{"id":8007,"date":"2017-09-26T18:14:15","date_gmt":"2017-09-26T16:14:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8007"},"modified":"2018-04-23T14:24:29","modified_gmt":"2018-04-23T12:24:29","slug":"1-kapitel-reizaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8007","title":{"rendered":"1.0  Reizaufnahme"},"content":{"rendered":"<p>1. Reizaufnahme<\/p>\n<p>Die erste Grundregel: Keine Wahrnehmung beginnt ohne vorherige Informationsaufnahme und Speicherung. Oder anders ausgedr\u00fcckt, der Wahrnehmende ist stets im voraus bereits eingestimmt, von empfangenen Informationen unterschiedlicher Art vorgepr\u00e4gt, mit zahllosen Vorstellungen ausger\u00fcstet und vielen Erwartungen angef\u00fcllt. Er kann immer nur das wahrnehmen, was sein aktuelles Setting zul\u00e4sst, was seine Konditionierung bereits an Aufmerksamkeit vorbereitet hat. So wird das Wahrgenommene in einen Kanon aus Definitionen eingebettet, damit es dem Tagesbewusstsein zur Verf\u00fcgung gestellt werden kann.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\">Und die Bestimmung der aufgenommenen Reize ist ein Bestandteil des Erfassens, das als ein automatischer Prozess des Aufnehmens angesehen werden muss. Oder wie Goethe es passend formuliert: \u00abIndem wir sehen, urteilen wir bereits.\u00bb<\/span><\/p>\n<p>Oder anders gesagt: Jede sinnesorganische Erfassung von Reizen ist eingebettet in bereits gespeicherte Informationen, die das Sinnesorgan und alle nachfolgenden neurologischen Prozesse steuern. Das \u201eBlatt\u201c Mensch ist bereits beschrieben, bevor es als unschuldiges Baby aus dem Mutterleibe schl\u00fcpft, denn der kleine K\u00f6rper steuert sich von diesem Augenblick an bis zu einem gewissen Grade v\u00f6llig autonom, also aus eigenen \u00abDatens\u00e4tzen\u00bb. Damit der Mensch \u201eleben\u201c kann, muss er grunds\u00e4tzlich mit einem lebendigen \u00abProgramm\u00bb handlungsf\u00e4hig f\u00fcr sein \u00dcberleben ausgestattet sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn <\/em><em>mir <\/em><\/strong><em><strong>bitte zu.<\/strong>\u00a0\u21d2<strong> <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?page_id=74\">Vielen Dank. <\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Dieses Grundprogramm wurde von vielen materiell orientierten Wissenschaftlern vergeblich in den Genen und auch im Zellplasma gesucht. L\u00e4ngst besteht bei einigen aufgeschlossenen Wissenschaftlern die Hypothese, dass viele Informationen f\u00fcr das Dasein und die Erfassung der Umwelt in einem vorprogrammierten Ged\u00e4chtnis des Zellk\u00f6rpers abgerufen werden. Aber wie und warum die Informationen in der Zelle abgerufen werden, also warum das Baby wirklich lebt, scheint in einer anderen Dimension zu finden sein. In der indischen Philosophie und ihrer Religion findet man den Begriff des Karma, das sich im Laufe einiger Inkarnationen des Menschen ansammelt, und das jedes nachfolgende Leben dominiert. Zu diesem Modell der Inkarnation der Menschen geh\u00f6rt dann auch die Ansicht, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, eine Welt im Kleinen im bezug zum Kosmos. Dieses Wesen hat mehrere Ged\u00e4chtnisspeicher, wobei das Karma der Gesamtspeicher des aurischen Wesens ist, das den Mikrokosmos belebt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40404;\">Wie bekommt der kleine Mensch diese Informationen? &#8211; Woher stammen sie?<\/span><br \/>\nSicher ist die Genforschung im Recht, wenn sie die molekulare Vererbung zitiert. Aber in welchem Gen hat z.B. ein Vogel die Art des typischen Nestbaues gespeichert, den er einmal geschlechtsreif geworden, v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich nachvollzieht, als h\u00e4tte er es irgendwo abgekupfert? &#8211; Auch die V\u00f6gel leben in einem kleinen Kosmos aus feinstofflichen Kr\u00e4ften, einem sogenannten Gruppengeist, der nat\u00fcrlich alle Belange der Gattung bzw. Tierfamilie aufzeichnet. F\u00fcr den Menschen ist es die Lipika im aurischen Wesen, ein feinstofflicher Speicher im Mikrokosmos, der die Person, den stofflichen Menschen als sein Werkzeug f\u00fcr weitere Erfahrungen in seiner Evolution adoptiert hat.<\/p>\n<p>Die unbewusste Weitergabe bestimmter Charakter- oder Wesenseigenschaften, die immer mit der Speicherung wichtiger Gedanken- oder Verhaltensstrukturen einher gehen, ist naturwissenschaftlich nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt. Die Beitr\u00e4ge der Geisteswissenschaftler der esoterischen Szene zu diesem Thema werden in der Regel von den anderen materialistisch orientierten Wissenschaftlern und Medienmachern hartn\u00e4ckig ignoriert. Niemand wird es bezweifeln, auch der Guru in Indien nicht: Normalerweise ist der Mensch jeden Augenblick von einer un\u00fcberschaubaren Zahl physikalischer und psychologischer (unstofflicher) Reize sowie Informationen umgeben und angef\u00fcllt, die permanent von seinen f\u00fcnf oder sechs Sinnesorganen verarbeitet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nehmen wir f\u00fcr die Erl\u00e4uterung der Wahrnehmungsprozesse zun\u00e4chst ein m\u00e4rchenhaftes Beispiel :<br \/>\nEin M\u00e4dchen sitzt auf einer mit Blumen \u00fcbers\u00e4ten Wiese. Es sieht mit seinen Augen einen Teil dieser Wiese und h\u00e4lt in der Hand eine Blume. An seine Ohren klingt das Singen der V\u00f6gel. Es riecht das frische Gras und den Duft der Bl\u00fcten und der nahe stehenden B\u00e4ume. Die strahlende W\u00e4rme der Sonne verst\u00e4rkt alle Ger\u00fcche der Erde und der Pflanzen. Es f\u00fchlt die raue Oberfl\u00e4che der Gr\u00e4ser und der leicht feuchten Erde, auf der es sitzt, und schmeckt die duftgeschw\u00e4ngerte Luft. Sein subjektives Lebensgef\u00fchl ist in dieser Umgebung mit gro\u00dfer Freude erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8020 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"705\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese.jpg 2126w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-768x542.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-960x677.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-920x649.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-340x240.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-306x216.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-01-Wiese-260x183.