig. Man kommt auf den Verdacht, dass sie sich irrt … <Erkenne dich selbst!> sagt Sokrates. Seit einigen tausend Jahren haben wir eine Unmenge von Dingen gelernt, nur nicht das, was uns selbst unmittelbar betrifft. Es scheint, als ginge die gegenwärtige Tendenz des menschlichen Geistes endlich dahin, der sokratischen Maxime zu gehorchen.»
(Seite 413)

Zu Flammarion ins Observatorium von Juvisy kam einmal monatlich Conan Doyle aus London, um gemeinsam mit dem Astronomen gewisse ungeklärte und im übrigen auch etwas zweifelhafte Fälle von Hellsichtigkeit, von Geistererscheinungen und Materialisationen zu besprechen. Flammarion glaubte an Geister, und Conan Doyle sammelte «Geisterphotographien». Die von Balzac erahnte «neue Wissenschaft» war noch nicht geboren, aber ihre Notwendigkeit wurde immer fühlbarer. In der großartigen Studie Victor Hugos über Shakespeare stehen die folgenden wundervollen Sätze:

«Jeder Mensch trägt sein Patmos in sich. Es steht ihm frei, ob er auf dieses erschreckende Vorgebirge des Denkens steigen will, von dem aus man in die Schattenwelt blickt. Wenn er es nicht tut, verbleibt er im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Bewusstsein, in der gewöhnlichen Tugend, im gewöhnlichen Glauben, im gewöhnlichen Zweifel, und damit ist es gut. Ja, für seine innere Ruhe ist es zweifellos so am besten. Wenn er jedoch diesen Gipfel ersteigt, ist er ein für allemal gefangen. Die gewaltigen Wogen des Wunders sind ihm erschienen. Niemand erblickt ungestraft diesen Ozean.  Er sträubt sich wohl gegen diesen lockenden Abgrund, gegen dieses Eintauchen in das Unerforschte, gegen diese Abwendung von der Erde und vom Leben‚ gegen dieses Eindringen in ein verbotenes Gebiet, gegen diesen Drang, das Unberührbare zu betasten – er kommt doch immer wieder hierher zurück, er stützt sich darauf, er neigt sich darüber, er tut einen Schritt und noch einen. Auf diese Weise aber dringt man in das Undurchdringliche ein, so gelangt man in die grenzenlose Weite des Zustands der Unendlichkeit.»

Was mich selber betrifft, so hatte ich im Jahre 1939 präzise Vorstellungen von einer Wissenschaft, die einwandfreie Zeugnisse über das innere Leben des Menschen erbringen, den Geist zu neuen Betrachtungen über die Natur der Erkenntnis zwingen und allmählich zu einer Abänderung der wissenschaftlichen Forschungsmethoden auf allen Gebieten führen würde. Ich war damals neunzehn Jahre alt, und der Krieg überraschte mich genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich beschlossen hatte, mein Leben dem Aufbau einer Psychologie und Physiologie der mystischen Zustände zu widmen. (L.Pauwels) (Seite 414)

«Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten müssen unbedingt in Erfahrung bringen, ob die von einem menschlichen Gehirn ausgesandte Energie über Tausende von Kilometern hinweg ein anderes menschliches Gehirn beeinflussen kann… Es handelt sich hier um ein rein wissenschaftliches Experiment. Die Erforschung und Erweiterung dieser Phänomene liefert uns vielleicht eine neue Verbindungsmäglichkeit zwischen den Unterseebooten und dem Festland und eines Tages vielleicht auch zwischen einzelnen Raumschiffen.»

Auf Grund dieses Artikels und zahlreicher Berichte von Wissenschaftlern, die die Eingabe der Rand Corporation unterstützten, entschloss die Regierung sich zu handeln. Heute bestehen Forschungslaboratorien dieser neuen Disziplin, der Parapsychologie, bei der Rand Corporation in Cleveland, bei Westinghouse in Friendship, Maryland, bei der General Electric in Schenectady, bei der Bell Telephone in Boston und im Forschungszentrum der Armee in Redstone, Alabama. In Redstone liegen die Räume, in denen die Möglichkeiten der Gedankenübertragung untersucht werden, fünfhundert Meter neben dem Büro von Wernher von Braun, dem Erforscher des Weltraums. Man kann darin ein Symbol dafür sehen, dass die Eroberung der Planeten und die Exploration des menschlichen Geistes schon heute parallel vor sich gehen.
In weniger als einem Jahr haben diese mit allen Mitteln ausgestatteten Laboratorien bereits mehr Resultate erzielt, als jahrhundertelange Untersuchungen auf dem Gebiet der Telepathie bisher aufzustellen vermochten. Der Grund dafür ist sehr einfach: die Forscher sind ohne jede vorgefasste Meinung vom Nullpunkt ausgegangen. Es wurden Kommissionen in die ganze Welt entsandt, und in England z. B. nahmen Mitglieder einer solchen Kontakt mit namhaften
Gelehrten auf, welche die Phänomene der Gedankenübertragung überprüft und bestätigt hatten. Dr. Soal von der Universität Cambridge konnte den Forschern derartige Kommunikationen zwischen zwei jungen Bergarbeitern aus Wales vorführen, die über mehrere hundert Kilometer hinweg zustande kamen.
In Deutschland fand die Kommission die Unterstützung so anerkannter Wissenschaftler wie Hans Bender und Pascual Jordan, die nicht allein Phänomene der Gedankenübertragung beobachtet hatten, sondern sich auch nicht scheuten, darüber zu schreiben. In Amerika selbst häuften sich die Beweise. Ein chinesischer Wissenschaftler, Dr. Ching Yu Wang, konnte mit Hilfe einiger ebenfalls chinesischer Kollegen den Experten der Rand Corporation absolut überzeugende Proben von Gedankenübertragungen liefern. (Seite 424)

 

AUF DEM WEG ZU EINER PSYCHOLOGISCHEN REVOLUTION

Die Zeit des wahren Erwachens – Wir brauchen einen Einstein der Psychologie – Der religiöse Gedanke wird neu geboren

«Von Fabriken rauchende Erde. Von Geschäften erzitternde Erde. Von hundert neuen Strahlungen vibrierende Erde. Dieser große Organismus lebt endgültig nur durch und für eine neue Seele. Unterhalb des Zeitenwandels ein Gedankenwandel. Wo aber sollen wir diese subtile erneuernde Umbildung entdecken, die uns, ohne unseren Körper sichtbar zu verändern, zu neuen Wesen gemacht hat – wo ist sie? Nirgendwo anders als in einer neuen Intuition, die das Antlitz der Welt, in der wir uns bewegen, ganz und gar umgestaltet – mit anderen Worten: in einem Erwachen.»

So hat also für Teilhard de Chardin die Mutation der Gattung Mensch schon begonnen: die neue Seele ist im Begriff, geboren zu werden. Diese Mutation vollzieht sich in den tieferen Regionen des Geistes, und uns wird durch diese «erneuernde Umbildung» eine totale und total andere Sicht des Universums geboten. Der Wachzustand des Bewusstseins wird ersetzt durch einen höheren Zustand, im Vergleich zu dem der vorhergehende nur ein Schlaf war. Damit ist die Zeit des wahren Erwachens gekommen.

Der Naturwissenschaft gegenüber ist die Seelenwissenschaft erheblich im Rückstand. Die sogenannte moderne Psychologie studiert den Menschen gemäß einer Vorstellung des vom militanten Positivismus beherrschten 19. Jahrhunderts. Die wahrhaft moderne Wissenschaft untersucht eine Welt, die ständig neue Überraschungen bietet und die den Strukturen des Geistes und der Natur der Erkenntnis, wie sie offiziell anerkannt sind, immer weniger angepasst ist. Die Psychologie der Bewusstseinszustände setzt einen fertigen, statischen Menschen voraus: den homo sapiens der Aufklärungszeit. (Seite 431)

Nun aber enthüllt die Physik eine Welt, die gleichzeitig mehrere Spiele spielt und von der aus zahlreiche Türen ins Unendliche gehen. Die Naturwissenschaften münden im Phantastischen, während die Geisteswissenschaften noch immer im positivistischen Aberglauben befangen sind. Die Psychologie gründet ihre Sätze noch heute auf dem Bild eines Menschen, dessen geistige Funktionen ein für allemal festgelegt und klassifiziert sind. Nun haben wir aber ganz im Gegenteil den Eindruck, dass der Mensch durchaus nicht «ausgewachsen» ist. Die Welt wird zur Zeit von großen Erschütterungen heimgesucht. Diese Erschütterungen wirken einerseits in die Höhe und betreffen das Gebiet der Erkenntnis; sie erstrecken sich aber auch in die Breite und führen zur Bildung großer Massen. In alledem lassen sich die Anfänge einer tiefgreifenden Veränderung des menschlichen Bewusstseinszustandes erkennen. Und darum sollte unserer Ansicht nach eine wirksame Psychologie, die unserer Zeit angepasst ist, nicht von dem ausgehen, was der Mensch ist – oder was er vielmehr zu sein scheint –, sondern von dem, was er werden kann, von seiner möglichen Entwicklung. Die Erforschung dieses neuen – oder zukünftigen – Menschen haben wir uns zur Aufgabe gemacht.
Alle uns überlieferten Lehren beruhen auf dem Gedanken, dass der Mensch kein abgeschlossenes Wesen ist. Die Psychologen früherer Zeiten untersuchen die Bedingungen, unter denen sich die Veränderungen, Umbildungen und Transmutationen vollziehen müssen, die den Menschen seiner wahren Vollendung entgegenführen.
Eine bestimmte nach unserer Methode vorgenommene und völlig moderne Überlegung bringt uns auf den Gedanken, dass der Mensch vielleicht Fähigkeiten besitzt, die er gar nicht anwendet, einen ganzen ungebrauchten Maschinenpark. Wir sagten es bereits: die Erkenntnis der Außenwelt führt, wenn wir sie immer weiter vorantreiben, schließlich dazu, dass wir die Natur unserer Erkenntnisfähigkeit selbst, die Strukturen des Intellekts und des Wahrnehmungsvermögens in Frage stellen. Wir sagten gleichfalls, dass die nächste Revolution psychologischer Art sein werde. Das ist nicht nur unser persönlicher Standpunkt; viele moderne Forscher, von Oppenheimer bis Costa de Beauregard, von Wolfgang Pauli bis Heisenberg, von Charles-Noel Martin bis Jacques Menetrier, teilen ihn mit uns. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass auf der Schwelle dieser Revolution nichts von den hohen, fast religiösen Gedanken, die die Forscher bewegen, in den Geist der gewöhnlichen Menschen eindringt, dass kein Hauch davon die Tiefen der Gesellschaft streift. Die Veränderung spielt sich lediglich in einigen wenigen Köpfen ab. (Seite 432)
An den gängigen Vorstellungen über die Natur des Menschen und die menschliche Gesellschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert nichts geändert. In einem unveröffentlichten Aufsatz über Gott schreibt Jean Jaurès am Ende seines Lebens, also 1914, die herrlichen Sätze:

«Wir wollen nur eines sagen: dass nämlich der religiöse Gedanke, der für eine Zeitlang verblasst war, wieder von Geist und Bewusstsein der Menschen Besitz ergreifen kann, da die gegenwärtigen Ergebnisse der Wissenschaften die Voraussetzungen dafür schaffen. Es gibt von jetzt ab, wenn man es so ausdrücken kann, eine Religion, die zur Verfügung steht, und wenn sie zu dieser Stunde noch nicht in die Tiefen der Gesellschaft eingedrungen ist, wenn das Bürgertum einem platten Spiritualismus oder einem lächerlichen Positivismus huldigt, wenn das Proletariat entweder einem knechtischen Aberglauben oder einem wilden Materialismus ergeben ist, so darum, weil das heutige soziale Regime ein Regime der Verdummung und des Hasses ist, kurzum ein irreligiöses Regime. Etwas Religiöses hingegen finden wir in der Eroberung der Natur durch den Menschen, in dem Bestreben, die Kräfte des Universums den Bedürfnissen der Menschheit anzupassen.
Irreligiös daran ist nur, dass der Mensch die Natur erobert, indem er die Menschen zu Sklaven macht. Nicht die Sorge um den materiellen Fortschritt ist es, die den Menschen von den hohen Gedanken und von der Betrachtung der göttlichen Dinge ablenkt, sondern die übermäßige Arbeitslast, die die meisten Menschen so erschöpft, dass ihnen nicht mehr die Kraft bleibt, zu denken, und nicht einmal die Kraft, das Leben, also Gott, zu fühlen. Und daneben die Übersteigerung der schlechten Leidenschaften, der Eifersucht und des Ehrgeizes, welche die eigentliche Kraft der Mutigsten und Glücklichsten in ruchlosen Kämpfen aufbrauchen. Die Menschheit, die zwischen der Bedrohung durch den Hunger und der Übersteigerung des Hasses steht, kann nicht an die Unendlichkeit denken. Die Menschheit ist wie ein großer Baum unter einem Gewitterhimmel, in dem es von Fliegen summt, und in diesem Dröhnen des Hasses muss die tiefe und göttliche Stimme des Universums untergehen.» (Seite 433)

Die Maschine, die unser Verstehen regelt, ist eine arithmetische Maschine. Sie sortiert, sie vergleicht. Der ganze Discours de La methode beruht auf dieser Tatsache. Und ebenso die ganze chinesische Philosophie des Yin und des Yang. Und das I Ging, das «Buch der Wandlungen», das einzige Orakelbuch, dessen Regeln die Antike uns überliefert, ist aus graphischen Figuren zusammengesetzt: drei fortlaufenden und drei unterbrochenen Linien, die in jeder möglichen Weise kombiniert sind. Albert Einstein sagte am Ende seines Lebens: «Ich frage mich, ob die Natur nicht immer dasselbe Spiel spielt.» Ich habe tatsächlich den Eindruck, als entziehe die Natur sich der binären Maschine, die unser Gehirn in seiner normalen Tätigkeit darstellt. Seit Louis de Broglie sind wir gezwungen anzunehmen, dass das Licht gleichzeitig stetig und unterbrochen, gleichzeitig Welle und Teilchen ist. Aber keinem menschlichen Gehirn ist die Darstellung eines solchen Phänomens, das Verständnis von innen her, die wirkliche Erkenntnis gelungen. Nehmen wir jetzt einmal an, dass, ausgehend von einem Modell des Lichts (die gesamte religiöse Literatur und Ikonographie sind überreich an solchen Darstellungen des Lichts), das Gehirn in einer blitzartigen ekstatischen Erleuchtung vom arithmetischen zum analogischen Zustand übergeht. Es wird selber zum Licht. Es sieht die unbegreifbare Erscheinung. Es wird mit ihr geboren. Es kennt sie. Es gelangt dorthin, wohin die hohe Intelligenz eines de Broglie nicht gelangen konnte. Dann aber fällt es zurück: der Kontakt mit den gewaltigen Maschinen, die in dem großen Geheimbereich des Gehirns arbeiten, ist unterbrochen. Seine Erinnerung vermittelt ihm nur Bruchstücke der Erkenntnis, die es soeben erlangt hatte. Und die Sprache scheitert bei dem Versuch, selbst diese Fragmente zu übersetzen.

Vielleicht haben einige Mystiker so die Erscheinungen der Natur geschaut, die unser moderner Intellekt entdecken und erahnen, aber sich nicht zu eigen machen konnte.

«Und da fragte ich, der Schreiber, wie oder was sie sah und ob sie etwas Körperliches sah. Sie antwortete: Ich sehe eine Fülle, eine Helle, aus der mir eine Vollkommenheit zuteil wird, die ich nicht auszusprechen weiß und der ich nichts an die Seite stellen könnte … »
(Seite 444)

Der Mensch kann zu den Geheimnissen vordringen, das Licht sehen, die Ewigkeit sehen, sich in seiner inneren Haltung dem universalen Rhythmus anpassen, eine fühlbare Erkenntnis vom letzten Zusammenströmen der Kräfte erlangen und, wie Teilhard de Chardin, das unbegreifbare Leben des Punktes Omega leben, an dem die gesamte Schöpfung am Ende der Erdenzeit angelangt sein wird, erfüllt, verzehrt und zugleich geläutert. Der Mensch kann alles. Sein Geist, der zweifellos von Anfang an mit unbegrenzter Erkenntnisfähigkeit begabt ist, kann unter gewissen Bedingungen die Gesamtheit der Lebensmechanismen erfassen. Und die bis ins letzte entfaltete Kraft des menschlichen Geistes kann sich vermutlich auf die Totalität des Universums erstrecken. Doch es gibt einen Punkt, an dem diese Kraft innehalten muss: den Punkt, an dem der Geist des Menschen am Ende seiner Mission angelangt ist und ahnt, dass es jenseits des sichtbaren Universums noch «etwas anderes» gibt. Hier hilft auch das analogische Bewusstsein nicht mehr weiter.

Es bestehen im grobstofflichen Universum keine Vorbilder für das, was sich jenseits dieses materialistischen Universums findet. Diese unüberschreitbare Schwelle führt zum Reich Gottes.

Kommentar: Hier irrt der Autor. Denn zunächst findet der Mensch mit der dafür geeigneten Wahrnehmung hinter dem Schleier der materiellen Erscheinung Erde, dem sichtbaren Kosmos mit all der radioaktiven Strahlung, das gewaltige Feld der feinstofflichen Welt mit den zahllosen Bewohnern, die in den Mythen der Völker, ihren Märchen und Sagen beschriebenen werden. Diese fantastische Natur hat Louis Pauwels in seinem ganzen Buch ausgespart.

Es gibt eine letzte Pforte, welche der analogische Intellekt – der immer nur in die materiellen Erscheinungen blickt – nicht öffnen kann. Wenige Texte kommen an metaphysischer Größe dem gleich, in welchem H. P. Lovecraft den Versuch unternimmt, das unausdenkbare Abenteuer des erwachten Menschen zu beschreiben, dem es gelungen ist, diese Pforte um einen Spaltbreit zu öffnen, und der in jenen Raum hineinschlüpfen möchte, in dem Gott(?) jenseits der Unendlichkeit thront …

«Er wusste, dass es in Boston einen Randolph Carter gegeben hatte; trotzdem konnte er nicht genau feststellen, ob er das sei, dieses Fragment, diese Facette einer Einheit jenseits der Letzten Pforte, oder vielleicht ein anderer, der einmal dieser Randolph Carter gewesen war. Sein Ich war zerstört, und doch war ihm dank irgendeiner unbegreiflichen Fähigkeit bewusst, dass er eine ganze Legion von „ICHs“ war.
(Seite 451)

Für einen Intellekt, der die dringende Notwendigkeit einer Transmutation verspürt, kann es gegenüber seiner Zeit keine Verachtung geben, sondern nur Liebe. Bis dahin war der Zustand des Erwachtseins nur in religiösen, esoterischen oder poetischen Begriffen beschworen worden. G.I. Gurdjews unbestreitbares Verdienst ist der Beweis, dass es eine Psychologie und eine Physiologie dieses Zustands geben kann. Selbstverständlich müssen wir bei einem solchen Gegenstand in den Augen der weltlichen Spezialisten als Barbaren erscheinen. – Wir fühlen, wie in der Welt von heute eine neue Seele für ein neues Zeitalter der Erde geschmiedet wird. Unsere Methode, die mögliche Existenz eines Zustands des Erwachtseins zu ergründen, wird weder völlig religiös, noch völlig esoterisch oder poetisch, noch völlig wissenschaftlich sein. Sie wird etwas von allen diesen Gebieten an sich haben und sich doch nicht ganz mit ihnen vertragen. Und eben das ist die Renaissance: ein Strudel, in den, bunt durcheinander gemengt, die Methoden der Theologen, der Gelehrten, der Magier und der Kinder geworfen werden.

An einem Augustmorgen des Jahres 1957 drängten sich die Londoner Journalisten am Kai vor einem Postschiff, das nach Indien auslief. Ein Herr und eine Dame in den Fünfzigern, Leute von unauffälligem Äußeren, gingen an Bord. Es war der große Biologe J. B. S. Haldane; der in Begleitung seiner Frau England für immer verließ. «Ich habe genug von diesem Land und von einem Haufen Dinge in ihm», erklärte er ruhig. «Vor allem vom Amerikanismus, der über uns hereinbricht. Ich möchte nach neuen Ideen suchen und frei in einem neuen Land leben.» So begann eine neue Etappe in der Laufbahn eines der außergewöhnlichsten Menschen dieser Epoche. J. B. S. Haldane hatte Madrid mit dem Gewehr in der Hand gegen die Truppen Francos verteidigt. Er hatte der englischen kommunistischen Partei angehört und dann, nach der Affäre Lyssenko, seine Mitgliedskarte zerrissen. Und jetzt fuhr er nach Indien, um dort die Wahrheit zu suchen. (Seite 460)
Seit langem hatte er darauf bestanden, dass sich die Wissenschaft systematisch mit dem Begriff des „mystischen Erwachens“ befassen solle. Seit 1930 hatte er in seinen Werken The Inequality of Men und The Possible Worlds trotz seines Rufes als seriöser Wissenschaftler erklärt, dass das Universum zweifellos viel seltsamer sei, als man es sich vorstelle, und dass man die poetischen und religiösen Zeugnisse über einen dem normalen Wachzustand überlegenen Bewusstseinszustand zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung machen müsse. (Seite 461)

Unserer Hypothese entsprechend gibt es einen rationalistischen, positivistischen Menschentyp, der gewissermaßen zur Selbstverteidigung aggressiv wird, sobald es in der Literatur, in der Philosophie oder in der Wissenschaft darum geht, den Bereich zu verlassen, in dem das Bewusstsein im Normalzustand angesprochen wird. Daneben aber gibt es einen spiritualistischen Menschentyp, der jede Anspielung auf eine Überhöhung des Bewusstseins wie eine Erinnerung an ein verlorenes Paradies empfindet. So würde man am Ursprung eines riesigen Gelehrtengezänks die einfache Alternative finden: «Ich liebe, oder ich liebe nicht.» Aber was ist es denn, das in uns liebt oder nicht liebt? In Wahrheit ist es niemals das Ich. Es sollte einfach heißen: «Es liebt in mir, oder es liebt nicht.» Rücken wir darum so weit wie möglich von dem falschen Problem Spiritualismus-Materialismus ab, das in Wirklichkeit vielleicht nur die Frage einer Allergie ist. Wesentlich ist, zu wissen, ob der Mensch in seinen unerforschten Bereichen über höhere Werkzeuge, so etwas wie mächtige Verstärker seines Intellekts, verfügt.
Es wird erzählt, dass Bodhidharma, der Begründer des Zen-Buddhismus, eines Tages während einer Meditation einschlief – das will besagen, dass er sich unversehens in den für die meisten Menschen normalen Bewusstseinszustand zurück gleiten ließ. Dieser Vorfall kam ihm so entsetzlich vor, dass er sich die Augenlider abschnitt. Diese, so berichtet die Legende, fielen zu Boden, und aus ihnen entspross die erste Teepflanze. Der Tee, der vor dem Einschlafen schützt, ist die Pflanze, die den Wunsch der Weisen, sich stets wach zu halten, symbolisiert, und daraus entstand dann der Spruch: «Der Geschmack des Tees und der Geschmack des Zen sind einander gleich.»

Der Begriff des «Zustands des Erwachtseins» ist offenbar so alt wie die Menschheit. Er ist der Schlüssel zu den ältesten religiösen Texten, und vielleicht bemühte sich bereits der Mensch des Cromagnon; diesen dritten Bewusstseinszustand zu erreichen. Die Datierungsmethode mit Hilfe des Kohlenstoffs hat ergeben, dass die Indianer im Südosten Mexikos vor mehr als sechstausend Jahren bestimmte Pilze (z.B. Psilocybe mexicana) und den Kaktus Peyote aßen, um sich in eine Über-Klarsichtigkeit zu steigern. Immer geht es darum, das «dritte Auge» zu öffnen, den normalen Bewusstseinszustand zu überwinden, in dem alles nur Illusion, Verlängerung der Träume eines tiefen Schlafes ist. «Wach auf, Schläfer, wach auf!» Von den Evangelien bis zu den Märchen stets derselbe Mahnruf.
Die Menschen haben alle erdenklichen Mittel angewandt, um diesen Zustand des Erwachtseins zu erreichen: Riten, Tänze, Gesänge, Kasteiung, Askese, Abstinenz, sexuelle Enthaltsamkeit, Yoga, Ujjayi Pranayama, Fasten, körperliche Martern, die verschiedensten Drogen (Seite 464). Wenn der moderne Mensch erst einmal die Wichtigkeit des Einsatzes erfasst hat – und das kann nicht mehr lange dauern – wird er bestimmt noch andere Möglichkeiten finden.
Der amerikanische Wissenschafter J. B. Odds denkt an eine elektronische Stimulierung des Gehirns. Der englische Astronom Fred Hoyle schlägt die Betrachtung leuchtender Bilder auf einem Fernsehschirm vor. Schon H. G. Wells malte in seinem schönen Roman In the Days of the Comet aus, wie nach dem Zusammenstoß mit einem Kometen die Erdatmosphäre plötzlich von einem Gas erfüllt ist, das eine Über-Klarsichtigkeit hervorruft. Die Menschen durchbrechen endlich die Schranke zwischen Wahrheit und Illusion. Sie erwachen zu den echten Realitäten. Und mit einem Schlag sind alle praktischen, moralischen und geistigen Probleme gelöst. Komm.: Welch ein Irrtum!!!
Es scheint, als hätten bisher nur die Mystiker sich ernstlich darum bemüht, dieses Super-Bewusstsein zu erlangen. Wenn es möglich ist, welcher Kraft ist es dann zuzuschreiben?
Die Gläubigen sprechen von der Gnade Gottes. Die Okkultisten von magischer Weihe. Und wenn es sich um eine ganz natürliche Fähigkeit handelte?
Die jüngste Wissenschaft hat erwiesen, dass beträchtliche Teile unserer Hirnmasse noch immer unerforschtes Gebiet sind. Der weitaus größte Teil unserer Fähigkeiten liegt noch immer brach. Dies ist der Sinn der uralten Sage vom verborgenen Schatz. Und ebendas sagt auch der englische Gelehrte Gray Walter in einer der wesentlichen Arbeiten unserer Epoche: The Living Brain. In einem zweiten Werk mit dem Titel Farther Outlook, das eine Mischung von Antizipation und Beobachtung, Philosophie und Dichtung darstellt, erklärt Walter, dass es zweifellos keine Grenze für die Möglichkeiten des menschlichen Gehirns gebe und dass unser Denken eines Tages die Zeit ebenso explorieren werde, wie es heute den Raum erforscht. In dieser Prophezeiung stimmt er überein mit dem Mathematiker Eric Temple Bell, der dem Helden seines Romans The Time Stream die Fähigkeit verleiht, durch die ganze Geschichte des Kosmos zu reisen.
In dem Roman The Black Cloud von dem englischen Astronom Fred Hoyle steht:

Dort sind die schwarzen Wolken, die im Weltraum zwischen den Sternen schweben, höhere Lebensformen. Die Superintelligenzen nehmen sich vor, die Erdenmenschen zu erwecken, indem sie ihnen leuchtende Bilder schicken, die in den menschlichen Gehirnen bestimmte Verbindungen herstellen und damit den «Zustand des erwachten Bewusstseins» einleiten. (Seite 465)

Es ist möglich, tausend Jahre lang zu denken, es ist möglich, ganze Bibliotheken zu schreiben, Theorien zu Tausenden aufzustellen – und alles das im Schlaf, ohne jede Hoffnung auf ein Erwachen. Im Gegenteil: die von Schlafenden verfertigten Theorien und Bücher werden nur bewirken, dass immer mehr Menschen in diesen Schlaf hineingezogen werden.

Diese Idee vom Schlaf ist keineswegs neu. Fast seit der Erschaffung der Welt schon hat man den Menschen davon gesprochen. Wie oft lesen wir zum Beispiel in den Evangelien: «Wacht auf!», «Wache!», «Schlaft nicht!». Sogar die Jünger Jesu schliefen im Garten Gethsemane, während ihr Meister zum letzten Mal betete. Diese Tatsache besagt alles.
Aber verstehen die Menschen sie? Sie halten sie für eine rhetorische Floskel, für eine Metapher. Und sie begreifen nicht, dass sie buchstäblich als Wahrheit begriffen werden muss. Dabei ist gerade in diesem Fall der Grund noch leicht zu erfassen. Die Jünger brauchten ja nur zu erwachen, oder sie sollten es zumindest versuchen. Man hat mich tatsächlich oft gefragt, warum die Evangelien nie vom Schlaf sprechen … Es ist auf jeder Seite davon die Rede. Die Frage beweist nur, dass die Menschen auch die Bibel im Schlaf lesen.
Wie bringt man es fertig, einen schlafenden Menschen aufzuwecken? Man muss ihn anstoßen. Wenn ein Mensch jedoch sehr tief schläft, genügt ein einfacher Stoß nicht. Dann muss man ihn immer wieder, unaufhörlich rütteln. Infolgedessen ist ein Mensch (ein konsequenter Bewusstseinsimpuls) nötig, der dies besorgt. Ich sagte bereits, dass ein Mensch, der erwachen will, sich einen Helfer dingen muss, der es übernimmt, ihn ständig wachzurütteln. Aber wen kann er dazu bringen, wenn doch alle Welt schläft? Er nimmt einem Menschen das Versprechen ab, ihn zu wecken, und dieser fällt seinerseits in Schlaf. Wozu ist er ihm also nütze? Und wenn man einen Menschen findet, der tatsächlich fähig ist, sich wach zu halten, so wird dieser vermutlich Wichtigeres zu tun haben, als die anderen zu wecken. (Seite 489)

Kommentar: Im Menschen muss ein Wecker erwachen, der nicht einschlafen kann. Es ist der Berührungspunkt der Monade mit dem höheren Bewusstsein, das pausenlos weckt, bis der Mensch erwacht ist und seinen Auftrag ausführt.

Zwei amerikanische Wissenschaftler, C. Brooke Worth und Robert K. Enders, glauben in ihrem bedeutenden Werk The Nature of Living Things bewiesen zu haben, dass die Gruppierung der Gene sich in letzter Zeit verändert hat und dass durch Einwirkung vorerst noch unerforschter Einflüsse eine neue Menschenrasse entsteht, die mit überragenden geistigen Fähigkeiten ausgestattet ist. Selbstverständlich handelt es sich hier um eine These, die noch der Bestätigung bedarf. Immerhin ist der Genetiker Lewis Terman, der dreißig Jahre hindurch sogenannte «Wunderkinder» untersucht hat, zu den folgenden Schlussfolgerungen gelangt: Die meisten Überbegabten büßten früher nach der Pubertät ihre Fähigkeiten ein. Heute sieht es so aus, als entwickelten sie sich zu einer Art von höheren Erwachsenen, die über eine Intelligenz verfügen, mit der sich die der anderen Menschen überhaupt nicht vergleichen lässt. Sie besitzen dreißigmal soviel Aktivität wie ein normaler begabter Mensch. Ihr «Erfolgsindex» ist um das Fünfundzwanzigfache vermehrt. Sie erfreuen sich einer ausgezeichneten Gesundheit und einer absoluten gefühlsmäßigen und sexuellen Ausgeglichenheit. Sie sind kaum anfällig für psychosomatische Krankheiten und auch nicht für Krebserkrankungen.

