{"id":8136,"date":"2017-09-30T05:27:43","date_gmt":"2017-09-30T03:27:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8136"},"modified":"2018-04-23T14:22:30","modified_gmt":"2018-04-23T12:22:30","slug":"4-0-farbwahrnehmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8136","title":{"rendered":"4.0 Farbwahrnehmung"},"content":{"rendered":"<p>\u00abFarbe ist nicht einfach da, ist nicht grunds\u00e4tzlich eindeutig gegeben. Sie ist nicht etwas Selbst\u00e4ndiges, wor\u00fcber nachzudenken nicht lohnt, sondern die Farbe lebt: bewegt sich, agiert, h\u00e4ngt ab und macht abh\u00e4ngig, wirkt, ist m\u00e4chtig, kann sowohl dienen als auch \u00fcberw\u00e4ltigen.\u00bb (J.Albers)<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #bf0000;\">1. \u0007Farbe ist nicht in erster Linie ein physikalisches, sondern vor allem ein psychologisches Ph\u00e4nomen.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Farbe wird von den meisten Menschen nicht nur begrifflich empfangen, d.h. in den drei Bestimmungen der Farbe Buntheit, Intensit\u00e4t und Helligkeit, sondern sie wird stets auch emotional assimiliert. Farben haben eine starke psychologische Wirkung auf den Menschen. Seit jeher wurden ihnen bestimmte Eigenschaften und symbolische Werte zugeordnet.<\/p>\n<p>\u00abBlau zeigt Sanftheit, weist in die Ferne und ist kalt. Gelb ist immer hell und bringt etwas Strahlendes mit sich. Gr\u00fcn ist in seinen Differenzierungen eine vegetative Farbe und wirkt angenehm auf das Auge. Orange vereinigt in sich das Warme und das Helle, hat Sonnencharakter. Der Reiz des Rotblauen belebt nicht sowohl. als das er unruhig macht.\u00bb (J. Pawlik, Theorie der Farbe)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn <\/em><em>mir <\/em><\/strong><em><strong>bitte zu.<\/strong>\u00a0\u21d2<strong> <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?page_id=74\">Vielen Dank. <\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Farbenpsychologie hat sich eingehend mit der emotionalen Farberfahrung befasst und festgestellt, dass es neben nur subjektiven Gef\u00fchlst\u00f6nen auch solche gibt, die allgemein als gleich oder \u00e4u\u00dferst \u00e4hnlich empfunden werden.<\/p>\n<p>Sehr weit ausgebaut wurde die Erfahrung der psychologischen Wirkung der Farbe von Max L\u00fcscher. Er hat mit Hilfe einer Farbskala von 8 Farben einen umfassenden Farbtest entwickelt, der weltweit gro\u00dfe Bedeutung erlangt hat. (Kleiner L\u00fcscher-<br \/>\nTest von Prof. Dr. Max L\u00fcscher, Testverlag Basel)<\/p>\n<p>In vielen Kulturkreisen werden den einzelnen Farben bestimmte Symboleigenschaften zugeordnet, die vielfach mit den gesellschaftlichen Klassen oder Kastenhierarchien verbunden wurden, z.B. in China. In der christlichen Religion haben einzelne Farben z.B. Purpur oder Violett, bestimmte Zuordnungen erfahren.<\/p>\n<p>Der <span style=\"color: #bf0000;\">goldgelbe<\/span> Schein der Heiligen ist das Zeichen f\u00fcr ihre spirituelle Erleuchtung.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0000;\">Getr\u00fcbtes Gelb<\/span> ist Ausdruck von Neid, Verrat, Zweifel und Misstrauen.<br \/>\nReines <span style=\"color: #bf0000;\">helles Rot<\/span> bedeutet vergeistigte Liebe.<br \/>\nIm <span style=\"color: #bf0000;\">Purpurrot<\/span>, der Farbe der Kardin\u00e4le, vereinigt sich weltliche und geistige Macht.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0000;\">Blau<\/span> ist f\u00fcr viele Christen Symbol f\u00fcr den Glauben und die unausl\u00f6schliche Hoffnung.<br \/>\nFruchtbarkeit und Befriedigung, Ruhe und Hoffnung sind Ausdruckswerte des <span style=\"color: #bf0000;\">Gr\u00fcn<\/span>.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0000;\">Violett<\/span> ist die Farbe der nicht wissenden Fr\u00f6mmigkeit.<br \/>\nIn unserem Kulturkreis entspricht <span style=\"color: #bf0000;\">Schwarz<\/span> einerseits Trauer und Tod, andererseits aber auch Vornehmheit und Eleganz.<br \/>\nIn Vorderasien hingegen bedeutet <span style=\"color: #bf0000;\">Schwarz<\/span> Freude und Heiterkeit.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #bf0000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8139\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-960x776.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-960x776.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-300x242.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-768x621.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-920x744.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-340x275.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-306x247.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot-260x210.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-57-weiss-rot.jpg 1972w\" sizes=\"(max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><strong>So k\u00f6nnen wir problemlos in das Zitat von J. Albers einstimmen:<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0000;\"><strong> 2. Wir sehen Farbe fast nie als das, was sie ist; Farbe ist deshalb das relativste Medium in der Kunst, und es gibt nie nur eine einzige L\u00f6sung f\u00fcr visuelle Formulierungen.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #bf0000;\"> 3. Unser Farbged\u00e4chtnis ist \u2013 im Vergleich zum Tonged\u00e4chtnis \u2013 sehr schlecht.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>\u00abWenn jemand Rot sagt und eine Farbe damit bezeichnet und wenn f\u00fcnfzig Personen zuh\u00f6ren, darf man erwarten, dass 50 verschiedene Rot in ihrem Bewusstsein auftauchen. Man darf auch sicher sein, dass all diese Rots verschieden sind. Selbst wenn eine Farbe spezifiziert wird, eine Farbe, die alle Zuh\u00f6rer unz\u00e4hlige Male gesehen haben, wie z.B. das \u00fcberall gleichbleibende Rot des Coca-Cola-Zeichens, werden sie immer noch an verschiedene Rot denken. Selbst wenn das rote Coca-Cola-Zeichen mit dem wei\u00dfen Namenszug in der Mitte vorgef\u00fchrt w\u00fcrde, so dass jeder auf das selbe Rot blickt, m\u00f6gen zwar alle das selbe Netzhautbild haben, doch niemand kann mit Sicherheit wissen, ob sie dieselbe Wahrnehmung haben.\u00bb (Zitat J. Albers)<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #bf0000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8140\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-300x241.jpg\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-300x241.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-768x616.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-960x770.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-920x738.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-340x273.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-306x246.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot-260x209.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-58-rot-rot.jpg 1913w\" sizes=\"(max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.1 Farbbeschreibung<\/strong><\/span><br \/>\nWissenschaftlich gesehen lassen sich alle Farben durch Messung der Wellenl\u00e4nge und der H\u00f6he des Ausschlages der Wellen pr\u00e4zise beschreiben. Der Mensch muss jedoch bei der Wiedergabe des Gesehenen drei verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ungenaue Begriffe benutzen:<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>1. Farbton<\/strong><\/span><br \/>\nDer Farbton bezeichnet die Farbe als solche, umrei\u00dft gleichzeitig eine Charakterisierung. Er wird oft von Materialien oder Stoffen hergeleitet, die diesen Farbton tragen, z.B. von Mineralien oder Tieren. Die Purpur-Laus lieferte fr\u00fcher den begehrten Farbstoff Purpur.