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/p>\n<p>Nun, dieses Beispiel ist sehr malerisch. Nehmen wir noch ein anderes:<br \/>\nAuf einer Strassenkreuzung in London-City oder Neu-Delhi w\u00e4re das M\u00e4dchen von einem Chaos von Sensationen umgeben und durchgesch\u00fcttelt. In diesem Durcheinander zahlloser aggressiver Informationen k\u00f6nnte sich der Mensch nie zurecht finden, w\u00fcrde er die vielf\u00e4ltige Sinnesreizung rein passiv aufnehmen und in vollen Umfang mit allen Details seinem Erfassen zuleiten. Darum ist es eigentlich sehr sinnvoll eingerichtet, dass zwischen dem Empfang der Sinneseindr\u00fccke und dem Empfang des Abbildes im Erkennen sowohl ein physiologischer als auch ein psychologischer Kontrollmechanismus eingeschaltet ist. Denn das M\u00e4dchen ben\u00f6tigt f\u00fcr seinen Auftrag, ein bestimmtes Haus zu erreichen, nur einen Bruchteil der Informationen, die hier im Gro\u00dfstadtgewirr aktiv unterwegs sind. Damit es sich nicht verirren kann, werden die unwesentlichen Informationen einfach \u00fcber den Regelkreis \u00abunwichtig\u00bb ausgeblendet. Es sei denn, es sind im Strom der Bits einige \u00abSchl\u00fcsselreize\u00bb eingebettet, auf die der Mensch reagieren muss.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40404;\">Doch wo und wann wurde dieser Kontrollmechanismus eingerichtet und konditioniert? \u2013 <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\">Kommt der Mensch nicht bereits damit zur Welt?<\/span><\/p>\n<p>Bevor die psychologischen Denkans\u00e4tze mit den philosophischen Grundlehren in<br \/>\nStreit geraten, macht es Sinn, sich erst einmal mit den einfachen Wahrnehmungs-<br \/>\nstrukturen zu befassen und ihre ureigenen Mechanismen durch einige Experimente zu untermauern.<\/p>\n<p>Die Diskussion um die prinzipiellen Grundstrukturen, warum sie so sind und in welcher Entwicklungsstufe des Menschen sie eingerichtet wurden, kann dann sp\u00e4ter in einer geruhsamen Runde stattfinden, weil das Handwerkszeug von allen gekannt wird. Gerne werde ich mich diesem Gedankenaustausch widmen, weil im Grunde gerade dieses Thema die erzkonservativen Mechanismen beleuchtet und warum sie den Menschen derart im Bann halten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>Betrachten wir als erstes die Grundstrukturen der Reizaufnahme.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Dies ist notwendig, weil der allererste Beginn der Wahrnehmung \u2013 bei ganz pr\u00e4zisem Hinsehen \u2013 dort liegt, wo der Reiz \u2013 der ja \u201aa priori\u2018 eigentlich noch keiner ist \u2013 auf das Sinnesorgan trifft, wo er erst durch seine Aktivit\u00e4t \u2013 dem Reizen der Empfangszelle \u2013 zu dem wird, wovon er seinen Namen hat.<\/p>\n<p>Doch vorher noch ein paar Gedanken zu diesem allerersten Beginn.<br \/>\nWir sagen: Ich sehe eine Blume. Und damit sprechen wir \u00fcber einen vollkommen aktiven Vorgang, so wie: ich baue einen Tisch. Diese aktive Version ist so in unsere Sprache \u00fcbernommen worden, als ob die Wahrnehmung keineswegs passiv abl\u00e4uft, wie wir es jedoch grunds\u00e4tzlich erfahren.<\/p>\n<p>Betrachten wir daf\u00fcr den Vorgang des Sehens einmal ganz pr\u00e4zise: Das Licht wird durch die Linse im Auge fokussiert und erreicht darum punktgenau die Netzhaut, wo das Abbild \u00fcber die Sensoren zu Nervenimpulsen verarbeitet wird. (Genaueres bei Wikipedia https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Netzhaut) Das Empfangen von Lichtbildern wird in unserer Sprache zum \u00abaktiven\u00bb Sehen oder Schauen oder Betrachten.<br \/>\nUnsere Sprache weist uns auf ein Ph\u00e4nomen hin, das in einigen anderen Zusammenh\u00e4ngen noch besprochen werden soll, n\u00e4mlich die menschliche Aktivit\u00e4t in dem Prozess, auch wenn wir sie nicht bewusst erfahren. Die Sinnesreize und ihre Bedeutung erreichen uns nur, wenn wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Sinnesorgane auf diese Sensationen lenken. Tun wir das nicht, wird unser Tagesbewusstsein nichts passiv erreichen. Inwieweit auch diese Aussage zu relativieren ist, ergibt sich aus den entsprechenden Textassagen.<\/p>\n<p>Die zweite Grundregel der Wahrnehmung wird im Allgemeinen gerne \u00fcbersehen oder als wenig bedeutend nur am Rande zur Kenntnis genommen: <span style=\"color: #c40000;\">So wie es keine Farbe ohne Form, oder umgekehrt keine Form ohne Farbe gibt, ebenso wenig gibt es eine Information ohne ein Umgebungsfeld mit zus\u00e4tzlichen Definitionen.<\/span><\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten es hier pr\u00e4zisieren:<br \/>\n<span style=\"color: #c40000;\">Jede r\u00e4umliche Wahrnehmung visueller Art ist selbstverst\u00e4ndlich auch in die Zeit eingebettet, ebenso wie jeder Ton und jedes Gef\u00fchl in einem Raum erklingt. Alle menschlichen Ereignisse sind also im normalen Leben stets von mehreren Parametern unserer Dimensionalit\u00e4t mitbestimmt. Das sind immer Raum, Zeit, Klang und Gef\u00fchl bei der Sensation sowie subjektive Aufmerksamkeit, also aktive Sinnesorgane und Hinwendung<\/span>.<\/p>\n<p>In den physiologischen Experimenten der Wissenschaftler, werden beim technischen Aufbau der Versuche gro\u00dfe Anstrengungen unternommen, um bekannte St\u00f6rfaktoren auszuschalten und auch notwendige begleitende Erscheinungen weg zu interpretieren.<\/p>\n<p>Die Reizaufnahme, Wahrnehmung, ist also ein recht komplexer Prozess, in den eine Reihe automatisch ablaufende Vorg\u00e4nge eingreifen, die sowohl vom Setting des Rezipienten als auch vom Zustand der Umgebung im Raum abh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>1.1 Physiologische Reizaufnahme<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #c40000;\">Wer sich ernsthaft mit den Komponenten der Wahrnehmung befassen will, ger\u00e4t in das h\u00f6chst komplexe Grenzgebiet zwischen den beiden Wissenschaften Physiologie<\/span> (Lehre von den normalen Lebensvorg\u00e4ngen) und <span style=\"color: #c40000;\">Psychologie<\/span> (Lehre von den Erscheinungen und Zust\u00e4nden des bewussten und unbewussten Seelenlebens) sowie der <span style=\"color: #c40000;\">Esoterik <span style=\"color: #000000;\">(Beschreibungen transpersonaler Vorg\u00e4nge)<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\">.<\/span> Wer schon ein wenig \u00fcber die einzelnen Vorg\u00e4nge seiner Sinnesaufnahme kennengelernt hat, kann sein eigenes Verhalten als Reaktion auf die Information aus seiner Umgebung m\u00f6glicherweise besser korrigieren, als jemand, der v\u00f6llig unbewusst im Reizschema steht.