{"id":8172,"date":"2017-09-30T06:52:51","date_gmt":"2017-09-30T04:52:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8172"},"modified":"2018-04-23T14:21:23","modified_gmt":"2018-04-23T12:21:23","slug":"6-0-psychologische-faktoren-und-wahrnehmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8172","title":{"rendered":"6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #c40000;\">Der menschliche Wahrnehmungsprozess ist immer an einen K\u00f6rper gebunden, der sich zumeist in Aktion befindet &#8211; nicht nur in physikalischer, sondern vor allem in psychologischer Aktion.<\/span><br \/>\nDie Handlungen sind begleitet von Denkprozessen, Gef\u00fchlszust\u00e4nden und Absichten. Dadurch ist der Beobachter niemals v\u00f6llig \u201eneutral\u201c, sondern er hat bestimmte Einstellungen und Erwartungen, die die Wahrnehmungsorganisation in dieser oder jener Richtung beeinflussen. Wenn ein Wanderer in einen Wald geht, so erwartet er dort B\u00e4ume, B\u00fcsche und Tiere, aber keine Hochh\u00e4user oder Flugzeuge. Wenn ein Durstiger einen Wasserhahn aufdreht, erwartet er Wasser und keine Musik. Ein 100 m-Sprinter hat am Start seine Muskulatur auf den Sprint eingestellt. Dies ist eine <span style=\"color: #c40000;\">motorische Einstellung<\/span>. Wenn ein Sch\u00fcler in eine interessante Stunde geht, hat er sein Gehirn auf den zu erwartenden Lernprozess eingestellt. Dies ist eine <span style=\"color: #c40000;\">gedankliche oder geistige Einstellung.<\/span> Wenn ein Beobachter auf Horchposten ist, hat er seine Sinne, Augen und Ohren auf eine bestimmte Wahrnehmung eingestellt.<br \/>\nDiese sind zumeist bewusste Einstellungen, die auch landl\u00e4ufig mit \u00abKonzentration\u00bb oder auch \u00abAusrichtung\u00bb bezeichnet werden. Es gibt dar\u00fcber hinaus noch Einstellungen oder \u00abSets\u00bb, die unbewusst auf die Wahrnehmung wirken.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #c40000;\">1 . die vorausgegangenen Erfahrungen und<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 2 . pers\u00f6nliche Bed\u00fcrfnisse, Gef\u00fchlszust\u00e4nde, subjektive Stimmungen, aktuelle Werthaltungen.<\/span><\/p>\n<p>(Bei dieser Trennung wird davon abgesehen, dass Bed\u00fcrfnisse, Gef\u00fchlszust\u00e4nde, Stimmungen und Werthaltungen erst durch Erfahrungen und\/oder p\u00e4dagogische Beeinflussung geschaffen wurden. Oft stammen diese Erfahrungen aus der fr\u00fchen Kindheit oder Jugendzeit.)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn <\/em><em>mir <\/em><\/strong><em><strong>bitte zu.<\/strong>\u00a0\u21d2<strong> <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?page_id=74\">Vielen Dank. <\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span style=\"color: #003366;\">6.1 Vorausgegangene Erfahrung und Wahrnehmung<\/span><\/strong><\/p>\n<p>F\u00e4hrt man mit dem Auto an einem unbekannten Plakatmotiv vorbei, auf dem kein Text ist, sondern nur eine v\u00f6llig fremdartige Abbildung, so wird sie \u2013 wenn sie \u00fcberhaupt gesehen wird \u2013 zun\u00e4chst nicht erkannt. Erst bei h\u00e4ufigerem Erscheinen wird das Motiv identifiziert und mit bekannteren Motiven in Verbindung gebracht. Diese Erfahrung ist durch zahlreiche Experimente best\u00e4tigt worden.<br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\">Je vertrauter und bekannter eine Reizkonfiguration, desto st\u00e4rker ist die Bereitschaft, sie auch zu erkennen bzw. wahrzunehmen.<\/span><\/p>\n<p>Andererseits kann eine momentane Einstellung diesen Faktor der reinen Erfahrensh\u00e4ufig-<br \/>\nkeit und die daraus resultierende Einstellung kompensieren oder \u00fcberwinden. In dem oben genannten Beispiel k\u00f6nnte die momentane Einstellung folgenderma\u00dfen hervorgerufen werden: Ein Autofahrer macht den anderen darauf aufmerksam, dass er an seiner Strecke ein v\u00f6llig neues Plakatmotiv sehen wird.<br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> Ganz frische Erfahrungen neigen st\u00e4rker dazu, die Wahrnehmung zu beeinflussen, als l\u00e4nger zur\u00fcck liegende Erfahrungen.<\/span><\/p>\n<p>Ausnahmen von dieser Regel finden sich im Zusammenhang mit der geordneten Abfolge von Reizen in der Zeit. Ein Junge l\u00e4uft mit einem Stock an einem Lattenzaun entlang. Nach jeder achten Latte ist ein gr\u00f6\u00dferer Zwischenraum. Bei dieser Ger\u00e4uschabfolge h\u00f6rt ein Passant das \u00abKnack\u00bb nach der achten Latte deutlicher, als das Knattern des Stockes auf der ersten bis achten Latte, obwohl diese Ger\u00e4usche \u00f6fter an sein Ohr kommen.<br \/>\nAngenommen, man geht gleichm\u00e4\u00dfig schnell an einem langen Bauzaun entlang, der dicht beklebt ist mit gleichen Plakaten auf rotem Grund. Nach jeweils 10 Plakaten ist ein blauer Zettel dazwischen geklebt. Beim Entlangschreiten ist die Einstellung geradezu auf den blauen Zettel gerichtet. Er wird erwartet.