{"id":8166,"date":"2017-09-30T06:36:40","date_gmt":"2017-09-30T04:36:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8166"},"modified":"2018-04-23T14:21:59","modified_gmt":"2018-04-23T12:21:59","slug":"5-0-synaesthesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8166","title":{"rendered":"5.0 Syn\u00e4sthesie"},"content":{"rendered":"<p>Unter den Begriff <span style=\"color: #003366;\"><strong>Syn\u00e4sthesie<\/strong><\/span> werden alle Erscheinungen eingereiht, die sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Sinnesempfindungen ergeben, im besonderen Wahrnehmungen eines Sinnesorgans, die wie Wahrnehmungen eines anderen empfunden werden. Dieser Bereich der kooperativen Wahrnehmung ist bis 1980 nur auf einzelnen Gebieten n\u00e4her untersucht worden, obwohl es bekannte und allgemein gel\u00e4ufige Ver\u00e4nderungen in der Wahrnehmung gibt, die durch sich gegenseitig beeinflussende Sinneseindr\u00fccke hervorgerufen werden.<br \/>\nNehmen wir an, ein hungriger Mensch bek\u00e4me ein saftiges Steak bei blauer Beleuchtung serviert. Ihm w\u00fcrde der Appetit vergehen, obwohl sein Ged\u00e4chtnis ihm klar sagt, dass ein Steak nur rot aussehen kann. Bei diesem Fall wird die olfaktorische und gustative Wahrnehmung sehr stark durch den optischen Eindruck ver\u00e4ndert. Der Spruch: \u00abDas Auge isst mit\u00bb zeigt, wie bekannt diese Kooperation zweier Sinnesorgane ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ba0202;\">Wie immer die T\u00e4tigkeit des Menschen beschaffen sein mag, alle seine Sinnesorgane wirken immer als eine Einheit zusammen, auch wenn es separate Ged\u00e4chtnisse gibt.<\/span><\/p>\n<p>Es bestehen enge Verbindungen zwischen den Sinnen Auge, Geh\u00f6r, Gef\u00fchl und Geschmack. Diese im Laufe der Evolution unter dem Einfluss der gemeinsamen Einwirkung und der gemeinsamen Bew\u00e4ltigung verschiedener Umweltreize entstandenen Beziehungen machen sich auf vielerlei Weise bemerkbar.<br \/>\nWer in einem fahrenden Auto sitzt und bei geschlossenen Fenstern mit 160 km\/h dahin f\u00e4hrt, der kann einen kleinen Versuch machen: Beurteilt man die Wahrnehmung der Geschwindigkeit bei geschlossenem Fenster und dann nach einer Weile bei ge\u00f6ffnetem Fenster. Schnell stellt man fest, dass bei ge\u00f6ffnetem Fenster die Geschwindigkeit deutlich h\u00f6her wahrgenommen wird. Besonders signifikant wird es erst, wenn das Erlebnis gleicher Geschwindigkeiten zun\u00e4chst in einem kleinen Auto und dann in einem gr\u00f6\u00dferen Luxusauto miteinander verglichen wird.<br \/>\nEs spielen dabei mehrere Sinnesreize mit, so z.B. die Empfindungen von Ersch\u00fctterungen, das H\u00f6ren der unterschiedlich lauten Fahrger\u00e4usche und das Sehen der vorbei huschenden \u00abLandschaft, B\u00e4ume, H\u00e4user, Pf\u00e4hle usw.\u00bb<br \/>\nBesonders bei der Wahrnehmung der eigenen Bewegung in einem Auto, Flugzeug, Fahrstuhl oder in der Eisenbahn spielen unterschiedliche Sinnesempfindungen zusammen, die sich gegenseitig nicht nur summieren, sondern erhebliche \u00c4nderungen in der Wahrnehmungsorganisation ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><em>Sollte Dir ein Gedanke zu dem Text einfallen, dann schicke ihn <\/em><em>mir <\/em><\/strong><em><strong>bitte zu.<\/strong>\u00a0\u21d2<strong> <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?page_id=74\">Vielen Dank. <\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Genauere Untersuchungen \u00fcber das Zusammenwirken der optischen und der akustischen Sinneseindr\u00fccke wurden von dem sowjetischen Physiologen S. Krawkow durchgef\u00fchrt. Er hat dabei folgendes festgestellt: Unter dem Einfluss monotoner Kl\u00e4nge erh\u00f6ht sich die Empfindlichkeit des Auges f\u00fcr gr\u00fcn-blaue Farbt\u00f6ne. Bei der Erh\u00f6hung der Lautst\u00e4rke wird die Empfindlichkeit gegen\u00fcber Gr\u00fcn gr\u00f6\u00dfer, gegen\u00fcber Orange geringer.