<\/p>\n<p>Kehren wir dazu zum angef\u00fchrten Beispiel \u00abM\u00e4dchen auf der Wiese\u00bb zur\u00fcck. Das M\u00e4dchen sieht die Blumen auf der Wiese, d.h. die Blumen mit dem Ausschnitt der Wiese werden auf der Netzhaut des M\u00e4dchens abgebildet. Die dort wirkenden Zellen, Z\u00e4pfchen f\u00fcr Hell-Dunkel und f\u00fcr die Farben Gr\u00fcn \u2013 Blau \u2013 Rot empfangen das Licht, das durch die Linse des Auges f\u00e4llt. Hier werden unterschiedliche Z\u00e4pfchen auf der Retina gereizt, die f\u00fcr Farben oder f\u00fcr Hell-Dunkel zust\u00e4ndig sind. Diese Z\u00e4pfchen werden erregt. Sie wandeln die empfangene Menge Lichtenergie f\u00fcr den Transport des Lichtimpulses in den Nerven teils in chemische, teils in elektrische Energie um.<span style=\"color: #000080;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8008 alignleft\" src=\"http:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina.jpg\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina.jpg 3071w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-300x143.jpg 300w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-768x366.jpg 768w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-960x458.jpg 960w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-920x439.jpg 920w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-340x162.jpg 340w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-306x146.jpg 306w, https:\/\/www.artokora.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Abb.-04-Retina-260x124.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: left;\">(Abbildung aus Wikipedia )<br \/>\nNervenzelltypen der Netzhaut schematisch.<br \/>\nDas Licht f\u00e4llt von links ein,<br \/>\nwei\u00df unterlegt die zellkernreichen Schichten.<br \/>\nv.l.n.r.: wei\u00df: Ganglienzellen und ihre Axone,<br \/>\ngrau: innere plexiforme Schicht,<br \/>\nwei\u00df: amakrine Zellen, bipolare Horizontalzellen,<br \/>\ngelb: \u00e4u\u00dfere plexiforme Schicht,<br \/>\nwei\u00df: Fotorezeptoren, hellbraun: Fotorezeptoren und Au\u00dfensegmente<\/p>\n<p>Vereinfacht dargestellt: In den Z\u00e4pfchen \u00absterben\u00bb beim Sehen daf\u00fcr aufgestapelte Zellpl\u00e4ttchen in den Fotorezeptoren. Diese dadurch verursachte chemische Ver\u00e4nderung in den Zellen wird \u00fcber den Rezeptor an die Nerven weitergegeben. Die Nerven leiten diese minimale Reizung, also als \u00abQualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Lichtes\u00bb an das zust\u00e4ndige Areal im Gehirn. Dort gelangen diese Informationen zun\u00e4chst in das Ultrakurzzeit-Ged\u00e4chtnis, und zwar als elektromagnetische Schwingungen innerhalb eines virtuell chemisch-elektrischen Reiz-Reaktionskreises. Mit diesem Informationsstrom werden dann nach dem isobaren Resonanzprinzip bereits vorhandene Erinnerungen sowie Reize aus anderen Sinnesorgane verbunden. Das ist der \u00dcbergang zum Ged\u00e4chtnisbereich, in dem laut Frederic Vester und anderen Physiologen Molek\u00fclketten aufgebaut werden, die dann in dem Gehirnteil gespeichert werden, das dem Langzeit-Ged\u00e4chtnis zugeordnet wird. (N\u00e4heres dazu findet sich bei F. Vester, dva \u00d6ffentliche Wissenschaft, Stuttgart, 1975) Diese Beschreibung der visuellen Wahrnehmung ist zun\u00e4chst rein mechanistisch physiologisch gesehen. Geisteswissenschaftlich stellt sich dieser Vorgang der sinnesorganischen Wahrnehmung etwas anders dar, denn es ist insgesamt vor allem ein \u00e4therischer Vorgang.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>1.2 Psychologische Wahrnehmungsgestaltung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Bei dem zitierten Beispiel ist der psychologische Mechanismus noch leicht zu erkennen. Stellen wir uns die Situation noch einmal vor:<br \/>\nDas M\u00e4dchen sitzt auf der Wiese. Es ist von unterschiedlichen sch\u00f6nen Sinnes- reizen umgeben, und dennoch nimmt sie im Moment nur eine Blume wahr. Die Pupille des Auges ist so eingestellt, dass eben nur diese eine Blume scharf auf der Netzhaut abgebildet wird. Das bedeutet: aus irgend einem inneren Grund hat das M\u00e4dchen seine Aufmerksamkeit gerade dieser Blume zugewendet. Dieser Vorgang ist allerdings nur psychologisch beschreibbar. (Mehr dar\u00fcber im Kapitel \u00abAufmerksamkeit\u00bb) Allerdings werden auch die anderen Sinneseindr\u00fccke das Gesamtereignis und seine Rezeption deutlich beeinflussen, auch wenn ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Eines wird dabei ganz deutlich:<\/span><\/strong><br \/>\nDie Wahrnehmung ist ein Prozess, bei dem die Sinnesorgane vom Empfang bis zur Reizweiterleitung von bereits gespeicherten Informationen gesteuert werden. Diese werden bewusst, also absichtlich oder unbewusst beeinflusst. In jedem Falle sind neben rein \u00e4u\u00dferlichen Faktoren auch irrationale oder psychologische Ebenen beteiligt. Man muss sich dar\u00fcber klar sein, dass eine Vielzahl psychologischer Aspekte das Ergebnis der Reizverarbeitung bestimmen.<\/p>\n<p>Demnach ist Wahrnehmung eine durchaus aktive Verhaltensweise und dazu eine sehr komplexe Leistung. Um dieses noch deutlicher zu machen, ist es sinnvoll, das Wort \u00abWahrnehmungsgestaltung\u00bb oder den Begriff \u00abWahrnehmungsorganisation\u00bb zu benutzen. Oft wird bei der Diskussion \u00fcber die Sinnesorgane das Gleichgewichtsorgan im Ohr vergessen, das z.B. beim Empfinden von Beschleunigungen wirksam wird. Und man unterschl\u00e4gt auch gerne, dass alle Lebensvorg\u00e4nge im K\u00f6rper von Empfindungen und von Reizungen unz\u00e4hliger Nervenzellen, von subjektiven Gef\u00fchlen des Druckes und der Temperatur begleitet werden, die in ihrer Leitf\u00e4higkeit auch von unbewussten Determinanten beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollte man auch ber\u00fccksichtigen, dass Sinneseindr\u00fccke niemals eine Momentaufnahme in einem Vakuum ohne jeden Sinnesreiz sind, sondern sie bestehen \u2013 nat\u00fcrlich in unterschiedlicher Menge und Strukturierung \u2013 immer in einem Ablauf von Zeit und in einem strukturierten Raum. Wenn man sich diesen Umfang von Sinneseindr\u00fccken in ihrer Gesamtheit einmal vorstellt, dann ist es leicht zu begreifen, dass es schon einer hervorragenden Organisation oder Gestaltung der Wahrnehmung bedarf, damit der Mensch in komplexen Lebenssituationen \u00fcberlebens- und handlungsf\u00e4hig bleibt.