<\/p>\n<p>Die Grundfarben Rot, Blau, Gelb, und die ersten Mischfarben Gr\u00fcn, Violett und Orange werden allgemein verwendet. Jeder Farbton steht in Verbindung mit der Wellenl\u00e4nge des reflektierten Lichtes. F\u00fcr Farbton taucht auch oft der Begriff Farbklang auf, der bereits impliziert, dass eine Farbe nicht allein erscheint, sondern immer in ihr Umfeld eingebettet ist, und insofern in einer Wechselwirkung mit einer anderen Farbe erscheint. Vergleichbares finden Sie in der Akustik.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8141 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-277x300.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"468\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-277x300.jpg 277w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-768x831.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-887x960.jpg 887w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-920x996.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-340x368.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-306x331.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-260x281.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p>Es sind mittlerweile eine Vielzahl von Farbskalen f\u00fcr die Medien, und f\u00fcr die verschiedenen Drucktechniken, f\u00fcrs Internet, f\u00fcr Film und Fernsehen sowie f\u00fcr die Bildbearbeittung im Computer entstanden, um zu einer pr\u00e4ziseren Definition einer Farbe zu kommen, denn das menschliche Auge ist immer subjektiv.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>2. Helligkeitsgrad<\/strong><\/span><br \/>\nDer Helligkeitsgrad bezeichnet die scheinbare Intensit\u00e4t der Farbe, ob leuchtend oder dunkel. Gelb wird als hell empfunden, Blau hingegen als dunkel. Auch hier k\u00f6nnen Sie einen\u2008Vergleich mit der Akustik ziehen: Kl\u00e4nge k\u00f6nnen leise oder laut gespielt werden. Vielleicht verf\u00fcgt die Musik hier \u00fcber noch viel mehr Feinheiten als die visuelle Kunst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>3. S\u00e4ttigung<\/strong><\/span><br \/>\nDie S\u00e4ttigung bezieht sich auf die Reinheit oder F\u00fclle einer Farbe, also auf den scheinbaren Wei\u00dfanteil in der Mischung. Ein tiefes Blau nimmt man als ges\u00e4ttigte Farbe wahr. Ein Rosa ist die unges\u00e4ttigte Farbe von Rot. Dabei bleibt die genaue Beschreibung der Farbe abh\u00e4ngig von der individuellen F\u00e4higkeit, die Farbe richtig zu sehen.<\/p>\n<p>Die im Menschen vorhandene Wahrnehmungsorganisation erschwert jedoch ein objektives Farbensehen durch einige Mechanismen, die wir erkl\u00e4ren wollen.<br \/>\nF\u00fcr eine objektive Definition von Farbe in den Medienberufen werden unterschiedliche Messmethoden mit Densitometern angewendet, die die Lichtqualit\u00e4ten, also die Wellenschwingungen des reflektierten Lichtes, exakt messen und in vergleichbare Daten umsetzen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Das menschliche Auge muss sich mit folgenden \u00dcberlegungen und Objektivierungen auf der Basis von Erfahrungen auseinander setzen:<\/span><\/p>\n<p><strong>a. Umfeldbeeinflussung<\/strong><br \/>\nWie bereits im Kapitel Bezugssysteme (2.1.5) unter den allgemeinen Wahrnehmungskriterien festgestellt wurde, ist die Wahrnehmung einer Farbe von dem Umfeld abh\u00e4ngig, in dem sie uns dargeboten wird. Die nebenstehenden Abbildungen zeigen, dass das Umfeld einer Farbe entscheidend die Wahrnehmung dieser Farbe beeinflusst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8143\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-283x300.jpg\" alt=\"\" width=\"424\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-283x300.jpg 283w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-768x813.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-907x960.jpg 907w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-920x974.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-340x360.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-306x324.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-61-Farbbeeinflussung-260x275.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Genauer gesagt: Jeder Hintergrund verschluckt oder subtrahiert seinen eigenen Farbwert von den Farben, die er tr\u00e4gt oder umschlie\u00dft und somit beeinflusst.<\/span><\/p>\n<p><strong>b. Psychologische Faktoren<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Farbe ist immer eine mit emotionalen Wertungen belastete Wahrnehmung, und das erschwert uns eine physikalisch objektive Beurteilung der Farberscheinung.<\/span><\/p>\n<p><strong>c. Farbkontrast und Lichtwert<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Die unterschiedliche S\u00e4ttigung von Farben wirkt f\u00fcr das Auge verwirrend.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\"> Vor allem dann, wenn kontraststarke Farbt\u00f6ne nach der Helligkeit unterschieden werden sollen.<\/span><\/p>\n<p><strong>d. Faktor Simultankontrast<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Die Erscheinungen des Simultan- oder des Sukzessivkontrastes machen<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\"> erhebliche Schwierigkeiten, wenn man versucht, objektive Helligkeitsstufe zu erfahren.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8142 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-960x960.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-920x920.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-174x174.jpg 174w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-340x340.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-306x306.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-520x520.jpg 520w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-60-Farbkreis-260x260.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">12-teiliger Farbenkreis nach Runge<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.2 Farbverwandtschaftsbereich<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die drei Grundfarben sind Rot, Gelb und Blau. Alle anderen Farben k\u00f6nnten rein theoretisch aus diesen Farben ermischt werden.<br \/>\nDie Mischung kann additiv erfolgen, das hei\u00dft verschieden farbige Lichter werden zusammen projiziert und dort wo das Licht z.B. auf eine Leinwand auftrifft, addieren sich alle Lichtmengen zu einer neuen Farbe, oder die Mischung kann subtraktiv erfolgen, weil bei der Vermischung von K\u00f6rperfarben (Pigmente) immer mehr Licht von den zus\u00e4tzlichen Pigmenten subtrahiert wird. Wer in der Schule malen gelernt hat, wei\u00df das, je mehr Farben beigemischt werden, desto eher entsteht ein Farbton in der N\u00e4he von Schwarz oder Dunkelbraun.<\/p>\n<p>Bei jeder Mischung werden die ermischten Farben dann auch irgendwie den Grundfarben in einigen Eigenschaften mehr oder weniger \u00e4hnlich sein. Das nennt man dann <span style=\"color: #bf0202;\">Farbverwandtschaft<\/span>.