Die Weite des Seins

In unserem Kosmos fluten die sieben Kräfte der animalischen Selbsterhaltung horizontal über den Planeten von Ost nach West im Wechsel von Tag und Nacht. Bipolare Vibrationen von Gut und Böse dringen in das Leben der Menschen, damit sie sich mit ihren subjektiven Erfahrungen nach einem höheren Sein sehnen, nach einem Lebensfeld der Ideale in Einheit mit dem All. Die transpersonalen immateriellen Kräfte durchströmen unbehindert die Bipolarität des Werdens und Vergehens der materiellen Welt und impulsieren die irdischen Lebenswellen in ihren kontrastreichen Erscheinungen. Alle Kreatur wartet auf die neue Menschheit, die sich in ihren Mikrokosmen vollendet, um die ahrimanische Last unter dem Firmament so weit schwächen zu können, damit die Evolution des ganzen Planeten Erde sich vollziehen kann und dabei auch alle Fauna und Flora in ein neues Sein erhebt.

            Zur möglichen Befreiung aus der äonischen Umklammerung sendet die Monade drei Kraftströme in jeden Mikrokosmos. Diese verbinden sich mit der aktiven Person über die Pinealisaura im Haupt mit dem Mentalfeld und über das Herzchakra mit der Astralis sowie über das Sonnengeflecht mit den ätherisch-stofflichen Vermögen. Damit wird jeder Mensch befähigt, seinen Auftrag für den Kosmos anzunehmen und durchzuführen.

Symbole für das eine Werden

Wer sein Lebensziel erkannt hat und sich behutsam auf den Weg begibt, wird mit der Zeit bei seinen eigenen Schritten und Erfahrungen der Einsicht begegnen, dass eine evolutionäre Entwicklung in der Materie nur innerhalb einer interkosmischen Evolution von allem stattfinden kann.
Diese irdische materielle Natur wurde in allen Richtungen und Dimensionen nach naturwissenschaftlichen Gesetzen erforscht. Allerdings wird bei alledem eine grundlegende Regel gerne übersehen: nämlich die Bipolarität der Dinge und Ereignisse. Alles hier hat seine zwei Seiten: Tag und Nacht, Licht und Schatten, Gut und Böse, Krieg und Frieden, Liebe und Hass usw. Das sich vor ihm ausbreitende Lebensfeld wird von zahlreichen Kraftfeldern durchkreuzt, die einerseits seine irdische stoffliche Existenz und andererseits seine Teilnahme an der holistischen Gesamtheit aller Dimensionen im Universum ermöglichen. Die von ihm erahnten Ideale verwirklichen sich in den metaphysischen Feldern, wenn sein Mikrokosmos sich zu vollenden beginnt. Das probabilistische Entwicklungsprinzip wird von einem Kreuz allegorisch dargestellt.
Das ägyptische «Ankh-Kreuz» oder Schleifenkreuz enthält als Zeichen des universellen Lebens den Hinweis auf die Lebensfelder der Einheit und Liebe, mit denen der Mensch auf ewig fest verbunden ist. Die Person sollte auf der Erde den Weg studieren und sich dabei den höheren Wirkungen ihrer Monade anvertrauen. Dann kann sie wie von selbst ihre Impulse in ihrem Dasein verwirklichen. Der ernsthaft Strebende lässt die wechseln den Aspekte im Horizontalen ausklingen, während ihn die Strahlen der Monade vertikal empor tragen.