Treffen diese Beobachtungen zu? Sicher ist, dass wir auf der ganzen Welt eine fortschreitende Erhöhung des geistigen Vermögens erleben, der übrigens eine parallel laufende Erhöhung der körperlichen Fähigkeiten entspricht. Die Erscheinung ist so eindeutig, dass ein anderer amerikanischer Wissenschaftler, Dr. Sydney Pressey von der Universität Ohio, einen Erziehungs- und Ausbildungsplan für frühreife Kinder ausgearbeitet hat, bei dessen Durchführung pro Jahr dreihunderttausend junge Menschen von höchster Intelligenz die Schulen verlassen würden. – Handelt es sich hier um eine Mutation innerhalb der menschlichen Rasse? Erleben wir das Auftauchen von Wesen, die uns äußerlich gleichen und die doch ganz anders sind als wir? – Wir wollen versuchen, dieser interessanten Frage auf den Grund zu gehen. Sicher ist jedenfalls, dass wir die Geburt eines Mythos erleben: des Mythos vom Mutanten. In unserem von Technik und Wissenschaft beherrschten Zeitalter kann die Geburt einer solchen Mythe nicht ohne wesentliche Bedeutung und dynamischen Wert sein.
Bevor wir unseren Gegenstand näher betrachten, müssen wir darauf hinweisen, dass dieses fieberhafte Hochschnellen der Intelligenzkurve, das bei den Kindern festgestellt wurde, die einfache praktische und einleuchtende Erklärung nahelegt, dass die fortschreitende Verbesserung der menschlichen Rasse der Technik zu verdanken ist. (Seite 516)

Kommentar: Oh, wie leicht lassen sich intelligente Menschen von dem materialistischen Hochmut der euroamerikanischen Kulturspezies in die Irre führen. In den kosmischen Zyklen ist die Aquariuszeit eingeläutet, die die Menschheit noch mit anderen Überraschungen erfreuen wird.

In seiner stammelnden Niederschrift dieser wunderbaren und entsetzlichen Vision von dem Horla schreibt Maupassant seinem erdachten Mutanten hypnotische Kräfte zu. Die moderne Literatur der Science Fiction, die sich mehr an die Arbeiten von Rhine, Saal und Mac Connel hält als an die Charcots, verleiht den Mutanten «parapsychologische» Kräfte, die Fähigkeit der Telepathie und der Telekinese. Einzelne Autoren gehen noch weiter und zeigen uns den Übermenschen, der in der Luft schwebt oder durch Wände und Mauern geht. Doch das sind nur Phantasien (spekulative Kopien aus der Akasha-Chronik, in der auch die Erinnerungen von Atlantis gespeichert sind!), ein Wiederaufgreifen der Märchen-Archetypen. Wir neigen zu der Ansicht, dass dem Menschen heute Kräfte zu Gebote stehen, die viel stärker sind als alles, was unsere Phantasie sich zu erträumen vermag. Und vor allem eine Kraft, die der gewöhnliche Mensch kaum ausnutzt: die Intelligenz.

Unsere Handlungen sind irrational, und die Intelligenz spielt bei unseren Entscheidungen nur eine sehr unwesentliche Rolle. Man kann sich den Übermenschen, die neue Stufe des Lebens auf unserem Planeten, als ein rationales Wesen vorstellen, das nicht mehr einfach
denkt und überlegt, sondern mit einer ständigen objektiven Intelligenz ausgestattet ist und erst dann eine Entscheidung trifft, wenn es die Gesamtheit seiner Erfahrungen und Kenntnisse klar überprüft hat. Ein Wesen, dessen Nervensystem wie eine Festung ist, die dem Angriff aller negativen Triebe und Strömungen zu widerstehen vermag. Ein Wesen mit einem kühlen, rasch arbeitenden Gehirn, begabt mit einem vollkommenen, unfehlbaren Gedächtnis. Das Bild, das wir zeichnen, mag simpel erscheinen. (Seite 525)

Kommentar: Diese Ansicht ist völlig unbeleckt von den umfassenden Erkenntnissen der Menschen, die heute schon etwas tiefer in die feinstofflichen Kraftebenen der Welt schauen können. C. Castaneda, Stanislav Grof, John C. Lilly, Éliphas Lévi Zahed, Charles W. Leadbeater, Annie Besant, H.P. Blavatsky, R. Steiner, Max Heindel, Jan v. Rijckenborg, etc.

 

Louis de Broglie schreibt:
«Wir dürfen nie vergessen, wie beschränkt unsere Kenntnisse sind und welche unverhofften Entwicklungen sich hier noch ergeben können. Wenn die menschliche Kultur weiter besteht, so wird die Physik vermutlich in einigen hundert Jahren von der unseren so verschieden sein wie diese von der Physik des Aristoteles. Vielleicht werden die erweiterten Begriffe, zu denen wir heute gelangt sind, uns eines Tages gestatten, die Gesamtheit aller physikalischen und biologischen Phänomene in einem einheitlichen System zusammenzufassen, in dem jedes seinen ihm gebührenden Platz erhält. Falls das menschliche Denkvermögen infolge irgendeiner biologischen Mutation gekräftigt wird und sich eines Tages zu der entsprechenden Höhe aufschwingen kann, wird es unter einer anderen und richtigeren Beleuchtung, von der wir heute noch nichts ahnen, die Einheit all der Phänomene erfassen, die wir zur Zeit mit Hilfe von Adjektiven wie <physiko-chemism>, <biologism> oder auch <psychism> benennen und unterscheiden.»

 

Und wenn diese Mutation bereits vollzogen sein sollte? Einer der bedeutendsten franz. Biologen P. Morand nimmt an, dass im Verlauf der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder Mutanten aufgetreten sind: «Die Mutanten hießen unter anderem Mohammed, Konfuzius, Jesus Christus … » Vielleicht gibt es noch viele andere. Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Mutanten in der gegenwärtigen Entwicklungsepoche es nicht für nötig halten, sich zu erkennen zu geben oder irgendeine Form einer neuen Religion zu predigen.
Im Augenblick gibt es Besseres zu tun, als sich an das Individuum zu wenden. Es wäre vorstellbar, dass die Mutanten die zum Kollektivismus hinstrebende Bewegung unserer Menschheit als notwendig und günstig erachten. Und schließlich ist es auch nicht undenkbar, dass sie unsere Geburtsschmerzen als wünschenswert ansehen und sogar irgendeine große Katastrophe begrüßen würden, die dazu angetan wäre, das Bewusstwerden der geistigen Tragödie, die das Phänomen Mensch in seiner Gesamtheit darstellt, zu beschleunigen. Um handeln zu können, um den Strom zu lenken, der uns vielleicht irgendeine Form des Übermenschlichen entgegen trägt, die sie bereits verkörpern, müssen sie vielleicht verborgen bleiben und das Geheimnis ihrer Koexistenz wahren, während sich entgegen allem Anschein und vielleicht gerade dank ihrer Gegenwart die neue Seele für eine neue Welt heranbildet, die wir mit der ganzen Kraft unserer Liebe herbeiwünschen wollen. (Seite 530)

Kommentar: Jede Änderung, Mutation oder Evolution des Menschen wird zur Folge haben, das der Strom der Kräfte sich ein neues Bett suchen wird, dass die Vitalität und dynamik seiner Potenzen zu bändigen in der Lage ist. Damit werden alle bisherigen Deiche und Kanäle langsam aber sicher austrocknen, die von den Äonen und Archonten der atlantischen Zeit mühsam errichtet worden sind, um sich an den Emissionen der Menschheit in der arischen Epoche zu sättigen. Warum werden die Menschen so oft mit Schafen verglichen, die von einem guten Hirten bewacht werden? Damit recht tumbe das Gras weiden und fetter und dicker werden für die Schur des Felles und das Schlachten des Fleisches. Wo sie nicht erwachen, werden sie weiterhin auf die Weiden der Äonen ziehen. Oder werden sie von der Aquariusperiode geweckt werden? Wird der Impuls aus der Monade ihr Denkvermögen dynamisieren und in neue Erkenntnisbahnen lenken? – Es wird eine neue Zeit geben und mit ihr eine Evolution des Bewusstseins, des Denkvermögens. Vieles ist bereits vorhergesagt, doch wie sich das insgesamt auf Politik, Wirtschaft und Sozialität auswirken wird, bleibt vorerst noch im Dunkeln. Denn die widersachenden Kräfte, denen diese Evolution verständlicherweise nicht recht sein kann, werden noch einiges an Raffinesse und Geschicklichkeit aufwenden, um den Prozess der Verwandlung so lange wie möglich aufzuhalten. Kriege, Konflikte und Terrorismus sind nur die eine Seite dieser Methoden. Viel effektiver sind die psychologischen und historischen Methoden der Verleumdung in Presse und Medien. Nach dem Motto: Was das Volk nicht weiß macht es nicht heiß! wird nur das veröffentlicht, was zur bisherigen Weltanschauung passt. Alles andere fällt durch die Zensur, die sich ganz banal durch finanzielle Beschränkungen manifestiert.

Warum immer wieder Krieg?

Die unterschätzte Astralis.

Nach bald 12000 Jahre überschaubarer Menschheitsgeschichte, die allezeit mit Kriegen und Kriegsgeschrei angefüllt ist, nach über 3.000 Jahre Frieden stiftender Religionen und Proklamation von Gottes Güte und Gerechtigkeit müsste doch einmal ernsthaft der Frage nachgegangen werden, warum immerzu erneut Kriege und brutalste Grausamkeiten unter Menschen auf allen Kontinenten entstehen.

Warum sind bislang alle Bemühungen um Frieden in der Welt gescheitert? –

Hier ein sicher noch unvollständiger Versuch einer Ursachenbetrachtung aus esoterisch-geisteswissenschaftlicher Sicht.

Alle Wesen und Dinge der Schöpfung bestehen aus sieben aufeinander aufbauenden und von einander abhängigen Kraftfeldern, die sich gegenseitig durchdringen und auf unterschiedliche Weise beeinflussen. In der vorliegenden esoterischen bzw. geisteswissenschaftlichen Literatur wird dabei stets von Körpern gesprochen, weil diese Kraftfelder Gebilde, Holokumulies – geformte Zusammenballungen – formen, die auch von Hellsehern wahrgenommen werden können. Wir kennen heute das Phänomen der Holografie, was die Erscheinungen von geformten Lichtfeldern von außerordentlicher Ähnlichkeit mit der materiellen Wirklichkeit verständlich macht. Darum werden die Begriffe wie Kraftfeld, Holokumulus oder Mikrokosmos diesen Schöpfungen eher gerecht. (Genauere Ausführungen dazu unter dem Link  http://www.artokora.de/?p=5453). Einige Kraftfelder sind konzentrisch in einem kleinen Kosmos zusammengefügt, andere umfassen mehrere Glieder der Art oder Familie. So haben alle Pflanzen mittig ein grobstoffliches Feld – der Pflanzenkörper – und ein konzentrisches Ätherfeld, das das grobstoffliche Feld durchdringt und umkleidet. Die weiteren Felder begleiten jede Pflanze wolkenartig.


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Alle Tiere haben zusätzlich auch ein astrales Feld, das je nach Gattung mehr oder weniger fest konzentrisch angelegt ist. Alle Tiere haben darüber hinaus auch noch einen sogenannten Gruppengeist, der sich sehr schön beim Vogelflug von Zugvögeln oder bei den Fischschwärmen im Meer darstellt. Aus dem Astralkörper heraus entsteht die Bestimmung und alle Aktivitäten zur Existenzsicherung und Arterhaltung des irdischen Daseins, d.h. das Leben jedes Tieres existiert so lange, wie es für seinen Auftrag der Fruchtbarkeit der ganzen Gattung erforderlich ist. Also allein seine ihm bei der Entstehung mitgegebene Lebensenergie bestimmt das endgültige Verlöschen eines Tieres. Wir nennen es salopp „Tod“, wenn das materiell-körperliche Tier stirbt, in der Wildbahn gejagt, oder von Menschen geschlachtet, erschossen oder anderweitig getötet wurde, ohne zu bedenken, was dabei mit dem astralen Wesen des Tieres geschieht, das ja eigentlich unstofflich noch am Leben ist.

Hier angefügt ein Zitat aus „Eine uralte Weisheit“ von Annie Besant:

„„Die Begierdenkörper oder Astralkörper der Tiere führen, ein zwar unabhängiges, aber nur flüchtiges Dasein auf der Astralebene, nachdem der Tod ihre physischen Gegenstücke zerstört hat. In „zivilisierten“ Ländern wird zu dem allgemeinen
Gefühl der Feindseligkeit und permanenten Aggression viel durch diese tierischen Astralkörper beigetragen, denn das organisierte Abschlachten der Tiere in den Schlachthäusern und bei ritualisierten Opfern für islamische oder andere Götter sendet Millionen über Millionen dieser Geschöpfe alljährlich noch lebend in die Astralwelt, erfüllt von Schaudern, Schrecken und Entsetzen vor den Menschen. Die verhältnismäßig wenigen Tiere, die in Ruhe und Frieden sterben dürfen, verschwinden in den dichten Scharen der Hingeschlachteten. Durch die Gefühlsströmungen, die von diesen ausgehen, ergießen sich Einflüsse aus der Astralwelt auf alle Menschen und Tiere, welche die Kluft zwischen diesen beiden noch mehr erweitern und auf der einen Seite „instinktives“ Misstrauen und Angstgefühle, auf der anderen Seite aber Hang zur Grausamkeit erzeugen.
Diese Gefühle sind in den letzten Jahren durch die kalter Berechnung entspringenden Methoden der wissenschaftlichen Folterung, die Vivisektion genannt wird, noch bedeutend verstärkt worden; diese unbeschreibliche Barbarei hat durch ihre karmische Rückwirkung auf die Schuldigen neue Schrecken in die Astralwelt gebracht und den Abgrund zwischen den Menschen und seinen „armen Verwandten“ noch vertieft.““

FleischProd 2012Der Mensch verfügt neben den animalischen Kraftfeldern allerdings noch über ein Denkvermögen. In esoterischen Bücher wird davon gesprochen, dass der menschliche Mikrokosmos aus vier Kraftfeldern gebildet wird, die innerhalb eines aurischen Wesens unter dessen Führung leben und wirken.  Alle diese „Körper“ haben eine von der Monade vorgegebene Lebensdauer, die unter keinen Umständen von der stofflichen Person verändert werden kann. Jeder Selbstmord – Vergiftungen durch Drogen, schädliche Lebensmittel, Alkohol o.ä. wirken sich karmisch ähnlich wie Selbstmord aus – führt dazu, dass die unnstofflichen Körper so lange in den ihnen entsprechenden Sphären des Kosmos – Äther, Astral und Mental – ausvibrieren müssen, bis der schicksalhaft vorgegebene Lebensfaden zu Ende ist.

Durch die aktuellen Kriegsgeschehnisse, die verschiedenen Drogenkulte rund um den Erdball, sowie die unzähligen Verkehrs- bzw. Betriebsunfalltoten wird die astrale Sphäre der Erde zusätzlich mit menschlichen Astralwolken von nahezu unüberschaubarer Menge bevölkert. Dabei werden gewiss viele von ihnen mit starken Hass- und Rachegefühlen geradezu geladen sein, weil sie ohne Eigenverschulden in den Tod getrieben wurden. Insbesondere, wenn sie von sogenannten Selbstmordattentätern umgebracht wurden.

Der Kreislauf aus Hass und Rache wird immer weiter eskalieren, wenn die unnstofflichen Aspekte immer wieder ignoriert werden. Es muss doch einmal ein Moment in der Weltgeschichte kommen, wo die Friedensbemühungen der intelligenten Menschheit auch die unstofflichen Kriegsschauplätze berücksichtigen, die seit Jahrtausenden die menschliche Geschichte beeinflussen. Schon Paulus erwähnt im Neuen Testament „die Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel“, gegen die die Menschen ankämpfen wie Don Quijote gegen die Windmühlenflügel.

Kriege2014Das ist mit ein entscheidender Grund, warum ich ein Buch verfasst habe, das „Basis der Evolution“ heißt. (http://www.artokora.de/?p=5484#.WGo29rGX8UE) In seinen Kapiteln werden viele Details über die Zusammenhänge, Entfaltung und Wirkungen der unstofflichen Seiten des Lebens erläutert. Selbstverständlich wird es wohl nur von den Usern gelesen werden, die diese Seiten im Internet auch suchen. Die komplexen Zusammenhänge lassen sich leider nicht auf das Niveau von Twitter oder Facebook kürzen.

Vielleicht kann das Verständnis für die uns alle Menschen umgebenden unstofflichen Kraftfelder in der Atmosphäre der Erde, im Jenseits, mit dazu beitragen, dass weniger gestritten und geschossen wird. Denn alle Weisen der Welt zeigen eigentlich unmissverständlich, dass wir Menschen insgesamt mit dem Wesen der Erde ein große astrale Einheit bilden. Ausschließlich darum wurde den Mensch von allen großen Religionstiftern, wie Buddha, Laotse und Christus die vegetarische Kost empfohlen. Die Aquariusperiode hat uns an die Schwelle zu einer völlig neuen Dimension des irdischen Zusammenseins geführt, in der alle Menschen, jeder auf seine Weise mit allen unstofflichen Aspekten aufgefordert ist, die Entwicklung seines Mikrokosmos zu fördern.

 

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Der Herr?

Eine andere Sicht auf die heilige Schrift

In allen Philosophien und Theologien werden die heiligen Bücher der Religionen zum allergrößten Teil als Anweisungen oder Richtung gebende Informationen, als pädagogische Anweisungen für ein gutes Lebensverhalten betrachtet.

Vielfach ist die historische Betrachtung durchaus Gang und Gäbe. So wird z.B. das Alte Testament von den Juden auch als Geschichtsbuch gesehen. Bereits an dieser Stelle sind natürlich Bedenken anzumelden, denn die Schöpfungsgeschichte der Genesis ist erstens nicht die älteste Fassung im semitischen Lebensraum und zweitens haben zahlreiche archäologische Ausgrabungen und die Datierungen der gefundenen Artefakte viel weiter zurückliegende Zivilisationen erwiesen, als die Zeitschiene der Genesis es zulässt.


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Natürlich werden die damit verbundenen Bedenken nur von den Nichtgläubigen in Erwägung gezogen. Damit wird hier ein äußerst brisantes Thema angeschnitten. Wenn die heiligen Bücher der Religionen, die über 2000 Jahre maßgeblich die Leitlinien für das Zusammenleben von Menschen geprägt haben, nur für die Gläubigen der jeweiligen Religion bestimmend sind – eben weil sie an die Texte glauben –, dann ist damit doch ihre Allgemeingültigkeit in Frage zu stellen. Das betrifft natürlich auch den Koran und alle entsprechenden Auslegungen der Suren für die Moslems. Ihr darin wurzelnder Weltherrschaftsanspruch steht auf absolut tönernen Füßen. Bei richtiger Betrachtung wird deutlich, dass hinter all dem aktuellen religiösen Treiben eine Konstellation ihr Unwesen treibt, die keinerlei vernünftige – moralische und tolerante – Lebensansichten vertritt.

Nimmt man all den heiligen Büchern, die sicherlich von sehr weisen Menschen niedergeschrieben wurden – davon sollten wir angesichts ihrer Bedeutung für die Menschheit insgesamt ruhig ausgehen –, die ihnen auferlegten religiösen Ansprüche und mystischen Interpretationen, dann entstehen zwei viel weiter reichende Gedankenkomplexe:

  1. Viele Aussagen sind wohl als Anweisung formuliert (und übertragen), allerdings kann man diese auch als die Darlegung einer unumstößlichen Gesetzmäßigkeit erfassen;
  2. Die Gleichnisse und Allegorien sind oft in einer Gegenwartsform ausgesprochen, ähnlich einer allegorischen Geschichte. Jedoch ist es durchaus möglich, die gleichen Texte auch als eine Vorhersage, als eine Prophetie zu lesen.

Beide Lesarten könnten unter Umständen, soweit es überhaupt von den Meinungsbildnern und deren Kompetenzen gewünscht ist, völlig neue und hilfreiche Aspekte für das weitere Zusammenleben der gesamten Menschheit ergeben.

Ganz zu Beginn einer Erörterung sind allerdings einige wenige Kernaussagen in voller Tragweite zu würdigen. So sagt Jesus von sich: „Der Vater und ich sind eins.“ „Ich tue nur was der Vater will.“ Will man sich diesen klaren Bestimmungen ohne Vorbehalte nähern, dann muss man alle Vorbehalte, die aus den tradierten Übertragungen der Theologen stammen wirklich bei Seite legen. Der „Vater“ ist für Jesus eine übergeordnete Wesenheit, die mit den Attributen eines Vaters ausgestattet ist, also wie ein menschlicher Vater im geistigen Sinne über die Person Jesus körperlich wirkt, also Geister austreibt, Kranke heilt und Tote auferweckt. Jesus bekennt eindeutig, dass er es nicht selbst tut, sondern eben sein „Vater“. Hierin ist eine tiefgründige Gesetzmäßigkeit verborgen, die allerdings im westlichen Kulturkreis total ausgemerzt wurde. Sie besagt, dass ein jeder Mensch zu jeder Tages- und Nachtzeit von seinem „Vater“ gemacht wird. Das entspricht eindeutig der hinduistischen Aussage: Alles ist Maya, wir sind alle nur eine Erscheinung. Also ist auch die Person – das Wort stammt aus dem lateinischen und bedeutet per sonare = hindurchtönen – ein Werkzeug für das „was ihn führt, den Vater“. Doch hier haben bislang alle Theologen und Philosophen keine genauen Analysen mehr angestellt, weil es Bestrebungen gibt, die den Zusammenhang zwischen der körperlichen Persönlichkeit und dem mikrokosmischen Wesen verschleiert.

Dieser Trend manifestiert sich in der Aussage: „Ich will sein wie Gott.“, die Luzifer bei der Schöpfung unseres Naturfeldes geäußert haben soll, wie es in vielen alten Mythen geschildert wird. Demnach wird dem Menschen aus dieser narzisstischen Quelle, die sich in seinem mikrokosmischen Himmel eingenistet hat, stets suggeriert, er wäre der Herrscher über seine Person. Sein ICH-BIN ist Auslöser und Ursache sämtlicher Taten, Gedanken, Erfindungen, Kreationen und alles Fühlen und Empfinden kommen aus dem ICH. Darum ist das Possessivpronomen „mein“ in unserer Sprache so eminent wichtig geworden. Jedoch das alles ändert nichts an dem Gesetz: „Der ‚Vater’ und ich sind eins.“ „Ich tue nur was der Vater mir eingibt!“

Hier wird natürlich neben allen berechtigten Widerworten die Frage gestellt werden, wer denn der ‚Vater’ eines Jeden ist. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Aber gerade darum lohnt es sich, einmal die unterschiedlichen Faktoren zu betrachten, die diesen Herrn des Menschen bilden, auch dann wenn der Mensch sich selbst keinerlei Beherrschung bewusst ist. Insbesondere in der euroamerikanischen Kultur die Freiheit und die persönliche Autonomie wie eine heilige Kuh behandelt. Doch wie weit diese unumstößlichen Dogmen reichen, werden wir gleich genauer analysieren.

Zunächst ist wohl jedermann geläufig, dass unser Tun und Lassen von drei Steuerungszentren bestimmt wird. Für uns Westeuropäer ist das Haupt mit den Sinnesorganen und dem Gehirn wohl das dominierende Zentrum. Hier werden gewöhnlich das Bedenken, Entscheiden und das Wollen lokalisiert. Es ist durchaus nicht falsch, wenn man die überlegende Ratio in diesem Zentrum vermutet, aber auch die Kreativität und die sogenannte Vernunft werden von den meisten Neurologen in den Gehirnzellen angesiedelt. Meistens wird das Kleinhirn im Hinterkopf unterschätzt, das zuverlässig zu vielen vegetativen Vorgängen im Körper beiträgt, die nicht vom Bewusstsein erfasst werden. Überhaupt kontrolliert der Mensch mit seinem Bewusstsein äußerst wenige neurovegetative Vorgänge seines Körpers, und das ist auch gut so.
Daneben haben wir auch ein Gefühlszentrum, das für die meisten im Herzen zu Hause ist. Für manche Esoteriker ist es schon eine stehende Aussage: „Man denkt nur mit dem Herzen gut!“ Was auch immer damit gemeint sein soll. Vielleicht möchte man damit sagen, dass man im sozialen Miteinander bei allem Beurteilen auch die seelischen Komponenten des Zusammenseins berücksichtigen sollte. Doch im Herzen, oder besser gesagt im Sonnengeflecht, entfalten sich auch die Gegensätze von Liebe und Hass, Zuneigung und Eifersucht. Diese bekommen allerdings, wie allgemein bekannt ist, sehr viel Dynamik aus dem Becken, wo einige dominante endokrine Organe beheimatet sind. Zu diesem Zentrum gehören alle Impulse der Selbsterhaltung, der Selbstentfaltung und der Fortpflanzung, also der Sex.

Aus dieser kurzgefassten Übersicht kann man erkennen, dass drei Kommandozentralen um die Vorherrschaft im System ringen oder miteinander kooperieren. Inwieweit sich der Mensch im Einzelnen über diese Faktoren bewusst ist, lässt sich natürlich endlos diskutieren.

Aus dieser Sicht kann man nicht eindeutig bestimmen, welcher „Herr“ angerufen wird, wenn ein Mensch das erwähnte Mantram aus dem „Vater-Unser“ ausspricht. Es muss zunächst das Gesamtgefühl des Menschen in dieser Situation betrachtet werden. Aus welchem Komplex – Angst, Sorge und Furcht; Zorn, Hass, Eifersucht o.ä. – wird er gerade gelebt? Welche Richtung möchte er mit seinem aktuellen Bewusstsein einschlagen? Wie steht es mit seinen Bewertungen, Vorurteilen und gelebten Tabus? Denn gerade diese Gesamtschwingung im Wesen Mensch bestimmt, wer „die Tür“ öffnet, wenn aus innerem Antrieb angeklopft wird. Denn geantwortet wird auf jedes Stoßgebet. Nur, aus welcher Kraftebene die Antwort kommt, das bestimmt nicht der Wunsch, sondern die Grundvibration im Aurischen Wesen (das kommt von der Bezeichnung „Aura = körperliche Ausstrahlung, die von hellsichtigen Personen gesehen werden kann).

Die Gesamtvibration des Mikrokosmos kann man jedoch erst dann einschätzen, wenn der Mensch als ein Mikrokosmos gesehen werden kann. So wie die Erde Mittelpunkt einer vielschichtigen Atmosphäre ist, so lebt die Person in einem gemischten Kraftfeld, einem Atemfeld des aurischen Wesens. Der Mikrokosmos lebt mit allen anderen Mikrokosmen in den Kraftfeldern der Erde. Der Kosmos Erde bewegt sich wiederum durch einen Makrokosmos aus einigen Planetenkraftfeldern und dem ganzen Sternenheer. Der auch den Menschen beeinflussende Makrokosmos reicht bei unseren Betrachtungen bis zu dem astronomischen Tierkreis, in dem die 12 Sternbilder bereits in der Antike mit besondere Namen versehen wurden, die spezielle Kraftwirkungen aus diesem kosmischen Bereich symbolisieren.
Nach der hermetischen Aussage: „Wie oben so unten.“, können wir konstatieren: Wenn die Sternbilder des Tierkreises einen beachtlichen Einfluss auf den Kosmos haben, so werden die Sternbilder im „Himmel“ des Menschen, also die astrologische Konzeption seines aurischen Wesens, ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf den Menschen ausüben. In den aufgeklärten Wochenzeitschriften des euroamerikanischen Pressemarktes ist das Horoskop unverzichtbarer Bestandteil, weil zahllose Menschen sich ungeachtet aller Rationalität in ihrem Leben nach den Sternkonstellationen richten. Es ist nicht unbekannt geblieben, dass sich in unserem modernen Zeitalter einige ranghohe Politiker stets von Wahrsagern/innen beraten ließen.

Damit wäre bereits ein wesentlicher Faktor eines Jeden „Vaters“ erkannt. Nun wird nicht jeder Rationalist die Astrologie als einen ernst zu nehmenden Faktor im Leben anerkennen. Dennoch ist der Mond auch dann am Himmel, wenn man ihn nicht sehen kann. Zumindest kann man den alten heiligen Büchern der indischen Kultur entnehmen, dass jeder Mensch in einer karmischen Veranlagung aufwächst, die er selbst durch sein Leben für eine folgende Inkarnation beeinflusst. So ist es also keineswegs falsch, wenn man feststellt, dass jeder Mensch seinen Lebensweg mit einer Vorprägung beginnt und auch damit fortsetzt, ganz gleichgültig, welche Doktrin die Definitionen dafür liefert.

Im mikrokosmischen Modell ist das Aurische Wesen der Schöpfer des körperlichen Menschen, der innerhalb einer multidimensionalen Kraftkugel seine Persönlichkeit entsprechend der aurischen Konditionierung entfaltet. Aus den aktuellen Erkenntnissen der Kernphysik kann man heute entnehmen, dass selbst die feste Materie nur ein Kondensat aus elektromagnetischer Energie ist. Durch die Betrachtungen der esoterischen Geisteswissenschaft ist mittlerweile bekannt geworden, wie sich die anderen feinstofflichen Felder im Mikrokosmos zusammensetzen. Bekannt sind der Äther, die Astralis und ein Mentalvermögen. Die drei weiteren Kraftfelder haben noch keine verbindliche Definition bei den Esoterikern gefunden.

Um die vierfache Persönlichkeit entfaltet sich im Aurischen Wesen bis zur Lipika das Atemfeld. Sie beinhalten unterschiedliche Speicher astraler und mentaler Konzentrationen, die in einem holografischen Netzwerk miteinander kommunizieren. Dort finden wir das menschliche Gedächtnis. Der Mensch selbst hat meistens von all diesen Vorgängen wenig oder kein Bewusstsein. Da diese mikrokosmische Konzeption für den Menschen von der Wissenschaft negiert wird, werden alle im Aurischen Wesen ablaufenden Reaktionen, Emotionen und mentale Ausbrüche dem Unbewusstsein zugeschrieben. Diesem Lebensraum haben zahlreiche weltbekannte Psychoanalytiker wie z.B. S Freud und C.G. Jung ihre Studien gewidmet.

Könnte man den „Herrn“ der Menschen in diesem Gewirr aus vielfältigen Kräften ermitteln? – Nein, leider geht es auch jetzt noch nicht wirklich.
Natürlich gibt es bestimmte Prioritäten des alltäglichen Seins, die entsprechende Kräfte der verschiedenen Ebenen polarisieren und damit in den Vordergrund des Daseins ziehen. So stehen dem Menschen am Morgen beim Frühstück in friedlicher Atmosphäre andere Kräfte aus seinem Vorrat zur Verfügung, als am Nachmittag bei einer heftigen Diskussion über personelle und sonstige Probleme am Arbeitsplatz.