<br \/>\nDer Verwandtschaftsbereich einer Farbe wird im wesentlichen von ihrer Angleichungsf\u00e4higkeit (Assimilationsf\u00e4higkeit nach\u2026) bestimmt. Er wird angegeben durch den Umfang eines Farbbereiches, der von einer Sekund\u00e4r- oder Grundfarbe dominiert wird, der seine Grenzen an den wesensverschiedenen Nachbarfarben des Farbenkreises, durch Schwarz oder Wei\u00df, durch Grau oder die Komplement\u00e4r-<br \/>\nfarbe findet. Der Verwandtschaftsbereich schlie\u00dft auch die in der Farbe selbst enthaltenen Helligkeits- oder Dunkelstufen, die farbhellen Grade einer rein bunten Qualit\u00e4t mit ein.<\/p>\n<p>GELB:<br \/>\nDer Verwandtschaftsbereich von Gelb ist sehr eng. Jede Farbvermischung mit Gelb ergibt eine Farbe, die nicht mehr als Gelb empfunden wird, ausgenommen ganz geringe Mengen Orangerot. Mischt man nur ein wenig Blau, Gr\u00fcn oder Schwarz hinzu, so z\u00e4hlt man es bereits zu Gr\u00fcn. Bei der Mischung mit einer kleinen Menge Rot ist es sofort Orange. <span style=\"color: #bf0202;\">Gelb verliert am schnellsten seinen eigenen Charakter.<\/span><\/p>\n<p>GR\u00dcN:<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Dagegen ist der Verwandtschaftsbereich von Gr\u00fcn sehr gro\u00df.<\/span> Vom hellen Gelbgr\u00fcn spannt sich der Bogen bis hin zum dunklen Blaugr\u00fcn, dazu kommt eine ganze Reihe von oliv-gr\u00fcnen Farbt\u00f6nen.<\/p>\n<p>ROT:<br \/>\nDer weite Rot-Orange-Bereich umfasst eine Vielzahl von Farbnuancen zwischen Gelb und Rot. ein genaues mittleres Orange ist nur schwer zu bestimmen. Dieser Verwandtschaftsbereich enth\u00e4lt keine ged\u00e4mpften Farbt\u00f6ne, denn die Braunt\u00f6ne bilden einen eigenen Farbbereich. <span style=\"color: #bf0202;\">Der Farbbereich Rot beginnt beim Orangerot und geht bis hin zum Violett.<\/span><\/p>\n<p>BLAU:<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Auch der Verwandtschaftsbereich Blau ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig eng.<\/span> Er besitzt jedoch den gr\u00f6\u00dften Hell-Dunkel-Umfang der rein bunten Farben. Ebenso gibt es eine Vielzahl grau-blauer Farbt\u00f6ne.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Violett oder Lila<\/span> selbst besitzt wiederum einen relativ gro\u00dfen Farbbereich. Er spannt sich zwischen den elementaren Gegens\u00e4tzen Rot und Blau. Ein mittleres Violett ist schwer zu bestimmen.<\/p>\n<p>Da sich unser Leben immer in einem Farbraum abspielt, gibt es keine einzige Farbe ohne eine Beeinflussung von einer anderen. Auch in ganz wei\u00dfen R\u00e4umen spielt sich das Sonnenlicht oder die Beleuchtungsk\u00f6rper haben irgend einen Farbwert, sind kalt oder warm etc. Nur f\u00fcr bestimmte Versuche in den Labors werden Raumsituationen oder Black-Boxes geschaffen, in denen zus\u00e4tzliche Farben ausgeschlossen werden k\u00f6nnen. Alle Messger\u00e4te f\u00fcr Farben enthalten eine solche kleine Black-Box, die die nebenstehenden Farben ausschlie\u00dft.<br \/>\nJedoch im normalen Leben sind immer viele verschiedene Farben anwesend, die unterschiedlich miteinander konkurrierend auf uns einwirken. Darum sind alle Facetten der gegenseitigen Beeinflussung von h\u00f6chstem Interesse. Die st\u00e4rksten Effekte bietet immer der Kontrast. In den Kontrasten k\u00f6nnen aber auch ganz minimale Auswirkungen studiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>4.3 Kontrast-Arten der Farben<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #003366;\">4.3.2 Der Farbe-an-sich-Kontrast<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Die rein bunten Farben Gelb, Rot, Blau ergeben den st\u00e4rksten Ausdruck des Farbe-an-sich-Kontrastes. Die Wirkung ist immer bunt, laut, kraftvoll und entschieden.<\/span> Die St\u00e4rke der Kontrastwirkung nimmt ab, je mehr sich die verwendeten Farben von den drei Grundfarben entfernen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.3.2 Hell-Dunkel-Kontrast<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Um zwischen gr\u00f6\u00dferer und geringerer Lichtintensit\u00e4t verschiedener Farbt\u00f6ne unterscheiden zu k\u00f6nnen, muss man schon ein sehr gutes Auge haben. Nur sehr wenige sind in der Lage, gr\u00f6\u00dfere oder kleinere Helligkeitswerte bei unterschiedlichen Farben zu erfassen.<\/p>\n<p>Es gibt einen Trick, mit dem man sich helfen kann, die unterschiedlichen Helligkeitswerte selbst von Komplement\u00e4rfarben festzustellen, auch wenn die Augen direkt versagen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Ein Versuch zum Erkennen:<\/span> Nehmen Sie sich zwei Farbpapiere, z.B. ein kr\u00e4ftiges Rot und ein leuchtendes Blau. Legen Sie Rot mit einer kleinen Ecke \u00fcber das Blau. Fixieren Sie die \u00dcberlappung f\u00fcr circa eine Minute. Dann ziehen Sie das rote Papier schnell zur Seite. Wenn jetzt die Stelle des blauen Papiers, \u00fcber dem die rote Ecke gelegen hat, heller erscheint als das sonstige Papier, dann ist das rote Papier dunkler. Versuchen Sie es auch einmal umkehrt, oder auch mit anderen Papieren.<\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Der gr\u00f6\u00dfte Hell-Dunkel-Kontrast ist Schwarz und Wei\u00df.<\/span> Dazwischen spannen sich eine Unzahl von Grau-T\u00f6nen, die schnell erkannt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Helligkeiten der Farben werden leicht falsch eingesch\u00e4tzt, weil auch eine Reihe psychologischer Faktoren mitschwingen. So wirken kalte Farben oft durchsichtig, leicht und heller, als sie eigentlich sind; andererseits wirken die warmen Farben wegen ihrer Undurchsichtigkeit dunkler als sie sind.<\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Zwischen Gelb und Violett liegt der st\u00e4rkste Hell-Dunkel-Kontrast der rein bunten Farben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.5.3 Kalt-Warm-Kontrast<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Temperaturbezeichnung f\u00fcr Farben ist den meisten Menschen gel\u00e4ufig. Weniger bekannt ist jedoch, dass dieses Ph\u00e4nomen ausf\u00fchrlich wissenschaftlich untersucht wurde. Dabei hat sich unter anderem herausgestellt, dass Blaugr\u00fcn den Impuls der Blutzirkulation d\u00e4mpft, also K\u00e4lte vermittelt, w\u00e4hrend Rotorange zu deren Aktivierung anregt, also W\u00e4rme ausl\u00f6st. Zu den warmen Farben werden Gelb \u00fcber Orange und Rot bis Rotviolett gez\u00e4hlt. Zu den kalten Farben geh\u00f6ren von Gelbgr\u00fcn an der ganze Gr\u00fcnbereich \u00fcber Blau bis hin zu Violett. Diese Zuordnung kann auch irref\u00fchren, denn die Temperaturempfindung h\u00e4ngt sehr stark von der Kontrastierung mit anderen Farben ab.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Nur Blaugr\u00fcn und Rotorange als Pole des Kalten und Warmen wirken immer kalt bzw. warm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.3.4 Komplement\u00e4r-Kontrast<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8144\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-960x840.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-960x840.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-300x263.