Bilder und Symbole sind Fenster

Ein mächtiges Symbol – wie z.B. ein Kunstwerk – bewirkt mehr, als nur eine sichtbare Realität darzustellen oder einen Aspekt einer abstrakten Wirklichkeit zu präsentieren. Es kann uns wie ein mystisches Fenster einen Blick in unser Selbst gestatten. Wenn wir das Bild achtsam betrachten, befähigt es uns, hindurch zu schauen und eine Ahnung von der Vision zu erhaschen, die es symbolisiert. In einer Bild-Meditation können wir visuell eine tiefe Einsicht in das Symbolische erfahren. Das opake Abbild verwischt und wird durchsichtig wie Glas. In diesem Augenblick enthüllt es uns einen bisher verborgen gebliebenen Blick von unerwarteter Tiefe und Bedeutung. Wie in Trance erleben wir den umfassenden Sinn der allegorischen Wesentlichkeit. Es kann sich uns ein traumhafter Blick in einen weiten und tiefen Raum schenken, der sich vor unserem Sein bis ins Unendliche erstreckt. Im symbolischen Sehen erweitert sich unser Erfassen über unser sinnesorganisches Wahrnehmen. In diesem Schauen in die transzendenten Gegebenheiten erfahren wir ein mystisches Erleben des grenzenlosen Universums und begreifen die Entwicklungen der kosmischen Lebendigkeit. Plötzlich, wie in einem Rausch, sehen wir von innen, wie bei einem Hologramm, wie die inneren Lebensfelder die Erscheinungen bewegen.

Symbole produzieren in unserem Sehen geistige Bilder, die von der höheren Mentalis erweckt, das Erfassen lenken. Wenn das Bild eine Art Leitfaden für uns bildet, formt und richtet der Verstand das mentale Fenster danach aus. Die mitklingenden Gefühle färben das Glas und erschaffen seine Transluzenz. Ist diese klar genug und zeigt sie uns ein sympathisches Abbild, dann wird die künstlerische Vision von unseren resonanten Vorstellungen durchdrungen. Dabei vermag solch ein Bild schnell eine noch höhere Schicht der Mentalis aufzurufen, die uns unmittelbar vergegenwärtigt, was das Bild beabsichtigt. Die faszinierende Eigenschaft des Fensters besteht darin, dass es nicht so aussehen muss wie das, was durch die Glasscheiben sichtbar wird. Obwohl ein kunstvoll gestaltetes Bild, das klare visuelle Einsichten gewährt, anfangs unsere achtsame Aufmerksamkeit lenkt, muss es der erfahrenen Vision nicht unbedingt gleichen. Eine von einer visuellen Allegorie versinnbildlichte Wirklichkeit entzieht sich eigentlich einer materiellen Darstellung durch statische Abbildungen. Die innerlich erlebte Schau steht im emotio nalen Fluss des Betrachters. Bilder können nur dann aktive Fenster für uns sein, wenn wir bereit sind, uns all jenen Bildausschnitten zu öffnen, die uns subtil und feinsinnig in den eigenen Impressionen und Erinnerun gen berühren, die sich nicht direkt einfangen lassen.


Bergbesteigung

Die Bergbesteigung ist das klassische Symbol für die Erhöhung der astralen und der mentalen Lebensfelder im Mikrokosmos. Beide unstofflichen Kraftfelder des aurischen Wesens sind bei der heutigen Menschheit noch nicht vollständig im Mikrokosmos zentriert. Darum können die Impulse aus den höheren Welten vom Menschen nur geahnt werden oder intuitiv spontan erklingen.

Wird sich der erwachende Mensch am Beginn seiner Bergbesteigung aus den Niederungen der unteren Aspekte seiner Astralis erheben? Kann er oder sie seine/ihre zweifachen Polarisationen – feminin, passiv gebärend und maskulin, aktiv zeugend – in sich ebenbürtig harmonisieren? Wer damit erfolgreich war, wird sich ohne Druck aus den Umklammerungen astraler Schemen aus dem Jenseits befreien.

Die höheren Begehren aus der sich entfaltenden Astralis werden sich offenbaren. Wer diese innere Sehnsucht nach dem himmlischen Horizont liebevoller Inspirationen erfährt, steht am Fuße des Berges, den er nun besteigen will. In dieser Ausrichtung auf eine interkosmische Evolution in einer freiwilligen positiven Dienstbereitschaft entsteht die erforderliche unerschütterliche Lebenshaltung. Die spirituelle Bergbesteigung zu den Gipfeln der höchsten mikrokosmischen Vermögen in den nirwanischen Feldern kann jetzt beginnen und mit Erfolg gekrönt werden.