<br \/>\nGenauere Untersuchungen dazu hat K. Gottschald durchgef\u00fchrt. (\u00dcber den Einfluss der Erfahrung auf die Wahrnehmung von Figuren, Psychologische Forschung 8\/1929. 261-317 und 12\/1920, 1-87)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.2 Bed\u00fcrfnisse, Gef\u00fchlszust\u00e4nde, Stimmungen und Werthaltungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zwei Menschen gehen in ein Bistro, in dem eine attraktive Kellnerin bedient. Der eine Freund ist besonders hungrig und der andere geht auf Freiersf\u00fc\u00dfen. Fragt man sie nach dem Verlassen des Bistros, was ihnen in diesem Lokal besonders aufgefallen ist, so besteht die gro\u00dfe Wahrscheinlichkeit, dass der vorher Hungrige das Essen erw\u00e4hnt, und der andere die nette Kellnerin beschreibt.<br \/>\nAn diesem kleinen Beispiel ist zu erkennen, dass die Art und Weise, wie eine Reizsituation wahrgenommen wird, deutlich Auskunft geben kann, welche Bed\u00fcrfnisse oder Gef\u00fchlszust\u00e4nde den Beobachter bewegen. Die sich durch solche R\u00fcckschl\u00fcsse ergebenden Betrachtungen spielen wohl auch in der Kriminalistik eine nicht unerhebliche Rolle.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.2.1 Bed\u00fcrfnisse<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Je st\u00e4rker ein Bed\u00fcrfniszustand (z.B. der Hunger) ist, desto mehr wird der Beobachter seine Wahrnehmung in Richtung auf diejenigen Umweltreize (hier Essensm\u00f6glichkeiten) strukturieren, die sein Bed\u00fcrfnis befriedigen k\u00f6nnen. Man k\u00f6nnte annehmen, das sei selbstverst\u00e4ndlich. Aber so einfach ist das nicht. Um den Zusammenhang zwischen Bed\u00fcrfnis und Wahrnehmungsgestaltung genau zu erkennen, wurden vielf\u00e4ltige Untersuchungen durchgef\u00fchrt, u.a. an der Universit\u00e4t Marburg.<br \/>\nDabei hat sich ergeben, dass die Faktoren Bed\u00fcrfnisspannung, Reizkonfiguration und Einstellung in einer komplexen Wechselwirkung stehen. Ruft also z.B. der Bed\u00fcrfniszustand Hunger die Einstellung auf Essen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hervor, so kann diese doch durch die gesamte Situation wieder verdr\u00e4ngt werden, wenn es sich z.B. um eine Arbeitssituation handelt, die eine Konzentration auf Kontrollorgane erfordert.<br \/>\nErst in der Kantine wird dann die Einstellung auf Essen wieder beg\u00fcnstigt und die Wahrnehmungsorganisation entsprechend ausgerichtet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.2.2 Gef\u00fchlszust\u00e4nde &#8211; Stimmungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In einer Untersuchung von Murrag (1933) wurden Kinder aufgefordert, Portraitfotos zu beurteilen.<br \/>\nDabei wurden die Kinder beim ersten Mal unbeeinflusst gefragt, dann nach einem aufregenden \u00abM\u00f6rderspiel\u00bb ein zweites Mal. Bei den zweiten Antworten sahen die Kinder sehr viel mehr \u00abB\u00f6sartigkeit\u00bb in den Portraits als vorher. Diese Einstellung der Wahrnehmung wird besonders bei wenig strukturierten Reizen wirksam. Das Knarren eines Fensters bekommt nach einem spannenden Krimi im Fernsehen pl\u00f6tzlich eine andere be\u00e4ngstigende Bedeutung. Oder es werden bei Nacht in Schatten, B\u00fcschen oder Nebelschwaden \u00abverd\u00e4chtige Gestalten\u00bb wahrgenommen. Dass auch die Aufnahmebereitschaft von Farben gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfigen Schwankungen unterworfen ist, wurde in dem Kapitel Farbe bereits erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.2.3 Werthaltungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zeigt man streng Gl\u00e4ubigen und nicht Gl\u00e4ubigen farbige, abstrakte Bilder und fordert sie auf, diese zu beschreiben, so werden die gl\u00e4ubigen Betrachter mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit mehr religi\u00f6se Motive herausfinden als die nicht gl\u00e4ubigen Probanden.<\/p>\n<p>Diese Grundeinstellungen k\u00f6nnen auch aus anderen Bereichen kommen, z.B. aus dem \u00e4sthetischen, sozialen, politischen oder \u00f6konomischen Bereich. Genauere Untersuchungen wurden von Postmann, Bruner und McGinnies bereits 1949 durchgef\u00fchrt. Dabei konnte die Hypothese gest\u00fctzt werden, dass der Mensch bevorzugt seine Wahrnehmung so einstellt, dass das Wahrgenommene m\u00f6glichst mit seinen Werthaltungen und vorgefassten Stellungnahmen \u00fcbereinstimmt.<br \/>\nDies wird noch deutlicher, wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, dass z.B. ein religi\u00f6ser Mensch Abbildungen, W\u00f6rter und Melodien seiner Religion viel h\u00e4ufiger sieht oder h\u00f6rt als ein areligi\u00f6ser Mensch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.3 Konsonanz &#8211; Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Wie bereits beschrieben wurde, ist die Auswirkung einer Einstellung durch Erfahrung, Bed\u00fcrfnis, Gef\u00fchlszustand, Werthaltung auf die Wahrnehmung nicht immer so ganz eindeutig, sondern von unterschiedlichen Faktoren abh\u00e4ngig :<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #c40000;\">1. Die Einstellung kann u.U. eine besondere Bedeutung bekommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 2. Ein Bed\u00fcrfnis kann sehr stark sein oder auch schwach.