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-768x672.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-920x805.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-340x298.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-306x268.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer-260x228.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-62-Komplementaer.jpg 1890w\" sizes=\"(max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/p>\n<p>Als Komplement\u00e4rfarben werden diejenigen Farben bezeichnet, die sich bei additiver Farbmischung mit Lichtfarben zu Wei\u00df erg\u00e4nzen (Lichtsummation) und bei subtraktiver Farbmischung einen undefinierbaren Grauton kurz vor Schwarz ergeben (Lichtabsorption).<\/p>\n<p>\u00abZwei komplement\u00e4re Farben sind ein seltsames Paar. Sie sind entge-<br \/>\ngengesetzt, fordern sich gegenseitig, steigern sich zu h\u00f6chster Leuchtkraft im Nebeneinander und vernichten sich in der Pigment-Mischung zu Grau oder in der Lichtmischung zu Wei\u00df \u2013 wie Feuer und Wasser.\u00bb (Itten)<\/p>\n<p>Wenn man eine Farbe l\u00e4nger fixiert und dann auf eine wei\u00dfe Wand schaut, erscheint vor den Augen ein Nachbild, das immer die komplement\u00e4re Farbe enth\u00e4lt. Der durch die visuelle Wahrnehmung hervorgebrachte Simultan- oder Sukzessivkontrast arbeitet immer mit der Komplement\u00e4rfarbe. Das h\u00e4ngt sehr eng mit dem Wirkungsmechanismus der Sinnesrezeptoren in der Netzhaut zusammen. Wenn die Rezeptoren f\u00fcr Farbe \u00fcber eine l\u00e4ngeren Zeitraum nur f\u00fcr eine Farbe benutzt wurden, dann arbeiten sofort die unbenutzten, nachdem die stark benutzten entlastet wurden. K\u00f6nnte als Reaktion zum Ausgleich erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8145 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-300x259.jpg\" alt=\"\" width=\"485\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-300x259.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-768x664.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-960x830.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-920x796.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-340x294.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-306x265.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-63-Farbabweichung-260x225.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/p>\n<p>Die starken und am meisten untersuchten Komplement\u00e4r-Paare haben auch ihre Besonderheiten:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #bf0202;\">Gelb \u00ad\u2013 Violett enth\u00e4lt den st\u00e4rksten Hell-Dunkel-Kontrast,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\"> Rotorange \u2013 Blaugr\u00fcn enth\u00e4lt den st\u00e4rksten Kalt-Warm-Kontrast,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\"> Rot \u2013 Gr\u00fcn sind (als reine Grundfarbe) gleich hell.<\/span><\/p>\n<p>Wenn alle Farben gleichm\u00e4\u00dfig in einem Farbenkreis flie\u00dfend dargestellt werden, \u00e4hnlich wie bei einem Regenbogen oder einem Spektralstreifen mittels eines Prismas, dann sind sich in diesem Farbkreis immer die gegen\u00fcber liegenden Farben komplement\u00e4r.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.3.5 Qualit\u00e4ts-Kontrast<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8146\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-657x960.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"621\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-657x960.jpg 657w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-205x300.jpg 205w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-768x1122.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-920x1344.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-340x497.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-306x447.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-64-Qualitaets-260x380.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/p>\n<p>Als Qualit\u00e4ts-Kontrast wird der Gegensatz zwischen ges\u00e4ttigten, leuchtenden Farben zu tr\u00fcben, stumpfen Farben empfunden.<\/p>\n<p>Sobald die rein bunten Farben aufgehellt oder verdunkelt werden, verlieren sie deutlich an Leuchtkraft.\u00a0 &gt; Siehe oben stehende Abbildung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.3.6 Quantit\u00e4ts-Kontrast<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der Quantit\u00e4ts-Kontrast bezieht sich auf das Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis. Die Farbwirkung ver\u00e4ndert sich stark mit den unterschiedlichen Proportionen, vor allem, wenn zus\u00e4tzlich Komplement\u00e4rfarben nebeneinander stehen. Das h\u00e4ngt vor allem davon ab, dass die Wirkungsintensit\u00e4t oder die Lichtwerte der Farben verschieden sind.<\/p>\n<p>Wie die nebenstehende Abbildung zeigt, hat Goethe f\u00fcr diese Lichtwerte die einfachsten Zahlenverh\u00e4ltnisse aufgestellt, die jedoch nur Ann\u00e4herungswerte darstellen: Gelb : Orange : Rot : Violett : Blau : Gr\u00fcn verhalten sich<br \/>\nwie 9\u00a0 zu\u00a0 8\u00a0 zu\u00a0 6\u00a0 zu\u00a0 3\u00a0 zu\u00a0 4\u00a0 zu\u00a0 6<\/p>\n<p>Die Werte der komplement\u00e4ren Farben lauten dann:<br \/>\nGelb : Violett = 9 : 3<br \/>\nOrange : Blau = 8 : 4<br \/>\nRot : Gr\u00fcn = 6 : 6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.4 Nachbild<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Kapitel 2.2.2 haben wir uns bereits mit der Erscheinung des Nachbildes befasst. Sie h\u00e4ngt mit der Anpassungsf\u00e4higkeit des Auges an unterschiedliche Lichtverh\u00e4ltnisse zusammen. Das nennt man <span style=\"color: #bf0202;\">Adaption<\/span>. Der dabei ablaufende Mechanismus f\u00fchrt dazu, dass wir das Nachbild, den farblosen und den farbigen Simultankontrast und den Sukzessivkontrast erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle soll nur so viel gesagt werden, dass die Netzhaut zum Sehen einen Sehstoff produziert, und zwar in jeder Sehzelle, der bei jedem Lichtreiz und besonders bei kontraststarken Reizen unterschiedlich verbraucht wird. Dabei versucht das Auge die Menge des Sehstoffes innerhalb der Retina auf verschiedene Zellen zu verteilen. Die Regeneration des Sehstoffes ben\u00f6tigt immer eine gewisse Zeitspanne. Diesen Zeitraum k\u00f6nnen wir selbst erleben, in dem wir einmal die Zeitspanne messen, in der ein Nachbild wieder verschwindet oder in der sich die Augen wieder an die Helligkeit gew\u00f6hnt haben, wie es nach einem Kinobesuch geschieht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8147 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-960x960.jpg\" alt=\"\" width=\"677\" height=\"677\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-960x960.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-920x920.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-174x174.jpg 174w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-340x340.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-306x306.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-520x520.jpg 520w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-65-Simultan-260x260.