Bei alledem ist auch noch zu berücksichtigen, dass von den Kraftkonzentrationen im Aurischen Wesen noch andere Wesenheiten aus dem Jenseits angezogen werden, die ein vitales Interesse daran haben, dass die innermikrokosmischen Kumulies lebendig und wirkungsvoll den Menschen beeinflussen. Diese Elementalen oder Golems im Jenseits leben dort in der Äther- oder Astralsphäre, in die alle Mikrokosmen eingebettet sind, wie Goldfische im Wasser. Niemand ist jemals befreit von diesen Begleitern, die nach dem Resonanzgesetz zum Menschen und seinem Mirkokosmos gehören, wie die Pilotfische zum Hai.

Aus diesen Beschreibungen der feinstofflichen Umgebung der körperlichen Person wird ungemein deutlich, dass der Mensch eben nur eine „Person“ ist. Alles, was in den verschiedenen Kraftfeldern des Mikrokosmos und um ihn herum erklingt, tönt durch ihn nach außen, wird durch Mimik und Gestik, durch Bekleidung und Frisur und vor allem durch das Sprechen, Singen und Lachen in die Umwelt kommuniziert.

Natürlich können sich die meisten Menschen dieser direkten Beeinflussung all der feinstofflichen Komponenten ihres Daseins nicht bewusst werden, weil sie aus vitalen Gründen getarnt im Unterbewusstsein ihr Unwesen treiben.

Es gibt allerdings noch eine weitere Quelle der Beeinflussung, die „Gott sei Dank“ im Menschen einmal wirksam werden kann. Das ist die Monade oder der Urtyp, der einen Brennpunkt seines Wirkens in das Herz des Menschen eingesenkt hat. Diese Stimme wird in der hinduistischen Philosophie Atman genannt, die Rosenkreuzer nennen diesen Berührungspunkt mit der göttlichen Ebene die Rose des Herzens und im Christentum ist es der „eingeborene Sohn“.
Nun liegt es am Menschen, welchen Beeinflussungen er seine Aufmerksamkeit zuwenden kann. Darum wird auch von allen weisen Männern, sowohl der Antike als auch der Moderne die Aufforderung an die Menschen gerichtet, doch endlich zu erwachen, durch beständige Wachsamkeit den Kräften auf die Spur zu kommen, die das normale Leben immer und immer wieder dominieren. Bedauerlicherweise bringen es oftmals erst die schmerzlichen Erfahrungen deutlich an den Tag, von welchen unterbewussten Reflexen man sich völlig aus Bahn bringen lässt. Allerdings können auch heftige Konflikte die Krise im Menschen so weit auf die Spitze treiben, dass er entgegen alle Widerstände der täglichen Verbindlichkeiten selbst Abstand zu den hektischen Abwicklungen des Daseins nimmt. In dieser Ruhepause von dem obligatorischen Hin und Her kann er der verborgenen Stimme in seinem Herzen lauschen, und auf einmal beginnt er etwas von der wahrhaftigen Freiheit seiner Seele zu ahnen.

Wenn der Mensch also zu sich selbst sagt: „Herr, nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe!“, dann ist es doch dringend notwendig genau zu wissen, an wen sich der Sprechende just in diesem Augenblick wendet. Denn er befindet sich in jedem Moment seines Daseins in einem Konglomerat von Beeinflussungen aus den feinstofflichen Feldern. Darin hausen verschiedene Wesen, die aus vitalen Gründen alles tun, um weiterhin die Aufmerksamkeit des Menschen in der Art zu manipulieren, damit sie an den Kraftflüssen des Mikrokosmos ausreichend partizipieren können. Damit ihre Schmarotzertätigkeit nicht entdeckt werden, kann praktizieren sie allerlei Verhaltensweisen für die Selbsttarnung im Unterbewusstsein. Die entscheidende davon ist der Materialismus. Denn er erklärt rundherum ohne jede Scham: „Das gibt es alles nicht. Das sind nur Halluzinationen, psychotische Projektionen.“ Doch auch das, was der aufgeklärte Geist nicht sehen kann, hat durchaus Existenz. Es gibt mittlerweile genügend Menschen, die in die Aura schauen können.

Allerdings gibt es eine noch hartnäckigere Aktivität dieser Golems: Das heißt sie machen sich nicht nur wichtig, sondern sie erklären dem Ich-Bewusstsein, sie wären unentbehrlich. Das geht heute schon so weit, dass sich im gewöhnlichen Sprachgebrauch kaum Sätze bilden lassen, die nicht ohne ICH gebildet werden können. Jedes Mal, wenn der Mensch von seinen Aktivitäten berichtet, wird immer davon gesprochen: Ich habe gemacht, ich habe gegessen etc. Doch das Ich im Menschen ist keineswegs der Macher, sondern nur ein Brennpunkt oder Golem im Atemfeld, der alle Aktivitäten der Person auf sich bezieht und sich damit wichtig tut.

Das bezeugt vor allem das erste Gebot aus dem Alten Testamen: „ICH bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ und so geschieht es. Nur wenige Menschen können diese Lüge entlarven. Wer vermag schon einsehen, dass er mit diesem ersten Gebot der Genesis durch Selbsthypnose sein eigenes Gefängnis zumauert. Natürlich erlebt sich der Mensch sehr aktiv und tut vieles in seinem Leben, jedoch wird sich bei genauem Hinschauen leicht feststellen lassen, aus welchen bewussten oder unterbewussten Antrieben der Körper in dieser oder jener Form aktiv geworden ist.

Vor allem, wer sich der Rose des Herzens zuwendet, und sich für die Belange der Überwindung dieser materiellen Welt einsetzt, nicht durch Fürbitte oder Kirchengeläut, sondern durch aktives Mitwirken in der Menschgruppe, die sich der Befreiung der ganzen Welt von den Gesetzen der Polarität geweiht hat, sollte sich selbst genau prüfen „Wes Geistes Kind er ist“. Wer sich einmal dem Auftrag des Christus wirklich zugewendet hat, wer in aller Wahrheit begonnen hat, Sein Nachfolger zu werden, kann sich von der Überschattung all der feinstofflichen Kumulies, Golems oder sonstigen Elementale befreien. Frei von Angst, Sorge, Furcht und Zweifel wird er in seinem Leben sehr wachsam hinschauen, welchem „Herrn“ er gerade dienen muss.

In diesem Sinne wird dann auch die Aussage der Engel bedeutsam, die in Bethlehem zu den Schäfern auf die Weide gehen, nachdem Jesus in der Grotte geboren wurde.
Sie rufen ihnen zu: „Erwachet! Euch ist heut’ ein Kindlein geboren!“ Das heißt unmissverständlich: Wenn die neue Stimme im Herzen ertönen kann, wenn Jesus geboren ist, dann sollte man in seinem Leben allem Tun und Lassen sehr wachsam gegenüber sein, damit diese leise Stimme nicht wieder von den lauten Stimmen der irdischen Begehren nach Selbsterhalt, Ruhm, Macht sowie finanzieller Sicherheit übertönt wird.

Dieser Prozess, der jetzt beginnen kann, liegt etwas abseits der lauten Straßen der gewohnten irdischen Beschäftigungen. Andererseits kann aber diese leise Stimme den Menschen auch zu dem unheiligen Gedanken verführen, selbst der Erleuchtete zu sein. Dann werden oft unterschiedliche Methoden der Kirchengebetstradition, der mystischen Verzückung in einer Einsiedelei, der buddhistischen Meditation oder der hinduistischen Askese zur Heiligung angewendet, um sich selbst als heilig betrachten zu können, wie bei den hinduistischen Saddhus, den kirchlichen Kardinälen oder den islamischen Ajatollahs.

„Niemand ist heilig. Nicht einer. – Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ so klärt Jesus Christus seine Anhänger auf. Wer trotz alledem selbst heilig werden will, muss sehr wachsam fragen, aus welchen Kräften in seinem System er jetzt gedacht wird. Kann er das nicht mehr in sich selbst ergründen, dann ist er bereits ein Opfer der höchsten irdischen Hierarchie geworden. Dieser einmal zu entkommen wird sicherlich ein äußerst schwieriges Unterfangen sein, das ohne Frage mit der Ersteigung des Mt. Everest zu vergleichen wäre.

Wer die klare Aussage von Jesus Christus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ wirklich verstanden hat, wird der Stimme seines Herzens folgen, und diese andere göttliche Welt suchen, wo immer er kann. Sie ist nicht im Diesseits zu finden, aber auch nicht in den feinstofflichen Feldern des Jenseits, sondern immer außerhalb jeder Polarität.

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9. Das Gedächtnis

Warum ist es äußerst interessant, sich mit der Arbeitsweise der Gedächtnisse, die dem Menschen eigentlich zur Verfügung stehen, zu befassen?

Das Gedächtnis bleibt für viele Forscher in der empirischen Neurologie ein Rätsel, weil sie meistens davon ausgehen, dass alles, was irgendwie mit dem Denken und Wahrnehmen und dem Speichern von Informationen im Menschen zusammen hängt, letztlich irgendwie in den Zellen des Gehirns Platz finden müsste. Ja, selbst die Autoren im Buch Das holografische Weltbild von Ken Wilber stellen es so dar, dass die universelle Holografie die Zell- bzw. Nervenstrukturen im Kopf produziert. Hinzu kommt, weil wir physischen Menschen unseren Bewusstseinsbrennpunkt mitten hinter dem Stirnbein empfinden, ist der Fehlschluss, dass alles Denken seinen Platz in den Gehirnwindungen und deren Synapsen bzw. Zellen im physischen Gehirn haben muss, unveränderliches Allgemeingut. In diesem materialistischen Weltbild wird dann das menschliche Gedächtnis im Kopf jeder Person lokalisiert. Darum wird auch im Internet bei Wikipedia folgende naturwissenschaftliche Darlegung präsentiert:

„Das Großhirn ist in der Mitte durch einen Einschnitt in zwei Halbkugeln (Hemisphären) geteilt. Diese sind stark gefaltet oder auch gefurcht. Zwischen den Hemisphären gibt es eine breite Verbindung aus einem dicken Nervenstrang, auch Corpus callosum oder Balken genannt, und weitere kleinere Verbindungen. Die 2-4 mm dicke Oberfläche des Gehirns ist die Großhirnrinde bzw. der Cortex. Sie enthält etwa 20 Milliarden Nervenzellen. Auf der Rinde lassen sich die so genannten Rindenfelder lokalisieren. Man unterscheidet zwischen primären Feldern und Assoziationsfeldern. Die primären Felder verarbeiten nur Informationen einer bestimmten Qualität, und zwar solche über Wahrnehmungen (Empfindung, z.B. Sehen, Riechen, Berührung usw.) oder über einfache Bewegungen.

Die Assoziationsfelder stimmen verschiedene Funktionen aufeinander ab. Die Zuweisung eines Rindenfeldes zu einer bestimmten Funktion wird immer wieder definiert und dann relativiert: Erst das korrekte Zusammenspiel verschiedener Felder ermöglicht eine Funktion. Zu den primären Feldern zählen zum Beispiel der visuelle Cortex, der am hinteren Pol des Gehirns liegt und auf dem die Projektionen der Sehbahn münden, und der auditorische Cortex, der der Verarbeitung akustischer Reize dient und seitlich im Schläfenlappen liegt. Assoziative Felder finden sich u.a. im vorderen Teil des Gehirns. Ihre Aufgaben sind zum Beispiel Gedächtnis und höhere Denkvorgänge.“ –
„Das Großhirn (Telencephalon) ist der größte und am höchsten entwickelte Teil des Gehirns. Seine zwei bis vier Millimeter dicke Rinde (Kortex) ist stark aufgefaltet – dies vergrößert die Oberfläche um ein Vielfaches. Die Großhirnrinde besteht aus den Zellkörpern von 19 bis 23 Milliarden Nervenzellen, die aufgrund ihrer grauen Farbe auch graue Substanz (Substantia grisea) genannt werden. Der Kortex lässt sich aufgrund seiner Funktionen in verschiedene sogenannte Rindenfelder einteilen: In den sensorischen Feldern verarbeitet das Gehirn Sinneseindrücke. Mit den motorischen Feldern koordiniert es Bewegungen. Gedanken- und Antriebsfelder dienen dem Denken und Erinnern.“ So steht es in einer anderen wissenschaftlichen Seite im Internet.

Von modernen Neurologen des 20. Jahrhunderts wird folgendes festgestellt: „Der Gedächtnisinhalt ist in den Verbindungen der Nervenzellen, den Synapsen, niedergelegt, genauer in der synaptischen Effizienz neuronaler Netze. – Zwischen den ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen bestehen schätzungsweise 100 bis 500 Billionen Synapsen. Entscheidend ist hierbei die synaptische Plastizität: Viele Synapsen sind nicht statisch, sondern können neu entstehen oder untergehen, und sie können die Effizienz der Übertragung auf das andere Neuron für sich und benachbarte Synapsen verändern.“

Vielleicht ist vorteilhaft, bei diesen Untersuchungen einmal sehr aufmerksam zu verweilen. Die Untersuchungsmethode hat im Labor folgenden Modellaufbau: Die Elektroden für Feinststrommessungen, die am Gehirn angelegt sind, senden beim Erinnern aus bestimmten Gehirnpartien messfähige Impulse. Das bedeutet, dass die Impulse so stark sein müssen, damit das empfindliche Gerät diese überhaupt registrieren kann. Jeder Impuls unterhalb dieser Schwelle fällt aus dem Versuch heraus. Von einem Probanden werden nun spezielle Gedanken erinnert. Die messfähigen Impulse können am Oszillografen erkannt und bestimmt werden.
Die zweite Methode ist: Gehirngeschädigte Personen zeigen deutliche Gedächtnisverluste spezifischer Art. Diese werden von den Neurologen den beschädigten Gehirnarrealen zugeordnet, weil zugehörige Reaktionen oder spezielle Erinnerungen nicht mehr möglich sind.
Die dritte Methode: Ratten oder andere Tiere werden übe einen längeren Zeitraum, meistens mit Fressen oder/und Nahrungsentzug zu einem bestimmten Verhalten dressiert. Es wurde von den Verhaltensforschern festgestellt: entnimmt man den dressierten Tieren partiell Teile des Gehirns, können sie sich an die Phasen des Gelernten nicht mehr erinnern. Es folgt der Rückschluss: Dieses entfernte Areal war Teil des Gedächtnisses. Das der entfernte Gehirnteil nur ein Teil einer Empfangsstruktur gewesen sein kann, wird nicht berücksichtigt.


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Aktualisiert am 31. August 2017


Bei allen Versuchen dieser Art muss beachtet werden, dass diese Rückschlüsse aus den Reaktionen in den Zellen der Gehirne nur insofern etwas über das Denken aussagen, als in den gemessenen Gehirnarealen eine Aktivität der Zellen stattgefunden hat bzw. dass bei den gegebenen Bedingungen der Teil des Organs beschädigt ist, der für den Empfang von Informationen aus einem virtuellen Gedächtnis zuständig ist, und die Funktionalität dieser Zellstrukturen (für das Erinnern) in diesem Bereich gestört ist. Alle diese Versuche gehen stets davon aus, dass der Empfänger bzw. Verarbeiter von Gedankeninhalten, der Verstand im Großhirn, sei es dass diese aus der Wahrnehmung kommen oder aus einem Gedächtnis, gleichzeitig der Speicher der Gedanken ist. Das ist jedoch eine falsche Vorstellung, die von vielen Esoterikern, Mystikern und Philosophen transpersonaler Weltanschauungen, schon lange widerlegt wurde.

Bei dem physischen Laborversuch wurde eigentlich immer nur folgendes registriert: Der beschädigte oder untersuchte Gehirnteil der Empfangsapparatur arbeitet für das Erinnern bzw. ist für die mentale Übertragung aus dem Gedächtnis defekt. Jedoch der tatsächliche Speicher für das Gedächtnis bleibt dabei vollkommen intakt. Am Beispiel der Computertechnik wird das verständlich. Wenn das Frontend-Programm einer Datenverwaltung defekt ist, und darum einzelne Aufstellungen aus der Datenbank auf dem Bildschirm nicht korrekt angezeigt werden, dann bedeutet das nicht, dass die Datenbank oder die Festplatte beschädigt sind, auf der die Daten gespeichert sind. Dort, in diesem Computergedächtnis, werden die Daten gespeichert. Vergleichbar liegen die Gedächtnisse des Menschen in den sieben Kraftfeldern des Mikrokosmos, in seinem Atemfeld und in seiner Lipika. Sogenannte «Nahtod-Erfahrungen» zeigen eindeutig, dass das Gedächtnis nicht im Gehirn liegen kann. Die von Dr.med. R.A. Moody, bzw. Frau Dr. Kübler-Ross befragten Menschen berichteten von ihren Erlebnissen, dass sie sich z.B. nach ihrem Herz- bzw. Gehirntod blitzschnell an ihr ganzes Leben erinnern konnten, obwohl sie klinisch gesehen bereits «tot» waren. Das bedeutet doch, dass die Organe für eine Erinnerung bereits außer Funktion waren.

Je nach Universität sind die Autoritäten geneigt, das Gedächtnis nach seinen Funktionen im Leben zu benennen oder die Bezeichnungen nach der Sinnesmodalität (verschiedene «Sinnes-Kanäle» – auditiv, visuell, haptisch, verbal-abstrakt) zu vergeben. Oder die Namen orientieren sich an den situativen Gedächtnisinhalten. Man spricht dann von einem auditiven oder visuellen Gedächtnis, von einem deklarativen Gedächtnis usw. Dennoch wird de facto nichts über die Qualität des Gedächtnisses ausgesagt. Auch die Ortung im Gehirn ergibt keine eindeutigen Ergebnisse, obgleich für die Wissenschaft alles irgendwie seinen Platz im Neocortex finden muss. Neurologen, die dem holografischen Modell anhängen, sprechen analog von einer Verteilung auf das nervliche Geflecht im ganzen Neocortex. Letztlich bedeutet das die Bestätigung dessen, was der allgemeine Volksmund mit der Phrase: „Er hat alles in seinem Kopf!“, seit Jahrhunderten reproduziert. Es darf also nicht sein, was nach der allgemeinen Ansicht nicht sein kann. „Ich glaube nur das, was ich sehe.“ ist seit Aristoteles die unabänderliche Aussage der empirischen Wissenschaft. Tatsache bleibt jedoch, dass wir nur das wahrnehmen, an das wir auch glauben. Wie kann das sein? –

Hier folgt eine typisch materialistische Antwort: „Zunächst muss man verstehen, dass nicht unsere Augen sehen, sondern der hintere Teil des Gehirns, der «optischer Cortex» heißt und für das Sehen zuständig ist. Das ins Auge treffende Licht, egal ob direkt von einer Lichtquelle ausgehend oder von Gegenständen reflektiert, gelangt durch Hornhaut, Linse und Glaskörper auf die Netzhaut und wird in der Retina von den Stäbchen und Zapfen in chemische Impulse umgewandelt. Die dort erzeugten Signale werden elektrisch über den Sehnerv an den optischen Cortex des Gehirns weitergeleitet und dort dann als Sinneseindruck verarbeitet.“

Das Ganze kann man sich auch wie bei einer Kamera vorstellen. Das Licht wird über die Linse (Auge) aufgenommen und an den Film im hinteren Teil der Kamera (optischer Cortex) weiter geleitet. Unsere Augen sind nur das Objektiv, der hintere Teil des Gehirns aber sieht. Das Gehirn prägt sich Dinge ein, die es sehen kann. Das ist wichtig. Zum Beispiel sieht eine Kamera viel mehr als unser optischer Cortex, weil sie keine Einwände erhebt und keine Urteile fällt. Es ist also so, dass unsere Augen, die Kameras, mehr sehen können, als unser Gehirn bewusst identifizieren kann. Unser Gehirn, bzw. Verstand, kann nur dass wirklich sehen und erkennen, von dem bereits in einem Gedächtnis eine Information gespeichert ist. Es ist ein absolut bedeutender Vorgang beim Wahrnehmen und Bedenken, dass der Mensch alle Informationen bereits an vorhandenen Konditionierungen oder schon bestehende Muster abgleichen muss, bevor er begreifen kann, worum es sich bei dem wahrgenommenen Ding handeln kann.

Für die gewöhnliche materielle Weltanschauung findet jedoch alles Denken und Erinnern im Kopf Platz, in welchem Körperteil sonst. Für die Wissenschaft kann demnach ein akzeptierbarer Beweis nur im grobstofflichen Körper gefunden werden, etwas anderes ist nachweisbar unwissenschaftlich. So sind nun einmal weltweit die Spielregeln für empirische Erkenntnisse. Doch, es ist unzweifelhaft bewiesen: in keiner Nervenzelle ist jemals etwas gefunden worden, was nur annäherungsweise einem Gedächtnis entsprechen könnte. Man fand immer nur unterschiedliche Eiweißmoleküle, Enzyme, Fermente, Zellen, Synapsen und subtile elektrische Ströme, die beim Erinnern oder Denken aktiviert werden. Man untersuchte intensiv die «Bausteine der Empfangsapparatur» und gibt sich dem Trugschluss hin, dass die in den stofflichen Zusammenhängen gefundenen Areale ein Gedächtnis enthalten, entweder «holistisch» verteilt, nach K. Wilber, oder «eingefaltet», nach D. Bohm. Im Großen wie im Superkleinen löst sich die Suche auf in einem dichten Nebel aus Annahmen und Hypothesen empirischer Diagnosetechnik. Dabei scheint es keinem Forscher zu dämmern, dass die Neurologen weltweit stets erneut die Feinstrukturen des Gehirns analog einem «Radioempfänger» untersuchen, um die «Speicherbereiche vom Radiosender» analog dem Gedächtnis zu ermitteln.

Natürlich wäre es am klügsten, sie fänden sich mit der Tatsache ab, die in esoterischen Kreisen schon lange bekannt ist:

Das Gedächtnis ist genau so wie das Bewusstsein eine immaterielle Qualität und wird darum niemals im stofflichen Körper gefunden werden.

Das Gehirn und die zugehörigen Nervenplexi beherbergen definitiv nur die Empfangs- und Steuerungsorgane für alles mentale Geschehen, also für den Verstand, das sinnliche Wahrnehmen (zusammen mit den Sinnesorganen), das Bedenken, Beurteilen und das Erinnern aus den Gedächtnissen. Der sogenannte Verstand ist in diesem Zusammenhang auch nur ein virtuelles Sinnesorgan, wie das Auge, das Ohr oder der Tastsinn. Fragst Du allerdings den Menschen auf der Straße, so wird er Dir natürlich sagen: „Die Gedanken, die Erinnerungen kommen von innen, sie sind in meinem Kopf, wo ich auch denke.“ – „Doch ist das wirklich so?“ dürfen wir vorsichtig anfragen. – Könnte es vielleicht so sein, dass unsere erlebte Wahrnehmung eine Sinnestäuschung ist, die die wirklichen Tatsachen vertuscht? – Könnte es möglicherweise so sein, dass die Verarbeitung der Wahrnehmung über die Jahrtausende der Evolution für die Selbsterhaltung vereinfacht wurde? –

Es ist erstaunlich, dass alle Berichte über Bewusstsein und Gedächtnis in den alten Weisheitsbüchern deutlich metaphysische Aspekte für das Denken betonen. Allerdings benutzen die Autoren dafür die in ihrer Kultur üblichen allegorischen Bilder. Werden diese dann mit einer materiellen Weltanschauung studiert – wie es leider vielfach geschehen ist –, entstehen natürlich nur die publizierten Übersetzungen, die mit der aktuell verbreiteten und akzeptierten europamerikanischen Weltsicht übereinstimmen. Man sollte dabei ruhig berücksichtigen, dass die ersten «Archäologen» der europäischen Welt entweder christliche Mönche oder stark von ihrem Kirchenglauben dominierte Forscher waren.

Ein berühmtes Beispiel dafür: J. F. Champollion, ein berühmter französischer Schriftgelehrter, konnte bereits mit 31 Jahren auf dem Stein von Rosetta die ägyptischen Hieroglyphen 1810 erstmalig entziffern. Als er dann den Forschungsauftrag vom französischen König genehmigt bekam, in den ägyptischen Tempelstätten die Hieroglyphen zu studieren, bekam er ein Verbot im Auftrage der katholischen Kirche vom König mit auf den Weg. Die Kirche zwang den König dazu, dass von diesen bahnbrechenden Entdeckungen des Forschers nichts veröffentlich werden durfte, was das Dogma von der Entstehungszeit der Schöpfung in der Genesis, im Alten Testament, in Frage stellen könnte. Also durfte Champollion diesen Teil seiner Entdeckung, der bewies, dass das Grab des Ramses bereits 4500 Jahre vor Christus erbaut worden sein musste, damals nicht veröffentlichen. Kurioserweise benutzen die anerkannten Ägyptologen bis heute darum für alle nicht genau definierbaren Zeiten eine Zeitspanne von „ca. 2500 Jahren vor unserer Zeitrechnung“, z.B. für den Bau der Sphinx und der großen Pyramide von Gizeh. Obgleich einige namhafte Wissenschaftler, Historiker und Archäologen handfeste Beweise dafür haben, dass diese Bauten viel älter sein müssen. Diese Geschichte ist nur ein prägnantes Beispiel dafür, wie intensiv die Inquisition und ihre zugehörigen Äonen noch heute, lange Zeit nach der sogenannten Aufklärung und Renaissance selbst das wissenschaftliche Erforschen der Welt manipulieren.

Doch das Gedächtnis der Erde, das Buch der Natur, kann niemals von Menschen redigiert werden, weder vom Vatikan, vom Dalai Lama noch von den Ayatollahs des Islam.

Das Gedächtnis des Kosmos ist ein vielfach gestuftes Kraftfeld im universellen Bewusstsein. Jeder Kosmos und Mikrokosmos besteht aus sieben Kraftfeldern, wie es im Kapitel 03. Das siebenfache Weltfeld dargestellt ist. Demnach besteht das Buch der Natur aus sieben mal sieben gigantischen Speicherfeldern in den siebenfältigen Monaden der sieben kosmischen Gebieten, in denen sämtliche gelebte Informationen bevorratet werden.

Kehren wir zurück zu unserem Beispiel der Sinnestäuschung «Gehirn»: Wenn aus einem Radio oder einem Fernseher z.B. ein Konzert erklingt, erscheint es jedem Menschen, der nicht mit den technischen Gegebenheiten eines Radioempfängers vertraut ist, so, als spiele das Orchester im Radio oder TV. Ein Eingeborener aus dem inneren Amazonasbecken wird das spontan zunächst in dieser Form feststellen, weil für seine Ohren das akustische Ereignis natürlich aus dem Radio kommt. Woher sonst? Daraufhin wird er selbstverständlich das Orchester auch im Radiogerät vermuten. – Es wird also wirklich höchste Zeit, dass wir aufgeklärten Europäer und Amerikaner uns über die Eingeborenen erheben und das „Radiogerät“ ein „Empfänger von Radiowellen“ sein lassen, und die Tatsache akzeptieren, dass auch das materielle Gehirn und andere ähnliche körperliche Nervenorgane auch nur Empfänger, Durchleiter und Verarbeiter sowohl vom Wahrnehmen als vom Denken und Erinnern sind. Dabei muss der Verstand als das wesentliche virtuelle Sinnesorgan für das Erinnern, Assoziieren und Denken verstanden werden, ähnlich dem «Front-End-Programm» einer Datenbank im Computer. Auch wenn das innere Empfinden dem Menschen signalisiert, das Geschehen findet doch im Kopf statt, das Denken, Wollen und Fühlen, so sind diese Sensationen nur Projektionen des stofflichen Arbeitsapparates Gehirn. Die tatsächlichen Wahrnehmungs- und Gedächtnisfunktionen sind in einer anderen Sphäre zu suchen. Diese anderen «Orte oder Räume» sind in den sieben feinstofflichen Kraftfeldern des Mikrokosmos zu finden.

In dem Buch «Das Gedächtnis der Natur» schreibt Rupert Sheldrake ausführlich über die morphische Resonanz in der Natur. Diese Einsichten hatte er auf der Suche nach der Ursache für das Gruppenbewusstsein gewonnen. Dort schreibt er u.a.: „Jedes natürliche System einer bestimmten Art besitzt ein eigenes spezifisches Feld. Alle Arten von Atomen, Molekülen, Kristallen, lebendigen Organismen, Gesellschaften, Konventionen und mentalen Gewohnheiten werden von solchen Feldern geformt. Morphische Felder sind, wie die bekannten Felder der Physik, nicht-materielle Kraftzonen, die sich im Raum ausbreiten und in der Zeit andauern. Sie befinden sich innerhalb und in der Umgebung des Systems, welches sie organisieren.“

Allgemein wird auf aller Welt akzeptiert, dass unser Denken durch das Erinnern aus dem eigenen Gedächtnis vielfältig gespeicherte Informationen abrufen kann. So ist es beim auswendigen Aufsagen von Texten in der Schule, beim Vortragen von sorgfältig vorbereiteten Ausarbeitungen oder Referaten, mit denen sich ein Mensch wochenlang beschäftigt hat. Aus dem Gedächtnis werden lange Konzerte gespielt, komplexe Texte auf der Bühne im Theater rezitiert oder in der Oper gesungen usw. Es gibt Menschen, die mit einem schier unglaublichen Gedächtnis glänzen können, wie es manche Fernseh-Show beweist. Auch mit dem intelligenten Kombinieren unterschiedlichster Erinnerungen werden in sogenannten «kreativen Prozessen» neue Gedankenkomplexe entwickelt, völlig neue Ideenmodule hervorgebracht, und überwältigende Erfindungen gemacht.

Gedaechtnisse k

Die Gedächtnisse sind die großen Vorratskammern für die Überlebensstrategien im Mikrokosmos und sie werden in seinen sieben Kraftfeldern von den Unterstrukturen bestens organisiert, z.B. im stofflichen Gedächtnis für die Funktionen der inneren Organe oder der endokrinen Drüsen, für die Atmung oder den Blutkreislauf. Alle organischen Funktionen des Körpers sind als kleine Konzepte in einem zugehörigen Gedächtnis im Stoff oder dem Äther abgelegt und werden ständig für das Funktionieren des Gesamtkörpers abgerufen. Analog dem System eines Computers, das auf der internen Festplatte gespeichert ist, das jedes Mal beim Benutzen eines Programms von der CPU verwendet wird, werden einem Gedächtnis entsprechend bestehende Dokumente aufgerufen aus den internen oder externen Festplatten, die an den Computer angeschlossen sind.

Allen bekannt sind die von Neurologen definierten Gedächtnisarten, die sich bei jedem Menschen deutlich bemerkbar machen: das Kurzzeitgedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Für die alltäglichen standardisierten Lebensfunktionen ist auch das Tagesgedächtnis bestimmt worden. Man hat es das prozedurale Gedächtnis genannt oder auch Verhaltensgedächtnis. Dieses soll die Informationen vor allem für automatisierte Handlungsabläufe bzw. instinktive Fertigkeiten für die alltäglichen Verrichtungen speichern. Aus der Sicht der Geisteswissenschaft, um ein Wort R. Steiners zu benutzen, stellt sich das alles ein klein wenig anders dar, obgleich die benutzten Begriffe ganz gut zu den anderen esoterischen Gesamtmodellen passen.