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 3. Die Einstellung kann grunds\u00e4tzlicher Art sein oder nur f\u00fcr eine k\u00fcrzere Zeit <\/span><span style=\"color: #c40000;\">wirksam sein.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 4. Im Menschen k\u00f6nnen mehrere Einstellungen gleichzeitig wirksam werden, <\/span><span style=\"color: #c40000;\">die sich miteinander vertragen oder die entgegengesetzt wirken.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 5. Die Strukturst\u00e4rke der Reizmuster kann mitentscheidend sein. Eine schw\u00e4chere<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> Reizmusterstruktur wird leichter von einer Einstellung beeinflusst <\/span><span style=\"color: #c40000;\">als eine st\u00e4rkere.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> 6. Die Einstellung kann der Wahrnehmung entsprechen oder ihr genau widersprechen.<\/span><\/p>\n<p>In diesem Abschnitt sollen vor allem die Vorg\u00e4nge besprochen werden, die bei einer Dissonanz zwischen Einstellung und Reizmuster ablaufen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.3.1 Selektivit\u00e4t<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In der nun folgenden Abbildungen sind zwei Frauen-Portr\u00e4ts in einem Bild so gezeichnet, dass man alternativ das Profil einer anziehenden jungen Frau oder das einer h\u00e4sslichen Alten sehen kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8173\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-879x960.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-879x960.jpg 879w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-275x300.jpg 275w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-768x839.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-920x1004.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-340x371.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-306x334.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1-260x284.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-76-Fexierfrau1.jpg 1122w\" sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/p>\n<p>Leeper machte mit diesen Bildern folgenden Versuch: Er zeigte einer Gruppe von Versuchspersonen eine ganze Reihe von Bildern. Unter diesen war das Bild der \u00abjungen Person\u00bb \u2013 siehe rechts unten \u2013 gemischt. Einer anderen Gruppe zeigte er zusammen mit anderen Bildern das Bild der \u00abAlten\u00bb \u2013 siehe links unten.<\/p>\n<p>Dann wurde allen Teilnehmern dieses Versuchs die vollst\u00e4ndige Abbildung links vorgelegt. Das Ergebnis war eindrucksvoll. S\u00e4mtliche Versuchspersonen der ersten Gruppe sahen in dem doppeldeutigen Bild spontan die junge Frau und 95 % der zweiten Gruppe sahen in der doppeldeutigen Abbildung die \u00abAlte\u00bb.<\/p>\n<p>Die subjektiv gewonnene <span style=\"color: #003366;\"><strong>Einstellung<\/strong><\/span> der Beobachter wirkte sich in der doppeldeutigen Situation unzweifelhaft selektiv aus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8187 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-891x960.jpg\" alt=\"\" width=\"413\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-891x960.jpg 891w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-278x300.jpg 278w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-768x828.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-920x992.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-340x366.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-306x330.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1-260x280.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-77-junge-Frau1.jpg 1106w\" sizes=\"(max-width: 413px) 100vw, 413px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #c70202;\">Das hei\u00dft, wenn zwei oder mehrere Gestaltungsm\u00f6glichkeiten eines Reizmusters gegeben sind, w\u00e4hlt die Wahrnehmung diejenige Gestaltung aus, die mit der betreffenden Einstellung \u00fcbereinstimmt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.3.2 Verzerrung<\/strong><\/span><br \/>\nWenn eine gegebene Reizsituation, z.B. ein Bild, so strukturiert ist, dass sie der vorherrschenden Einstellung des Betrachters nahezu, jedoch nicht vollst\u00e4ndig entspricht, dann wird trotzdem das wahrgenommen, was sich der Betrachter vorstellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8175\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-879x960.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"454\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-879x960.jpg 879w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-275x300.jpg 275w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-768x839.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-920x1004.