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 677px) 100vw, 677px\" \/><\/p>\n<p>4.4.1 Farbloser Simultan-Kontrast<\/p>\n<p>Den farblosen Simultan-Kontrast zeigt die oben stehende Abbildung. Die zwischen den schwarzen Feldern durchlaufenden Linien sind \u00fcberall gleich wei\u00df, obgleich der Betrachter an den Kreuzungsstellen graue Flecken wahrnimmt. Fixiert man eine solchen grauen Fleck, verschwindet er sofort.<\/p>\n<p>Eine weitere Erscheinung des farblosen Simultan-Kontrastes zeigt die unten stehende Abbildung. Beim Betrachten kann man beobachten:<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">\u00abGraue Bilder erscheinen heller auf schwarzem als auf wei\u00dfem Grund und erscheinen in solchen F\u00e4llen, als ein Helles auf dem Schwarzen gr\u00f6\u00dfer als ein Dunkles auf dem Wei\u00dfen kleiner.\u00bb (Goethe)<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8148\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-284x300.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-284x300.jpg 284w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-768x811.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-910x960.jpg 910w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-920x971.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-340x359.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-306x323.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-66-Grau-in-weissschwarz-260x274.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">Farbloser Simultankontrast<\/h6>\n<p>4.4.2 Farbiger Simultan-Kontrast<\/p>\n<p>Das nebenstehende Bild zeigt Zinnoberrot auf Wei\u00df und das gleiche Rot auf Schwarz. Das Ph\u00e4nomen kennen wir im Prinzip bereits. Hier kommt jedoch noch eines hinzu:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8149 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-732x960.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"532\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-732x960.jpg 732w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-768x1008.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-920x1207.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-340x446.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-306x402.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan-260x341.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-67-farbe-Simultan.jpg 1890w\" sizes=\"(max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/p>\n<p>Das Rot wirkt auf dem Schwarz nicht nur kr\u00e4ftiger (durch leichte Aufhellung des farblosen Simultankontrastes), vielmehr macht es sich auch gr\u00f6\u00dfer. <span style=\"color: #bf0202;\">Es \u00abstrahlt\u00bb sozusagen \u00fcber seine R\u00e4nder hinweg.<\/span> Dieses scheinbare Sich-Ausbreiten einer Farbe \u00fcber die Grenzen des wirklichen Farbfeldes hinaus nennt man Irradiation.<\/p>\n<p>Die folgende Abbildung zeigt hellgraue Fl\u00e4chen von gleicher Helligkeit, einmal auf blauviolettem und einmal auf gelbem Grund. Man kann deutlich sehen, dass das Grau nicht mehr neutral Grau wirkt, sondern von dem Charakter der Komplemen-<br \/>\nt\u00e4rfarbe annimmt. So wirkt das Grau auf dem Blau \u00abviolett-gelblich\u00bb. Das Grau auf dem Gelb \u00fcberzieht sich mit einem \u00abblau-violetten\u00bb Schleier.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8141\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-887x960.jpg\" alt=\"\" width=\"442\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-887x960.jpg 887w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-277x300.jpg 277w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-768x831.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-920x996.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-340x368.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-306x331.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-59-GelbViolettGrau-260x281.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Reine Farben haben immer die Tendenz, sich gegenseitig nach ihrem Komplement hinzu f\u00e4rben.<\/span><br \/>\nDie Wahrnehmungsorganisation hat eben die Tendenz, einen Ausgleich zu schaffen, damit die Retina entlastet werden kann.<\/p>\n<p>Hering zeigte, dass Auge und Gehirn das mittlere Grau verlangen oder beunruhigt werden, wenn es nicht vorhanden ist.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">Wird ein mittelgraues Feld betrachtet, vor einem grauen Hintergrund, dann erscheint kein Nachbild, das verschieden ist von dem mittleren Grau.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\"> Dies beweist, dass das mittlere Grau dem geforderten Gleichgewichtszustand unseres optischen Sinnes entspricht.<\/span><\/p>\n<p>Viele Beispiele zeigen, dass sich der farbige Simultan-Kontrast aus zwei Ver\u00e4nderungen zusammensetzt: <span style=\"color: #bf0202;\">Einerseits besteht er aus einer Ver\u00e4nderung in der Helligkeit und zum anderen aus der gegenseitigen Beeinflussung. Dabei kann diese Erscheinung als Fl\u00e4chenbeeinflussung oder als Randbeeinflussung auftreten.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8150 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-960x627.jpg\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-960x627.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-768x502.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-920x601.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-630x410.jpg 630w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-340x222.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-306x200.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-68-Farbbeeinflussung-260x170.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><\/p>\n<p>4.4.3 Sukzessivkontrast<\/p>\n<p>Machen wir zun\u00e4chst einen Versuch mit der neben stehenden Abbildung. Fixeren Sie die Farben links, den gelben Querstreifen auf Ultramarinblau und blicken nach einer Weile auf die beiden senkrechten Streifen rechts daneben, Karminrot und Gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Es kann folgende Ver\u00e4nderung festgestellt werden: <span style=\"color: #bf0202;\">\u00dcber das Rot und das Gr\u00fcn zieht sich quer ein Streifen hin\u00fcber.<\/span> Das Rot wird in der Mitte in ein leicht violettstichiges Magenta ver\u00e4ndert, das Gr\u00fcn wird in ein Gr\u00fcnblau abgewandelt. Oberhalb und unterhalb des erscheinenden Querbalkens wirkt nun das Rot deutlich als Zinnoberrot und das Gr\u00fcn wird Gelbgr\u00fcn. Der gleicher Versuch kann auch umgekehrt durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>\u00abZwar werden wir bemerken, dass diese optischen Farbenbilder im Vergleich zum Eindruck von Pigmentfarben in ihrer Lichtnatur diffuser und gewichtslos, weil sie immateriell erscheinen, also einen gewissen unwirklichen Charakter haben. Der qualitative Eindruck aber ist derselbe.