<br \/>\nWie Experimente von Julian Huxley ergaben, zeigt sich das \u00abFarbengeh\u00f6r\u00bb am h\u00e4ufigsten bei Schizophrenen oder stark betrunkenen Menschen. Das \u00abFarbengeh\u00f6r\u00bb kann als eine Wahrnehmungseigenschaft bezeichnet werden, die simultan Farben mit der geh\u00f6rten Musik verbindet. Diese F\u00e4higkeit besitzen einige Menschen in unterschiedlicher Auspr\u00e4gung. Seltener ist, dass jemand ein \u00abKlangauge\u00bb hat. Diese F\u00e4higkeit bedeutet, dass der Mensch Kl\u00e4nge h\u00f6rt, w\u00e4hrend er Farben betrachtet.<\/p>\n<p>Noch vor kurzer Zeit wurden Untersuchungen \u00fcber Syn\u00e4sthesie als \u00abAbstrakta\u00bb betrachtet, f\u00fcr die man keine konkrete Verwendung finden konnte. Heute haben derartige Untersuchungen jedoch im Zusammenhang mit den neuesten Forschungen auf dem Gebiet der \u00abFarbenmusik\u00bb praktische Bedeutung gewonnen.<\/p>\n<p>Physiologisch ist das Ph\u00e4nomen der Syn\u00e4sthesie nicht ganz gekl\u00e4rt. Es besteht die M\u00f6glichkeit, dass eine direkte \u00dcbertragung der Erregung von einer Nervenfaser auf eine andere in den Schaltstellen der einzelnen Gehirnzellen oder auf vegetativem Wege vor sich geht.<br \/>\n<span style=\"color: #ba0202;\">Bestimmte Experimente beweisen jedoch, dass akustische und visuelle Sinnesreize, gleichzeitig empfunden, eine \u00fcber die Summierung beider Reize hinausgehende Verst\u00e4rkung der Wahrnehmung ausl\u00f6sen.<\/span><\/p>\n<p>In der damaligen Sowjetunion (1975) versuchte der Ingenieur K. Leontjew als einer der ersten, die Farbenmusik mittels technischer Ger\u00e4te mit der physikalischen Theorie in Einklang zu bringen. Leontjew ist der Ansicht, dass die Kenntnis der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der Empfindungen es erm\u00f6glicht, Farbe und Klang so miteinander zu verbinden, dass die Gesamtwahrnehmung gesteigert wird. Im Institut f\u00fcr Automatik und Telemechanik in Moskau wurde nach der Theorie und dem Konzept Leontjews eine automatische Einrichtung zur Umwandlung von Klang in Farbe entwickelt.<br \/>\nDabei wurde das Programm auf die Besonderheiten der Wechselwirkungen zwischen Geh\u00f6r und Auge ausgerichtet. Die Untersuchungen des Zusammenwirkens von Farbe und Musik auf den Menschen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Es ist aber schon jetzt m\u00f6glich, die Wirkung der Farbbegleitung von Musikwerken nach begr\u00fcndeten Auswahlkriterien zu steuern.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ba0202;\">Durch die Zusammenstellung bestimmter Musik- und Farbenprogramme kann man die Entwicklung bestimmter Stimmungen hemmen oder f\u00f6rdern.<\/span><br \/>\nSo entwickelte Lew Meljnikow einige spezielle Farbmusikprogramme, die die Stimmungslage und innere Anspannung von Testpersonen w\u00e4hrend der Arbeitspausen ausgleichen sollten.<\/p>\n<p>Der farbige Teil der Programme spricht in erster Linie die visuellen Assoziationen zwischen Gestalt und Farbe an, die beim H\u00f6ren von Musikfragmenten entstehen. Die Melodie, die Tonartstruktur, das Tempo, der Rhythmus, die Klangfarbe und die Dynamik des betreffenden Musikwerkes werden von der Erfassung von Gestalt und Farbe in ihren Bez\u00fcgen mit dem Umfeld bedingt. Gerade diese subtilen Komponenten machen die gesamte dynamische Farbensymbolik aus und keineswegs die mathematische Frequenzcharakteristik des musikalischen Stoffes, wie bisher angenommen wurde. Auch gesellschaftliche Festlegungen der Farbsymbolik per Dekret durch die leitenden Meinungsbildner in einer Tradition bleiben rein theoretisch und l\u00f6sen keine Syn\u00e4sthesie aus.<\/p>\n<p>Mit Hilfe eines \u00abFarbenvariators\u00bb, der es erm\u00f6glichte, dynamische Farbsymbole zu gestalten, die dem Charakter der Musik entsprechen, wurden auf der Theorie von Meljnikow aufbauend, Filme gedreht. In seiner Zeit wurden solche farbmusikalischen Filme bei Experimenten angewendet, in denen ein l\u00e4ngerer Aufenthalt eines Menschen in einem isolierten Raum simuliert wird. Endg\u00fcltige Grundlagen f\u00fcr derartige Farbenmusikwerke wird es erst geben, wenn man die zu Recht vermuteten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des \u201eFarbengeh\u00f6rs\u201c aufgedeckt hat.