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-340x371.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-306x334.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1-260x284.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-78-alte-Frau1.jpg 1122w\" sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #c70202;\">Die Teile des Bildes, die der Einstellung nicht entsprechen, werden verzerrt wahr<\/span><span style=\"color: #c70202;\">genommen. Anders gesagt: Sie werden der vorgefassten Einstellung angepasst.<\/span><\/p>\n<p>Dieser Mechanismus wird auch noch bei stark widerspr\u00fcchlichen Teilen wirksam. Die unpassenden Teile werden einfach unterdr\u00fcckt. Dieser Vorgang der Unterdr\u00fcckung von unbequemen oder widerw\u00e4rtigen sozialen Vorg\u00e4ngen wird in der Psychologie mit Verdr\u00e4ngung bezeichnet, und es ist ein bedeutsamer Komplex f\u00fcr die Heilungschancen bei einer entsprechenden Therapie.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.3.3 Kompromiss<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Bruner und Postmann zeigten in einem interessanten Versuch, welche Kunstst\u00fccke die Wahrnehmungsorganisation vollbringt, um die Einstellung mit der Reizsituation zu vereinigen.<\/p>\n<p>Einigen Versuchspersonen wurden kurzzeitig (mit Tachistoskop) Spielkarten gezeigt, mit der Bitte, die Karten einfach zu benennen. Einige Karten waren f\u00fcr diesen Versuch mit verkehrten Farben gedruckt worden. Es gab also eine schwarze (anstatt rote) Herz-Sechs, eine rote (anstatt schwarze) Pik-Vier usw. Bei hinreichend kurzer Darbietung verzerrten die meisten Betrachter die gef\u00e4lschten Karten so, dass ihre Erwartungen best\u00e4tigt wurden.<br \/>\nBeispielsweise wurde die rote Pik-Vier als Herz-Vier gesehen oder auch als Pik-Vier, ohne dass der Farbwiderspruch bemerkt wurde. In anderen F\u00e4llen, bei l\u00e4ngerer und wiederholter Betrachtung, wurde eine Zwischenl\u00f6sung oder ein Kompromiss gesehen, so z.B. eine rote Pik-Sechs als \u00abeine Art purpurne Pik-Sechs\u00bb.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c70202;\">Die Wahrnehmung ist also unter Umst\u00e4nden ein Kompromiss zwischen dem, was die Einstellung nahelegt und dem, was dem erfassten Reizmuster entspricht.<\/span><br \/>\nDieses Ph\u00e4nomen spielt vielfach allgemein-psychologisch bei der Wahrnehmung zwischenmenschlicher Prozesse u.\u00e4. eine Rolle.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.3.4 R\u00fcckwirkende Umformung der Einstellung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Kommen wir noch einmal auf das obige Experiment in 6.3.3 zur\u00fcck. Wenn die Betrachtungsdauer gen\u00fcgend verl\u00e4ngert wurde, erkannten die Versuchspersonen die Unnat\u00fcrlichkeit der Spielkarten. Dadurch aufmerksam geworden, erwarteten die Betrachter geradezu eine falsche Spielkarte und erkannten sie rascher als vorher. Die fr\u00fchere Einstellung \u00abnur normale Spielkarten zu sehen\u00bb wurde durch die Einstellung \u00abfalsche Karten\u00bb zu Gesicht zu bekommen ver\u00e4ndert auf die Wahrnehmung \u00abder falschen Karten\u00bb.<\/p>\n<p>Wenn eine Abbildung oder eine andere Reizsituation stark strukturiert ist und im krassen Gegensatz zu der Einstellung des Betrachters steht, so kann dieser Widerspruch verst\u00e4rkt werden. Der Beobachter wird sich der Diskrepanz besonders deutlich bewusst und wendet ihr seine Aufmerksamkeit zu. Dadurch ver\u00e4ndert sich die urspr\u00fcngliche Einstellung.<br \/>\n<span style=\"color: #c70202;\">Die durch die Einstellung hervorgerufenen Erwartungen k\u00f6nnen wegen der \u00abharten Tatsachen\u00bb in der realen Situation die geforderte Wahrnehmungsorganisation nicht mehr zustande bringen. Somit passt sich die Wahrnehmung der gegebenen Reizsituation an.<\/span><br \/>\nHieraus wird besonders deutlich, dass Einstellung und Wahrgenommenes in einer st\u00e4ndigen R\u00fcckkopplungsbeziehung mit wechselseitiger Kontrolle stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">6.4 Aufmerksamkeit<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Aufmerksamkeit ist eine der Grundeinstellungen des Menschen \u00fcberhaupt. Das Thema ist oft hei\u00df diskutiert und viel erforscht worden, vor allem unter den Psychologen des Werbefachs, die immer wieder die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ihre Werbemittel lenken m\u00fcssen. Bevor wir die Aufmerksamkeit in dem nachfolgenden Text auf die Wirkungsfaktoren der Aufmerksamkeit richten, ist es sinnvoll, erst einmal einen physiologischen Abstecher zu machen.<\/p>\n<p>Unser Ged\u00e4chtnis besteht nach Frederic Vester aus drei Abteilungen:<br \/>\nDem Langzeitged\u00e4chtnis, in dem die Erinnerungen als Molek\u00fcle \u2013 so sagt er \u2013 gespeichert sind, dem Kurzzeitged\u00e4chtnis, wo die im Langzeitged\u00e4chtnis zu speichernden Molek\u00fcle gebildet werden und dem Ultrakurzzeitged\u00e4chtnis, in dem die erfassten Informationen als elektrische Schwingungen kreisen.