\u00bb (Didaktische Farbenlehre, J.W. Goethe)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>4.5 Dimensionen der Farbe<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.5.1 Oberfl\u00e4chenfarbe \u2013 Fl\u00e4chenfarbe \u2013 Raumfarbe<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Farben erscheinen uns in unserer Umwelt in unterschiedlichen Dimensionen. Unter normalen Wahrnehmungsbedingungen erscheinen Gegenstandsfarben verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig opak, sozusagen an oder auf der Gegenstandsfl\u00e4che haftend. Gegenstand und Farbe sind gewisserma\u00dfen miteinander verwachsen, ein gr\u00fcnes Blatt, ein roter Ball, ein brauner Stuhl und so weiter. Diese Farben nennen wir <span style=\"color: #bf0202;\">Oberfl\u00e4chenfarben<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\">Ver\u00e4ndern wir die Situation:<\/span><br \/>\nBlicken wir durch eine kleine \u00d6ffnung auf einen Gegenstand, der gr\u00f6\u00dfer ist als unser Blickfeld, so kann die Farbe einen neuen Charakter bekommen. Sie wirkt irgendwie durchsichtiger und weniger deutlich lokalisiert, dagegen eher fl\u00e4chen- oder filmhaft. Wir erleben die Farbe als <span style=\"color: #bf0202;\">Fl\u00e4chenfarbe<\/span>.<\/p>\n<p>Wenn wir zum blauen Himmel aufschauen oder in eine durchsichtige farbige Fl\u00fcssigkeit schauen, so scheint die Farbe den gesamten Raum auszuf\u00fcllen. Sie ist v\u00f6llig durchsichtig (transparent) und gar nicht mehr fl\u00e4chenhaft. Wir erleben die Farbe als <span style=\"color: #bf0202;\">Raumfarbe<\/span>. (J. Albers hat zu diesem Ph\u00e4nomen besondere Experimente durchgef\u00fchrt.)<\/p>\n<p>Machen Sie dazu folgendes Experiment.<br \/>\nStellen Sie sich mit dem R\u00fccken zur Sonne vor den blauen Himmel am sp\u00e4ten Nachmittag. Nehmen Sie sich ein St\u00fcck Pappe mit, in das Sie ein quadratisches Loch geschnitten haben. Schauen Sie zun\u00e4chst erst einmal die Qualit\u00e4t der blauen Farbe ohne jedes Hilfsmittel an. Dann schauen Sie durch die Pappe auf den Himmel, die sich im Schatten befindet und den gr\u00f6\u00dften Teil des Himmels verdeckt. \u2013<br \/>\nWie sieht die blaue Farbe jetzt aus? \u2013<br \/>\nZum Schluss halten Sie die Pappe so, dass helles Sonnenlicht auf den Papprahmen f\u00e4llt. Beurteilen Sie noch einmal die Qualit\u00e4t der blauen Farbe.<br \/>\nSie werden feststellen k\u00f6nnen, dass sich in den unterschiedlichen drei Wahrnehmungssituationen die Farbqualit\u00e4t von einer Raumfarbe zu einer Fl\u00e4chenfarbe und schlie\u00dflich zu einer Oberfl\u00e4chenfarbe hin ver\u00e4ndert.<br \/>\n<span style=\"color: #bf0202;\">In jedem Fall steht die erlebte Farbqualit\u00e4t immer in bezug zu dem Umfeld des betreffenden Himmelsausschnittes.<\/span><\/p>\n<p>Sicherlich ist es jedem schon aufgefallen, dass Farben leuchten k\u00f6nnen. Nicht nur Leuchtfarben, sondern auch eine Verkehrsampel z.B. scheint ein v\u00f6llig anderes Licht auszusenden als ein in gleichen Farben bemaltes Plakat. Nun kann man sagen, der Gegenstand leuchtet, weil er tats\u00e4chlich von einem Leuchtmittel erhellt wird, wie bei einer Gl\u00fchbirne. Diese Erkl\u00e4rung reicht jedoch nicht ganz aus.<\/p>\n<p>Es gibt tats\u00e4chlich Gegenst\u00e4nde, die leuchtend aussehen, obwohl sie kein Licht aussenden. Diese Objekte reflektieren das Licht auf unterschiedliche Weise.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>Bei den \u00abLeuchtfarben\u00bb werden zweierlei Arten unterschieden:<\/strong><\/span><br \/>\nEinerseits die phosphorizierenden Farben. Diese enthalten einen Stoff, der bei Lichteinfall angeregt wird, ebenfalls Licht zu auszusenden. Der Effekt ist dann besonders bei Dunkelheit sichtbar. Andererseits gibt es reflexionsstarke Farben, deren Farbpigmente das Licht besonders reflektieren. Es entsteht in etwa der gleiche Effekt wie bei gl\u00e4sernen \u00abR\u00fcckstrahlern\u00bb. In der Pflanzen- und Tierwelt gibt es eine Vielzahl von \u00abLeuchteffekten\u00bb, wobei die meistens Bl\u00fcten dieser Art vor allem zus\u00e4tzlich UV-Licht in sichtbares Licht umwandeln k\u00f6nnen, wodurch die Farbe dann ausgesprochen intensiv leuchtet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8151\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-948x960.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-948x960.jpg 948w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-296x300.jpg 296w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-768x778.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-920x932.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-340x344.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-306x310.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten-260x263.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-69-Tinten.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.5.2 Substanzcharakter der Farbe<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #bf0202;\">Aus alledem ist zu schlie\u00dfen, dass unser Auge Farbe an sich nicht wahrnehmen kann. Farbe ohne Farbtr\u00e4ger gibt es nicht (Luft, Gase und Fl\u00fcssigkeiten sind ebenfalls Farbtr\u00e4ger). Die wahrgenommene Erscheinung der Farbe ist immer mitbestimmt von der Art des Farbtr\u00e4gers.<\/span><\/p>\n<p>Es ist ein gro\u00dfer Unterschied, ob man gef\u00e4rbte Seide oder Wolle vor sich hat. Ob eine Farbe auf einem matten oder einem gl\u00e4nzenden Papier eingesetzt wird. Ob die Farbe eine Fl\u00fcssigkeit ist, ob sie von einer Filmleinwand reflektiert wird oder durch ein farbiges Glas Licht hindurch leuchtet. Ob man einen Schmetterlingsfl\u00fcgel ansieht oder eine exotische Orchideenbl\u00fcte. Dabei k\u00f6nnte die emittierte Lichtmenge (emittieren = aussenden) v\u00f6llig gleich sein, der Mensch wird die Farben immer unterschiedlich wahrnehmen, weil einerseits vom Objekt selbst die Leuchtqualit\u00e4t mitbestimmt wird und weil Farbe stets im psychischen Wahrnehmungsarreal angesiedelt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4.5.3 Scheintransparenz<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8152 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-960x960.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-960x960.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-920x920.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-174x174.jpg 174w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-340x340.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-306x306.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-520x520.jpg 520w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz-260x260.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-70-Transparenz.jpg 2008w\" sizes=\"(max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/p>\n<p>Eine besondere \u00c4nderung der Wahrnehmung von Farbe zeigt die neben stehende Abbildung.<br \/>\nBei bestimmter Anordnung von zwei Grundfarben und der zugeh\u00f6rigen Mittelfarbe ver\u00e4ndert sich die Erscheinungsweise der Mischfarbe. Sie wirkt dann nicht mehr undurchsichtig, sondern durchscheinend. Das wird vor allem dann eintreten, wenn das Farbfeld zwischen den beiden Grundfarben die genaue Mittenfarbe enth\u00e4lt, und wenn die Farbfl\u00e4chen so zueinander stehen, dass das Auge ein Voreinander beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8153\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-793x960.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"624\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-793x960.jpg 793w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-248x300.jpg 248w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-768x930.