<\/p>\n<p>Diese Vorg\u00e4nge erfolgen in der Regel spontan, ohne Leitung des Bewusstseins, schneller und mit gr\u00f6\u00dferer Zuverl\u00e4ssigkeit, als es absichtliche \u00dcberlegungen erlauben w\u00fcrden. Dar\u00fcber hinaus kann der Mensch nat\u00fcrlich seine Wahrnehmung in gewissen Grenzen willentlich beeinflussen. Er kann zum Beispiel seine Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Detail im Gesamtfeld aller ihn umgebenden Reize konzentrieren. Man kann auch nach spezifischen Bedeutungen suchen. In vielen F\u00e4llen wird man eine besondere Wahrnehmungsgestaltung absichtlich im Sinne eines vorgenommenen Zieles hervorrufen. In sehr vielen Phasen des Lebens wird von der Person keine absichtliche Wahrnehmungsgestaltung angewendet, weil sie sich in der Abwicklung von Routineprozessen befindet, die keiner genauen Betrachtung bed\u00fcrfen, weil die zugeh\u00f6rigen Abl\u00e4ufe vielfach trainiert wurden.<\/p>\n<p>Viele Experimente zur Wahrnehmung finden vor allem in Labors statt, in denen durch besondere Anordnungen des Versuchs gezielt st\u00f6rende Wahrnehmungsinformationen ausgeschaltet werden, um eine einzelne Reaktion statistisch relevant beurteilen zu k\u00f6nnen. Dabei wird jedoch oft und ohne bewusste Kontrolle das psychologische Setting der Testpersonen ignoriert. Aber Sie wissen es selbst aus eigener Erfahrung, dass z.B. die gesundheitliche Konstitution oder \u00c4rger, Zorn, Eifersucht und Neid, oder ein fundamentales prim\u00e4res Bed\u00fcrfnis die Wahrnehmung erheblich ver\u00e4ndern kann. Dabei sollten auch die Auswirkungen des morphogenetischen Feldes, wie es von Rupert Sheldrake beschrieben wurde, ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">1.3 Bedeutung der Wahrnehmungslehre<\/span><\/p>\n<p>Warum befassen sich viele Psychologen, Soziologen, P\u00e4dagogen, Werbestrategen und Medien-Designer mit diesem komplexen Bereich?<br \/>\nUnter vielen anderen Gr\u00fcnden scheint eine Tatsache besonderes wichtig zu sein:<br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\"><strong>Wie der Mensch sich verh\u00e4lt, h\u00e4ngt zum gro\u00dfen Teil davon ab, wie er die ihn umgebende Welt erfassen kann.<\/strong> Also alle Lebensreaktionen des Menschen auf seine soziale, humane, technische und nat\u00fcrliche Umwelt sind eingebettet in ein Feld von Wahrnehmungen, die er selbst aktiv oder unbewusst ausw\u00e4hlt und damit gleichzeitig durch eine vorgepr\u00e4gte Organisation seiner Sinnesorgane bestimmt. Viele Faktoren liegen allerdings in seiner wesensm\u00e4\u00dfigen Pr\u00e4gung.<\/span><\/p>\n<p>Also Charakter, Rasse und soziales Umfeld und seine aktuelle physiologische als auch psychologische Konstitution bzw. Absichtseinstellung sind mitbestimmende Kriterien, wie und was wahrgenommen und wie es im Menschen verarbeitet wird.<\/p>\n<p>Es ist demnach in einem gewissen Rahmen m\u00f6glich, aus den Beschreibungen dessen, was und wie der Mensch wahrgenommen hat, und aus seinen definierbaren Reaktionen darauf, auf sein k\u00fcnftiges Verhalten zu schlie\u00dfen. Auch wird immer wieder versucht, durch besondere Reize f\u00fcr die Wahrnehmung, das Verhalten des Menschen zu beeinflussen, so wie es durch Propaganda oder Werbung in Medien und Internet, durch Massenveranstaltungen, sei es kultureller, sportiver, politischer oder religi\u00f6ser Art permanent ausgef\u00fchrt wird. Auch die stete zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb der Gesellschaft zwischen Nachbarn, Partnern oder Familienmitgliedern bedient sich fortw\u00e4hrend der selben Mechanismen. Wie eingangs beschrieben, ist der Vorgang der Verhaltensstimulierung durch Wahrnehmungsreize jedoch recht komplex, dass man nicht von einer direkten R\u00fcckkopplung auf das Verhalten sprechen kann. Die totale Verflechtung meist nicht ganz erforschter psychologischer und physiologischer Vorg\u00e4nge bei der Wahrnehmung st\u00f6ren nicht nur den Werbefachman und den Propagandastrategen, sondern erschwert nat\u00fcrlich auch den empirischen Zugang zu einzelnen Vorg\u00e4ngen in der Arbeitswelt oder der F\u00fchrung von Besucherstr\u00f6men in gro\u00dfen St\u00e4dten, auf Bahnh\u00f6fen oder Flugh\u00e4fen.<\/p>\n<p>Eine zus\u00e4tzliche Barriere f\u00fcr die genaue wissenschaftliche Untersuchung ist das Zusammenwirken mehrerer Sinnesorgane, auch Syn\u00e4sthesie genannt. So ist f\u00fcr das M\u00e4dchen auf der Wiese das Bild der Blume unl\u00f6sbar verkn\u00fcpft mit dem Singen der V\u00f6gel und dem Duft nach frischem Gras und ihrem aktuellen Zustand des Verliebtseins. Es konnte noch nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt werden, wie weit sich dabei die Wahrnehmungen der Sinnesorgane gegenseitig verst\u00e4rken oder abschw\u00e4chen. Eine ganze Reihe von Erfahrungen konnten schon beim Zusammenwirken von Farben und Musik zusammen getragen werden.<\/p>\n<p>Bei der Durchf\u00fchrung von Happenings, Sessions oder Events bedient man sich zunehmend der Steigerung der Sinneseindr\u00fccke durch gezieltes Zusammenspiel von Farben und Formen sowie Farben plus Licht und Bewegung gekoppelt mit der eigenen Aktion des K\u00f6rpers, wie es in vereinfachter Form in jeder Diskothek zu finden ist. \u00dcberall wo viele Menschen mitwirken, ist nat\u00fcrlich auch der olfaktorische Reiz (der Geruch) mit einbezogen, was in seiner Dominanz nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Wer sich einmal mit dem Thema Massenpsychose besch\u00e4ftigt hat (Le Bon), dem erkl\u00e4ren sich auch die grandiosen Wirkungen religi\u00f6sen Feiern, Prozessionen oder politischer Machtdemonstrationen und bei gro\u00dfen Demonstrationen.<\/p>\n<p>Diese Einf\u00fchrung in die Wahrnehmung versucht ganz vorsichtig, die Vorg\u00e4nge und Erscheinungen zu umrei\u00dfen, die zur Zeit erforscht wurden, wobei der Schwerpunkt in dieser Zusammenstellung der bekannten Daten auf der visuellen Wahrnehmung liegt. Es ist f\u00fcr jeden Informatiker und Designer, ganz gleich welcher Kategorie, von gro\u00dfem Vorteil, diese Wahrnehmungsph\u00e4nomene etwas genauer zu kennen, auch wenn das kreative Potential meist im Unterbewusstsein verborgen ist, das keinen rationalen Zugriff zul\u00e4sst. Jeder Gestalter hat die M\u00f6glichkeit, wenn er sich der wichtigsten Faktoren bewusst ist, diese f\u00fcr seine Arbeiten gezielt einzusetzen, bzw. seine Kreation so vorzunehmen, dass z.B. bestimmte optische T\u00e4uschungen oder andere Wahrnehmungsph\u00e4nomene geschickt den Aufmerksamkeitswert steigern oder durch ihr Auftreten die Kommunikation behindern k\u00f6nnen. Damit erreicht er sicherer, dass seine Gestaltungen so aufgenommen werden, wie es von ihm beabsichtigt war.