<\/p>\n<p>Die bewusste Aufnahme einer Information ins Ultrakurzzeitged\u00e4chtnis \u2013 also die Wahrnehmung \u2013 h\u00e4ngt von der Aufmerksamkeit ab. Ob aber f\u00fcr eine bestimmte Information Aufmerksamkeit empfunden wird, ist von bereits vorhandenen Assozia-<br \/>\ntionen im Langzeitged\u00e4chtnis abh\u00e4ngig, von bestimmten Einstellungen, von m\u00f6gli-<br \/>\nchen Gedankenverbindungen, die mit der Neuigkeit verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen. Sind keine Assoziationen vorhanden, wird keine Aufmerksamkeit geweckt, klingen die elektrischen Schwingungen im Ultrakurzzeitged\u00e4chtnis wieder ab und das wahrgenommene wird wieder \u00abgel\u00f6scht\u00bb. (Zu dem Thema <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?p=5422#.Wc8otUzqgUE\">\u00abGed\u00e4chtnis\u00bb<\/a> verweise ich auf diesen Artikel, in dem eine esoterische Sicht ausf\u00fchrlich beschrieben wird, )<\/p>\n<p>Um Aufmerksamkeit f\u00fcr eine neue Information zu erzielen, ist es also notwendig, diese Neuigkeit in zumindest einigerma\u00dfen bekannte Informationen zu verpacken, die dann vielf\u00e4ltige Assoziationen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\">Die Aufmerksamkeit ist eine Erwartungshaltung des Beobachters, die von einer Voreinstellung, einem Begehren oder Bed\u00fcrfnis, einer Stimmung, einer subjektiven Werthaltung gepr\u00e4gt ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.4.1 Brennpunkt der Aufmerksamkeit<\/strong><\/span><br \/>\nWie aus allt\u00e4glichen Erfahrungen bekannt, hebt sich innerhalb eines umfangreichen Wahrnehmungsfeldes der Mittelpunkt deutlicher hervor.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8176\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path.jpg\" alt=\"\" width=\"547\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path.jpg 444w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path-340x261.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path-306x235.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-79-eye-path-260x200.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 547px) 100vw, 547px\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> Die Aufmerksamkeit lenkt die Konzentration der Wahrnehmung auf ein bestimmtes Zentrum.<\/span><br \/>\nSoll z.B. ein gr\u00f6\u00dferes Bild aufgenommen werden, so wandert das Aufmerksamkeitszentrum von einem Bildteil zum anderen.<br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\">Die Aufmerksamkeitszentrierung ist gew\u00f6hnlich sehr kurz.<\/span><br \/>\nSie unterliegt einer bestimmten S\u00e4ttigung, und nach einer gewissen Zeitspanne neigt die Aufmerksamkeit \u00abspontan\u00bb zum Weiterspringen. So kommt es, dass umfangreiche Reizmuster, Bilder, Landschaften o.\u00e4. mit den Blicken sozusagen erwandert werden. Die Abbildung oben zeigt die sukzessive Fixierungen einzelner Bildteile beim Betrachten einer Internet-Seite. Die Augenbewegungen eines Beobachters k\u00f6nnen mit Hilfe einer Spezialkamera fotografiert und dokumentiert werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.4.2 Aufmerksamkeitsumfang<\/strong><\/span><br \/>\nDie Umschaltung der Aufmerksamkeit auf neue Reize ist offenbar deshalb erforderlich, weil der Umfang dessen, was wir mit einer Konzentrierung der Aufmerksamkeit einfangen k\u00f6nnen, extrem begrenzt ist. Dieser Brennpunkt der Aufmerksamkeit ist ein kleiner Teil des Blickfeldes, z.B. kann man mit \u00abeinem Blick\u00bb eine gro\u00dfe Anzahl von Reizen erfassen, aber nur eine geringe Menge detailliert wahrnehmen.<\/p>\n<p>Um diese Aufmerksamkeitsspanne kennenzulernen, kann man einen einfachen Versuch machen:<br \/>\nMan sch\u00fcttet eine Anzahl Erbsen, Bohnen o.\u00e4. vor sich auf den Tisch und nennt spontan die Anzahl der Teile auf dem Tisch. Dann setzt man mit unterschiedlichen Mengen den Versuch fort. Man wird schnell herausfinden, dass man bis 5 oder 6 Teilen fast immer die richtige Anzahl nennt und dar\u00fcber hinaus die Fehler stark zunehmen. Bei 11 oder mehr Einzelteilen sind die Sch\u00e4tzungen meistens falsch.<br \/>\n(Ein \u00e4hnlicher Versuch wurde von Glanville und Dallenbach 1929 durchgef\u00fchrt.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\">Der Mensch ist also gezwungen, sukzessiv \u2013 St\u00fcckchen f\u00fcr St\u00fcckchen \u2013 seine Wahrnehmung in der Zeitabfolge auf einzelne Teile des gesamten Reizfeldes zu lenken.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8177 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-960x684.jpg\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-960x684.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-768x547.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-920x655.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-340x242.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-306x218.