Zunächst ist die Qualität dessen, was wir «Gedächtnis» nennen, ein spezifischer Aspekt in der holistischen Struktur des Bewusstseins in dem betroffenen Kraftfeld. Die universelle Energie Bewusstsein hat unter anderem die Fähigkeit, Sinninhalte, Informationen an sich zu binden, zu transportieren und abzulegen. Das ist unzweifelhaft bereits eine spezielle Form des Denkens und der Kommunikation. Durch die holografische Eigenschaft der Energie entstehen aus der Bewusstseinsenergie kugelförmige Schöpfungen, Kumulationen elementaler Art, die sich in den verschiedenen Feldern des Daseins manifestieren und dort «leben». Je nach Dauer, Intensität und Menge der mitvibrierenden Informationen, nach Dynamik, Emotion und Begehren, können diese Bewusstseinskumulies gewaltige Ausmaße und Formen annehmen, die außerhalb unserer Begriffe von Raum und Zeit liegen.

Das universelle Bewusstsein selbst ist sich aller aktuellen Ereignisse, Begegnungen, Verknüpfungen und Informationen gewahr, ist sich allen Seins im ganzen All bewusst, weil es im Universum das holistische Instrument für die harmonische Steuerung aller Lebensaktionen ist. Die Wahrnehmungsorgane des Alls selbst sind die bewussten Wesen, Entitäten, Engel, Devas, Elohim und Menschen usw, die ihrerseits mit Sinnes-, Denkorganen sowie Gedächtnissen ausgestattet sind. Wie eigentlich als bekannt vorausgesetzt werden kann, besitzt jede elektromagnetische Kraft eine kugelbildende Feldeigenschaft, die analog der Kohäsion und Adhäsion wirkt, so wie es die Holografie abbildet. Die harmonisch organisierenden Strukturen als isobare Zusammenballungen, Strings oder Kumulies des Bewusstseins sind sehr schwer zu erfassen. Einerseits sind sie holistisch im ganzen Bewusstseinsfeld verteilt, also z.B. rund um und in der Erde, durchdringen also das gesamte planetare Erdstratum, andererseits manifestieren sie sich auch in einzelnen Atomen, Zellen, Organen, Pflanzen, Tieren, Menschen oder Wesen. Teilhard de Chardin formulierte diesen von ihm erkannten Tatbestand der Materie so: «Jedes Atom verfügt über ein Geistteilchen.» Setzen wir für das Wort «Geist» jetzt den Begriff «Bewusstsein» ein, so kann man seine Folgerung aus dieser Erkenntnis: «Die Summe aller Geistteilchen im Weltall kann man mit Gott bezeichnen.» durchaus akzeptieren. Natürlich ist das universale Bewusstsein, die Urmonade das offenbarte Schöpfungsfeld, der Logos, in dem sich alle Universen entfalten. Die Bewusstheiten aller Monaden, aller kosmischen Wesen, der Galaxien, Quasare, Sterne, Planeten wie die Erde, aller Lebenswellen und der Menschen, sowie die Bewusstheiten aller sieben kosmischen Felder summieren sich holistisch im totalen kosmischen Bewusstsein. Aus allgemein ersichtlichen Gründen wird klar, dass dieses gewaltige Feld aller Bewusstheiten eine holistische innere Struktur unterhält, die ununterbrochen Harmonie und Gleichgewicht aller lebenden Kräfte erschafft. Sie ist bis in die kleinsten Lebensbausteine unterstrukturiert und feinsinnig organisiert. Giordano Bruno und Gottfried Wilhelm Leibniz haben für die gewaltigen holistischen Wechselwirkungen die Monaden als das fundamentale Schöpfungsprinzip gesehen. Dieses kosmische Weltbild ist in seiner Plausibilität und in seiner Kühnheit selbst für eine von uns Menschen erkennbaren Funktionalität weit unübertroffen.

Giordano Bruno folgte dabei nicht nur dem heliozentrischen Weltbild des Nikolaus Kopernikus, sondern er versuchte auch, die kopernikanische Theorie im Sinne des eigenen Unendlichkeitsdenkens zu vollenden. Die Idee, die hierbei wirksam wird, ist einfach: Die gesamte Naturphilosophie wird auf die These gestellt, dass das ewige, unendliche alles unfassbare Sein als Ursache vor dem Anbeginn als Reflexion der ewigen Ursache das Universum, die Urmonade als unendliche Wirkung in Offenbarung bringt. Da das ewige, unkennbare erste Prinzip des Seins die absolute Einheit ist, ist auch seine Schöpfung in seiner unüberschaubaren Vielheit als unendliche Einheit zu begreifen. G. Bruno begriff den Logos ebenso wie Laotse. Überall im Universum wirken sieben Kraftstrahlungen in den sieben kosmischen Gebieten unter völlig gleichen Bedingungen. In dieser holistischen Schöpfung sind alle «Teile» mit allen anderen «Teilen» über die universellen Kraftfelder insbesondere dem Bewusstsein verbunden und alle Monaden mit ihren Weltkörpern und Lebenswellen stehen als Teile eines lebendigen Ganzen in harmonischer Resonanz. Die für das menschliche Selbstverständnis vielleicht folgenreichste «Erfahrung» bildet die Allgegenwart des kosmischen Mittelpunkts, durch die die feste Verankerung der Erde im All und die Einzigartigkeit der eigenen Position aufgegeben werden müssen. Diese umfassenden Kosmologie des allumfassenden Universums bestätigt die Aussage Laotses: «Tao ist überall in der Mitte!» Diese scheinbar widersprüchliche Natur, in der alle Teilstrukturen mit allen anderen verschränkt sind – entgegen der sinnlich erfahrenen Wirklichkeit des Sternenmeeres am Nachthimmel – ist in dieser komplexen Form letztlich Ausdruck der Immanenz des an sich transzendenten Wirkens des Allbewusstseins auch in der Materie. Es wird jedem sofort einleuchten, wenn alles kosmische Geschehen der Offenbarung als Ideation, Projektion und Realisation des unkennbaren Schöpfungsfeldes vor allem Anbeginn in der Urmonade durch universale Bewusstsein gesehen wird. In der Urmonade und allen nachfolgend geschaffenen Monaden wird die Uridee in allem Sein der Schöpfung abgebildet, das bedeutet: in allem Sein wird mit «seiner» Urenergie nach «seinem» Plan das Prinzip der Einheit durch die Vielheit bewusst verwirklicht. G. Bruno verband die These, dass das universale Bewusstsein der Urmonade ununterbrochen in allem Geschaffenen und noch zu Schaffenden innewohnt, mit dem Wissen, dass auch die stoffliche, dem Menschen begreifbare Realität einer unveränderlichen Uridee, dem höchsten Logos entspringt.

Mit seinen Gedanken nahm Giordano Bruno die Gedanken von Gottfried Wilhelm Leibniz und Baruch de Spinoza vorweg. Er stellte sich gegen das damals meist vertretene geozentrische Weltbild, und nahm stattdessen an, dass die irdische Welt und die Menschen ein einmaliger «Unfall» einer einzelnen lebenden «Welt-Substanz» seien. (Diese «Substanz» sah Bruno mehr als eine Art «Grundkraft»). In seinen Gedanken postulierte er die Monade, die als eine unteilbare Einheit (In-dividuum) ein fundamentales Element des Weltaufbaus darstellt, in dem sich die Grundidee der Offenbarung im gigantisch Großen wie im mikroskopisch Kleinen widerspiegelt, so wie es uns heute die moderne Physik in einem Hologramm symbolisiert. Die Urmonade enthält in ihren sieben Kraftfeldern die unerschöpflichen Gedächtnisse des Universums im universalen Bewusstsein. Alle nachfolgend geschaffenen Monaden enthalten nach dem Urmodell in einem «konzeptionellen Wirkungsfeld» (entsprechend einem Kosmos oder Mikrokosmos) ein wirkendes Geschöpf (analog einem Planeten, einem Wesen, Menschen oder Tiere etc.), das die Monaden über Inkarnationen, Entstehungen und Verlöschungen, solange in allen sieben Kräften vollenden, damit sie sich mit den nächst größeren Monaden und ihren Welten für deren Entwicklung verbinden können. Alle Strukturen des Lebens der Galaxien, Sterne, Kosmen, Planeten, Entitäten und Wesen entfalten sich auf allen Ebenen des Seins analog «Holokumulies», holografische (kugelförmige) Zusammenballungen aus den verschiedenen Kräften nach dem isobaren Resonanzprinzip: Gleiches zu Gleichem. Dabei besteht die dem jeweiligen Leben angepasste, höchste Leitstruktur für seine Erkenntnisse aus den vorhandenen Informationen aller zugehörigen Gedächtnisse, die kontinuierlich von der führenden Monade dem Kosmos oder dem Wesen entsprechend seinen Entwicklungsstufen aufgefrischt werden.

Um sich dieser allumfassenden Synthese des Daseins aus der menschlichen Perspektive zu nähern, sollen uns allegorisch verwendbare Modelle der Natur helfen. Da der Rhythmus des kosmischen Geschehens durch alle Daseinsebenen hinunter bis in die kleinsten Lebewesen klingt, können wir davon ausgehen, dass sich die Lebensmodelle in aller Natur sehr ähnlich sind. Darum bedienen wir uns bei einem der kleinsten Tierchen im Weltenmeer, den Korallen, um die komplexe Struktur in den unstofflichen Gebieten der Gedächtnisse zu veranschaulichen. Ihre kalkhaltigen Röhrchenbäume sind eine ausgesprochen plastische Allegorie für die Art und Weise der virtuellen Speicherung von Informationen und Sinninhalten. Das Gedächtnis baut eine vergleichbare virtuelle Struktur im Bewusstsein aus Informationsstrings, die analog einer DNA im Genom, für den harmonischen Ablauf eines Wirkungsabschnittes des Lebens verantwortlich ist.

Das String-Modell

Um allen möglichen Missverständnissen vorzubeugen, werfen wir noch einen Blick auf die String-Theorie der Physik, von der wir uns den Begriff ausgeliehen haben: Je nach Grundannahmen werden in den physikalischen Stringtheorien etwas unterschiedliche, aber ähnliche Schlussfolgerungen gezogen. Alle Stringtheorien haben jedoch das gemeinsame Grundkonzept, dass Strings (englisch für Fäden) als fundamentale Objekte mit räumlicher Ausdehnung angenommen werden. Das steht im Gegensatz zum gewohnten Modell des Elementarteilchens. (Wikipedia)

String 4f

In der Elementarteilchenphysik geht es stets um eine mathematische Definition kleinster Materiebausteine (Energiepartikel). Dieser Bereich kann durch die bereits vermittelte Kenntnis über die immateriellen Energiefelder in den sieben Dimensionen des Alls integriert werden. Das «Fadenmodell» der Strings ist über die Kernphysik hinausgehend auch in der Biologie ein ausgesprochen attraktiver Denkansatz. Ich werde ihn hier etwas abgewandelt verwenden, um die mir geschenkte Vision darzustellen, wie sich alle Gedächtnisse stringförmig organisieren und bei weiterem Anwachsen zu Holokumulies koagulieren. Die String-Vorgänge in der Biochemie oder in der Kernphysik sind Spiegelungen dieser einen grundsätzlichen Lebensstruktur, die sich im ganzen Universum findet. Die Formulierung des String oder Holokumulus wird sowohl von der isobaren Resonanz, als auch von der im String mitgeführten Energiemenge der entsprechenden Ebene bestimmt.
In der Begegnung der psychologischen Wissenschaft mit der Internet-Technologie ist der Begriff MEM geprägt worden. Ein „Mem“ bezeichnet eine Gedankeneinheit, die sich durch Kommunikation ihrer Träger vervielfältigt. Als Memetik wird das daraus abgeleitete Prinzip der Informationsweitergabe bezeichnet. Das Mem findet seinen Niederschlag in der „Memvorlage“ (im Gedächtnis) und der „Memausführung“ (Kommunikation). Die Vernetzung von sich einander bedingenden Memen wurde von Dawkins zunächst als „koadaptiver Mem-Komplex“ („coadapted meme complex“) bezeichnet, was später zum Kunstwort Memplex zusammengezogen wurde. (Zitat aus Wikipedia)

Der mentale String fügt die Grundgedanken nach der isobaren elektromagnetischen Resonanz zu einer lebenden Einheit, einem Holokumulus zusammen. Die materiellen Hilfskonstrukte des MEM oder «Memplex» zeigen deutlich, wie die Gedankenwelt mit allen Forschern parallel zusammenarbeitet, um den Grundstrukturen des Denkens in der heutigen Welt der Phänomene gerecht zu werden.

Das prinzipiell überall wirkende Gesetz der isobaren Resonanz produziert sozusagen die individuelle Selektion der einzelnen Informationen aus den überwältigenden Mengen aller Kommunikationsströme. Die Energiehöhe (Frequenz) sowie die einmodulierte Melodie der Sinngebung bestimmen Platz und Zuordnung im String bzw. Holokumulus. So entstehen auf allen Ebenen und in allen Kraftfeldern große Mengen an durchstrukturierten holistischen Zusammenballungen von Informationen – Holokumulies und String-Fächer – in denen sich die ganze Fülle aller Gedächtnisanteile jederzeit abrufbar abspeichern. Sie vibrieren gemäß der Annäherung bzw. Abstoßung in isobarer Resonanz nebeneinander und ineinander, eingefaltet oder aktiviert ausgebreitet, ähnlich den Rundfunkwellen der verschiedenen Sender, allerdings auf einem viel höheren Energieniveau.

Dieses Bild einer Fächerkoralle veranschaulicht diesen Zusammenhang eines Gedanken-Strings an einem lebenden Wesen in der Natur. Es bleibt natürlich bei einem Versuch, im natürlichen Bereich etwas allegorisch darzustellen, das sich analog des theoretischen Modells beständig ändernd mehrdimensional im Unstofflichen entfaltet. Die «Stringbäume» im Gedächtnis können auch mit dem vielverzweigten Netz der Nerven im Körper verglichen werden, auch ähneln sie der Gefäßstruktur in einem Baumblatt. Überall in der Natur finden sich visuelle Analogien für diesen universellen Vorgang.

Die einzelnen Informationspakete, Strings, ballen sich in Holokumulies ebenfalls nach der isobaren Resonanz zusammen, die sich wiederum mit kongruent vibrierenden Holokumulies vereinen, und so entsprechend der Sinninhaltsnähe längere, auch mit Abzweigungen versehene, 3D-Strukturen entstehen lassen. Diese werden von den Informationen aus aktuellen Erfahrungen bzw. notwendigen Korrekturen permanent modifiziert und in Bewegung gehalten. So werden die Gedächtnisinhalte ohne Unterbrechung mit den Ergebnissen aller Ereignisse aktualisiert, gegebenenfalls neu positioniert. Ein mentaler String wächst aus allen Informationen, die über Wahrnehmungen, Assoziationen und neue Gedanken hinzukommen, wie bei einem Korallenbäumchen im beständigen Fluss der Strömungen stets weiter. Darum ist dafür die schönste Analogie das Bild von der Wachstumsstruktur der Fächerkorallen. Im mentalen Feld sortieren sich die «einzelnen» Gedächtniskumulies auch nach Stärke, Größe und Resonanz als ein lebender Stringast, der sich isobar mit anderen gleichen oder kongruenten «Ästen» verbindet.

Zum Verstehen dieser Gedächtniskumulies und -Strings kann auch ein Bild aus der Computertechnik dienen. In den Computerchips eines Prozessors vibrieren sehr viele, ganz unterschiedliche Daten, Units oder Programme aus Bits, elektronische Einheiten. Real sind sie nur elektronische Impulse mit einem Reaktionspotential und sie sind mit einem Erkennungschlüssel versehen. Diese elektronische Markierung eines Dokumentes, der sogenannte Header, ist der Schüssel für das Wiederfinden der einzelnen Daten mit einem Programm aus dem virtuellen Speicher der Festplatte. Solange das Dokument nicht aufgerufen wird, um auf dem Bildschirm dargestellt zu werden, sind seine Bestandteile entsprechend der systemgemäßen Vorgaben elektronisch in den Speicherchips verteilt. Erst der Impuls, das Dokument zu aktivieren, führt alle gespeicherten Daten und Bibliotheken wieder zu einem Gesamtdokument zusammen, das dann auf dem Bildschirm als bearbeitbares Dokument erscheint. Ähnlich vibrieren die Gedächtnisstrings bzw. -kumulies inaktiviert in den zugehörigen Gedächtnisbereichen. In den jeweiligen Holokumulies bilden sich lebendige holistische Verdichtungen, Strings, als funktionale Speicher für die entsprechenden Aktionen. Im ruhenden Gedächtnis vibrieren die Holokumulies und Strings zunächst latent inaktiv. Erst wenn sie für anstehende Aufgaben aktiviert werden, breiten sie sich in voller Potenz wieder aus. Die Kugelform oder ellipsoide Form der Mentalquanten entsteht durch ausbalancierte Kohäsion und Adhäsion, mit der sie alle kraft ihrer innewohnenden isobaren Resonanz mit der Basisinformation stets gleich weit vom Zentrum entfernt gehalten werden. Wo und wie sich dieser Holokumulus letztlich auswirkt, hängt entscheidend von seiner mentalen Grundvibration ab, sowie von der Aktivität im Verstand durch Erinnern oder Erfassen entsprechend der aktuellen Intention.

Betrachtet man unvoreingenommen das ganze Geschehen, dann wird deutlich, dass es in den verschiedenen Kraftfeldern unterschiedliche Gedächtnisstrukturen, morphogenetische Felder (nach Rupert Sheldrake) gibt, die eine bestimmte Lebensdauer haben, kürzere in den Mikrokosmen oder längere in der Akasha der Erde und auch ganz lange im Kosmos, sogenannte Äonen (langer Zeitraum) und deren Archonten. Bei der ungenutzten Lagerung sind diese Kumulies oder Strings inaktiv, oder eingefaltet, wie es David Bohm in seinem Weltbild vorstellt. Werden sie wieder aktiviert und für Lebensprozesse aufgerufen oder reaktiviert, dann entstehen ausgefaltete Gedächtnisstrings oder Holokumulies, die eine größere Informationsmenge beinhalten können, und darum auch stärker kumuliert sind. Die vielfältigen Gedächtnisse können allerdings nicht nur über das Verstandesdenken Informationen mit anderen Wesen oder Menschen austauschen. Man denke dabei nur an das spontane Wahrnehmen eines angenehmen oder unangenehmen Mitmenschen (astrales Gedächtnis), oder an das Aurasehen von entsprechend geschulten hellsichtigen Menschen. Der multiplexe Informationsaustausch im ganzen All zwischen den Monaden ist ein Phänomen in allen sieben Lebensfeldern, im Makrokosmos wie auch im kleinen, also im Mikrokosmos.

Jedem Mikrokosmos werden aus der Monade sieben Kraftfelder zur Verfügung gestellt, die sich im Raum um den Menschen zu einem kugelförmigen Holokumulus formen. Alle Felder, die im aurischen Wesen vibrieren, verfügen in sich über ein eigenes Bewusstsein und ein eigenes Gedächtnis. Zusätzlich ist in dem aurischen Wesen die «Lipika» angelegt, ein karmisches Gedächtnis, deren multiplexes Feld von zahlreichen Gedächtniskumulies durchzogen ist. Da in diesem Langzeitgedächtnis alle Erfahrungen der mikrokosmischen Vergangenheit vibrieren, freischwebend wie an einem Sternenhimmel in einem bestimmten Bereich «abgelegt», nannte man diesen Teil des aurischen Wesens bereits in der hinduistischen Philosophie die «Lipika». – Lipikas (Sanskrit) heißen die himmlischen Aufzeichner, die «Schreiber», also diejenigen, die jeden Gedanken vom Menschen und jede Tat aufnehmen, die er während seines Erdenlebens für oder gegen seine Evolution getan hat. Wie der Okkultismus lehrt, agiert die Lipika unter der Leitung der Monade als Agent des Karma, zur Realisation der universellen Grundidee der fortwährenden Vervollkommnung.
Bereits die Astrologen des babylonischen Zeitalters wussten, dass die Sternbilder des Tierkreises am irdischen Firmament mit ihren besonderen Kraftwirkungen für die Erde auch mit den Menschen in einer besonderen Beziehung stehen. Darum war die Astrologie in der Antike eine hohe Wissenschaft und wurde von manchem König für die Vorhersage der Zukunft missbraucht. Die Wirkungen dieser kosmischen Kräfte verbinden sich in einer besonderen Art mit dem mikrokosmischen Himmel des aurischen Wesens und insbesondere mit den Feldern seiner Mentalis. Diese Erkenntnis macht auch verständlich, dass nicht nur das Karma aus den früheren Existenzen des Mikrokosmos, wie es in der Lipika abgelegt ist, das Leben und Werden des Menschen bestimmt, sondern auch seine besonderen Beziehungen zu den Kraftfeldern des Kosmos, seinen Planeten und Sternzeichen, also zu seiner astrologischen Konzeption. Dabei ist die Sternkonstellation bei der Geburt des Menschen mit Sicherheit ein prägender Moment.

Unter der Leitung der Monade wird im bewussten Erleben zahlreicher Erfahrungen die Evolution jedes Mikrokosmos fortgeführt. Dabei werden in steter Folge auf allen Ebenen neue oder modulierte Erfahrungen als Informationsstrings abgerufen, bearbeitet, inhaltlich neu gestaltet und erneut abgespeichert. Diese elektromagnetischen Kumulies in den Gedächtnissen bekommen durch stete Wiederbelebung kontinuierlich mehr Stabilität, Lebensdauer und Dominanz nach den Regeln der isobaren Resonanz, durch Erinnern und erneutes Überdenken bei allen persönlichen Aktivitäten, Ambitionen, Erlebnisstrukturen in Familie, Ausbildung, Beruf, Sport und Hobby, vor allem im Langzeitgedächtnis. Die vielfach in der Sprachpsychotherapie aufgestellte Behauptung, durch stetes Wiedererzählen der Probleme lösten sich die Komplexe, ist irreführend. Ebenso die von Politikern und Historikern beglaubigte These falsch, dass ein Wiedererinnern dazu beiträgt, dass die Abscheulichkeiten der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Alle Denkmäler verstärken den bisherigen mentalen Impuls, darum auch «Denk-mäler».

Astral-mentale Bewohner des Atemfeldes können mit der Zeit zu kräftigen Kumulies bis zu lebendigen selbst denkenden Konstellationen heranwachsen, die dann fortan kräftig die Lebensprinzipien und traditionellen Verhaltensweisen bestimmen. Diese wachsen zu den gewohnten Lebensregeln der Persönlichkeit heran, die dann in den Traditionen gipfeln. Diese mentalen Gedächtnisstrukturen leben im Atemfeld des Mikrokosmos und entwickeln dort ohne bewusste Kenntnis der Person eine Lebensdauer und Prominenz, die ihrer Intensität oder Kraftmenge entspricht. Die astralen Gedächtnis-Strings bzw. -Holokumulies organisieren vor allem die Selbst- und Arterhaltung des Systems in der niederen Astralis. Die höhere Astralis sorgt mit ihren Begehren für die Weiterentwicklung des Mikrokosmos und der Person für die Kooperation mit den helfenden Wesen in der irdischen Evolution.

In den organisch strukturierten Bereichen des Ätherfeldes sorgt das ätherische Gedächtnis vor allem für die Kontrollaufgaben und für die Logistik aller Organe. Auch der Stoffkörper verfügt über ein eigenes Gedächtnis, das zudem vom Erbgut der physischen Vorfahren geprägt wurde. Alle innermikrokosmischen Gedächtnisse haben eine isobare Resonanz zu den Gedächtnissen ihrer kosmischen Felder im Jenseits und darüber hinaus – weniger stark – mit den Kräften aus den makrokosmischen Gebieten. Daraus ergeben sich zahlreiche Interdependenzen, die möglicherweise einigen Astrologen bekannt sind. Eigentlich sollten sich alle erwachsen gewordenen Menschen voll bewusst sein, dass ihre Einbindung in die jenseitigen Gefilde des Kosmos entscheidenden Einfluss auf ihr Dasein haben. Genauso wie sich die mikrokosmischen astralen Bewegtheiten mit der Astralis des Jenseits verbinden, so verbinden sich auch alle Gedankenbewegungen mit dem mentalen Feld im Jenseits, wo sie sich mit korrespondierenden, bereits vorhandenen Gedächtnisstrukturen resonant verbinden. Viele emotional aufgeladene, egoistische Begierden, Wünsche und Gebete – vielerorts auch durch Massenansammlungen von Pilgern oder Gläubigen ausgesendet – schaffen im Jenseits gewaltige Holokumulies gleicher Vibration, gigantische Äonen, die schon Paulus die Gewaltigen und Fürsten unter dem Himmel genannt hat. Mehr dazu in einem andern Kapitel über die Äonen und Archonten.

So wie das Bewusstsein in allen Kraftfeldern wirkt, so gibt es auf allen Ebenen in diesen Bewusstheiten auch entsprechende Gedächtnisse für die in diesen Kraftfeldern zu verrichtenden Lebensvorgänge.

GedaechtnisseDas Bewusstsein ist sozusagen im ganzen System und überall im Kosmos die Basisenergie und bestimmt das dem Feldbereich entsprechende Kommunikationsprogramm, d.h. wie das Gedächtnis die erfassten Sensationen zu Gedächtnis-Kumulies oder -Strings zusammenfügt, und wie der Verstand mit dem Mentalvermögen die Erinnerungen aufruft, neu bedenkt, in der Lebenshaltung umsetzt und die eingebrachten Erfahrungen wieder einsortiert. So wie am Himmel die Wolken in unterschiedlichen Formen dahin ziehen, «schweben» die Kumulies oder Strings unter anderem im Atemfeld, relativ strukturiert, bis sie vom Denken oder von Aktionen reaktiviert werden und sich beim Bedenken in einer dem Gedanken oder Wunsch entsprechenden Form konzentriert vor ihm als Vorstellung offenbaren, also seinem aktuellen Erfassen zur Verfügung stehen. Die Information in den unteren Kraftfeldern läuft analog ab, wobei die physische und ätherische Kommunikation für die Selbsterhaltung vollkommen unbewusst und sehr direkt mit den Organen, dem Blut, den Zellverbänden und Organellen etc. ausgeführt wird.
Ein astrales Feld der Gedächtnisse vibriert auch um und durch den Erdball, das natürlich viel gewaltigere Dimensionen hat. Selbst im planetaren System der Sonne und in dem diesem übergeordneten Makrokosmos gibt es gewaltige Ansammlungen von Bewusstseinsspeichern, die zudem für die unvorstellbare Ordnung im Miteinander der universellen Natur sorgen. Dem immensen Langzeitgedächtnis der Erde gab R. Steiner den Namen die «Akasha-Chronik», zumal in der indischen Philosophie «die Akasha» als das gesamte Lebensfeld der Offenbarung angesehen wird. Das innerhalb des astronomischen Raumes des Tierkreises existierende gigantische Gedächtnisfeld, der «Devachan», war allerdings schon in historischen Zeiten den Priestern der Inder bekannt. Auch die Astronomen der orientalischen Frühkulturen und der Hochkulturen in den Anden und in Mexiko haben sich intensiv damit beschäftigt.

In diesen makrokosmischen Kraftfeldern unserer Galaxie mit ihren gewaltigen Speichern für Informationen über das Werden und Sein der Erde und aller anderen Planeten herrschen die Naturgötter, für den Erhalt des planetaren Systems, die von den antiken Weisen entsprechend benannt wurden, indisch Devas, jüdisch-christlich Engel und Erzengel. Auf diese Weise bekamen an gewissen Sternkonstellationen erkennbare Himmelsbereiche unter anderem ihre Namen. Die 12 Sternbilder im sogenannten Tierkreis repräsentieren «12 Götter unter dem Himmel» die alle Bewusstheiten in ihrem Einzugsbereich dominant prägen. Sie regieren in bestimmten Zeitzyklen alle Wesen und Entitäten in unserem Sonnensystem und auf der ganzen Erde, auch jeden Menschen und alle Lebenswellen. Letztlich gestalteten sie die Basis für die astrologischen Bestimmungen eines jeden Menschen, auch dann, wenn er es selbst nicht wahr haben will. Denn ein Abbild ihrer Kraftstrukturen wird bei seiner Geburt mit der Lipika im aurischen Wesen des Menschen synchronisiert. Leider herrschen unter dem «Himmel» auch die Äonen und Archonten, indisch Asuras, die aus den fortwährend aktualisierten Selbsterhaltungswünschen und Begehren der Menschen – insbesondere nach einem paradiesischen Dasein im Himmel oder auf Erden – über die Jahrmillionen geschaffen wurden. So gibt es im «Gedächtnis» unseres astronomischen Weltalls einerseits die zu der Natur gehörenden kosmischen Regenten, Devas bzw. Suras, und auch zahlreiche uralte negative Äonen, die bereits aus den egozentrischen Gedanken und Wünschen unserer antiken Vorfahren belebt wurden, die Daevas oder Asuras. Diese unheilige Gruppe irdischer «Götter» nannte der iranische Lehrer Zarathustra (Zoroaster) zusammen Ahriman (Angra Mainyu im Gegensatz zu Spenta Mainyu).

Die eine Gruppe der Naturgötter Devas, Suras oder Engel hat seit Beginn aller Zeiten zum natürlichen Zusammenleben der Menschen unter der Leitung «Luzifers» zum Erhalt des irdischen Lebensfeldes beigetragen, die andere Gruppe der Äonen (Daevas, Asuras) unter dem Firmament reflektieren ausschließlich die egoistischen Selbsterhaltungs- sowie Heiligungsbegehren der Menschheit von Anbeginn der Kulturen. Darum streben die meisten Menschen auf unterschiedliche Weise auch in den großen Welt-Religionen nach einem persönlichen ewigen Leben im Garten Eden oder im Paradies (im Jenseits) oder für ein Nirwana oder die ewigen Jagdgründe oder das Sommerland (im Jenseits der Erde) o.a. geeignet zu machen. Durch diese egoistische Polarisation vieler Begehren und Lebenswünsche wurden die egoistischen Mentalfelder, «Äonen und Archonten» zu den jetzt leitenden Fürsten und Herren unter dem Himmel, Ahriman.

Zusammengefasst soll hier noch einmal betont werden: Das Bewusstsein ist keineswegs nur mit der Persönlichkeit und den zugehörigen unstofflichen Körpern des Mikrokosmos verbunden, sondern es wirkt auf besondere Weise in allen Energiefeldern des Kosmos und Makrokosmos in unterschiedlichen Vibrationsstufen sowie in allen darin lebenden Seinsformen für die interaktive Kommunikation und In-form-ation (energetisch wie inhaltlich).