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>1.4 Wahrnehmung und Bewusstsein<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Wer sich konkret mit den Ph\u00e4nomenen der Wahrnehmung befassen will, ist eigentlich gezwungen, sich des Themas \u201eBewusstsein\u201c einmal etwas genauer anzunehmen, denn jede Wahrnehmung wird im Bewusstsein des Wahrnehmenden aufgerufen, sei es nun Mensch oder Tier oder Pflanze.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Beginnen wir mit einigen pr\u00e4gnanten Fragen<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\">Wie benimmt sich Bewusstsein, wie arbeitet es?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Was transportiert das Bewusstsein?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Ist das Bewusstsein etwas substanzartiges oder etwas energetisches? \u2013 Wenn ja, was?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Wer hat Bewusstsein? \u2013 Kann man es \u00fcberhaupt besitzen?<\/span><\/p>\n<p>Es ist schon erstaunlich, wenn die D\u00fcsseldorfer Neuropsychologin Petra Stoerig schreibt: \u00abDas einzige, was ich sicher wei\u00df, ist, dass ich selbst bei Bewusstsein bin. Und dann kann ich nat\u00fcrlich vermuten, mein Gegen\u00fcber hat das wahrscheinlich auch. Aber nachweisen kann ich das letztlich nicht.\u00bb<br \/>\nWarum empfinden wir Lichtwellen als Farben, und Schallwellen als T\u00f6ne?<br \/>\nWarum sehen wir langwelliges Licht als \u00abRot\u00bb, und kurzwelliges als \u00abViolett\u00bb?<br \/>\nDer Berliner Philosoph Peter Bieri macht den Rahmen der wissenschaftlichen Unkenntnis zu diesem Ph\u00e4nomen anhand eines Gedankenspiels deutlich: <em>\u00abSelbst wenn wir einen genauen Einblick in das Gehirn gew\u00f6nnen, selbst wenn wir genau beobachten k\u00f6nnten, wie die Neuronen auf welche Reize reagieren, w\u00fcrde uns dies bei dieser Untersuchung keinen Schritt zu der Erkenntnis dessen voranbringen, was wir so schlechthin Bewusstsein nennen.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Die meisten Wissenschaftler, die sich mit den Fragen des Bewusstseins und der Wahrnehmung besch\u00e4ftigen, sind im Grunde ihres Seins unverbesserliche Materialisten. Darum suchen sie mit den ihnen vertrauten Bildern ihrer Umwelt, die nat\u00fcrlich der materiellen Empirie entliehen wurden, nach einer Konkordanz mit dem, was eigentlich nicht materiell sein kann.<br \/>\nWahrnehmung und Bewusstsein entfalten sich und vermitteln sozusagen zwischen den menschlichen Vorstellungen oder Erinnerungen, auch abstrakter Art, wie z.B. Zuneigung, Hass, Liebe, Eifersucht etc. und den aktuellen Empfindungen der inneren Wahrnehmung, meist unterbewusst, und zwischen allen sinnesorganischen Registrierungen.<br \/>\nDabei sollte das Erinnern, Denken oder Bedenken eigentlich auch als <strong>eine Art<\/strong> sinnesorganische Wahrnehmung angesehen werden, an der das Bewusstsein direkten Anteil hat. Und das ist, wie alle reifen Menschen best\u00e4tigen werden, v\u00f6llig immateriell, obwohl es im K\u00f6rper mit organischen und zellul\u00e4ren Reaktionen verbunden erfahren wird. Und nur darum wird das Erfassen von den Empirikern als eine Eigenschaft der Materie angesehen, wie so eine Art Reflektion der Oberfl\u00e4che.<br \/>\nTats\u00e4chlich findet wohl ein Teil der Informationsleitung zwischen den Sinnesorganen und den Gehirnarrealen tats\u00e4chlich rein materiell statt. Aber die Erkenntnisstruktur, warum z.B. Gr\u00fcn nun einmal Gr\u00fcn ist und nicht Rot, oder ein Ton \u2019a eben nur dieser Ton und kein anderer ist, dass sind virtuelle Bestimmungen, geboren aus dem Zusammenleben in einer Kultur. Diese \u00dcbereink\u00fcnfte entstammen einem unstofflichen Lebensbereich, der mit dem materiellen Dasein koexistiert.<\/p>\n<p>Eine weitere Frage ist weiterhin von eminenter Bedeutung f\u00fcr den europamerikanisch erzogenen Menschen:<br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\"> <strong>Hat der Mensch, der K\u00f6rper das Bewusstsein, ist er selbst sozusagen der Besitzer der Bewusstheit?<\/strong> <\/span><\/p>\n<p>Es ist die Regel aller westeurop\u00e4ischen Philosophie, dass die Bewusstheit,\u00a0 ja das Leben selbst, eigentlich vom Menschen ausgeht, dass es ihm innewohnt. Die Umwelt nimmt er mit seinen Sinnesorganen wahr, die der Mensch besitzt. Und es gibt heute in der Quantenphilosophie sogar Philosophen, die die Behauptung aufstellen, nur weil der Mensch die Welt wahrnimmt \u2013 er sie also misst \u2013 wird die Welt existent, wahrnehmbar.<br \/>\nBereits Theillard de Chardin versuchte in einem seiner hervorragenden B\u00fccher \u00abLe Ph\u00e9nom\u00e8ne Humain &#8211; Der Mensch im Kosmos\u00bb folgendes zu dokumentieren: \u00abJedes Materieteilchen besitzt ein Geistteilchen. Die Summe dieser Geistpartikel repr\u00e4sentiert in seinem Denken Gott, den Gott dieser Welt.\u00bb Doch \u2013 es sei hier nur am Rande bemerkt, denn es geh\u00f6rt in ein anderes Lehrgeb\u00e4ude \u2013 Geist ist unteilbar, er ist immer und \u00fcberall unabh\u00e4ngig von jeder anderen Offenbarungsqualit\u00e4t.<br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\">Damit wird dann eigentlich auch deutlich, dass Bewusstsein einer anderen Dimension angeh\u00f6rt.<\/span> Es kann sich im Stoff manifestieren, ist aber keine materielle Qualit\u00e4t, sondern eine metaphysische, die allerh\u00f6chstens mit psychologischen Denkmodellen angedeutet werden kann.<\/p>\n<p>Dabei ist jedoch ganz deutlich der prinzipielle Fehler der westlichen Wissenschaftler zu erkennen. Die Materie bringt nicht das Geistige hervor, oder das Bewusstsein oder wie auch immer. Wie eigentlich jeder einigerma\u00dfen gebildete Mensch leicht feststellen kann, werden wir in unserem Leben von den Inhalten unseres Denkens und F\u00fchlens bewusst oder unbewusst gelenkt. Oder sehen Sie das immer noch anders?<\/p>\n<p>Der Gedankenfehler liegt bei vielen Wissenschaftlern \u2013 Neuropsychologen und Informatiker \u2013, also in der Definition oder Kategorisierung dessen, was unter Bewusstsein verstanden werden darf. Warum kann man von einem Gedankenfehler sprechen?