<\/p>\n<p>In den Jahren 1975 bis 78 konnte ich mit Studenten an der FH D\u00fcsseldorf f\u00fcr Visuelles Design einige Studien zum Thema Syn\u00e4sthesie durchf\u00fchren. Gemeinsam erarbeite die Studiengruppe ein Diaporama mit speziell daf\u00fcr ausgesuchter Musik. Von den Studenten wurden daf\u00fcr, unter gemeinsamer Diskussion der M\u00f6glichkeiten, besondere Kunstwerke angefertigt. Diese etwa halbst\u00fcndige Slideshow brachte beim Publikum bemerkenswerte Feedbacks. Einige Studenten konnten die Steigerungen der Farbe als auch der Melodien mit\u00a0 unterschiedlicher Intensit\u00e4t bei sich feststellen. Andere bemerkten nur, dass es eine sehr sch\u00f6ne und gelungene Bilderschau war. Bei den Gespr\u00e4chen mit den Teilnehmern, die eine syn\u00e4sthetische Erfahrung gemacht hatten, kamen teils auch Argumente zur Sprache, die auf M\u00e4ngel der Zusammenstellung von Farbe und Melodie schlie\u00dfen lie\u00dfen. Im Ganzen wurde jedoch der von der Studiengruppe verfolgte Denkansatz f\u00fcr die Kombination von Bild und Klang nach subjektiven, mehr psychologischen Kriterien, best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Zitat aus Wikipedia: \u00abFr\u00fchere Sch\u00e4tzungen gingen davon aus, dass Syn\u00e4sthesie relativ selten vorkommt. Eine neuere Studie zeigt, dass vier Prozent der Menschen eine Syn\u00e4sthesie haben k\u00f6nnten. Untersuchungen an einer Kunstschule zeigten, dass 23 % der Sch\u00fcler Syn\u00e4stheten waren. Auch \u00fcber die Verteilung der H\u00e4ufigkeit zwischen Frauen und M\u00e4nnern liegen voneinander abweichende Angaben vor.<br \/>\nViele Syn\u00e4stheten sind sich der Besonderheit ihrer Wahrnehmung selbst nicht bewusst und erkennen ihre Syn\u00e4sthesie erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Daher gibt es eine hohe Dunkelziffer. Syn\u00e4sthesie ist international derzeit (2016) ein popul\u00e4rer Forschungsgegenstand, da man sich Erkenntnisse \u00fcber die Funktionsweise der menschlichen Wahrnehmung erhofft. Auch die Medienaufmerksamkeit hat in den letzten Jahren stark zugenommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr manche Betroffene geh\u00f6rt zur Syn\u00e4sthesie ein soziales Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl. Fr\u00fcher wagten Syn\u00e4stheten selten, anderen von ihrer besonderen Wahrnehmung mitzuteilen, da sie als Wahrnehmungsst\u00f6rungen angesehen wurden. Dies hat sich in j\u00fcngster Zeit ge\u00e4ndert. Nunmehr wird Syn\u00e4sthesie nicht mehr als St\u00f6rung angesehen, zumal sie von den meisten Syn\u00e4stheten als sehr angenehm erlebt wird. Zur Zeit erscheinen in den Medien relativ viele Beitr\u00e4ge \u00fcber Syn\u00e4sthesie, so dass die \u00d6ffentlichkeit inzwischen deutlich besser informiert sein k\u00f6nnte als noch vor wenigen Jahren.\u00bb<\/p>\n<p>Mit Gewissheit wird dieses Thema mit der Kenntnis der okkulten Zusammenh\u00e4nge im Mikrokosmos in ein v\u00f6llig neues Licht gestellt. Siehe: \u00abDie Wahrnehmung unter esoterischen Gesichtspunkten\u00bb im Anhang.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>N\u00e4chstes Kapitel: <a href=\"http:\/\/www.artokora.de\/?p=8172#.Wc9XnEzqgUE\"><span style=\"color: #c20000;\">6.0 Psychologische Faktoren und Wahrnehmung<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den Begriff Syn\u00e4sthesie werden alle Erscheinungen eingereiht, die sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Sinnesempfindungen ergeben, im besonderen Wahrnehmungen eines Sinnesorgans, die wie Wahrnehmungen eines anderen empfunden werden. 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