GedächtnisKomet

Die nebenstehende Grafik versucht, die Zusammenhänge aller Gedächtnisse analog der Bewusstseinsstrukturen übersichtlich darzustellen. Das universelle Bewusstsein bildet auf allen Ebenen entsprechend den Frequenzstufen Strukturen, Strings, Holokumulies, Kluster, Äonen oder Devas, die Basisenergie, die in den unterschiedlichen Lebensfeldern und Seinsformen nach der isobaren Resonanz das Sein hervorruft, belebt und dynamisiert. Man kann sagen, dass die Bewusstheiten in allen Lebensstufen als beseelendes Prinzip auftreten, also die Seelenkraft darstellen. Mit den Bewusstheiten wirken alle Gedächtnisse und ihre Unterfunktionen immer wie elektromagnetische Kraftfelder induktiv, ineinander und durcheinander reflektierend, und sie tauschen so gemäß den anstehenden Lebensaufgaben Informationen untereinander aus.
Betrachtet man alle Bewusstheiten und ihre Gedächtnisse aus der mentalen Ebene, dann ergibt das ein äußerst komplexes Bild der Erreichbarkeit für die fühlenden und denkenden Entitäten. Jedes Wesen, jede Entität, jeder Mensch kann immer nur die Gedächtnisse seines Lebensbereiches erreichen oder abfragen, mit denen er vibrationsmäßig isobar resonant ist. Theoretisch ist er stets mit allem und allen verbunden, weil das Bewusstsein und damit alle Gedächtnisfelder prinzipiell ein einziges Kraftfeld bilden. Wegen seiner individuellen Polarisation und seiner davon beeinflussten astralen bzw. mentalen Resonanz erreicht das persönliche Erfassen allerdings nur einen winzigen Anteil der ungeahnten Möglichkeiten vom universellen Bewusstsein. Dennoch hat der Mensch durch seinen Mikrokosmos an viel mehr Gedächtnissen Anteil, als es sich die Bewusstseinsforscher unserer Zivilisation vorstellen können. Darum erscheinen auch manche Kunstfertigkeiten von indischen Saddhus oder kosmologische Erkenntnisse daoistischer Weisen aus China dem Westeuropäer so erstaunlich, ja, so wunderbar, dass zu einer rationalen Begründung – soweit überhaupt erforderlich – allerlei theoretische Plausibilitätsbegründungen ausgepackt werden, damit das cartesianisch-newtonsche Weltbild dabei nicht einstürzt.

Fritjof Capra erläuterte in der Zeitschrift «Der Spiegel»: „Das veraltete, aber noch heute vorherrschende Weltbild geht auf das mechanistische Denken der Wissenschaft des 17. Jahrhunderts zurück. Genauer: auf den französischen Philosophen Rene Descartes und den englischen Physiker Isaac Newton. Wir können es daher das cartesianisch-newtonsche Weltbild nennen. Es geht von zwei Grundsätzen aus: Es behauptet die strikte Trennung zwischen Geist und Materie. Und es fasst sowohl die Natur als auch den Menschen als eine Maschine auf. Aber wir sind heute endlich so weit, seine Grenzen einzusehen. Nachdem es seine Segnungen vollbracht hat, richtet es heute weitgehend Schaden an.“

Ist man prinzipiell bereit,
dem egofokussierten Weltbild der europamerikanischen Menschen Adieu zu sagen,

und sich von allen veralteten materiellen Weltanschauungen zu trennen,
dann ist der Weg frei für ein absolut futuristisches Modell des Daseins.

In jedem der sieben Kraftfelder der Monaden, und demnach auch im Mikrokosmos, in der Erde und im Sonnenkosmos vibriert jeweils ein eigenes Bewusstsein, das Teil und Einheit mit dem universellen Bewusstsein ist. Jedes Bewusstheit in den sieben Feldern bildet sehr wohl seine eigene Gedächtnisstruktur, fördert und hält diese ständig instand, damit sie von den lebenden Wesen zur Kommunikation und Regulation für alle Lebensaufgaben benutzt werden kann, um die Welt und den Menschen darin zu einem Erfolgsmodell innerhalb der Evolution des Makrokosmos werden zu lassen. Andererseits – und das ist für den normal denkenden Verstand kaum vorstellbar – sind zudem alle Bewusstheiten und Gedächtnisse miteinander verschränkt, in einem Schwingungskörper eingebettet in die noch größeren Einheiten des universalen Bewusstseins.

Es ist sinnvoll, sich das isobare Resonanzgesetz als Grundregel für dieses Miteinander in allen Einzelheiten noch einmal vor Augen zu führen: Das Stoffbewusstsein kann verständlicherweise nur im Gedächtnis der Körper, der Organe und der Zellen lesen. Erst das Ätherbewusstsein vermag die Bereiche im ätherischen Gedächtnis zu ertasten. Im Traum könnte man eventuell auch mit dem astralen Bewusstsein das Gedächtnis der astralen Welten betreten, sowohl des eigenen mikrokosmischen als auch des kosmischen Plans. Nur die Mentalis kann mit dem Mentalgedächtnis kooperieren, wo alle Erfahrungen und Pläne des Mikrokosmos und des Kosmos aufgezeichnet sind. Dieses mentale Gedächtnis wird seit den Veden «Devachan» genannt, weil man sich dort viele hohe Devas vorstellte, die die Menschen leiten. Alle internen und externen Verbindungen können immer nur nach den Regeln der isobaren Resonanz entstehen. Dies unterstützt und fördert vor allem die harmonische Instandhaltung aller Lebensbereiche im Universum.

So vermag ein dafür Prädisponierter über Intuition und Inspiration die hohen Gedächtnisse der mentalen irdischen Welten, des Devachan, in der Akasha-Chronik zu erfassen. Jedoch auch dies kann nur nach den besprochenen Regeln der Resonanz geschehen, die für jeden Menschen – und sei er noch so hoch begabt – einen für ihn geltenden Bereich definiert. Darüber hinaus muss man deutlich davon durchdrungen sein, dass jedes mentale Wirken in und mit diesen hohen Sphären auch mit dem ganz individuellen Bildervorrat des Rezipienten korrespondiert. Besonders komplex wird das Geschehen, wenn der «Schauende» seine Erkenntnisse anderen Menschen berichten will. So hat R. Steiner seinen Hörern beschrieben, dass es für ihn keineswegs so einfach ist, seine Impressionen aus der Akasha-Chronik in den gewöhnlichen Wortschatz seiner Gäste zu übersetzen. Vielfach sind die Impressionen aus diesen Bereichen derart verschieden von den aktuellen Lebenszuständen, dass nur symbolische Andeutungen einen verbalen Transport möglich machen. Wer allerdings den Auftrag bekommen hat, der Menschheit von bestimmten Visionen zu berichten, wie z.B. die großen Propheten in der Antike, der wird wie Buddha oder Jesus eine Möglichkeit finden, die Bilder seiner visionären Schau in verständliche, allegorische Gleichnisse zu kleiden.

Will der Mensch sein Denken und Reflektieren wirklich verstehen, dann ist es als erstes unbedingt notwendig zu begreifen, dass alle von ihm ausgehenden Impulse – Gedanken, Worte, Gefühle und Handlungen – grundsätzlich immer unbewusst von der Gesamtvibration aller ihn umgebenden astralen und mentalen Bewegtheiten in den bestehenden Gedächtnissen gefärbt werden. Alle ihn durchflutenden Kräfte bestimmen seine individuellen Resonanzen auf die sich abspulenden Ereignisse und damit verbundenen Informationen. Dazu gehören natürlich auch alle im Unbewussten vorliegenden Begierden, Verdrängungen, Vorstellungen, Gebote sowie unterdrückten Tabus. Sein Verstand aktiviert mit dem Denken neben den sinnesorganischen Sensationen der Ereignisse auch die mentalen Zusammenhänge in den Gedächtnissen und im Gemüt oder Gewissen. Der Mensch wird demnach stets aus dem präformierten mentalen Holokumulus gedacht, dem EGO, das in seinem Mikrokosmos wohnt. Die Resonanzen mit seinen unterschiedlichen Gedächtnissen bestimmen ziemlich direkt alle Wahrnehmungen, sowohl sinnesorganisch als auch transpersonal.

Der Mensch betrachtet sich normalerweise anders: nämlich dass er selbstständig autonom aus sich selbst heraus aktiv denkt, so wie er es normalerweise erlebt. Das ist jedoch prinzipiell überhaupt nicht möglich! Der Mensch wird grundsätzlich aus den ihn präformierenden Kräften – auch aus den jenseitigen metaphysischen Lebensfeldern – gedacht. Das ist eine ganz elementare Einsicht in das eigene Leben. Diese fundamentale Einstellung könnte zu einem prinzipiell befreienden Verhalten führen, wenn jeder Mensch diesen Punkt seines Seins in sich voll akzeptiert und entsprechend darauf sein Denken, Fühlen und Handeln einstellt. Will der Mensch irgendwie in dieses permanente Rad der isobaren Resonanzen eingreifen, dann muss er als Erstes seine bewusste Ausrichtung auf ein anderes Ziel als das für Menschen übliche Überlebensmuster auf der stofflichen Erde lenken. Solange die Menschheit ihr Lebensziel vorwiegend in den materiellen Strukturen ihrer irdischen Überlebenskämpfe sieht und dementsprechend nicht nur lebt, Kriege führt, Menschen unterdrückt und ausbeutet, sondern auch die ernannten Götter in ihren Tempeln, Pagoden oder Heiligenstätten um irdischen Erfolg, Fruchtbarkeit und Heiligung im jenseitigen Himmel anfleht, und sogar regelmäßig Gut, Geld und Gold dafür in die Tempel schleppt, wird sich wohl wenig ändern. Denn gerade durch dieses «falsche Denken» wachsen die äonenalten Machtstrukturen im Jenseits, die auch die anderen Menschen in ihrem Bann halten, die nicht unbedingt dem irdischen Tränental ihre Hauptaufmerksamkeit schenken. Dem Menschen werden sich erst dann in seinem Denken neue Informationen nach der isobaren Resonanz aus dem kosmischen Gedächtnis offenbaren können, wenn er in sich bewusst einen mentalen Freiraum schaffen kann. Und das wird erst sein können, wenn die irdisch gerichteten Begehren nur noch als neutrale, natürliche Notwendigkeiten erklingen. Erst dann kann er an neue Gedanken und Urerinnerungen anknüpfen, die bislang unangetastet in seiner Lipika bereit lagen.

Jedem Menschen stehen mit seinem aktuellen Erfassen immer nur die Ausschnitte aus dem Gesamtgedächtnis zur Verfügung, mit denen er fundamental vibrationsmäßig im Gleichklang ist. Die Nähe oder Entfernung vom gegebenen Sinninhalt wird von der aktuellen isobaren Frequenz des Empfängers bestimmt, von seiner sinngebenden Intention und begehrten Ausrichtung. Er kann mit seinem Denken also immer nur an dem String andocken, der jene Informationen enthält, die mit seinen Begehren und Überlegungen eindeutig korrespondieren. Der Grad der Kongruenz in der Frequenz mit dem ursächlichen mentalen Holokumulus bestimmt die Entfernung zur Gedankenwelt der Person oder Entität. Das ist in diesem Zusammenhang keineswegs räumlich oder zeitlich gemeint, sondern ausschließlich schwingungsmäßig. Auch der höchsten «heiligen» Entität werden sich nur die Informationen in der Mentalis spiegeln, die in isobarer Gleichheit mit seinem Mentalvermögen vibriert, auch mit der Art seiner fundamental vorhandenen Aufmerksamkeitsausrichtung, gemischt mit den in seinem Unbewusstsein vibrierenden Begehren und Absichten.

Zusammenfassung der Gedächtnisse im mikrokosmischen Dasein:

Das stoffliche Gedächtnis könnte man auch als Körper bezeichnen, weil es oftmals bereits entsprechende Formen annimmt. Dieses vibrationsmäßig niedere Gedächtnis durchwirkt alle Zellen, Organe, Blutbahnen, Nerven, Rückenmark und Gehirn, Skelett und Stützgewebe und sonstige organischen Zusammenhänge. Es ist sehr flexibel direkt mit seinen materiellen Offenbarungen verbunden und bedient sich vorzugsweise der interzellulären Kommunikationswege auf elektrochemischer Basis und wirkt insofern immer im Unterbewusstsein. Wenn es sich dem Menschen bemerkbar macht, dann vor allem über sein mehr oder weniger gutes Wohlbefinden, die diversen Schmerzen und seine aktuelle Gemütslage. Bei pathologischen Belastungen, auch bei intensiven sportlichen Aktionen, spürt der Mensch die massiven Kräfte des stofflichen Bewusstseins und seine Verankerung in den Selbsterhaltungsstrategien. Viele Leistungssportler suchen nach Wegen,über die Begrenzungen des Körpers hinaus zu kommen, andere Menschen nehmen apathisch seine Unfreiheit wahr, und im Alter wird ihm seine Gefangenschaft in einem anfälligen Körper deutlich vor das Tagesbewusstsein geführt.

Das ätherische Gedächtnis muss die lebensnotwendigen Funktionsabläufe in allen Organen koordinieren und die Vorspannung für sämtliche Handlungsabläufe aufrecht erhalten, Atmung und Kreislauf überwachen, aber auch osmotische Gleichgewichte und interzelluläre Kreisläufe von Transmittern oder Botenstoffen den aktuellen Aufgaben anpassen. Wenn in diesem komplexen Zusammenspiel der Kommunikation etwas quer läuft, werden im Gedächtnis Informationen abgerufen, die als Hilfsstruktur für die Sondersituationen geeignet sind. Gibt es für die Rettung der betroffenen Organe oder Gebiete keine geeigneten Erinnerungen, dann wird der Mensch einfach physisch krank.

Das Äthergedächtnis kooperiert direkt mit dem stofflichen Gedächtnis, ähnlich der induktiven Übertragung in einem elektromagnetischen Schwingungskreis. Aus diesen dort einfließenden Informationen werden zusammen mit dem genetischen Code in den Zellen, der auch zum stofflichen Gedächtnis gehört, die materiellen Bausteine (Aminosäuren) produziert und in die bestehende Zellstruktur integriert. Moleküle und Zellen werden gemäß den codierten Aufgaben zusammengestellt und bilden die Organe, Muskeln und Knochen, die dann die Körper der Fauna hervorbringen. Alle instinktiven Befähigungen von Pflanzen und Tieren gehen von den bestehenden Gedächtnissen im Stoff, im Ätherfeld und im niederen Astralfeld aus, die von Gattung und biologischer Familie im Gruppengeist kumuliert sind. In diesen unstofflichen Gedächtnissen der Gruppengeister liegen die Voraussetzungen aller Abstammungsregeln. Auch die Grundinformationen für alle Mutationen werden aus den Gedächtnissen des Gruppengeistes aufgerufen, die Modifikationen der Gene würden für die gefundenen Mutationen kaum ausreichen. Viele Rätsel der Natur, wie z.B. die phänomenale Orientierung von Zugvögeln auf ihren kilometerlangen Reisen über Gebirge, Meere und Wüsten oder die Zielstrebigkeit der Monarchfalter auf ihrer jährlichen Reise quer durch Amerika werden absolut plausibel durch die Gedächtniskumulies in den mit der Art oder Gattung verbundenen Kraftfeldern im Kosmos oder durch die Informationen aus dem Gruppengeist erklärt.

Im Astralgedächtnis formen sich die Strukturen auch unter Zuhilfenahme der höheren Äther zu Körpern, die den Begierden oder den Projektionen aus dem aurischen Wesen der Tiere und Menschen entsprechen, was sich dann wiederum durch die induktive Übertragung auf das Ätherfeld bis in den Stoffkörper auswirkt. Je intensiver das Begehren der Menschen ist und je öfter es ausgesendet wird, desto konkreter und kraftvoller werden diese astralen Formen im Atemfeld, die dort den Äther entsprechend informieren, was sich dann auch direkt im Stoffkörper bemerkbar macht. Von hellsichtigen Menschen können die astral-ätherischen Konfigurationen im Atemfeld auch wahrgenommen werden. Alle Begehren und Wünsche rufen immer zusätzlich mentale Reaktionen auf, lösen Gedanken aus, die sich mit den korrespondierenden Astralelementalen verbinden. Zusammen vibrieren diese Holokumulies zunächst im Atemfeld des Mikrokosmos, werden jedoch partiell ausgesendet, zu Gesprächspartnern und/oder zu mit der gleichen Begierde verbundene Menschen. Diese astral-mentalen Wesen verbinden sich auch in isobarer Resonanz mit den entsprechenden Vibrationswesen im Jenseits. Auf diese Weise können bei Massengebeten, -wünschen oder -Ekstasen, z.B. bei Pop- oder Rock-Konzerten, vor allem bei religiösen Gruppenekstasen, bei Sportveranstaltungen, z.B.: Olympiaden, Fußballweltmeisterschaften etc. gewaltige astral-mentale Kumulationen im Jenseits entstehen, wobei hierbei noch die Ausstrahlung über zeitgleich genutzte Medien den Hype verstärkt.

Bedauerlicherweise unterhält das mikrokosmische Gedächtnis viele Verbindungen mit den Speichern in den niederen astralen Welten, weil diese die materielle Selbsterhaltung fördern. Es ist leider eine unbekannte, aber ausgesprochen traurige Wahrheit: Dort wesen unerkannt zahlreiche Monster der malträtierten irdischen Astralis. Einerseits entstehen sie aus den noch ausvibrierenden Astralleibern aller Tiere, die für die Ernährung der Menschen oder als Tempelopfer vor dem Ende ihres Lebensfadens geschlachtet wurden, andererseits entwickeln sie sich aus der hasserfüllten Konfliktlösung auf allen Gebieten des menschlichen Zusammenseins, insbesondere durch die ungezählten blutrünstigen Kriege aller Völker. Darum wird in nahezu fast allen Religionen oder großen Weltanschauungen die Tendenz zur Neutralität gegenüber den astralen oder mentalen Überschattungen vertreten. Meistens wird dieser Gedanke durch Gebote für die Begierdelosigkeit bzw. die Askese zum Ausdruck gebracht. In diesen Zusammenhang könnten auch gut die Gedanken von Georges I. Gurdjieff passen, der seinen Schülern einmal dargelegt hat, dass sich das Jenseits aus 24 Vibrationsebenen zusammensetzt. Er sprach von 12 positiven Ebenen und von 12 negativen Ebenen. Im allgemeinen würde sich seiner Ansicht nach die Menschheit so zwischen den Ebenen -1 und +3 bewegen. In den höheren Sphären lebten nur sehr humanistische Menschen, Priester , Mönche und Heilige; in den unteren Sphären existierten viele Diebe, Mörder, Kriegshetzer, und in den untersten Vibrationen vegetierten schwarzmagische machtbessene Okkultisten.

Das ist auch einer der Gründe für die immer wieder gepredigte Begierdelosigkeit, mit allen damit zusammenhängenden unappetitlichen Problemen. Denn: wirkliche Befreiung kann nicht durch eine selbstsüchtige, willentliche Verbindung mit der Beckenkundalini erzielt werden. Eine aktive, lebendige Verbindung mit dem aurischen oder karmischen Gedächtnis kann nur im bewusst erfahrenen Dienst für die Evolution des Kosmos erreicht werden. Erst, wer in sich selbst die Suche nach der Wahrheit außerhalb der niederen irdischen Gedächtnisse begonnen hat. Nur wer bei seiner Suche letztlich die Erfahrung machte, dass dieser Weg in der niederen astralen und mentalen Welt unfruchtbar bleiben wird, kann das «Nadelöhr» zum Frieden in sich finden. Erst der Mensch, der auf sein leidendes Gemüt hört, das an der irdischen Gefangenschaft der Menschheit verzweifelt, ohne dass er seine Aufgaben im weltlichen Leben aus den Augen verliert, wird sich ohne Schwierigkeiten und ohne pädagogische Methoden autonom dem Berührungspunkt mit dem monadischen Einfluss zuwenden. Ein solcher Mensch wird auf seinem Erfahrungsweg prozessmäßig die neuen Dimensionen der höheren Astralis und der höheren Mentalis erfahren, in denen sich dann auch ein Abglanz der nirvanischen Kraftfelder spiegeln kann.

Die mentalen Gedächtnisse der Erde regieren das «Devachan». Für den Kosmos Erde und eigentlich für alle Planetensysteme der Sonnensphäre existiert im Jenseits ein gewaltiges Speichermedium innerhalb des universellen Bewusstseins, der kosmischen Akasha. Dieses Feld wird in Anlehnung an die indisch-theosophische Terminologie «Devachan» oder Mentalplan genannt, eine höhere geistige Welt mit ihren unstofflichen Speicherfeldern im engeren Sinn. «Deva» heißt im Sanskrit «Gott» und «Chan» heißt «Gebiet, Wohnung» –
«Devachan» bedeutet demnach «Gottesgebiet». In diesem Devachan gibt es für die Anthroposophen die Akasha-Chronik, aus der R. Steiner seinen Schülern sein spezielles Weltbild erklärte. Nach Vivekananda sind alle die Welt einhüllenden unstofflichen Felder die Akasha, für moderne Esoteriker ist es das PSI-Feld oder die Noosphäre. Innerhalb diesem die Erde umhüllenden Gesamtfeld der unstofflichen Lebenskräfte bildet das Devachan eine Speichersphäre aller mentalen Vorbilder, der bisherigen und der kommenden Archetypen allen Lebens. Eine sich einstellende Wahrnehmung dieser Welt offenbart sich im Menschen nicht primär in inneren Bildern, in Imaginationen, sondern eher als Inspiration als sinngebend-abstrakt für das innere Erfassen, als das innerlich erlebte sinnfüllende «Wort», dass sich in das bestehende Mentalvermögen einschwingen kann.

In der hinduistischen Weisheit wird das Devachan in sieben voneinander unterscheidbare Wirkungsbereiche aufgegliedert. Die vier unteren Bereiche werden gemeinsam unter dem Begriff niederes Devachan zusammengefasst. Hier finden sich in aufsteigender Reihenfolge die ausgeformten mentalen Urbilder der physischen Welt, die Matrizen des Ätherfeldes und die Informationen der Astralis sowie die Bilder und Vor-Bilder des Mentalfeldes, das auch als Akasha bezeichnet wird, die Quelle der urbildlichen Vorprägungen.
Die drei höchsten Regionen des Devachan bilden gemeinsam das sog. Arupa-Devachan nach indisch-theosophischer Ausdrucksweise. Hier schweben in aufsteigender Reihenfolge die bislang ungeformten Keime der drei höheren nirvanischen Lebensfelder der Spinalis, der Spiritualis und der Ideation. Dies sind vorbereitete Lebensfelder für die künftige Erfüllung der kosmischen Evolution. Sie werden intensiver und konkreter mit den Mikrokosmen der Welt verbunden, wenn die darin wohnenden Menschen bereit gefunden werden, sich unter der Leitung der Monaden völlig unpersönlich in den Dienst für die Befreiung aller Lebenswellen aus der materiellen Ansicht der Erde und ihre Weiterentfaltung im Sonnenkosmos zu stellen. Natürlich sind diese Kraftfelder in sich wesenhaft lebendig, eben wie sich die Menschen ihre Götter vorstellen. Jedoch muss man sich bei diesen Dimensionen in der Größe und Wirkungsbreite von allen griechischen Statuen, und mögen sie noch so perfekt oder noch so groß sein, in seinen visuellen Vorstellungen total distanzieren, sonst füllen die Gedanken nur wieder bereits bestehende Äonen.

Dieser spezielle Gedächtnisspeicher des universellen Bewusstseins ist die Sphäre, in der sich auch sämtliche Gedanken, Gefühle und Taten aller Lebensformen virtuell gemäß der isobaren Resonanz zusammenfügen. Wie uns die Interpreten der vedischen Philosophie mitteilen, soll dieser Akasha-Speicher auch die bereits vorbereiteten Keime für die künftigen Konfigurationen des Lebens in den kommenden Inkarnationen der Wesen und der Erde enthalten. Damit kann den noch erscheinenden Inkarnationen sowohl aus den bereits gemachten Erfahrungen als auch aus den vorkonzipierten Chancen bei ihrem weiteren Vorgehen innerhalb der geplanten Evolution geholfen werden.
Auch wenn es dafür geeignete Menschen gibt, die in diesen Sphären geformte Strukturen erfassen können, ist diese Welt nicht aus einer Art Urstoff gebildet, sondern aus der jeweiligen Basisenergie der Speicherung und dem kosmischen Bewusstsein. So ähnlich wie der Mensch in Gedanken eine Vorstellung «sieht», sind die Bilder des geformten Devachans eine Art Schattenbild. Die Wesenheiten im Akashafeld entsprechen immer den Kraftfeldern, aus denen sie gebildet wurden, mit denen sie in Resonanz sind. Auch die Urbilder und Matrizen für alle kommenden Dinge und Sensationen sollen in diesen Feldern bereits latent virtuell vorhanden sein, und die Realisationen auf der Erde würden in der Konkretisierung dann Nachbilder dieser Urbilder. R. Steiner schreibt: „Wenn derjenige, welcher nur seinen äußeren Sinnen vertraut, diese urbildliche Welt leugnet und behauptet, die Urbilder seien nur Abstraktionen, die der vergleichende Verstand von den sinnlichen Dingen gewinnt, so ist das begreiflich; denn ein solcher kann eben in dieser höheren Welt nicht wahrnehmen; er kennt die Gedankenwelt nur in ihrer schemenhaften Abstraktheit. Er weiß nicht, dass der geistig Schauende mit den Geisteswesen so vertraut ist wie er selbst mit seinem Hunde oder seiner Katze und dass die Urbilderwelt eine weitaus intensivere Wirklichkeit hat als die sinnlich-physische.“

Die höheren mentalen Ebenen und die drei höheren Vibrationsfelder enthalten in den Feldern der Spinalis und der Spiritualis keinerlei konkrete Formen oder Sinnstrukturen in der uns bekannten Bildersprache der Gedankenwelt. Für alle, die neue Schritte in dieser Richtung ganz gleich mit welcher Methode oder Idee in Erwägung ziehen, ist es ungeheurer wichtig zu wissen, dass die den aktuellen Menschen lange Zeit dominierende stoffliche Umgebung seinen ihm so vertrauten Wortschatz zutiefst mit materiell gebundenen Begriffen angefüllt hat, die für die Erkenntnisse aus der Akasha wirklich ungeeignet sind.

Der erste Einblick in diese unstofflichen Lebensfelder ist noch verwirrender als derjenige in die Welt der unteren Astralis und den Äther, wo die Erscheinungen den Bildern der stofflichen Welt noch einigermaßen gleichen. Allerdings sind die Prototypen in ihrer wahren Gestalt in den höheren Lebensfeldern ihren sinnlichen Nachbildern sehr unähnlich. Ebenso wenig ähneln sie aber auch den möglichen abstrakten Vorstellungen des Menschen, die sich ebenfalls immer auf eine materielle Umgebung beziehen.

Schon in der höheren Mentalis, in der Spinalis und Spiritualis sind alle holistischen Transformationen in permanenter Bewegung, in einem unaufhörlichen Werdensprozess. Alles Sein in diesen aktiven Feldern ist stete Veränderung in allen Dimensionen. Denn diese Prototypen des Lebens sind Wesenheiten, die permanent geistige Vorbilder schaffen, in die sich die lebenden Wesen der unteren Lebensfelder einklinken können, um in ihrem Lebenszyklus zu neuen Fortschritten zu kommen. In den höheren Feldern wesen die Werkmeister alles dessen, was in der physischen und den bestehenden unstofflichen Welten entsteht. Ihre Formen ändern sich rasch wechselnd. In jedem Prototyp sind alle die Möglichkeiten geschaffen, vielfältige individuelle Formen anzunehmen. Diese stehen simultan miteinander in einer kooperativen Beziehung und wirken keineswegs in vereinzelten Aktionen, vielmehr wie ein aufeinander abgestimmtes Orchester bringen alle ihre Vermögen harmonisch in das Gesamtgeschehen ein. Das Erfassen dieser Welten ist für alle darin wirkenden Wesen immer ein vollständig involviertes, totales Mitschaffen.
Wer befähigt wird, sich zu diesen Ebenen zu erheben, wird darum notwendigerweise mit einer völlig anderen Erfahrensdimension konfrontiert. Denn in diesen Bereichen sind alle mitwirkenden Gedächtnisse in beständigem holistischem Fluss und darum hyperabstrakt, für unser Denken und Verstehen vollkommen energetisch in das permanente Werden der siebenfachen Schöpfung eingebunden. Jeder Erkennende ist auf besondere Weise direkt eins mit dem Schöpfungsprozess, dem beständig waltenden liebevollen Währen.

Es werden sich bislang noch nicht ausgeprägte neue Sinnesorgane für diese total andere Erlebnisqualität im bewussten Sein entwickeln. Als abstrakte Ideen im platonischen Sinne verbinden sich diese lebendigen vibrierenden Energiekumulies voller Wissen und Weisheit direkt mit den Empfangsmöglichkeiten in dem Erkennenden. In ihm, in seinem nirvanischen Bewusstsein verbinden sich die Gedankenkomplexe nach den isobaren Resonanzen aus den Holokumulies wie lockere kreisförmige Gebilde, die bei beständiger Pulsierung höchst intensiv ihr umfassendes Wissen holistisch aussenden. Insofern hat der Mensch mit einem solchen Erfassen der Schöpfung, in die er direkt involviert ist, stets Anteil am universellen Gesamtbewusstsein, das sich ihm holografisch darbietet. Dabei wird der «erkennende» Mikrokosmos als Teil des betrachtenden Bewusstseins aktiver Mitwirker in seiner Monade mit allen Monaden. Wenn diese Erkenntnisse aus den höheren Bewusstheiten induktiv in ein hoch entwickeltes Denkvermögen übertragen werden, kann sich durch eine komplexe Transformation der hyperabstrakten Sinninhalte in wenigen einzelnen irdischen Menschen auf diese Weise das relevante Wissen aus diesen hehren Gebieten als göttliche Prophetie oder als eine mystische Vision offenbaren. Diese werden mit allen möglichen Verbindungen aus dem Bilderrepertoire des Aktionsbewusstseins übertragen, um dann durch Leben und Erfahrung mit anderen gleichartigen Allegorien verknüpft in die mentalen Vorstellungen der aktuellen Welt eintreten zu können. Das Erfassen spinaler Zusammenhänge sowie das Mitdenken bzw. Übersetzen von eingeweihten Menschen assoziiert und fügt im aktiven Sein kontinuierlich übertragbare, verständliche Strings den mentalen Feldbereichen hinzu, die dann eine allegorische Weitergabe ermöglichen.

Das persönliche Gedächtnis wird der Reihe nach zunächst vom stofflichen, zweitens vom ätherischen, drittens vom astralen und zunächst viertens vom mentalen Bewusstsein gebildet. Die zugehörigen Strings sind also am Anfang stofflich-ätherische Gedächtnisinhalte, an die sich die emotionalen Sensationen aus der Gefühlswelt als astrale Strings und mentale Überlegungen anlagern. Je älter der Mensch wird, desto häufiger werden mentale Anteile diesem wachsenden Gedächtnispool hinzugefügt, die aus den beschriebenen Assoziationen, Überlegungen und Konflikten im sozialen Zusammenhang hervorgehen.
Dabei gibt es stets einen vom Aussender generierten Vibrationsschlüssel, der in drei Dimensionen geschliffen wurde und stets neu umgeschliffen wird:

1. Der erste Schliff wurde von den Erfahrungen aus früheren Inkarnationen angelegt, von dem Karma im aurischen Wesen, in Abhängigkeit vom kosmischen Karma.
2. Der zweite Schliff wird von der grundlegenden Zielvorgabe für das Menschsein in seiner Inkarnation auf Erden vorgenommen, deren Intensität von der Tiefe der monadischen Verknüpfung mit dem Mikrokosmos bestimmt wird.
3. Der dritte Schliff entsteht bei den Erfahrungen, Einsichten und Impressionen durch aktuelle Ereignisse, die dem Menschen zustoßen. Dies ist ein permanenter Prozess im Leben. Je bewusster die Einsichten aus den Ereignissen, Konflikten und Überlebensstrategien be- und verarbeitet werden, im Sinne der Evolution des Kosmos, desto weiter werden im Holokumulus die alten Gedächtnisstrings vibrationsmäßig deaktiviert. Der Kernbereich im Holokumulus bekommt dadurch im Grundklang eine sich stets verändernde Melodie, was einer Verjüngung gleichkommt.