<br \/>\nDie Grundpr\u00e4gung unseres Wesens oder Charakters basiert auf den Wahrnehmungen zur Selbsterhaltung des K\u00f6rpers und den damit verbundenen materiellen Erfahrungen im Kleinkindesalter, die von den unterbewussten \u00dcberlebensstrategien des heranwachsenden Menschen gepr\u00e4gt sind. Dies f\u00fchrte zu der logischen Schlussfolgerung, die im kindlichen Langzeitged\u00e4chtnis abgespeichert und dem Heranwachsenden von allen Erziehern immer wieder erneut best\u00e4tigt wird, dass das Leben vor allem ein \u00dcberlebenskampf, ein Ringen mit der unbarmherzigen <strong>materiellen<\/strong> Umgebung ist. Dabei wird in der westlich-christlichen Kultur wie selbstverst\u00e4ndlich die karmische Vorpr\u00e4gung aus fr\u00fcheren Inkarnationen \u00fcbersehen. Derartige Gedanken wurden schon bei einem kirchlichen Konzil um 333 n.Chr. mit dem Bannfluch belegt.<\/p>\n<p>Auch darum stellt sich heute im Zeitalter der maschinellen Fortschrittstechnik die Fortbildung aller Menschen in etwa so dar:<br \/>\nDie Schulbildung ist zu einer Vorbereitung f\u00fcr den Arbeitskampf geworden, um so den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein. Bildung, Ausbildung, Studium und Forschung sind Strategien f\u00fcr den \u00dcberlebenskampf, Selbsterhaltung, Arterhaltung, Systemerhaltung.<\/p>\n<p>Die P\u00e4dagogen aller Lehranstalten f\u00fchren die heranwachsenden Kinder in die totale Befestigung dieses Irrtums: alles ist Materie, die Materie ist der Ursprung allen Seins. Seit Aristoteles, Bacon und Isaak Newton bis zu Einstein, ist nur die von jedem Menschen nachpr\u00fcfbar wahrnehmbare Empirie die Wirklichkeit der Natur und des Lebens. So kann dann Pawlov mit einigen Experimenten darstellen: Gef\u00fchle, Gedanken, Empfindungen sind eine Reaktion auf materielle Reize, und alle Behavioristen folgen seinem Denken. Jedoch beginnen sich die Zeiten zu \u00e4ndern. Viele moderne Philosophen, die sich sowohl mit den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch mit neuen Erkenntnissen indischer Maharishis befasst haben, erlauben sich, ein esoterisch spirituelles Weltbild vorzustellen, in dem unstoffliche Kraftwirksamkeiten, ein Akashafeld oder ein PSI-Feld von gro\u00dfer Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Es lohnt sich, \u00fcber die Frage, warum sich das so entwickelt hat, tiefer nachzudenken. Zun\u00e4chst kann man sagen: weil die physikalischen, biophysikalischen, chemischen und atomaren Experimente auf die materiellen Messger\u00e4te abgestimmt durchgef\u00fchrt werden, k\u00f6nnen nur materielle Auswirkungen wahrgenommen und begutachtet werden. Von den Ergebnissen dieser einseitigen Experimente, die auch noch auf den Ergebnissen der Gedanken aller Mitwirkenden beruhen \u2013 was auch bedenkenlos zugegeben wird (morphogenetisches Feld von Rupert Sheldrake) \u2013 werden dann konkrete Modelle der Sch\u00f6pfung geschaffen. Das sind nat\u00fcrlich Gedankenmodelle, in denen v\u00f6llig immaterielle Kraftfelder ihre Wirkung entfalten.<\/p>\n<p>Nach Aussage der westlichen Wissenschaftler bleibt Bewusstsein also eine Eigenschaft der Zellen, genau gesagt der Nervenzellen im Gehirn, also eine Art Produkt der materiellen Organe. Es scheint doch, dass diese Annahme mehr ein Glaube an die eigenen Vereinbarungen ist, als eine Tatsache. Denn in den bev\u00f6lkerungsreichen L\u00e4ndern China und Indien wird die Qualit\u00e4t Bewusstsein doch etwas anders gesehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Und so muss es noch einmal konkret gefragt werden:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\"><strong>Was ist das Bewusstsein wirklich?<\/strong> \u2013 Wie und wo ist sein Raum, in dem es existiert und aus dem es uns lenkt? Oder ist es eine imagin\u00e4re Chim\u00e4re?<\/span><br \/>\nSicher nicht, denn jeder Mensch ist selbstbewusst bis hochm\u00fctig, stets arrogant auf seiner pers\u00f6nlichen Weltanschauung beharrend. Manchmal zieht er daf\u00fcr bis in den Krieg. Wer sich der vielen Religionskriege erinnert, die die Menschheits-Geschichte wie ein roter Faden durchziehen, wei\u00df was hiermit gemeint ist. Alles ist doch nur eine Frage des \u201eBewusstseins\u201c.<\/p>\n<p>Wer k\u00f6nnte uns aus diesem Irrgarten von Anschauungen und vorgefassten Vorstellungen einen Ausweg zeigen? &#8211;<br \/>\nGibt es eine nachvollziehbare Methode, dem nahe zu kommen, was uns stetig begleitet wie das Atmen?<\/p>\n<p>Versuchen wir, diesem Gedanken gemeinsam zu folgen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #c40202;\">Erfassen wir achtsam, was wir lesen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Erfassen wir definitiv achtsam, dass wir lesen?!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Erfassen wir achtsam, wie das alles in uns geschieht?<\/span><\/p>\n<p>Das sind konkret Gedanken, die Buddha bereits seinen M\u00f6nchen vor \u00fcber 2000 Jahren gelehrt hat. Man kann heute durchaus davon ausgehen, dass der Buddha sehr wohl sehen konnte, was das Bewusstsein ist und welche Rolle es in den Menschen spielt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><span style=\"color: #c40202;\">Ist das Sehen nur ein materieller Vorgang in den Augen und in den Nerven?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Wo und wie schaue ich hin, wenn ich lese?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Ist es der einzelne Buchstabe, der Sinn macht? \u2013<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\"> Ist es das Wort? \u2013 Oder ist es der Satz? \u2013<\/span><\/p>\n<p>Die Aneinanderreihung von Buchstaben erzeugen ein Wort, das Wort hat einen Sinn. \u2013<br \/>\nWo ist der Sinn?<br \/>\nEr ist nicht die Abfolge der Buchstaben! Der Sinn eines Wortes ist eine mentale Vereinbarung mit Menschen, mit den Mitmenschen unserer Sprache. In dieser angelernten \u00dcbereinkunft wurde das Wort einstmals mit einer Bedeutung versehen. Diese Bedeutung wurde auch mehrmals ver\u00e4ndert und die Bedeutung ist durch die gemeinsame Verwendung einer Volksgruppe entstanden.<br \/>\n<strong>T I S C H<\/strong> \u2026 ist f\u00fcr jeden Erwachsenen ein Tisch und kein Flugzeug, was er f\u00fcr Kinder in ihrer Fantasie aber durchaus noch sein kann.<br \/>\n<span style=\"color: #c40202;\">Woher kommt die Bedeutung?<\/span> \u2013 In einem Bedeutungslexikon steht nur der etymologische Zusammenhang des Wortes, vielleicht auch, wie die Bedeutung im Laufe der Zeit modifiziert und von wem wof\u00fcr benutzt wurde. Aber die Bedeutung ist absolut keine materielle Erscheinung, sie ist nicht in den gedruckten oder niedergeschriebenen Buchstaben enthalten. Das ist f\u00fcr jeden plausibel. Sie schwebt sozusagen virtuell zwischen den Leser und dem Buch.