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-920x1114.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-340x412.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-306x371.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-71-Scheintransparenz-260x315.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Beispiele zeigen deutlich, dass sich die \u00ab\u00fcberlappenden\u00bb Formen zu bekannten Figuren erg\u00e4nzen. Das scheint in den Beispielen bewusst gewollt zu sein, kann aber in der Natur willk\u00fcrlich entstehen oder von Tieren oder Insekten als Mimikri zur Tarnung gegen Fressfeinde eingesetzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Einfache geometrische Formen, die eine Scheintransparenz beg\u00fcnstigen<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #003366;\">4.5.4 Das Weber-Fechner-Gesetz<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Wenn zwei Malfarben so gemischt werden, dass mehrmals eine gleichbleibende Menge hinzugef\u00fcgt wird, dann k\u00f6nnte man annehmen, es ergibt eine gleichm\u00e4\u00dfige Stufung zwischen den einzelnen Mischt\u00f6nen. Tr\u00e4gt man die gemischten Farben nebeneinander auf, wird eine andere Abstufung wahrgenommen:<\/p>\n<p><span style=\"color: #c20202;\">Die Abstufung nimmt mit der weiteren Zugabe der zweiten Farbe immer mehr ab und erreicht schlie\u00dflich einen nicht mehr zu steigernden und unver\u00e4nderlichen S\u00e4ttigungsgrad.<\/span><br \/>\nDas Gleiche kann man durch Auftragen von gleichen Lasurschichten erzeugen.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen kann man auch bei Treppenstufen, die z.B. in einer Badeanstalt ins Schwimmbecken f\u00fchren feststellen. Weil die \u00abgleichm\u00e4\u00dfige\u00bb Farbmischung (Treppenstufe + Wasserfarbe) keinen linearen Eindruck ergibt, werden die Stufen im Wasser immer \u00abniedriger\u00bb gesehen als sie wirklich sind. Hierbei kommt nat\u00fcrlich noch die Lichtbrechung an der Wasseroberfl\u00e4che hinzu.<\/p>\n<p>Wilhelm E. Weber und Gustav T. Fechner formulierten diesen Tatbestand der Wahrnehmung in dem Gesetz:<br \/>\n<span style=\"color: #c20202;\"> Die visuelle Wahrnehmung einer arithmetischen Farbreihe ist bedingt durch eine physikalisch-geometrische Reihung.<\/span><\/p>\n<p>Soll also eine gleichm\u00e4\u00dfige Abstufung erscheinen, so muss in folgenden Ma\u00dfeinheiten gemischt werden: 1 , 2 , 4 , 8 , 16 , 32 , 64 etc. Diese Zuwachsraten bilden eine geometrisch aufsteigende Kurve, die in eine senkrechte Linie \u00fcbergeht. Diese Linie zeigt die S\u00e4ttigung in der Mischung an.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c20202;\">Die Wahrnehmung solcher geometrischen Zuwachsraten vermittelt jedoch eine geradlinige arithmetische Zunahme. Man sieht eine gleichm\u00e4\u00dfige Abstufung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8155\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-960x641.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"541\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-960x641.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-920x615.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-340x227.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-306x204.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-610x407.jpg 610w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat-260x174.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-73-Seurat.jpg 1172w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><br \/>\nGeorges Seurat, A Sunday on<br \/>\nLa Grande Jatte, 1886, Art Institut of Chicago<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>4.5.5 Optische Mischung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Vorherigen wurden die Mischfarben durch tats\u00e4chliches Vermischen zweier K\u00f6rperfarben miteinander erzielt. Das gleiche optische Ergebnis kann auch dadurch erreicht werden, wenn viele kleine Punkte der beiden Grundfarben nebeneinander aufgetragen werden, wie es beim Pointilismus von den K\u00fcnstlern eingesetzt wurde. Die Farben mischen sich bei der Wahrnehmung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c20202;\">Dabei werden die nebeneinander stehenden Grundfarben gleichzeitig gesehen und in der Wahrnehmung zugunsten einer dritten Farbe aufgel\u00f6st. Dies wird optische Mischung genannt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Effekt ist abh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe der Farbflecken, der Distanz untereinander und dem Abstand des Betrachters von der Farbfl\u00e4che. Wie leicht zu erkennen ist wirken hierbei verschiedene Tendenzen der Wahrnehmung zusammen, die bereits in den voran gegangenen Texten besprochen wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8154\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-960x945.jpg\" alt=\"\" width=\"648\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-960x945.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-300x295.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-768x756.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-920x906.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-340x335.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-306x301.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1-260x256.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-72-Druck-1.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><\/p>\n<p>Im heutigen Vierfarbendruck ist die \u00aboptische Mischung\u00bb selbstverst\u00e4ndliche Notwendigkeit.<br \/>\nGanz gleich ob Zeitungs-, Kunstdruck oder digitaler Druck, die Mischfarben m\u00fcssen bei gedruckten Bildern durch kleine P\u00fcnktchen von vier Grundfarben Gelb-Cyan-Magenta und Schwarz erzielt werden. Heute werden beim Digitaldruck von Fluidprintern und Laserprintern die kleinstm\u00f6glichen Farbtupfer aufgetragen, damit so optimal wie m\u00f6glich ein visuelles Kontinuum der Farben entstehen kann.<\/p>\n<h6>Nebenstehend die Rasterung beim Kupfertiefdruck<\/h6>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8156\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k-300x250.jpg\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k-300x250.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k-340x283.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k-306x255.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k-260x217.jpg 260w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-74-Druck-2-k.jpg 709w\" sizes=\"(max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4.6 R\u00e4umliche Wirkung der Farben<\/p>\n<p>Aus der Farbe selbst ist bereits eine r\u00e4umliche Wirkung wahrzunehmen. Dabei wirken die Umfelder der Farbe mit. Wie bei den monokularen Tiefenkriterien bereits gezeigt, ist die r\u00e4umliche Wahrnehmung abh\u00e4ngig von mindestens zwei im Vergleich stehenden Reizkonstellationen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8157 alignright\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-943x960.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-943x960.jpg 943w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-295x300.jpg 295w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-768x782.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-920x937.