Zunächst füllt sich das persönliche Gedächtnis im Mikrokosmos mit zahllosen Erfahrungen und Assoziationen, die sich mit erblühendem Bewusstein dem heranwachsenden Menschen einprägen. In diesem subjektiven Pool sammeln sich meistens völlig unbeachtet viele Komplexe aus physischen Anpassungen an Umwelt und Familie und die ersten bewussten emotionalen Interaktionen mit den mehr oder weniger geliebten Menschen. Alles wird primär reflektiert von den angeborenen Neigungen und Vermögen, auch von Hellsichtigkeit und Offenheit für Engel und Wesen aus dem Jenseits. Diese spezielle Sensibilität wird in unserer aufgeklärten, praxisorientierten Welt, die auf die unbedingte Mitarbeit im materiellen Überlebenskampf ausgerichtet ist, leider meistens ignoriert. Darum entstehen in jungen Menschen immer wieder erhebliche Probleme und/oder massive Psychosen oder Paranoia. Dies wird umso mehr dadurch erschwert, dass in der materialistisch orientierten Welt nur bedauerlich wenige Therapeuten ausreichend über jenseitige Implikationen Bescheid wissen. Beim obligatorischen Kampf um die materielle Selbsterhaltung und Selbstentfaltung in Leben und Beruf und vor allem bei der Partnerfindung sind viele mentale Konflikte in den verschiedenen Gesellschaften durch Tabus und ungeschriebene Dogmen aus Religion und Tradition vorprogrammiert. Diese komplexen Lebenserfahrungen vermischen sich dann mit den persönlichen Prägungen als Gedächtniskumulies, nisten sich im Atemfeld ein und stellen sich als unbeugsame Vorstellungen unausrottbar immer wieder dem objektiven Denken in den Weg. Allgemein bekannt ist der oft zitierte Satz, meistens als sachliche Begründung gemeint: «Das ist eben meine Vorstellung!» oder «Das ist so eben bei uns Tradition!» Stanislav Grof hat bei seinen umfassenden Untersuchungen der menschlichen Psyche (unter Einfluss von LSD) sowie bei zahlreichen psychischen Therapien ein sogenanntes COEX-System festgestellt, in dem sich wie oben beschrieben die persönlichen Komplexe einlagern. Seine Berichte stehen in seinem Buch «Topografie des Unbewussten», 1971.

Das karmische Gedächtnis ist die Vorratskammer aller mikrokosmischen Vergangenheiten, die sich in der Lipika als Erfahrungspotential früherer Inkarnationen niedergeschlagen haben. Auch die vergangenen astralen Bewegtheiten, die in den vorherigen Leben nicht vollkommen ausvibrieren konnten verweilen solange im astralen Gedächtnis, bis diese im aktuellen Leben erneut aufgeweckt und erneut gelebt werden. Meistens wird der Mensch von diesen Emotionen einfach mitgenommen, ohne einen bewussten Anteil daran haben zu können. Ganz wenige Menschen pflegen ihr Talent, sich bis zu diesen Gedächtnisstrukturen durchzuarbeiten. Reinkarnationstherapien versuchen in geleiteten Sitzungen, in Verbindung mit einem Zurückgehen in der mikrokosmischen Erfahrungsstruktur in Trance oder Hypnose, karmische Defekte aus dem Unterbewusstsein zu erkennen, die in einer früheren Inkarnation ausgelöst wurden. Von einigen Therapeuten wird die Ansicht vertreten, der Kandidat könne solche Affekte durch erneutes Erleben und Verarbeiten in seiner Psyche konstruktiv positionieren. Dabei werden die Ereignisse, Begebenheiten aus dem Erleben früherer Inkarnationen erneut aufgerufen und der Patient stellt die mit ihnen unbewusst gekoppelten Emotionen in einen aktualisierten Zusammenhang. Jedoch ist die darunter liegende Theorie, auf der die Reinkarnationstherapie aufbaut, dass nämlich alle karmischen Erinnerungen auf Erlebnissen des aktuellen Menschen aufbauen, eine bedauerliche Irreführung. Die stoffliche Person selbst lebt immer nur einmal. Sie vergeht mit allen ihren unstofflichen Anteilen im Laufe von 400 bis 700 Jahren im Jenseits. Nur das aurische Wesen muss erneut inkarnieren, in dessen Lipika allerdings alle Erfahrungen der eingeborenen Personen gespeichert bleiben. Damit ist das karmische Gedächtnis das Produkt zahlreicher Personen in sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Allerdings können unerledigte karmische Sensationen die aktuelle Person im heutigen Leben erheblich beeinflussen, vor allem dann, wenn sie sich selbst mit diesen Affekten identifiziert. Eine konsequente Aufarbeitung derart halbfertiger Vorgänge sowie eine eindeutige Auflösung der astralen Spuren aus der mikrokosmischen Vergangenheit gehört zum ereignisreichen Leben. Sie können bei wachsender Einsicht in die tatsächlichen Zusammenhänge den Menschen deutlich auf seinem evolutionären Weg weiter tragen.

Es soll anthroposophische und theosophische Methoden geben, die bei konsequenter Einhaltung ihrer Regeln eine bewusste Verbindung mit dem kosmischen Gedächtnis in Aussicht stellen. Dies scheint früher auch in den Logen der Freimaurer üblich gewesen zu sein. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe esoterischer Gruppen, in denen Gurus oder Lehrer ihre eigenen Erfahrungen mit der Akasha an ihre Nachfolger weitergeben, und ihre Schüler oder Studenten auf ihre Akashaverbindungen in ortsgebundenen Schulungen und/ oder Gedankenübertragungen vorbereiten. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass sich die Aquariusperiode stets signifikanter manifestiert, es bestätigt die Tendenz der mikrokosmischen Öffnung aller Menschen für die unstofflichen Seiten des Lebens. Dabei wird ganz aktuell eine etwas sperrige Aussage des großen Denkers Shankaracharya von 800 n.Chr. in seinem Buch «Das Kleinod der Unterscheidung» von immenser Bedeutung. Durch methodisches Training oder spontane Öffnung für die unstofflichen Felder des Jenseits werden primär Verbindungen mit den irdischen Äther-, den Astral- oder Mentalgebieten erlangt, die in ihren niederen Vibrationsbereichen das Gedächtnis des kosmischen Werdens im materiellen Dasein, das Gedächtnis der Involution, angelegt haben. Dabei sind diese Informationen in geformte Vibrationen, Holokumulies oder Kluster gebettet, die meistens sehr direkt mit dem Bildervorrat des irdischen Daseins mit allen positiven und unangenehmen Gefühlen und Begierden korrespondieren. Der ebenfalls in diesen und den höheren Lebensfeldern angelegte Vorrat an Präformationen für die künftige Evolution von Kosmos und Mikrokosmos ist für unsere Vorstellungen eher in abstrakten bzw. völlig andersartigen Konfigurationen angelegt, die niemand so ohne weiteres mit seinem stofflich geprägten Denkbewusstsein erfassen kann. Es bedarf also zunächst eines «Kleinods» der inneren Unterscheidung, bevor man in diese unstofflichen Welten eintauchen kann, die von erfahrenen Reisenden schon mal als ausgesprochen verwirrend beschrieben werden. Wenn auch die meditativen Methoden hinduistischer oder buddhistischer Färbung den Zugang zum mikrokosmischen oder sogar kosmischen Gedächtnis versprechen, und bei richtiger Anwendung der Yogi-Methoden sogar die völlige Befreiung von allen bislang üblichen mentalen Aktivitäten möglich ist, so können die prototypischen Anlagen in der Akashachronik der höheren Astral-, Mental- , Spinal- und Spiritualfelder keineswegs von normalen Menschen eingesehen werden. Dafür bedarf es einer konkreten Weiterentwicklung im Mikrokosmos, vor allem der Mentalis, das die Unterscheidung zwischen den unterschiedlichen Manifestationen ermöglicht. Das vollendete Mentalvermögen erreicht eine solche Vibrationshöhe, mit der ein Abglanz, eine induktive Verbindung mit dem Spinalvermögen herüber klingt.

In einigen amerikanischen esoterischen Gruppen werden für die Erhebung in höhere jenseitige Felder Meditationen in einem Isolier- oder Samadhi-Tank mit gezielten Drogenanwendungen kombiniert. Es sollte nicht unterschätzt werden, dass selbst mit diesen Methoden der körperlichen und geistigen Askese ohne Drogenanwendungen auch unter einer fachlichen Anleitung einige Gefahren verbunden sein dürften. Ohne effektives und geleitetes Setting kann das untrainierte Bewusstsein ohne jedes Unterscheidungsvermögen von jenseitigen Kräften intensiv angezogen und mit äonischen Gebieten negativer Egozentrik nachhaltig verbunden werden. Bereits Buddha hat vor seiner Erleuchtung unter dem „Bodhi Baum“ erkennen müssen, dass jede Askese ungeeignet ist, eine Befreiung vom Rad der Geburt und des Todes in der Materie zu erreichen. Die asketischen Übungen oder Meditationen verbinden den Menschen, meistens hergeleitet aus schamanistischen Traditionen, mit der Kundalini aus seinem Beckenchakra. Damit kann er wohl mit dem kosmischen Bewusstsein seiner Aura verbunden werden, die ihm die Herrlichkeiten der materiellen Schöpfungsmöglichkeiten spiegelt. Dabei vergisst der Kandidat allerdings sein ursprüngliches Ziel, zu den karmischen Prototypen durchzudringen, die ihm seine Möglichkeiten auf dem Wege der Evolution aufzeigen. Diese Gefahr ist leider immer dann vorhanden, wenn ein Mensch sich in Entsagung seiner karmischen Verbindlichkeiten auf die Reise begibt, um mit seinem egozentrischen Ichbewusstsein durch eine gezielte Methode, Meditation im integralen Yoga, oder Hatha-Yoga und Askese, die Erweiterung der Wahrnehmung eines Eingeweihten zu erlangen. Es geht ihm dann wie dem kleinen Singvogel, der das Kuckucksei ausbrütet und aufzieht, ohne zu erkennen, wer seine eigenen Kinder getötet hat.

Die Fantasie

In diesem Zusammenhang ist es auch höchst interessant, einmal eine besondere Denkqualität des Menschen, die «Fantasie» im Detail zu betrachten. Die «Fantasie» als außergewöhnlich kreative Fähigkeit offenbar ausgesuchter Köpfchen bekommt einen völlig anderen Stellenwert, wenn man die Zusammenhänge der mikrokosmischen Gedächtnisse mit den astral-mentalen Entsprechungen im Jenseits genauer unter die Lupe nimmt. Wer sich mit den Gedächtnissen in den unstofflichen Feldern des Jenseits verbinden kann, und das dort mental-astral Gespeicherte über sein Tagesbewusstsein in die aktuelle Realität zu bringen vermag, ist damit noch lange kein Schöpfer «eigener Ideen», sondern vielmehr ein Kopist besonderer Art. Er ist demnach nicht viel mehr als ein Nachahmer der im jenseitigen Gedächtnis gespeicherten Vorräte aus vergangenen Ereignissen. Es läuft nur über die außergewöhnliche Befähigung der Person ab, bestimmte Sensationen in der Spiegelsphäre «erfassen» zu können. Unter esoterisch Bewanderten wird so etwas u.a. auch als «Astralwanderung» oder auch als «Channeling» bezeichnet. Wenn der Künstler oder Comic-Autor seine «Bilder» malt, seine «Fantasien» oder «Visionen» aufs Papier bringt, offenbart er nur seine subjektiven Wahrnehmungen aus den Sphären des Jenseits. Diese kommen teilweise direkt aus seiner persönlichen Aura, teils aus den Speichern in der unstofflichen Umgebung, die mit ihm in Resonanz sind. Das gleiche gilt für alle Literaten, Poeten, Lyriker, Musiker oder genialen Wissenschaftler und Mystiker. Der/die Meditierende oder der/die Träumerin bewegen sich, bestimmt von ihrer Weltanschauung, ihrer persönlichen Lebensgrundhaltung und ihren subjektiven Wunschvorstellungen und Intentionen, die vielfach unbeachtet das Unbewusstsein dominieren, in den astralen und/oder mentalen Welten, die sich als jenseitige Projektionen des diesseitigen Lebens sehr lebendig auf der resonanten astralen Traumbühne abspielen. Dieses Theater in den jenseitigen Welten kann der Sensitive mit seinem «inneren» Auge abscannen und in das Tagesbewusstsein hinüberziehen. Der Drogensüchtige erlebt lebendig und intensiv, absolut real seine astral-ätherischen Highlights oder die unerwünschten Horrorszenarien aus dem Jenseits, die mit seinem Vibrationsschlüssel im aurischen Wesen in Resonanz kommen können. In den Strings seiner psychischen Verbindungen erscheinen dann die unappetitlichen Gestalten und Szenen, die vom menschlichen Abschaum in den negativen bösartigen Welten des Jenseits entflammt wurden. In Dantes Buch «Die Göttliche Komödie» werden verschiedene Ebenen dieser jenseitigen Hölle und des Himmels als ein Purgatorio auf dem Weg der Wiedervereinigung mit Beatrice beschrieben. In diesem Buch hat Dante bereits viele Bilder der vor der Menschheit liegenden Evolution aus diesen «Fantasie-Welten» der Erde beschrieben.

Bedauerlicherweise sind schon genügend hervorragende Menschen durch solche Experimente unheilbar in psychiatrischen Anstalten gelandet. Dabei wird häufig das pathologische Geschehen von den Menschen selbst und ihren psychologischen Betreuern bedenklich falsch interpretiert. Sie beziehen die besonderen Schöpfungen der Persönlichkeit in Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge auf einen hypersensiblen Menschen, der diese Visionen aus sich heraus halluzinieren kann. Wenn sich einige Genies selbst als die großen Schöpfer ihrer Werke bezeichnen, dann ist das mit der grundfalschen Vorstellung des Materialismus zu entschuldigen. Es wäre wirklich gut, wenn man bei diesem Thema stets berücksichtigt, was Michael Ende in der Unendlichen Geschichte die vier Stürme zu Atreju sagen lässt: «Wusstest Du nicht, dass Fantasialand grenzenlos ist!». Jeder der die Befähigung geerbt hat oder durch intensives Studium und/oder Üben in isobare Resonanz mit seinen astralen oder mentalen Sphären gekommen ist, mit oder ohne Drogen, kann aus den entsprechenden Vorräten dieses Bereiches des Jenseits kopieren – schreiben, musizieren, malen u.ä.. Die von den Menschen profitierenden Wesen dieser Lebensgebiete werden den irdischen Menschen bei seinen Bemühungen sogar intensiv fördern, sofern er intensiv begehrt, diesen «fantasievollen» Kanal für seine Egoerhöhung zu nutzen.
Man sollte es gut verstehen, dass mit jedem Ereignis zahllose Sensationen verbunden sind, eine ganze Vibrationskugel von möglichen Erfahrungen im Rhythmus der Schöpfung. Sie werden meistens nicht wirklich oder nur sehr unscharf wahrgenommen, weil der Mensch normalerweise nicht auf das Prinzip der seiner Entwicklung in der kosmischen Evolution ausgerichtet ist. Wird der Mensch allerdings von seiner Monade mit dieser Befähigung auf seiner Stufe der Evolution dafür befähigt, bestimmte Visionen der Menschheit zu überbringen, dann werden sich diese mit ihm resonanten Informationen mit dem aktuell zugänglichen Tagesbewusstsein verbinden. Die normalerweise subjektiv gefärbte Gedächtnis-Selektion des Menschen im Einzelnen und der Menschheit als Ganzes ist die Folge der starken Fokussierung der Person auf seine grobstoffliche Selbst- und Arterhaltung, die auf materiellem und sexuellem Erfolg, Reichtum, Schönheit im Äußeren, Besitz, Ruhm und Macht aufgebaut ist. Diese Ausrichtung auf die materielle Gestaltung des menschlichen Daseins, das Anbeten des Goldenen Kalbes, entstand sowohl im Laufe der Menschheitsinvolution in den bereits beschriebenen Inkarnationen der Erde als auch in der Entfaltung des Menschen in seinen letzten Inkarnationen während der Erdperioden im vergangenen atlantischen und im angefangenen arischen Zeitalter.

Die interkosmische Kommunikation steht auf der monadischen Ebene in der totalen einzigen Einheit im Universum mit dem universalen Bewusstsein, dem LOGOS, dem Tao, der Urmonas. Darin vibriert die fundamentale Schöpfungsidee, alles und alle zur höchsten Vollkommenheit zu entwickeln um wieder in die Einheit aller einbezogen zu werden. In diesem Sinne der prinzipiellen teleologischen Entwicklung ist das interkosmische Gedächtnis keine chthonische Schicksalsmacht, die den Menschen ohne Sinn und Ziel auf seinem Lebensweg durch viele leidvolle Erfahrungen hindurch schleußt. Vielmehr ist die Dimension Gedächtnis in allen Aspekten wie eine fürsorgliche liebevolle Mutter, die ihren Kindern stets wieder auf die Beine hilft, wenn sie gefallen sind und danach auch alle zerbrochenen Scherben mit zärtlichen Händen beseitigt. So können selbst im Wiedererinnern an leidvolle Erfahrungen nach Jahren unglaubliche Fakten mit einem Lächeln erzählt werden, die in der aktuellen Phase heftigste Leiderlebnisse waren. Selbst das menschliche Gedächtnis verschönt und reduziert auf elementare Einsichten und Erkenntnisse der eigenen Entwicklung im täglichen Leben. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, dass in dieser Struktur, in der resonanten Wirkung des Erfassens auf allen Ebenen des Seins und in der Entfaltung der Gedächtnisse die grandiose und barmherzige Dimension der leitenden Monaden deutlich wird, welche die Bewahrung und die weitere Evolution aller Kosmen und Wesen liebevoll führen.

Wir begegnen hier wieder dem isobaren Grundgesetz der Resonanz. Alle Erfahrungen, alle Einsichten durch emotionale, mentale oder andere aktive Bewegtheiten reflektieren sich in den durch das Medium Bewusstsein bildenden Holokumulies, gliedern sich nach dem Gleichheitsprinzip zu Klustern, Elementalen oder noch größeren Wesen und Entitäten. Die Dynamik aller sieben Kraftfelder erklingt im großen rhythmischen Sphärengesang aus Myriaden unterschiedlicher Monaden. Stehen sie in Harmonie und Symmetrie im Strom des Schöpfungsauftrages, sind sie in der Urmelodie des höchsten Gottes, dem universalen Bewusstsein, aufgenommen, wie es im Silmarillion von J.R.R. Tolkien poetisch beschrieben wird. Spielen die Wesen ein auf den subjektiven Eigensinn ausgerichtetes Lied, müssen diese aus dem Konzert vorübergehend ausgesondert werden. In der von Tolkien geschauten Vision werden die Eigenwilligen in einer dafür abgeschirmten Enklave in einen heilsamen Regenerationsprozess versetzt. Zunächst müssen diese Wesen solange ihr eigenes Lied spielen, bis sie im Rahmen einer Involution in der Materie befähigt werden, aus eigenen Einsichten und Erkenntnissen ihre Lebenshaltung auf den universalen Rhythmus abzustimmen. Sind die Wesen und Menschen der Spielregeln der Involution müde geworden, wenden sie sich konstruktiv der nun anstehenden Evolution ihres Lebensfeldes zu, und fügen sich also wieder dem ursprünglichen Schöpfungsplan.

So heißt es in etwa in der Schöpfungsgeschichte im Silmarillion von J.R.R. Tolkien: „Die Welt (Arda) wird durch Musik erschaffen: Zu drei Themen, die ihnen der Schöpfergott Eru Ilúvatar gegeben hat, improvisieren die Ainur, engelsgleiche Wesen, die vor allem anderen von Ilúvatar erschaffen worden waren. Obwohl ein sehr begabter Ainu, Melkor, die Musik immer wieder durch seine eigensinnigen Misstöne stört, werden diese schließlich Teil eines prächtigen Ganzen, und Ilúvatar belehrt ihn und die anderen Ainur, keiner von ihnen könne etwas tun, das nicht die Vollkommenheit seiner Werke steigere.“
In diesem wunderbaren Werk von Tolkien wird zum Ausdruck gebracht, dass dem Menschen die Gnade verliehen wird, durch die er nach einer gewissen Reife, nach einer Involution in die Materie, den tonlosen Klang von der einen großen Harmonie in sich wieder hören kann. Auch wenn nur ein winziges Piepsen, wie von einem Rotkehlchen in ihm erklingt. Dann, nach diesem äonenlangen Reifungsprozess der Erkenntnisse und Einsichten besteht die Chance, die Entwicklungsgebiete der niederen ätherischen, astralen und mentalen Gedächtnisse der Involution zu verlassen, die für seine körperliche Entwicklung und die materielle Voraussetzung seines Denkapparates absolut notwendig waren. Jetzt kann sich der Mensch in der beginnenden Evolution mit dem Wissen aus seiner Monade der Befreiung des Kosmos aktiv zuwenden.

Das monadische Gedächtnis ist ein Gedächtnispotential aus dem kosmischen Lebensfeld der vollkommenen Monaden, die die Entwicklung der irdischen Wesen. Lebenswellen und Menschen durch die Materie hindurch dynamisieren und vollenden werden. In der vergangenen Erniedrigung der Energie in allen Feldern, damit für den Menschen ein konkretes materielles Lebensfeld geschaffen werden konnte, waren bereits alle Möglichkeiten für die künftige Evolution der Menschheit angelegt. Im planetaren Sonnensystem wurden die stofflichen Voraussetzungen für die Entfaltung der Mentalis im Mikrokosmos geschaffen. Zahllose Religionen sprechen von einer tellurischen Schöpfung, als sei sie ein Herausfall aus einer ursprünglich paradiesischen Emanation des Alls. Analog der Schöpfungsgenealogie von Mme. Blavatsky legte Rudolf Steiner diesen Anfang der Erd-Inkarnationen in das Saturnzeitalter.

Bei richtigem Verhalten können die Menschen in einer kontinuierlichen Evolution in weiteren drei Erd-Inkarnationen wieder in das universale Bewusstsein von Anbeginn der Schöpfung eintauchen.

Diese Evolution wird bei einigen Autoren als eine automatische Entwicklung dargestellt. Aus den tief hinter den großen Religionen verborgenen Weisheiten ist allerdings auch zu erkennen, dass diese Entwicklung noch nicht für den heutigen Menschen vorgesehen ist, weil für seine endgültige Entwicklung noch drei wesentliche Kraftfelder im Mikrokosmos angelegt und vollendet zentralisiert werden müssen. Allerdings scheinen sich die Weisen der Welt noch nicht ganz einig, ob den Menschen eine grandiose Evolution des Mikrokosmos über einige Inkarnationen bevorsteht, oder ob eine andere teleologische Konzeption vor der Menschheit steht. Die jüdisch-christliche basiert auf dem Modell, dass jeder mitten im täglichen Leben stehend, innerhalb einer Kette von Entscheidungen seine Sünden bereut und reduziert, damit er einmal in ein himmlisches Paradies eingehen kann, oder dass seine Seele entsprechend den spirituellen Impulsen für eine positive dynamische Erneuerung folgt, damit diese einmal das göttliche Feld von «Vulkanus» erreichen kann – die Sonne hinter der Sonne – das ursprünglich göttliche Lebensfeld.

Bei allem Bemühen, um einen wirksamen Anteil am universalen Gesamtgedächtnis der Welt zu erhalten, steht für jeden Menschen unzweifelhaft am Beginn immer noch die uralte Forderung: «Erkenne-Dich-selbst». Damit ist dann das gesamte mikrokosmische System gemeint, das in aller Ehrlichkeit auch mit dem eigenen Unbewussten erkannt sein muss. Jeder, der sich in diesem Rahmen einmal genauer anschaut, wird vor sich selbst zu einer großen Bescheidenheit zurück finden. Zum hohen Ziel im Streben und Werden des universellen Bewusstseins kann der Mensch nur in einem aufrichtig gelebten neutralen Respekt für alles irdische und kosmische Leben finden. Dazu passen keine egoistischen Methoden der Ausbeutung von Mitmenschen, egal welcher Hautfarbe oder Rasse, weder in Industrie oder Handel, und auch keine rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen, weder als Landgrabbing, Holzernte, überflüssige Stauseen noch Bergraubbau etc.

Durch sein sich langsam entfaltendes Denken und Erkennen der kosmischen Dimensionen im eigenen Sein und der monadischen Führung entwickelt sich in ihm eine aufrichtige Akzeptanz und eine verantwortungsvolle Mitarbeit für die Bewahrung aller natürlichen Dimensionen und Lebenswellen. Das Ringen um diese erhabene menschliche Weiterentwicklung spiegelt sich eigentlich schon in allen großen Philosophien und Religionen. Bedauerlicherweise findet sich auch in dieser sehr umfangreichen Literatur die endlose Kette der Falschinformationen und der absichtlichen Imitationen, die das Denkvermögen entschieden bei seiner Weiterentfaltung behindern.

Nur das erwachende Kleinod der Unterscheidung kann den Leser vor Irrwegen bewahren,
um die ewige Verbindung mit seiner Monade innerhalb der Gruppe der irdischen Monaden zu finden,
die für die Evolution der kosmischen Monade der Erde wirken.
Diese wird von der Monade des Christus, der aus der Sonnenmonade in den Erdkosmos eingetaucht ist,
um ihm bei seiner Vervollkommnung zu helfen.

 

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zur Druckversion als PDF 09. Das Gedaechtnis

10. Der Wille oder das Begehren

Neben der «Freiheit» und der «Liebe» wird auch der «Wille» als eine selbstverständliche Eigenschaft von Göttern und  Menschen angesehen.

Viele Begriffe für das tägliche Miteinander sind im allgemeinen Sprachgebrauch über Jahrhunderte so selbstverständlich verankert, wie das AMEN in der Kirche. ohne Von einigen philosophischen Betrachtungen einmal abgesehen, interessiert das eigentlich niemanden wirklich, was mit diesen Begriffen nun ganz konkret gemeint ist. Wenn solche Worte, wie «Glaube, Freiheit, Liebe, Gott, Wille, Geist» etc. einmal ernsthaft nach ihrer tieferen Bedeutung gefragt werden, dann wird es schon problematisch. Jeder normale Bürger hat sich im Laufe seines Lebens seine eigene subjektive Vorstellung von den immer wiederkehrend gebrauchten Begriffen gebildet und sie in die mehrheitlich akzeptierten Weltmodelle integriert, die von den landläufigen Medien meist unbedacht publiziert werden.

Auch wenn vielfach der Satz ausgesprochen wird: „Ich will das jetzt!“ oder unter erlauchten Hoheiten der Hinweis : „Es ist Gottes Wille!“ gegeben wird, sollte die Frage gestattet sein: Kann der Mensch oder ein Gott so etwas wie den «Willen» besitzen oder über ihn uneingeschränkt verfügen, der doch wirklich keine substanzielle Qualität hat? Dass diese Eigenschaften einem herrschenden Menschen zugeeignet werden, gehört zu den ganz besonderen Phänomenen unserer Kulturentwicklung. Immer wieder wird die exakte Bedeutung unter Fachleuten und Philosophen kontrovers diskutiert. Philosophie und Religion können sich keineswegs einig werden, wie und wo der Wille in der Persönlichkeit verankert ist. Ein Journalist fragte einmal einen deutschen Politiker provokant: «Wo lassen Sie denken? » – Ähnlich könnte man jemanden fragen, der gerade seinen Willen vehement kund getan hat: «Wo und was ist das, Dein Wille? Woher kommt er?» – Sicherlich wird er dazu im aktuellen Geschehen keine wirklich erklärende Antwort geben wollen, selbst wenn er dazu geneigt wäre, denn er kann es nicht wissen. Was bleibt, ist die der verstärkten verbalen Akklamation: «Ich will es nun einmal so!»

Wer etwas genauer auf die Bedeutung «Ich will» hingeschaut hat, wird sich zunächst die Frage stellen, ob der Sprecher überhaupt schon mal weiß, wer oder was sein «ICH» ist, das sich hier mit einem eigenen Willen so machtvoll positioniert. Noch weniger wird dem Willenstyp klar sein, wer oder was in der Vermischung verschiedener Absichten und Kräfte des mikrokosmischen Systems tatsächlich über seine begehrte Aktion verfügt. Trotz oder gerade wegen dieser fundamentalen Problematik wollen wir hier im Rahmen der mikrokosmischen Weltsicht das Thema «Wille und Begehren» unter bislang unbedachten Perspektiven vorstellen. t?


Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn bitte mir zu.  Vielen Dank.


Dabei soll zunächst einmal der Frage nachgegangen werden: Warum ist gerade der vielfach deklamierte «freie Wille» ein derart stark emotional befrachteter Aspekt der Menschen, insbesondere unter Journalisten und Politikern der westlichen Demokratien?

In den heiligen Schriften aller Zeiten und Völker wird stets von einem überirdischen Willen, dem «göttlichen Willen» gesprochen. So steht z.B. im Neuen Testament die Aussage: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe, o Herr.» Oder «Es geschehe nach Deinem Willen…“. Vergleichbare Aussagen können auch in den Veden bzw. der Bhagavat-Gita oder den Upanishaden gefunden werden. Nach Mohammeds Aussagen, die später einmal im Koran versammelt wurden, geschieht beim Islam ohnehin alles nach Al-lahs – Gottes Willen. Aber auch im fernen China sind sich die Menschen der Leitung durch eine höhere göttliche Wesenheit ständig bewusst, die einmal den Kosmos erschaffen hat. Hier, in diesem Zusammenhang, mag der Begriff «Wille» für die überphysische göttliche Schaffensdynamik mit aus prinzipiellen Überlegungen angebracht zu sein. Doch auf der menschlichen Ebene müsste man bei genauem Erwägen der diversen Kraftströme, in die Welt und Menschheit eingebettet sind, doch einmal in Frage stellen dürfen, ob der irdische Mensch so selbstverständlich über ein eigenes Aktionspotential verfügt, das man «eigener Wille» nennen kann, wie es unbestimmt im täglichen Miteinander verwendet wird.