<\/p>\n<p>Wenn man nun mehrere W\u00f6rter zu einem Satzgebilde aneinander reiht, dann entsteht ein \u00fcbergreifender Sinninhalt, der im Bewusstsein angekommen, zahllose verschiedene psychologische Affekte im Leser ausl\u00f6sen kann. Er reagiert m\u00f6glicherweise mit Interesse oder mit Abscheu, seine Gef\u00fchlspalette entfaltet sich je nach Inhalt des Satzes und je nach augenblicklicher Einstellung. Das alles sind v\u00f6llig immaterielle Reaktionen, die sich nicht direkt von den farbigen Schriftzeichen auf dem Papier ableiten lassen, sondern von der Bedeutung und seinem Appeal f\u00fcr den Menschen in seinem Setting abh\u00e4ngen.<br \/>\nEs geschieht etwas mit dem Leser in seinem Denken und F\u00fchlen. Es beginnt mit dem Erkennen des Sinnes. Angeregt durch seine psychische Neugier beginnt der Leser zu lesen. Nun begegnet er dem Sinn des Satzes im Erfassen resonanter Erinnerungen. Das wird in diesem Zusammenhang als Ged\u00e4chtnis bezeichnet, einem Vorrat an bereits vorhandenen Ansichten und Vorstellungen. Bleiben wir uns ganz bewusst und betrachten wir diesen Vorgang noch einmal sehr genau. Die Augen sehen das Wort- und Satzbild. Die Sehnerven vermitteln das Bild an den Cortex. Doch es sind nicht die Sehnerven, die den Sinn \u00fcbertragen, es ist vielmehr das innere Erfassen, das den Sinn des Satzes beim Lesen aufnimmt. Allein dieser Vorgang macht das Lesen m\u00f6glich, allein das Immaterielle bewirkt ein richtiges Verstehen und die Kommunikation.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir also erst einmal festhalten:<br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\">Die mit stofflichen Sinnesorganen aufgenommenen S\u00e4tze in hunderten von Sprachen, gesprochenen oder geschriebenen, schenkt das unstoffliche Bewusstsein dem Menschen mit seinem Denkverm\u00f6gen die F\u00e4higkeit, darin einen Sinn zu erkennen.<\/span> Wir gehen davon aus, dass die Aufnahme der Sprache oder Schrift mit Hilfe der stofflichen Sinnesorgane geschieht und der Sinninhalt mit Hilfe des virtuellen Organs Verstand erfasst wird.<\/p>\n<p>Unser Beispiel war das Lesen, aber es k\u00f6nnten auch andere Informationen sein, die das Erfassen aufnimmt und der Mensch sich f\u00fcr eine gewisse Zeitspanne damit verbindet. Wie ist es z.B. mit der Musik, mit dem Tr\u00e4umen, dem D\u00e9j\u00e0-vue, bei Meditationen oder bei mystischen Erleuchtungen, usw.?<br \/>\nNach der Affizierung des Denkverm\u00f6gens mit dem Inhalt geschieht nun etwas v\u00f6llig Neues, und dieser Vorgang geht dank dem Denkverm\u00f6gen sehr sehr schnell von statten. Das aufgenommene Sinnhafte wird bereits im Erkennen sofort mit im Ged\u00e4chtnis gespeicherten Erinnerungen an fr\u00fcher aufgenommenes Sinnhaftiges gleicher Art abgeglichen und davon direkt bewertet. Wir beurteilen bereits im Wahrnehmen, hat Goethe sehr trefflich geschrieben.<\/p>\n<p>Aber \u2013 und das muss jetzt betont werden \u2013 all dieser Sinnesaustausch findet zwar mit Hilfe der materiellen Bestandteile und Zellen in den Nervenbahnen und im Gehirn des K\u00f6rpers statt. Die Wahrnehmung im und durch das Bewusstsein ist jedoch im Wesen kein stofflicher Vorgang, keine nachweisbare physikalische Erscheinung. Auch wenn bei dem Erfassen verschiedene Faktoren physiologischer Art der Sinnesorgane mitgestalten, wie etwas vom Tagesbewusstsein des Lesers aufgenommen werden kann.<br \/>\nEs handelt sich stets um Bewusstseinsinhalte, wie wir nun an uns selbst beobachtet haben. So wenig wie der Wein der Krug ist, so wenig ist der bewusst aufgenommene Sinn eines Ereignisses die materielle Manifestation des Ereignisses. Die Wahrnehmung und ihr Sinn sind eine nicht materielle Ausstr\u00f6mung des Ereignisses, so w\u00fcrden die Psychoanalytiker sagen. In diesem Zusammenhang kann dann auch die andere Frage beantwortet werden:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><span style=\"color: #c40202;\"><strong>Ebenso wenig wie das Bewusstsein des K\u00f6rpers der K\u00f6rper selbst sein kann, genauso wenig besitzt der K\u00f6rper das Bewusstsein.<br \/>\nWir haben also kein Bewusstsein, allerh\u00f6chstens <\/strong><strong>k\u00f6nnen wir \u00fcber ein Bewusstsein verf\u00fcgen, wenn uns das bewusst ist<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p>Das Tagesbewusstsein arbeitet in der Wahrnehmung mit den Sinnesorganen des K\u00f6rpers zusammen. Wenn Sie z.B. einem Konzert lauschen, dann erleben Sie nicht nur die Vibrationen der H\u00e4rchen in der Schnecke ihres Innenohres. Sondern Sie lauschen verz\u00fcckt und emotional tief bewegt den Kl\u00e4ngen eines Musikst\u00fcckes, z.B von Mozart oder Beethoven oder eines anderen Komponisten. Im inneren Erfassen, vor dem inneren Auge tauchen Bilder auf, die sich ganz mit Gef\u00fchlen, Gedanken f\u00fcllen, den immateriellen Sinninhalten des Ged\u00e4chtnisses fr\u00fcherer Erlebnisse, oder sich mit aktuellen oder erinnerten Trauminhalten verbinden. Das geschieht ganz von selbst beim H\u00f6ren oder beim Lesen, mehr oder weniger passiv.<\/p>\n<p>Das alles ist nat\u00fcrlich mit verschiedenen Reaktionen im K\u00f6rper verbunden. Jedoch das wirkliche Geschehen im aktuellen Bewusstsein wirkt v\u00f6llig losgel\u00f6st oberhalb aller Materie. Es findet sozusagen in einem unstofflichen Raum statt, auch wenn es mit der stofflichen Erscheinung des K\u00f6rpers der Pers\u00f6nlichkeit gekoppelt ist und von den biophysikalischen Prozessen in den Sinnesorganen abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Bevor wir uns wieder ganz konkret den Wahrnehmungsmechanismen widmen, halten wir verschiedene Erkenntnisse von eben noch einmal fest, pr\u00e4gen sie in unser Ged\u00e4chtnis ein, so weit das m\u00f6glich ist:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Das Bewusstsein ist eine fundamentale Kraft hinter allem Erfassen, Sehen, H\u00f6ren, Schmecken, Riechen, Tasten, F\u00fchlen, Erahnen, Denken, Bewerten, Urteilen und Erinnern; das Erfassen und Speichern geschieht im Wesen ohne ein absichtliches, konkretes Zutun der Pers\u00f6nlichkeit.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Bewusstsein ist kein Besitz, keine Eigenschaft oder Ausstr\u00f6mung der Materie. Es ist zwar eine konkrete Begleiterscheinung des materiellen Daseins, aber dieses besitzt es nicht.