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-80-Aufm.Lenkung-260x185.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/p>\n<p>Dieser Aspekt ist bei der Gestaltung von Kunstwerken oder Werbemitteln zu beachten, denn es ist nicht nur vom \u00e4sthetischen Wert her gesehen bedeutsam, in welcher Reihenfolge ein Bild wahrgenommen wird, sondern auch und vor allem f\u00fcr das Begreifen des Inhaltes besonders wichtig. Die gro\u00dfen niederl\u00e4ndischen und italienischen Maler haben die Aufmerksamkeit des Betrachters durch besondere Lichteffekte und abweichende Perspektiven gelenkt.<\/p>\n<h6><span style=\"color: #003366;\"><strong>Die Schule von Athen, Raffaello Sanzio (1509)<\/strong><\/span><br \/>\nThis file has been identified as being free of known restrictions under copyrightlaw, included all related and neighboring rights.<\/h6>\n<h6><\/h6>\n<p><strong><span style=\"color: #003366;\">6.4.3 Aufmerksamkeitsverteilung<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Jeder hat schon einmal eine Situation erlebt, in der er zwei Dinge gleichzeitig erledigen wollte. Beim Multitasking muss der Mensch seine Aufmerksamkeit teilen. Vielleicht kann er dabei auch selbst feststellen, dass ihm diese Aufmerksamkeitsteilung nicht so recht gelingt.<br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> Es ist fast nat\u00fcrlich, dass mit der Teilung der Aufmerksamkeit ein Qualit\u00e4tsverlust verbunden ist.<\/span><\/p>\n<p>Auch wenn man seine \u00abAufmerksamkeit\u00bb einem gro\u00dfen Blickfeld zuwendet, also diffus verteilt, wird die Erfassung jedes Einzelteiles geschw\u00e4cht. Es steht f\u00fcr jeden Teil nur ein kleines Spektrum der physiologischen Voraussetzungen sowie der nervlichen Verschaltungen zur Verf\u00fcgung. Bei einer totalen Konzentration auf einen begrenzten Blickpunkt ist die ganze Summe der \u2013 sonst verteilten \u2013 Aufmerksamkeit eingesetzt.<\/p>\n<p>Oft scheint ein Mensch in der Lage zu sein, innerhalb eines kurzen Zeitintervalles wahre Wunder an Konzentration auf mehrere Aufgaben zu vollbringen. Meistens handelt es sich hierbei nicht um echte Gleichzeitigkeit, sondern um Multitasking, einem komplexeren Prozess, vor allem um einen sehr raschen Aufmerksamkeitswechsel in der Zeit, z.B. bei Computer-Spielen, im Cockpit eines Flug- oder Fahrzeugs oder beim Orgel-Spielen usw. Dabei spielt nat\u00fcrlich auch die antrainierte Routine eine wesentliche Rolle: Es sind dem Akteur ganze Gruppen von Handlungsabl\u00e4ufen so stark vertraut, dass er sich nicht mehr auf sie zu konzentrieren braucht. Ein weit bekanntes Beispiel ist das Autofahren. F\u00fcr einen Nichtautofahrer oder Anf\u00e4nger erscheint es, als w\u00fcrde ein routinierter Chauffeur in einer Gro\u00dfstadt wahre Wunder an Konzentration vollbringen. Tats\u00e4chlich laufen jedoch die meisten Handlungen vollst\u00e4ndig automatisch ab, und nur ein Bruchteil der Verrichtungen bedarf seiner Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Informationstheorie wurde ein allgemein anwendbares Ma\u00df f\u00fcr den Aufmerksamkeitsumfang pro Zeiteinheit erarbeitet. Das sogenannte Bit (aus dem Englischen = binary digit) ist die Einheit f\u00fcr die Mindestzahl von Entscheidungen, die zur Beschreibung bzw. Kommunikation eines gegebenen Reizfeldes, eines Buchstaben oder Bildteiles, erforderlich sind.<\/p>\n<p>So erfordert ein aus vier Elementen bestehendes Feld zur Beschreibung zwei Bits, ein aus acht Elementen bestehendes Feld drei Bits usw. (\u00dcber die Verteilung der Aufmerksamkeit und andere Prozesse, die in diesem Zusammenhang stehen, berichten die Darstellungen von G.A. Twiller und E.O. Cherry.)<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigt man die vorangegangenen Einsichten \u00fcber die enge Aufmerksamkeitsspanne und den Qualit\u00e4tsverlust bei Spaltung der Aufmerksamkeit, dann wird der Wert der in den ersten Kapiteln beschriebenen Wahrnehmungsorganisation besonders deutlich. So erleichtern besonders die Gruppierungstendenzen dem Menschen ein Handeln in komplexen Situationen. Auch die bereits erw\u00e4hnte Routine macht h\u00e4ufig eine konzentrierte Aufmerksamkeit \u00fcberfl\u00fcssig. Durch angelernte Erfahrungen stehen die notwendigen Voreinstellungen f\u00fcr die Wahrnehmung von vornherein bereit und die erfolgten Reize passen dazu.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Bereiche des Lebens sind diese Prozesse der Wahrnehmungsorganisation zur Bew\u00e4ltigung gestellter Aufgaben unabdingbar. Die Aufmerksamkeit wird von einem gewissen Ballast befreit und nur f\u00fcr besonders wichtige Dinge eingesetzt. Denkt man z.B. an einen Piloten in einem modernen D\u00fcsenjet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8091\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-960x720.jpg\" alt=\"\" width=\"542\" height=\"406\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-960x720.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-920x690.