Vielleicht sollte man dabei auch einige damit zusammenhängende Dogmen überdenken, die als Eckpfeiler des modernen Denkens über die antiken Philosophien bzw. Kosmologien bei den modernen Bürgern der westlich christlichen Zivilisationen so zwingend geworden sind. Es wird heute als völlig selbstverständlich hingenommen, dass einige unbestimmte Werte und menschliche Eigenschaften das soziale bzw. gesellschaftliche Geschehen regeln und beeinflussen, die von der freiheitlichen autonomen Persönlichkeit ausgehen. Dabei spielt der Wille eine ganz eklatante Rolle, dieses spezielle Aktionspotential des selbständigen europamerikanischen Individualisten. Dass insbesondere mittelalterliche Potentaten im Orient oder reiche Oligarchen im Raum der ehemaligen Sowjetunion für ihre Machtentscheidungen gerne diesen Begriff verwenden und ihre Untertanen an fauchen: «Hier geschieht alles, so wie ich es will!» wird als völlig natürlich hingenommen. Doch gerade dann, wenn starke, emotional aufgeladene Aggressionen den Raum ausfüllen, ist die Frage eines Kenners der Psychologie wohl berechtigt, wessen Absicht mit diesem «Ich will» nun wirklich zum Ausdruck gebracht werden soll.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Kraftfelder im Kosmos und den darin regierenden Asuras bzw. Äonen unter dem Firmament, kann von jedem Menschenleicht erkannt werden, dass gerade die Fürsten, Könige und sonstigen Herrscher und Größen dieser Welt total abhängig von ihren Landes-Äonen bzw. Archonten – oder Dschinns – handeln und entscheiden müssen. Diese Fürsten unter dem Himmel (Paulus) sind die wahren Bestimmer über vieles, was auf Erden geschieht – im Großen wie im Kleinen. Wer da sagt: «Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe!», bekennt seine Realität mit der eindeutigen Abhängigkeit zu einer übermenschlichen Größe. Dabei ist im Augenblick nicht zu unterscheiden, ob diese metaphysische Überschattung nun einem guten Gott oder einem unguten Wesen im Jenseits zugebilligt wird:

Jeder Mensch wird aus den unstofflichen Lebensfeldern gelebt.

Die Kerndynamik aller Kosmen und Mikrokosmen liegt in der Astralis, dem dritten Kraftfeld von insgesamt sieben Feldern (Siehe Kapitel 5. Der Mensch ein Mikrokosmos). Im Gedächtnis der Astralis werden alle Intentionen, Begierden, Absichten, Wünsche, Gelüste, des Zorns, Hasses, alle Flüche und alle Bitten für die physische Selbsterhaltung gesammelt. Gleichermaßen werden im kosmischen astralen Feld der Erde diese emotionalen Bewegungen und Äußerungen aller Menschen kumuliert gespeichert und auch permanent auf die Menschheit wieder zurück gespiegelt. Das bedeutet, dass alle Gefühlsausbrüche – egal in welcher Richtung, positiv oder negativ, – isobar resonant mit den aktuellen Aktivitäten aus dem Jenseits verstärkt beantwortet werden.
Will man also diesem Thema einigermaßen gerecht werden, darf man sich nicht in den über Jahrtausenden entstandenen naturwissenschaftlichen Theorien und philosophischen Feststellungen antiker «Autoritäten» und deren Interpreten verheddern. Darum richten wir die Aufmerksamkeit wiederholt auf die ganz einfachen Lebensvorgänge und Wechselwirkungen im Mikrokosmos und auf alles, was ihn sonst noch dominiert.

Ein einfaches Bild aus den Pyrenäen kann dabei helfen, das innerliche Geschehen etwas plastischer zu machen: Die Bartgeier, eine besonders prachtvolle und durchaus clevere Vogelart, die in den höchsten Berggipfeln kreisen, haben eine praktische Methode gefunden, um Knochen, die für sie zum Verschlingen zu groß sind, zu zerkleinern. Sie nehmen den großen Knochen in ihren Schnabel und fliegen mit ihm so 50 bis 60 Meter hoch und lassen den Knochen dann aus dieser Höhe auf einen ihnen bekannten Felsenabschnitt fallen, wo er überschaubar dann in einzelne kleine Teile zerbricht. Jetzt können diese problemlos von den Geiern verschlungen werden.

Zur Erläuterung der vorliegenden Gedanken stellen wir bei dem Bild als erstes fest: wenn der Bartgeier den Knochen fallen lässt, dann will der Knochen nicht nach unten fallen. Der Knochen wird, er muss fallen, weil er in das Kraftfeld der Erdanziehung eingebettet ist. Darum zieht ihn sein eigenes Gewicht unwiderstehlich nach unten bis auf den Widerstand, den vom Bartgeier ausgesuchten Felsen. Jeder Betrachter wird bestätigen können, der Knochen fällt nicht, weil er es will, sondern wegen der Schwerkraft.
Als zweites, der Bartgeier ergreift den Knochen, fliegt mit diesem Teil im Schnabel in die Höhe. Von einer bestimmten Höhe aus lässt der Bartgeier den Knochen auf die ausgewählte Stelle fallen. Hier wäre die Frage berechtigt: «Will der Bartgeier das?» – Oder benutzt dieser diese Methode nur darum, weil er es so von seinen Eltern gelernt hat? Jeder Verhaltensforscher wird bestätigen, der Bartgeier tut es «instinktiv», weil er es so von den anderen Bartgeiern gelernt hat und ohne dieses Verfahren nicht überleben würde.
Dann entspräche sein Handeln auch nicht seinem Willen, schon gar nicht einem «freien» Willen. Diese Handlung dient der Befriedigung seiner Notdurft «Hunger» – also Fressen, Nahrungsaufnahme zur Energiegewinnung. Das muss jeder Bartgeier täglich tun, damit er und seine Jungen in der wilden Landschaft der Pyrenäen überleben können. Also ist diese Handlung nicht die Aktion von einem «eigenen Willen» im allgemeinen Sinn des Wortes, sondern nur die Folge der natürlichen, lebensnotwendigen Bedürfnisse, auch wenn hier eine äußerst raffinierte Methode eingesetzt wird, Diesem astralen Vorgang würde ein Psychologe eher den Begriff «Begehren» oder «Begierde» zuordnen.

Viele Vorgänge im menschlichen Zusammenleben lassen sich in Struktur und Dynamik auf dieses Beispiel reduzieren. – Wenn man ohne subjektive Überbewertungen die menschlichen Handlungen und Ambitionen besonnen im Detail betrachtet, wird man feststellen: Die meisten Handlungen und Aktionen der Menschen können ohne Weiteres mit dem beschriebenen Beispiel verglichen werden. – Zahlreiche, wenn nicht gar alle menschlichen Handlungen, die mit dem Gedanken, «das wollte ich» begleitet werden, sind ein lebensnotwendiges «Befolgen-Müssen» oder ein «instinktives Re-agieren» aufgrund diverser natürlicher Bedürfnisse, Begehren oder anderer sogenannter «Sachzwänge» des täglichen Daseins, die sich aus dem komplexen Zusammenspiel aller systemrelevanten Kräfte ergeben haben.

Vor Jahren wurde zum «willentlichen» Handeln eine interessante wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt: In einem neurologischen Institut wird ein Proband an ein hochempfindliches EEG (Elektroenzephalogramm) angeschlossen, das insbesondere die feinsten elektrischen Ströme jener Hirnareale überwacht, die in diesem Falle mit der Armbewegung und dem rationalen Denken in Verbindung gebracht werden. Nun wird dem Akteur vom Leiter der Forschungsgruppe gesagt, er solle den Arm heben. Daraufhin hebt der Proband seinen Arm. Mit dem EEG wurden dabei die feinsten Veränderungen aufgezeichnet, die bei dieser Aktion in den Nervenzellen geflossen sind. Bei diesem übrigens mehrfach durchgeführten Versuch konnte signifikant ermittelt werden, dass sich der Arm hebt, bereits Millisekunden bevor der Mensch gedacht hatte, er «will» den Arm heben! – Also der Gedanke: «Ich will den Arm heben», entstand eigentlich erst nach dem Beginn der durchgeführten Handlung. Darum wurde von den Forschern die Frage gestellt: Wer oder was hat gehandelt, bevor der Kandidat «gewollt» hat? – Ist das, was wir «Wille» nennen, letztlich nur eine rückwirkende mentale Rationalisierung einer Dynamik auf einer anderen, unstofflichen Ebene? Die Absicht der Forscherteams wurde vom Probanden mit dem konkreten Begehren «Arm heben» beantwortet. Die elektronische Überwachung realisierte diesen Vorgang, dargestellt in einem Oszillographen. Die Aufzeichnungskurve wurde vom Forscherteam interpretiert. Es wurde festgestellt: Erst setzte die Bewegung und dann, also zeitversetzt, folgte die nervliche Aktion.

Befassen wir uns vorübergehend mit den allgemein anstehenden philosophischen Diskussionen unserer Zeit. Vom alten kartesianischen Leib-Seele-Dualismus wollen heute übrigens die modernen Psychosomatiker nicht mehr viel wissen; doch im modernen Gewand der wissenschaftlichen Feststellungen über Gehirn und Bewusstsein versteckt sich bei vielen Neurologen und Psychologen trotzdem immer noch die blasse Gestalt eines kalten Dualismus, selbst wenn sie sich als Monisten und Identitätstheoretiker darstellen. Die immer wieder erneut diskutierte Frage nach dem freien Willen ist heute noch höchst brisant. Frau Susan Blackmore ist Gastdozentin an der University of the West of England in Bristol und forscht vor allem auf dem Gebiet der Meme und der Memetik, der Evolutionstheorie, des Bewusstseins und der Meditation. Blackmore selbst bekennt in ihren Darlegungen mehrfach, dass sie selbst – den Willen – für eine Illusion hält. In einem Interview mit anderen Wissenschaftlern driften die Antworten der Gesprächspartner in Bezug auf den «Willen» ebenfalls weit auseinander und ähneln mehr «Glaubensbekenntnissen» als wissenschaftlichen Aussagen: „Ja, er ist eine Illusion . . ., aber er fühlt sich sehr real an.“ oder „Die schnelle Antwort lautet, dass ich mein Gefühl der Freiheit für ein ursprüngliches, natürliches Gefühl halte.“ – „Wahrscheinlich nicht.“ – „Mir bleibt keine andere Wahl, als an den freien Willen zu glauben!“ – „Der bewusste Wille ist gewissermaßen ein Epiphänomen.“ – „Vielleicht ist er eine Illusion, aber wenn man an die Illusion glaubt, ist es ja, wie wir alle wissen, keine mehr.“ – Selten ist ein schlichtes «Ja», häufiger liest man: „Ja. Ja, ich sollte vielleicht «Jein» sagen . . .“.

In der aktuellen philosophischen Diskussion über die Willensfreiheit zeigt sich, dass – psychologische Verfeinerungen hin, neueste Hirnforschung her – weiterhin die traditionelle Differenz zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit besteht. Bei der Sichtung aller philosophischen Betrachtungen über den Willen kommt man sehr bald zu der Erkenntnis, dass es für die Begriffe «freier Wille» oder «Willensfreiheit» wirklich keine allgemein anerkannten Definitionen gibt. Es muss dabei auch unzweifelhaft festgestellt werden, dass es keine konkreten Definitionen oder Qualitätsbeschreibungen dieser so benannten menschlichen Aktion gibt, die eine derartige Sinngebung des «Willens» begründen würde. Es ist doch ungeheuer interessant, dass der Wille als solches für jedermann eine selbstverständliche Qualität des eigenen Seins ist, obgleich konkret gesagt, niemand weiß, nicht einmal die naturwissenschaftlichen Fachleute genau wissen, was der Wille im Menschen eigentlich ist und wo er im Körper oder der Psyche seinen Platz hat.
Dabei sollte man jedoch ganz klar vor sich sehen, dass alle Menschen – Wissenschaftler oder Philosophen nicht ausgenommen – von dem sie umgebenden gesellschaftlichen Kontext und den sie beherrschenden Dogmen und Lebensanschauungen geprägt sind. Der Mensch sieht und erfährt was ihm seine Vorstellungen einspiegeln. Er denkt, was er glauben darf, was unter die anerkannten naturwissenschaftliche Parameter fällt. Alles andere bleibt bei seinen Untersuchungen absolut ausgespart. Diesem international akzeptierten Denkmodell entsprechend, erklären sie in ihren umfangreichen Betrachtungen menschlicher Regungen natürlich auch den Begriff «Wille» oder «freier Wille». Diese fallen im Rahmen ihres subjektiven Settings äußerst unterschiedlich aus, je nach dem, was von der Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen sind, auf breiter Basis akzeptiert wird.

Umgangssprachlich versteht man selbstverständlich unter «freiem Willen» oftmals etwas ganz anderes als im juristischen oder im psychologischen Sprachgebrauch. So kann man auch konstatieren: der «Wille» ist nur eine zusammenfassende Definition für bestimmte selbstbehauptende Ansprüche eines Menschen, die seinen Begehren, Begierden, Wünschen oder Habsüchten Ausdruck verleihen. Diese zielgerichteten Intentionen – meistens zum Schutz persönlicher Vorteile oder politischer Herrschaftsansprüche – bekommen dann, wenn es für die massive Überzeugung in einer argumentativen Interpretation gegen anders laufende Interessen notwendig erscheint, den überhöhenden ideellen Anstrich «Wille» oder nochmals potenziert «der Wille des Volkes» und als höchstes autorisierendes Siegel «der Wille Gottes» aufgedrückt.

Schon bei dem Wort «Wille» wird je nach Situation und Kulturkreis etwas anderes gemeint:

  • bloße Lebensaktivität, aufgefasst als Lebensdrang;
  • emotionale Notwendigkeiten auf der Basis von Mangelerscheinungen,
  • sexuelle und andere physische Begierde;
  • das Vorhandensein einer Neigung, eines inneren Sehnens oder Begehrens;
  • das innere Wunschpotential drängt zur Aktivität;
  • das impulsive Begehren, aus Neugierde, Habsucht oder Gier;
  • das Verfolgen von persönlichen Absichten, das Anstreben von idealen Zielen humanitärer, karitativer, kultureller oder politischer Art, etc.;
  • das notwendig erscheinende Umsetzen einer persönlichen Entscheidung in die Tat auf der Basis von speziellen Überlegungen und/oder gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Die Diskussion um einen beschränkten, determinierten oder unbeschränkten, indeterminierten Willen sind spekulative Beschäftigungen in einem philosophischen Elfenbeinturm weit über jede nachvollziehbare Wirklichkeit hinaus.
Bei einer neutralen sachlichen Rückschau auf die vielfältigen Zusammenhänge von Kräften, Bewusstseinsdimensionen und Gedächtnisstrukturen in unserem Lebensraum – die ausführlich in den vorhergehenden Kapiteln erläutert werden –, frei von allen sonstigen eigensinnigen Emotionalitäten, kommt man eigentlich zu einem recht fatalistischen Schluss:

«Der freie Wille ist in Wahrheit nur eine Illusion!»

In der natürlichen Polarität dieser Welt wird dem Menschen gerne die Wahlmöglichkeit zwischen Licht und Schatten als eine menschliche Freiheit vorgegaukelt. Da der Mensch aber stets von ihm unbekannten Faktoren bestimmt wird, die in dem empirisch naturwissenschaftlichem Weltbild keinen Platz finden, ist selbst diese angenommene Wahlmöglichkeit nur ein Hinterher-Reagieren. Meistens haben die den Menschen führenden Kräfte aus seinem Mikrokosmos oder die diesen begleitenden Wesen aus dem Jenseits bereits entschieden, was für ihr Überleben wichtig und gut ist. Da dem Menschen die Zusammenhänge seines Daseins entgehen, weil er die unstofflichen Kraftfelder seines Mikrokosmos und im Kosmos (Jenseits) ignoriert, erscheint es ihm so, als würde er selbst frei entscheiden können. Jedoch entbehrt er dabei jeder Freiheit. Das Dilemma ist noch etwas größer, als es zunächst aussieht, weil die allgemeine Verabredung aller demokratisch geschulten Menschen zur Willensfreiheit und die Interessen der Äonen bei diesem Thema kumulieren, kann der Mensch nichts anderes Denken. Das ist eine spezielle Art der Gehirnwäsche, die auch in anderen Themengebieten gerne angewendet wird. Je mehr ein Mensch die Zusammenhänge mit den Kräften des Äthers, der Astralis und der Mentalis in seinem Mikrokosmos erfassen kann, desto mehr kann er auch einsehen, dass sein Leben von zahlreichen Faktoren dominiert wird. In diesem Zusammenhang wäre der Roman von Johann Amos Comenius zu empfehlen: «Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens».
Müssen jetzt alle Menschen zu Fatalisten werden, für die sich die ganze Welt nach einer göttlichen oder dämonischen Vorsehung dreht? – Zu Beginn der Aquariusperiode ist unzweifelhaft die Zeit gekommen, über diesen Gesichtspunkt ausführlicher nachzudenken, und in die allgemeine Weltanschauung neue Eckpfeiler für den Handlungsspielraum der menschlichen Entscheidungen zu setzen. Dabei bleibt es allerdings nicht ausgeschlossen, einige tradierte Tabus aus ihren in jeder Kulturepoche erneut eingemauerten Verankerungen zu reißen.

Das Matriarchat wurde einstmals vom Patriarchat abgelöst, so schreiben es J.J.Bachofen in «Das Mutterrecht» und Erich Neumann in seinen ausführlichen Studien zum Genderthema. Das menschliche Treiben und Begehren hat seit 2000 Jahren seine Dimensionen und Machtstrukturen oberflächlich nach Wort und Methode wohl verändert, jedoch ohne wirkliche Änderung der fundamentalen Grundprinzipien von Egozentrik und steter Ausbeutung der Unterprivilegierten, wie ausreichend in den Geschichtsbüchern aller Kulturen dokumentiert wird. Die Aquariuszeit bricht jedoch der Menschheit im Laufe der Zeit ein neues Tor, durch das ein weiter Blick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter möglich wird. Die harmonische Kohabitation zwischen Mann und Frau ist dann allerdings noch keine gelebte Wirklichkeit. Diese vor allen Menschen liegende Evolutionsstufe führt noch über einige gewaltige, von der Archaik und den davon abhängigen Äonen effektiv verteidigte Hindernisse. Die auf gigantischen Grundmauern fest errichteten Wände aus Tradition und Dogmatik verbauen allerdings einigen der herrschenden Köpfe aus den klassischen Religionen in Ost und West ein ehrliches und wahrhaftiges Nachdenken über die kosmische Zukunft unseres Planeten. In vedischen Kosmologien werden die Schöpfungskräfte wohl immer männlich-weiblich dargestellt, z.B. Krishna und Radha, Shiva und Durga. Jedoch scheinen diese göttlichen Vorbilder nicht wirklich von vielen Männern des einfachen Volkes autorisiert zu werden. Die maskuline Dominanz ist in der aktuellen Wirklichkeit der indischen Religionen kaum zu übersehen, die Frauen werden vielerorts immer noch misshandelt und ausgebeutet.

Im Tao Teh King schreibt Laotse:
«Wer seine männliche Kraft kennt und doch weibliche Sanftmut bewahrt, ist das Tal des Reiches.
Wenn er das Tal des Reiches ist, wird ihn die immerwährende Tugend nicht verlassen,
und er wird zurückkehren zu dem natürlichen, unkomplizierten Zustand eines Kindes.
Wer sein Licht kennt und doch im Schatten bleibt, ist das Vorbild für das Reich.
Ist er das Vorbild für das Reich, dann wird die immerwährende Tugend in ihm nicht versagen,
und er kehrt zurück zum Endlosen.» Kapitel 28.

Der Mensch ist also, wie in den Veden bereits angedeutet, dazu verpflichtet, in sich die maskulinen und femininen Komponenten seiner Kraftstrukturen ebenbürtig zu entfalten. Das heißt doch, dass ein Mensch nur dann in einer harmonischen Linie mit der Evolution gefunden wird, wenn er diese in ihm per Schöpfung angelegten komplementären Ansichten erfassen kann, und dann mit aller Kraft diese auch in einem harmonischen Zusammenleben umsetzt. Diese gleichberechtigte, ebenbürtige Kohabitation von Mann und Frau gilt es vor einer nur ansatzweisen Freiheit der eigenen Entscheidung zu verwirklichen. «Nur wer sich selbst überwindet, ist stärker als jener, der eine Stadt einnimmt.» Es stehen also noch ziemlich große Hürden vor den Menschen, bevor sie sich irgendwie mit einer Art von «freiem Willen» schmücken können.

Seit einem Jahrhundert befindet sich die Menschheit und der ganze Kosmos in einer unbändigen, nicht aufzuhaltenden Entwicklung. Diese wird zum Bedauern vieler Erkenntnistheoretiker von kosmischen Strahlungsveränderungen gesteuert, die nicht von einem menschlichen Begehren (Willen) oder den existenziellen Bedürfnissen (Willen) ihrer Äonen abhängig sind. Man möchte jubelnd zustimmen: es entfaltet sich aus und in der herrlichen Schöpfung in großer Liebe und Barmherzigkeit unabänderlich eine von den Monaden bewusst gelenkte Evolution zu einem höheren Sein aller Menschen, Lebenswellen und Kosmen, uneingeschränkt nach reich und arm bzw. nach feminin oder maskulin. Dabei gibt es keine Bevorzugung einer Klasse, einer Rasse oder eines von Gott ausgewählten Volkes. Zu allen Zeiten waren und sind die Aktionen aller Wesen im Universum immer nur Re-Aktionen auf beständig fließende Kräfte, In-formationen in den höheren Kraftfeldern ihres Kosmos, deren Absichten und Ziele für den Makrokosmos, von den Monaden im Universum der Allschöpfung bestimmt werden.
Dennoch steht für den physischen Menschen auf der Erde in unserer Zeit eine alles entscheidende Möglichkeit offen, die auch sein persönliches Leben in der materiellen Bedingtheit in eine friedliche Richtung führen kann: es ist die Art seiner Intentionen, die Art seines Lebensziels. Gelenkt von seiner persönlichen Achtsamkeit und Ausrichtung auf die Zusammenhänge mit den metaphysischen Lebensfeldern, von seinem sensitiven Gespür für ätherische und astrale Bewegtheiten im eigenen Mikrokosmos und in seinem Umfeld, können im Menschen neue, unerwartete Entscheidungen erkannt werden. In der tiefen Überzeugung oder Glauben, dass sein Leben in ein dynamisches Feld von bewahrenden Kräften seiner Monade eingebettet mit großer Sicherheit dem ihm gebührenden Lebensziel zustrebt, wird dann eine völlig andersartige Lebenshaltung ausgelöst. Es entfaltet sich ein über alle bipolaren Konflikte hinausreichender Magnetismus seines Mikrokosmos für eine friedvolle Zusammenwirkung mit seinem Umfeld. Dann wird eine so andere Lebenshaltung entstehen, wie es sich zur Zeit nur wenige europamerikanischen Selbstverwirklicher vorstellen können.
Natürlich werden, können und wollen wir den Begriff «Wille» oder die Worte «ich will» nicht aus dem aktiven Wortschatz der Völker ausradieren. Das würde sich vorerst niemals machen lassen. Sie, die Menschen, und gerade die omnipotenten Darsteller/innen und Meinungsmacher werden das Wort immer wieder dort benutzen und kraftvoll energisch einsetzen, wo sie sich gegenüber sich selbst oder gegen andere Agitatoren vehement verteidigen müssen. Aber eines wird immer deutlicher: Vor allem verteidigen sie damit das weit verbreitete Wahnbild, sie wären als Persönlichkeit die selbständigen autonomen Akteure ihres Daseins. Das sind sie ihren Äonen unter dem Himmel seit Jahrtausenden schuldig, von denen sie sich schon seit Urzeiten ohne eigenes Wissen abhängig gemacht haben. Man denke dabei nur an «JHWH», den rächenden Gott des Alten Testamentes, von dem Moses in der Genesis berichtet.

Im persönlichen Erlebniskreis, in Familie und Beruf, ist das Willenselement sehr direkt mit dem meist kräftig artikulierten Patriarchat verbunden. Mittlerweile setzen auch emanzipierte Frauen oft genug ihren femininen Willen geschickt in Politik und Wirtschaft mit weiblichem Gespür für ihre Vormacht durch. Meistens ist der Willensanspruch – auch der Frauen – jedoch nur eine Aktion der Tarnung, damit das unbewusst von Innen kommende Drängen nicht erkannt werden kann. Mit der Aussage: «Ich will das!» wird schnell der Tarnmantel der Unversehrtheit über eine persönliche Verletzlichkeit gezogen, die auch gerne von den Fürsten und Gewaltigen unter dem Himmel beansprucht wird, damit ihre fragile Herrschaft im Jenseits nicht erkannt werden kann.

Vorsichtig beschrieben steht jeder Mensch unablässig in einem sehr stark vorgeprägten größeren Konzept des Werdens, das von der allgemein verbreiteten Meinung allerdings geflissentlich übersehen wird. Bei allen Kraftfeldern, die den Mikrokosmos durchströmen, erscheinen die Absichten und Ziele vorherbestimmt zu sein. Sie liegen in einer interkosmischen Evolution, zu der Charles Darwin nur die Phase der körperlichen Evolution beigetragen hat. Darum erklären die Theosophen – und alle esoterischen Ableger –, in Anlehnung an die indische Vedanta-Philosophie, eine stete «geistige Entfaltung» zu einem höheren Menschen. Auch die meisten physiophilosophischen Autoren in den USA, Indien oder Europa (Aurobindo, TM, Ken Wilber, Michael Murphy, George Leonhard, Krishnamurti, Teilhard de Chardin u.a.) sowie die Anthroposophen vertreten eine mehr oder weniger kontinuierliche Entwicklung des Menschen zu einem undefinierten «Übermenschen». Aber kann es – ja, darf es im Leben der Welt eine Automatik der Entfaltung geben? Sri Aurobindo und seine Anhänger streben mit gezielten Meditationen zum «Supramentalen Bewusstsein», um bei dieser kosmischen Weltentwicklung mitzuwirken.

In unserer Welt ist allerdings eine kontinuierliche Weiterentwicklung der transpersonalen Felder im Mikrokosmos nur dann möglich, wenn der entsprechende Magnetismus dafür auch aus den Wesen, aus den Persönlichkeiten heraus aktiv gefördert wird. Ohne eine konkrete und ausdauernde Hinwendung zur kosmischen Evolution mit einer intelligenten Abwendung von einer rein materiellen egoistischen Selbstverwirklichung wird niemand in der eigenen Entwicklung weiter kommen können. Diese Umwendung nannte man zu Jesu Zeiten «Buße». Damit war eigentlich nie eine Verachtung der stofflichen Selbstentfaltung mit allen gesellschaftlichen und karmischen Notwendigkeiten gemeint, auch keine buddhistische Begierdelosigkeit oder hinduistische bzw. kirchliche Askese.
Beschäftigen wir uns dafür mit dem Bild aus dem «Advaita-Vedanta» von «Shankaracharya». „Wesentliches Charakteristikum ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele. Der wahre Atman gilt als durch Maya, durch Illusion, verschleiert und das Ziel des Menschen ist es, die Identitäten von Atman und Brahman zu erkennen. Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, einerseits diese kosmische Einheit und andererseits die Trennung in der irdischen Maya zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo „avidya = Unwissenheit“ herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung (nur wenn der Mensch sich dafür öffnet) und damit zur Befreiung, moksha.“ (aus Wikipedia)

Es gibt ein beständiges Werden und Begehren nach Leben im ganzen All, das spürt jeder, das weiß jeder, und jeder normale Mensch sagt dann: «Das oder jenes will ich». Doch es ist ein Begehren, eine Art Ersehnen, ein Magnetismus, das Ergänzen eines Mangels, das Auffüllen eines Vakuums durch beständigen Stoffwechsel über verschiedene Kraftebenen nach dem isobaren Resonanzgesetz. Ken Wilber artikuliert dafür sehr ausführlich recherchiert das von ihm so bezeichnete «ATMAN-Projekt». Ein weiser Mensch sagte einmal: «Gott, Brahman, ist die All-Liebe, das Währen ist seine Macht.» Durch die Betrachtungsweise mit den halbwahren Vorstellungen und der dadurch entstandenen falschen Identifikation des wirklichen Lebens mit der Materie, mit den uns sinnesorganisch umgebenden Erscheinungen, «Maya», haben sich in allen Lebenslagen verzerrte Begriffsstrukturen und darauf aufgebaute Denkmodelle ausgeprägt und eingebürgert.
Darum fällt es selbst in diesem Rahmen schwer, die geeigneten Worte zu finden, um dem starken Willensmenschen zu erklären: «Niemand hat einen freien autonomen Willen, das ist alles nur Einbildung. Aber in jedem besteht eine Entscheidungsinstanz, eine Art Schalter, mit dem jeder seine Achtsamkeit und Intention auf eine andere Lebensweise, auf den fundamentalen Lebensrhythmus im All, umschalten kann! Diese Haltung kann jeden und damit die Welt verändern, wenn man müde geworden ist, immer selbst die Welt bewegen zu wollen oder zu müssen.»

Dieses teleologische Konzept ist eine besonders eingängige Methode, um die Äonen, Dschinns oder Daevas im okkulten Jenseits zu entkräften. Darum wird und kann es nirgendwo in den gängigen Medien oder im Internet publiziert werden und die Pädagogik trichtert bedauerlicherweise seit 2000 Jahren allen Kindern und Jugendlichen ein, das jeder alles erreichen kann, wenn er nur wirklich will. Das ist die Mohrrübe, die dem Esel auf den Kopf gebunden wurde, damit er immer im Kreis herum trabt. Für Napoleon war es der Marschallstab in jedem Tornister seiner Soldaten, die für seine Machtansprüche auf den Schlachtfeldern gefallen sind.

Es existiert – um mit Shankara zu sprechen –, eine Welt des Brahman, des absoluten Seins, eines universalen Bewusst-Seins und der Glückseligkeit, es ist die Lebenssphäre der Monaden. Zarathustra oder Zoroaster nannte diesen höchsten Gott Ahura-Mazda, die universale Weisheit, das Offenbarungsfeld zu Beginn aller Zeiten, den Logos, Tao, Brahma, das bedeutet die höchste absolute Weisheit und die höchste Schöpfungsenergie. Diese oder ähnliche Definitionen finden sich für die absolute Offenbarung allen Seins auch in anderen heiligen Religionsbüchern. Aus der Urmonade entstand eine Kaskade von Emanationen der gleichen Schöpfungsidee. Zahllose Monaden verwirklichen die vielfache Reflektion des Logos, des TAO, im Universum. Im Makrokosmos und im Kosmos bis zum Mikrokosmos mit dem Menschen werden alle Wesen und Entitäten von ihren Monaden in einem großen Bogen der Evolution bis zur Vollendung geführt.
Dafür besteht in jedem Wesen ein Begegnungspunkt mit seiner Monade, aus dem die Impulse für die Weiterentwicklung das Bewusstsein erreichen. Im Menschen nennt die indische Philosophie diesen Brennpunkt mit der Monade «Atman», die Ewige Philosophie kennt das «Uratom», wie es auch in der Gnosis bekannt ist, die Christen wissen vom «eingeborenen Sohn, dem Jesus», Mani nannte ihn die «Perle in der Lotusblüte». Nun sagt uns u.a. Christus, Laotse oder Caitanya, die Menschen werden sich im aktuellen Entwicklungszyklus hier auf der Erde, mit ihrem aktuellen Gegenwartsbewusstsein, mit ihrem inneren Begehren den Impulsen aus ihrer Monade anschließen, sich in ihrem Leben täglich auf die mikrokosmische Evolution ausrichten, Dann können alle diese ausgerichteten Menschen mit der astralen Entwicklung in ihrem Mikrokosmos die Alleinheit im Kosmos erfahren. Auf dieser Basis wird sich dann auch die Mentalis weiter entwickeln, und solche Menschen werden dann prozessmäßig an der kosmischen Mentalis Anteil erhalten. Nur dann entfalten sich vor den neuen Sinnesorganen völlig neue Einsichten in die Weltzusammenhänge, die weit über die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Kernphysik und der Astrologie hinaus führen. Die spirituelle Evolution wird zur Basis und Sinn des künftigen Daseins in der Welt. Der Begegnungspunkt mit der Monade, der «eingeborene Sohn», Jesus, wird Christus-Jesus, ein Sohn des kosmischen Sonnenlogos, wenn der Mensch sich in seinen kommenden Inkarnationen stets auf diese Verheißungen aktiv ausrichtet. Nur – und das sollte das bis hier Dargestellte zur Erkenntnis beitragen – das, was Shankaracharya oder Caitanya den Menschen vorschlägt, kann der Mensch nur mit einem umgewandelten Willen (Buße im obigen Sinne), einem freiwilligen Dienen für die Evolution des Kosmos Erde erreichen.