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Das Bewusstsein ist urs\u00e4chlich in allen materiellen Erscheinungen und im gesamten Wesen aller lebenden K\u00f6rper implizit existent.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Ohne Bewusstsein gibt es keinerlei Sein. H\u00f6chstens ein Existieren, ein Vegetieren. Wenn man die Art und Wirkungsweise des bewussten Erfassens beschreiben will, kann man sagen:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\"> die Person nimmt etwas Unstoffliches auf, z.B. den Sinn eines Satzes, die musikalische oder emotionale Bedeutung eines Musikst\u00fcckes, die Z\u00e4rtlichkeit der Geliebten, die Sch\u00f6nheit<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c40404;\"> einer Landschaft etc.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Das Denkverm\u00f6gen im Bewusstsein \u00fcbergibt das Wahrgenommene an einen Speicher der Erinnerungen, an das Ged\u00e4chtnis. Dort wird das Neu-bewusste mit den voran gegangenen Sinninhalten abgeglichen und verkn\u00fcpft und das Erkennen spiegelt die Quintessenz dessen, also den bewertenden Sinn in das aktuelle Tagesbewusstsein zur\u00fcck; z.B. die Suppe schmeckt nach Muttern; das habe ich verstanden; der Tisch gef\u00e4llt mir, er k\u00f6nnte in unsere Einrichtung passen; das Konzert hat mich an meine Freundin erinnert, ich war zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt usw..<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Alles das spielt sich auf einer v\u00f6llig unstofflichen metaphysischen Ebene ab, obgleich f\u00fcr die k\u00f6rperlichen Wesen alle bewusste Erfahrungen \u00fcber die physiologische Wahrnehmung abgewickelt werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #c40404;\">Man kann die neuronalen Erregungen im Gehirn messen, man wei\u00df um die Zellaktivit\u00e4ten der Sinnesorgane bei der Wahrnehmung. Aber all das transportierte Sinnenhafte bleibt dabei v\u00f6llig au\u00dfen vor. Es kann von den materiell eingesetzten Apparaten nicht wirklich dargestellt werden, und es bleibt immer nur ein Abbild von etwas Unstofflichem.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h4><span style=\"color: #000080;\"><strong>1.0 Zusammenfassung:<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Wer sich ernsthaft mit der Wahrnehmungslehre befassen will, ger\u00e4t automatisch in das Grenzgebiet zwischen den Wissenschaften Physiologie und Psychologie. Die Geisteswissenschaft der esoterischen Autoren w\u00fcrde helfen, einige unerkl\u00e4rliche H\u00fcrden zu \u00fcberwinden, wenn sie in diesem Kontext akzeptiert werden k\u00f6nnte. (Siehe Anhang)<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40202;\">Die Wahrnehmung ist ein \u00fcberaus komplexer Prozess, bei dem die Sinnesorgane \u00fcber das Bewusstsein von den bereits gespeicherten Informationen gesteuert werden. Diese werden also gezielt bewusst oder unbewusst beeinflusst. In jedem Falle sind \u00e4u\u00dfere Faktoren und auch rationale Ebenen beteiligt, aber auch eine Vielzahl psychologischer Aspekte bestimmen das Ergebnis der Reizverarbeitung.<\/span><br \/>\nWie der Mensch sich verh\u00e4lt, h\u00e4ngt zum gro\u00dfen Teil davon ab, erstens, wie er die ihn umgebende Welt mit und durch seine Vorpr\u00e4gungen wahrnehmen kann und darauf interagiert und zweitens, welche Wahrnehmungen (Sensationen) durch gesellschaftliche Vorgaben tabuisiert sind und darum verdr\u00e4ngt werden m\u00fcssen. Also alle Lebensreaktionen des Menschen \u2013 ob positiv aktiv oder negativ passiv \u2013 auf seine soziale, humane, technische und nat\u00fcrliche Umwelt sind eingebettet in ein vieldimensionales Feld von Wahrnehmungen, die er selbst bewusst oder unbewusst selektiert und damit gleichzeitig durch eine vorgepr\u00e4gte Organisation seiner Sinnesorgane und seiner gespeicherten Erfahrungen und sozialen Vorschriften determiniert. Viele dieser Faktoren liegen dabei in der Pr\u00e4gung seines Wesens, also im Charakter, in der Rasse und in seinem sozialen Umfeld, sowie in seiner aktuellen physiologischen und psychologischen Konstitution bzw. Absichtseinstellung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #c40202;\">Karl Marx erkl\u00e4rt: \u00abDie Umwelt pr\u00e4gt den Menschen\u00bb.<\/span> Dabei ist einerseits von grundlegender Bedeutung, mit welcher inneren Aktualit\u00e4t und Affinit\u00e4t der Mensch seine Umwelt wahrnehmen kann. Andererseits sollte auch gekl\u00e4rt sein, was hier als die Umwelt des Menschen definiert wird. Nur das materielle Daseinsgebiet oder auch die unstofflichen Felder der okkulten Lebensbereiche, die unbewusst das Dasein bestimmen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #c40202;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">N\u00e4chstes Kapitel:<\/span> Kapitel 2.0 Allgemeine Wahrnehmungskriterien<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Reizaufnahme Die erste Grundregel: Keine Wahrnehmung beginnt ohne vorherige Informationsaufnahme und Speicherung. Oder anders ausgedr\u00fcckt, der Wahrnehmende ist stets im voraus bereits eingestimmt, von empfangenen Informationen unterschiedlicher Art vorgepr\u00e4gt, mit zahllosen Vorstellungen ausger\u00fcstet und vielen Erwartungen angef\u00fcllt. Er kann immer nur das wahrnehmen, was sein aktuelles Setting zul\u00e4sst, was seine Konditionierung bereits an Aufmerksamkeit &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.artokora.de\/?p=8007\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e1.0  Reizaufnahme\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8019,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[719,670,79,718,713,663,721,439,211,715,698,712,716,717,714,684,720,347,338],"class_list":["post-8007","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gedanken-schaetze","tag-bedenken","tag-bewerten","tag-bewusstsein","tag-erahnen","tag-erfahrung","tag-erfassen","tag-erinnern","tag-fuehlen","tag-gedaechtnis","tag-hoeren","tag-konditionierung","tag-reizaufnahme","tag-riechen","tag-schmecken","tag-sehen","tag-sinnesorgane","tag-urteilen","tag-vorstellungen","tag-wahrnehmung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8007"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8007"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8557,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8007\/revisions\/8557"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artokora.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}