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-340x255.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-306x230.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit-260x195.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-39-Cockpit.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 542px) 100vw, 542px\" \/><\/p>\n<p>Wieviel Zeit w\u00e4re erforderlich, wenn sich der Pilot auf jeden Kontrollblick, auf jede einzelne Handlung konzentrieren m\u00fcsste?<br \/>\nAndererseits sind in anderen Bereichen des Lebens die automatisch ablaufenden Wahrnehmungsprozesse hinderlich.<\/p>\n<p>Vor allem f\u00fcr den Grafik-Designer ist es manchmal notwendig, bestimmte Details eines Gegenstandes aus neuer Sicht wahrzunehmen und darzustellen. Auch steht die Routine h\u00e4ufig einem innovativen Wahrnehmen im Wege. Um diesem Mechanismus zu begegnen, wurden vor allem in Amerika sogenannte Kreativit\u00e4tsMethoden entwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>6.4.4 Willk\u00fcrliche und unwillk\u00fcrliche Aufmerksamkeit<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Unterscheidung zwischen willk\u00fcrlicher und unwillk\u00fcrlicher Aufmerksamkeit ist sehr grob. Vor allem st\u00f6\u00dft man bei der Bestimmung des Begriffs \u201ewillk\u00fcrlich\u201c schnell auf Fragen, die im Zusammenhang mit der prinzipiellen Motivation stehen.<br \/>\n(Dieser Bereich wird im Beltz Studienbuch, \u00abGrundlagen der Psychologie 1\u00bb, ausf\u00fchrlich beschrieben.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8178 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-960x721.jpg\" alt=\"\" width=\"497\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-960x721.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-920x691.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-340x255.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-306x230.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet-260x195.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-81-Intensitaet.jpg 1512w\" sizes=\"(max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><\/p>\n<p>Die unwillk\u00fcrliche Aufmerksamkeit wird durch einen \u00e4u\u00dferen Reiz gefordert, und ist von bestimmten Einstellungen des Beobachters abh\u00e4ngig.<br \/>\nDie aufmerksamkeitsheischenden Eigenschaften, attraction appeals, von Reizen sind von der Werbewirtschaft eingehend erforscht worden, um sie f\u00fcr den Erfolg von Werbemitteln einzusetzen.<\/p>\n<p>Die wesentlichen k\u00f6nnen folgenderma\u00dfen zusammen gefasst werden :<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\"><strong>1. Intensit\u00e4t<\/strong> z.B. durch grelle Farben. (Beispiel nebenstehend)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8179\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-960x768.jpg\" alt=\"\" width=\"519\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-960x768.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-768x615.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-920x736.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-340x272.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-306x245.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-82-Typo-260x208.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 519px) 100vw, 519px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #c40000;\">2. Wiederholung:<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\"> \u00f6ftere Verwendung eines gleichen Motivs, Namens, Slogans oder einer gleichen Headline<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #c40000;\"><strong>3. Isolierung<\/strong> \u2013 ein gro\u00dfes Wort oder ein Symbol etc.<br \/>\nauf einer sonst leeren Fl\u00e4che<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8180 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-960x960.jpg\" alt=\"\" width=\"511\" height=\"511\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-960x960.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-920x920.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-174x174.jpg 174w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-340x340.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-306x306.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-520x520.jpg 520w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier-260x260.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-83-Isolier.jpg 1512w\" sizes=\"(max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\"><strong>4. Bewegung<\/strong> und Ver\u00e4nderung durch mobile Displays etc.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8181\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-960x721.jpg\" alt=\"\" width=\"554\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-960x721.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-920x691.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-340x255.