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-340x346.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-306x312.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-75-raeumlich-Bunt-260x265.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/p>\n<p>In der neben stehenden Abbildung sieht man die sechs Farben Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau und Gr\u00fcn einmal auf einer schwarzen Fl\u00e4che und einmal auf einer wei\u00dfen Fl\u00e4che.<\/p>\n<p>Im ersten Fall wird deutlich, dass das Gelb nach vorn zu kommen scheint und das Violett in der Tiefe des schwarzen Grundes schwebt. Alle anderen Farben bilden Tiefenstufen zwischen Gelb und Violett.<\/p>\n<p>Im zweiten Fall wird das Violett vom Wei\u00df abgesto\u00dfen und scheint nach vorn zu kommen, w\u00e4hrend das Gelb vom wei\u00dfen Hintergrund zur\u00fcckgehalten wird.<\/p>\n<p>Die Tiefenwirkung von Farben lehnt sich dar\u00fcber hinaus stark an die lebendige Erfahrung des Menschen mit seiner angelernten Wahrnehmung an.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c20202;\">Vordergr\u00fcndig werden vor allem kontrastreiche, rein bunte Farben erlebt. Im Mittelgrund stehen dunkle, getr\u00fcbte Farben mit geringeren Kontrasten, der Hintergrund wird von Farben gebildet, die hell getr\u00fcbt sind und sich an ein Blassblau anlehnen.<\/span><br \/>\nDiese Staffelung ist uns aus Landschaftsbetrachtungen bekannt.<\/p>\n<p><strong>Im geschlossenen Raum erleben wir eine etwas andere Tiefenwirkung.<\/strong><br \/>\nHell und bunt wird als vordergr\u00fcndig wahrgenommen, wohingegen dunkle Mischt\u00f6ne den Hintergrund ausmachen. Dies h\u00e4ngt mit der erlebten Beleuchtung der Situation zusammen. So ist der Vordergrund meistens gut ausgeleuchtet, der Hintergrund weniger. Auch differenziert unser Auge st\u00e4rker im Blickpunktbereich. Das \u00fcber das Blickfeld hinausgehende Umfeld wird nur verschwommen wahrgenommen. Damit werden helle und leuchtende Farben im Raum empfindungsm\u00e4\u00dfig dem Vordergrund zugeordnet, dunkle und gebrochene Farben eher dem Hintergrund.<\/p>\n<p>Dabei sind die monokularen Tiefenkriterien wichtige Anhaltspunkte. Besonders die Wirkung von Licht und Schatten beeinflusst die Farbwirkung.<br \/>\n<span style=\"color: #c20202;\">Meist wird der kontrastreiche Wechsel von hellen und dunklen Farben im Vordergrund empfunden. Je weiter die Entfernung, desto mehr gleichen sich die Farbt\u00f6ne an.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>4.7 Farbkonstanz<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Abschnitt Wahrnehmungskonstanzen haben wir bereits auf die Erscheinung der Helligkeitskonstanz hingewiesen. Auch die Farbe wird unter bestimmten Umst\u00e4nden als konstant empfunden.<\/p>\n<p>Beispiel: Wird die Beamer-Projektion eines blauen Autos auf eine gelbe Leinwand vorgenommen, erscheint einem normalsichtigen Betrachter das Auto grau. Dieser Vorgang entspricht den bekannten Gesetzen der Lichtmischung. Wenn der Betrachter das Bild des Autos vorher bereits auf einer wei\u00dfen Leinwand gesehen hat, so nimmt er es auch weiterhin als blau wahr, selbst wenn der Beamer es auf die gelbe Leinwand projiziert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c20202;\">Der Mensch neigt dazu, ihm vertraute Gegenst\u00e4nde, auch unter verschiedenen Lichtverh\u00e4ltnissen, immer in gleicher Farbgebung wahrzunehmen.<\/span><\/p>\n<p>Mit der Zeit seines Lebens hat er die ihm vertrauten Gegenst\u00e4nde unter verschiedenen Lichteinwirkungen gesehen und letztlich gelernt, wie sie \u00abrichtig\u00bb aussehen. (So wie sie bei wei\u00dfem Licht erscheinen.) Er greift dann auf seine <span style=\"color: #c20202;\">Ged\u00e4chtnisfarbe<\/span> zur\u00fcck. Diese Erscheinung tritt jedoch nicht grunds\u00e4tzlich ein.<\/p>\n<p>Unter bestimmten Umst\u00e4nden funktioniert sein Ged\u00e4chtnis nicht. Bietet man einem Menschen eine ihm vertraute Mahlzeit bei blauer Beleuchtung an, so st\u00f6\u00dft sie ihn ab. Eine andere Eigenschaft, die in diesen Bereich geh\u00f6rt, weist uns auf die in der Wahrnehmung vorhandene Tendenz zur Assimilation hin. Wird z.B. ein roter Klinkerstein z.T. von der Sonne beschienen und zum Teil von Schatten verdunkelt, so sieht man den Stein meistens trotzdem gleichm\u00e4\u00dfig rot. Diese Erscheinung tritt jedoch nur dann auf, wenn das Objekt erkennbar und bekannt ist und in Beziehung steht zu anderen Objekten und der Beleuchtung im Umfeld.<br \/>\nWerden die Anhaltspunkte beseitigt, verringert sich die Farbkonstanz oder verschwindet ganz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8161\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"549\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine.jpg 700w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine-340x267.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine-306x240.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/06-BunteSteine-260x204.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<h6>Bunte Strandbefestigung in Mi\u00f6lno, Polen<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Zu den folgenden Kapiteln: <span style=\"color: #c20000;\"><a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8166#.Wc9Vj0zqgUE\">5.0 Syn\u00e4sthesie<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8172#.Wc9XMEzqgUE\">6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abFarbe ist nicht einfach da, ist nicht grunds\u00e4tzlich eindeutig gegeben. Sie ist nicht etwas Selbst\u00e4ndiges, wor\u00fcber nachzudenken nicht lohnt, sondern die Farbe lebt: bewegt sich, agiert, h\u00e4ngt ab und macht abh\u00e4ngig, wirkt, ist m\u00e4chtig, kann sowohl dienen als auch \u00fcberw\u00e4ltigen.\u00bb (J.Albers) 1. \u0007Farbe ist nicht in erster Linie ein physikalisches, sondern vor allem ein psychologisches &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8136\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e4.0 Farbwahrnehmung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8117,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[746,757,767,768,742,755,759,756,745,752,334,764,708,318,762,753,749,747,763,761,765,577,748,766,760,754,758,743,751,744,750],"class_list":["post-8136","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedanken-schaetze","tag-albers","tag-charakter","tag-dimension","tag-experiment-leuchtfarben","tag-farbenpsychologie","tag-farbgedaechtnis","tag-farbkontrast","tag-farbton","tag-farbwahrnehmung","tag-freude","tag-fruchtbarkeit","tag-gegenstandsfarben","tag-goethe","tag-grosshirn","tag-grundfarben","tag-heiterkeit","tag-hoffnung","tag-itten","tag-komplementaerfarben","tag-komplementaerkontrast","tag-lichtwerte","tag-liebe","tag-luescher","tag-nachbild","tag-simultankontrast","tag-steuerfunktion","tag-subtraktion","tag-symbolgehalt","tag-tod","tag-tradition","tag-trauer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8136"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8136"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8136\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8554,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8136\/revisions\/8554"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}