Hinter dem menschlichen «Willen» treibt in dem triebhaften Begehren zur körperlichen Selbst- und Arterhaltung die Angst vor der endgültigen Vernichtung, dem physischen Tod. Dieser Verlust der ach so geliebten materiellen Person ist eine der größten unerklärbaren Fiktionen. Dieses unabwendbare Tor als eine notwendige Durchgangsstation für das himmlische Weiterexistieren einer Seele zu erklären, ist leider der größte Irrwahn der Äonen. Durch diesen Fehlschluss hat sich sehr viel Unheil über die Menschheit ausgebreitet, und vor allem kumuliert dadurch seit Jahrtausenden unvorstellbarer, astral-mentaler Unrat im Jenseits des irdischen Kosmos.

Aufgeweckt durch das monadische Gedächtnis im erwachenden Herzen kann der Mensch auf einer neuen Ebene seine kosmischen Zusammenhänge erfassen. Er wird damit auf sein kommendes mental-bewusstes Dasein aufmerksam gemacht. Nach endlosem Scheitern all seiner Willensanstrengungen und den damit verbundenen Odysseen müde geworden, wird der Mensch nach vielen Erfahrungen zu einer völligen Umgestaltung seiner Lebenshaltung kommen. Im aufrichtigen Bedenken der neuen Einsichten wird er den aktuellen Auftrag für Mikrokosmos und Kosmos annehmen. Die notwendige Einsicht in die erdgebundenen Verpflichtungen – also die liebevolle Neutralität allen irdischen Sensationen gegenüber – und das Begehren nach Erlösung von allen irdischen Vergangenheiten, lässt ihn aufstreben zu den erahnten Gefilden eines höheren Denkvermögens. Das ist sozusagen die Voraussetzung, die Chance für die Veränderung von aller Willkür, von den ungezählten Auseinandersetzungen in Religion und Weltanschauung, von den kriegerischen Machtgefechten um irdische Vorteile und allen damit verbundenen menschlichen Grausamkeiten im Namen eines herrschaftlichen Willens. Alles Sein strebt, angefeuert von den kosmischen Kräften, den irdischen Göttern Brahma, Indra, Jehova, Krishna, Vishnu, Allah, Ahura Mazda, usw. zu diesem Scheidepunkt, an dem durch die Erkenntnis der Seifenblase, genannt Maya, das Erfassen und Bedenken in eine total andere, nirwanische Realität eingehen wird. Sie gleicht einer gedankenlosen Stille, weil in diese heiligen Gefilde kein einziger Gedanke mehr hinreicht. Diese Grenze der Mentalis ist die unüberwindliche Schallmauer aller esoterischen oder theosophischen Alleswisser und der spirituellen Vorwärtsdenker, die von keinem Willen oder Bedenken erklommen werden kann. An dieser Schwelle zerschellen alle alten, längst verbrauchten Willen zur Einweihung oder Gedankenmodelle zur Erleuchtung.

Bedauerlicherweise haben die falschen Einstellungen zu den konkreten Aktionsmöglichkeiten des Menschen erheblich dazu beigetragen, dass zahllose Irrlehren entstanden und sich unvorstellbare Wahngebilde in unserer Atmosphäre entwickelten, in denen die Scheinwelten des materiellen Daseins zu einer unbezwingbaren Realität hochstilisiert werden. Nirgendwo ist jemand gefunden worden, der außerhalb der über 2000 Jahre alten Philosophie und der im antiken Griechenland geborenen Naturwissenschaften im vorherrschenden Materialismus eine Weiterentwicklung anstoßen konnte, die die Menschheit von der Ausbeutung der sozial Schwachen zugunsten einiger Reichen und den dafür erforderlichen Kriegen befreien konnte.
Trotz großartiger, vielfach interpretierter Friedensreligionen in Orient und Okzident haben die menschlichen Brutalitäten rund um den Globus in starkem Maße zugenommen, als wären gerade Mord und Totschlag das höchste Leitbild in der Werteskala berühmter Staatenlenker. So übernehmen weiterhin die Leitbilder unserer Gesellschaft, die «Autoritäten der Zeit», die Politiker, Wissenschaftler, Sachverständigen, Professoren und Journalisten, Stars und Fußballer unreflektiert den Auftrag der Äonen und Archonten, um möglichst alle Menschen in ihren Bann zu ziehen, in Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge mit den unstofflichen Kraftfeldern der Schöpfung.

Wem wird es einmal geschenkt, in seinem selbstbewussten und oft hochmütigem Streben zu erfassen, dass die heutigen Meinungsbildner alle zu einem „Zauberlehrling“ geworden sind, der selbst noch nicht seinen Meister oder Dschinn gefunden hat? – In den langen Jahren der Auflösung des Mikrokosmos im Jenseits und dann in einer folgenden Inkarnation werden die Irregeführten erneut vor diese inneren Erfahrungen gestellt, allerdings ausgestattet mit einer im Jenseits aktualisierten Einsicht über die konkreten Realitäten im Langzeitgedächtnis, der Lipika. Darin liegt die Chance einer veränderten Grundhaltung gegenüber seinen Mitmenschen und der Natur, eventuell auch eine Chance für den weiteren Fortschritt der Menschheit auf dem Bogen der Evolution.

In den sieben Kraftfeldern des Seins leben zur Zeit ca. 7.5 Milliarden Menschen mit einer Wachstumsrate von ca. 40 Millionen jährlich. Durch die von der irdischen Natur und von Menschen geschaffenen Gesetze werden sie hin- und her-bewegt, stoßen gegeneinander, ziehen eine Weile miteinander und lassen sich wieder los. Die Materialisten, Idealisten, Nihilisten, Existenzialisten, Atheisten und viele andere Gruppierungen können keine sinnvolle für alle gültige Richtung im menschlichen Leben anbieten, weil sie wie auch immer irgendeinen Gesichtspunkt in den komplexen Zusammenhängen übersehen. Viele Gläubige der großen Religionen denken bei ihren Opfern in Tempeln oder auf Altären mehr an ein individuelles, erfolgreiches und gesundes Weiterleben, als an eine gemeinsame Befreiung aller Menschen aus der Knute der materiellen Gefangenschaft. Für viele verläuft das Dasein in einem überschaubaren Kreislauf zwischen Beruf, Hobby und Familie, das von einem «Existenz-Sicherungs-Müssen» gekennzeichnet ist. Die etablierten Bevölkerungsschichten pendeln genussvoll zwischen einem komfortablen Hin- und Herstreben ohne Sinn und Ziel, darum leben sie vielfach «just for fun» und mit jedem Risiko. Dabei darf sich keine gesellschaftliche Verpflichtung ihren Willensansprüchen in den Weg stellen. Hauptsache der Adrenalin-Kick kann möglichst lange erlebbar sein. Danach – nach dem physischen Tod – ist sowieso alles aus – oder die «Seele» kommt in den «Garten Eden» – , so denken heute viele junge Menschen der westlich orientierten Zivilisation, weil in ihrem Weltbild die materielle Ansicht dominiert.

Die Entwicklung der Menschheit gleicht vorerst bei den zahllosen Anstößen aus den verschiedensten Ebenen eher einem «quer, hin und her, und gegeneinander» als einem kontinuierlichen Wachsen. Erst wenn die Menschen für das höhere Bemühen um die Transfiguration der Erde innerlich reif gestoßen wurden, wenn die Monade in ihnen eine konkrete Stimme bekommen hat, können sie dem magnetischen Ziehen sinnvoll folgen. Der Mensch wird seinen egoistischen Eigenwillen verlieren und über zahllose leidvolle Erfahrungen zu einem neuen Erwachen geführt. In einer aktiven Abwendung von der stofflichen Omnipotenz kann er aufmerksam gegenüber den unstofflichen Bewegungen in der Welt einem inneren Impuls nach einer höheren Bewusstheit folgen. Solange allerdings noch der Magnetismus aus der niederen astralen Welt im Mikrokosmos vorherrscht, solange noch der Tumult des Willens in der Selbsterhaltung und Machtentfaltung auf den Börsen der Finanz- und Kommerzspiele das Dasein erfüllt, wird vorerst kein anderes Begehren im Bewusstsein erklingen können. Ist allerdings dieses Feuer in den alten astralen Gedächtnissen einmal erloschen, kann eine neue Dimension des Begehrens nach einer höheren Lebenswelt aufklingen. Erst wer diese Möglichkeiten ehrlich und korrekt in sich erfassen kann, erkennt auch, dass nur durch die neuen Einflüsse aus den höheren Lebensfeldern der Monade sich eine total andere Weltanschauung entwickeln, eine sinngebende Weltsicht entstehen wird.

Bei der dann möglich werdenden Zusammenschau aller wirkenden Kräfte kann der Mensch ohne Probleme bekennen:

Es ist bis jetzt nirgendwo auf Erden ein konkreter eigener freier Wille gefunden worden.

Zumindest nicht in der Form, wie es von den meist starken Männern und autonomen Frauen in den Medien, in Wissenschaft und Literatur artikuliert wird. Alle, die ihr ganzes Leben lang etwas „gewollt haben“, werden von Kräften geführt, die in ihrem Unterbewusstsein herrschen. Gerade die charismatischen Verwirklicher «ihrer Vorhaben» stehen unter der Überschattung einer ihnen unerkennbaren Vorstellung, die von einem kräftigen Äon aus dem Jenseits geschürt wird. Dieser benutzt die armen «willensstarken» Menschen, um seine Ernährung und die seiner übergeordneten Schmarotzer sicher zu stellen. Bei allen Heldentaten in den niederen Gefilden, bei allen Bergbesteigungen, Eroberungen und Schlachten, bei allen Geniestreichen der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft ist der sichtbare Erfolg nur das Mittel zum Zweck, der ätherisch-astralen Fütterung der resonanten Schemen des Jenseits. Also alles das, worauf der erfolgreiche Held so stolz ist, und wofür er auf Erden seinen Applaus und seine Auszeichnungen, Pokale, Goldmedaillen bekommt, dient ausschließlich dafür, dass bei diesen Aktivitäten der von ihm in seinem «Eigenwillen» egoistisch polarisierte Strom ätherischer, astraler und mentaler Kräfte die ihn begleitenden Äonen im Jenseits erreicht.

Damit diese Ernte der erhaltenden Kräfte von den Äonen und Archonten immer wieder ungestört vorbereitet und eingebracht werden kann, dürfen und sollen die Menschen das bedauerliche Geschehen nicht wahrnehmen können. Zur Tarnung werden alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen. Eine ausgesprochen erfolgreiche Methode besteht darin, dem Menschen permanent seinen ihm «eigenen freien Willen» zu suggerieren. Der sogenannte «freie Wille» ist in diesen Zusammenhängen nur ein Begriff für ein definitives Begehren, für eine Sehnsucht, die durch das Bedenken im Verstand eine rationelle Dimension verabreicht bekommt. Diese Rationalisierung eines unbewussten Begehrens, das durchaus einem völlig anderen Bezugsrahmen entnommen wurde, verbirgt allerdings den faktischen Inhalt des ursprünglichen Antriebs zum Handeln. Entweder sind es die planetaren Kräfte und ihre Ableger, die sich im Atemfeld des Mikrokosmos, im aurischen Wesen tummeln, oder es sind die niederen Begierden nach Nahrung, Sex, Betäubung oder Drogen, die den Menschen seine Kraftakte machen lassen. Aber auch der normale Wissensdurst über die materielle Natur, das unstillbare Reisefieber, das Verlangen nach Schnelligkeit, und vor allem nach Reichtum und Macht stacheln den Menschen an. Damit das alles in den gesellschaftlich genehmigten Rahmen oder der «Political Correctness» hineinpasst und keine unerwünschten Verletzungen des Standes oder der Ehre geschehen, werden diese Impulse in vernünftige Argumente verpackt, die dann mit dem Willen des Mannes oder einer energischen Frau rhetorisch geschickt ausgesprochen und juristisch perfekt durchgesetzt wird. Deutlich spürbar werden dabei besonders Befürchtungen vor ungeschriebenen Gesetzen einer dominierenden Gruppe, eines Standes oder des beherrschenden Clans. Von dieser subversiven Angst leben nicht nur Advokaten, sondern auch entsprechende Gruppengeister in den unstofflichen Gefilden der irdischen Sphäre. Allerdings haben sich zu allen Zeiten diese Geschöpfe im Jenseits äußerst raffiniert getarnt, damit der Mensch bei seinem Erfolgserlebnis für die wahren Beweggründe seines egoistischen Handelns blind gehalten werden kann.

Trotz alledem hat die Aquariuszeit im Rahmen der kosmischen Zyklen heute bei vielen Menschen und Gruppen weltweit ein esoterisches Interesse an okkulten Erkenntnissen und jenseitigen Erlebnissen geweckt. Gleichzeitig sind aktuell wieder die Phänomene der Naturgeister und Engel kräftig in Mode gekommen. Es finden sich bereits zahlreiche Gruppen und Initiativen zusammen, die ihr Leben mit all seinen Ereignissen, Erfolgen und Misserfolgen in ein magnetisches Wechselspiel von Kräften eingebettet erfahren oder empfinden, in einem resonanten Austausch von Erfassen und Bewerten, von Empfangen, Umwandeln und Weitergeben. Die leitende Kernkraft entspricht in ihrem Wesen dem Hunger, dem Begehren nach Kräften für ein weiteres Wachstum im kosmischen Zusammensein.
In diesem komplexen Zusammenspiel der Kräfte innerhalb der irdischen Lebenssphäre sind zahllose Entitäten wirksam, die in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden können. Bereits 800 Jahre n.Chr. spricht Shankaracharya vom Kleinod der Unterscheidung. Nur der Mensch, der über dieses innere Wissen verfügt, vermag die falschen Götter und Daevas von den notwendigen Naturgeistern oder Devas zu unterscheiden. Hier sollte nur noch einmal betont werden, dass das gesamte menschliche Leben zusammen genommen ohne Frage unser unvorstellbar großer Lebensbereich ist, in dem zahllose Felder die Ereignisse lenken, auch Kraftströme aus der göttlichen Natur, die über die Monaden in den Kosmos und die Menschen hinein wirken.

Erinnern wir in diesem Zusammenhang noch einmal an die Kraftkaskade: Aus dem höheren Kraftfeld, dem Allbewusstsein, geht ein Impuls zur nächst niederen Ebene und von dort zur folgenden und so weiter bis in die letzte Offenbarungsstufe. Bei uns auf Erden ist dies die Materie. Dabei wird der Impuls als Kraftwirkung von hoher Energie zu niederer Energie stets beantwortet, isobar reflektiert. Darum spricht ja vieles für den Begriff Spiegelsphäre. Die Resonanzen kommen melodisch von oben nach unten und steigen als Antwort von unten nach oben auf.

Angesichts dieser Weltsicht bleibt die Ansicht von Gustav Meyrink unangefochten bestehen:

„Wen beschleicht da nicht der Verdacht, dass unendlich vieles, was uns «einfällt» und uns zu Handlungen bewegt, die zu begehen oder zu unterlassen
wir uns Herren dünken, völlig fremden Ursprungs ist? In dem indischen grandiosen Epos «Die Baghavad-Gita», das ausführlich über Yoga spricht,
wie wohl kein zweites Buch, heißt es:
«Jedwede Tat, die hier geschieht, geschieht nach dem Naturgesetz.
‚Ich bin der Täter dieser Tat‘ – ist selbstgefälliges Geschwätz!» –
Schade, dass dieses Werk nicht in den Schulen gelesen wird. Der Gewinn für die heranwachsende Jugend wäre wahrhaftig größer als der durch Lektüre der Ilias beabsichtigte.“
(Zitat aus «Die Verwandlung des Blutes» von Gustav Meyrink)

 

 

Weitere Informationen siehe: ⇒ Freiheit des Denkens

Fortsetzung im ⇒ folgenden Kapitel

Druckversion als PDF ⇒ 10. Der Wille

Freiheit des Seins

Was strömt alles aus den Welt-Sphären in das Bewusstsein ein?
Aus welchen Gedächtnissen wird der Mensch beeinflusst? –
Wo existiert dabei eine Freiheit des Denkens?

1. Die Einflüsse aus Makrokosmos und Kosmos.
Die 12 Häuser des Tierkreises wirken als Imitation der wahren Idealität erstens auf die kosmischen Sphären mit der Akasha-Chronik, zweitens auf die Konstellation der aurischen Sphäre mit der Lipika und drittens direkt auf die mentalen Hirnsphären der Persönlichkeit, speziell über die Pinealisaura. Hierdurch werden jegliche Bewusstseins-Parameter und -Dynamiken angelegt und entsprechend vorgeprägt.


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In jedem Sternbild des Tierkreises herrscht eine Wesenheit, ein bewusster Demiurg oder Deva mit einer sehr speziellen Kopie der Idealität. So prägen 12 Kräfte dem Denken und Fühlen eine Grundstruktur, ein Raster aus entscheidenden Prinzipien und Werthaltungen auf. Jede menschliche Inkarnation steht unter der klaren Dominanz eines dieser Häuser, wie es in den astrologischen Dispositionen in etwa dargestellt wird. Uneingeschränkt muss jeder Mensch sein Leben lang aus diesem Grundraster denken und daraus leben!  Daraus gibt es kein Entfliehen!

Die Planetenkonstellationen und Mondknoten etc. des Sonnensystems bestimmen vor allem in den mentalen, astralen und ätherischen Körpern sowohl die Dynamik als auch die Sensitivität. Die Mondkräfte beeinflussen direkt den Stoffkörper.
Das Wesen Erde bestimmt wie der Stoffkörper geboren wird, d.h. wie seine Konstitution und seine physischen Vermögen ausgeprägt sein werden, und wie in diesem Rahmen seine weitere physisch-materielle Entwicklung ablaufen wird.

2. Einfluss aus den 7. Kraftsphären der Erde
Die Mentalsphäre ist aufs Äußerste angefüllt mit myriaden Gedanken um eine bessere Welt von Milliarden Menschen in ungezählten Inkarnationen der arischen Ära ausgesendet, prall gefüllt mit Sehnsucht nach einem Paradies auf Erden. Im Devachan tummeln sich neben den die Natur erhaltenden Entitäten zahllose tellurische Demiurgen aus allen Zeiten, die um ihren Selbsterhalt willen stets die Menschen beeinflussen müssen. Sie wurden in vielen langen Zeiten – darum Äonen – aus den egoistischen Gebeten aller animistischen und schamanistischen Religionen und deren Priester und Gläubigen erschaffen. So müssen sie aus permanenter Existenzangst ihre „Schäflein“ weiterhin vor allem mental ausbeuten.
Die Astralsphäre vibriert in den Begehren und ungeheuerlichen Begierden der ganzen Menschheit. In dieser Sphäre verlöschen auch die Astralleiber aller Tiere, die vor Ende ihres Lebensfadens für die Nahrung der Menschen oder zum Opfer für religiöse Feste (Islam) geschlachtet wurden. So schwingt in der Astralis massiv die in den hingerichteten Tieren animalische Existenzangst. Natürlich vegetieren in dieser Sphäre auch die Astralschemen der Mikrokosmen, die durch Krieg, Mord, Selbstmord oder Unfall vorzeitig ihren Stoffkörper verloren haben.
In der Äthersphäre verebben die Ätherleiber aller Toten. Nicht zuvergessen, auch Tiere und Pflanzen haben Ätherleiber, die im Jenseits vergehen müssen, wenn sie vor Beendigung ihres Lebensfadens in ihrer physischen Existenz vernichtet wurden.
Viele Naturgeister wesen darum in der Äthersphäre und kümmern sich permanent um die Reinigung der Sphäre auf allen Ebenen, dadurch wird das materielle Leben auf der Erde einigermaßen bewahrt. Man bedenke dabei: Jede Umweltverschmutzung ist selbstverständlich auch eine direkte Verschmutzung des Ätherfeldes. Das was auf der Erde in Gewässern oder im Meer unsichtbar versenkt werden kann, oder in Wüsten, Tundren oder weiten Steppen verborgen abgeladen wird und auch aller Satellitenschrott, der im Orbit langsam verrottet, entlädt seine Vibrationen weltumspannend in die Äthersphäre und verdirbt die Qualität des Weltäthers. Aus diesem total verunreinigten Feld muss der Mensch täglich ätherisch atmen.
Letztlich wächst alle Nahrung darin, ganz gleich ob Bio oder Ayurveda – und Menschen und Tiere ernähren sich jede Sekunde davon. Hier in dieser Äthersphäre ist der Brutkasten für alle Bakterien, Viren und beißende Insekten, die mitwirkende Ursache zahlloser Epidemien und Seuchen sind.
In den höchsten Sphären über dem Devachan arbeiten die Entitäten für die Menschen, damit sie, soweit möglich, innerhalb der aktuellen Erd-Periode zu einem höheren Bewusstsein durchdringen können. Das wird auf Grund der fortschreitenden mikrokosmischen Kristallisation sowie der zunehmenden Verschmutzung des Kosmos in allen Sphären jederzeit problematischer. Wenn man bedenkt, die großen Religionen wirken schon seit mehr als 2000 Jahren auf die Menschheit ein, um wenigstens Moral und Anstand, Fairness und Humanität auf ein höheres Niveau als die existentielle Animalität zu bringen.
Zu jeder Zeitperiode drängt sich aus der Akasha-Chronik, dem Gedächtnis der Erde, ein bestimmter Teil, dessen Aufträge das Wesen Erde mit der Menschheit in dieser Zeit aufzuarbeiten und abzuwickeln hat, jedem Menschen auf, und bestimmt Denken, Begehren und Handeln, natürlich im Zusammenhang mit seinem Volk, seiner Familie innerhalb seines aktuellen sozialen Gesellschaftsgefüges.

3. Die Wirkung aus den mikrokosmischen Gedächtnissen
Vier niedere Körper, stofflich, ätherisch, astral und mental, formen das lebende Wesen Mensch, die Person. Das aurische Wesen, das den körperlichen Menschen adoptiert hat, bestimmt mit seinem Vibrationsschlüssel, die Qualität alles dessen, was aus dem kosmischen Raum aufgenommen und eingeatmet werden kann, und alles das, was abgestoßen werden muss, um Schaden abzuwenden.
Im Unterbewusstsein arbeitet das Gedächtnis der Stoffes mit dem der Äthersphäre direkt zusammen, um den Körper mit allen Drüsen und Organen gemäß seinem Auftrag zu erhalten und die internen Funktionen zu organisieren. Aus dieser Ebene wirkt natürlich am stärksten die Kraft der Egozentrik, die kreatürliche Todesangst.
Im Atemfeld bilden sich schnell zahllose astral-ätherischen Kumulies oder Golems mit gelernten Vorschriften, Vorstellungen und Tabus der Erziehung. Von ihnen werden die ätherisch-astralen Speisen entsprechend polarisiert, damit sie dem Selbsterhaltungsprozess dienen können. Das ist die garantierte Verstärkung der Egozentrik auf der materiellen Basis. Der Einfluss aus dem Gedächtnis im Atemfeld, aus den dort vibrierenden Vorstellungen und traditionellen gesellschaftlichen Regeln auf das aktuelle Geschehen ist enorm.
Die Astralsphäre dominiert mit ihrer Vergangenheit die emotionalen Bedürfnisse der innewohnenden Person, vor allem der Selbsterhaltung. In ihr bilden sich ebenfalls mit starken Gefühlen aufgeladene Phantome, die den tradierten Tabus von Stolz, Ehre und sozialen Gesetzen gehorchen, aber auch Eifersucht, Rache und Hass finden in der Astralis ihre Domäne. Aus dem astralen Gedächtnis stürmen alle Begehren und heiligen Gefühle der Liebe, Familie, Heimat, Nationalismus, Humanitas und Gerechtigkeit auf das Herzdenken ein. Aber auch alle perversen grausigen Begierden tauchen aus diesem unterbewussten Pool auf und dominieren zeitweilig den Menschen. Als anschauliches Beispiel sei an die Novelle des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson Dr. Jekyll and Mr. Hyde erinnert.
Das mentale Gedächtnis ist der Speicher für das intelligente vernünftige Denken und Handeln, allgemein für das rationelle Sein. Die individuelle Vorprägung aus der Lipika des aurischen Wesens und aus dem Mentalfeld der Erde bilden die fundamentale Basis für alles Wahrnehmen und deduktive Kombinieren im Verstand.
Aus diesen mentalen Verankerungen schöpfen alle genialen Dichter und Denker, Wissenschaftler und spirituellen Meister und Mystiker. Allerdings werden aus diesem Vorrat auch raffinierte Verbrecher, finanzielle und industrielle Ausbeuter geschaffen und bei ihren Taten angeleitet.
Die Eltern mit ihrem Blutserbe geben ihre genetische Prägung an den Stoffkörper weiter. Dabei wird auch einiges vom stofflichen Gedächtnis an die Kinder übertragen, das über die Großeltern weit in frühere Generationen reicht.
Die Chakren wirbeln unentwegt zwischen den Kraftfeldern und transportieren die entsprechend geprägten Kräfte sofort in den materiellen Körper, der unmittelbar entsprechend all diesen Einflüssen denken, fühlen und handeln muss.

4. Die Wirkungen durch das aktuelle Sein
Jeder Lebensimpuls, der von einem Menschen umgesetzt wird, prägt sich in das Gedächtnis ein und er modifiziert auch in den verschiedenen Kraftfeldern das bestehende Bewusstsein. Der neu hinzugefügte Gedanken- und Gefühls-Kumulus bestimmt stets wieder aktuell das Denken und Handeln.
Innerhalb der angemessenen Zeitspanne, von der Geburt bis zum Tode, hat jeder der vier Körper einen vom aurischen Wesen bestimmten Auftrag zu erfüllen. In der Quintessenz muss der Mensch den Urgrund seines Seins erkennen und die notwendigen Wiederverbindungschancen mit der Monade annehmen. Diese Dynamik sortiert alle anderen Beeinflussungen, dient prinzipiell diesem einen Beweggrund.
Jedoch wird der Mikrokosmos in seinem aktuellen Sein von den Äonen und Archonten, den mentalen Kräften und Fürsten unter dem Himmel, über das aurische Wesen manipuliert und zu einem Verhalten gezwungen, das die vorher genannten Prozess stark be- bzw. verhindert. Dazu gehören zahllose Ablenkungen mit wertlosen Beschäftigungen, nutzlos repetierende Bedürfnisbefriedigungen, Drogen- und Alkoholabhängigkeiten, kurz gesagt: mit allen Verhaltensweisen, die das aktuelle Bewusstsein stark verdunkeln oder sogar auslöschen.
Leider gibt es im Jenseits auch zahlreiche Verstorbene, die sich über okkulte Übungen soweit präpariert haben, damit sie dort einen längeren Aufenthalt haben können. Diese müssen jetzt ebenfalls für ihr Daseinsbestehen zur Ausbeutung schreiten, d.h. aus diesen Sphären den stofflichen Personen ätherische und astrale oder sogar mentale Kräfte rauben. Dafür werden diese Schemen den Menschen über deren aurische Sphäre soweit manipulieren, dass sie als Nahrungsspender brauchbar werden. Das ist die Ursache für Besessenheit; Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander.

5. Der Einfluss aus der überkosmischen Dynamik
Von seiner Monade hat der Mikrokosmos prinzipiell einen vitalen aktuellen Auftrag übernommen, nämlich sein irdisches System in der ihm zugemessenen Zeitperiode zu überwinden, damit seine Wiederverbindung mit der ursprünglichen Schöpfung zustande kommen kann (religio).
Die Kernkraft dafür tritt über den Verbindungspunkt mit der Monade, die Perle in der Lotusblüte der Philosophie des Mani, die Rose der Rosenkreuzer, in den Mikrokosmos ein. In der indischen Lehre wird diese Kraft aus dem Herzen als Atman bezeichnet, und in der christlichen Terminologie ist es „der eingeborene Sohn“.
Die kosmische Komponente dieser Befreiungsaktivität ist ein überirdisches Kraftfeld, die sich aus dem sechsten kosmischen Gebiert soweit dem siebten kosmischen Gebiet angenähert hat – in seiner Vibrationshöhe – damit die universelle Hilfe für die erwachende Menschheit möglich werden kann. Das ist der Christusgeist, der sich als ein „Sohn der Sonne“ in die Erde inkarniert hat.
Für Hinduisten entspräche diese kosmische Wirksamkeit Brahman, wie es Shankara und andere indischen Schriftgelehrten in ihren Schriften erläutern.
Dieses weltumspannende Kraftpotential wirkt zunächst zusammen mit den höheren Entitäten, den Elohim und Cherubim, für die Menschen und sorgt für Reinigung und Erhalt der irdischen Natur innerhalb eines kosmischen Zyklus.
Gemeinsam wird erstens die Bewusstseinsbildung aller Menschen vorangetrieben und zweitens wird eine aktuelle Lehre, Kosmologie, Philosophie und Arbeitsweise für das Verhalten der geeigneten Menschen in die Akasha-Chronik eingeätzt.

Wo ist dann die Lösung?
Es gibt nur eine Freiheit, die aus einem sich über alles irdische Verstandesdenken erhebenden Bewusstsein entsteht. Dieses wird aus dem Kernprinzip der Monade, der Rose des Herzens oder Atman geboren. Nach Myriaden von Inkarnationen kann dieses Uratom seine Stimme erheben, sodass die Persönlichkeit den Glanz der Seele vernimmt und auch darauf reagiert. Wer aus dieser Einsicht zu einer neuen Lebenshaltung kommen kann, wird etwas Erstaunliches feststellen: die berauschende Freiheit, im Einklang mit der Gotteswelt, ist die freiwillige und konsequente Annahme des absoluten Gehorsams. Wer dazu befähigt wird, in der steten Nachfolge immer JA sagen zu können, wird alles dialektische Erwägen und Bedenken loslassen, denn er weiß: Die Dialektik ist nur eine kurze Probestufe, sozusagen die Vorschule für die wahre menschliche Entwicklung.

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