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-306x230.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch-260x195.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84-Widerspruch.jpg 1228w\" sizes=\"(max-width: 554px) 100vw, 554px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong><span style=\"color: #c40000;\">5. Neuheit<\/span><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8182 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-960x657.jpg\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-960x657.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-768x526.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-920x630.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-340x233.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-306x210.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.1-Anzeige.Neu_-260x178.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\"><strong>4. Unvertr\u00e4glichkeit<\/strong> oder innerer Widerspruch<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8183\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-960x631.jpg\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-960x631.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-920x605.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-340x223.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-306x201.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-84.2-Erbsenmann-260x171.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>6.5 Abschlie\u00dfende Betrachtungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In den vorhergehenden Kapiteln sind die Tatsachen und Prinzipien beschrieben worden, wie Reizmuster und Wahrgenommenes zusammenh\u00e4ngen und wie die Wahrnehmung durch physiologische und psychologische Zust\u00e4nde des Menschen beeinflusst werden. Es hat sich dabei zeigen lassen:<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\">Die Wahrnehmung ist<strong> stark abh\u00e4ngig<\/strong> von der Eigenschaft der Reize, von dem k\u00f6rperlichen Setting, wie Kondition, Bed\u00fcrfnisbefriedigung, Stress etc., dem psychologischen Zustand des Beobachters, wie aktuelle Bed\u00fcrfnisse, Einstellungen, aktuelle Gef\u00fchlszust\u00e4nde, subjektive \u00c4ngste, aber auch von vorausgegangenen Erfah<\/span><span style=\"color: #c40000;\">rungen sowie gesellschaftliche und religi\u00f6sen Verboten und von physiologischen sowie neuronalen Mechanismen der Sinnesorgane des Wahrnehmenden.<\/span><\/p>\n<p>Bei den vorliegenden Beschreibungen der Wahrnehmungsph\u00e4nomene ist immer von der Voraussetzung ausgegangen worden, dass der eigentliche Beobachter dem \u00abnormalen Menschen\u00bb entspricht, das hei\u00dft, einem Erwachsenen der westlichen, zivilisierten Welt, der keine psychologischen oder sensorischen \u00abM\u00e4ngel\u00bb aufweist.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fortsetzung im folgenden Kapitel: <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8192#.Wc9XekzqgUE\"><span style=\"color: #c40000;\">7.0 Diverse Wahrnehmungsbeeinflussungen<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der menschliche Wahrnehmungsprozess ist immer an einen K\u00f6rper gebunden, der sich zumeist in Aktion befindet &#8211; nicht nur in physikalischer, sondern vor allem in psychologischer Aktion. Die Handlungen sind begleitet von Denkprozessen, Gef\u00fchlszust\u00e4nden und Absichten. Dadurch ist der Beobachter niemals v\u00f6llig \u201eneutral\u201c, sondern er hat bestimmte Einstellungen und Erwartungen, die die Wahrnehmungsorganisation in dieser oder &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8172\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8175,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[669,807,792,802,800,813,818,810,380,803,798,819,211,793,820,797,808,817,815,809,804,816,822,823,806,273,799,814,294,796,801,811,794,805,812,821,795],"class_list":["post-8172","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedanken-schaetze","tag-aufmerksamkeit","tag-beduerfnis","tag-beduerfnisse","tag-beispiel","tag-bistrro","tag-bruner","tag-diskrepanz","tag-dissonanz","tag-erfahrungen","tag-essen","tag-experiment","tag-frederic-vester","tag-gedaechtnis","tag-gefuehlszustaende","tag-grundeinstellung","tag-identitaet","tag-kantine","tag-karten","tag-kompromiss","tag-konsonanz","tag-kriminalistik","tag-kunststuecke","tag-kurzzeitgedaechtnis","tag-langzeitgedaechtnis","tag-marburg","tag-molekuele","tag-plakate","tag-postmann","tag-psychologie","tag-reizkonfiguration","tag-rueckschluesse","tag-selektion","tag-stimmungen","tag-universitaet","tag-verzerrung","tag-werbemittel","tag-werthaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8172"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8172"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8552,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8172\/revisions\/8552"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}